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Lutherische Welt

I n f o r m a t i o n
Themen dieser
FEATURE: Solidarität der
weltweiten Ökumene
LWI
Ausgabe
Kirchen kämpfen gegen
auf dem Weg in die Freiheit
Diskriminierung durch alte
Kastenordnung....................... 3
Die Beiträge der RednerInnen auf der
„Globalen ökumenischen Konferenz zur
Gerechtigkeit für Dalits“, die vom 21.
bis 24. März in Bangkok (Thailand)
stattfand, geben der seit 3.500 Jahren
praktizierten Diskriminierung
von Menschen aufgrund ihrer
Kastenzugehörigkeit ein Gesicht...

Aufruf zur Solidarität


mit Menschen, die unter
Klimawandel leiden................11
Eine Gruppe von TheologInnen,
EthikerInnen, AnthropologInnen und
SpezialistInnen, die an Massnahmen
zur Anpassung an und zur Milderung
der Folgen des Klimawandels arbeiten,
haben die weltweite lutherische
Gemeinschaft zu Solidarität aufgerufen...

Weltweite
Kirchengemeinschaften
begrüssen Ergebnisse der Durban- Pachnali, westlichste Provinz Nepals, im November 2007: Gore Sunar (55) ist Dalit und lebt seit 25 Jahren in Schuldknechtschaft.
Überprüfungskonferenz............13 Er arbeitet für vier Grundbesitzer und hat dafür nie einen Lohn erhalten. Eine Konferenz des LWB und des ÖRK im März 2009
Der Ökumenische Rat der Kirchen in Bangkok (Thailand) hat zur Solidarität mit Dalits weltweit aufgerufen. © Jakob Carlsen
und der Lutherische Weltbund haben
der Durban-Überprüfungskonferenz
der Vereinten Nationen gegen Als die Niederländerin Elske van Gorkum Ziel der Konferenz war es, innerhalb der
Rassismus in Genf zur Verabschiedung vor einigen Jahren begann, in einer Dalit- Kirchen und weltweiten ökumenischen Orga-
des Abschlussdokuments gratuliert...
Gemeinde in Indien zu arbeiten, konnten nisationen zu Solidarität mit und Unterstüt-
FEATURE: Als ich es am die Menschen dort kaum glauben, dass es in zung für die Anliegen der Dalits aufzurufen.
notwendigsten brauchte........ 15 van Gorkums Heimat keine Kastenordnung Im Mittelpunkt stand das Elend der Dalits,
Mai kann heute lächeln, auch wenn es
gibt. „Für die Menschen war eine Gesell- die seit 3.500 Jahren unter der Diskriminie-
in ihrem Leben bisher wenig Grund
zum Lächeln gab. Sirirat Rueangsri, schaft ohne Kastenordnung nicht vorstellbar“, rung aufgrund von Kastenzugehörigkeit leiden.
die von ihren Verwandten und berichtet van Gorkum. „Aber auch für mich, Weltweit gibt es etwa 260 Millionen Dalits,
FreundInnen liebevoll Mai genannt die ich in einer Gesellschaft aufgewachsen 200 Millionen davon leben in Indien.
wird, ist 20 Jahre alt...
bin, in der alle die gleichen Rechte haben, Van Gorkum gehört zum Internati-
war es anfangs schwierig, das Prinzip der onalen Dalit-Solidaritätsnetzwerk und
‚Unberührbarkeit’ zu verstehen.“ setzt sich bei ihrer Regierung und der
Van Gorkum ist Entwicklungshelferin Europäischen Union dafür ein, dass die
und arbeitet für die niederländische Ent- Diskriminierung aufgrund von Kasten-
wicklungshilfeorganisation Interchurch zugehörigkeit im Rahmen von politischen,
Organization for Development Cooperation. wirtschaftlichen und entwicklungspoli-
Auf der internationalen ökumenischen Kon- tischen Beziehungen zu Ländern, in denen
ferenz zum Thema Gerechtigkeit für Dalits

04
Ende März in Bangkok (Thailand) erzählte Fortsetzung auf Seite 
sie von ihren Erfahrungen.

2009
Lutherische Welt-Information Aus dem Inhalt
Communio

Globale ökumenische Konferenz zur Gerechtigkeit für Dalits, 21. bis 24. März in Bangkok (Thailand)
3.......... Kirchen kämpfen gegen Diskriminierung durch alte Kastenordnung
5.......... Kirchen sind aufgerufen, Gottes Ebenbild in Dalit-Frauen zu erkennen
6.......... ChristInnen müssen Solidarität mit Unterdrückten zeigen
8.......... ChristInnen weltweit zu Solidarität aufgerufen, um Diskriminierung aufgrund von Kastenzugehörigkeit zu
überwinden
1, 9...... FEATURE: Solidarität der weltweiten Ökumene auf dem Weg in die Freiheit

11.......Aufruf zur Solidarität mit Menschen, die unter Klimawandel leiden

LWB-Sekretariat
13.......Weltweite Kirchengemeinschaften begrüssen Ergebnisse der Durban-Überprüfungskonferenz

Features & Themen


15.......FEATURE: Als ich es am notwendigsten brauchte

Kurznachrichten
2.........Leitender VELKD-Bischof: Religiöse Erziehung in Familien stärken
10.......USA: Haushaltskürzungen wirken sich auf ausländische Aktivitäten der ELKA aus
12....... Namibischer Premier begrüsst Ergebnis der Durban-Überprüfungskonferenz
14....... Lutherische Kirche im Heiligen Land feiert Jubiläen

Leitender VELKD-Bischof: Religiöse Erziehung in Familien stärken


Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen für Arbeitgeber selbstverständlich werden“, so Friedrich. Dies
Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes werde um so schneller gelingen, je mehr Männer wenigstens
Friedrich, hat sich besorgt über die religiöse Erziehung in den monatsweise Elternzeit nähmen. Darüber hinaus sei es wichtig,
Familien geäussert. Vor der Landessynode der Evangelisch-Luthe- die Qualität der ausserfamiliären Kinderbetreuung zu steigern.
rischen Landeskirche Hannovers sagte er am 8. Mai, Eltern seien Dazu gehörten eine bessere Entlohnung des Erzieherpersonals
dazu immer weniger in der Lage. In Kindertagesstätten, Kinder- sowie eine Absenkung der Regelzahl an Kindern, die von einer
gottesdiensten, Kinderchören und anderen Formen gemeindlicher Erzieherin beziehungsweise einem Erzieher betreut werden.
Arbeit werde viel getan, um dieses Defizit auszugleichen. Johannes Friedrich plädierte dafür, Familie nicht ausschliess-
Wenn die Familie eine wichtige Grösse in der Gesellschaft lich mit einem bürgerlichen Familienideal zu identifizieren. Man
sei und Kinder bestmöglich gefördert werden sollen, dann müs- müsse die individuellen Ausgestaltungen unserer Zeit ernst
se auch die Kirche alles unterstützen, was Familienstrukturen nehmen. „Das bedeutet nicht, dass wir die Leitbilder von Ehe
stärke. Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Wirtschafts- und Familie aufgeben wollen. Aber wir wollen alles tun, damit
krise müsse alles getan werden, um Eltern zu unterstützen. in unserer Gesellschaft und in unseren Kirchen Kinder und
Dazu gehöre beispielsweise, dass Mütter in die Lage versetzt Eltern noch ernster genommen werden als bisher.“
werden, auch mit Kindern ihre Karriere fortzusetzen. Die VELKD ist ein Zusammenschluss von acht deutschen
„Männer und Frauen, die für einige Zeit um der Kinder willen Landeskirchen mit insgesamt rund zehn Millionen Gemein-
zu Hause bleiben, dürfen keine Ausnahme sein, sondern müssen demitgliedern.
Lutherischer Weltbund – Deutsche Ausgabe Die Lutherische Welt-Information (LWI)
eine Kirchengemeinschaft Dirk-Michael Grötzsch wird als Informationsdienst
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Schweiz Pauline Mumia Veröffentlichtes Material gibt,
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Die in der Lutherischen Welt-Information
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 Nr. 04/2009
Globale ökumenische Konferenz

Lutherische Welt-Information
zur Gerechtigkeit für Dalits
21. bis 24. März in Bangkok (Thailand)

Kirchen kämpfen gegen Diskriminierung


durch alte Kastenordnung
Bangkok (Thailand)/Genf (LWI) – Die
Beiträge der RednerInnen auf der
„Globalen ökumenischen Konferenz
zur Gerechtigkeit für Dalits“, die vom
21. bis 24. März in Bangkok (Thai-
land) stattfand, geben der seit 3.500
Jahren praktizierten Diskriminierung
von Menschen aufgrund ihrer Kas-
tenzugehörigkeit ein Gesicht. Einer
dieser Beiträge erzählt zum Beispiel
von einem jungen Paar, das angeblich
gezwungen wurde, sich zu vergiften.
Die wahren Geschichten handeln von
Praktiken, die im 21. Jahrhundert für
viele eigentlich undenkbar sind.
Von dem Hochschulabsolventen
Den Tod feiern und das Neugeborene betrauern! Dalits in Dhaka (Bangladesch), die sich als Strassenkehrer
S. Murugesan (25) und der Hoch- verdingen, sind so arm, dass sich für sie wichtige soziale Ereignisse ins Gegenteil verkehren. Es gibt nur wenige
schulabsolventin D. Kannagi (22) Chancen, im Leben aufzusteigen. Durch das Fegen werden sie krank. Ohne Atemschutz oder Schutzkleidung
aus dem Dorf Puthukkooraippetti leiden die Strassenkehrer oft an Hautkrankheiten, Cholera, Tuberkulose und Asthma. © Jakob Carlsen

im südindischen Bundesstaat Tamil fünfjährigen Mädchens D. Dhanam. Asiatischen Christlichen Konferenz


