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sociaL-media in der öffentLichen verwaLtung

10 Tipps

für einen

rechtskonformen und erfoLgreichen sociaL-media-auftritt von kommunen

der öffentLichen verwaLtung 10 Tipps für einen rechtskonformen und erfoLgreichen sociaL-media-auftritt von kommunen §

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der öffentLichen verwaLtung 10 Tipps für einen rechtskonformen und erfoLgreichen sociaL-media-auftritt von kommunen §
der öffentLichen verwaLtung 10 Tipps für einen rechtskonformen und erfoLgreichen sociaL-media-auftritt von kommunen §
der öffentLichen verwaLtung 10 Tipps für einen rechtskonformen und erfoLgreichen sociaL-media-auftritt von kommunen §
„ErrEichEn SiE mit ihrEm Social-mEdia-auftritt Ein groSSES Publikum“

„ErrEichEn SiE mit ihrEm Social-mEdia-auftritt Ein groSSES Publikum“

sociaL-media in der öfentLichen verwaLtung

Viele Städte und Gemeinden beschränken ihre Außenkommunikation heute nicht mehr nur auf Pressemitteilungen und Homepages, sondern sind auch in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Google+ aktiv. Die Verantwortlichen versprechen sich davon vor allem ein besseres Stadtmarketing, erhöhte Bürger- beteiligung und mehr Transparenz des kommunalen Handelns. Doch darf die öffentliche Verwaltung das eigentlich? Und wenn ja, was gibt es zu beachten? Schließlich verarbeitet die Verwaltung meist sensible personenbezogene Daten und muss stets den Grundsatz des rechtmäßigen Handelns beachten.

Generell gilt, dass der mit einem rechtssicheren und erfolgreichen Social-Media- Auftritt verbundene Aufwand nicht unterschätzt werden sollte. Derartige Aktivi- täten in der Web 2.0-Welt erfordern sowohl aus organisatorischer als auch aus rechtlicher Sicht eine genaue, einzelfallbezogene Planung.

An Literatur und Leitfäden zum Thema Social-Media mangelt es indes nicht. Jedoch zielen diese entweder auf Privatunternehmen und lassen sich daher nur begrenzt auf die öffentliche Verwaltung übertragen oder sie beschränken sich auf eine schlichte Aufzählung der relevanten Rechtsvorschriften.

Die nachfolgenden zehn Tipps, die insbesondere aufgrund der Vielschichtig- keit des Themas keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, umfassen zum einen organisatorische Hinweise, wie Sie mit Ihrem Social-Media-Auftritt ein großes Publikum erreichen können. Zum anderen werden Ihnen mit den VerwaltungZweiPunktNull-Tipps wichtige rechtliche Hinweise zum Einrichten und Betreiben von Social-Media-Accounts an die Hand gegeben.

und Betreiben von Social-Media-Accounts an die Hand gegeben. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre.

RA Dr. Christian Hoffmann

© Photo-k - fotolia.com
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10Tipps

übersicht

1 ÜbErzEugEn SiE diE fÜhrung

1 ÜbErzEugEn SiE diE fÜhrung

2 dEfiniErEn SiE ihrE ziElgruPPE im rahmEn EinEr Social-mEdia-StratEgiE

2 dEfiniErEn SiE ihrE ziElgruPPE im rahmEn EinEr Social-mEdia-StratEgiE

3 ErmittEln SiE ihrE zEitrESSourcEn

3 ErmittEln SiE ihrE zEitrESSourcEn

4 klärEn SiE diE zuStändigkEitEn

4 klärEn SiE diE zuStändigkEitEn

5 findEn SiE komPEtEntE und EngagiErtE mitarbEitEr

5 findEn SiE komPEtEntE und EngagiErtE mitarbEitEr

6 gEStaltEn SiE diE Social-mEdia-PräSEnz anSPrEchEnd und rEchtSkonform

6 gEStaltEn SiE diE Social-mEdia-PräSEnz anSPrEchEnd und rEchtSkonform

7 dEnkEn SiE an diE SichErhEit

7 dEnkEn SiE an diE SichErhEit

8 VEröffEntlichEn SiE anSPrEchEndE und nEtzwErkgErEchtE inhaltE

8 VEröffEntlichEn SiE anSPrEchEndE und nEtzwErkgErEchtE inhaltE

9 intEragiErEn SiE mit dEn nutzErn

9 intEragiErEn SiE mit dEn nutzErn

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und nEtzwErkgErEchtE inhaltE 9 intEragiErEn SiE mit dEn nutzErn 10 ÜbErPrÜfEn SiE ihrE StratEgiE rEgElmäSSig

