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40 Jahre

Engelsburg

kunstsymposium
16. bis 21. Juni 2008
Rückblick

StuDenten
BeLeBen
erFurt!
Dank
Allen Förderern und
Sponsoren, fleißigen Helfern
in der Engelsburg, allen
Impressum Helfern beim Transport
und Aufbau der Objekte
Studentenzentrum Engelsburg e.V. (Herausgeber)
bzw. der Ausstellungen
Allerheiligenstraße 20/21, D-99084 Erfurt
möchten wir herzlich
danken.
Text und Redaktion in Kooperation mit
Kulturwerk des Verbandes Bildender Künstler
Thüringen e.V. Krämerbrücke 4, 99084 Erfurt

3
Insbesondere danken
Fotos wir allen Teilnehmern
alle Rechte beim Herausgeber für die schönen und
bzw. den Teilnehmern ergebnisreichen
Tage!
Layout
Klaus Nerlich, www.atelier-nerlich.de

Druck
conthur
Bad Langensalza
Dezember 2008

Organisatorische Betreuung
des Symposiums
Hella Richter, Markus Hirche,
Michaela Delenk

Förderer
Fachhochschule Erfurt und Universität Erfurt sowie beide
Studierendenräte, Stadt Erfurt, Sparkassenstiftung Erfurt,
Studentenwerk Thüringen, Universitätsgesellschaft Erfurt

Medienpartner
Radio F.R.E.I.

www.symposium.eburg.de
Kunstsymposium Eine Kooperation von Studentenzentrum Engelsburg e.V.
16. bis 21. Juni 2008 und KULTURWERK des VBK Thüringen e.V.
Rückblick

Studenten
beleben
3
Inhaltsverzeichnis

Erfurt!
Seite 4-6
Hintergründe und Rückblick
Seite 7-9
Vorbereitung und Durchführung

Konzeptideen und
Ergebnisse
der Gruppen
Seite 10-13
Regina Aschenbach
Seite 14-17
Thomas Lindner
Seite 18-21
Frank Meyer
Seite 22-25
Kati Münter
Seite 26-29
Konstanze Trommer

Seite 30-31
Standorte der Objekte
Ein Rückblick um so die Verknüpfung
zwischen den Hochschul-
auf das Kooperationsprojekt standorten, dem Stadt-
des Studentenzentrum raum Erfurt und dem stu-
dentischen Kulturzentrum
Engelsburg e.V. mit dem Engelsburg hervorzuheben.

Kulturwerk des Verbandes Zur Anleitung der Studie-


Bildender Künstler renden konnten aus der
Mitgliedschaft des Verbandes
Thüringen e.V. Bildender Künstler Thürin-
gen fünf Künstlerinnen und
In der Zeit vom 16. bis 21. Juni Künstler gewonnen werden.
2008 fand zum ersten Mal Regina Aschenbach (Male-
ein Symposium für Erfurter rei, Grafik, Objekte), Thomas
Lindner (Skulptur, Collage,

5
Studierende und Künstler im
Studentenzentrum Engelsburg Schmuck), Frank Meyer (Plastik),
in Kooperation mit dem Förder- Kati Münter (Collage, Assemblage)
verein Kulturwerk des Verbandes und Konstanze Trommer (Malerei,
Bildender Künstler Thüringen statt. Computerunterstütze Kunst)
Im Jahr des 40jährigen Bestehens der betreuten als Mentoren die Stu-
Engelsburg als studentischer Mittel- dierenden bei der Umsetzung
punkt in Erfurt war es das gemein- der gemeinsam erarbeiteten
same Ziel, mit diesem Kunstpro- Konzepte. Über 20 Studierende
jekt eine breite Öffentlichkeit für nahmen teil, es entstanden
das Thema studentische Kunst Arbeiten zu fünf völlig unter-
und Kultur zu gewinnen und schiedlichen Ideen, die in
damit auch eine Auseinan- dieser Broschüre vorge-
dersetzung der Erfurter stellt werden.
Bürger und Studierenden Die Gruppen arbeiteten
mit kulturellen Werten und täglich bis ca. 18 Uhr,
Traditionen anzustoßen. Arbeitsorte waren das
Gelände und die Räume in
Während der Projektwoche der Engelsburg, die Me-
wurden Skulpturen und tallwerkstatt von Thomas
Installationen zum Thema Lindner und die Universi-
„Studenten beleben Erfurt tät Erfurt. Zum täglichen
– 40 Jahre Engelsburg“ ent- „Symposiumstisch“ in der
wickelt und hergestellt. Die Engelsburg tauschten sich
Ergebnisse werden seither die Studierenden und Künst-
als temporäre Kunstobjekte ler über ihre Arbeit und
in der Engelsburg, den beiden Ideen aus, auch interessier-
Erfurter Hochschulen und an te Besucher waren herzlich
anderen Standorten gezeigt willkommen.
Das positive Feedback von
Studierenden, Künstlerinnen
und Künstlern, Besuchern
und Förderern ist uns Anlass,
das Symposium „Studenten
beleben Erfurt“ im Jahr 2009
- und hoffentlich auch in den
folgenden Jahren - erneut

