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„BIOGRAPHIES : TOP SEVEN ULAMA CONFIRMED FOR

MARJA’IAT“

[Kurzbiographien, nach „Tehran Times“, 07. 12. 1994; minderschwer gestrafft]

Großayatollah Sheikh Mohammad Fazel Lankarani

Geboren in Qom 1931. Sein Vater war Immigrant aus dem Kaukasusgebiet und galt als einer
der gebildetsten Lehrer der theologischen Schulen von Mashhad, Zanjan und Qom. Nach
Elementarausbildung gemeinsam mit Seyed Mustafa Khomeini Eintritt in die theologische
Schule Qom, die er nach sechs anstelle der üblichen neun Jahre abschließt. Ab dem 19.
Lebensjahr Schüler von Ayatollah Seyed Hussein Boroujerdi, darüber hinaus neun Jahre
Teilnahme an Lehrveranstaltungen zu fiqh und ‘usul bei (Imam) Ayatollah Khomeini, galt
dabei als einer der besten von dessen Studenten. Weiterhin Studium von Philosophie und
Logik bei Allameh Seyed Mohammad Hussein Tabatabie. Als 30jähriger erwirbt Lankarani
den Titel eines Ejtehad [=wissenschaftlicher Grad / selbständige Entscheidung einer
Rechtsfrage auf Grund der Interpretation einer Quelle]. Veröffentlichung einer Folge von
bislang 12 Büchern zu fiqh und ‘usul sowie darüber hinaus zur Interpretation des Koran. Unter
der Herrschaft des Shah u.a. Verbüßung von Gefängnishaft und Verbannungsstrafen.

Großayatollah Mohammad Taqi Bahjat

Geboren 1911 in Fouman, Provinz Gilan. Sohn eines Ladenbesitzers und Bauern. Bis zum
Alter von 14 Jahren Schulbesuch (maktab khaneh). Vier Jahre lang Besuch der theologischen
Schule Kerbela, anschließend Wechsel an die theologische Hochschule von Najaf. Wird zu
den besten Schülern der Ayatollahs Seyed Hadi Milani, Seyed Mahmud Shahrudi, Seyed Abul
Qassem Khoie, Seyed Sheikh Mohammad Hussein Qaravi Isfahani, Seyed Abol Hassan
Isfahani und Sheikh Mohammad Kazem Shirazi. Studium der Logik und Philosophie bei
Ayatollah Seyed Hussein Badkoobe’i. Bahjat ist bekannt für seine transzendentale Mystik und
Lehre der Selbstläuterung. Begabter und emotionaler Redner auf religiösen Veranstaltungen.
1940 Rückkehr nach Iran, anschließend Studium bei Ayatollah Boroujerdi sowie Ayatollah
Seyed Mohammad Hojjat. Hält seit seiner Rückkehr nach Iran eigene Lehrveranstaltungen in
Qom ab. Zusammenarbeit mit Sheikh Abbas Qomi bei einer Edition des berühmten „Safinat
ul-Behar“. Bahjat ist bekannt für seine transzendentale Mystik und Lehre der Selbstläuterung.
Begabter und emotionaler Redner auf religiösen Veranstaltungen.

Großayatollah Seyed Ali Husseini Khamene’i

Geboren 1939 in Mashhad. Elementarausbildung daselbst, höhere Bildung später in Qom bis
1964. Zu seinen Lehrern gehören Ayatollah Khomeini, Ayatollah Boroujerdi, Ayatollah
Sheikh Morteza Haeri. Aktivitäten in der anti-monarchistischen Bewegungen als „einer der
Führer im Kampf gegen das despotische Regime“. Seit 1962 aktiver Anhänger der
islamischen politischen Bewegung Ayatollah Khomeinis. Zwischen 1964 und 1978 mehrfache
Gefängnishaft bzw. Exil. Nach der Machtübernahme der Islamischen Revolution 1981 zum
Präsidenten der Islamischen Republik gewählt. Diesen Posten übt er zwei Legislaturperioden
lang aus. Nach dem Tode Ayatollah Khomeinis Wahl zum neuen Führer der Islamischen
Republik Iran am 29. 06. 1989.