ÜbErPrÜfEn SiE ihrE StratEgiE rEgElmäSSig

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1 überzeugen sie die führung Abgesehen von der Tatsache, dass Mitarbeiter der Verwaltung selbstverständlich nicht

überzeugen sie die führung

Abgesehen von der Tatsache, dass Mitarbeiter der Verwaltung selbstverständlich nicht eigenmächtig im Namen der Behörde handeln dürfen, werden die Social- Media-Aktivitäten von Verwaltungseinheiten nur dann erfolgreich sein, wenn die Mitarbeiter den notwendigen Rückhalt von der Behördenleitung erhalten. Die Schnelllebigkeit der Web 2.0-Welt erfordert oftmals schnelle Reaktionszei- ten, die sich nur schwer mit den hierarchischen Strukturen der öffentlichen Ver- waltung in Einklang bringen lassen. Erforderlich ist es daher, den Mitarbeitern bereits im Vorwege die notwendigen Kompetenzen und Handlungsspielräume einzuräumen.

VerwaltungZweipunktNull-Tipp

sobald ein account in einem sozialen netzwerk eröffnet wird, kommt es zu einem vertragsschluss mit dem jeweiligen anbieter. die kompetenz diesen vertrag für die behörde (bzw. ihren rechtsträger) abzuschließen und diese damit gegenüber dritten zu verpflichten, steht in der regel originär der Behördenleitung, anderen mitarbeitern nur abgleitet im rahmen ihrer vollmacht zu.

der Behördenleitung , anderen mitarbeitern nur abgleitet im rahmen ihrer vollmacht zu. foto: vschlichting - fotolia.com

foto: vschlichting - fotolia.com

der Behördenleitung , anderen mitarbeitern nur abgleitet im rahmen ihrer vollmacht zu. foto: vschlichting - fotolia.com
2 „the demise of facebook“ von mkhmarketing unter cc-by definieren sie ihre zieLgruppe im rahmen

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2 „the demise of facebook“ von mkhmarketing unter cc-by definieren sie ihre zieLgruppe im rahmen einer
2 „the demise of facebook“ von mkhmarketing unter cc-by definieren sie ihre zieLgruppe im rahmen einer

„the demise of facebook“ von mkhmarketing unter cc-by

definieren sie ihre zieLgruppe im rahmen einer sociaL-media-strategie

Der Grundsatz, „wer schreibt, der bleibt“, gilt in sozialen Netzwerken nicht uneingeschränkt. „Fans“ kommen und bleiben nur dann, wenn sie interessante Inhalte geliefert bekommen. Dafür ist es Grundvoraussetzung, die eigene Ziel- gruppe zu definieren, d. h. sich die Frage zu stellen, wen man mit der Präsenz erreichen möchte. Innerhalb einer zu gründenden Projektgruppe sollten Sie sich die Fragen stellen, wen Sie in den sozialen Netzwerken erreichen möchten und welche Inhalte für diese Personengruppe interessant sind. Welche Ziele verfol- gen Sie mit Ihrem Auftritt? Was bieten Sie Ihren Fans? Warum sollten diese mit Ihnen kommunizieren? Und vor allem: In welchem sozialen Netzwerk finden Sie diese Zielgruppe?

VerwaltungZweipunktNull-Tipp

bereits aus kapazitätsgründen wird es nicht möglich sein, alle denkbaren kanäle gleichermaßen zu bedienen. da die präsenz einer öffentlichen stelle jedoch ein vorteil für den anbieter sein kann, sind bei der auswahl verfassungs-, wettbewerbs- und evtl. vergaberechtliche grundsätze einzuhalten.

und evtl. vergaberechtliche grundsätze einzuhalten. so ist die öffentliche hand bspw. aufgrund des

so ist die öffentliche hand bspw. aufgrund des verfassungsrechtlichen Gleichheitssatzes nicht nur bei hoheitlichem handeln, sondern auch im bereich der fiskalischen hilfsgeschäfte (also z. b. beim abschluss von zivilrechtlichen verträgen) verpflichtet, nicht ohne sachlichen grund verschiedene anbieter ungleich zu behandeln. die behörde ist zudem gehalten, das wettbewerbsrechtliche Gebot der Neutralität und Objektivität zu beachten.

