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Option und Aussiedlung 1939

So planten Nationalsozialismus und


Faschismus die Zerstörung Südtirols

Bereits im Jahre 1931 hatten die österreichischen Sozialdemokraten


in einer Broschüre unter dem Titel „Südtirol verrecke !!“
auf den sich anbahnenden Verrat Hitlers hingewiesen,
welcher „die Deutschen in Südtirol einfach dem italienischen
Faschismus preisgeben“ wolle. Mit dem Optionsabkommen
war 1939 diese Preisgabe besiegelt worden.
Einführung
„Lai net rogln“, war das bekannte Zitat 23. Juni 1939, zwischen Hakenkreuz
von Magnago, wenn es um die Südtiroler und Faschistenbeil, von 16.00 bis 17.50
Option ging. Aber wie kann man diesen Uhr, in nur knapp 2 Stunden, die Vertrei-
Teil der Tiroler Geschichte links liegen bung der Tiroler südlich des Brenners be-
lassen, wenn an seinem Ende beinahe schlossen.
das Ende der deutschen und ladinischen Es ist unverständlich, wie heute jemand
Volksgruppe in Südtirol gestanden hätte? einer Ideologie nachtrauern kann, die
Zwei größen- nur 110 Minuten
wahnsinnigen brauchte, um die
Diktatoren stan- Vo r b e reit un g e n
den die Südtiroler a bz us c h li e ß e n,
im Wege: Des- das historische Ti-
halb mussten sie rol auszulöschen.
einfach weg! Südtirol stand vor
Wenn heute je- der ethnischen
mand zufällig „Säuberung“!
bemerkt, dass die Als Obmann-
alte Nachbarin stellvertreter
irgendwo im jet- des Südtiroler
zigen Tschechien Heimatbundes
geboren ist, so möchte ich mich
meint er, dass bei Dr. Helmut
deren Mutter dort Golowitsch, dem
wahrs c heinlic h Autor des in der
eine Urlaubsbekanntschaft gehabt habe, Edition Südtiroler Zeitgeschichte erschie-
der eigene Onkel in Graz wohl ein gutes nenen Buches „Für die Heimat kein Op-
Angebot einer Firma. Dem ist aber nicht fer zu schwer, Folter - Tod - Erniedrigung:
so, sie waren Opfer dieser Option! Südtirol 1961 - 1969“, für seine fachliche
Es kann heute einfach im Internet nach- Beratung bei der Erstellung dieser Doku-
gelesen werden: Im Gestapo-Büro in mentation bedanken.
der Prinz-Albrecht-Straße wurde am Roland Lang

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Dokumentation

Der Gedenktag des 23. Juni


Vor 70 Jahren planten
Nationalsozialismus und Faschismus
die Zerstörung Südtirols
Das unheilvolle für gegenseitige Hilfe und Unterstützung
Optionsabkommen gegeben sei.
Dieses Abkommen, mit dem man sich
Am 22. Mai 1939 wurde in Berlin der gegenseitig Rückendeckung gab, sollte
„Stahlpakt“, ein politisch-militärisches Mussolini die Expansion im Mittelmeer-
Bündnis zwischen dem Deutschen Reich raum sowie in Afrika und Hitler die Ver-
und Italien unterzeichnet, in welchem es wirklichung seiner imperialistischen Ziele
bereits in der Präambel hieß, dass mit im Osten ermöglichen.
den für immer festgeschriebenen gemein- Der Weg in den Untergang war ange-
samen Grenzen die sichere Grundlage sichts der enthemmten Maßlosigkeit sei-

Später in Österreich von Optanten aufgelegte Gedenkpostkarte.