Nadu, wird berichtet, dass sie, kurz Sie verlor auf einem Auge ihr Augen- organisiert worden. Ziel war es, die
nachdem sie am 5. Mai 2003 geheira- licht als sie im Dorf Kattinaicken im Solidarität der weltweiten ökume-
tet hatten, im Beisein vieler Menschen Distrikt Salem im Bundesstaat Tamil nischen Bewegung mit den nationalen
gezwungen wurden, eine giftige Flüs- Nadu von einer Lehrerin geschlagen und internationalen Bewegungen und
sigkeit zu trinken. Die Anwesenden wurde, weil sie Wasser aus einem Glas Initiativen für die Anliegen der Dalits
unternahmen nichts, sondern sahen getrunken hatte, das nur für die Kinder erneut zu bekunden.
dem Todeskampf des Paares einfach höherer Kasten bestimmt war. Weltweit leiden etwa 260 Millionen
nur zu. Die Körper der beiden wurden Dies sind zwei der vielen Beispiele, Menschen unter der Diskriminierung
später verbrannt, um keine Spuren des von denen Bischof Dr. Vedanayagam aufgrund von Kastenzugehörigkeit,
grausigen Vorfalls zu hinterlassen. Devasahayam von der Madras-Dio- geschätzte 200 Millionen davon le-
Der Grund für das Schicksal der zöse der Kirche von Südindien erzähl- ben allein in Indien, das als grösste
beiden jungen Menschen, das an die te. Der indische Journalist Soumya Demokratie der Welt gilt. Während
Geschichte von Romeo und Julia Viswanathan hat solche Beispiele der diese benachteiligten Menschen auf
erinnert, war, dass Murugesan ein „systematischen Gewalt” gegenüber Grund einer brahmanischen rituellen
Dalit war und Kannagi der niederen Dalits in einem Buch gesammelt. Tradition, nach der sie als „schmutzig“
Kaste der Vanniyar angehörte. Die Geschichten gaben den rund oder „verschmutzend“ galten, einst als
Nach der hinduistischen Lehre 95 an der Konferenz teilnehmenden „unberührbar“ bezeichnet und behandelt
werden Dalits als „schmutzig“ und VertreterInnen und LeiterInnen von wurden, nennen sie sich heute selbst
„verschmutzend“ und somit als „unbe- Kirchen sowie Menschenrechts- und Dalits („unterdrückt“, „zerbrochen“).
rührbar“ angesehen. Sie gehören nicht Entwicklungshilfeorganisationen aus der
einmal zur untersten Kaste und dür- ganzen Welt „theologische und missiolo-
fen nur untereinander heiraten, haben gische Grundlagen“ für die Bekundung Internationale Solidarität
also auch nicht das Recht, eine Person ihrer Solidarität mit den Dalits. LWB-Generalsekretär Pfr. Dr. Ishma-
der untersten Kasten zu heiraten. Die Konferenz war vom Luthe- el Noko äusserte sein Mitgefühl für das
Ein weiteres Beispiel für die Dis- rischen Weltbund (LWB) und dem lange Leiden der Dalits und erinnerte
kriminierung aufgrund von Kasten- Ökumenischen Rat der Kirchen daran, dass auch die Mehrheit der
zugehörigkeit ist das Schicksal des (ÖRK) in Zusammenarbeit mit der Menschen in seiner südafrikanischen

Nr. 04/2009 
Lutherische Welt-Information Heimat unter institutionalisierter Dis- Millionen der insgesamt 25 Millionen einige indischen Kirchen Menschen
kriminierung gelitten hätten. ChristInnen in Indien sind Dalits. ausschliessen oder separate Eingänge
„Ich kann mir ein bisschen vorstellen, „Solange nicht auch die Dalits für Dalits haben. Sie erfuhren des Wei-
wie es sein muss, als Dalit geboren zu würdig und gerecht behandelt werden, teren, dass Positionen von Kirchenlei-
werden und dann Opfer von Diskrimi- ist die menschliche Würde an sich in terInnen überwiegend mit Männern
nierung zu sein, die in der Gesellschaft Gefahr“, betonte Noko. besetzt seien, die keine Dalits sind.
fest verankert ist und auf Abstammung „Wir wollen, dass sich die indische
und der Ausübung traditioneller Berufe Kirche als Kirche von und für die Dalits
basiert“, schrieb Noko in einer Erklä- Aufgaben für Kirche und bekennt, um so für deren Befreiung zu
rung, die in seinem Namen auf der Kon- Staat arbeiten“, betonte Devasahayam. „Wir
ferenz verlesen wurde. „Als Simbabwer Die indische Verfassung verbietet die wollen ausserdem, dass die indische
weiss ich auch, was es bedeutet, wenn „Diskriminierung aufgrund von Kasten- Kirche die Kultur der Dalits im Leben
die Versprechen und die Hoffnung zugehörigkeit“ und das Prinzip der „Un- der Kirche, in den Gottesdiensten und
auf ein besseres Leben nicht gehalten, berührbarkeit“. Zwei besondere Gesetze in der theologischen Arbeit fördert“,
beziehungsweise erfüllt werden.” sehen Strafen für die UrheberInnen fügte er hinzu.
Noko merkte an, dass die Dalits von Diskriminierung aufgrund von
„trotz der vielen Versprechen in Form Kastenzugehörigkeit vor und weitere
von Garantien in der Verfassung und Gesetze verbieten Leibeigenschaft, die
Bestimmungen in Gesetzen“ weiterhin Latrinenreinigung von Hand und die
leiden und kritisierte scharf die Urhe- sogenannte „jogni“ (rituelle Prostituti-
berInnen von Diskriminierung und on). Mehr als 22 landesweite Entwick-
deren Verbündete. lungsprojekte sollen die wirtschaftliche
„Regierungen, die einen Teil ihrer Situation der Dalits verbessern.
eigenen Bevölkerung ausschliessen Viele der Versprechen und Garantien
– oder es hinnehmen, dass diese so aus der Verfassung würden jedoch nicht
behandelt werden – sind nicht in der erfüllt, so Pfr. Vincent Manoharan von
Lage zu regieren“, betonte er. „Und die der „National Campaign for Dalit Hu-
Mitglieder der internationalen Gemein- man Rights“ (Nationale Kampagne für
schaft, die von dem Problem wissen, die Menschenrechte der Dalits), einer
aber darüber hinwegsehen, sind an den unabhängigen Organisation zur Über-
systematischen Verletzungen der Men- wachung der Menschenrechtssituation.
schenrechte, die aus diesem ungerechten Auf die Frage nach den Hoff- Pfr. Vincent Manoharan, Generalsekretär der
System resultieren, mitschuldig.“ nungen der Dalits antwortete Bischof National Campaign for Dalit Human Rights.
© Joar E.M. Klette, Frø Film & Media
Noko kritisierte, dass die interna- Devasahayam, der selbst zu den
tionale Gemeinschaft den Appell der Dalits gehört: „Wir wollen, dass Im ersten Morgengottesdienst
Dalits während der UN-Weltkonfe- die indische Regierung zugibt, dass der Tagung setzte sich auch Pfr. Dr.
renz gegen Rassismus im Jahr 2001 in Menschen aufgrund ihrer Kastenzu- Park Seong-Won von der Youngnam
Durban (Südafrika), endlich ihre Men- gehörigkeit diskriminiert werden und Theological University and Seminary
schenrechte anzuerkennen, nicht erhört dass das Prinzip der Unberührbarkeit (Südkorea) für die Anliegen der Dalits
habe und betonte, dass die Kirchen praktiziert wird.“ ein. „Die Anliegen der Dalits sind
weltweit die Augen vor dem Leiden der Er drängte die indische Regie- auch unsere Anliegen. Sind wir, bis
Dalits nicht verschliessen dürften. rung, zu untersuchen, wie die Staats- zur vollkommen Befreiung der Dalits,
„Als Kirchen bekennen wir, dass wir maschinerie funktioniert, vor allem bereit zu sagen ‚Auch ich bin ein Da-
alle Teil des einen Leibes Christi sind im Hinblick auf das „Versäumnis, lit’?“, fragte er und sprach damit das
und der ganze Körper teilt den Schmerz den Dalits mit Hilfe der Polizei, der aus, was viele KirchenleiterInnen aus
eines jeden Teils“, fügte er hinzu. „Kann Exekutive und der Justiz Gerechtig- der ganzen Welt dachten.
irgendein Teil des Leibes Christi als keit zuteil werden zu lassen.“ (Ein Beitrag von Maurice Malanes,
‚unberührbar’ gelten? Für Gott sind Devasahayam tadelte auch die in- Korrespondent von Ecumenical News
alle ‚berührbar’. Niemand kann von der dische Kirche. „Wir wollen, dass die International – ENI.)
Gnade ausgeschlossen werden.“ indische Kirche anerkennt und sich
Die indische Kirche habe ein „Ge- zu der Schuld bekennt, das Kastensy- Weitere Informationen zur Konferenz
sicht der Dalits“, so Noko. Er betonte, stem auch innerhalb der Kirche und finden Sie auf der LWB-Webseite
dass die Mitglieder der lutherischen in den Programmen zu dulden.“ unter: www.lutheranworld.org/
Kirchen in Indien überwiegend Dalits Auf der Konferenz in Bangkok Arbeitsfelder/Biamr/BIAMR-
seien oder aus anderen Stammesge- erfuhren die TeilnehmerInnen, die Dalits_Gerechtigkeit.html
meinschaften stammten. Etwa 20 nicht aus Indien stammen, dass auch 24. April 2009