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ermitteLn sie ihre zeitressourcen3 Social-Media-Aktivitäten können sehr zeitintensiv sein. Dennoch ist der zeitliche Aufwand nicht so groß, wie oftmals

Social-Media-Aktivitäten können sehr zeitintensiv sein. Dennoch ist der zeitliche Aufwand nicht so groß, wie oftmals vermutet wird. Insbesondere unter der Be- rücksichtigung der anfangs geringen Anzahl eigener Fans ist der zeitliche Auf- wand überschaubar. Als Faustformel gilt, dass eine Stadt mit 100.000 Einwoh- nern für die Betreuung ca. acht Stunden pro Woche einplanen sollte. Bei einer größeren Community und vor dem Hintergrund, dass im Web 2.0 im Vergleich zur klassischen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit kürzere Reaktionszeiten erwar- tet werden, kann die Betreuung jedoch auch deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen. Vor der Wahl des Netzwerks bzw. der Netzwerke sollte daher überlegt werden, wie viel Zeit investiert werden kann und welche finanziellen Ressour- cen dafür zur Verfügung stehen. Dabei ist zu bedenken, dass es in jedem Fall notwendig ist, in regelmäßigen Abständen Inhalte zu veröffentlichen, und dass weitere Kapazitäten für ein ständiges Beobachten der Kanäle erforderlich sind.

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kLären sie die zuständigkeitenein ständiges Beobachten der Kanäle erforderlich sind. 4 In sozialen Netzwerken werden von den Nutzern meist

In sozialen Netzwerken werden von den Nutzern meist schnelle Reaktionen auf Fragen und Kommentare erwartet. Unerlässlich ist es daher, im Vorwege eindeutig und umfassend zu klären, welche Mitarbeiter für die Betreuung der sozialen Netzwerke zuständig sind, und diesen die dafür notwendigen Kompe- tenzen einzuräumen.

VerwaltungZweipunktNull-Tipp

die wichtigsten inhaltlichen und sprachlichen vorgaben sollten bereits vor der einführung der social- media-aktivitäten in sog. social-media-guidelines festgelegt werden. nur durch klare kompetenzen kann verhindert werden, dass die folgen eines sog. shitstorms möglichst gering gehalten werden können. erfahrungen aus der vergangenheit zeigen, dass insbesondere frühzeitiges und angemesse- nes einschreiten das aufkommen massiver proteste einschränken kann.

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5 finden sie kompetente und engagierte mitarbeiter Die Auswahl geeigneter Mitarbeiter für die Betreuung der sozialen

finden sie kompetente und engagierte mitarbeiter

Die Auswahl geeigneter Mitarbeiter für die Betreuung der sozialen Netzwer- ke ist elementar für den Erfolg Ihrer Präsenz. Unprofessionelles Verhalten, wie etwa die Vermischung von privaten und dienstlichen Inhalten, oder Fehler auf- grund mangelnder Medienkompetenz kann sich keine Verwaltung erlauben! Für öffentliche Arbeitgeber besteht jedoch die Herausforderung, dass die notwendigen Qualifikationen oft nicht vorhanden sind. Nur teilweise Abhilfe schaffen können spezielle Schulungen, denn wesentlich für den Erfolg eines Social-Media-Auftritts ist neben einem gewissen Fingerspitzengefühl auch die notwendige Leidenschaft für das Thema. Dies ist nicht unbedingt bei jüngeren Mitarbeitern vorhanden, denn Social-Media ist heute kein Jugendthema mehr. Erfahrungsgemäß ist es sogar sinnvoll, wenn das Social-Media-Team aus Mitar- beitern unterschiedlicher Altersstufen besteht.

Achten Sie zudem auf eine gute Vernetzung der zuständigen Mitarbeiter: Auf- grund der geforderten schnellen Reaktionszeiten sind die Social-Media-Mana- ger auf zeitnahe Informationen und Zuarbeit aus anderen Abteilungen ange- wiesen. Die Aufgabe vorwiegend Praktikanten zu übertragen, ist daher nicht zielführend.

VerwaltungZweipunktNull-Tipp

bedenken sie auch die konsequenzen, die ein ausscheiden eines für den social-media-bereich zuständigen mitarbeiters haben kann. soweit es sich um einen rein dienstlichen zugang handelt, ist der mitarbeiter zwar zur herausgabe der administratorenrechte verpflichtet, das ändern der passwörter ist dennoch unerlässlich.