5 durchzuführen. Wir werden


es weiter entwickeln und
mit aktuellen Themen-
stellungen einen inte-
ressanten Austausch
zwischen Künstlern
und Studierenden
fördern. Belebt Erfurt
und macht mit - wir
freuen uns auf Euch!

Dieses erste Sympo-


sium unter dem Motto
„Studenten beleben
Erfurt“ konnte nur
mit Hilfe der zahlrei-
chen Unterstützer so
erfolgreich organisiert
und durchgeführt wer-
den. Neben den beiden
Erfurter Hochschulen
und deren Studieren-
denräten waren die
Stadt Erfurt, die Spar-
kassenstiftung Erfurt,
das Studentenwerk
Thüringen und die Uni-
versitätsgesellschaft Erfurt die
wichtigsten Förderer, ebenso
die Fördervereine der Koopera-
tionspartner. Allen, die zur Um-
setzung im Vorfeld und während
des Symposiums beigetragen
haben gilt unser herzlicher Dank,
wir freuen uns schon jetzt auf
das nächste Projekt!

Hella Richter
Vorstandsvorsitzende des
Studentenzentrum Engelsburg e.V.

Professor Klaus Nerlich


Sprecher des Verbandes
Bildender Künstler Thüringen e.V.

Projektbeschreibung, Ideenkonzepte
der Künstler usw. unter:
7
www.symposium.eburg.de
Das Symposium 2008
Zunächst wurde die Idee der Kooperations-
partner, ein Symposium mit professio-
nellen Künstlern und Studierenden der
Erfurter Hochschulen zu etablieren, in
einem umfassenden Konzept beschrie-
ben und damit Projektfördermittel
eingeworben. Zeitgleich wurden mit
einer Ausschreibung Mitglieder des
Verbandes Bildender Künstler Thürin-
gen aufgefordert, sich mit Ideen und
Konzepten als Mentoren zu bewerben.
Eine Jury wählte aus allen Einreichun-
gen fünf Künstlerinnen und Künstler
aus, deren Konzepte an einem Info-Tag
interessierten Studierenden vorgestellt
wurden. Danach entstanden bereits im
Mai Arbeitsgruppen, zu denen sich bis zu

7
Beginn des Symposiums weitere Stu-
dierende hinzu gesellten. Im Vorfeld der
Arbeitswoche konnten sich so aus den
Ideen der Künstler und der Teilnehmer
gemeinsame Konzepte entwickeln.

Der Erfurter Sender Radio F.R.E.I. hat als


Medienpartner seit der Auswahl der Künstler
mit Hintergrundberichten und Interviews die
Ankündigung des Symposiums, die Werbung für
den Info-Tag und den Aufruf an die Studie-
renden zur Teilnahme unterstützt. Weiterhin
wurde umfassend durch Flyer, Plakate und
Ankündigungen in studentischen Medien so-
wie durch Beiträge auf den Internetseiten
der Kooperationspartner geworben.
Während der Symposiumswoche
wurden alle Teilnehmer durch
das Studentenzentrum Engels-
burg verpflegt. Die abendlichen
Treffen am „Symposiumstisch“
im Biergarten boten Raum für
gegenseitiges Kennenlernen
und Ideenaustausch.

Zur Vernissage am Sams-


tag, den 21. Juni 2008 gaben
die einzelnen Gruppen einen
kurzen Rückblick auf ihre
Arbeitswoche und stellten
den Besuchern die entstande-
nen Objekte und Installationen
vor. Nach einem Rundgang und
Einweihung der Objekte am Stand-
ort des Fachbereiches Kunst der
Universität Erfurt schloss sich ein
gemütlicher Ausklang der Woche in
der Engelsburg an. 9
Die Installation der Objekte auf dem
Campus der Fachhochschule in der
Altonaer Straße und dem Campus der
Universität in der Nordhäuser Straße
wurde in der Folgewoche organisiert.
Eine Gruppe setzte ihre Arbeit sogar
über die Symposiumswoche hinaus bis
zum Semesterende fort, das Ergebnis
ist nun gedruckt auf einer Großfläche
über dem Eingang der Engelsburg in
der Allerheiligenstraße zu sehen.
Mit den Objekten, die sich nicht für
den Außenraum eignen, fanden
und finden Ausstellungen an
verschiedenen Orten statt, so
in den Räumen der Sparkasse
Erfurt am Anger, in der Galerie
des Verbandes Bildender
Künstler Thüringen auf der
Krämerbrücke oder im neu-
en Hochschulladen WIESEL
am Hauptbahnhof.
„Es war wichtig und gut, dass sich alle
Bereiche und Künstler-Teams jeden
Abend getroffen haben. So kam es zu einer
gemütlichen Runde mit lustigen aber auch
lehrreichen Gesprächen zwischen Studenten
und Künstlern. Die Eburg war der perfekte
Platz dafür.“
Carolin Fräbel
Studentin

