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Technische Änderungen und Irrtümer vorbehalten, Best.-Nr. A91100-M43-A950, Printed in Germany, Dispo-Nr. 04605, JP11-142 WS 05110.V1

CAD/CAM SYSTEME | INSTRUMENTE | HYGIENESYSTEME | BEHANDLUNGSEINHEITEN | BILDGEBENDE SYSTEME

HYGIENESYSTEME | BEHANDLUNGSEINHEITEN | BILDGEBENDE SYSTEME Sirona – weltweit einmalige Systemkompetenz für dentale
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HYGIENESYSTEME | BEHANDLUNGSEINHEITEN | BILDGEBENDE SYSTEME Sirona – weltweit einmalige Systemkompetenz für dentale

Sirona – weltweit einmalige Systemkompetenz für dentale Ausrüstungsgüter Sirona entwickelt und produziert CAD/CAM-Systeme für Praxis (CEREC) und Labor (inLab), Instrumente und Hygienesysteme, Behandlungseinheiten sowie bildgebende Systeme. Ziel von Sirona ist es dabei immer, Produkte zu liefern, die Ihnen ein Maximum an Wirtschaftlichkeit, Bedienfreundlichkeit und Innovation garantieren. Zum Nutzen Ihrer Praxis. Zum Wohle Ihrer Patienten. So können Sie mit jeder neuen Heraus- forderung, der Sie sich täglich stellen müssen, sicher sein: Es wird ein guter Tag. Mit Sirona.

Sirona Dental Systems · Fabrikstraße 31 · 64625 Bensheim E-Mail: contact@sirona.de · www.sirona.de

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Information für den autorisierten CEREC-Fachhändler

Abrechnungs-Spicker für CEREC-Restaurationen.

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Inhalt

Einleitung:

Seite 5–9

Das Zahnersatz Festzuschuss-System in der gesetzlichen Krankenversicherung

Seite 5

Welche Bedeutung haben die Begriffe Regelleistung und gleichartige Versorgung bei Kronen?

Seite 6

Wie hoch sind die befundorientierten Festzuschüsse für notwendige Brücken?

Seite 7

Die Begriffe für Zahnersatz und die Verfahrensweisen in der Schnellübersicht

Seite 8

Die Rahmenbedingungen, die bei vollkeramischen Restaurationen in der gesetzlichen

Krankenversicherung zwingend beachtet werden müssen

Seite 9

Praxisfälle:

Seite 10–51

Praxisfall 1: CEREC-Vollkrone im Frontzahnbereich (Erläuterungen)

Seite 10–15

Praxisfall 2: CEREC-Teilkrone im Seitenzahnbereich (Erläuterungen)

Seite 16–23

Praxisfall 3: CEREC-Brücke im Seitenzahnbereich (Erläuterungen)

Seite 24–29

Praxisfall 4: Die Rahmenbedingungen für ein Langzeitprovisorium

in der gesetzlichen Krankenversicherung

Seite 30–38

Digitale Abformung - CEREC Connect aus abrechnungstechnischer Sicht

Seite 39

Praxisfall 5: Mehrkostenvereinbarung bei vollkeramischen Einlagefüllungen unter

Berücksichtigung einer Vereinbarung der Vergütungshöhe gemäß § 2 Abs. 1 und 2 der GOZ

Seite 40–47

Praxisfall 6: Berechnungsgrundlagen für Implantate und Suprakonstruktionen in der gesetzlichen

Krankenversicherung

Seite 48–51

Wissenschaftliche Stellungnahmen

Seite 52–85

Gemeinsame Stellungnahme der DGZ und der DGZMK: Zahnfarbene Restaurationen aus Keramik:

Inlays, Teilkronen und Veneers

Seite 52–61

Wissenschaftliche Mitteilung der DGZPW: Vollkeramische Restaurationen

Seite 62–68

Wissenschaftliche Mitteilung der DGZPW: Klinische Indikation von Kronen und Teilkronen

Seite 69–71

Wissenschaftliche Mitteilung der DGZPW: Temporäre Versorgung für festsitzenden Zahnersatz

Seite 72–75

Wissenschaftliche Mitteilung der DGZPW: Festsitzender Zahnersatz für zahnbegrenze Lücken

Seite 76–85

Umsatzsteuer und Vorsteuer beim CEREC-Verfahren

Seite 86–89

Musterurteile

Seite 90–103

Veneers sind von privaten Krankenkassen zu erstatten

Seite 90–91

Keramik-Veneers, Empress-Teilkronen und Galvanokronen waren medizinisch notwendig

Seite 92–93

Medizinische Notwendigkeit von Keramik-Veneers

Seite 94–95

Ersatz von Auslagen für zahntechnische Leistungen § 9 GOZ und diverse Urteile zu

CEREC-Restaurationen und Anwendung der BEB mit individueller Kalkulation

Seite 96–1003

Urteile zur Versorgung mit Langzeitprovisorien

Seite 101

Bemessung der Gebühren in der GOZ und diverse Urteile

Seite 102

Urteil zum Verwaltungsaufwand in der Zahnarztpraxis

Seite 103

Beispiel für eine Laborpreiskalkulation

Seite 104–105

Auswahl der CAD-CAM relevanten BEB-Nummern® des VDZI

Seite 106

Sonstiges:

Zahnärztliches Honorar Vergütungsvereinbarung und Urteile hierzu

Seite 107–108

Die korrekte Rechnungslegung

Seite 109

CEREC Restaurationen unter Berücksichtigung des Beihilferechts und beihilferelvante Urteile

Seite 110–112

HKP-Kürzel mit Erläuterung

Seite 113

Ihre Notizen

Seite 114

02 | 03

Vorwort zur 3. vollständig überarbeiteten Auflage

Liebe CEREC-Fachberaterin, lieber CEREC-Fachberater,

wir warten ebenso wie Sie mit großer Spannung auf die endgültige Novellierung der GOZ. Für die Veröffent-

lichung der dritten komplett neu überarbeiteten Fassung dieses Abrechnungsspickers möchten wir die große

Novellierung der GOZ aber dennoch nicht mehr abwarten, da sich unabhängig davon zahlreiche Änderungen

ergeben haben.

Alle Änderungen an dieser Stelle anzuführen würden den Rahmen des Vorwortes sprengen. Aus diesem Grund

möchte ich auf drei Themen besonders hinweisen:

Die digitale intraorale Abformung setzt sich nicht erst seit der letzten IDS immer mehr durch. Viele Praxen

arbeiten heute schon mit einem Intraoralscanner von Sirona. Die Anfertigung der Restaurationen erfolgt dann

in Zusammenarbeit mit dem Dentallabor mit einem beliebigen CAD/CAM System im Labor. Hierbei stellt sich die

Frage, wie die digitale Abformung abgerechnet werden kann. Antworten hierzu finden Sie auf den Seiten 39–43.

Die gebührentechnische Zuordnung der durch die Dentinadhäsivtechnik möglich gewordenen neuen minimal-

invasiven Präparationsformen des GOZ-Ausschusses der LZK Baden-Württemberg vom 24.03.2010 in den Bereich

der Analogabrechnung. Sie finden diesen Beschluss auf der Seite 18.

Zahnärztliche Praxen mit Praxislabor stehen vor dem Problem, dass es in der GOZ kein vereinbartes Preis-

oder Leistungsverzeichnis für zahntechnische Leistungen existiert. Neben der BEB 1997, der BEB 2009 kann auch

ein praxisindividuelles Verzeichnis bzgl. der tatsächlich entstandenen Kosten herangezogen werden. Nachfolgend

finden Sie daher bei unseren Abrechnungsbeispielen alle drei Varianten nebeneinander dargestellt.

Alle Abrechnungsbeispiele finden Sie auf den nachfolgenden Seiten wie gewohnt indikationsorientiert darge-

stellt. Wir verfolgen hierbei stets einen konservativen Abrechnungsansatz, damit Sie auf der sicheren Seite

sind. Den Überblick über die wichtigen Urteile und Bestimmungen haben wir ebenso für Sie aktualisiert.

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg mit CEREC und bitte denken Sie daran, dass die digitale Abformung

bald schon zum Standard in der Zahnheilkunde werden wird. Die Sirona Abformdaten sind offen, so dass

jedes Dentallabor diese Daten weiterverarbeiten kann. Unabhängig vom verwendeten Labor-CAD/CAM-System.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Marcus Hoffmann
Marcus Hoffmann

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Das Zahnersatz Festzuschuss-System in der gesetzlichen Krankenversicherung

Bis zum Jahre 2004 wurde die Versorgung mit Zahnersatz prozentual bezuschusst. Das wurde immer

wieder als „ungerecht“ moniert, u. a. auch mit dem Hinweis, dass derjenige, der eine höherwertige Ver-

sorgung wählt, auch einen höheren Zuschuss durch seine Krankenkasse bekommt.

Einleitung

Seit dem 1. Januar 2005 traten an die Stelle des bisherigen prozentualen Zuschusses für den Bereich Zahn-

Befundorientierte

ersatz bei den Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen die „befundorientierten Festzuschüsse (FZ)“.

Festzuschüsse

Der Vorteil für die gesetzlich Krankenversicherten liegt in der Wahlmöglichkeit von höherwertigen

Versorgungen, ohne dabei den Anspruch auf den Festzuschuss durch seine Krankenkasse zu verlieren.

Der Versicherte kann sich also für jede medizinisch anerkannte Form der Versorgung mit Zahnersatz

(Zahnkronen, Brücken, Prothesen, Suprakonstruktionen) entscheiden.

Der Festzuschuss ist so berechnet, dass er 50 Prozent der Kosten für eine sogenannte Regelversorgung

Regelversorgungen

(§ 56 Abs. 2 SGB V) beträgt. Benötigt der gesetzlich Krankenversicherte z.B. eine Krone im Bereich der

50 % Festzuschuss

Zähne 15 bis 25 bzw. 44 bis 34, erhält er für die Regelversorgung den Festzuschuss 1.1 und den Ver-

blendungszuschlag 1.3. Der Verblendungszuschlag wird nur innerhalb dieser Verblendgrenzen gewährt.