(Aus dem Nachlass von Sebastian Leitner, Jenbach)

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ner Diktatoren nun für Deutschland und Eine schreckliche Wahl -
- durch den späteren Bruch des Bündnis- gemeinsamer Wille
ses in geringerem Ausmaß - auch für Ita- zum Widerstand
lien vorgezeichnet.
Dieses sollte in der Folge die Südtiroler
vor die schreckliche Wahl stellen, entwe-
der das Volkstum zu bewahren und da-
bei die Heimat aufzugeben oder in der
Heimat zu bleiben und dabei der Italiani-
sierung ausgeliefert zu werden.
Als das schändliche Abkommen Ende
Juni 1939 in Südtirol bekannt wurde,
wurde der Gedanke der Auswande-
rung in Südtirol von den Vertretern des
„Deutschen Verbandes“ (DV) wie auch
des „Völkischen Kampfringes Südtirols“
(VKS), die sich bei Kanonikus Michael
Gamper im Bozner Marieninternat zu
einer Beratung getroffen hatten, einhellig
abgelehnt.
Man war sich einig, geschlossen für den
Verbleib in der Heimat zu stimmen.

Faschistische Pläne und


Drohungen - das NS-Regime
will die „Dableiber“ dem
nationalen Untergang
überlassen

Auch diese Postkarte wurde von ausgesie- Am 1. August 1939 wurde im Verlaut-
delten Südtirolern später in Österreich zum barungsblatt der Staatsbahnen ange-
Gedenken an eine schwere Zeit aufgelegt. kündigt, dass in nächster Zeit Transporte
(Aus dem Nachlass von Sebastian Leitner, von Personen und Sachen aus Südtirol in
Jenbach) südliche Provinzen abgehen sollten. Der
Präfekt Mastromattei verkündete im Au-
Um die im „Stahlpakt“ genannte ewige gustheft der Zeitschrift „Atesia Augusta“,
Grenze zwischen Italien und Deutsch- dass alle jene, „die immer Treue zu Ita-
land für immer außer Streit zu stellen, lien und zu den Einrichtungen des Regi-
wurde am 23. Juni 1939 in Berlin, un- mes bewiesen haben“, im angestammten
ter strikter Geheimhaltung von deutschen Lande bleiben dürften.
und italienischen Vertretern das Options- Dies bedeutete jedoch, dass die Mehr-
abkommen unterschrieben. zahl der keineswegs faschistisch einge-

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stellten Südtiroler von der Deportation Regime gerade eine Landreform in Gang
in die südlichen Provinzen bedroht war. gesetzt hatte, wodurch 20.000 neue
Zur gleichen Zeit wurden alle Ausländer Bauernstellen geschaffen werden sollten.
aus Südtirol ausgewiesen, womit dem Ende August 1939 erklärte der faschis-
Südtiroler Fremdenverkehr das Rückgrat tische Senator Ettore Tolomei, die Itali-
gebrochen wurde. Mehr als 50 Gasthöfe enoptanten müssten ihre „ursprünglichen
mußten schließen. lateinischen Familiennamen wieder
Dazu kam ein neues Arbeitsvermittlungs- annehmen“ und die Regierung werde
gesetz, demzufolge nur Italiener als Er- mit allen Mitteln die Abwanderung der
satz für entlassene deutsche Arbeiter „Fremdsprachigen“ betreiben, um sie
eingestellt werden durften. Den italieni- durch Italiener zu ersetzen.
schen Privatbetrieben wurde die Einstel- Einer höchst beunruhigten ladinischen
lung von Südtirolern verboten und auch Delegation erklärte der Präfekt Mastro-
die Obstgenossenschaften durften keine mattei: „Meine Herren, ein guter Italiener
deutschen Saisonarbeiter mehr beschäf- frägt nicht, wo er bleiben kann!“
tigen. Am 2. August 1939
hatten sich Vertreter des
„Völkischen Kampfringes
Südtirols“ (VKS) in ihrer
Verzweiflung direkt an
Himmler gewandt, der ih-
nen nun bei einem Treffen
am Tegernsee unverblümt
erklärte, dass das Deut-
sche Reich die Italienoptan-
ten - die sogenannten „Da-
bleiber“ - ihrem Schicksal,
dem unabwendbaren na-
tionalen Untergang, über-
lassen werde.
In den Monaten von Au-
gust bis Oktober 1939 ga- Das neue Bündnis der beiden Diktatoren wurde auch
ben die höchsten Vertreter auf Briefmarken dokumentiert, auf denen es hieß: „Zwei
des faschistischen Staates Völker und ein Kampf“. Dieser Kampf sollte für eines der
und der faschistischen Par- beiden Völker ins Verderben führen, während das andere
tei, wie zum Beispiel der Volk es schaffte, zu Kriegsende 1945 wieder auf der Seite
Provinzchef Macola, in der Sieger zu stehen.
öffentlichen Äußerungen
zu verstehen, dass die für Italien optie- Noch am 29. Oktober 1939 erklärte
renden Südtiroler - vor allem die notori- Mastromattei, dass die Italienoptanten nur
schen Italienfeinde unter ihnen - umge- unter der Bedingung, dass „alles Misstrau-
siedelt werden könnten. In Frage dafür en und alle feindseligen Absichten aufge-
kam auch Sizilien, wo das faschistische geben werden“, im Lande bleiben dürften.