„Die Zusammenarbeit ist eine Bereicherung für


mich gewesen. Ich denke, dass es eine gute Zu-
sammenarbeit war und jeder sich gut einbrin-
gen konnte mit seinen Ideen. Kontakt gibt es
zu all meinen Teilnehmerinnen heute noch
und ich verfolge deren künstlerische
Arbeit.“
Kati Münter
Künstlerin
40
40
regina Aschenbach
Arbeitsbereiche: Malerei, 40
Grafik, Objekte
„W
d
Kontakt: Tr
Am Walde 88 d
99448 Kranichfeld-Stedten
regina.aschenbach@hotmail.de

teilnehmer:
DanielaWesemann
Nora-Katharina Scheibe
Marie-Christin Scheibe
Lina Gems
Angelina Ehlert
1
40 Jahre Engelsburg -
40 Jahre studentisches Leben -
40 Jahre Entwicklung.
„Was verbinden die heutigen Studenten mit
diesem Begriff, mit dieser Institution, diesem
Treffpunkt, mit diesem historischen Gelän-
de? Ist die Begrifflichkeit noch genau jene,
welche auch vor 20, 30 Jahren damit
verbunden wurde? Welche Gemein-
samkeiten gibt es? An was für Ob-
jekten, Gegenständen kann man
diese festmachen? Ist dies
überhaupt möglich? Was
für Gegenstände sind
typisch für die Engels-
burg?
Es soll über eine inten-
sive Auseinandersetzung

11 ein Ausdruck gefunden


für diesen tradierten Ort
studentischen Lebens
Regina Aschenbach
werden. Dieser soll fest-
gemacht werden an einem
typischen Gegenstand, der
vielleicht auf einen Spei-
cher, Boden oder sonstwo
noch existiert und gefunden
wird. Dieser Gegenstand
oder mehrere davon sollen
zu einer Installation, einer
Idee, einem Ausdruck zusam-
mengefügt werden.
Meine Grundidee lehnt sich an
ein Malschulprojekt an, in dem
alte Holzstühle zur Verfügung
standen. Daraus entstanden
ästhetisch anspruchvolle
Kunstobjekte, die über die
räumliche und philosophische
Dimension „Stuhl“ weit hinaus-
gingen. Jeder muss seinen Weg zur
Realisierung seines Projektes finden,
in der auch die fotografische Darstel-
lung sowie die Einbringung der eigenen
Person einbezogen war. Das umfass-
te auch handwerkliche Fähigkeiten wie
Schweißen, Bohren, Sägen, Kleben und den
Kampf mit der Tücke des Objektes.
vielerlei Aspekten angesehen und eingeordnet
Zwei

studentischen Lebens können Stühle unter


Gründe
haben mich

ihr Dasein fristeten. Im Kontext des


zur Beteiligung an

einigen Jahren genutzt wurden


dieser Ausschreibung

und nun auf dem Eburg-Boden


Stühle bearbeitet, die bis vor
bewogen. Einerseits sind es
meine langjährigen Erfahrungen

Walter-Gropius-Schule
auf ein Studium an der
als Dozentin und Leiterin der Er-

Erfurt vor. Alle haben


furter Malschule. Hier arbeite ich mit

oder bereiten sich


Buchkunst Leipzig
Jugendlichen auf den unterschied-

Gruppe studie-
ren an der Uni-
versität Erfurt,
der Hochschule
merinnen der
lichsten künstlerischen Gebieten

für Grafik und


Die Teilneh-
zusammen, so unter anderem
im Studienvorbereitungskurs
für Kunsthochschulen. Anderer-
seits war ich in den 70iger und
80iger Jahren selber intensi-
ver Besucher der Engelsburg.