Darüber hinaus, also im Oberkiefer für die Zähne 6, 7 und 8 und im Unterkiefer für die Zähne 5, 6, 7

und 8, kann dieser Verblendungszuschlag nicht berechnet werden.

Die nachstehende Tabelle gibt Ihnen eine Übersicht über die Höhe der Festzuschüsse für Kronen. Durch

regelmäßige und lückenlose Führung des Bonusheftes erhöht sich der Festzuschuss um 20 % (5 Jahre,

lückenlose Führung des Bonusheftes) bzw. um 30 % (10 Jahre, lückenlose Führung des Bonusheftes).

Härtefallpatienten sind ebenfalls von der Wahl höherwertiger Leistungen nicht ausgeschlossen. Diese

Zielgruppe der Versicherten erhält 2 x 50 % Festzuschuss und trägt die Kosten für die Mehrleistung selbst.

Wie hoch sind die befundorientierten Festzuschüsse für notwendige Kronen?

Nr.

Erläuterung

Befundsituation

 

Höhe der Festzuschüsse in Euro

1.

 

Erhaltungswürdiger Zahn

50 %

+20 %

+30 %

2 x 50 %

1.1

Krone

mit weitgehender Zerstörung der klinischen Krone oder unzureichender Retentionsmög- lichkeit, je Zahn

122,98

147,58

159,87

245,96

1.2

Teilkrone

mit großen Substanzdefekten, aber erhaltener vestibulärer und/oder oraler Zahnsubstanz, je Zahn

138,00

165,60

179,40

276,00

1.3

Verblendung

mit weitgehender Zerstörung der klinischen Krone oder unzureichender Retentionsmöglichkeit im Verblendbereich, je Verblendung für Kronen (auch implantatgestützt) Nur für den Bereich der Zähne 15–25 und 44–34

44,66

53,59

58,06

89,32

0A

04

| |

05

05

Einleitung

Die Ausführung der

Regelleistungen sind in

den Richtlinien und im

BEMA beschrieben.

Welche Bedeutung haben die Begriffe Regelleistung und gleichartige Versorgung bei Kronen?

Die Ausführung einer „Regelleistungskrone“ ist in den Zahnersatz-Richtlinien genau beschrieben. Sie wird

in der Regel aus einer Nichtedelmetall-Legierung (NEM) hergestellt und hat innerhalb der Verblend-

grenzen (15–25 und 34–44) eine vestibuläre Verblendung aus Kunststoff oder Keramik. Im Bereich der

Zähne 1 bis 3 umfasst diese Verblendung auch die Schneidekanten (Zahnersatz-Richtlinien Nr. 20 und 25).

Wünscht der Versicherte eine aufwändigere Ausführung dieser Regelleistung, also z. B. eine CEREC-

Restauration, so hat er die Mehrleistung, die sich aus dem zahnärztlichen Honorar nach der GOZ und

den zahntechnischen Mehrkosten aufgrund individueller Kalkulation z. B. nach der BEB 1997 oder

BEB ® Zahntechnik 2009 ergibt, zu tragen. Es handelt sich dann um eine „gleichartige Versorgung“

(§ 55 Abs. 4 SGBV). Die von der Krankenkasse vor Behandlungsbeginn bewilligten befundorientierten

Festzuschüsse werden bei gleichartigen Versorgungen über die Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV)

abgerechnet.

CEREC-Restaurationen

sind gleichartig

Vollkeramische Kronen, Teilkronen, vollkeramische Brückenanker und Brückenglieder gelten

als gleichartige Versorgung!

Im Festzuschuss-Kompendium „Schwere Kost für leichteres Arbeiten“ der Kassenzahnärztlichen

Bundesvereinigung (KZBV), das an alle vertragszahnärztlichen Praxen im Bundesgebiet ausgeliefert

wurde, ist auf den Seiten 5–03 bis 5–04 der 2. Auflage eine Aufzählung von gleichartigen Leistungen

(Stand 16.7.2010) zu finden. Demnach sind vollkeramische Voll- sowie Teilkronen und vollkeramische

Brückenanker und Brückenglieder gleichartige Versorgungen.

Seit Inkrafttreten des neuen Festzuschuss-Systems sind viele Fragen in den Zahnarztpraxen zur Anwen-

dung und Umsetzung aufgetreten. In den „Zahnärztlichen Mitteilungen“ (zm) werden Fragen der Zahn-

arztpraxen und die Antworten der KZBV zu diesem Thema veröffentlicht. Zum Thema „CEREC-Teilkrone“

wurde Folgendes (Originaltext) veröffentlicht:

?

Als was wird eine CEREC-Teilkrone abgerechnet? Gleich- oder andersartig?

Und was ist mit den Begleitleistungen? Zurzeit ist die CEREC-Teilkrone eine

private Leistung, die wir nach GOZ abrechnen und das Eigenlabor nach BEB.

Bei der CEREC-Teilkrone handelt es sich um eine gleichartige Leistung; bei Vorliegen der Befundvor-

aussetzungen ist ein Festzuschuss nach Nr. 1.2 anzusetzen. Die Abrechnung erfolgt weiterhin nach

Maßgabe der GOZ und BEB bzw. „Nicht-BEL“. Begleitleistungen*, die bei der Regelversorgung

 

des jeweiligen Befundes erbracht werden, sind auch dann als vertragszahnärztliche Leistungen über

die KVK abzurechnen, wenn der Versicherte eine gleich- oder andersartige Versorgung gewählt hat

(Abschnitt A Nr. 9 der Festzuschuss-Richtlinien).

 

Quelle: Festzuschüsse im Fokus [Auszug aus den ZM 95, Nr. 5, 1.3.2005, (552)]

 

CEREC-Teilkrone ist eine gleichartige Versorgung

* Begleitleistungen wie Anästhesien, Röntgenaufnahmen, parodontologische und konservierende Leistungen (Anm. d. Verf.)

Wie hoch sind die befundorientierten Festzuschüsse für notwendige Brücken?

Die folgende Tabelle gibt Ihnen eine Übersicht über die Höhe der Festzuschüsse für Brücken. Durch regel-

mäßige und lückenlose Führung des Bonusheftes erhöht sich der Festzuschuss auch hier um 20 % (5 Jahre,

lückenlose Führung des Bonusheftes) bzw. um 30 % (10 Jahre, lückenlose Führung des Bonusheftes).

Härtefallpatienten sind ebenfalls nicht ausgeschlossen von der Wahl höherwertiger Leistungen. Diese

Zielgruppe der Versicherten erhält 2 x 50 % Festzuschuss und trägt die Kosten für die Mehrleistung selbst.

Nr.

Erläuterung

Befundsituation

 

Höhe der Festzuschüsse in Euro

2.

 

Brücken

50 %

+20 %

+30 %

2 x 50 %

2.1

 

Zahnbegrenzte Lücke mit einem fehlenden Zahn, je Lücke

291,55

349,86

379,02

583,10

2.2

Zahnbegrenzte Lücke mit zwei nebeneinander fehlenden Zähnen, je Lücke

333,35

400,02

433,36

666,70

2.3

Zahnbegrenzte Lücke mit drei nebeneinander fehlenden Zähnen, je Lücke

375,81

450,97

488,55

751,62

2.4

Frontzahnlücke mit vier nebeneinander fehlenden Zähnen, je Kiefer

413,39

496,07

537,41

826,78

2.5

An eine Lücke unmittelbar angrenzende weitere zahnbegrenzte Lücke mit einem fehlenden Zahn

162,83

195,40

211,68

325,66

2.7

Verblendung

Fehlender Zahn in einer zahnbegrenzten Lücke im Verblendbereich (15–25 / 34–44), je Verblendung für einen ersetzten Zahn, auch für einen der Lücke angrenzenden Brückenanker im Verblendbereich

       

bei Brücken

43,53

52,24

56,59

87,06

Gilt diese Verfahrensweise für alle KZV-Bereiche bundeseinheitlich?

Nach derzeitigem Stand, ja!

Eine einheitliche Anwendung der Zahnersatzrichtlinien wurde in der Zahnersatz-Richtlinie Nr. 3

festgeschrieben; diese lautet:

3.

Die Krankenkassen haben ihre Versicherten über Art und Umfang ihrer Leistungsansprüche

bei der Versorgung mit Zahnersatz zu informieren. Die Kassenzahnärztliche Bundes-

vereinigung und die Spitzenverbände der Krankenkassen wirken auf eine einheitliche

Anwendung dieser Richtlinien hin.

Dadurch werden gesetzlich Krankenversicherte, die z.B. in einem KZV-Bereich leben, der bis

2004 die Mehrkostenregelung für vollkeramische Restaurationen nicht umsetzte, nicht mehr von

der Bezuschussung ausgeschlossen und damit auch nicht mehr benachteiligt!

Das Gleiche gilt für Versicherte, die über ein geringes Einkommen (Zahnersatz-Härtefallregelung) verfügen;

diese können ebenfalls Mehrleistungen wählen, ohne ihren Festzuschuss (2 x 50 %) zu verlieren. Als

geringes Einkommen gelten für das Jahr 2011 (Stand: Januar 2011) monatliche Bruttoeinnahmen bis

1.022,- für Alleinstehende. Für Versicherte mit einem Angehörigen gelten 1405,25 und für jeden

weiteren Angehörigen kommen zusätzlich 255,50 hinzu (Quelle: Bundesministerium für Gesundheit

und soziale Ordnung).

06

0A

| |

07 07

Einleitung

Die Begriffe für Zahnersatz und die Verfahrensweisen in der Schnellübersicht

Der Umfang der Zahnersatz-Leistungen im

1.

dem BEMA (zahnärztliches Honorar),

Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung

2.

den Festzuschuss-Richtlinien,

ist beschrieben in:

3.

den Zahnersatz-Richtlinien,

4.

dem BEL II (zahntechnische Leistungen).

*

Befundorientierte Festzuschüsse (FZ)

Festgelegte Befundsituationen lösen Fest-

zuschüsse für Zahnersatzversorgungen aus.

