Sie sind auf Seite 1von 11

BKU37 – Landschaftswasser- und Stoffhaushalt

Beantwortete Übungsfragen, inkl. bodenkundlicher Teil


SoSe 2009

2.0 Landschaftswasserhaushalt
• N-Frachtberechnung aus der Konzentration und der Abflussmenge
(Rhein: Abfluss 2330 m3/s, 10 mg NO3/l)
o 10mg N/l = 10g N/m³
o 10g N/m³ x 2330 m³/s x (60x60x24x365) = 7,347888x1011g N / a
o = 7347889 t N / a
o Wichtig: N : NO3- = 1 : 4,4
o => 3 233 017,6 t NO3-
• Nennen Sie die Glieder der Wasserhaushaltsgleichung.
o N + K + B = E+T+I + A + ∆V
o Niederschlag + Kapillarer Aufstieg + Beregnung =
Evaporation + Transpiration + Interzeption + Abfluss + Volumenänderung
• Wie sind Einzugsgebiete definiert?
o Jener Bereich, der alle Niederschläge und die daraus entstehenden Abflüsse
(ober- und unterirdisch) in ein Fließgewässer ableitet und damit speist.

2.1 Niederschlag
• Welche Niederschlagsformen gibt es?
o Flüssig:
§ Regen
§ Nieselregen
§ Nebel (Kondensation an in Schwebe bleibenden Teilchen bei
feuchtgesättigter Luft)
§ Tau: Unter Taupunkttemperatur, über Gefrierpunkt
o Fest:
§ Eiskristalle
§ Eiskörner
§ Hagel
§ Schnee
§ Reif: Unter Gefrierpunkt
• Erklären Sie den Unterschied zwischen Freiland- und Bestandesniederschlag.
o Freilandniederschlag = N, der eine unbewachsene Fläche infiltrieren würde
o Bestandsniederschlag = N, der eine Fläche nach Vegetationsbedingter
Interzeption infiltriert ( = Kronendurchlass + Stammabfluss)
• Welche Messfehler treten bei der Niederschlagsmessung auf?
o Aufstellhöhe (Winddrift, Spritzwasser, Schneewehen)
o Aufstellen nur auf freier Fläche / Interzeptionsverluste
o Auswertungsfehler (z.b. in Bergen durch Nebel zu hohe werte)
o Adhäsionskräfte (Tropfen fließt nicht bis zur Messung)
o Verdunstung (bes. bei geringer N-Menge)
• Wie misst man den Gebietsniederschlag?
o Arithmetisches Mittel von mehreren Messstationen (i.d.r. unbefriedigendes
Ergebnis)
o Thiessen-Verfahren (Polygonmethode): Polygone sind Flächen gleichen
Niederschlags
o Hypsometrisches Verfahren (gleiche Höhenlinien als gleicher N
angenommen)
2.2 Kappilarität
• Wie groß ist der Kanalporendurchmesser im Mittel bei Schluff- und Sandböden?
o Kanalporendurchmesser = ca. 1/3 Korndurchmesser
o Schluff Korn ca. 30 µm => Pore ca. 10µm
o Sand Korn ca. 1000µm => Pore ca. 330 µm
• Wie verändert sich die Porenverteilung bei Verdichtung?
o Kubische zu hexagonaler Anordnung
o Kanalporen und Kugelporen werden weitgehend zerstört, Anteil Restporen
steigt.
o Kein Gasaustausch mehr möglich
• In einem Boden steigt das Wasser kapillar 60 cm hoch. Um welche Bodenart handelt
es sich?
o H in cm = (3000 / Porendurchmesser) µm
o 60 = 3000 / d
o d = 3000 / 60 = 50 µm
o d*3 = Korngröße = 150 µm => Feinsand
• Definieren Sie:
o „Effektive Durchwurzelungstiefe“
§ Tiefe zur Berechnung der nutzbaren Feldkapazität des effektiven
Wurzelraums in Abhängigkeit von der Bodenartenschichtung bei
mittlerer Lagerungsdichte; sie wurde ursprünglich für Ackerpflanzen
entwickelt.
§ Die effektive Durchwurzelungstiefe entspricht nicht der
physiologischen Gründigkeit (Tiefe, bis zu der Wurzeln in den Boden
eindringen können), sondern kennzeichnet das Bodenvolumen, in
dem der Bodenwasserhaushalt intensiv durch pflanzlichen
Wasserverbrauch (Transpirationsentzug) beeinflusst ist.
o „Flurabstand“
§ Abstand von Bodenoberfläche zu Grundwasserspiegel
o „Grenzflurabstand“?
§ Kapillarer Aufstieg + eff. Durchwurzelungstiefe (Acker max. 3,50m)
§ Auch: Tiefe bis zu der ein GW-Spiegel Einfluss auf Verdunstung und
Ertrag hat.
• Grenzflurabstand bei Zuckerrüben (effektive Durchwurzelungstiefe = 100 cm) beträgt
250 cm. Um welche Bodenart handelt es sich?
o Kapillarer Aufstieg = 150cm
o H in cm = (3000 / Porendurchmesser) µm
o Poren = 3000 / 150 = 20µm => Korn = 60µm = Grobschluff