werden:
Der Fasching in der Eburg war
immer ein Höhepunkt. Diverse
Konzerte – Treff mit Freun-
den – Kennenlernen neuer
Menschen und Ideen verbinde
1
ich mit der Zeit in der Eburg.
In der Zwischenzeit sind die
eigenen Kinder und deren
Freunde Besucher dieses
studentischen Zentrums.
Mit Freude habe ich die
baulichen und sonstigen
Veränderungen verfolgt.
Ich freue mich, zum
genannten Thema in diesen
mit Erinnerungen behaf-
teten historischen Mauern
künstlerisch mit Studenten zu
arbeiten.“
(Regina Aschenbach im Vorfeld
des Symposiums)
Studenten
Leben
Studentenleben
Studentenalltag
Veranstaltungen
SITZEN
STUHL
Sitzgelegenheit
Stammsitz
Sitzgruppe
Sitzplan
Alterssitz
Sitzung
Vorsitz
Kinderstuhl
Liegestuhl
13 Sitzfleisch
Regina Aschenbach
Sitzordnung
Fahrersitz
Wohnsitz
Sitzecke Neben zahlreichen
Fahrstuhl Einzelobjekten ent-
Sitzplatz standen auch thematische
Gruppen wie „Sitzordnung“
Satzung und „Engpass“ von Nora-Ka-
Rollstuhl tharina Scheibe, „Ignoranz frisst
Stuhlreihe Individuum“ und „Hoffentlich unge-
Klappstuhl niessbar“ von Daniela Wesemann, „Status“
Klappsitz von Marie-Christin Scheibe, „Litfass-Sitz“ von Lina Gems und
„WG-Leben“ von Angelina Ehlert. Einige Objekte schmücken nun
Hochsitz wieder die Büro-Etage, die meisten Installationen sind jedoch im Bier-
Schneidersitz garten der Engelsburg zu bestaunen und werden seither
Autositz sogar manchmal besetzt...
Stammplatz
besitzen
sitzenlassen
einsitzen
besetzen
sitzenbleiben
ersitzen
ersetzen
„Projekte dieser Art bieten mir
die Möglichkeit, eine künstlerische
Form zu wählen, die eine größere
Öffentlichkeit erreicht und die Neu-
es im Prozess des eigenen Schaffens
erschließt. Ein temporäres Projekt stellt
wesentlich geringere Anforderungen an die
Beständigkeit sowie an die städtebauliche Ein-
gliederung im Außenbereich und bietet insofern
eine breitere Palette von Ausdrucksmöglichkeiten.
Ein wesentlicher Grund für meine Teilnahme an
thomas Lindner der Ausschreibung ist auch die Form des Symposi-
Arbeitsbereiche: Skulptur, ums – die Zusammenarbeit mit Studenten zu einem
Collage, Schmuck gemeinsamen Thema. Da wir einander nicht kennen,
kann das von mir vorgeschlagene Thema nur ein Art
Kontakt: Anstoß für einen fruchtbaren krea-
Gustav-Freytag-Straße 31 tiven Prozess sein – so meine
99096 Erfurt Vorstellung...

1
thom.lindner@gmx.de Der Prozess ist in gewisser
www.metallskulptur.de Hinsicht experimentell und
ergebnisoffen, worin für mich
der besondere Reiz liegt. In
dem Zusammenfließen hetero-
gener Charaktere und Ideen,
sowie in der Zusammenarbeit
mit jungen Leuten – ich stelle
teilnehmer: mir hier ein größeres Maß an
Maren Sendrowski unbeschwerter und frischer
Saskia Nottrodt Kreativität vor – liegt für mich
Elisabeth Apel das besondere Potenzial eines
solchen Gemeinschaftspro-
jektes.“
(Thomas Lindner im Vorfeld
des Symposiums)
Der Künstler schlug vor, ein plastisches
Objekt aus transparenten, halbtrans-
parenten und nichttransparenten
Materialien in einem gemeinsamen
Entwurfs- und Werkprozess zu
realisieren. Mit „Transparenz
und Spiegelung gab er ei-
nen thematischen Rahmen
vor und ermöglichte so
eine große Formen- und
Ergebnisvielfalt.“ We-
sentlicher Aspekt und
Leitfaden für die Umset-
zung sollte nach seiner Idee
die Wirkung des Lichtes im
Wandel der Beleuchtungs-
verhältnisse (Sonne, trübes
Wetter, unstete Beleuchtung,
Kunstlicht etc...) sein.