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Auswandererfamilie am Brixner Bahnhof

Späteren Erklärungen der italienischen Die Spaltung und spätere


Behörden, wonach Italienoptanten in Versöhnung der Bevölkerung
Südtirol verbleiben könnten, wurde nicht
mehr geglaubt, vor allem auch, weil eine Die Geschlossenheit des Widerstands-
von Bischof Geisler geführte Delegation, willens zerbrach nun angesichts der um
die diesbezüglich bei Mussolini vorspre- sich greifenden Überzeugung, dass Itali-
chen wollte, nicht empfangen worden en Mittel und Wege suchen und finden
war. werde, die Italienoptanten aus dem Lan-
Man sah sich auf Gedeih und Verderb de zu drängen. Der „Völkische Kampf-
der römischen Willkür ausgeliefert. ring Südtirols“ (VKS) schwenkte nun um

Verabschiedung von Umsiedlern in Brixen

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und begann, mit reichsdeutscher Unter- und handlungsfähigen Schicksalsgemein-
stützung, Werbung für eine möglichst schaft zusammengeführt zu haben. Ohne
geschlossene
Option für das
Deutsche Reich
zu machen. So
hoffte man, bei
Verlust der Hei-
mat zumindest
das Volkstum zu
retten.
Kanonikus Mi-
chael Gamper
und sein Freun-
deskreis hin-
gegen waren
überzeugt, dass
man im Lande
bleiben und auf
eine Änderung
der Verhältnisse Für die Alten war die Entwurzelung aus der Heimat besonders schwer
hoffen müsse.
Gamper standen aber kaum Propagan- diese Versöhnung wäre das Land nach
damöglichkeiten zur Verfügung und 1945 ein willenloser Spielball der Fort-
er konnte lediglich am 26. Oktober im führung der faschistischen Spaltungs- und
„Volksboten“ zum Bleiben aufrufen. Entnationalisierungspolitik geworden.
Die emotionalen Auseinandersetzungen
führten zu einer tiefgreifenden Spaltung
der Bevölkerung, die durch die Dörfer Option und Rettung -
und teilweise auch durch die Familien warum das Volk bei dem
ging. Es kam zu gegenseitigen Vorwür- Einmarsch deutscher
fen des „Verrats“, wobei die Deutsch- Truppen jubelte
landoptanten als „Heimatverräter“ be-
schimpft wurden und die „Dableiber“ als Das Optionsergebnis ist bekannt: Rund
„Volksverräter“. 86 Prozent optierten für Deutschland.
Die damals geschlagenen, tiefen seeli- Nach verlässlichen Statistiken hatten sich
schen Wunden sind auf beiden Seiten von den 246.036 Abstimmungsberech-
erst nach vielen Jahren wieder vernarbt, tigten in der damaligen Provinz Bozen
wobei Kanonikus Michael Gamper das sowie dem damals zur Provinz Trient
Verdienst dafür gebührt, durch sein gehörenden Unterland 211.799 für die
leuchtendes Beispiel der Nächstenliebe deutsche Staatsbürgerschaft und damit
und Toleranz die Südtiroler nach Kriegs- zum Verlassen der Heimat entschieden.
ende wieder zu einer entschlossenen (Zahlen aus: Südtiroler Landesregierung