Seit 2005 wird unterschieden in:

 

1.

Regelversorgung

Grundlagen der Abrechnung:

(= notwendige Kassenleistung) § 56 Abs. 2 SGB V

ZÄ – Honorar = BEMA

Zahntechnische Leistungen = BEL II

Abrechnung der FZ über die KZV

2. Gleichartiger Zahnersatz

Grundlagen der Abrechnung:

§ 55 Abs. 4 SGB V

ZÄ – Honorar für die Regelversorgung =

Das bedeutet, dass der gesetzlich Krankenversi-

 

BEMA

cherte sich eine aufwändigere Versorgung, z.B.

Zahntechnische Leistungen für die Regel-

anstatt einer teilverblendeten Krone eine Voll-

 

versorgung = BEL II (Kassenlaborpreisliste)

keramikkrone, wünscht. Die notwendige Kassen-

ZÄ – Honorar für die Mehrleistung =

leistung bleibt Regelversorgung und wird nach

 

GOZ mit individuellem Faktor

den Bestimmungen des BEMA berechnet (z.B.

Zahntechnische Leistungen für die

die provisorische Krone, BEMA Nr. 19) und die

 

Mehrleistung = z.B. BEB

Mehrleistung wird auf der Basis der GOZ privat

(individuell kalkuliert, siehe hierzu

vereinbart (GOZ Nr. 221).

Seite 104–105 in dieser Broschüre)

Abrechnung der FZ über die KZV

3. Andersartiger Zahnersatz

Grundlagen der Abrechnung:

§ 55 Abs. 5 SGB V

ZÄ – Honorar für die Komplett-Versorgung =

Die gewünschte Versorgung weicht in diesem

 

GOZ mit individuellem Faktor

Fall von der Regelleistung ab: Regelversorgung

Zahntechnische Leistungen für die

wäre z. B. eine Modellgussprothese (heraus-

 

Komplett-Versorgung = z.B. BEB

nehmbarer Zahnersatz), während sich der

(individuell kalkuliert siehe hierzu

Patient eine Brücke (festsitzender Zahnersatz)

Seite 104–105 in dieser Broschüre)

wünscht.

Abrechnung der FZ direkt zwischen Patient

 

und Krankenkasse

Damit der Patient seinen Festzuschuss nicht verliert, muss für alle Versorgungen vor

Behandlungsbeginn immer ein Heil- und Kostenplan von der gesetzlichen Krankenkasse

bewilligt werden.

* Die Empfehlungen und die Beschlussfassungen des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) sind zu beachten.

Die Rahmenbedingungen, die bei vollkeramischen Restaurationen in der gesetzlichen Krankenversicherung zwingend beachtet werden müssen.

Voraussetzung für den Anspruch auf einen Festzuschuss ist, dass es sich um eine medizinisch notwen-

dige und anerkannte Versorgungsform handelt. Maßgeblich für die Anerkennung sind die Stellungnah-

men, Leitlinien und Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

(DGZMK) sowie deren Fachgesellschaften und die Ergebnisse des Ausschusses für „Neue Untersuch-

ungs- und Behandlungsmethoden in der vertragszahnärztlichen Versorgung (NUB-Ausschuss)“.

Einleitung

Diese Grundsätze wurden in den Zahnersatz-Richtlinien beschrieben. Die Richtlinie Nr. 4 lautet:

B. Voraussetzungen für Leistungsansprüche der Versicherten

im Rahmen der vertragszahnärztlichen Versorgung

4.

Versicherte haben Anspruch auf medizinisch notwendige Versorgung mit Zahnersatz ein-

schließlich Zahnkronen und Suprakonstruktionen (zahnärztliche und zahntechnische Leistungen)

in den Fällen, in denen eine zahnprothetische Versorgung notwendig ist.

Qualität und Wirksamkeit der Leistungen haben dem allgemein anerkannten Stand

der medizinischen Erkenntnisse zu entsprechen und den medizinischen Fortschritt zu

berücksichtigen. Dies gilt auch für gleichartige und andersartige Versorgungen.

Folgende Stellungnahmen bzw. Leitlinen der DGZMK bzw. der entsprechenden

Fachgesellschaft finden Sie in dieser Broschüre:

Gemeinsame Stellungnahme der DGZ und der DGZMK: Zahnfarbene Restaurationen aus Keramik:

Inlays, Teilkronen und Veneers Seite 52–61

Wissenschaftliche Mitteilung der DGZPW: Vollkeramische Restaurationen Seite 62–68

Wissenschaftliche Mitteilung der DGZPW: Klinische Indikation von Kronen und Teilkronen Seite 69–71

Stellungnahme zur Vollkeramik der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV)

im Festzuschusskompendium:

Die Abgrenzung der Leistungsarten

Vollkeramische Kronen, Teilkronen sowie vollkeramische Brückenanker und Brückenglieder gelten als

gleichartige Versorgung! So lautet die aktuelle Stellungnahme der Kassenzahnärztlichen Bundesverei-

nigung (KZBV) im Festzuschusskompendium, „Schwere Kost für leichteres Arbeiten“, 2. Auflage, Seiten

5–03 bis 5–04 (Stand 16.07.2010).

Fazit:

CEREC-Restaurationen sind wissenschaftlich anerkannte Versorgungsformen und dürfen in der vertrags-

zahnärztlichen Versorgung erbracht und abgerechnet werden. Der Patient erhält den entsprechenden

Festzuschuss für die notwendige Leistung.

CEREC

Restaurationen

sind

wissenschaftlich

anerkannt

08

0A

| |

09

09

Praxisfall 1

CEREC-Vollkrone im Frontzahnbereich (Erläuterungen)

Sie finden auf den folgenden Seiten:

1. Den nur teilweise maschinenlesbaren Heil- und Kostenplan über den Befund, die Regelversorgung,

die tatsächlich geplante Versorgung und die Kosten

2. Teil 2 des Heil- und Kostenplanes, der nicht maschinenlesbar gestaltet wurde

3. Vereinbarung über private Zusatzleistungen gemäß § 4 Abs. 5 BMV-Z/§ 7 Abs. 7 Ersatzkassenvertrag (EKV-Z)

4. Die Patientenrechnung mit individuellem Steigerungsfaktor

5. Die Laborkostenaufstellung gemäß § 9 der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ)

Es handelt sich um eine gleichartige Versorgung (§ 55 Abs. 4 SGB V), d. h. die Krone wird nach den

Bestimmungen der Gebührenordnung für Zahnärzte abgerechnet. In der GOZ bietet sich die Gebühren-

nummer 221 an. Allerdings bietet die derzeit gültige GOZ keine Verblendkrone. Die Vollkrone wird

lediglich nach Präparationsarten unterschieden. Deshalb muss der Aufwand für eine vollkeramische

Ausführung und der damit verbundene Mehraufwand in unserem Praxisfall über den Steigerungsfaktor

berücksichtigt werden.

Die gewählten

Steigerungsfaktoren

und Einzelpreise sind

beispielhaft zu ver-

stehen und müssen je

nach Patient individuell

eingesetzt werden.

Der Steigerungsfaktor 1 bis 2,3 erfordert keine Begründung. Faktor 2,4 bis 3,5 erfordert eine Begründung

(siehe Seite 102).

Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht über das Honorar bei den jeweils genannten Steigerungsfaktoren:

Auszug aus der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) C. Konservierende Leistungen

       

Die Gebührenspanne

 

Nummer

Leistung

Punktzahl

Gebühr in Faktor 1

Gebühr in Faktor 2,3

Gebühr in Faktor 3,5

221

Versorgung eines Zahnes durch eine Vollkrone (Hohlkehl- oder Stufenpräparation)

1300

73,11

168,15

255,88

Darüber hinaus kann es im Individualfall angemessen sein, eine Vereinbarung über die Vergütungshöhe

gem. § 2 Abs. 1 und 2 der GOZ über den 3,5fachen Gebührensatz hinaus zu treffen. Ein Beispiel einer

solchen Vereinbarung und ein interessantes Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 25.10.2004

finden Sie in dieser Broschüre auf der Seite 107–108. Allerdings ist in der derzeit gültigen GOZ keine

Verblendkrone beschrieben.

Die Höhe der befundorientierten Festzuschüsse für diesen Praxisfall in der Übersicht

Nr.

Erläuterung

Befundsituation

Höhe der Festzuschüsse, ggf. mit Bonus

1.

 

Erhaltungswürdiger Zahn

50 %

+20 %

+30 %

2 x 50 %

1.1

Krone

mit weitgehender Zerstörung der klinischen Krone oder unzureichender Retentionsmöglichkeit, je Zahn

122,98

147,58

159,87

245,96

1.3

Verblendungs-

mit weitgehender Zerstörung der klinischen Krone oder unzureichender Retentionsmöglichkeit im Verblendbereich, je Verblendung für Krone (auch implantatgestützt) Nur für den Bereich der Zähne 15–25 und 44–34

       

zuschlag

44,66

53,59

58,06

89,32

In unserem Fall wird die Versorgung direkt gefertigt. Bei indirekter Fertigung würde noch die BEMA

Nr. 19 Provisorische Krone als Regelversorgung (§ 56 Abs. 2 SGB V) anfallen.

Wird die CEREC-Vollkrone im Seitenzahnbereich (im Oberkiefer die Zähne 6, 7 und 8 und im Unterkiefer

die Zähne 5, 6, 7 und 8) gefertigt, fällt lediglich der Festzuschuss 1.1 an.