2.3 Potenzialkonzept
• 140 cm über dem Grundwasserspiegel beträgt die Saugspannung –180 cm WS, 100
cm über dem Grundwasserspiegel –80 cm WS. In welche Richtung fließt das
Wasser?
o Hydraulisches Pot. = Saugspannung (cmWS) + Gravitationskraft (cm)
§ P1 = -180+140 = -40
§ P2 = -80 + 100 = +20
§ Wasser fließt Richtung kleinerem Potential, hier nach oben.
• Warum kann eine Sandlinse in einem Schluffboden zu Wasserstau führen?
o Ungesättigter Bereich! => Sand schlechter Leiter
o zu viele Luftporen gefüllt müssten werden, Luft kann nicht ausweichen,
Poren sind für Wasser „verstopft“
• Erklären Sie den Unterschied zwischen der gesättigten und der ungesättigten
hydraulischen Leitfähigkeit.
o Das Darcy Gesetz gibt an, mit welcher Geschwindigkeit eine Flüssigkeit
durch ein poröses Medium fließt, angetrieben durch einen herrschenden
Druckgradienten.
o Darcy-gesetz: q = K * i
§ q = Durchflussmenge pro Fläche und Zeit (Geschwindigkeit)
§ K = hydraulische Leitfähigkeit (Strecke pro Zeiteinheit)
• KF = gesättigte Leitfähigkeit (Poren voll mit Wasser)
• KU = ungesättigte Leitfähigkeit (Poren z.T. mit Luft gefüllt)
§ i = hydraulischer Gradient
o KF ist ein Wert, für jede Bodenart
o KU ist eine Funktion in Abhängigkeit von der Sättigung für jede Bodenart (Je
weniger Wassergesättigt, desto schwächer die Leitfähigkeit)

2.4 Energiehaushalt
• Von welchen Körpern gehen kurzwellige und langwellige Strahlung aus?
o Wiensches Gesetz: Je heißer der Körper, desto kürzer die Strahlung
o Sonne = kurzwellig, Erde = langwellig
• Was verstehen Sie unter „Glashauseffekt“?
o Z.B. atmosphärischer Treibhauseffekt
o http://de.wikipedia.org/wiki/Glashauseffekt#Kompakte_Darstellung_des_Mec
hanismus
• Wie viel der eingestrahlten Energie steht für die Verdunstung zur Verfügung?
o Latente Strahlung, 24% (Gleicht schließlich die Strahlungs-Bilanz aus (siehe
Folien))

