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22    Region  l   der landbote   l   Dienstag, 3. juni 2008

inletzter
minute
Einmal rot, einmal schwarz
Sie donnern durch Tag und Nacht
BENKEN – Die 45 Stimmberechtigten, Am Wochenende fuhren 290 Von den 805 Kilometern legten die
die gestern Abend an der Gemeinde­ Biker mit ihrer Harley-Da- Biker keinen Meter auf einer Autobahn
versammlung teilnahmen, genehmig­ oder Schnellstrasse zurück. Im Gegen-
ten die Jahresrechnungen 2007 ein­ vidson oder Buell anlässlich teil. Meist waren sie auf abgelegenen,
hellig. Jene der Primarschulgemeinde der ersten «Swiss 500 Miles» schma­len Land- und kurvenreichen
schloss mit schwarzen Zahlen (Er­ quer durch die Schweiz: Passstrassen unterwegs. So kamen
tragsüberschuss 15 800 Franken), sie durch die schönsten Landschaften
jene der Politischen Gemeinde mit
800 Kilometer in 24 Stunden. eines grossen Teils der Schweizer Al-
roten (Aufwandüberschuss 43 400 pennordseite. Ge­plant hatte die Stre-
Franken, nachdem das Budget ein ANDELFINGEN/ZÜRICH – «Swiss 500 cke IG-Mitglied Grizzly, der als Chauf-
Minus von 361 300 Franken hatte er­ Miles» heisst­ die bisher wohl ausser- feur die ganze Schweiz kennt.
warten lassen). Ebenfalls gutgeheis­ gewöhnlichste organisierte Motorrad-
sen wurde das dritte Traktandum, die Ausfahrt für Harley-Davidson- und Bu- Der Töff muss passen
überar­bei­te­ten Statuten des Kläranla­ ell-Fahrer durch die Schweiz – sie hatte Love-Ride-Gründer Erwin W. Wyrsch,
ge-Zweckverbands, in denen der Kos­ am vergangenen Wochenende Premie- bei der IG für PR und Medien zustän-
tenverteilschlüssel geändert und neu re: In einem Zeitraum von mindestens dig, sagt: «Bei einer solch langen Aus-
das Initiativ- und Referendumsrecht 20½, höchstens aber 24 Stunden muss- fahrt ist es sehr wichtig, einen Töff zu
verankert ist. (um) ten 500 Meilen beziehungsweise 805 Ki- Die teilnehmenden Harley-Davidson- und Buell-Fahrer vor dem Start. Bilder: Dimitri Hüppi haben, der zu einem passt.» Und den
lometer zurückgelegt werden. Und dies schienen die meisten der Teilnehmer
Ja zu Jahresrechnungen auf einer genau vorgegebenen Route, Auf die Frage, war­um er bei diesem Abstempeln und Prüfen übernahmen ge­habt zu haben. Denn von den 290
hettlingen – Die 98 Stimmberech­ die auch durch die Bezirke Andelfin- Event mitmache, meinte er: «Es ist ein- insgesamt 50 freiwillige Helfer. gestarteten kamen bis am Sonntag um
tigten an der Gemeindeversammlung gen, Bülach und Winterthur führte. fach eine coole Sache, ein Abenteuer.» Jeder Kontrollpunkt befand sich ent- 15 Uhr 281 ins Ziel, wo sie als Erinne-
von Primarschulgemeinde und Poli­ 290 Harley-Davidson- und Buell- weder an einer Tankstelle oder in einer rung einen massiven Pin in Empfang
tischer Gemeinde Hettlingen geneh­ Fahrer aus der ganzen Schweiz und Alles andere als ein Rennen Wirtschaft. Natürlich immer mit ausrei- nehmen durften – auch Sandra Auf-
migten gestern Abend die beiden Jah­ aus dem Ausland nahmen am Samstag Die «Swiss 500 Miles» sind alles an- chend grossem Parkplatz. Checkpoint denblatten, Markus Fröhlich und Mi-
resrechnungen 2007. Die Laufende um 15 Uhr beim Albisgüetli in Zürich dere als ein Rennen, und Tempoli- Nummer 6 war etwa im «A4 Träff» bei chi Bigler. Sie sind sich einig, dass sie
Rechnung des Politischen Gemein­ die 500-Meilen-Fahrt in Angriff. So mits müssen eingehalten werden, das Andelfingen/Adlikon. Ein staunender an den «Swiss 500 Miles» sofort wieder
degutes schliesst um rund 100 000 auch Sandra Aufdenblatten und deren betonte Urs Studer, Präsident der ei- Stammgast bemerkte nachts um 1.30 teilnehmen würden.
Franken schlechter ab als budgetiert. Freund Markus Fröhlich aus Balters- gens für die Durchführung des Events Uhr: «So viele Töffs waren noch nie auf Die Idee der 500-Meilen-Fahrt ha-
Sie weist bei einem Aufwand von 6,98 wil, die mit zwei Harleys der Jahrgän- gegründeten Interessengemeinschaft einmal hier.» Wer wollte, hatte an den ben die IG «Swiss 500 Miles»-Gründer
Mil­lio­nen Franken einen Aufwandüber­ ge 1937 und 1947 zur Fahrt gekommen (IG) «Swiss 500 Miles», ausdrücklich. Etappenzielen jeweils Gelegenheit, aus Antwerpen (Belgien) importiert,
schuss von 576 000 Franken aus. Die waren. Obwohl sie jährlich etwa 15 000 Um zu verunmöglichen, die 805 Kilo- ein kleines Nickerchen zu machen. Im wo der Event im Oktober zum sechsten
Laufende Jahresrechnung der Primar­ Kilometer auf ihren Motorrädern zu- meter schneller als im vorgesehenen Gasthof Bären auf der Bözberg-Pass- Mal stattfindet. «Bei unserer Premiere
schulgemeinde schliesst, ver­gli­chen rücklegen, meinten sie: «So etwas Ver- Zeitrahmen zurückzulegen, haben höhe (Checkpunkt 7) wurde sogar ein lief alles bestens und ohne Unfall», so
mit dem Voranschlag, um 23 550 rücktes haben wir noch nie gemacht.» die Organisatoren die Öffnungszeiten Ruheraum eingerichtet. Manch einer Wyrsch nach dem Event. Die Fortset-
Franken schlechter ab. Sie weist bei Michi Bigler aus Oberschlatt legt sei- der Kontrollpunkte so gelegt, dass schnarchte dort eine Weile. Anders im zung ist für den 6./7. Juni 2009 geplant.
einem Aufwand von 4,88 Mil­lio­nen ei­ nen täglichen Arbeitsweg von insge- die Biker ihre Roadbooks (Touren- Restaurant Loki in Laufen: Dort rock-  lDIMITRI HÜPPI
nen Aufwandüberschuss von 76 550 samt 100 Kilometern mit seiner Harley- hefte) nur während gewisser Stun- te eine Liveband, während es draussen
Franken aus. Die übrigen Geschäfte Davidson Softail Night Train zurück. den abstempeln lassen konnten. Das langsam wieder Tag wurde. www.swiss500.ch
wurden mehrheitlich genehmigt. So
die Kredite von 155 000 Franken für
die Umgebungsgestaltung des Schul­
hauses A und 270 000 Franken für
die Sanierung des Kindergartens Sta­
tionsstrasse 31. (dt)