7 und 8 und im Unterkiefer die Zähne 5, 6, 7 und 8) gefertigt, fällt lediglich

0A

|

10

11

011

|

| 0A 12 13 013 |
| 0A 12 13 013 |

|

0A 12

13

013

|

| 0A 14 15 015 |
| 0A 14 15 015 |

|

0A 14

15

015

|

Praxisfall 2

CEREC-Teilkrone im Seitenzahnbereich (Erläuterungen)

Sie finden auf den folgenden Seiten:

1. Den nur teilweise maschinenlesbaren Heil- und Kostenplan über den Befund, die Regelversorgung,

die tatsächlich geplante Versorgung und die Kosten

2. Teil 2 des Heil- und Kostenplanes, der nicht maschinenlesbar gestaltet wurde

3. Vereinbarung über private Zusatzleistungen gemäß § 4 Abs. 5 BMV-Z/§ 7 Abs. 7

Ersatzkassenvertrag (EKV-Z)

4. Die Patientenrechnung mit individuellem Steigerungsfaktor

5. Die Laborkostenaufstellung gemäß § 9 der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ)

Die metallische Teilkrone, BEMA Nr. 20 c, gilt als sogenannte Regelversorgung nach § 56 Abs. 2

SGB V. Es handelt sich bei der vollkeramischen Teilkrone um eine gleichartige Versorgung (§ 55 Abs. 4

SGB V), d. h. die Krone wird nach den Bestimmungen der Gebührenordnung für Zahnärzte abgerechnet.

Die gewählten

Steigerungsfaktoren

und Einzelpreise sind

beispielhaft zu ver-

stehen und müssen je

nach Patient individuell

eingesetzt werden.

In der GOZ bietet sich die Gebührennummer 222 an. Der Aufwand für eine vollkeramische Ausführung

in unserem Praxisfall muss über den Steigerungsfaktor berücksichtigt werden. Der Steigerungsfaktor

1 bis 2,3 erfordert keine Begründung. Faktor 2,4 bis 3,5 erfordert eine Begründung.

Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht über das Honorar bei den jeweils genannten Steigerungsfaktoren:

Auszug aus der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) C. Konservierende Leistungen

       

Die Gebührenspanne

 

Nummer

Leistung

Punktzahl

Gebühr in Faktor 1

Gebühr in Faktor 2,3

Gebühr in Faktor 3,5

222

Versorgung eines Zahnes durch eine Teilkrone mit Retentionsrillen oder -kästen oder mit Pinledges einschließlich Rekonstruktion der gesamten Kaufläche

1550

87,18

200,51

305,13

Darüber hinaus kann es im Individualfall angemessen sein, eine Vereinbarung über die Vergütungshöhe

gem. § 2 Abs. 1 und 2 der GOZ über den 3,5fachen Gebührensatz hinaus zu treffen. Ein Beispiel einer

solchen Vereinbarung und ein interessantes Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 25.10.2004

finden Sie in dieser Broschüre auf der Seite 107–108.

Die Höhe der befundorientierten Festzuschüsse für diesen Praxisfall in der Übersicht

Nr.

Erläuterung

Befundsituation

Höhe der Festzuschüsse, ggf. mit Bonus

1.

 

Erhaltungswürdiger Zahn

50 %

+20 %

+30 %

2 x 50 %

1.2

Teilkrone

mit großen Substanzdefekten, aber erhaltener vestibulärer und/oder oraler Zahnsubstanz, je Zahn

138,00

165,60

179,40

276,00

Eine Kombination des Festzuschusses 1.2 (Teilkrone) mit dem Festzuschuss 1.3 (Zuschlag für die

Verblendung im Bereich 15–25 und 34–44) ist aufgrund der Vorgaben ausgeschlossen. Es wird lediglich

eine metallische Teilkrone beschrieben.

Zahnsubstanzschonung im Zusammenhang mit der Präparation von Teilkronen im neuen BEMA?

Die Präparation einer Teilkrone unter der Prämisse der Zahnsubstanzschonung, also der Vorgabe des

Gesetzgebers, ist in der folgenden Richtlinie für die Versorgung mit Zahnkronen festgelegt.

D. Anforderungen an einzelne Behandlungsbereiche

I. Versorgung mit Zahnkronen

15.

Die Schonung und Erhaltung natürlicher und intakter Zahnhartsubstanz hat Vorrang vor der

Versorgung mit Zahnkronen. Zahnkronen sind angezeigt, wenn sich aus dem klinischen und

röntgenologischen Befund der erkrankten Zähne einschließlich ihrer Parodontalgewebe ergibt,

dass sie nur durch Kronen erhalten werden können.

Praxisfall 2

Vorteil des

CEREC-Verfahrens

Dies steht allerdings im Gegensatz zur Abrechnungsbestimmung Nr. 3 zur Nr. 20 c (Teilkrone) des BEMA

2004.

Diese Bestimmung lautet:

3.

Die Präparation einer Teilkrone erfordert die Überkupplung aller Höcker eines Zahnes.

 

Die Präparation einer Teilkrone ist überwiegend supragingival und bedeckt die gesamte

Kaufläche und somit sämtliche Höcker.

Wenn die Präparation der Teilkrone entsprechend der wissenschaftlichen Mitteilung der Deutschen

Gesellschaft für zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde (DGZPW) siehe Seite 52–61 den obigen

Umfang nicht hat, stellt sich abrechnungstechnisch die Frage, ob diese Restauration dann als konservie-

rende Leistung (Inlay/Onlay/Overlay) einzustufen und mit der preisgünstigsten Leistung aus dem Bereich

der Füllungstherapie (BEMA Nr. 13a bis 13 d) im Rahmen der Mehrkostenberechnung zu vereinbaren

ist. Oder hat der Patient Anspruch auf den Festzuschuss für eine Teilkrone, FZ 1.2? Wir gehen in unserem

Praxisfall hiervon aus.

Hier wird wohl im Einzelfall von Gutachterseite überprüft werden, ob der Zahn den Befund „Erhaltungs-

würdiger Zahn mit großen Substanzdefekten, aber erhaltener vestibulärer und / oder oraler Zahnsub-

stanz“, also das Befundkürzel pw (die vereinbarten Befundkürzel und Erläuterungen finden Sie auf der

Seite 113 dieser Broschüre) hat, somit eine Regelversorgung ist und ein Festzuschuss (FZ 1.2 für eine

Teilkrone) ausgelöst wird.

Die Mehrkostenvereinbarung für Füllungen wäre dann anzuwenden, wenn der Gutachter den Befund als

konservierenden einschätzt, d. h. wenn der Zahn mit einer Füllung (z. B. vierflächige Amalgamfüllung)

auch zu versorgen wäre.

Es bleibt abzuwarten, ob diese Abrechnungsbestimmung dem Stand der zahnmedizinischen Erkenntnisse

angepasst wird und damit letztlich der Zahnsubstanzschonung Rechnung getragen wird.

0A 16

|

17

| 017

Praxisfall 2

Neu: Dentinadhäsivtechnik – Präparationsform und die gebühren- technische Zuordnung sowie Honorarfindung am Beispiel der Teilkronen

Entspricht die Präparationsform nicht der klassischen Teilkrone und findet die Dentinadhäsivtechnik An-

wendung, so kann gebührentechnisch eine Analogposition für die Leistung gewählt werden. Dies ist die

Auffassung des GOZ-Ausschusses der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg, die wie folgt lautet:

Beschluss des GOZ-Ausschusses der LZK BW vom 24.03.2010

Dentinadhäsive indirekte Restaurationen

Neuartige Restaurationsformen mit defekt- oder funktionsbezogener Präparation (bei denen keine

„klassische“ Tangential-, Hohlkehl-/Stufen- oder Teilkronenparäparation nach GOZ stattfindet) zur in-

direkten Rekonstruktion verlorengegangener Zahnsegmente oder Neugestaltung der Zahnmorphologie,

die erst auf Basis der Dentinadhäsivtechnik möglich geworden sind, sind in der GOZ nicht beschrieben

und stellen neue, analog nach § 6 Abs. 2 GOZ zu berechnende Restaurationsformen dar.

Hinweise zur Analogabrechnung in der GOZ finden Sie auf den Seiten 45–46 dieser Broschüre.

In unserem Fall wird die Versorgung direkt gefertigt. Bei indirekter Fertigung würde noch die BEMA

Nr. 19 Provisorische Krone als Regelversorgung (§ 56 Abs. 2 SGB V) anfallen.

würde noch die BEMA Nr. 19 Provisorische Krone als Regelversorgung (§ 56 Abs. 2 SGB V)

0A 18019

19

|

|

0A | | 21 20021
0A | | 21 20021

0A

|

|

21

20021

23 0A 22023 | |
23 0A 22023 | |

23

0A 22023

|

|

Praxisfall 3

CEREC-Brücke im Seitenzahnbereich (Erläuterungen)

Sie finden auf den folgenden Seiten:

1. Den nur teilweise maschinenlesbaren Heil- und Kostenplan über den Befund, die Regelversorgung,

die tatsächlich geplante Versorgung und die Kosten

2. Teil 2 des Heil- und Kostenplanes, der nicht maschinenlesbar gestaltet wurde

3. Die Patientenrechnung mit individuellem Steigerungsfaktor

4. Die Laborkostenaufstellung gemäß § 9 der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ)

Es handelt sich um eine gleichartige Versorgung (§ 55 Abs. 4 SGB V), d. h. die vollkeramische Brücke wird

nach den Bestimmungen der Gebührenordnung für Zahnärzte abgerechnet. In der GOZ bieten sich die

Gebührennummer 501 für die Ankerzähne und die Nr. 507 für die Brückenspanne an. Allerdings ist in der

derzeit gültigen GOZ keine Verblendkrone beschrieben. Die Vollkrone als Brückenanker wird lediglich

nach Präparationsarten unterschieden. Deshalb muss der Aufwand für eine vollkeramische Ausführung

und der damit verbundene Mehraufwand in unserem Praxisfall über den Steigerungsfaktor für die

Brückenanker und die -spanne berücksichtigt werden. Der Steigerungsfaktor 1 bis 2,3 erfordert keine

Begründung. Faktor 2,4 bis 3,5 erfordert eine Begründung.

Die gewählten

Steigerungsfaktoren

und Einzelpreise sind

beispielhaft zu ver-

stehen und müssen je

nach Patient individuell

eingesetzt werden.

Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht über das Honorar bei den jeweils genannten Steigerungsfaktoren.