15 Thomas Lindner
Das
entstandene
Objekt
In der Gruppe um Thomas Lindner entstand
eine Installation zum Thema Transparenz
und Spiegelung. Auf ca. 1 qm Fläche steht die
2 Meter hohe Konstruktion aus Stahl, Plexiglas
und Spiegeln im Garten des Fachbereichs Kunst
der Universität Erfurt Am Hügel 1 , wo die Teilneh-
merinnen studieren.
Die Arbeit wurde anschließend an die Vernissage in
1
der Engelsburg am Samstag, den 21. Juni 2008 offiziell
eingeweiht und ist nun langfristig dort zu sehen.
Ich habe mich sehr gefreut, dass ich im Rahmen des
Kunstsymposiums „Studenten beleben Erfurt“ in der
Gruppe von Thomas Lindner arbeiten durfte, seine
zur Einführungsveranstaltung vorgestellten Arbei-
ten haben mich von Beginn an beeindruckt. Die
Treffen im Vorfeld, bei welchen wir mit Thomas
unsere „Aufgabe“ und mögliche Herangehens-
weisen besprochen haben, waren bereits
sehr anregend und so wuchs die Vorfreude
auf das Symposium.

In seinem Atelier zeigte Thomas uns


verschiedene handwerkliche Geräte wie
Standbohrer, Schleifmaschine oder speziell
von ihm für die Metallbearbeitung kons-
truierte Werkzeuge. Es war spannend und
interessant sich mit diesen Techniken ausei-
nander zusetzen, da im Rahmen der universi-
tären Ausbildung Arbeiten mit solchen Geräten
bisher kaum möglich waren.

17 Die Chance mit Materialien wie Plexiglas oder


Metall zu arbeiten und hierbei Anleitungen von
Thomas Lindner
erfahrenen Künstlern zu bekommen und so auch
die eigene künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten
zu erweitern, empfand ich als eine außerordent-
liche Bereicherung und ein großes Vergnügen beim
Kunstsymposium 2008.

Die Zusammenarbeit mit Thomas war nicht nur lehr-


reich sondern auch sehr angenehm, in seinem Atelier
konnten wir alles nutzen und für Fragen und Ge-
dankenaustausch hat sich Thomas durchgehend Zeit
genommen. Er ist auf jeden in der Gruppe eingegangen
und hat eine wohltuende harmonische und positive At-
mosphäre geschaffen.
Die allabendlichen Gespräche in der Eburg waren eine
„geschmackvolle“ Abrundung eines jeden Tages. Zusammen
mit den anderen Gruppen des Symposiums konnten wir uns
in vertrauter Runde unterhalten und die Eburg bot uns eine
gute Ebene für einen sehr offenen und spannenden Austausch
mit den Künstlern auch über Rahmen des Symposiums hin-
aus.

Für mich war „Studenten beleben Erfurt“ eine fantastische


Erfahrung und sehr wertvolle Ergänzung zum (Kunst)Studium
und ich freu mich schon sehr auf die folgenden Symposien!

Elisabeth Apel
Studentin an der Universität Erfurt
BA Kunst und LLT- Psychologie
Frank Meyer
Arbeitsbereich: Plastik „Das Arbeiten im öffentlichen
Raum sowie die Interaktion mit jungen
Leuten stellen die Reizpunkte des Projektes dar. Als
Kontakt: Präsentationsfeld der fertigen Objekte wurden der Stadtraum
Hauptstraße 29 Erfurt und die Engelsburg genannt. Gemeinsam wird ein zu strukturie-
99310 Görbitzhausen render Ort gesucht, dafür eine Idee entwickelt und in der knapp bemessenen
paul.mops@gmx.de

1
Zeit entsprechend realisiert. Meine Rolle im Prozess wird es sein, als Mittler
zwischen verschiedenen Vorstellungswelten zu agieren und Hilfestellungen zu
geben im Visualisieren von Ideen, bei der technischen Realisation, bei der Klärung
statischer Probleme (Skulptur) und bei ökonomischer und zeitlicher Koordinie-
rung. Ich hoffe, dass der Prozess genug Reibungsflächen bereithält, um Energien
zu erzeugen.“
(Frank Meyer im Vorfeld des Symposiums)

teilnehmer:
Carolin Fräbel
Katharina Kratky
Friederike Holland
Die Gruppe um Frank Meyer war während des ge-
samten Symposiums im Hof der Engelsburg tätig.
Mit den groben Arbeiten wie sägen und schweißen
stand sie besonders im Mittelpunkt der Wahr-
nehmung und der Gäste in der Engelsburg. Am
abendlichen Symposiumstisch konnte der
Fortschritt der Entstehung der Objekte
besonders gut beobachtet werden. Die
Arbeiten „Augenstecher“ und „Filet
Krahn“(Carolin Fräbel), „Kultiviert“,
„Half Baked“ und „Beinerei“ (Frie-
derike Holland) sowie „aufbäu-
men“ und „Kernkraft“ (Katharina
Kratky) wurden in der Woche
nach dem Symposium auf vier
Standorte in der Universität
Erfurt und Fachhochschule
Erfurt verteilt und sind dort
langfristig zu sehen.