Klar für Urnenabstimmung


TRÜLLIKON – Die Stimmberechtigten
können am 28. September an der Urne
über den Umbau und die Erweiterung
der Gemeindeverwaltung befinden,
nachdem die Gemeindeversammlung
von gestern Abend das 2,113-Millio­
nen-Projekt vorberaten hat. Von den
Geschäften, über die abgestimmt
wurde, hat die von 69 Stimmberech­
tigten besuchte Versammlung das
Kreditbegehren der Schulpflege für
die Projektierung der Heizungssanie­
rung im Zentralschulhaus zurückge­
wiesen. Genehmigt hat sie dagegen
die Jahresrechnungen 2007 der Po­
litischen und der Primarschulgemein­
de sowie jene der aufgelösten Zivilge­
meinde Rudolfingen, die neuen Statu­
ten des Kläranlage-Zweckverbandes
und die Abrechnung über die Anschaf­
fung eines Rasenmähers. (lü)
Michi Bigler mit seiner Softail Night Train (linkes Bild) und Mitorganisator Erwin W. Wyrsch neben Sandra Aufdenblatten mit ihrer Harley-Davidson aus dem Jahr 1937. 

Sicherheit in Frage gestellt Milchlieferstreik in Rikon Zuzüger statt


Neuzuzüger
In Tagelswangen soll beim len. Hinzu kämen Probleme wie Van- Seit Samstag streiken die Am Sonn­tag­abend zeigte auch der an-
Kreiselbau die Unterführung dalismus, Verschmutzungen und Dro- Tösstaler Milchbauern. dere Kopräsident Martin Haab anhand humlikon – «Wie lange wird man ei-
genkonsum. von Mails, Telefonanrufen und Ge- gentlich als Neuzuzüger bezeichnet?»,
aufgehoben werden. Der Der Gemeinderat von Lind­au kann Sie fordern einen um zehn sprächen auf, dass nur schon im Laufe fragt sich Werner Glättli, der Gemein-
Gemeinderat hat Vorbehalte. die Argumente des Kantons nachvoll- Rappen höheren Milchpreis. des Wochenendes mehr als doppelt so deratskandidat der SVP, der am Wo-
ziehen. Insbesondere, weil er in der viele Bauernbetriebe, ganze Regionen chenende in Humlikon wegen vier
LINDAU – Die Lichtsignalanlage an Vergangenheit schon mehrmals mit Zell – Am Frei­tag­abend befanden ei- und auch Sennerei- oder Käsereige- Stimmen Unterschied nicht gewählt
der Kreuzung Zürcher-/Lindauerstras- Vandalenakten in der besagten Un- nige Milchbauern des Tösstals, dass es nossenschaften mitmachen. worden ist. Glättli wundert sich zu
se in Tagelswangen wird durch einen terführung konfrontiert worden war. höchste Zeit sei, sich mit den Milch- Die Kühe werden trotzdem gemol- Recht: In der Ausgabe des «Landbo-
Kreisel ersetzt. Dies ist seit Längerem Die Behörde hat al­ler­dings Bedenken, bauern in Deutschland zu solidari- ken, die Milch aber nicht in den Tanks ten» von gestern wurde er als Neuzu-
bekannt. Eine Einsprache hatte das was die Sicherheit von Kindergärtlern sieren. Da das nächste Streikzentrum für die Milchverwerter aufbewahrt, züger bezeichnet, obwohl er bereits 16
Projekt verzögert, der Baubeginn wur- und Schülern angeht. Die Kinder be- in Obfelden ist und dies für die Ost- sondern direkt ab Bauernhof an Pri- Jahre in der Gemeinde wohnt. Richtig
de ein zweites Mal verschoben und ist nützen die Unterführung nämlich als schweizer Bauern ein weiter Weg ist, vate verschenkt und vermehrt Butter, ist aber: Glättli ist kein Humliker Bür-
