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Aufsatz zum Thema

Wirtschaftsstrafrecht und die


Gleichheit von Arbeitnehmern und Arbeitgebern vor Dt.
Gerichten und die ganzheitliche Urteilsfindung vor Dt.
Strafgerichten
In Deutschland quält sich so mancher Jurist mit der immer komplexer
werdenden Jurisdiktion herum. Es gibt zigfache Ausgaben von
Fachbüchern über das Wirtschaftsstrafrecht und welche Delikte wohl wie
beurteilt und geahndet werden sollen. Alles eine Frage der Auslegung,
oder nicht ?

Wie soll denn beispielsweise ein Fall beurteilt werden, bei dem es sich
um einen Grenzfall zwischen Wirtschaftsstrafrecht und grober
Fahrlässigkeit im wirtschaftlichen Handeln handelt ?

Wenn sich z.B. ein Manager bei einer Firma bewirbt, teils unter Angabe
unwahrer Tatsachen, den Job-Zuschlag erhält, einen Arbeitsvertrag
abschließt, und dann sein Bestes in diesem neuen Job gibt, ja
letztendlich beweißt, daß er das ihm anvertraute Unternehmen zu noch
mehr Erfolg führen kann. Er also somit diesem Unternehmen zu einem
erheblichen Geschäftszuwachs verhilft, und somit eben jene Firma nicht
betrügt, sondern lediglich seine Chance wahrnimmt, um sein
betriebswirtschaftliches Können unter Beweis stellen zu können.
Schließlich hat jener Manager, welcher sich angeblich die Anstellung
unter Angabe falscher Tatsachen betrügerisch erschlichen haben soll,
dem Arbeitgeber mehr Nutzen, mehr Profit, mehr Ansehen verschafft,
als irgendwo geschaded.

Wenn denn allerdings das anstellende Unternehmen, sprich der


Arbeitgeber, gegenüber den jeweiligen leitenden Angestellten und
Führungskräften vertragsbrüchig wird, dann ist dies i.d.R. vor Dt.
Amtsgerichten als Rechtens zu beurteilen, da sich das Individuum
Mensch ja so schön hinter „Firmenmänteln“ verstecken kann, oder etwa
nicht ?

Die Dt. Jurisdiktion sieht dies wohl ganz anders. Die Deutsche
Strafprozessordnung (STPO) zeigt für solche Situationskonstellationen kein
konkretes Vorgehen auf. Ferner reflektiert die STPO nicht im Geringsten eine
ganzheitliche Betrachtung dieser Art von Wirtschaftsstrafrechtsfällen.
Betrügerisches Erlangen von Anstellungsvorteilen fällt aber doch angeblich
unter das Wirtschaftsstrafrecht. Es wird hier nie der Versuch einer
holistischen Betrachtungsweise gewagt, obwohl der Mensch immer
ganzheitlich zu betrachten und zu beurteilen ist, ansonsten erhält man
nur segmentale Momentaufnahmen menschlichen Handelns im
Wirtschaftsleben. Recht und vor allem Strafrecht ist eben oftmals
Auslegungssache von Juristen, Staatsanwälten und Richtern.

Und eben jene Deutschen Richter sollten nicht nur, sondern müßten
hierzu alle Seiten anhören, und die Urteilsfindung auf eine ganzheitliche
Basis stellen. Sicherlich ist hier immer der einfachste Weg des
jeweiligen Amtsrichters eben jener, sich hinter der Definition des einen

Joe Peters – Januar 2006 - 1


Journalist der freien Weltpresse
Aufsatz zum Thema
Wirtschaftsstrafrecht und die
Gleichheit von Arbeitnehmern und Arbeitgebern vor Dt.
Gerichten und die ganzheitliche Urteilsfindung vor Dt.
Strafgerichten
oder anderen applizierbaren Gesetzestextes zu verstecken. Hier könnte
evtl. Die US-amerikanische Urteilsfindung praktisches Vorbild sein.