 Nr. 04/2009
Lutherische Welt-Information
Kirchen sind aufgerufen, Gottes Ebenbild in Dalit-Frauen zu erkennen
Die Teilnehmenden eines Workshops
im Rahmen der „Globalen ökume-
nischen Konferenz zur Gerechtigkeit
für Dalits“ haben die enge Verbindung
von Kastenordnung und Patriarchat
betont. Der Workshop beschäftigte
sich mit dem Thema „Verschiedene
Arten der Diskriminierung – die
Situation von Dalit-Frauen und Dalit-
Christinnen/Christen“. Er deckte die
besonders schwierige Situation von
Dalit-Frauen auf, die aufgrund ihres
Geschlechts unter Stigmatisierung
leiden und erniedrigenden Behand-
lungen ausgesetzt sind.
„Sobald [jemand] ein Dalit oder
eine Dalit ist, wird er oder sie ‚ver- Pfarrerin Dr. Evangeline Anderson-Rajkumar, Leiterin der Abteilung für Frauenstudien des United Theological
weiblicht’ und deshalb müssen wir die College in Bangalore (Indien), wendet sich an die Teilnehmenden der Konferenz. © ÖRK/Maurice Malanes

Kastenordnung und das Patriarchat


in Verbindung betrachten“, forderte Dalit-Frauen wie drittklassige Bür- einen Spachtel aus Zinn und einen Wei-
Pfarrerin Dr. Evangeline Anderson- gerinnen behandelt“, erklärte er. denkorb. Sie müssen die Exkremente
Rajkumar, Leiterin der Abteilung für Laut Bischof Dr. Vedanayagam entfernen und in dem Weidenkorb auf
Frauenstudien am United Theological Devasahayam von der Madras-Dio- dem Kopf zu den Abladeplätzen brin-
College in Bangalore (Indien), einem zöse der Kirche von Südindien trägt gen“, erzählte Devasahayam.
ökumenischen Institut der Luthe- die Diskriminierung aufgrund von Karuppaiah, eine Dalit aus einem
rischen Kirche Arcot. Kastenzugehörigkeit dazu bei, dass Slum in der Stadt Chennai im süd-
Kaste, Klasse und Geschlecht immer mehr Frauen von Armut be- indischen Bundesstaat Tamil Nadu,
zusammen machten Dalit-Frauen troffen sind. Allein in Indien würden sagte: „Natürlich ist es ekelerregend,
mundtot und führten zu deren Un- 1,2 Millionen Dalits – in der Mehr- aber ich habe keine andere Wahl, ich
terdrückung, betonte Pirbhu Satyani, heit Frauen – für einen Hungerlohn muss diese Arbeit machen.“
verantwortlich für Anwaltschaftsar- zu erniedrigenden, unhygienischen Initiativen der Kirche sollen
beit beim Thardeep Rural Develop- Arbeiten gezwungen. Dalit-Frauen Alternativen zu diesen
ment Programme (Entwicklungspro- Frauen müssten „Latrinen mit ange- entwürdigenden Jobs, die in die
gramm für ländliche Entwicklung), trockneten menschlichen Exkrementen Verarmung führen, anbieten.
das in der pakistanischen Provinz reinigen und haben dabei nur sehr Durch ein Programm zur Förde-
Sindh tätig ist. „In Pakistan werden einfache Hilfsmittel, wie zum Beispiel rung von Frauen aus den Slums und
die Vergabe von Mikrokrediten an die
Frauen in den Slums von Chennai ver-
sucht das Referat für Frauen in Kirche
und Gesellschaft der Vereinigten Evan-
gelisch-Lutherischen Kirche in Indien,
Frauen dabei zu unterstützen, eine neue
Existenzgrundlage aufzubauen.
Indira Ghale, Schatzmeisterin der
Nepali Feminist Dalit Organization
(Organisation von Dalit-Frauen in
Nepal), berichtete, dass das Länderpro-
gramm der LWB-Abteilung für Welt-
dienst (AWD) in Nepal versucht, Da-
lit-Frauen durch Anwaltschaftsarbeit,
Einkommen schaffende Massnahmen
und Kapazitätsaufbau zu stärken.
Die Teilnehmenden des Work-
Bischof Dr. Vedanayagam Devasahayam von der Madras-Diozöse der Kirche von Südindien. © LWB/P. Prove shops waren VertreterInnen von

Nr. 04/2009 
Lutherische Welt-Information Kirchen und kirchlichen Organi- „Ich habe kein Problem damit, das zulehnen. Sie baten die internationale
sationen aus aller Welt. Sie waren Abendmahl mit einem oder einer ökumenische Gemeinschaft eindring-
sich einig, dass derartige Initiativen Dalit zu feiern, aber ich würde sie lich anzuerkennen, dass Gott auch die
zur Förderung der Emanzipation [meine Tochter] niemals einen Dalit Frauen nach seinem Ebenbild schuf
von Dalit-Frauen ein guter Anfang heiraten lassen“, sagte ein indischer und dass jede Form des Missbrauchs
seien, warfen aber auch die Frage auf, Christ, der einer Kaste angehört und von Frauen das göttliche Ebenbild in
ob diese angesichts der weit verbrei- anonym bleiben wollte. jedem Menschen entstelle.
teten, tief verwurzelten Vorurteile, Die Teilnehmenden riefen die (Ein Beitrag von Timothy Mel-
die sogar in den Kirchen existierten, Kirchen dazu auf, die Behandlung der vyn, Kommunikationsbeauftragter der
die gewünschten Erfolge erzielen Dalits, wie sie im Moment verbreitet ist, Vereinigten Evangelisch-Lutherischen
würden. als Sünde und entmenschlichend ab- Kirche in Indien.)

ChristInnen müssen Solidarität mit Unterdrückten zeigen


VertreterInnen von Kirchen und kirch- Armen und Ausgegrenzten verbessern bei Arbeitsstellen und in politischen
lichen Organisationen aus der ganzen sollen, dass die Notlage der Dalits aber Ämtern einen proportionalen Anteil
Welt haben auf der „Globalen ökume- weitgehend unverändert sei. Es wird von Dalits garantieren. Viele renom-
nischen Konferenz zur Gerechtigkeit ausserdem berichtet, dass 80 Prozent mierte Bildungseinrichtungen, wie
für Dalits“ in Bangkok (Thailand) die der Dalits in ländlichen Gebieten zum Beispiel das Indian Institute of
Notwendigkeit betont, umfassende leben, 86 Prozent kein Land besitzen, Technology oder das Indian Institute
Förderungsmassnahmen konsequent 60 Prozent von Gelegenheitsarbeiten of Management, hielten sich jedoch
umzusetzen, um so Randgruppen leben müssen und nur 30 Prozent nicht an diese Gesetze, so Divakar.
vor Diskriminierung zu schützen. lesen und schreiben können. Divakar betonte auch, dass die
In einem Workshop mit dem Titel Als Dalit und Aktivist, der sich für Situation nicht nur in den Bildungs-
„Positive Diskriminierung von und An- gesellschaftliche Probleme engagiert, einrichtungen so diskriminierend
waltschaftsarbeit für Minderheiten in scheint es Divakar so, als ob die Kluft sei, sondern auch in der Politik und
betroffenen Ländern“, der im Rahmen zwischen den Kasten politisiert werde. auf dem Arbeitsmarkt. Und die Re-
der Konferenz stattfand, hielten die Wenn die Bestimmungen der Verfas- gierung nehme dies stillschweigend
TeilnehmerInnen fest, dass Mitglieder sung nicht durchgesetzt würden, so hin. Dadurch sei eine grosse Zahl
der geächteten Bevölkerungsgruppen, Divakar, würden diese – und vor allem der Dalits verbittert über die ihnen
wie zum Beispiel den Dalits, auch diejenigen, die Frauen und anderen verwehrten Möglichkeiten.
in Ländern, in denen Gesetze dies Randgruppen integrieren sollen – zu „Was mir besonders weh tut, ist, dass
eigentlich verhindern sollen, weiterhin einer Farce und spotteten dem poli- die wenigen Dalits, die im Parlament
sozial, wirtschaftlich und politisch tischen System. Als Beispiel nannte er sitzen und die die Dalits allgemein als
vom gesellschaftlichen Leben ausge- die indische Reservierungspolitik. ihre Fürsprecher und Fürsprecherinnen
schlossen sind. Theoretisch soll diese Reservie- sehen, die einen Wandel herbeiführen
rungspolitik in Bildungseinrichtungen, könnten, nicht die Interessen der Dalits,