VerwaltungZweipunktNull-Tipp

soweit ein zusammenhang mit dienstlichen verpflichtungen besteht, können arbeitnehmer im rahmen des arbeitsverhältnisses auch dazu verpflichtet werden, einen behördlichen auftritt einzurichten und zu pflegen (etwa in der abteilung für presse- und öffentlichkeitsarbeit). derartige „zwangsverpflichtungen“ sind jedoch gerade in diesem bereich aus den bereits genannten gründen nicht zielführend.

foto: koya979 - fotolia.com
foto: koya979 - fotolia.com

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foto: koya979 - fotolia.com 6 gestaLten sie die sociaL-media-präsenz ansprechend und rechtskonform Achten Sie bei der

gestaLten sie die sociaL-media-präsenz ansprechend und rechtskonform

Achten Sie bei der Gestaltung Ihrer Social-Media-Präsenz auf ein ansprechen- des Design. Wählen Sie thematisch passende und aussagekräftige Fotos. Social- Media ist kein Thema, welches „mal eben nebenbei“ erledigt werden kann. Ähnlich wie bei klassischen Printmedien sollten Sie die grafischen Elemente des Accounts im Zweifel daher von professionellen Agenturen gestalten lassen.

VerwaltungZweipunktNull-Tipp

neben dem design müssen sie bereits bei der gestaltung ihres accounts eine reihe von rechtlichen vorgaben beachten. dazu gehört z. b. die sicherstellung der urheberschaft an den veröffentlichten fotos. zudem müssen sie auch in sozialen netzwerken die impressumspflichten bspw. des tmg beachten. zusätzlich sind bei manchen plattformbetreibern besondere vorgaben einzuhalten, etwa hinsichtlich des namens der eigenen seite.

seien sie zudem vorsichtig, wenn sie informationen über die für die betreuung zuständigen mitar- beiter in sozialen netzwerken veröffentlichen. teilweise ist dies von den zuständigen datenschutz- beauftragten untersagt, obwohl gerade dadurch ein persönlicher kontakt zu den nutzern aufgebaut werden kann.

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7 denken sie an die sicherheit Vergessen Sie nicht, dass das Anlegen eines Social-Media-Accounts bei unvor-

denken sie an die sicherheit

Vergessen Sie nicht, dass das Anlegen eines Social-Media-Accounts bei unvor- sichtigem Handeln mit nicht unerheblichen Risiken verbunden ist. So kann etwa das Abgreifen der Passwörter (sog. Phishing) erhebliche Folgen haben. Wichtig ist es daher, sichere Passwörter zu wählen und die Mitarbeiter für das Risiko bspw. durch entsprechende Schulungen zu sensibilisieren.

bspw. durch entsprechende Schulungen zu sensibilisieren. VerwaltungZweipunktNull-Tipp foto: denys rudyi - fotolia.com

VerwaltungZweipunktNull-Tipp

foto: denys rudyi - fotolia.com

bereits durch das bundesdatenschutzgesetz (bdsg) sind sie verpflichtet, die notwendigen technischen und organisatorischen maßnahmen für die datensicherheit zu gewährleisten. insbesondere wenn die zugangsdaten und passwörter aus organisatorischen gründen von mehreren personen genutzt werden, sind vorkehrungen zur sicheren weitergabe, speicherung usw. zu treffen. angesichts der weitreichenden missbrauchsmöglichkeiten solcher im namen einer behörde eröffneten accounts muss bei der geheimhaltung der zugangsdaten größte sorgfalt an den tag gelegt werden. eine weiter- gabe an unbefugte dritte oder auch nur die möglichkeit der kenntnisnahme dieser zugangsdaten durch dritte ist mithilfe geeigneter organisatorischer maßnahmen strikt auszuschließen.

8 veröffentLichen sie ansprechende und netzwerkgerechte inhaLte Ein großes Publikum werden Sie nur dann erreichen,

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8 veröffentLichen sie ansprechende und netzwerkgerechte inhaLte Ein großes Publikum werden Sie nur dann erreichen, wenn

veröffentLichen sie ansprechende und netzwerkgerechte inhaLte

Ein großes Publikum werden Sie nur dann erreichen, wenn die Nutzer durch die von Ihnen veröffentlichten Inhalte einen Mehrwert erhalten. Nach wie vor gilt in sozialen Netzwerken der Leitsatz „Content ist King“. Vor allem müssen die Inhalte dem Netzwerk und Zielpublikum entsprechend angepasst werden. So verbietet es sich bspw. seitenlange Pressemitteilungen in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen. Verwenden Sie vielmehr einfach verständliche Formulierun- gen und vermeiden Sie „Behördendeutsch“.

Erfahrungsgemäß sind visuelle Beiträge wirkungsvoller als reiner Text, sodass Sie auch Fotos und Videos veröffentlichen sollten. Dabei ist jedoch stets auf eine Balance zwischen Unterhaltung und Seriosität zu achten. Die Postings (Beiträge) sollten dabei immer einen Bezug zu Ihrer Stadt aufweisen.