Jeder Mensch verfügt von Natur aus über gewisse Stärken und
Schwächen, über Talente, die er oder sie im Berufsleben unter Beweis
stellen können, sofern sie eine echte Chance erhalten. Genau darin liegt
die Ursache allen Übels. Wie viele Menschen sehnen sich nach einer
wirklichen Chance sich beruflich verwirklichen zu dürfen, was ihnen
jedoch oftmals durch plumpes Gesetzeswerk in Deutschland verwehrt
wird.

In Zeiten des Geld-Gott-Diktats und der Verherrlichung des Corporate-


Shareholder-Values, sind personelle Fehlgriffe in Deutschen Unternehmen
noch mehr tabuisiert worden als dies noch vor 20 Jahren der Fall war.
Personalmanager dürfen heutzutage kaum mehr Fehlrekrutierungen
wagen, geschweige denn Jobsuchenden einfach eine echte und faire
Anstellungschance geben. Dabei könnte eine Fehlrekrutierung bei guten-
und schlechten Bewerbern passieren. Alles nur Ansichtssache, oder was ?
Betriebliche Fehlentscheidungen kosten heute wohl erheblich mehr Geld
als früher, wohl weil der finanzielle Zeitfaktor sich potenziert hat, und
wir alle jetzt die absolute Macht des Zinseszins zu spüren bekommen
sollen.

Das Sicherheitsdenken auch in den Unternehmen hat in Deutschland


einen Punkt erreicht, wo man sich fragen sollte, ob dies dem Individuum
Mensch noch nützlich sein kann. Wenn sich Bewerber aufgrund von
Chancenlosigkeit vor die Alternative gestellt sehen, sich in gewissem
Maße eine Position „erschwindeln“ zu müßen, um überhaupt die
Gelegenheit zu erhalten ihre beruflichen Fähigkeiten unter Beweis
stellen zu können, dann sollte man sich fragen, ob solche Delikte dann
wirklich unter dem Wirtschaftsstrafrecht abzuhandeln sind, vor allem,
wenn eindeutig bewiesen werden kann, daß der oder die Kandidatin in
der jeweiligen Managementposition mehr als zur Genüge sein Können
durch nachweisbaren Wirtschafts- und Geschäftserfolg bewiesen hat.

Wäre es denn da nicht an der Zeit, endlich die Scheuklappen zu


öffnen, und über den „Tellerrand“ hinauszusehen ? Personelle Fehlgriffe
gibt es in Dt. Unternehmen immer wieder, und dies sicherlich mit
Bewerbern, die „ehrliche“ Resumes vorgelegt haben.

Das gelebte- und praktizierte Wirtschaftsstrafrecht in Deutschland ist so


verkrustet wie die arkaike Denkweise vieler Unternehmer und
Personalmanager, und bedarf dringend einer parlamentarisch-induzierten
Novellierung, denn erst dann wird sie in Deutschland auch pragmatisch
umgesetzt. Die Strafprozeßordnung (STPO) grenzt wirtschaftliches Handeln
zusammen mit dem Chancenangebot für fähige Industriemanager in
Deutschland erheblich ein.

Joe Peters – Januar 2006 - 2


Journalist der freien Weltpresse
Aufsatz zum Thema
Wirtschaftsstrafrecht und die
Gleichheit von Arbeitnehmern und Arbeitgebern vor Dt.
Gerichten und die ganzheitliche Urteilsfindung vor Dt.
Strafgerichten

Deutschland ist ja seit jeher als traditionsbewusstes Land bekannt, sollte


jedoch im Zuge der Europäisierung des neuen Jahrtausends
internationaler denken und handeln. Jedem Deutschen
Wirtschaftspartizipant sollte dies mal zu denken geben !

Kontrolle und Ahndung strafrechtlichen wirtschaftlichen Handelns ist eine


Sache, Unterdrueckung des wirtschaftlichen Aktivitaetenszenarios duerfte
wohl eine ganz andere Sache sein.

Joe Peters
Journalist – freie Weltpresse -

Joe Peters – Januar 2006 - 3


Journalist der freien Weltpresse