Politische Kluft in Indien


In Indien gebe es verschiedene För-
derungsmassnahmen zu Gunsten
der Minderheiten, die auf bestimmte
Bereiche wie unfreie und Kinderarbeit,
die Latrinenreinigung von Hand und
„jogni“ (rituelle Prostitution) ausgerich-
tet sind. Trotzdem sei die Situation der
Dalits in Indien nichts, worauf man
stolz sein könne, ganz im Gegenteil,
man müsse sich dafür schämen, sagte
Paul Divakar, ein Dalit und Aktivist
der „National Campaign for Dalit Hu-
man Rights“ (Nationale Kampagne für
die Menschenrechte der Dalits).
Er wies weiter darauf hin, dass
es zwar verschiedene Projekte und
Der Dalit-Aktivist Paul Divakar (li.), Repräsentant der Nationalen Kampagne für die Menschenrechte
Programme gebe, die die gesellschaft- der Dalits, spricht auf dem Workshop über das Konzept der positiven Diskriminierung. Rechts im Bild der
liche und wirtschaftliche Situation der Stellvertretende LWB-Generalsekretär Pfr. Chandran Paul Martin. © VELKI

 Nr. 04/2009
the Ressurection in Baguio City

Lutherische Welt-Information
(Philippinen). Trotzdem „ist die
Gesellschaft in Mehrheiten und
Minderheiten geteilt. Zu den Min-
derheiten gehören [die] indigenen
Völker, ähnlich wie die Aborigines
in Australien“, erklärte Tabo-oy. Er
merkte an, dass es zwar Gesetze gebe,
die die indigenen Völker schützten,
gleichzeitig würden andere Gesetze
wie das Bergbaugesetz ihnen ihre
Rechte aber wieder verwehren; in
dem Fall des Bergbaugesetzes das
Recht auf Landbesitz.
In Ländern wie den USA, Irland
und Malaysia gibt es Anti-Diskrimi-
Indira Ghale, Schatzmeisterin der Feminist Dalit Organization in Nepal, setzte sich für die Rechte der Dalits nierungsgesetze, die Randgruppen
auf Bildung, Arbeit und politische Mitwirkung ein. © Lance Woodruff
der Bevölkerung schützen.

sondern fremde Interessen vertreten litten. „Der islamische Staat erkennt


und gefangen sind im Machtgefüge der das Dalit-Problem nicht an“, sagte er. Kirchen zu Solidarität
Politik“, beklagte Divakar. Studien unter Hindu-Dalits hätten aufgerufen
ergeben, dass die meisten unter ihnen Die KirchenvertreterInnen, die an
Leibeigene sind. Christliche Dalits dem Workshop teilnahmen, riefen die
Kein rein indisches seien sogar doppelt ausgegrenzt. weltweite ökumenische Gemeinschaft
Problem Manoharan betonte, die meisten auf, aktiver zu sein und sich mehr
Die Teilnehmenden erfuhren, dass Dalits in Bangladesch hielten die dafür einzusetzen, dass ihre Regie-
es auch in anderen Ländern ähnliche Strassen sauber und sammelten rungen Gesetze gegen Diskriminie-
Entwicklungen gibt. In Nepal gebe es Müll ein. rung erlassen und durchsetzen.
zum Beispiel ebenfalls Gesetze gegen In Sri Lanka sind zwar die Kämp- Für Bischof Dr. Zephania Kameeta
die Diskriminierung einzelner Grup- fe zwischen den einzelnen Völkern von der Evangelisch-Lutherischen
pen, berichtete Indira Ghale von der von grösserer Be- Kirche in der Republik
Feminist Dalit Organization in Nepal. deutung, aber selbst Namibia steht die all-
Dalits, die dort etwa 20 Prozent der BuddhistInnen den- gemeine Gültigkeit der
nepalesischen Bevölkerung aus- ken hier in Kasten. Menschenrechte auf
machten, seien jedoch in der gleichen Auch wenn sie in Sri dem Spiel und somit
Situation wie die Dalits in Indien. Lanka nicht als „Da- sei die Anwaltschafts-
„Auch in Nepal [gibt] es eine Reser- lits“ bezeichnet wer- arbeit der Kirchen für
vierungspolitik, dennoch werden den den, haben Dalits, die Einhaltung der
Dalits ihre Rechte auf Bildung, Arbeit die aus Indien stam- Menschenrechte nicht
und Beteiligung an Politik verwehrt. men, in Sri Lanka fakultativ. „Diskrimi-
Sie werden gezwungen, niedrige Ar- selbst da n n kei n nierung und Unterdrü-
beiten zu verrichten und haben keine Wahlrecht, wenn sie ckung sind eine Schan-
andere Wahl“, betonte sie. StaatsbürgerInnen de für die Menschheit.
Die allgemeine Gültigkeit der Menschenrechte
Andere südasiatische Staaten, in des Landes sind. stehe auf dem Spiel, betonte LWB- Unsere Solidarität mit
denen es eine Kastenordnung gibt, wie Der Workshop Vizepräsident Bischof Dr. Zephania Kameeta. den Dalits ist keine
zum Beispiel Bangladesch, Pakistan zeig te, dass auch © VELKI/Timothy Melvin Gefälligkeit, es ist viel-
und Sri Lanka, haben bisher keine ausserhalb der ge- mehr unsere christ-
Gesetze gegen Diskriminierung erlas- nannten Länder und auch dann, liche Pflicht und Verantwortung, uns
sen. Pfr. Vincent Manoharan, Sekretär wenn es keine Kastenordnung gibt, mit den Dalits zu solidarisieren“, so
für internationale Anwaltschaftsarbeit Gesetze gegen Diskriminierung Kameeta, LWB-Vizepräsident für die
bei der „National Campaign for Dalit notwendig sind. Region Afrika.
Human Rights“ in Pakistan, erklärte, Auf den Philippinen gebe es (Ein Beitrag von Timothy Mel-
dass alle pakistanischen Dalits, egal ob zum Beispiel keine Kastenordnung, vyn, Kommunikationsbeauftragter der
MuslimIn, Hindu oder ChristIn, unter berichtete Pfr. David Tabo-oy, De- Vereinigten Evangelisch-Lutherischen
Diskriminierung durch die Regierung kan der Episcopal Cathedral of Kirche in Indien.)

Nr. 04/2009 
Lutherische Welt-Information ChristInnen weltweit zu Solidarität aufgerufen, um Diskriminierung
aufgrund von Kastenzugehörigkeit zu überwinden
Kirchliche Führungspersönlichkeiten brachten sie aber auch ihre Hoffnung Durban für die Interessen der Dalits
und MenschenrechtsaktivistInnen zum Ausdruck, dass das Problem auf eingetreten sei und wies darauf hin,
wollen den Kampf zur Überwindung der anstehenden Nachfolgekonferenz dass auch die Hilfe kleiner Länder
von Diskriminierung aufgrund von zur Tagung in Durban internationale den Freiheitskampf der Dalits vor-
Kastenzugehörigkeit auf internatio- Aufmerksamkeit erfahren werde. antreiben könne.
naler Ebene thematisieren. Die seit In einer Erk lärung mit dem Mit der Erklärung von Bangkok
3.500 Jahren praktizierte Diskrimi- Titel „Bangkok Declaration and verpf lichteten sich die Teilneh-
nierung aufgrund von Kastenzuge- Call“ (Erklärung und Aufruf von menden dazu, die Befreiung der Da-
hörigkeit ist eine Geissel, unter der Bangkok) riefen die Teilnehmenden lits zu einem zentralen Missionsthe-
auch heute noch hunderte Millionen die internationale Gemeinschaft ma zu machen. Die Erklärung ruft
Menschen weltweit leiden. Die Nach- auf, den VertreterInnen der Dalits die Kirchen in Ländern, in denen es
folgekonferenz zur UN-Konferenz während der Nachfolgekonferenz zur eine Kastenordnung gibt, auf, „sich
gegen Rassismus Ende April in Genf UN-Konferenz gegen Rassismus „ein solidarisch mit der Dalit-Bewegung
soll als erste Möglichkeit dienen, diese Forum für ihre Anliegen zu bieten“ zu zeigen und mit einer Stimme
Strategie zu überprüfen. und mahnten „alle teilnehmenden zu sprechen, um die Befreiung der
Die Diskriminierung aufgrund Regierungen, die Thematik der Dis- Dalits zu erreichen.“
von Kastenzugehörigkeit ist so tief kriminierung aufgrund von Kasten- Laut der Erklärung wird von den
verwurzelt, dass Kirchen und Men- zugehörigkeit in den Diskussionen Kirchen erwartet, dass sie Programme
schenrechtsgruppen in Indien und zu berücksichtigen.“ zur Bewusstseinsbildung einrichten,
anderen Ländern, in denen diese die Dalits in ihrem Kampf unter-
Form der Diskriminierung prakti- stützen, die Verbrechen, die auf dem
ziert wird, zu der Einsicht gelangt Moralische Erklärung Kastensystem basieren, beobachten
sind, dass sie das Problem allein und Solidarität und darauf reagieren, die Dalits ermu-
schwer werden lösen können. „Wir Einige indische AktivistInnen ver- tigen, ihre Kultur im Gottesdienst, in
brauchen Ihre Solidarität!“, appel- sprechen sich von der Nachfolge- der Liturgie und in der Theologie zu
lierten sie an die Teilnehmenden der konferenz im April jedoch nicht all leben, und Initiativen zugunsten von
„Globalen ökumenischen Konferenz zu viel. „Die indische Regierung hat Dalit-Frauen zu unterstützen.
zur Gerechtigkeit für Dalits“ in dafür gesorgt, dass das Thema der
Bangkok (Thailand). Diskriminierung aufgrund von Kas-
Die Teilnehmenden der Konfe- tenzugehörigkeit in Genf nicht ange-
renz in Bangkok begrüssten, dass ver- sprochen wird“, so Vijaykumar Par-
schiedene UN-Organisationen, wie mar, der für die „National Campaign
zum Beispiel der Ausschuss für die for Dalit Human Rights“ (Nationale
Beseitigung der Rassendiskriminie- Kampagne für die Menschrechte der
rung (Committee on the Elimination Dalits) in Indien arbeitet.
of Racial Discrimination, CERD), Parmar appellierte an die öku-
der Ausschuss für die Beseitigung menische Gemeinschaft, eine „mo-
der Diskriminierung der Frau (Com- ralische Erklärung“ zu formulieren
mittee on the Elimination of Discri- und so die Kirchen in der ganzen Welt
mination aginst Women, CEDAW) auf das Problem der Diskriminierung
und die Internationale Arbeitsorga- aufgrund von Kastenzugehörigkeit
nisation (International Labor Orga- aufmerksam zu machen. Zu den Teil-
nization, ILO) Fortschritte bei der nehmenden, die sich verpflichteten,
Vijaykumar Parmar von der Nationalen Kampagne
Bekämpfung von Diskriminierung die Kirchen weltweit über das Pro-
für die Menschenrechte der Dalits in Indien.
aufgrund von Kastenzugehörigkeit blem zu informieren, gehörte auch Pfr. © Privat
gemacht hätten. Dr. Lesley Anderson, Vorsitzender der
Die Teilnehmenden riefen in Karibischen Konferenz der Kirchen Ausserdem wird die internatio-
Erinnerung, dass das Problem der (Caribbean Conference of Churches, nale Gemeinschaft aufgerufen, sich
Disk riminierung aufgrund von CCC). Er versprach, das Problem dafür einzusetzen, dass die manuelle
Kastenzugehörigkeit im Jahr 2001 gemeinsam mit seinen katholischen Reinigung von Latrinen bis Ende
auf der UN-Konferenz gegen Ras- Kollegen in der CCC aufzugreifen. 2010 endgültig abgeschafft wird.
sismus in Durban (Südafrika) nicht Parmar merkte an, dass Guate- Diese ent w ürdigende Aufgabe,
behandelt worden sei. Gleichzeitig mala auf der UN-Konferenz 2001 in die die Kastenordnung den Dalits