2.5 Potentielle Verdunstung


• Was ist potentielle Verdunstung?
§ Niedriger, gleichmäßiger Bewuchs
§ Volles Wachstum
§ Vollkommene Beschattung
§ Wasserüberschuss
o Einflussfaktoren: Windgeschwindigkeit, Sättigungsdefizit, Temperatur,
Strahlung
• Wie kann ich die ETpot messen?
o Geräte wie Class A Pan oder Lysimeter (siehe Folien)
• Wie kann ich die ETpot berechnen?
o Vier Methoden, siehe Folien
• Wie viel Wasser kann in unserer Region (Mittelhessen) maximal verdunsten?
o Durch Einstrahlungswinkel der Sonne vorgegeben => 655mm/a
• Was besagt der Transpirationskoeffizient, was die Water UseEfficiency?
o Geben an wie viel Wasser nötig ist um 1 kg Trockenmasse zu produzieren
(Transpirationskoeffizient), bzw. umgekehrt (WUE)
2.6 Abfluss
• Wie setzt sich der Abfluss zusammen?
o Q = Abfluss ( Q = QB + QD )
§ QB = Basisabfluss
§ QD = direkter Abfluss (Niederschlagsereignis) = QO+QL
• QO = Oberflächenabfluss
• QL = Zwischenabfluss (Interflow)
o QT = Trockenwetterabfluss (nach 4 Tagen nur noch aus QG)
o QG = Grundwasserbürtiger Abfluss
• Wie bestimmt man den Abfluss?
o Wasserstand messen
§ Lattenpegel (Bezugshöhe beachten, ablesen 0700 Uhr), mechanische
Schwimmerpegel, Kapazitätssensor, Drucksensor, Ultraschall
o Abflussgeschwindigkeit messen
§ Messflügel, magnetisch-induktive Messung, Radar
o Querschnitt bestimmen
§ Lamellenverfahren, Ultraschall
• Rechenbeispiel Abflussspende (2.6 Folie 5)
o q = Q / AE
o q = 0,988 m³ / s*km²
• Wie lässt sich die Fließrichtung im Grundwasser schätzen?
o Strömungsrichtung senkrecht zur Grundwasserhöhenlinie
o Messung mit Piezometer
• Was ist ein Aquifer?
o Grundwasserleiter: Gesteinskörper mit Hohlräumen, der zur Leitung von
Grundwasser geeignet ist
• Welche Arten von Grundwasserleitern gibt es?
o Lockergestein-GWL / Poren
§ Geröll, Schotter, Sand, Kies
§ Bedeutend, da „an Erdoberfläche weit verteilt und der Versickerung
zugänglich“
o Festgestein-GWL / Klüfte
o Karstartige GWL / Karst (Gips => Qualität fraglich)
• Was sind Quellen?
o Quellen sind Orte, an denen Grundwasser auf natürliche Weise austritt.
Somit bilden Quellen einen Übergangsbereich zwischen Grundwasser und
Fließgewässer aus, das sich aus dem abfließenden Quellwasser bilden
kann.
• Welche Quellentypen gibt es?
o Spaltenquellen
§ <100m tief, Wasser trifft auf Längsspalte
o Verengungsquellen
§ GWL wird durch Relief verengt, dadurch wird Wasser nach oben
gedrückt
o Stauquellen
§ Substratwechsel auf Nicht-GWL, Wasser tritt durch Stau nach oben
o Schichtquellen
§ Am Hang wo ein GWL auf eine Nicht-GWL-Schicht stößt.
• Quelleinzugsgebiet Rechnung 2.6, Folie 27
o Schüttung 100 m³/d = 36500 m³/a
o Infiltration ins GW = 400mm/a = 400l/(m²*a) = 0,4m³/(m²*a)
o => OAE = 36500 m³/a / 0,4m³/(m²*a) = 91250 m²
o Formel merken: OAE = Quell-Schüttung / GW-Infiltration
2.7 Uferfiltration
• Was ist Uferfiltration?
o Gleicht Wasserstand eines Gewässers aus (Fluss <-> Grundwasser)
o Je nach Hochwasser oder Trockenwetter in beide Richtungen
o Brunnengalerien an Gewässern können den Prozess Richtung GW
verstärken (Trinkwassergewinnung)
• Was ist künstliche GW-Anreicherung?
o Sickerbecken mit Sandböden an Gewässern (nahe Wasserwerksbrunnen)
o Schluckbrunnen
§ Wasser aus Gewässer wird abgepumpt und durch Schluckbrunnen in
den Boden gepresst => GW-Spiegel wird erhöht
§ Einsatz wenn Uferfiltration nicht reicht, dass GW den
Grenzflurabstand erreicht

2.8 Wasserbilanzen
• Warum ist die Sickerwasserspende (bei sonst gleichen Bedingungen) in einem
Sandboden höher als in einem Lössboden?
o Sand: größere Poren, weniger Wasser-Bindung => höhere GW-Neubildung
o Löss: kleinere Poren, mehr Wasser-Bindung => höhere Verdunstung
• Wie könnte eine Wasserbilanz für einen Sand/Lössboden in unserer Region
aussehen (Jahresbilanz)?
N = ETI + As +/- ∆V
Sand 650 = 350 + 300 +/- 0
Löss 650 = 500 + 150 +/- 0
• Wie könnte eine Wasserbilanz für einen Sand/Lössboden in unserer Region
aussehen (Halbjahresbilanz)?
N = ETI + As +/- ∆V
Sand Sommer 350 = 300 + 100 -50
Winter 300 = 50 + 200 +50
Löss Sommer 350 = 350 + 50 -150
Winter 300 = 50 + 100 +150

