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Presseinformation

Tipp des Monats

Surfen während der WM: Was am Arbeitsplatz erlaubt ist

„ Arbeitgeber kann die private Internet-Nutzung zulassen

„ Kontrolle der Arbeitnehmer möglich

„ BITKOM beantwortet fünf zentrale Fragen


Bundesverband
Informationswirtschaft,
Berlin, 15. Juni 2006 Telekommunikation und
neue Medien e.V.
Der WM-Ball rollt. Allerdings können Millionen Deutsche die Fußball-Spiele
nicht am heimischen Fernseher oder im Biergarten um die Ecke Albrechtstraße 10
10117 Berlin
mitverfolgen. Grund: Wenn die erste Partie des Tages beginnt, müssen sie
+49. 30. 27576-0
noch arbeiten. Ein Ausweg sind die Live-Ticker im Internet. Wie populär Fax +49. 30. 27576-400
bitkom@bitkom.org
solche Angebote sind, zeigen die Nutzerzahlen der einschlägigen Portale.
www.bitkom.org

Ansprechpartner
Bei einigen Nutzern bleibt ein flaues Gefühl im Magen. Sie wissen nicht
Presse
genau, ob das private Surfen im Büro erlaubt ist. In der Tat gibt es Stephan Kahl
Pressesprecher
Einiges zu beachten. Der Bundesverband Informationswirtschaft,
Public Sector und
Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) fasst die rechtliche neue Märkte
+49. 30. 27576-119
Situation zusammen – und beantwortet fünf zentrale Fragen zum Surfen
Fax +49. 30. 27576-400
am Arbeitsplatz während der Fußball-WM in Deutschland. s.kahl@bitkom.org

Ansprechpartner
1. Wer entscheidet über die private Nutzung? Recht
Dr. Kai Kuhlmann
Allein der Arbeitgeber. Er ist nicht verpflichtet, das Surfen für persönliche
Bereichsleiter Recht
Gründe zuzulassen. Entscheidet er sich aber doch dafür, hat er zwei +49. 30. 27576-131
Fax +49. 30. 27576-139
Möglichkeiten. Er kann die private Nutzung generell erlauben, oder diese
k.kuhlmann@bitkom.org
auf bestimmte Zeiten oder Seiten begrenzen.
Präsident
Willi Berchtold
2. Was passiert, wenn es keine Regelung gibt?
Hauptgeschäftsführer
Fehlt eine konkrete Vereinbarung, werten das Gerichte möglicherweise
Dr. Bernhard Rohleder
als Duldung der privaten Internetnutzung. Das kann für den Arbeitnehmer
bei einer Auseinandersetzung von Vorteil sein.
Presseinformation
Surfen während der WM: Was am Arbeitsplatz erlaubt ist
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3. Wie können sich Arbeitnehmer absichern?


Arbeitnehmer sollten in der Personalabteilung nach bestehenden
Regelungen fragen. Generell rät der BITKOM Arbeitnehmern und
Arbeitgebern, eine eindeutige Regelung zum privaten Surfen zu treffen –
etwa durch eine arbeitsvertragliche Vereinbarung oder Richtlinie.

4. Welche Kontrollmöglichkeiten hat der Arbeitgeber?


Ist die private Internetnutzung erlaubt, darf der Arbeitgeber ohne
Einwilligung des Arbeitnehmers nur in Ausnahmefällen das Surfverhalten
kontrollieren. Selbst bei einem Verbot der privaten Nutzung gelten
datenschutzrechtliche Bestimmungen, wenn auch eingeschränkt. Der
Arbeitgeber darf in diesem Fall stichprobenartig prüfen, ob das Surfen
der Arbeitnehmer dienstlicher Natur ist.

5. Droht im Zweifelsfall die Kündigung?


Die intensive private Nutzung des Internets während der Arbeitszeit ohne
Erlaubnis kann eine Verletzung der arbeitsvertraglichen Pflichten sein.
Doch vor einer Kündigung muss der Arbeitgeber seinen Mitarbeiter
zunächst einmal abmahnen.

Ein spezielles Gesetz zum Arbeitnehmerdatenschutz, das auch die


private Nutzung des Internets regelt, existiert nicht. Die meisten Regeln
leiten sich aus allgemeinen Gesetzen und aus der Rechtsprechung ab.

Kostenloser Download des BITKOM-Leitfadens „Die Nutzung von Email


und Internet im Unternehmen“ unter:
www.bitkom.org/de/publikationen/38337_33696.aspx

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.


vertritt mehr als 1.000 Unternehmen, davon 750 Direktmitglieder mit etwa 120 Milliarden
Euro Umsatz und 700.000 Beschäftigten. Hierzu zählen Gerätehersteller, Anbieter von
Software, IT-Services, Telekommunikationsdiensten und Content. Der BITKOM setzt sich
insbesondere für bessere ordnungsrechtliche Rahmenbedingungen, eine Modernisierung
des Bildungssystems und eine innovationsorientierte Wirtschaftspolitik ein.