Auszug aus der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) F. Prothetische Leistungen

 
       

Die Gebührenspanne

 

Nummer

Leistung

Punktzahl

Gebühr in Faktor 1

Gebühr in Faktor 2,3

Gebühr in Faktor 3,5

501

Versorgung eines Zahnes durch eine Teilkrone

1100

61,87

142,30

216,54

507

Versorgung eines Lückengebisses durch eine Brücke, je Spanne

400

22,50

51,75

78,75

Darüber hinaus kann es im Individualfall angemessen sein, eine Vereinbarung über die Vergütungshöhe

gem. § 2 Abs. 1 und 2 der GOZ über den 3,5fachen Gebührensatz hinaus zu treffen. Ein Beispiel einer

solchen Vereinbarung und ein interessantes Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 25.10.2004

finden Sie in dieser Broschüre auf den Seiten 107–108.

Die Höhe der befundorientierten Festzuschüsse für diesen Praxisfall in der Übersicht

Nr.

Erläuterung

Befundsituation

Höhe der Festzuschüsse, ggf. mit Bonus

2.

 

Erhaltungswürdiger Zahn

50 %

+20 %

+30 %

2 x 50 %

2.1

Brücken

Zahnbegrenzte Lücke mit einem fehlenden Zahn, je Lücke

291,55

349,86

379,02

583,10

2.7

Verblendungs-

Fehlender Zahn in einer zahnbegrenzten Lücke im Verblendbereich (15–25/34–44), je Verblendung für einen ersetzten Zahn, auch für einen der Lücke angrenzenden Brückenanker im Verblendbereich

       

zuschlag bei

Brücken

43,53

52,24

56,59

87,06

In unserem Fall wird die Versorgung indirekt gefertigt. Die Fertigung der provisorischen Brücke ist als

Regelversorgung (§ 56 Abs. 2 SGB V) nach der BEMA Nr. 19 abzurechnen. Das Gleiche gilt für das Be-

seitigen von groben Artikulations- oder Okklusionsstörungen, der BEMA Nr. 89. Wenn der übliche Löffel

für die Abformung nicht ausreicht, kann die BEMA Nr. 98 a angesetzt werden, ggf. auch Planungs-

modelle nach BEMA Nr. 7 b.

nicht ausreicht, kann die BEMA Nr. 98 a angesetzt werden, ggf. auch Planungs- modelle nach BEMA

25

0A 24025

|

|

0A | | 27 26 027
0A | | 27 26 027

0A

|

|

27

26 027

Anwendung der BEB ® -Zahntechnik für „Multilayer“ Praxisfall 3 Der Ersatz von Auslagen für zahntechnische

Anwendung der BEB ® -Zahntechnik für „Multilayer“

Praxisfall 3

Der Ersatz von Auslagen für zahntechnische Leistungen ist in der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ)

im Paragrafen 9 beschrieben. Die Leistungen müssen tatsächlich entstanden und angemessen sein.

Es existiert im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung kein vereinbartes Leistungsverzeichnis für

die „private“ Zahntechnik. Weitere Ausführungen hierzu finden Sie auf den Seiten 96–99 und 104–105.

Der Verband Deutscher Zahntechniker Innungen (VDZI) hat ein umfassendes, versicherungsunab-

hängiges Fachverzeichnis für zahntechnische Leistung die BEB- Zahntechnik ® entwickelt.

Dieses Verzeichnis kann für die Privatleistungen angewendet werden.

Die folgende Aufstellung von möglichen Laborpositionen sind auf den neuen Konstruktionsmodus

„Multilayer“, für die im Praxisfall 3 dargestellte 3-gliedrige Brücke, abgestimmt.

Nummer

Bezeichnung

Menge

1.10.12.0

Eingangsdesinfektion

1

1.01.07.0

Modell GKRP (Gegenkiefer)

1

1.01.10.0

Modell ETK

1

1.01.07.0

Modell GKRP (Kontrollmodell)

1

1.02.01.0

Pin setzen, je Segment

5

1.02.02.0

Segment herstellen und bearbeiten

5

1.02.03.0

Stumpfsegment bearbeiten

2

1.04.06.0

Zahnfleischmaske, je Segment

3

1.05.01.0

Präzisionskontrollsockel

1

1.09.03.0

Modell mit Systemteil in Artikulator montieren

1

1.09.05.0

Montage eines Gegenkiefermodelles

1

2.09.01.0

Modell digitalisieren, je Modell

2

2.09.03.0

Präparationsgrenze digitalisieren, je Segment

2

2.09.02.0

Segment digitalisieren, je Segment, auch Biss

4

2.09.04.0

CAD-Einzelkrone konstruieren

2

2.09.06.0

CAD-Verbundkonstruktion konstruieren, je Verbinder (bei Brücken)

1

2.10.06.0

CAM Fräsgerät bestücken (Gerüst)

1

2.10.05.0

CAM-Fräsen aus Keramik

3

2.10.07.0

Zirkongerüst sintern

3

2.10.08.0

Gerüst Farbe infiltrieren

1

2.10.10.0

CAM Gerüst aufpassen, je Stumpf oder Krone

2

2.09.05.0

CAD-Kaufläche konstruieren

3

2.10.05.0

CAM-Fräsen aus Keramik (Verblendstruktur)

3

5.02.08.2*

Fügepassung CAD-Verblendstruktur mit CAD-Gerüst

3

1.17.04.0

Handling Keramikbrände gefräste Werkstoffe

1

2.11.03.0

Farbgebung durch Bemalen auf Fräskeramik

3

1.10.13.0

Ausgangsdesinfektion

1

1.14.01.0

Versand durch Laborboten, je Versandgang

2

Material

Für Gerüst

3

Material

Für Verblendstruktur

3

* Individuell ergänzte BEB ® Position

0A

|

|

28 029

29

Praxisfall 4

Indikationen

für ein

Langzeitprovisorium

Festsitzende

Langzeitprovisorien

lösen keinen eigenen

Festzuschuss aus

Die Rahmenbedingungen für ein Langzeitprovisorium in der gesetzlichen Krankenversicherung

Die Indikationen für ein Langzeitprovisorium (Kronen und Brücken) sind vielfältig. So kann das Langzeit-

provisorium im Rahmen von prothetischen Behandlungen bei intensiver Vorbehandlung im chirurgischen

Bereich (z. B. nach Extraktionen) notwendig sein. Im Zusammenhang mit parodontologischen Leistungen

erfordert die Konsolidierung der Behandlung eine längere Tragedauer der Interimsversorgung oder wenn

zunächst der Erfolg einer endodontischen Behandlung abgewartet werden muss.

In diesen beispielhaft und unvollständig aufgezählten Fällen stellt ein (laborgefertigtes) Langzeitpro-

visorium eine unabdingbare Maßnahme dar, um den Behandlungserfolg abzuwarten und eine darauf

aufbauende Behandlungsplanung durchführen zu können. In dieser Übergangszeit muss dem Patienten

die Kaufunktion, die Möglichkeit einer individuellen Mundhygiene, die Ästhetik und letztlich, man stelle

sich die Lösung im Frontzahnbereich vor, auch die Arbeitsfähigkeit erhalten bleiben.

Wie werden Langzeitprovisorien von den gesetzlichen Krankenversicherungen bezuschusst?

Im Zahnersatz-Festzuschuss-System sind festsitzende, laborgefertigte Langzeitprovisorien für Kronen und

Brücken grundsätzlich nicht berücksichtigt und stellen daher seit 2005 für den gesetzlich krankenversi-

cherten Patienten in der Regel eine reine Privatleistung dar.

Dieser Grundsatz wurde in den neuen Zahnersatz-Richtlinien beschrieben. Die ZE-Richtlinie Nr. 19 lautet:

19.

Für die Versorgung mit einer provisorischen Krone ist grundsätzlich ein im direkten Verfahren

 

hergestelltes Provisorium ausreichend.

Die direkten festsitzenden Provisorien sind in den befundorientierten Festzuschussbeträgen für die end-

gültige Versorgung mittels Kronen und Brücken bereits abgegolten und werden bei der Regelversorgung

(§ 56 Abs. 2 SGB V) und gleichartigen Versorgungen (§ 55 Abs. 4 SGB V) nach der BEMA Nr. 19 berech-

net. In Einzelfällen mit entsprechender Begründung kann ein laborgefertigtes Provisorium für provi-

sorische Brücken und ab drei Einzelkronen nach der BEL Nr. 0310 (Laborposition für die Regelversor-

gung) zur BEMA Nr. 19 auf dem Heil- und Kostenplan für die endgültige Versorgung beantragt werden.

Allerdings löst auch diese Vorgehensweise keinen zusätzlichen Festzuschuss aus.

Die Vorgaben in den Zahnersatz-Richtlinien

Die oben aufgeführte Situation steht für die Zahnarztpraxis im Widerspruch zu den Zahnersatzrichtlinien.

Hier werden Interimsmaßnahmen bei bestimmten Behandlungssituationen vor der Versorgung mit end-

gültigem Zahnersatz ausdrücklich von der vertragszahnärztlichen Praxis gefordert.

Dies belegen die Zahnersatz-Richtlinien Nr. 11 d, e, g, i und 13, welche in der Regel auch Indikationen für

Langzeitprovisorien sind.

Diese Richtlinien lauten:

11.

Der Versorgung mit Zahnersatz hat die notwendige konservierend-chirurgische und parodontale

Die notwendige

 

Behandlung des Restgebisses vorauszugehen.

konservierend-chirurgische

d)

Bei Zähnen mit krankhaften Prozessen müssen Maßnahmen zur Ausheilung eingeleitet sein.

und parodontale

 

An diesen Zähnen dürfen vorerst nur Interimsmaßnahmen durchgeführt werden. Endgültiger

Vorbehandlung des

Zahnersatz ist erst nach Ausheilung angezeigt.

Restgebisses

 

e)

Notwendige Parodontalbehandlungen müssen bereits vorgenommen sein.

g)

Nicht erhaltungswürdige Zähne und Wurzelreste müssen entfernt sein.

i)

Voraussetzung für die Versorgung mit Suprakonstruktionen ist die Osseointegration der

 

Implantate.

13.