2.9 (?) Gewässergüte


• Was ist der Unterschied zwischen Gewässergüte und Gewässerstrukturgüte?
o Gewässergüte: Wasserqualität, ökologischer Zustand im Wasser
o Gewässerstrukturgüte: Ökologischer Zustand im Bereich, der das Gewässer
prägt; Grad der Naturnähe des Lebensraums am Gewässer
• Welche Faktoren bestimmen Gewässergüte und Gewässerstrukturgüte?
o Gewässergüte:
§ Temperatur
§ 02-Gehalt
§ pH-Wert
§ Salzgehalt
§ Nährstoffe (Nitrat, Phosphat…)
§ Pharmazeutika
o Gewässerstrukturgüte:
§ Abfluss(dynamik)
§ Gewässerbetstruktur
§ Strömungsvarianz
§ Substrate
§ Struktur der Uferbereiche
• Wie kann die Gewässergüte bestimmt werden, was sind Vor- und Nachteile?
o Saprobienindex
§ Gewässerorganismen hängen von vielen Faktoren ab (ganzheitlicher)
§ Andere Messungen sind zeitlich punktuell (z.B. O2-Gehalt nur zu einer
Tageszeit), Organismen leben 24h im Wasser.
§ Erschwerung durch Einwanderung neuer Arten
o Physikalische und Chemische Messungen
§ Genau, meist schnell
§ Nur ein jeweiliger Wert, keine ganzheitliche Aussage
• Was ist der Unterschied zwischen Leitbild und Entwicklungsziel, wo sind die Grenzen
bei der Umsetzung?
o Leitbild
§ Referenzzustand
§ Potentiell natürlicher, anthropogen unbeeinflusster Zustand eines
Gewässers
§ aus fachlicher Sicht maximal mögliches Sanierungskonzept
§ Kosten-Nutzungsbetrachtung nicht berücksichtigt
o Entwicklungsziel:
§ Realisierbarer Zustand unter gegebenen sozioökonomischen
Verhältnissen (Wasserwege!), möglichst naturnah
§ Kosten-Nutzungsbetrachtung berücksichtigt
• Was ist „geogene Grundlast“?
o Schadstoffbelastung durch natürliche geologische Prozesse
§ SO42- Belastung im Karst
§ Schwermetallbelastung im Harz
3.0 Landschaftsstoffhaushalt
• Was besagt die Aussage: „Heidelandschaft ist ein Kunstprodukt“?
o Die Heide ist die Folge einer Konzentrationswirtschaft, in der Nährstoffe in
Form von Streu aus dem Wald in die Ställe eingestreut wurden. Die Einstreu
(Mist) wurde Dorfnah auf die Felder gebracht (Nährstoffgradient) und der
Wald verarmte zur Heide.
o Heute wird die Heide aus biodiversitären Gründen künstlich erhalten indem
aufkommende Birken entfernt werden (Zivildienstleistende und FÖJler)

3.1 Stofftransport
• Was bedeutet „Piston-Flow“?
o Kolbenartiges durchfließen eines Bodens von Wasser bzw. darin gelösten
Nährstoffen
• Welche bodenphysikalische Größe ist entscheidend für die Geschwindigkeit der
Stoffverlagerung
o Nutzbare Feldkapazität nFK
• Eine Nitratfront in einem Sandboden ist im Herbst in 40 cm Tiefe anzufinden. In
welcher Tiefe wird sie im folgenden April sein, wenn über Winter 250 mm
Niederschlag fallen?
o Verlagerungstiefe = Sickerwasser in mm / Wassergehalt (Vol% oder FK)
o FK (Sand) = 10 mm/dm (Lehm wäre 30mm/dm)
o Verlagerungstiefe = 250mm/10mm/dm + 40cm = 290cm
• Warum war seinerzeit der Gülleerlass eine besonders dumme Entscheidung des
Gesetzgebers?
o Verbot des Ausbringens von Gülle von Oktober bis Februar
o Konsequenz: Ausbringung (kurz) vor Oktober und damit vor der
Verlagerungsstärksten Zeit im Jahr
o Nährstoffe sind dann zur Vegetationsperiode im nächsten Jahr soweit
verlagert, dass sie Pflanzen-unverfügbar sind und das Grundwasser
gefährden.
4. Wärmehaushalt und -Transport
• Welche bodenphysikalischen Größen sind entscheidend für den Wärmetransport im
Boden?
o Wärmekapazität und Wärmeleitfähigkeit
• „Bei reduzierter Bodenbearbeitung ist der Boden zu kalt“. Was ist mit dieser Aussage
gemeint?
o Pflügen => Volumenvergrößerung des Bodens => weniger Vol% Wasser =>
schnellere Aufwärmung (wegen hoher Wärmekapazität des Wassers)

