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Walter Orlov

Kritik an Einstein's Äquivalenzprinzip

Walter Orlov Kritik an Einstein's Äquivalenzprinzip November 1999 Februar 2009

November 1999 Februar 2009

"Sir Septimus Shale pflegte seine Autorität einmal - und nur einmal - im Jahr gelten zu machen. Er ließ seine junge, elegante Frau das Haus mit geometrischen Stahlrohrmöbeln anfüllen, sie konnte avantgardische Maler und alogische Dichter sammeln, an Cocktails und an Relativitätstheorie glauben und sich so extravagant kleiden, wie sie Lust hatte; aber er bestand darauf, daß Weihnachten auf altmodische "

Weise gefeiert wurde

Dorothy L. Sayers, Das Perlenhalsband, 1963.

Inhalt

Ursprung Einstein'schen Äquivalenzprinzips

1

Gedankenexperiment mit drei Labors

2

Rückkehr des Ptolemäischen Weltbildes

3

Was ist in Einstein's Arbeit wirklich wert?

4

Literatur

8

Ursprung Einstein'schen Äquivalenzprinzips

Eigentlich ist das Äquivalenzprinzip von A.Einstein nicht weiter als unformulierte sechste Folge von I.Newton. Um darauf zu kommen, reicht es einfach zu vergleichen:

I.Newton:

"Wenn Körper sich etwa auf beliebige Weise gegeneinander bewegen und von gleichen beschleunigenden Kräften auf parallelen Linien angetrieben werden, so werden sie fortfahren sich auf dieselbe Weise untereinander zu bewegen, wie wenn sie von jenen Kräften nicht beschleunigt worden wären." [1]

A.Einstein:

"Das Gravitationsfeld hat nur eine relative Existenz, weil für einen Beobachter, der frei vom Dach eines Hauses fällt - zumindest in seiner Umgebung - kein Gravitationsfeld existiert. Tatsächlich bleiben alle von diesem Beobachter fallen gelassenen Gegenstände im Zustand der Ruhe oder der gleichförmigen Bewegung, unabhängig von ihrer chemischen oder physikalischen Natur. Der Beobachter hat das Recht, seinen Zustand als "in Ruhe“ zu interpretieren." [2]

Und A.Einstein war einfach "happy", als sich an Newton'sche sechste Folgerung erinnert hatte. So sollen wir wahrscheinlich alle sein… oder sich eher wundern, dass die verblüffende Ähnlichkeit der Folgerung und des Prinzips bis jetzt offensichtlich noch keinem aufgefallen war.

Vielleicht waren die Leute die ganze Zeit durch das Gedankenexperiment mit dem Aufzug abgelenkt. A.Einstein meinte, es bestehe eine Äquivalenz zwischen Ruhezustand

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im Gravitationsfeld und beschleunigter Bewegung im Leerraum. Das kann tatsächlich eine Folge Newton'scher Folgerung sein, aber nur für rein mechanische Vorgänge - beim Licht scheitert sie schon.

Gedankenexperiment mit drei Labors

Man schickt einen Lichtstrahl in horizontale Richtung im Labor auf der Erde. Dasselbe macht man im Labor im Weltraum, das mit Hilfe vom Düsenantrieb beschleunigt wird. Durch die Wechselwirkung mit dem Gravitationsfeld wird der Lichtstrahl im Erdlabor zum Boden gebogen. Man erwartet gleiche Erscheinung in beschleunigtem Labor. Das stimmt zwar, aber nicht exakt.

Während der Lichtstrahl im Erdlabor in jedem Punkt des Raums mit dem Gravitationsfeld wechselwirkt, finden für den Lichtstrahl im Raumlabor nur zwei Ereignisse statt: Senden und Empfangen.

Für den Augenblick, während der Lichtstrahl emittiert wird, können wir das Raumlabor annähernd als Inertialsystem betrachten. In diesem System breitet sich der Lichtstrahl mit der Lichtgeschwindigkeit horizontal aus. In der Zeit, bis er den Empfänger erreicht hat, merkt er nicht, dass sich das Labor inzwischen weiter beschleunigt. Deshalb wird seine horizontale Komponente der Geschwindigkeit weiterhin dem Wert der Lichtgeschwindigkeit gleichen. Entsprechend wächst seine Geschwindigkeit relativ zum Labor immer weiter über Lichtgeschwindigkeit (Abbildung, Labor III).

2

Damit der Lichtstrahl wie im Erdlabor (Abbildung, Labor I) seine relative Geschwindigkeit konstant behält, muss

Damit der Lichtstrahl wie im Erdlabor (Abbildung, Labor I) seine relative Geschwindigkeit konstant behält, muss der innere Raum des Labors im Weltraum mit einem Lichtmedium gefüllt werden. Auf diese Weise könnte der Lichtstrahl in jedem Punkt des Raumes von der Beschleunigung des Labors erfahren (Abbildung, Labor II).

Also, wir kehren zur Ätherhypothese zurück, allerdings zur ganz unphysikalischen Art dieser. Zwar soll der Äther von jedem beschleunigten Labor, d.h. von jedem beschleunigten Bezugsystem, mitgeführt werden. Wie es überhaupt möglich ist, kann man nur rätseln.