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(Hrsg.): „Südtirol Handbuch 2005”) begegnet. So kam es schließlich zur ver-
Zunächst lief die Aussiedlung der Optan- streuten Ansiedlung der Deutschlandop-
ten ohne Grundbesitz an, später sollten tanten vor allem in Nordtirol, Vorarlberg
nach erfolgter Vermögensabwicklung und in Bayern. Vergleichsweise sehr we-
die übrigen folgen. Etwa 75.000 Südti- nige Optanten wurden in Böhmen und
roler verließen die Heimat. Mähren, in Luxemburg und in der Süd-
Rasch zeigte sich, dass die nationalso- steiermark angesiedelt. Einige Südtiroler
zialistischen Versprechungen einer ge- weigerten sich, tschechische Bauernhöfe
schlossenen Ansiedlung der Südtiroler zu übernehmen, auf denen die rechtmä-
nicht einzuhalten waren. ßigen Besitzer sie händeringend ange-
Seitens der Südtiroler Bevölkerung und fleht hatten, bleiben zu dürfen.
ihrer Vertrauensleute wurde nämlich Der Fortgang des Weltkrieges mit dem
den nationalsozialistischen Plänen ei- Kriegseintritt Italiens brachte dieses Un-
ner Ansiedlung in polnischen Gebieten heil im Jahre 1940 zum Stehen, die Aus-
unter Vertreibung der einheimischen Be- siedlung wurde gestoppt und die Fortfüh-
völkerung mit entschiedener Ablehnung rung auf die Nachkriegszeit vertagt.

Auszug aus der Heimat - einer ungewissen Zukunft entgegen

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Nun ging es in die Fremde

Mussolini verkündete auf einmal den galt der Hoffnung, nun als Tiroler mit ei-
„Etschländern“: „Ihr könnt ungestört in gener Sprache und Kultur endgültig in
euren alten Wohnsitzen verbleiben.“ der angestammten Heimat bleiben zu
(Der Bevölkerung mitgeteilt in einer Son- dürfen.
derausgabe der „Dolomiten“ vom 21.
März 1940) Das waren schöne Worte,
denen die mit Versprechungen schon Nur ein Drittel der
so oft getäuschten Südtiroler allerdings Ausgesiedelten konnte
nicht mehr glaubten. zurückkehren
Der Abfall Italiens vom gemeinsamen
Bündnis im Jahre 1943 und der Ein- Nach 1945 versuchte der italienische
marsch der deutschen Truppen nach Präfekt De Angelis, die Aussiedlung der
Südtirol befreiten das Land von dem Alb- im Lande verbliebenen Optanten zu er-
traum einer Vollendung der Aussiedlung. reichen, die Alliierten erlaubten es aber
Nur dadurch ist die Begeisterung zu nicht und im „Pariser Vertrag“ von 1946
erklären, mit welcher die einlangenden wurde das Rückkehrrecht der bereits Aus-
deutschen Truppen begrüßt wurden. Die gesiedelten vereinbart.
katholischen Südtiroler jubelten mit wohl Rom verzögerte mit allen Kniffen und
wenigen Ausnahmen nicht der national- Tricks die Durchführung, so dass schließ-
sozialistischen Ideologie zu. Die Freude lich nur etwa 21.000 bis 22.000 bis zum

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Jahre 1952 wieder in die Heimat zurück- maligen KZ-Häftling und nunmehrigen
kehrten. Das war nur rund ein Drittel der Südtiroler Kammerabgeordneten Dr.
Ausgesiedelten. (Zahlen aus: Adolf Leidl- Friedl Volgger, mithilfe einer von ihm or-
mair: „Bevölkerung und Wirtschaft seit ganisierten alliierten Unterstützung, die
1945“, in: Franz Huter (Hrsg.): „Südtirol römische Regierung dazu zu bewegen,
die Vermögensbeschlagnahme wieder
aufzuheben.