5. Gashaushalt
• Welche Art des Gastransports herrscht in Böden mengenmäßig vor?
o Diffusiver Austausch auf Grund von Konz-Unterschieden (95%)
o Rest konvektiv
• Ein behinderter Gasaustausch fördert den Austrag klimarelevanter Gase. Begründen
Sie die Aussage.
o Unvollständige Denitrifizierung (N2O!) wenn Boden nicht komplett anärob (?)

Sonstige Fragen
• Die Darcy-Gleichung und das erste Fick’sche Gesetz sehen zwar sehr ähnlich aus,
haben aber einen entscheidenden Unterschied. Welchen?
• Was besagt das 2. Fick’sche Gesetz?

Erosion
• Beschreiben Sie die Initialphase der Wassererosion.
• Warum werden Regentropfen bei sehr großer Niederschlagsintensität wieder
kleiner?
• Es gibt 3 Formen der Winderosion. Welche?
• Warum sollte ein Regenmesser nicht direkt hinter einem Hindernis aufgestellt
werden?

Abkürzungen
OAE = Oberfläche eines Einzugsgebiets
NF = Freilandniederschlag
NB = Bestandsniederschlag (NB = N–I = NT+NS)
NT = Kronendurchlass
NS = Stammablauf
I = Interzeption (I = NF-NB)
QD = direkter Abfluss = QO+QL
QO = Oberflächenabfluss
QL = Zwischenabfluss (Interflow)
QB = Basisabfluss
Q = Abfluss ( Q = QB + QD )
QT = Trockenwetterabfluss (nach 4 Tagen nur noch aus QG)
QG = Grundwasserbürtiger Abfluss
GWL (hier) = Abk. Grundwasserleiter
BKU37 – Bodenkundlicher Teil
Diversität und Multifunktionalität von Böden
• Wie lautet die Kausalkette der Pedogenese?
o Funktionsgleichung der Pedogenese: B = f (G, K, O, R, M) x Z
Boden = f (Gestein, Klima, Organismen, Relief und Mensch) x Zeit
o Kausalkette:
Faktoren (GKORM) wirken auf Prozesse (Transformation + Translokation)
ein und bedingen Merkmale (Mineralkörper, Humuskörper, Bodenkörper,
Pedon)
• Nennen Sie bodenbildende Prozesse
o Transformation -> Bodenkörper wird gebildet
Prozesse bei denen Umwandlungen und Umformungen ohne Verlagerung
stattfinden:
§ Verwitterung
§ Mineralneubildung
§ Verwesung
§ Humifizierung
§ Ionenaustausch
§ Redox-Vorgänge
o Translokation -> Bodenkörper bildet Profildifferenzierung aus
Verlagerungs-, Verteilungs- und Durchmischungsvorgänge im/am
Bodenkörper
§ Verlagerung von Salzen, Ton und/oder org. Substanzen
§ Turbationen
• Bioturbation z.B. Tiere
• Hydroturbation (Quellung/Schrumpfung)
• Kryoturbation (Frost)
§ Oberflächenverlagerung (Erosion, Deflation)
• Welche Auswirkungen hat die Bodenart auf die Bodeneigenschaften?
o Bodenarten unterscheiden sich durch Anteile der Kornfraktionen Ton, Schluff
und Sand im Feinboden => unterschiedliche Eigenschaften:
Naturraumgliederung
• Welche Faktoren bewirken die pedogene Diversität von Landschaften?
o Geologie (Ausgangsgesteine, Lithosphäre)
o Topographie (Gelände, Relief, Terrain)
o Hydrologie
o Klima
• In welchem Zusammenhang stehen Bodentyp und Relief?
o Die Landschaft ist das Ergebnis der Geomorphologie (Relief, Gewässer) und
der Bedeckung und Nutzung der Böden, die sie gestaltet (Wald,
Landwirtschaft, Städtebau). Die Bodenentwicklung wird daher im engeren
Sinn durch Exposition (Lage eines Hanges in Bezug auf die Einfallsrichtung
der Sonnenstrahlen) und Neigung im weiteren Sinn durch
Höhendifferenzierungen mit Auswirkungen auf Niederschlag und
Temperatur. Das Relief trägt daher, indem es mit den Faktoren Klima und
Ausgangsgestein die Pedogenese stark beeinflusst, maßgeblich zur
Ausprägung des Bodentyps bei.
Durch Verlagerung, welche durchs Relief hervorgerufen wird, entstehen so
am Hang unterschiedliche Böden:
§ Kuppen: Ranker (flachgründig durch Erosion)
§ Mittelhang: Braunerde
§ Talsohle: Kolluvium
Bodentyp und Relief stehen deshalb in enger Verbindung, da sich an
bestimmten Reliefpositionen nur bestimmte Bodentypen bilden bzw. halten
können.