Rückkehr des Ptolemäischen Weltbildes

Dank der Allgemeinen Relativitätstheorie verwendet moderne Gravitationsphysik das ptolemäische Weltbild.

Nicht der Schwerpunkt der wechselwirkenden Massen, sondern fallende, schnellere und kleinere Masse wird bei der Anwendung des Äquivalenzprinzipes als Bezugsystem eingesetzt. Sie beginnt plötzlich zu ruhen und die größere Masse rast auf sie zu [3]:

3

"Wir betrachten zwei Beobachter A und B, die in den Entfernungen rA und rB mit rA < rB vom Massenzentrum ruhen mögen. Um die Anzeige der Uhren von A und B vergleichen zu können, lassen wir einen dritten Beobachter C vom Unendlichen aus der Ruhe heraus fallen

Nach dem Äquivalenzprinzip kann man nun aber jeweils C als ruhend ansehen und A bzw. B beschleunigt an C vorbeifliegend denken "

Die Beobachtungen von diesem Bezugsystem aus bekommen die absolute Gültigkeit:

"Vom nun ruhenden System C aus gesehen gehen die bewegten

Uhren von A und B

erstes Ergebnis:

langsamer gehen die Uhren."

langsamer

stärker das Gravitationsfeld ist, desto

und wir haben schon ein

Je

Diese Vorstellung ist uns aber ziemlich vertraut - wir kennen sie als Ptolemäisches Weltbild, wo viel schwerere Sonne und andere Planeten um die Erde rotieren.

Bis heute wird das Ersetzen des ptolemäischen Weltbildes durch Kopernikanisches Weltbild als großer Erfolg der Aufklärung gefeiert. - Von wegen? - Dank Allgemeiner Relativitätstheorie nestet das ptolemäische Weltbild in den Hirnen der Wissenschaftler weiter!

Was ist in Einstein's Arbeit wirklich wert?

Antwort: Die Endformel für das Gravitationspotential! Sie

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kommt zwar nirgends zur Geltung, aber wir können sie leicht entpacken.

Der Energiesatz für die Radialbewegung im Gravitationsfeld ist in Allgemeiner Relativitätstheorie durch folgende Gleichung gegeben [4]:

1

G

2 2

Mm

2

L

mr&

2

r

2

mr

+

G

2

L M

 

=

E

2

mc

2

mc

2

r

3

2 mc

2

2

.

Das Gravitationspotential bekommt also zusätzliches Glied,

das üblicherweise als

r

3

- Term gedeutet wird:

= G

M

r

G

2

L M

mc

2

r

3

.

Doch nach der Identifizierung des Drehimpulses

L

=

2

mr

d

dt

taucht plötzlich die Beziehung zwischen Gravitationspotential der Zentralmasse und Rotationsgeschwindigkeit bewegender Masse auf:

=

G

M

r

1

+

1

c

2

 

r

d

dt

 

2

.

Es gibt also in Wirklichkeit keinen sogenannten

sondern einen rotationsgeschwindigkeitsabhängigen Faktor:

r

3

- Term,

5

k =

1

+

2

r

2

c

2

.

Für die Kreisbahn wird die Beziehung einfacher:

=

G

M

r

1

+

2

c

2

  ,

und beim Grenzwert = c noch einfacher:

=

2 GM

r

.

Das bedeutet nichts anders als doppelte Wirkung der Gravitation auf das Licht als auf langsamere Teilchen mit Ruhemasse. Offensichtlich ergibt sich daraus doppelter Winkel der Lichtablenkung an der Sonne.

Die zwei Ausdrucke für Gravitationspotential erscheinen erst gleichberechtigt zu sein. Im Drehimpuls sind Abstand und Winkelgeschwindigkeit direkt verknüpft, sodass unentschieden bleibt, was eigentlich aus ihnen für anomale Perihelverschiebung der Planeten und stärkere Lichtablenkung an der Sonne verantwortlich ist.

Doch durch Identifizierung des Drehimpulses vereinfacht sich die Formel, obwohl weiterhin ihre vollständige Gültigkeit behält. Das ist für mich das Argument, diese Schreibweise als Basisformel zu bezeichnen. Ihre physikalische Bedeutung besteht in Abhängigkeit der Gravitationsanziehung von der

6

Rotationsgeschwindigkeit der Himmelskörper um Zentralmass und hat Vorrang.

Einstein'scher Weg durch Gesetze Spezieller Relativitätstheorie bzw. Lorentz'scher Äthertheorie und Äquivalenzprinzip bzw. Newton'sche sechste Folgerung kann man ja interessant finden, aber zeigt lediglich den Gedankengang des Wissenschaftlers. Ob dieser tatsächlich relevant ist, ist allerdings fragwürdig.

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Literatur

[1] Newton, Isaac. Mathematische Grundlagen der Naturphilosophie.

[2] Einsteins glücklichster Gedanke. http://www.thp.uni-

koeln.de/natter/physwelt/vorl6/vorl6.pdf

[3] Peter Breitfeld. Grundzüge der Relativitätstheorie. http://docs.sfz-bw.de/phag/skripte/relativitaet.pdf

[4] Norbert Dragon. Effektives Gravitationspotential.

http://theory.gsi.de/~vanhees/faq/relativity/node71.html

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