In Fällen, in denen eine endgültige Versorgung nicht sofort möglich ist, kann ein Interimsersatz

 

angezeigt sein. Dies gilt insbesondere bei fehlenden Frontzähnen und zur Sicherung der Bisslage.

In der vertragszahnärztlichen Versorgung werden nur herausnehmbare Interimsversorgungen

Bezuschussung von

bezuschusst

 

herausnehmbaren

Herausnehmbare Versorgungen (Interimsprothesen) sind im befundorientierten Festzuschusssystem mit

den Festzuschussziffern 5.1 bis 5.3 berücksichtigt.

Die Höhe der Festzuschüsse für Interimsprothesen in der Übersicht:

Interimsversorgungen

Nr.

Befundsituation

 

Höhe der Festzuschüsse

 

5.

Lückengebiss nach Zahnverlust, in Fällen, in denen eine endgültige Versorgung nicht sofort möglich ist (Interimsversorgung) Protokollnotiz. Die Zahl der ersetzten Zähne ist ausschlaggebend für den Befund

50 %

+20 %

+30 %

2 x 50 %

5.1

von bis zu vier Zähnen, je Kiefer

91,00

109,20

118,30

182,00

5.2

von fünf bis acht Zähnen, je Kiefer

125,33

150,40

162,93

250,66

5.3

von über acht Zähnen, je Kiefer

164,03

196,84

213,24

328,06

5.4

Zahnloser OK oder UK (Interimsversorgung)

237,79

285,35

309,13

475,58

Die ausgeführten Tatsachen bewirken in der qualitätsorientierten, vertragskonformen Praxis immer

wieder Diskussionen über die fehlende Bezuschussung durch die gesetzlichen Krankenkassen für eine

individuell notwendige Maßnahme.

31

0A 30 031

|

|

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hat im Festzuschuss-Kompendium „Schwere Kost für

leichteres Arbeiten“, das an alle vertragszahnärztlichen Praxen im Bundesgebiet ausgeliefert wurde, unter

Abrechnungs- „Interpretationen im Zusammenhang mit konkreten Fragestellungen“ auf der Seite 8 Kapitel 8 (8–11) der

Praxisfall 4

hinweise

2. Auflage (Stand 16.7.2010) folgendes Statement zu den Langzeitprovisorien bei Kronen und Brücken

gegeben:

?

9. Langzeitprovisorium bei Brücken

Welcher Befund wird angesetzt, wenn als Interimsversorgung nach einer

Extraktion eine laborgefertigte Brücke eingegliedert wird?

Die Indikationen für provisorische Brücken sollen erneut geprüft werden. Hieraus könnten Änderun-

gen der Richtlinien resultieren.

Derzeit (Stand 16.7.2010) gibt es keine Änderungen der genannten Ausführungen.

Praxistipp

Welche Strategie kann der vertragszahnärztlichen Praxis empfohlen werden?

Sind laborgefertigte Provisorien im Sinne der Zahnersatz-Richtlinie Nr. 11 notwendig so empfiehlt sich

immer eine vorherige Abklärung der Kostenübernahme mit der zuständigen Krankenkasse über einen Heil-

und Kostenplan. Im Feld „Bemerkungen“ auf dem Heil- und Kostenplan ist die entsprechende richtlinien-

konforme Begründung zu dokumentieren. Das ist die Auffassung der Spitzenverbände der gesetzlichen

Krankenkassen und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (Stand 2010).

Die Berechnung und Bezuschussung der CAD-CAM – gefertigten temporären Langzeitversorgung

Die Berechnung der mit CAD-CAM gefertigten hochwertigen temporären Langzeitversorgung erfolgt nach

der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ). Der gesetzlich krankenversicherte Patient erhält in der Regel,

sofern die temporäre Versorgung zu den Ausnahmefällen der Zahnersatz - Richtlinie Nr. 11 zählt und nicht

im Zusammenhang mit der definitiven Versorgung erbracht wird, einen Festzuschuss aus der Befundgruppe

Nr. 5. Die temporäre Langzeitversorgung stellt in den Ausnahmefällen der Zahnersatz-Richtlinie Nr. 11 eine

gleichartige Versorgung dar. Regionale KZV-Modalitäten sind im Einzelfall zu berücksichtigen.

Der zahnärztliche Aufwand für ein (laborgefertigtes) Langzeitprovisorium unter

Berücksichtigung der Abrechnungsmöglichkeiten

Abrechnungs-

hinweise

Der Kassenpatient

Die Anfertigung von laborgefertigten Kronen und Brücken setzt die Vorpräparation des Zahnes und eine

präzise Abformung (oder bei dem CEREC-Verfahren die intraorale elektronische Datenakquisition im

CAD-CAM-Verfahren) voraus. Die spätere Anfertigung des endgültigen Zahnersatzes erfordert meist eine

Nachpräparation des Zahnes. Insgesamt entsteht ein höherer Behandlungsaufwand. Bei gesetzlich Kran-

kenversicherten liegt zu diesem Zeitpunkt kein genehmigter Heil- und Kostenplan vor, da abhängig von der

Behandlungssituation die Planung des endgültigen Zahnersatzes erst nach Ausheilung der entsprechenden

Vorbehandlungsmaßnahmen durchgeführt werden kann. Damit ist auch der anteilige Zuschuss nach der

BEMA Nr. 19 und ggf. BEL Nr. 0310 nicht gesichert. Aus diesem Grund sind nach überwiegender Auffassung

auch der regionalen KZVen die Langzeitprovisorien privat nach der GOZ mit dem gesetzlich Krankenver-

sicherten zu vereinbaren. Als Abrechnungspositionen bietet die amtliche Gebührenordnung für Zahnärzte

(GOZ) die Nummern 708, 709, 710. Diese beinhalten allerdings nicht die notwendige Vorpräparation.

Die Bundeszahnärztekammer hat folgende Stellungnahme zu diesem Thema abgegeben:

Langzeitprovisorium

Der Zusatz zu den Geb.-Nrn. 708/709 GOZ

„Die Leistungen nach den Nummern 709 und 709 GOZ sind nicht im zeitlichen Zusammenhang

mit der Herstellung von endgültigem Zahnersatz berechnungsfähig.“

bezieht sich nicht auf die Versorgung mit Langzeitprovisorien/provisorischen Brücken, die beispiels-

weise nach chirurgisch/parodontalchirurgischen Eingriffen notwendig werden z. B. zur Abheilung

von Extraktionswunden.

Quelle: GOZ Beschlusskatalog, Stand 11.11.2010

Praxisfall 4

Abrechnungs-

hinweise

Praxisfall laborgefertigtes Langzeitprovisorium im Frontzahnbereich (Erläuterungen)

Sie finden auf den folgenden Seiten:

1. Vereinbarung über private Behandlung gemäß § 4 Abs. 5 BMV-Z/§ 7 Abs. 7 Ersatzkassenvertrag

(EKV-Z)

2. Die Patientenrechnung mit individuellem Steigerungsfaktor

3. Die Laborkostenaufstellung gemäß § 9 der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ)

Die folgenden Gebührenziffern für provisorische Versorgungen in der GOZ beinhalten auch die Entfer-

nung des Provisoriums. Die wiederholte Abnahme und Wiederbefestigung während der provisorischen

Versorgung muss individuell über den Steigerungsfaktor berücksichtigt werden.

Der Steigerungsfaktor 1 bis 2,3 erfordert keine Begründung. Faktor 2,4 bis 3,5 erfordert eine

Begründung.

Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht über das Honorar bei den jeweils genannten Steigerungs-

faktoren:

       

Die Gebührenspanne

 

Nummer

Leistung

Punktzahl

Gebühr in Faktor 1

Gebühr in Faktor 2,3

Gebühr in Faktor 3,5

708

Versorgung eines Zahnes mit einem Interims- ersatz als Langzeitprovisorium, je Krone

450

25,31

58,21

88,58

709

Versorgung eines Zahnes mit einem Interims- ersatz als Langzeitprovisorium, je zu über- brückende Spanne oder Freiendsattel

270

15,19

34,93

53,16

710

Maßnahmen zur Wiederherstellung der Funktion eines Interimszahnersatzes, je Krone, Spanne oder Freiendsattel

200

11,25

25,87

39,37

Darüber hinaus kann es im Individualfall angemessen sein, eine Vereinbarung über die Vergütungshöhe

gem. § 2 Abs. 1 und 2 der GOZ über den 3,5fachen Gebührensatz hinaus zu treffen. Ein Beispiel einer

solchen Vereinbarung und ein interessantes Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 25.10.2004

finden Sie in dieser Broschüre auf den Seiten 107–108.

33

0A 32 033

|

|

35 0A 34 035 | |
35 0A 34 035 | |

35

0A 34 035

|

|

Das Langzeitprovisorium und Teilleistungen für die Vorpräparation beim Privatpatienten Die Anfertigung von

Das Langzeitprovisorium und Teilleistungen für die Vorpräparation beim Privatpatienten

Die Anfertigung von laborgefertigten Kronen und Brücken setzt die Vorpräparation des Zahnes und

eine präzise Abformung (oder bei dem CEREC-Verfahren die intraorale elektronische Datenakquisition

im CAD-CAM-Verfahren) für die Herstellung und Eingliederung der provisorischen Versorgung voraus.

Dadurch entsteht ein Behandlungsaufwand, der in den GOZ-Nrn. 708 und 709 nicht berücksichtigt ist.

Die Leistungsbeschreibung und Bewertung der GOZ-Gebührenziffern 708 bis 710 in der Übersicht:

       

Die Gebührenspanne

 

Nummer

Leistung

Punktzahl

Gebühr in Faktor 1

Gebühr in Faktor 2,3

Gebühr in Faktor 3,5

708

Versorgung eines Zahnes mit einem Interims- ersatz als Langzeitprovisorium, je Krone

450

25,31

58,21

88,58

709

Versorgung eines Zahnes mit einem Interims- ersatz als Langzeitprovisorium, je zu über- brückende Spanne oder Freiendsattel

270

15,19

34,93

53,16

710

Maßnahmen zur Wiederherstellung der Funktion eines Interimszahnersatzes, je Krone, Spanne oder Freiendsattel

200

11,25

25,87

39,37

Praxisfall 4

Abrechnungs-

hinweise für den Privatpatienten

Die Gebührenziffern (Nr. 708, 709, 710) beinhalten lediglich die Eingliederung auch Wiedereingliederung

desselben Interimsersatzes, gegebenenfalls auch mehrmals, einschließlich der Entfernung, so der

Leistungstext der amtlichen GOZ. Nicht jedoch die erforderlichen Teilleistungen der Präparation des

Zahnes.