Großayatollah Sheikh Hussein Vahid Khorasani

1921 in Mashhad geboren. Theologische Ausbildung in Mashhad bei Ayatollah Mohammad


Nahavandi (Koraninterpretation), Ayatollah Mirza Mahdi Isfahani und Ayatollah Mirza
Mahdi Ashtiani (fiqh). Philosophische Studien bei Ayatollah Mirza Abol Qassem Qomi und
Mirza Mahdi Ashtiani. Im Alter von 27 Jahren erwirbt er den Titel Ejtehad, setzt aber seine
Ausbildung in Najaf fort bei den Ayatollahs Abdul Hadi Shirazi, Seyed Mohsen Hakim sowie
vor allem Seyed Abdul Qassem Khoie. Als 37jähriger Beginn eigener Lehrtätigkeit in Najaf,
im wesentlichen zu fiqh und ‘usul. Nach 12 Jahren Wechsel nach Qom, wo er bis heute lehrt.
Seine Schule gilt als eine der wichtigsten der letzten 20 Jahre in Qom. Schrieb mehrere (z.T.
noch) unveröffentlichte theologische Bücher.

Großayatollah Sheikh Javad Tabrizi

Geboren 1926 in Tabriz. Dort Schulbesuch und als 18jähriger Eintritt in die theologische
Schule Talibiyeh von Tabriz. Bleibt ebenda für vier Jahre, bevor er an die theologische
Hochschule Qom wechselt. Studium bei Ayatollah Boroujerdi und Ayatollah Seyed
Mohammad Hojjat. Nach fünf Jahren 1953 Fortsetzung der Ausbildung in Najaf, vor allem
bei Ayatollah Khoie und Ayatollah Hadi Shirazi. Später Aufnahme eigener Lehrtätigkeit. Zur
Zeit gespannter politischer Beziehungen zwischen Iran und Irak 1976 wurde er direkt nach
Verlassen des Heiligen Schreins von Imam Hussein in Kerbela verhaftet, zur iranischen
Grenze gebracht und ausgewiesen. Seitdem Lehrtätigkeit im Iran, mehrere
Buchveröffentlichungen.

Großayatollah Seyed Musa Shobairi Zanjani

Geboren 1928 in Qom, Sohn des Ayatollah Seyed Ahmad Zanjani, eines bedeutenden ‘Alim
jener Zeit. Nach Grundausbildung Eintritt in die theologische Schule Qom, wo neben seinem
Vater auch Ayatollah Mohammad Mohaqqeq Damad und Ayatollah Boroujerdi zu seinen
Lehrern gehören. Gilt als ein führender Experte im Bereich der Hadith-Thematik, der er seine
größte Aufmerksamkeit widmet sowie des fiqh. Gehört heute zu den bekanntesten Lehrern an
der theologischen Schule Qom.

Großayatollah Sheikh Nasser Makarem Shirazi

1926 in Shiraz geboren. Nach elementarer Ausbildung Studium an der Agha Baba Khan
Schule in Shiraz. Schrieb als 18jähriger sein erstes Buch zu Fragen von ‘usul, ging
anschließend nach Qom, wo er für fünf Jahre bei Ayatollah Boroujerdi und anderen studierte.
Schließlich Wechsel nach Najaf, wo er nach einem Jahr als 24jähriger den Titel Ejtehad
erwirbt. Besuch der Logik- und Philosophie-Lehrveranstaltungen von Allameh Mohammad
Hussein Tabatabie. Ab 1951 Auseinandersetzung mit den Ideen des Kommunismus, mehrere
Veröffentlichungen, in denen er vor den Gefahren des Kommunismus warnt. 1954 gewinnt er
einen Preis für sein Buch über „Die sogenannten Philosophen“, auf der Grundlage seiner
Beschäftigung mit materialistischen Ideologien. Diese Buch erlebte bislang 20 Auflagen.
Weitere vielfache Publikationen über Koraninterpretation, Ethik, Hadith u.v.m. Mehr als 40
Jahre Lehrtätigkeit in Qom. Darüber hinaus zeitweilig verantwortlicher Herausgeber der
Monatszeitschrift „Makateb-e islam“.

Zusammenstellung/Übers. a. d. Englischen: Ralph Kühn.