Das Versöhnungswerk
Gampers und das endgültige
Scheitern des faschistischen
Vernichtungsplans -
Südtirols Freiheitskämpfer
verhinderten 1961 den
letzten Anschlag auf
ihre Volksgruppe

Der groß angelegte faschistische Plan


der Zerstörung und Auflösung der deut-
schen und ladinischen Volksgruppe war
so gut wie gescheitert.
Kanonikus Gamper leitete nun das Ver-
söhnungswerk zwischen „Dableibern“
und Optanten ein, für welches ihm im-
merwährender Dank gebührt. Gemein-
Mit Gottvertrauen, tiefer Menschlichkeit und
sam gelang es so in den kommenden
politischer Klugheit führte Kanonikus Michael schwierigen Jahrzehnten, sich als Südti-
Gamper - der geistige und geistliche Anführer roler in der Heimat zu behaupten.
der Volksgruppe - das gespaltene Volk wieder Ein letzter bedrohlicher Anschlag auf
zur Versöhnung zusammen. den Bestand der Südtiroler Volksgruppe
fand am 6. Februar 1961 statt, als ita-
- eine Frage des europäischen Gewis- lienische Senatoren ein Ausbürgerungs-
sens“, Wien-München 1965, S. 564) gesetz im Senat in Rom einbrachten,
Welche Methoden dabei angewandt welches ehemaligen Optanten die will-
wurden, zeigte im Jahre 1949 die Be- kürliche Ausbürgerung und damit die
schlagnahme des Vermögens jener Vertreibung über die Grenze auf rein ad-
Deutschlandoptanten, denen Italien die ministrativem Wege bringen hätte sollen.
Wiederverleihung der Staatsbürger- Eine Durchführung dieses perfiden Plans
schaft verweigerte. Damit hoffte man, hätte mit einem Schlag die rasche Her-
weitere Rückwanderungswillige abzu- beiführung einer italienischen Mehrheit
schrecken. im Lande ermöglicht.
Erst im Jahre 1951 gelang es dem Am 27. April 1961 wurde das Gesetz
„Dableiber“, Gamper-Vertrauten, ehe- im Senat beschlossen, nun fehlte nur

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noch die Bestätigung durch die römische setzung der faschistischen Aussiedlungs-
Abgeordnetenkammer. politik endgültig auf den Müllhaufen der
In dieser Situation entschlossen sich die Geschichte beförderte. Es kam nie zur
Südtiroler Freiheitskämpfer zu dem gro- Bestätigung des Schandgesetzes durch
ßen Schlag der Feuernacht, welcher die Abgeordnetenkammer, sondern statt-
die Aufmerksamkeit der Welt auf das dessen zur Aufnahme von Autonomiever-
ungelöste Problem Südtirol lenkte und handlungen mit der Südtiroler Volkspar-
das verbrecherische Vorhaben der Fort- tei.

Um den Südtirolern auch polnisches Gebiet zur Ansiedlung schmackhaft zu machen, wurden
die Namen von Ortschaften und Dörfer „eingedeutscht“. So wie in Südtirol die Faschisten eine
Italianität vortäuschen wollten, sollte hier polnischem Gebiet ein deutscher Anstrich verpaßt wer-
den. So wurde aus der „Skolimowska-Straße“ eine „Tiroler Straße“. Die Südtiroler verweigerten 
übrigens ihre Ansiedlung in Polen, wo die aufgezwungenen Namen nach dem Zusammenbruch
des Naziregimes und des Abzuges der deutschen Truppen umgehend wieder verschwanden. In
Südtirol blieben die erfundenen italienischen Orts- und Flurnamen bis auf den heutigen Tag erhal-
ten. Zu sehen ist dieses Foto in der Gedenkstätte des Warschauer Ghettos. (Foto: Roland Lang)

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Für die Heimat
kein Opfer zu schwer
Folter - Tod - Erniedrigung: Südtirol 1961 - 1969

So wurden Freiheitskämpfer gefoltert


So wurden die Folterungen verschwiegen
So wurden die Folterungen zum politischen Tauschgeschäft
Geldprämien und Auszeichnungen für Folterknechte
Mord und versuchter Menschenraub

720 Seiten, 500 Abb.


uchhan del
n d i m B
h bei A thesia u
Erhältlic

Südtiroler Heimatbund
Druck: Hauger-Fritz, Meran

Herausgeber: Südtiroler Heimatbund


Verantwortlich für den Inhalt: Roland Lang, (roland.lang@hotmail.com)
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