 Nr. 04/2009
auszubauen. Insbesondere sollen sie

Lutherische Welt-Information
ihr Augenmerk auf die Gewalt gegen
die Dalits richten und ihre Mit-
gliedskirchen und die Allgemeinheit
darüber informieren.
Die Erklärung beinhaltet auch
die Forderung nach der Einrichtung
einer Arbeitsgruppe für die Nachbe-
reitung der Konferenz in Bangkok.
Gleichzeitig verpflichteten sich die
Teilnehmenden der Konferenz, in ih-
ren Ländern über die Solidaritätskam-
pagne für die Dalits zu informieren
und sie somit zu internationalisieren.
„Mit Jesu Liebe in meinem Herzen
werde ich mich weiterhin einsetzen
Ashraf Tannous (li.) von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land im Gespräch für Gerechtigkeit und die Freiheit
mit Bischof Devamani Bachu von der Kirche von Südindien. © ÖRK/Maurice Malanes
der Dalits, der Afrikaner und Afri-
kanerinnen und anderer unterdrückter
aufzwingt, bedeutet, dass sie mensch- und bei privaten Firmen und Banken Völker, einschliesslich meines eigenen.
liche Exkremente mit blossen Händen in ihrem Land, die in die indische Denn als Christen und Christinnen
aus Latrinen entfernen und in Körben Wirtschaft investieren, dafür einset- müssen wir die Last der anderen
zu Abladeplätzen tragen müssen. zen, dass Dalits durch die Investiti- mutig und ohne Angst mit tragen“,
Auch fordert die Erklärung die Kir- onen die gleichen Chancen auf einen betonte Ashraf Tannous von der
chen in Ländern, die weniger oder von Job haben, wie alle anderen. Evangelisch-Lutherischen Kirche in
anderen Problemen betroffen sind, auf, Jordanien und im Heiligen Land.
Mittel für Solidaritätsarbeit im eigenen (Eine gemeinsame Pressemitteilung
Land und in Ländern, in denen es eine Augenmerk auf Gewalt von LWB und ÖRK.)
Kastenordnung gibt, bereitzustellen gegen Dalits
und den Austausch untereinander und Um eine internationale Kampagne Die Erklärung von Bangkok finden
Besuche vor Ort zu ermöglichen. gegen Diskriminierung aufgrund von Sie in englischer Sprache auf der
Von Kirchen in Ländern, die Kastenzugehörigkeit zu unterstützen, LWB-Webseite unter:
das Problem der Diskriminierung ruft die Erklärung von Bangkok die www.lutheranworld.org/
aufgrund von Kastenzugehörigkeit weltweiten ökumenischen Organisa- Arbeitsfelder/Biamr/
selbst nicht kennen, wird erwartet, tionen auf, ihre Arbeit zur Förderung BIAMR-Dalits_
dass sie sich bei ihren Regierungen von Gerechtigkeit für Dalits weiter Gerechtigkeit.html

FEATURE: Solidarität der weltweiten Ökumene


auf dem Weg in die Freiheit
Fortsetzung von Seite 1 „Wir sollten uns vor allem auf anschliessen und sie auf dem Weg in die
die Grundsätze der Solidarität und Freiheit solidarisch begleiten.“
diese Form der Diskriminierung der Begleitung stützen und weniger
existiert, mehr Beachtung findet. auf Mitleid für und Nächstenliebe
„Ich habe etwas über das Leiden gegenüber den Dalits“, betonte Pfr. Erwachen
und die Grausamkeiten, die die Dalits Dr. Deenabandhu Manchala, Pro- Viele der Delegierten der Tagung in
ertragen mussten, gelernt und kann grammreferent des ÖRK für gerechte Bangkok räumten ein, dass sie wenig
mich deshalb nur zu Solidarität mit und integrative Gemeinschaften und über das Schicksal der Dalits wussten.
den Dalits verpflichten“, so van Gor- selbst ein Dalit. Die Konferenz habe ihnen die Augen
kum, die seit 2005 mit Dalits arbeitet. Prof. Maake Masango von der Uni- geöffnet und ihnen bewusst gemacht,
Die Menschen zu überzeugen, versität in Pretoria (Südafrika) stimmt dass sie ihren Teil beitragen könnten,
die Dalits in ihrem Kampf zu unter- dem zu: „Anwaltschaftsarbeit bedeutet indem sie die Schicksale, von denen
stützen, ist das zentrale Anliegen der nicht, dass wir über das Leben derer sie gehört hatten, weitererzählen.
weltweiten ökumenischen Solidarität bestimmen können, für die wir uns ein- „Die Kirchen wissen kaum etwas
und gehörte zu den strategischen setzen. Es geht vielmehr darum, sie zu über die Situation der Dalits und tun
Zielen der Konferenz in Bangkok. stärken. Deshalb müssen wir uns ihnen die Kastenordnung als Teil der Religi-

Nr. 04/2009 
Lutherische Welt-Information BürgerInnen für die Anliegen der Für Bischof Dr. Zephania Ka-
Dalits durch sein kirchliches Netz- meeta von der Evangelisch-Lu-
werk wiederzubeleben und erklärte, therischen Kirche in der Republik
er würde sich um Treffen von Dalit- Namibia ist die Begleitung der Dalits
Gemeinden mit der US-Regierung und anderer Opfer von Unterdrü-
bemühen und Verletzungen der ckung auf ihrem Weg in die Freiheit
Menschenrechte bei den Vereinten eine Möglichkeit, den Menschen auf
Nationen zur Sprache bringen. der ganzen Welt „Danke“ zu sagen,
die sein Land im Kampf um Freiheit
unterstützt haben.
Weltweite Solidarität „Auch wir sind Kinder der weltwei-
Andere Teilnehmende, die selbst ten Solidarität. Ohne die Unterstüt-
Diskriminierung und Misshand- zung der vielen Menschen, die uns auf
lungen erfahren haben, konnten sich unserem Weg in die Freiheit begleitet
leicht mit den Dalits identifizieren. haben, gäbe es uns heute vielleicht gar
Prof. Maake Masango von der Universität in
Pretoria (Südafrika) während eines Workshops im
„Wir verlassen diese Konferenz nicht mehr“, so Kameeta, der auch
Rahmen der Konferenz. © VELKI mit dem Gefühl, den Dalits dringend LWB-Vizepräsident für die Region
Gehör verschaffen zu müssen“, sagte Afrika ist. „Wir begleiten die Dalits
onsfreiheit ab“, erklärte Dennis Frado, Pfarrerin Roxanne Jordan von der also nicht, um ihnen einen Gefallen zu
Direktor des Lutherischen Büros für Vereinigten Kongregationalistischen tun, sondern weil wir als Christen und
Weltgemeinschaft, das den LWB gegen- Kirche des südlichen Afrikas, die Christinnen dazu verpflichtet sind“,
über der Zentrale der Vereinten Nationen das Leiden der Dalits mit der Dis- fügte er hinzu.
in New York (USA) vertritt. „Nachdem kriminierung und dem Ausschluss (Ein Feature von Maurice Mala-
wir auf der Konferenz diese Geschichten bestimmter Gruppen während der nes, Korrespondent der ökumenischen
der Dalits gehört haben, müssen wir sie Apartheidpolitik der weissen Min- Nachrichtenagentur Ecumenical News
einfach weitererzählen, vor allem wenn derheit in ihrem Land verglich. International mit Sitz in Genf.)
es darin um die Nichteinhaltung von
Menschenrechten geht.“
Die Teilnehmenden erfuhren von
der Diskriminierung und dem Unrecht,
das die Dalits erleiden. So wurde im
indischen Bundesstaat Orissa im Jahr
2008 durch hinduistische Fundamen-
talisten eine Welle der Gewalt ausge-
löst, während der beispielsweise eine
katholische Nonne von einer Gruppe
Männer mehrfach vergewaltigt wurde,
fast 50 Menschen getötet und weitere
15.000 vertrieben wurden und das
Eigentum von Dalits und anderen
christlichen Stammesangehörigen
zerstört oder beschädigt wurde.
Frado verpflichtete sich, die Un-
Die Delegierten Metropolit Geevarghese Coorilos aus Indien (li.) und Pfarrerin Roxanne Jordan aus Südafrika
terstützung der amerikanischen (re.) im Gespräch während einer Kaffeepause. © VELKI/Timothy Melvin