Entspricht die durchgeführte Präparation für das Langzeitprovisorium dem Aufwand einer definitiven

Kronen- oder Brückenversorgung, sind Teilleistungen (Präparation) nach den Gebührenziffern Nr. 223

bzw. 224 bei Kronen und 505 bzw. 506 bei Brücken vollständig erbracht.

Die Teilleistungen in der Übersicht:

 

Teilleistungen für Kronen nach den GOZ-Nummern 220–222:

Nummer

Leistung

220

Vollkrone (Tangentialpräparation)

221

Vollkrone (Stufen- oder Hohlkehlpräparation)

222

Teilkrone

223

Enden die Leistungen mit der Präparation eines Zahnes, so ist die Hälfte der jeweiligen Gebühr berechnungsfähig

224

Sind darüber hinaus weitere Maßnahmen erfolgt, so sind drei Viertel der jeweiligen Gebühr berechnungsfähig

0A 36 037

37

|

|

Praxisfall 4

Abrechnungs-

hinweise

 

Teilleistungen für Brücken nach den GOZ-Nummern 500–504:

Nummer

Leistung

500

Brücken- oder Prothesenanker, Vollkrone (Tangentialpräparation)

501

Brücken- oder Prothesenanker, Vollkrone (Stufen- oder Hohlkehlpräparation)

502

Teilkrone als Brücken- oder Prothesenanker

503

Wurzelkappe mit Stift als Brücken- oder Prothesenanker

504

Teleskop- oder Konuskrone als Brücken- oder Prothesenanker

505

Enden die Leistungen mit der Präparation der Brückenpfeiler, so ist die Hälfte der jeweiligen Gebühr berechnungsfähig

506

Sind darüber hinaus weitere Maßnahmen erfolgt, so sind drei Viertel der jeweiligen Gebühr berechnungsfähig

Unter Umständen kann es sein, dass der definitive Zahnersatz nicht in der Praxis durchgeführt wird,

welche die Vorpräparation, Herstellung und Eingliederung der Langzeitprovisorien erbracht hat. Hier

wäre, wenn keine Teilleistungen für die Präparation berechnet wurden, die Praxis eindeutig im Nachteil.

Die Honorargestaltung für die endgültigen Kronen richtet sich nach dem späteren Umfang der defini-

tiven Behandlung. Wenn keine neue Präparation erforderlich ist, kann die bereits durchgeführte Teil-

leistung Präparation um die restliche Gebühr ergänzt werden. Erfordert der endgültige Zahnersatz

jedoch eine Nachpräparation, weil beispielsweise die entzündliche Schwellung des Zahnfleisches ab-

geklungen ist und dadurch die Präparationsgrenze verändert werden muss, wird das Honorar durch die

vorangegangene Leistung nicht beeinflusst. Diese erneute Präparation ist einer Präparation von Zähnen

mit vorhandenen Kronen gleichzusetzen.

Einen Auszug der Rechtsprechung zum Thema Langzeitprovisorien und Teilleistungen finden Sie auf der

Seite 101. Die wissenschaftliche Mitteilung der DGZPW zu der temporären Versorgung mit festsitzendem

Zahnersatz ist auf den Seiten 72–75 abgebildet.

CEREC Connect aus abrechnungstechnischer Sicht

Praxisfall 5

Die Methode

Die digitale Abformung mit CEREC Connect steht für eine innovative und präzise Methode der Abdruck-

nahme. Die intraoral erfassten Bilddaten mit der CEREC AC werden in ein 3D-Datenmodell umgerechnet

und direkt an das zahntechnische Labor/Eigenlabor online übertragen.

Die Abrechnung nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ)

Nach Auffassung verschiedener Zahnärztekammern (z.B. ZÄK Bayern) handelt es sich (Zitat) „nicht um

eine neue Leistung, sondern um ein Verfahren, vergleichbar der CEREC-Anwendung, die seit 1987 am

Markt etabliert ist. Bis auf weiteres sind darüber hinausgehende Optionen nicht bekannt. Die Berech-

nung der Leistungen sollte u.E. nach den bekannten GOZ-Positionen erfolgen. Der Mehraufwand kann

über die Faktorerhöhung ggf. mit einer Honorarvereinbarung, berücksichtigt werden.“

Diese Abrechnungsempfehlung finden Sie auf den folgenden Seiten im Praxisfall 5 umgesetzt. Grund-

sätzlich können die (Eigen-) Laborleistungen den Ausführungen auf den Seiten 104–106 zugeordnet

werden. Darüber hinaus gibt es Empfehlungen verschiedener Abrechnungskommentare und regionaler

Zahnärztekammern die digitale Abformung analog (siehe Seite 44–46) in dieser Broschüre nach der GOZ

Nummer 517 zu berechnen.

Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht über das Honorar bei den jeweils genannten Steigerungsfak-

toren:

Auszug aus der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) F. Prothetische Leistungen

 
       

Die Gebührenspanne

 

Nummer

Leistung

Punktzahl

Gebühr in Faktor 1

Gebühr in Faktor 2,3

Gebühr in Faktor 3,5

517

Anatomische Abformung des Kiefers mit individuellem Löffel bei ungünstigen Zahnbogen- und Kieferformen und/oder tief ansetzenden Bändern oder spezielle Abformung zur Remontage, je Kiefer

250

14,06

32,34

49,21

39

0A 38 039

|

|

Praxisfall 5

Mehrkostenvereinbarung bei vollkeramischen Einlagefüllungen unter Berücksichtigung einer Vereinbarung der Vergütungshöhe gemäß § 2 Abs. 1 und 2 der GOZ

Im Bereich der konservierenden Leistungen hat der Patient bei einer notwendigen Füllungstherapie die

Wahlmöglichkeit zwischen einer „preisgünstigen Sachleistung“ (z. B. Amalgamfüllung über die Kran-

kenversicherungskarte) oder einer Mehrleistung im Rahmen einer Mehrkostenvereinbarung (§ 28 Abs. 2

SGB V).

Der Gesetzestext hierzu lautet:

Wählen Versicherte bei Zahnfüllungen eine darüber hinausgehende Versorgung, haben

sie die Mehrkosten selbst zu tragen. In diesen Fällen ist von den Kassen die vergleichbare

preisgünstigste Füllung als Sachleistung abzurechnen. In Fällen des Satzes 2 ist vor

Beginn der Behandlung eine schriftliche Vereinbarung zwischen dem Zahnarzt und dem

Versicherten zu treffen. Die Mehrkostenregelung gilt nicht für Fälle, in denen intakte

plastische Füllungen ausgetauscht werden.

Der Kassenanteil (preisgünstigste Füllungen als Vertragsleistung) im Schnellüberblick

BEMA-Bewertungszahl x Punktwert 0,9080 (Der Punktwert ist regional und je nach Krankenkasse unterschiedlich)

BEMA-Nr./

BEMA-Nr./

BEMA-Nr./

BEMA-Nr./

 

BEMA-Nr./

BEMA-Nr./

BEMA-Nr./

Bew.zahl

Bew.zahl

Bew.zahl

Bew.zahl

Bew.zahl

Bew.zahl

Bew.zahl

13a/32

13b/39

13c/49

13d/58

nur bei einer Allergie + schwerer Niereninsuffizienz

13a/32 13b/39 13c/49 13d/58 nur bei einer Allergie + schwerer Niereninsuffizienz 13e/52 13f/64 13g/84

13e/52

13f/64

13g/84

F1

F2

F3

F4

F1

F2

F3

29,06

35,41

44,49

52,66

47,22

58,11

76,27

Die Honorarfindung für die Mehrleistung

Einlagefüllungen sind in der GOZ unter den Gebührenziffern 215 bis 217 aufgeführt.

Auch hier gilt die Möglichkeit der Anwendung des Steigerungsfaktors. Der Steigerungsfaktor

1 bis 2,3 erfordert keine Begründung. Faktor 2,4 bis 3,5 erfordert eine Begründung.

Die gewählten

Steigerungsfaktoren

und Einzelpreise sind

beispielhaft zu ver-

stehen und müssen je

nach Patient individuell

eingesetzt werden.

Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht über das Honorar bei den jeweils genannten Steigerungsfaktoren.

Auszug aus der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) G. Prothetische Leistungen

 
   

Die Gebührenspanne

     

Nummer

Leistung

Punktzahl

Gebühr in Faktor 1

Gebühr in Faktor 2,3

Gebühr in Faktor 3,5

215

Einlagefüllung, einflächig

550

30,93

71,15

108,25

216

Einlagefüllung, zweiflächig

820

46,12

106,07

161,42

217

Einlagefüllung, mehr als zweiflächig

1200

67,49

155,23

236,21

Darüber hinaus kann es im Individualfall angemessen sein, eine Vereinbarung über die Vergütungshöhe

gem. § 2 Abs. 1 und 2 der GOZ über den 3,5fachen Gebührensatz hinaus zu treffen. Wir haben das

in unserem Praxisfall mit dem Faktor 5,0 umgesetzt. Das Mehrhonorar zwischen dem 3,5fachen und

5,0fachen Steigerungsfaktor beträgt übrigens 68,18 . Lesen Sie hierzu auch das interessante Urteil des

Bundesverfassungsgerichtes vom 25.10.2004 auf den Seiten 107–108.