19 Frank Meyer

n
2
Bei der Anmeldung konnte sich jeder Teilnehmer einen
Künstler aussuchen, mit dem er während der Sympo-
siumswoche zusammenarbeiten möchte.
Ich habe mich direkt für Frank Meyer entschie-
den, da dieser mit Metall plastisch arbeitet. Der
eigentliche Grund dafür war nicht, dass ich
gerne mit Metall arbeite – im Gegenteil. Ich
fand Metall bis dahin eher uninteressant
und das Arbeiten mit Schweißgerät und
Trennschleifer beängstigend. Aber gerade
deshalb wollte ich mir ein eigenes Bild ma-
chen. Und im Nachhinein kann ich sagen,
dass mein jetziges Bild ein ganz anderes ist.

Wir haben in dieser Woche mit Stahl- und an-


deren Metall-Teilen vom Schrottplatz Skulpturen
gebaut. Dabei haben wir sehr viel über Formen,
Ästhetik und räumliche Wahrnehmung gesprochen.
Für mich persönlich war das unglaublich lehrreich

21 Frank Meyer
und hat meine Sicht auf Skulpturen und Plastiken
enorm geändert und geschärft.
Ich hatte auch die Möglichkeit, selbst Teile zu bearbeiten
und zusammenzufügen. Ich verlor so einen großen Teil
meiner Angst vor Funken und Feuer. Mit der richtigen Anlei-
tung und Bekleidung macht das echt Spaß.
Metall als Material für künstlerische Arbeiten ist heute für
mich sehr spannend. Schwere Teile aus Stahl können so
leicht wirken wie Papier. Ein kleiner Schweißpunkt reicht aus,
um ein großes Gewicht dauerhaft zu halten. Die Oberfläche,
der Rost, der Kontrast zwischen alt und neu ist faszinierend.
Ich würde gerne noch einmal mit Metall arbeiten.

In dieser Woche war außerdem wichtig und gut, dass sich


alle Bereiche und Künstler-Teams jeden Abend getroffen
haben. So kam es zu einer gemütlichen Runde mit lustigen
aber auch lehrreichen Gesprächen zwischen Studenten und
Künstlern. Die Eburg war der perfekte Platz dafür. Alles
in Allem bin ich froh, dass ich diese Erfahrungen machen
durfte und werde sicher im nächsten Jahr wieder teilneh-
men.

Carolin Fräbel
Studentin an der Universität Erfurt
Hauptfach: Kunst, Nebenfach: Philosophie

Als gelernte Mediengestalterin engagiere ich mich künstlerisch


auch außerhalb des Studiums. Neben 5 anderen Studentinnen
bin ich Mitglied des Gesamtkunstkraftswerks, einer aus dem
Fachschaftsrat Kunst hervorgegangenen Künstlergruppe, die
zwei sehr wichtige Dinge verbindet – Kunst und Freundschaft.
„In meiner Projektidee geht es mir darum, eine klare Positio-
nierung der Teilnehmer in der Stadt Erfurt zu finden. Dokumen-
tiert wird der persönliche Standpunkt der Teilnehmer und ihrer Sicht-
weise auf die Stadt. Sie wählen sich einen für sie wichtigen Schwerpunkt
und erarbeiten eine Materialcollage.

In klarer Bildsprache und emotionaler Eindeutigkeit kann diese Positionierung zum


Beispiel in Begriffen wie Ferne – Nähe, Fremde – Heimat, Schwarz – Weiß, Aufbruch –
Stillstand, Freude – Leid, Vergangenheit – Zukunft, Wissen – Dummheit, Single –Familie
dargestellt werden.
Die Objekte – verwendet werden sollen Koffer als eine Metapher für die Reise des Indi-
Kati Münter viduums – werden innen oder außen bearbeitet und finden dann in der Engelsburg oder
Arbeitsbereich: im Universitätsgelände ihren Platz. So werden die Objekte nicht nur eine Reise zum
Collagen, Objekte, eigenen Studienort Erfurt, sondern auch Zeitreise und Standortbestimmung.
Assemblage,
Rauminstallationen Der Betrachter soll angeregt werden, sich mit der Stadt, ihren Studenten und deren
Themen auseinander zu setzen. Mit Ernsthaftigkeit, Witz und Ironie können die Arbei-
Kontakt: ten ein Spiegel der Gesellschaft sein und Fragen aufwerfen, etwa:
Bechsteinstraße 4
99096 Erfurt
Wie fühlt sich ein Neuankömmling in unserer Stadt?
Wo geht man hin und trifft Freunde? 2
kati@kamuco.de Wie lebt es sich in dieser Stadt als Student?
www.kamuco.de Welche Bedeutung hat die Geschichte der Stadt für die Uni und die Engelsburg?