USA: Haushaltskürzungen wirken sich auf


ausländische Aktivitäten der ELKA aus
Ein bedeutender Rückgang der finanziellen Ressourcen der nisation, werden die Kürzungen Kirchen und LWB, die bereits
Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (ELKA) hat zu mit den Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise zu
Haushaltskürzungen geführt, die insbesondere ihr Missionswerk kämpfen haben, „schwer treffen“. Betroffen sind auch Ausga-
ELCA Global Mission treffen. Diese Kürzungen werden sich auf ben für Reisen, Dienstleistungen und die Unterstützung für die
die ausländischen Aktivitäten der Kirche auswirken, darunter auch zahlreichen Programme und Funktionen der Organisation.
auf die Unterstützung des Lutherischen Weltbundes (LWB). Die ELKA hat rund 4,7 Millionen Mitglieder und trat
Das Budget von ELCA Global Mission wurde um 3,6 dem LWB 1988 bei. Der Leitende Bischof der ELKA, Mark
Millionen US-Dollar beziehungsweise 11,4 Prozent gekürzt. S. Hanson, ist LWB-Präsident.
Laut Pfr. Rafael Malpica Padilla, Leitender Direktor der Orga- (Nach ELCA News Service)

10 Nr. 04/2009
Aufruf zur Solidarität mit Menschen,
die unter Klimawandel leiden

Lutherische Welt-Information
LWB-VertreterInnen erleben in Indien Bemühungen,
das tägliche Brot zu sichern
Puri (Orissa/Indien)/Genf (LWI) – Eine
Gruppe von TheologInnen, Ethi-
kerInnen, AnthropologInnen und
SpezialistInnen, die an Massnahmen
zur Anpassung an und zur Milderung
der Folgen des Klimawandels arbei-
ten, haben die weltweite lutherische
Gemeinschaft zu Solidarität mit ver-
wundbaren Gemeinschaften aufgeru-
fen, die sich gegen die Auswirkungen
des Klimawandels engagieren.
„Mit der Schöpfung verbunden
zu sein bedeutet, solidarisch mit
denjenigen zu sein, die Opfer des
Klimawandels sind und uns aufrufen Fischer fahren frühmorgens mit ihren Booten zum Fischen aufs Meer: Bucht von Bengalen (Puri, Orissa/Indien).
© LWB/K. Bloomquist
und motivieren, etwas gegen den Kli-
mawandel zu unternehmen“, so die 23
Teilnehmenden des vom Lutherischen Glaubensrichtungen. Während des zwischen ihre Häuser auf sichererem
Weltbund (LWB) organisierten Tref- fünftägigen Treffens besuchten Grund oder auf Pfeilern. Um bei
fens mit dem Titel „Climate Change die Teilnehmenden Fischerdörfer Überflutungen die Trinkwasservor-
Encounter in India“ (Treffen zum The- und bäuerliche Gemeinschaften an räte vor einer Verunreinigung durch
ma Klimawandel in Indien), das vom der Küste des Golfs von Bengalen, Salz zu schützen, greifen sie auf den
16. bis 20. April in Puri im Bundesstaat analysierten den Klimawandel und Bau von Rohrbrunnen zurück, die
Orissa in Nordostindien stattfand. nahmen an Bibelarbeit sowie Got- ebenfalls nicht direkt am Boden, son-
Dieses Treffen von VertreterInnen tesdiensten teil. dern erhöht errichtet werden. Durch
aus aller Welt fand in dem für Katastro- Im Rahmen ihrer Besuche in sechs die Zusammenarbeit mit öffentlichen
phen besonders anfälligen Bundesstaat Gemeinden kamen die Teilnehmenden Stellen und verschiedenen Katastro-
Orissa statt, um den Teilnehmenden mit den Menschen ins Gespräch und phenwarnsystemen und -gruppen er-
die dramatischen Auswirkungen des hörten Berichte von vielen Betroffenen, halten die DorfbewohnerInnen nach
Klimawandels sowie die weltweiten deren ganze Existenz sehr stark vom Überflutungen neues Saatgut, um so
Zusammenhänge nachdrücklich er- Klimawandel betroffen ist. Das LWSI- ihre Ernährung sicherzustellen.
lebbar zu machen. Organisiert wurde Projekt zur ländlichen Entwicklung Die Teilnehmenden des Treffens
das Treffen von der LWB-Abteilung arbeitet mit diesen Gemeinschaften haben ihre Erfahrungen in der Er-
für Theologie und Studien (ATS) in zusammen. Es verfolgt das Ziel, die klärung: „Witnessing to Hope Amid
Zusammenarbeit mit der Vereinigten Menschen aufzuklären und zu stärken Rising Waters“ (Zeugnis der Hoffnung
Evangelisch-Lutherischen Kirche in und lokale Initiativen wie Selbsthilfe- inmitten steigender Wasserspiegel)
Indien (VELKI) sowie dem Lutheri- gruppen, Katastrophenmanagement zusammengefasst. Darin rufen sie zur
schen Weltdienst in Indien (Lutheran und Ausschüsse für die Entwicklung Solidarität mit den vielversprechenden
World Service India – LWSI), ein Län- der Dörfer zu unterstützen, um so Aktionen der DorfbewohnerInnen auf,
derprogramm der LWB-Abteilung für den Auswirkungen des Klimawandels die deren Zukunft sichern sollen.
Weltdienst (AWD). entgegenzuwirken. Die Einblicke, die sie während
Zu den Teilnehmenden gehörten Zu den Initiativen zur Anpassung ihrer Besuche in den Gemeinden in
Mitglieder der VELKI und des an die neuen Bedingungen und den Puri erhielten, wollen die Teilneh-
LWSI sowie Mitglieder der LWB- vorbeugenden Massnahmen gehören menden der weltweiten lutherischen
Mitgliedskirchen in Australien, zum Beispiel Baumpf lanzungen, Gemeinschaft zugänglich machen.
Dänemark, Deutschland, Indien, die Ausbildung von Kindern, die Insbesondere sollen ihre Erfahrungen
Indonesien, Schweden und den USA, Förderung des Anbaus traditioneller in die vorbereitenden Konsultati-
Mitarbeitende der AWD-Länder- Nahrungsmittel sowie die Stärkung onen zur LWB-Vollversammlung
programme in Bangladesch und der Dorfgemeinschaften. eingebracht werden. Das Thema der
Tansania sowie Angehörige anderer Als Folge der klimatischen Verän- Vollversammlung, die auf Einladung
christlicher und nicht christlicher derungen errichten die Menschen in- der Evangelischen Landeskirche in

Nr. 04/2009 11
Lutherische Welt-Information des Klimawandels auf. Sie riefen den
LWB auf, während der im Dezember
2009 in Kopenhagen (Dänemark)
stattfindenden Klimakonferenz der
Vereinten Nationen Präsenz zu zei-
gen und eine Erklärung abzugeben.
Sie schlugen ausserdem vor, während
dieser Konferenz zu gemeinsamen
Zeiten weltweit Kirchenglocken zu
läuten, um so darauf hinzuweisen,
wie dringend es sei, etwas gegen den
Klimawandel zu unternehmen.