nun für den Sommer 2009 vorgesehen. Schulweg. Der Gemeinderat hat nun stellte Kurt Bieri seinen Hof in Rikon Käse oder Joghurt für Eigengebrauch ger. Im Gegensatz zu seinem Konkur-
Der Kanton hat die Einsprache zum dem Kanton seinerseits einen Vor- zur Verfügung, und schon am Sams­tag­ selber hergestellt. renten, dem mit 104 Stimmen gewähl-
Anlass genommen, das Projekt zu schlag unterbreitet: Die Unterführung abend trafen deren 450 Bäuerinnen Der Streik richtet sich gegen die ten Marcel Meisterhans. Dieser ist nun
überarbeiten. Fazit: Die an der Kreu- soll beibehalten, der Treppenaufgang und Bauern zum ersten Streikabend Preispolitik der grossen Milchverar- der einzige Bürger im Gemeinderat.
zung bestehende Fussgängerunterfüh- bei der Garage Markwalder jedoch ein. Am Sonn­tag­abend waren es un- beiter Cremo SA, Elsa SA, Hochdorf Bisher wurde Humlikon ausschliess-
rung soll zusammen mit der Lichtsi- aufgehoben werden. «Wir wollen die wesentlich weniger. Solange der Streik Swiss Milk AG und Emmi AG. Die lich von Zuzügern regiert.
gnalanlage aufgehoben werden. Damit Sicherheit der Schüler nicht opfern», dauert, werden allabendlich ab 20 Uhr Milchbauern verlangen höhere Preise. Glättli glaubt aber nicht, dass ihn
eine Überquerung der Kantonsstras- sagt Gemeindeschreiber Viktor Le- (so auch heute) Treffen stattfinden. Der aktuelle Milchpreis von 70 Rap- dieser Punkt die vier entscheidenden
sen möglich bleibt, sollen Fussgänger- dermann. Die Solidaritätswelle unter den pen entspreche bei Weitem nicht den Stimmen gekostet hat. Ob die Kan-
streifen angelegt werden. «Unterfüh- Das definitive Projekt werde im Milchbauern ist für Kari Häcki, den Produktionskosten. Falls die Verhand- didaten Bürger oder Zuzüger seien,
rungen wie diejenige in Tagelswangen Einvernehmen mit dem Gemeinderat Kopräsidenten der Bäuerlichen Inter- lungen zwischen den Schweizer Milch- habe im Vorfeld des Wahlgangs kei-
werden heute nicht mehr gebaut», sagt realisiert, wie Albert Hermann versi- essengruppe im Marktkampf (BIG-M) produzenten (SMP) und Milchverar- ne Rolle gespielt. Vielmehr denkt er,
Albert Hermann, Verantwortlicher für chert. Der Kanton will den Vorschlag überraschend, aber längst überfällig. beitern (hat gestern stattgefunden) dass er über seine Parteizugehörigkeit
das Projekt bei der Volkswirtschaftsdi­ der Exekutive auf jeden Fall prüfen. Am Sams­tag­abend sprach Häcki vor nicht eine Zusicherung von 10 Rappen gestolpert sei: «Als SVP-Mitglied wird
rek­tion Zürich. Man sei der Auffas- Zur Projektfestsetzung durch den Re- den Anwesenden und versuchte Zweif- mehr per 1. Juli ergeben, werde auch man im Moment wegen der Nebenge-
sung, dass Fussgänger nicht mehr in gierungsrat werde es in diesem Jahr ler davon zu überzeugen, sich auch der SMP seinen gut 30 000 Mitgliedern räusche in der Partei von Unentschlos-
den Untergrund geleitet werden sol- aber nicht mehr kommen. (neh) dem Milchlieferstreik anzuschliessen. den Streik empfehlen. lLONI KUHN senen wohl eher nicht gewählt.» (bä)