F2 f f -8--7--6--5--4--3--2--1--1--2--3--4--5--6--7--8- f f
F2
f
f
-8--7--6--5--4--3--2--1--1--2--3--4--5--6--7--8-
f
f

0A

|

|

41

40 041

0A | | 43 42 043
0A | | 43 42 043

0A

|

|

43

42 043

Praxisfall 5

Berechnung von Teilkronen und Veneer

Berechnungshinweise zur Versorgung mit Teilkronen und Veneer im Frontzahnbereich (Erläuterungen)

Die Indikation der Versorgung mit Veneer, vollkeramischen Teilkronen im Frontzahnbereich ist für

die Berechnung der Leistung von grundlegender Bedeutung. Erfolgt die Versorgung aus rein ästheti-

schen Erfordernissen, so kann sie im vertragszahnärztlichen Bereich nicht mit einem Festzuschuss belegt

werden. Sie ist als reine Privatleistung mit dem Patienten zu vereinbaren. Ist die Versorgung jedoch

für „ausgedehnte Zahnhartsubstanzdefekte zur Vermeidung einer Vollkrone“ notwendig, besteht für

den gesetzlich Krankenversicherten die Möglichkeit den Festzuschuss für die notwendige Regelver-

sorgung zu erhalten. Die Regelversorgung wäre in diesem Fall eine Krone und ggf. die Verblendung

derselben (FZ 1.1 und 1.3).

Diese Ausführung entspricht den Ergebnissen der einheitlich von allen KZVen getragenen Sprachrege-

lung zu den Festzuschüssen (Konsentierte Erklärung), die die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayern

(KZVB) in der KZV internen Information „kzvb TRANSPARENT 4-2008“ am 3.3.2008 wie folgt ver-

öffentlicht hat:

Teilkronen in der Front

In der Bema ist unter der Nr. 20 c die metallische Teilkrone als Versorgung eines Einzelzahnes

beschrieben. Unter der Abrechnungsbestimmung 3 wird dazu ausgeführt:“ Die Präparation einer

Teilkrone erfordert die Überkupplung aller Höcker eines Zahnes. Die Präparation einer Teilkrone

ist überwiegend supragingival und bedeckt die gesamte Kaufläche und somit sämtliche Höcker.“

Nach der oben genannten Definition ist eine Teilkrone an einem Frontzahn auf Grund der ana-

tomischen Verhältnisse in der Regelversorgung nicht möglich. Unter der Voraussetzung, dass der

Frontzahn konservierend nicht mehr versorgt werden kann und nicht unabdingbar durch eine

Krone wiederhergestellt werden muss, kann in der Therapie eine Teilkrone angefertigt werden.

Der Zahn ist im Befund mit „ww“ zu kennzeichnen und löst den Festzuschuss 1.1. und 1.3. aus.

Beispiel 14 soll Ihnen den Sachverhalt verdeutlichen. Die Abgrenzung zu Veneers, die aus kosmeti-

schen Gründen gefertigt werden, ist dabei zu beachten.

 

TP

             

PKM

               

Beispiel 14

R

             

KV

               

Bf

   

k

       

ww

             

f

 

18

17

16

15

14

13

12

11

21

22

23

24

25

26

27

28

 

48

47

46

45

44

43

42

41

31

32

33

34

35

36

37

38

B

f

   

kbk

                   

kf

 

Festzuschuss: 1.1., 1.3 BEMA: 19 provisorische Krone GOZ: 222 Teilkrone (Frontzahnteilkrone) Bemerkung: Gleichartige Versorgung

Die Erläuterungen zum Befund (B), der Regelversorgung (RV) und der tatsächlichen Planung (TP)

finden Sie auf der Seite 113 Dieser Broschüre.

?

Wie sind Veneers zu berechnen?

Bei der Versorgung mit einem Veneer handelt es sich unbestritten um eine „neu entwickelte

Leistung“. Die Grundlage für die Berechnung von Veneers ist die GOZ. Dies wird auch durch

die Ausführungen der Zahnärztekammern, z.B. im Praxishandbuch der Landeszahnärztekammer

Baden-Württemberg, bestätigt.

In diesem Handbuch finden Sie folgende Ausführungen:

Veneers / Verblendschalen - Analogberechnung

„Eine zutreffende Gebührenposition ist in der GOZ nicht vorhanden. Die Berechnung erfolgt

daher analog, es handelt sich um eine neu eingeführte Leistung im Sinne des § 6 Abs. 2 GOZ.

Denkbar ist die GOZ Pos. 222“

(Quelle: LZÄK Baden-Württemberg, Praxishandbuch GOZ, Stand 11/2010)

Praxisfall 5

Die Analog-

berechnung

Der Beschlusskatalog zur GOZ der Bundeszahnärztekammer (Stand: 11.11.2010) empfiehlt ebenfalls

eine analoge Abrechnung, „denn es handelt sich um eine neu eingeführte Leistung im Sinne des

§ 6 Abs. 2 der GOZ“.

Bei der Honorarfindung im Zusammenhang mit Analogleistungen soll eine nach „Art-, Zeit- und

Kostenaufwand gleichwertige Leistung“ der Gebührenordnung für Zahnärzte herangezogen werden.

Die LZÄK Baden-Württemberg hat die GOZ–Nr. 222 empfohlen, die besser bewertet ist als zum

Beispiel die GOZ Nr. 504. Letztere wurde in einem Urteil als Analogposition bestätigt. Grundsätzlich

erfolgt die Auswahl einer Analogposition immer praxisspezifisch und kann daher auch unterschiedlich

sein.

Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht über das Honorar bei den jeweils genannten Steigerungs-

faktoren.

Auszug aus der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) C. Konservierende Leistungen

       

Die Gebührenspanne

 

Nummer

Leistung

Punktzahl

Gebühr in Faktor 1

Gebühr in Faktor 2,3

Gebühr in Faktor 3,5

222

Versorgung eines Zahnes durch eine Teilkrone mit Retentionsrillen oder –kästen oder mit Pinledges einschließlich Rekonstruktion der gesamten Kaufläche

1550

87,18

200,50

305,13

0A

|

|

45

44 045

Praxisfall 5

Eine weitere Analogposition

Veneer mit aus- schließlich ästhe- tischer Indikation

Stiftung Warentest zum Thema Veneer

Praxistipp

Wenn die zahnärztliche Praxis jedoch im Individualfall bei einer durchschnittlichen Schwierigkeit mit

dem Honorar des 2,3fachen Steigerungsfaktors (z.B. 200,50 bei der GOZ Nummer 222) keine ange-

messene Honorierung findet, macht es wenig Sinn, sich bereits bei der Wahl einer Analogposition in

die Begründungspflicht zu positionieren. Es empfiehlt sich dann eine andere Analogposition zu wählen.

Als Analogposition denkbar wäre auch folgende GOZ-Position

 
       

Die Gebührenspanne

 

Nummer

Leistung

 

PunktzahlGebühr in Gebühr in Gebühr in

   

Faktor 1

Faktor 2,3

Faktor 3,5

533

Eingliedern einer Resektionsprothese zum Verschluss und zum Ausgleich von Defekten der Kiefer

2800

157,48

362,20

551,18

Die Berechnung des Veneers als ästhetisch indizierte Versorgung

 

Heil- und Kostenplan und Vereinbarung gemäß § 2 Abs. 3 der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ)

zwischen Dr.

 
 

und Herr / Frau

 

Auf Wunsch und auf Verlangen des Patienten gem. § 2 Abs. 3 der GOZ werden folgende,

 

nicht in den Leistungsverzeichnissen der GOZ und der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)

enthaltenen Behandlungsmaßnahmen und deren Vergütung vereinbart.

 

Art der Leistung

 

Zahn 21 Vollkeramisches Veneer

   
 

Material- und Laborkosten

   

voraussichtliche Gesamtsumme

   
 

Eine Erstattung durch Kostenträger - auch Beihilfestellen - ist nicht gewährleistet.

 

Ort, Datum

Unterschrift d. Zahnarztes

Ort, Datum

Unterschrift d. Zahlungspflichtigen

Stiftung Warentest beschreibt in der Broschüre „Zähne“ (ISBN Nr. 3-937 880-01-1)

die Versorgung mit einem Veneer wie folgt (Auszüge):

„Konkurrenz für die Krone

Es gibt Schätzungen, wonach gut die Hälfte aller Zähne, die eine Krone tragen, auch mit einem Veneer

gut bedient wären. Veneers können durchaus bei Zähnen mit vielen Füllungen eingesetzt werden, so-

lange sie nicht in den Zahnfleischrand reichen. Wenn der Zahn tot oder stark zerstört ist, dann spricht

mehr für eine Krone. Sie gibt dem Zahn mehr Halt. Da die deutschen Krankenkassen die Kosten für

Kronen (teilweise) bezahlen, für Veneers aber nicht, haben die Veneerschalen nur einen geringen

Marktanteil. Der Preis für ein Veneer bewegt sich pro Stück zwischen 500 und 800 Euro. Die Lebens-

dauer kann bei genauer Herstellung, Anpassung und guter Pflege, der von Kronen entsprechen, also

10 bis 15 Jahre. Die Stabilität von Veneers ist gut, aber steinhartes Brot sollten Sie trotzdem meiden.“

Die Laborleistungen gemäß § 9 der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ)

Praxisfall 5

Zahntechnische Leistungen Eigenlaborbeleg (Einzelleistungen) Veneer

 

Nummer

Bezeichnung

Eigenlaborleistungen für ein Veneer mit Alternativberechnung

CAD 001

Oberkiefer digitalisieren (OK)

CAD 001

Unterkiefer digitalisieren (UK)

CAD 002

Restaurationszahn digitalisieren

 

CAD 003

Okklusion digitalisieren

CAD 004

Präparationsgrenze definieren

CAD 005

Präparationsgrenze digitalisieren

CAD 006

Festlegen der Einschubachse

CAD 007

Digitalisieren der Einschubachse

CAD 008

Referenzzahn definieren

CAD 009

Referenzzahn editieren

CAD 010

Referenzzahn digitalisieren

CAD 011

CAD-Mock up (Anpassung des Systemvorschlags)

CAM 012

Fräsgerät bestücken

CAM 013

Fräsen aus Keramik

CAM 020