Den vollständigen Text der Erklärung


finden Sie (in englischer Sprache) auf
der LWB-Webseite unter:
www.lutheranworld.org/
Teilnehmende der Tagung zum Thema Klimawandel in Indien Mitte April 2009 in Puri im Bundesstaat Orissa What_We_Do/DTS/Programs/
in Nordostindien. © Privat Puri-Climate_communique.pdf

Württemberg im Juli 2010 in Stuttgart Anwaltschaftsarbeit des LWB-Rates Weitere Informationen zum Thema
(Deutschland) stattfindet, ist „Unser und der Mitgliedskirchen gegen den der Elften LWB-Vollversammlung
tägliches Brot gib uns heute“. Klimawandel zum Ausdruck und finden Sie unter:
Die Teilnehmenden brachten forderten zum umfassenden Engage- www.lutheranworld.org
weiterhin ihre Unterstützung für die ment gegen die Ursachen und Folgen 13. Mai 2009

Namibischer Premier begrüsst Ergebnis


der Durban-Überprüfungskonferenz
Im Rahmen eines Besuches im Sekretariat des Lu- so Angula, zu den zentralen gesellschaftlichen
therischen Weltbundes (LWB) hat der namibische Herausforderungen, mit denen das Land heute kon-
Premierminister Nahas Angula seine Zufriedenheit frontiert sei. So habe die Regierung ein umfassendes
im Blick auf Beratungen und Ergebnis der Durban- Programm aufgelegt, das unter anderem die Folgen
Überprüfungskonferenz der Vereinten Nationen von HIV eindämmen, Prävention fördern, Unterstüt-
zum Ausdruck gebracht, die sich vom 20. bis 24. zung bei Behandlung und Pflege leisten sowie das
April in Genf (Schweiz) mit der Bekämpfung des Bewusstsein für die Pandemie stärken soll.
Rassismus auseinandergesetzt hatte. Angula betonte die Bedeutung von Partner-
Bei dem Treffen mit PressevertreterInnen der im schaften mit lokalen und internationalen Orga-
Ökumenischen Zentrum angesiedelten Organisa- nisationen einschliesslich der Kirchen für den
Der namibische Premierminister
tionen erklärte Angula am 22. April, er betrachte Nahas Angula im April 2009 Kampf gegen die AIDS-Pandemie. Namibia hat
das auf der Konferenz verabschiedete Dokument als im Genfer LWB-Sekretariat. eine HIV-Rate von 15 Prozent.
„moralischen Kompass“, dessen Autorität BürgerInnen, © LWB/T. Rakoto Den drei LWB-Mitgliedskirchen in Namibia,
Regierungen und andere Institutionen in ihrem Han- der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der
deln leiten und inspirieren werde. (Vgl. Bericht auf Seite 13f.) Republik Namibia, der Evangelisch-Lutherischen Kirche
Angula, der an der Überprüfungskonferenz teilgenommen hatte, in Namibia und der deutschsprachigen Evangelisch-Luthe-
besuchte das Ökumenische Zentrum in Genf auf Einladung von rischen Kirche in Namibia, gehören insgesamt eine Million
LWB-Generalsekretär Pfr. Dr. Ishmael Noko. Er wurde unter NamibierInnen an, was nahezu 50 Prozent der Bevölkerung
anderem vom namibischen Botschafter bei den Vereinten Nationen entspricht. Neben anderen AIDS-Initiativen sind die luthe-
in New York (USA), Dr. Kaire Mbuende, begleitet. rischen Kirchen Gründungsmitglieder der Church Alliance
Der Premierminister würdigte die von LWB und anderen for Orphans (CAFO), in deren Rahmen sich elf Kirchen und
kirchlichen Organisationen während des namibischen Unab- kirchliche Organisationen für die praktische Betreuung und
hängigkeitskampfes geübte Solidarität. HIV und AIDS gehörten, Traumaheilung verwaister Kinder engagieren.

LWI-Nachrichten finden Sie online unter:


www.lutheranworld.org/News/Welcome.DE.html
12 Nr. 04/2009
Weltweite Kirchengemeinschaften begrüssen

Lutherische Welt-Information
Ergebnisse der Durban-Überprüfungskonferenz
Leiden von Hunderten Millionen Menschen, die aufgrund ihrer
Kastenzugehörigkeit diskriminiert werden, kommt nicht zur Sprache
Genf (LWI) – Der Ökumenische Rat der der Welt, einschliesslich der ‚besetz- sationen aus der ganzen Welt ihre Soli-
Kirchen (ÖRK) und der Lutherische ten’ Regionen“ zu überwinden. darität mit den Dalits in ihrem Kampf
Weltbund (LWB) haben der Durban- Dennoch bedauerten beide Kir- für Gerechtigkeit zum Ausdruck.
Überprüfungskonferenz der Vereinten chengemeinschaften in ihrer Erklä- In ihrer mündlichen Erklärung
Nationen gegen Rassismus in Genf zur rung, dass es der UN-Konferenz nicht betonten ÖRK und LWB in Genf,
Verabschiedung des Abschlussdoku- gelungen sei, „das Leiden der mehr „Rassismus ist eine Sünde, weil es den
ments gratuliert. Gleichzeitig bedauerten als 200 Millionen Menschen, die Ursprung der Menschheit – das Abbild
die beiden weltweiten Kirchengemein- aufgrund ihrer Kastenzugehörigkeit Gottes in den Menschen – zerstört.
schaften jedoch, dass das Leiden von diskriminiert werden“ anzuerkennen. Rassismus entweiht Gottes Ebenbild
Hunderten Millionen Menschen, die Früher seien die Dalits als „unberührbar“ in jedem Menschen.“
aufgrund ihrer Kastenzugehörigkeit dis- bezeichnet worden. In der am 21. April Sie seien zufrieden, so beide Orga-
kriminiert würden, in dem Dokument verabschiedeten Abschlusserklärung nisationen, „dass Antisemitismus und
mit keinem Wort erwähnt werde. seien sie jedoch „unsichtbar“, obwohl der Holocaust und andere Gruppen
In einer gemeinsamen mündlichen ihre Behandlung laut UN-Standards von Menschen und Situationen in dem
Erklärung begrüssten ÖRK und eindeutig als rassendiskriminierend Dokument ausdrücklich erwähnt wer-
LWB am 24. April in Genf, dass die bezeichnet werden müsse. den. Wir bedauern hingegen, dass die
Abschlusserklärung und das Aktions- Erst im März hatten beide welt- Diskussionen um diese eine Situation
programm der Durban-Konferenz aus weiten Organisationen gemeinsam eine von 2001 bis heute die ganze Aufmerk-
dem Jahr 2001 bekräftigt worden sei Konferenz zu diesem Thema in Bang- samkeit und Energie des Durban-Pro-
und dass die internationale Gemein- kok (Thailan) organisiert. Im Rahmen zesses in Anspruch nehmen.“
schaft sich verpf lichtet habe, jede dieser Tagung brachten VertreterInnen Beide Kirchengemeinschaften
Form von Rassismus „in allen Teilen von Kirchen und kirchennahen Organi- begrüssten den Vorschlag der Hohen

Das Schlussdokument der Durban-Überprüfungskonferenz im April 2009 in Genf erwähnt nicht die Notlage der rund 260 Millionen Dalits weltweit wie diesen
DorfbewohnerInnen in Thullanmedu im Cuddalore-Distrikt (Tamil Nadu/Indien). © The Lutheran/Linda Macqueen

Nr. 04/2009 13
Lutherische Welt-Information Kommissarin für Menschenrechte der keinen Eingang in das Abschlussdo- Den vollständigen Text der münd-
Vereinten Nationen, ein „Observatori- kument gefunden habe. Indem nicht lichen Erklärung von ÖRK und LWB
um für Diskriminierung“ einzurich- zugelassen worden sei, dass dieses im Rahmen der Durban-Überprü-
ten, das dabei helfen soll, die Situation Konzept „auf unangemessene Weise fungskonferenz in Genf finden Sie in
der Millionen Opfer des Prinzips der den menschenrechtlichen Rahmen englischer Sprache im Format PDF
Unberührbarkeit ans Licht zu bringen. des Dokuments stört“, so die beiden auf der LWB-Webseite unter:
Weltweit gibt es etwa 260 Millionen Organisationen, könne dies stattdessen www.lutheranworld.org/
Dalits, von denen 200 Millionen in „die ‚Stigmatisierung von Menschen LWF_Documents/WCC-LWF_
Indien leben. aufgrund ihrer Religion oder ihre Statement_Durban_Review_
Des Weiteren wurde auch begrüsst, Glaubens’ behandeln“, so LWB und Conference.pdf
dass die „Diffamierung von Religion“ ÖRK in ihrer Erklärung. 24. April 2009

Lutherische Kirche im Heiligen Land feiert Jubiläen


„Zeugnis leben – Kreative Diakonie“ war das Thema für Fei-
erlichkeiten, Gottesdienste, Paraden, Tänze, Ausstellungen
und zahlreiche andere Aktivitäten, mit denen drei wichtige
Jubiläen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien
und im Heiligen Land (ELKJHL) am 16. und 17. Mai 2009
begangen wurden.
Gefeiert wurden 50 Jahre ELKJHL, 30 Jahre arabische
Diözese und 170 Jahre evangelische Mission im Heiligen
Land. ELKJHL-Bischof Dr. Munib A. Younan beschrieb die
Feiern als Stimmungsaufheller für die Kirchenmitglieder und
arabisch-palästinensische ChristInnen.
„Wir sind dankbar, dass die lokale und internationale Ge-
sellschaft die Arbeit unserer Kirche schätzt und sagt: ‚Fahren
Sie fort mit dem, was Sie tun‘. Wir sind dankbar für die, die
vor uns kamen und uns ihr Erreichtes überliessen“, so Younan.
„Aber gleichzeitig wollen wir unsere Mitglieder aufrufen, die-
sen Dienst fortzuführen, denn unserem christlichen Zeugnis,
unserer christlichen und apostolischen Berufung treu zu blei- 17. Mai 2009: Die Pfadfindergruppe der Schule Talitha Kumi während einer
ben, steht mit dem Aufruf Christi nach seiner Auferstehung Prozession durch die Jerusalemer Altstadt zur lutherischen Erlöserkirche, wo im
Anschluss ein Festgottesdienst stattfand. © ELKJHL
überein: ‚Geht in die ganze Welt‘.“
In seinem Glückwunschschreiben betonte der Generalse-
kretär des Lutherischen Weltbundes (LWB), Pfr. Dr. Ishmael che in Jerusalem; Teil einer ungebrochenen Geschichte des
Noko, die ELKJHL sei „integraler Bestandteil der Mutterkir- christlichen Zeugnisses und Dienstes im Heiligen Land seit
Christus auf Erden lebte“. Das Jubiläum sei auch eine gute
Gelegenheit, das kirchliche Engagement in interreligiösem
Dialog und Kooperation sowie im Streben nach Frieden in
der Region und der Welt zu feiern.
Younan, LWB-Vizepräsident für die Region Asien, wies
darauf hin, dass die Feierlichkeiten mit dem Besuch des Ober-
hauptes der römisch-katholischen Kirche, Papst Benedikt XVI.,
zusammengefallen seien. „Wir sind sehr froh, nach dem Besuch
des Papstes zeigen zu können, dass es eine aktive evangelisch-
lutherische Gemeinschaft gibt, die wichtiger Bestandteil der
christlichen Gemeinschaft in Palästina/Israel, Jordanien und
im Nahen Osten ist“, fügte der Bischof hinzu.
Die ELKJHL hat rund 3.000 Mitglieder, seit 1974 gehört
sie zum LWB.
(Ein Beitrag von ELKJHL-Kommunikationsassistentin
Allison K. Schmitt.)