Selbst eine Fremde in der Stadt Erfurt erschien diese mir anfangs
sehr befremdlich. Erschließt sie sich doch erst auf den
zweiten oder gar auf den dritten Blick.
teilnehmer: Dann jedoch mit ihren Bewohnern in einer
Maxi Kretzschmar Herzlichkeit und Wärme. Diese Erfahrung
Marita Landgraf kann hier gut einfließen. Als Künstlerin
Astrid Geisler möchte ich meine Erfahrungen in Col-
lagentechnik vermitteln. Als Mentorin
ist es wichtig die Teilnehmer zu einer
klaren Bildsprache zu motivieren
und Spaß beim Arbeiten in der
Gruppe zu haben. Als erfahrene
Workshopleiterin freue ich mich
sehr über eine Kooperation mit
Studenten.“
(Kati Münter im Vorfeld des
Symposiums)
Vor dem Hintergrund der Geschichte der Engelsburg
– die Teilnehmerinnen betrachteten nicht nur die
letzten 40 Jahre studentischen Lebens, son-
dern auch deren Entstehung um 1125 sowie
wichtige geschichtliche Ereignisse – wur-
den alte Koffer, in denen auf dem Boden
der Engelsburg wunderbare alte und
nützliche Dinge lagerten, mit diesem
Projekt zu neuem Leben erweckt.
Gearbeitet wurde in Collagen-
technik, diese nahm viel Ma-
terial und Platz in Anspruch.
Das schöne Wetter bot die
r Gelegenheit, vor allem
der Hof der Engelsburg
wurde zum besu-
cherfreundlichen,
offenen Arbeits-
platz.

23 Kati Münter

r
g

n
r
Es entstanden fünf
Koffer, welche den
Betrachter mit dem was in
ihnen ist (z.B. beschriebene
Postkarten, typische Utensilien)
einladen zum Lesen, zum Betrachten
oder auch dazu, im Koffer selbst etwas
zu hinterlassen. Auf Sockel montiert sind
die Objekte seit ihrer Entstehung beliebte
Wanderausstellungsobjekte. Unter dem Titel „In

2
der Fremde heimisch, in der Heimat fremd – und
viele Grüße aus Erfurt“ wurden sie bereits im Juli
2008 in der Filiale der Sparkasse Erfurt am Anger
ausgestellt und sind nun auch im neu eröffneten
Hochschulladen WIESEL am Hauptbahnhof zu sehen.
Die Kofferobjekte „Geburtsstunde“,
„Humanisten“ und „Medizinische Akade-
mie“ zeigen symbolisch die Entstehung, den
Ursprung und wichtige Teile der Geschichte der
Engelsburg. „Ankunft“ und „Aktuell“ sind als Spiegel
der aktuellen Erlebniswelt der hier Studierenden zu
sehen. Zusätzlich gibt es einen Hinweis-Koffer, die
jeweils in der Engelsburg den aktuellen Standort
der Installation aufzeigen kann.
Die Postkarte in jedem Koffer symbolisiert das
Fernweh. Die auf ihr erzählten fiktiven Ereignis-
se könnten so von einem Studenten, einem Gast
oder Tourist in dieser Stadt erlebt worden sein.

25 Kati Münter
Die Interaktion mit dem Betrachter wird
durch eine direkte Frage auf
der Karte erzielt.

Die Performance zur Vernissage wurde


durch die Teilnehmerinnen selbst initiiert.
Sie schrieben für die Besucher Karten, die
dann tatsächlich versendet wurden. Die
Studentinnen interpretierten das Ge-
sagte und stellten am Ende eine Frage
an den Adressierten der Karte. So
gingen viele tatsächliche Geschichten
mit Postkarten und „Vielen Grüßen
aus Erfurt“ auf die Reise. In der
Ausstellung in der Sparkasse
konnten die Besucher selbst
Postkarten schreiben und
in einen Kasten einwerfen,
diese Grüße wurden im An-
schluss an die Ausstellung
ebenfalls versendet.
„Die Freude an der Zusammenarbeit mit jun-
Konstanze trommer gen Menschen bewegte mich zur Bewerbung als
Malerei, Computerunter- Mentorin. Auch ein Dankeschön an die ehrenamt-
stützte Kunst, Grafikdesign, lichen Hilfen und BetreiberInnen der Engelsburg,
Lehre die nach dem schlimmsten Ereignis am Gutenberg-
Gymnasium Schülern Aufenthalt und Herberge
Kontakt: geboten haben. Meine Erfahrung bei der Erarbeitung
Zum Alten Gehege 21 und Realisierung von Kunst-am-Bau-Projekten, als
99192 Ermstedt auch die Arbeit mit StudentenInnen an der Universität
mail@konstanze-trommer.de innerhalb verschiedener Seminare zum Thema „Ich und
www.konstanze-trommer.de Du” oder „Collage”, sowohl computerunterstützt als
auch analog, gestatten mir die Vorstellung beide Bereiche
in der folgend dargestellten Idee zu verbinden:

Idee: Die StudentenInnen gestalten einen Raum zum Thema:


„V.I.P.”. Farbige, formale und inhaltliche Vorgaben nehmen
Bezug auf den zu gestaltenden Raum. Innerhalb des Themas
teilnehmer: „V.I.P.” entwickeln die StudentenInnen ein Bild ihrer Per-
Ludwig Finster sönlichkeit und von Personen des öffentlichen Lebens, zum
Beispiel von denjenigen Menschen, die sich in 40 Jahren um

2
Patrick Kaminski
Kristin Kuchta den Erhalt und Betrieb der Engelsburg bemüht haben. Diese
Christian Maier Thematisierung kann visuell auf eine Gegenüberstellung,
Wiebke Maercz Aneinanderreihung, Aufzählung oder Verbindung verschie-
Désirée Müller dener Persönlichkeiten unter einem Dach hinauslaufen.
Kathleen Schlott Die zu entwickelnde Konzeption lässt eine Spezifi-
Susanne Tuchen zierung des Themas in studentische und kulturelle
Kathrin Urban Lebensbereiche zu.
Das Thema der Gestaltung sollten die Studen-
tenInnen gemeinsam bei einem „Brainstor-
ming” unter Anleitung entwickeln. Die
Zusammensetzung der Gruppe bestimmt
die Art der Auseinandersetzung und
Realisierung. Als Künstlerin sehe ich
meine Aufgabe darin, die Gruppe
so zu führen, dass eine Konzep-
tion entwickelt wird, bei deren
Realisierung die Fähigkeiten und
Ideen der einzelnen Gruppenmit-
glieder zum Tragen kommen. Es
sollen nachhaltige Ergebnisse zur
Freude des Umfeldes entstehen.“
(Konstanze Trommer im Vorfeld
des Symposiums)
27 konstanze Trommer
-
Ergebnis
Um die Künstlerin Konstanze Trommer fand sich eine Gruppe von neun
Studentinnen und Studenten, die das Seminar „Künstlerische Entwurfs-
strategie am PC mit Photoshop“ im Rahmen ihres Studium Fundamentale an
der Universität Erfurt für das SS 2008 belegt hatten. Durch diese Anbindung
war die Erarbeitung im Fachkabinett der Universität möglich, jedoch konnte
die Gruppe auch deshalb keine gesamte Woche gemeinsam verbringen. Sie
setzte ihre Arbeit über die Symposiumswoche hinaus bis zum Semesteren-
de fort. Jeder von ihnen erstellte mindestens eine Datei, ganz im Sinne der
Arbeitsweise bekannter Pop-Art-Artists wie Andy Warhol oder Roy Lichten-
stein.

Die Verbindung der V.I.P.-Idee mit dem zuvor gegebenen Thema generale des
Seminars „My home is my castle“ bot die ideale Grundlage zur Fertigung
digitaler Photomontagen und -collagen aus vorhandenem Material wie
Dokumenten und Fotos. Als V.I.P.s bildeten die Studierenden sich und/
oder Persönlichkeiten, die aktuell im Studentenzentrum aktiv sind oder
in der frühen Geschichte des Hauses eine Rolle spielten, im räumli-

2
chen Zusammenhang der Engelsburg ab.

Die spannenden und höchst unterschiedlichen Ergebnisse wur-


den durch Konstanze Trommer zusammengefasst und – auf einer
Großfläche gedruckt – sichtbar an der Stahlkonstruktion des
Eingangsgebäudes der Engelsburg angebracht. An der Stelle des
heutigen Neubaus in der Allerheiligenstraße stand, bis zum Ab-
riss wegen Baufälligkeit im Jahr 1952, das ursprüngliche Haus
zur Engelsburg. Somit wurde auf mehrere Arten alt und neu,
Geschichte und Gegenwart im Symposiumsergebnis zusam-
men gebracht.
29 Konstanze Trommer
30

Fach
Unive hoch
rsitä schu
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Eine Kooperation von Studentenzentrum Engelsburg e.V.
und KULTURWERK des VBK Thüringen e.V.

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