Ausgangssubstrate und Bodenvielfalt


• Nennen Sie typische Ausgangsgesteine Mittelhessens
o Basalt (Vogelsberg)
o Buntsandstein (Marburg)
o Grauwacken
o Tonschiefer Rheinisches Schiefergebirge
o Quarzite
• Welche Bodeneigenschaften resultieren aus den jeweiligen Ausgangsgesteinen?
o Basalt: basenreiche Braunerde (durch viel Mg und Ca)
o Granit: saure Braunerde
o Buntsandstein: nährstoffarme Sandböden => Podsol
o Löss: nährstoffreich, gute Wasserspeicherung, …
• Warum sind Sedimente von großer Bedeutung für Bodenbildung / Landnutzung?
o Sedimente, welche mit 75% den größten Anteil an der Erdoberfläche
ausmachen, ein wichtiges Ausgangsmaterial der Bodenbildung.
o fluviale Sedimente machen Kolluviumpaket – sehr nährstoffreich
o Entwicklung von Hochkulturen nur auf besonders reichen und wertvollen
Böden
• Warum finden sich auf Kuppen im Mittelgebirge Forstbestände?
(Geologie/Bodentyp)
o erodierte Böden, flachgründige Braunerde -> Ranker / Rendzina
o carbonatfrei, keine anderen Kulturen können wachsen
o kaum Wurzelraum
o nur für Forstwirtschaft zu gebrauchen
Bodentypen
• Nennen Sie typische Böden der Mittelgebirge? (min. 3 Stück)
o Ranker
o (Pararendzina)
o Braunerde
o Parabraunerde
o Pseudogley
o Gley
• Wie unterscheiden sie sich bezüglich Horizontfolge, Reliefposition und
Nutzungseignung?

Auch:
o Ranker: Ah/mC; Kuppen und Oberhänge; Wald
o Braunerde: Ah/Bv/C; Oberhang, Mittelhang; Acker, Grünland
o Parabraunerde: Ah/Al/Bt/C; Unterhang; Acker
o Gley: Ah/Go/Gr; Niederungen, Auen; Grünland
o Pseudogley: Ah/Sw/Sd; Plateaulagen; Grünland
o Pararendzina: Ah/eC; Kuppen und erodierte Hänge; Acker
• Nennen Sie die 3 Klassen der semiterrestrischen Böden, was haben sie gemein?
o Auenböden, Gley, Marschen
o Gemeinsamkeit: G-Horizont für Grundwasserbeeinflusst

Böden im Landschaftshaushalt
• Warum sind Waldböden zu schützen?
o Filter- und Puffer-Funktion
§ Filternde Wirkung von Waldböden rührt daher, dass die Waldböden
das Niederschlagswasser speichern und nur langsam wieder
abgeben. So kann im Verlauf der Versickerung durch den Waldboden
das Niederschlagswasser von Schadstoffen gereinigt werden. Dies ist
besonders für die Trinkwassergewinnung von Bedeutung.
o Erosionsschutz
o Hochwasserschutz (Erklärung siehe Filterfunktion)