Weitere Informationen zu den Feierlichkeiten der ELKJHL finden


Sie in englischer Sprache unter: www.elcjhl.org/
ELKJHL-Bischof Dr. Munib A. Younan und weitere Geistliche beim
Festgottesdienst in der lutherischen Erlöserkirche in Jerusalem. © ELKJHL Anniversary_default.asp#news

14 Nr. 04/2009
FEATURE: Als ich es am notwendigsten brauchte

Lutherische Welt-Information
Stipendien der thailändischen Kirche ermöglichen bedürftigen
SchülerInnen und Studierenden die Verwirklichung ihrer Träume

Dank eines Stipendiums der Evangelisch-Lutherischen Kirchen in Thailand kann Sirirat Rueangsri bald ihren Traumberuf ergreifen. © VELKI/Timothy Melvin

Bangkok (Thailand) (LWI) – Mai kann Als Mais Grossmutter nach längerer offenes, ihr gemässes Umfeld, in dem sie
heute lächeln, auch wenn es in ihrem Krankheit verstarb, hatte die Familie auch Freundschaften schliessen konnte.
Leben bisher wenig Grund zum einen Schuldenberg angehäuft und das Hier konnte sie ihren Traum leben. Nun
Lächeln gab. Leben der beiden Frauen wurde noch aber sah es so aus, als würde er wie eine
Sirirat Rueangsri, die von ihren schwieriger. Seifenblase zerplatzen. Ähnlich geht es
Verwandten und FreundInnen liebe- Als Alleinerziehende, für die es weltweit unzähligen Menschen aus den
voll Mai genannt wird, ist 20 Jahre alt. immer schwieriger wurde, den Le- untersten Bevölkerungsschichten.
Sie lebt gemeinsam mit ihrer Mutter in bensunterhalt der Familie zu bestreiten, Mai war sich bewusst, wie wichtig
einem kleinen, engen Haus mit zwei musste Mais Mutter drastische Schritte Bildung ist und wollte unbedingt stu-
Räumen in Lad Prao, einem Teil Bang- unternehmen. Mai war diejenige, die dieren, um einen guten Beruf ergreifen
koks, in dem die wirtschaftliche Kluft, unter den zu treffenden Entscheidungen und sich aus den Fesseln der Armut lö-
die die Stadt durchzieht, besonders hauptsächlich zu leiden hatte, da ihre sen zu können. „Ich wusste nicht, was
krass zutage tritt. Ihre Mutter erwirt- Mutter die Mittel für die Ausbildung ich machen sollte, wohin ich gehen und
schaftet allein den Lebensunterhalt ihrer Tochter nicht länger aufbringen an wen ich mich wenden sollte“, um
der ganzen Familie. Mit dem gerin- konnte. „Mein Leben erstarrte, als ich Hilfe zu erhalten, berichtet Mai.
gen Lohn, den sie als Haushaltshilfe erfuhr, dass ich meine Schulausbildung
erhält, konnte sie Mais Schulgebühren nicht [würde] fortsetzen [können]“,
kaum finanzieren. „[Unser Leben] war erinnert sich Mai. Dass sie ihre Begeis- Hilfe für Familien
wirklich schrecklich. Jeder Moment ist terung für das Lernen opfern musste, In diesem kritischen Moment bot ihr
unauslöschlich in meinem Gedächtnis nahm ihr den Lebensmut: „Das Kom- die Diakonie-Abteilung der Evange-
eingebrannt“, erzählt Mai. Nach dem munikationsstudium ist meine Leiden- lisch-Lutherischen Kirche in Thai-
Unterricht half sie ihrer Mutter bei schaft.“ Abgesehen vom Wissenserwerb land (ELKT) Hilfe an – im Rahmen
der Wäsche, die sie zur Aufbesserung erlebte Mai die Schule zudem, im ihres Familienförderprogramms, das
des Familieneinkommens wusch. Kontrast zur Situation zu Hause, als Haushalte dabei unterstützt, ihren

Nr. 04/2009 15
Lutherische Welt-Information Lebensstandard zu verbessern. Die
Mitarbeitenden der Diakonie waren
im Rahmen der Altenarbeit mit der
Familie in Kontakt gekommen, da
sie Mais Grossmutter während ihrer
Krankheit betreut hatten. Mai, von
Haus aus Buddhistin, wurde in das
Stipendienprogramm der Diakonie-
Abteilung aufgenommen.

Gottes Liebe weitergeben


„Unser Ziel ist es, Menschen in Not
Gottes Liebe weiterzugeben“, so
Diakonisse Leena Helle, Leiterin der
Diakonie. Die Abteilung unterstützt
besonders Bedürftige, unabhängig Sirirat Rueangsri, von ihren FreundInnen und Verwandten Mai genannt, möchte sich mehr um ihre Mutter
kümmern, mit der sie zusammen in Lad Prao (Bangkok/Thailand) lebt. © VELKI/Timothy Melvin
davon, welcher Religion, sozialen
Schicht oder welchem Geschlecht
sie angehören. zutiefst verändert hat. Heute ist sie Helle verweist jedoch darauf, dass
Seit 1987 gibt es die Diakonie- getaufte Christin. Ihr Bekehrungs- sich die ELKT im Klaren ist, wie vie-
Abteilung der ELKT. Ihre Auf- prozess dauerte fast drei Jahre. Sie len anderen jungen Menschen in der-
gabenbereiche umfassen Kinder-, ist aktives Gemeindemitglied und selben Region Thailands eine Ausbil-
Jugend-, Alten- und Familienar- gehört dem Jugendausschuss der dung versagt bleibt. Sie bekräftigt die
beit, die Arbeit mit unverheirateten ELKT an. Auch ihre Mutter hat sich Zielsetzung der Diakonie-Abteilung,
Schwangeren sowie mit Menschen, unlängst taufen lassen. weiter nach Unterstützung für diese
die von HIV betroffen sind. Menschen zu suchen. Die Diakonie
Mai ist seit der neunten Klasse orientiert sich dabei an den Worten
(Alter 14 Jahre) Stipendiatin. In- Mit Optimismus in die Jesu: „Was ihr getan habt einem von
zwischen ist sie im dritten Jahr ihres Zukunft diesem meinen geringsten Brüdern,
Bachelor-Studiums im Bereich Kom- Mai blickt optimistisch in die Zu- das habt ihr mir getan.“ (Matthäus
munikation an der Suan Sunandha kunft. „Nach dem Studium werde ich 25,40)
Rajabhat-Universität Bangkok. sicherlich einen guten Arbeitsplatz (Ein Beitrag von Timothy Melvyn,
Auf die Frage nach ihrer gegen- finden und muss mir keine Sorgen um Kommunikationsreferent der Vereini-
wärtigen Situation antwortet sie freu- mein tägliches Brot machen.“ Sie will gten Evangelisch-Lutherischen Kirche
destrahlend: „Mein Leben hat sich Redakteurin bei einer angesehenen in Indien.)
vollständig verändert.“ Das Stipen- Zeitung werden und möchte, was ihr
dium war ein Segen, „als ich es am noch wichtiger ist, dass ihre Mutter *Dieser Artikel gehört zu einer Fea-
notwendigsten brauchte“. Trotzdem nicht mehr arbeiten muss und zu ture-Serie, die sich mit dem Thema
ist sie weiterhin auf die Unterstüt- Hause bleiben kann. „[Meine Mutter] der Elften Vollversammlung des
zung ihrer Mutter angewiesen, da die hat sich ihr ganzes Leben lang mir zu- Lutherischen Weltbundes – „Unser
Studiengebühren höher sind als das liebe geplagt und es ist meine Pflicht, tägliches Brot gib uns heute“ – be-
Stipendium, das sie erhält. für sie zu sorgen, wenn ich einmal schäftigt. Die Vollversammlung
Über die Diakonie-Abteilung verdiene. Ich habe das grosse Glück, findet vom 20. bis 27. Juli 2010 in
lernte Mai die lutherische Gemeinde dass ich meine Ausbildung fortsetzen Stuttgart (Deutschland) statt.
in Lad Prao kennen, was ihr Leben kann“, so Mai weiter. 12. Juni 2009

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150, route de Ferney
Lutherischer Weltbund
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