Bezüglich der Häufigkeit der Beiträge gibt es keine starren Regeln: Zwar sollten Sie regelmäßig Inhalte veröffentlichen, jedoch zählt auch hier der Grundsatz „Qualität statt Quantität“. Mitunter hilft auch das Anlegen eines Redaktionsplans.

VerwaltungZweipunktNull-Tipp

auch wenn das kopieren von tweets, statusmeldungen oder anderer inhalte in gewisser weise typisch für das web 2.0 ist, sind die beteiligten von der beachtung der rechtlichen grenzen dennoch nicht entbunden. soweit die in einem sozialen netzwerk veröffentlichten inhalte urheberrechtlichen schutz genießen, müssen diese urheberrechte selbstverständlich auch von der verwaltung respek- tiert werden. sollen bspw. inhalte von dritten in form von videos oder bildern auf der eigenen seite eingebunden werden, müssen sie die dafür erforderlichen rechte in form von nutzungsverträgen einholen. und wenn fremde personen auf fotos abgebildet sind, ist vor der veröffentlichung deren zustimmung einzuholen.

VerwaltungZweipunktNull-Tipp

im rahmen des urheberrechts ist auch zu berücksichtigen, dass regelmäßig die mitarbeiter der verwaltung selbst urheber der von ihnen verfassten statusmeldungen, blogs und texte sind, sofern diese urheberrechtsschutz genießen. deshalb sollten sie sich die ausschließlichen nutzungsrechte für die jeweiligen werke frühzeitig von den mitarbeitern durch vertragliche abreden einräumen lassen.

mitarbeitern durch vertragliche abreden einräumen lassen. VerwaltungZweipunktNull-Tipp teilweise wird geraten,

VerwaltungZweipunktNull-Tipp

teilweise wird geraten, exklusive informationen über die sozialen netzwerke bereitzustellen. seien sie hier vorsichtig! durch die bereitstellung exklusiver informationen könnten bürger faktisch dazu gezwungen werden, sich in einem sozialen netzwerk anzumelden. im unterschied zur veröffentli- chung auf der eigenen internet-präsenz muss der nutzer seinerseits ggf. einen nutzungsvertrag mit dem betreiber des web 2.0-dienstes abgeschlossen haben, um auf alle inhalte zuzugreifen.

gestalten sie ihren auftritt daher so, dass die informationen auch über andere kanäle abrufbar sind. in einigen bundesländern haben es die datenschutzbeauftragten bereits zur bedingung gemacht, dass die sozialen netzwerke lediglich eine „brückenfunktion“ zu den eigenen webpräsenzen der behörden haben. dies entspricht auch empfehlungen aus dem social-media-marketing-bereich, nach denen die sozialen netzwerke primär dazu genutzt werden sollten, mehr nutzer auf die eigene homepage oder den eigenen blog zu lenken!

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9 interagieren sie mit den nutzern Die Präsenz in einem sozialen Netzwerk sollte nicht mit einer

interagieren sie mit den nutzern

Die Präsenz in einem sozialen Netzwerk sollte nicht mit einer klassischen Homepage verwechselt werden. Der entscheidende Unterschied ist, dass hier eine Kommunikation mit den Nutzern erfolgt. Diese sollten aufgefor- dert werden, Fragen zu stellen und mitzudiskutieren. Bevor Aktionen wie „Wie findet Ihr unsere Stadt?“ gestartet werden, muss man sich jedoch darauf einstellen, nicht nur positive Reaktionen zu erhalten. Auf sachliche Kritik sollte sachlich geantwortet, unsachliche Kritik hingegen weitgehend ignoriert werden. Soweit keine beleidigenden oder anderweitigen rechts- verletzenden Ansichten geäußert werden, ist dies zu tolerieren. Darauf sollten die zuständigen Mitarbeiter hingewiesen werden. Kontraproduktiv ist es hingegen, derartige Meinungen zu löschen oder zu beantworten, da dies in der Regel nur weitere – ggf. weitreichendere – Reaktionen pro- voziert („Don‘t feed the trolls“). Im Übrigen gilt, dass gerade in diesem Bereich nicht jedes Detail planbar ist und sich die Mitarbeiter ohnehin zu einem bestimmten Teil an die „Community“ herantasten und ihr Handeln nach und nach an die Interessen der Nutzer anpassen müssen. Dabei sollte auch darauf geachtet werden, dass die Reaktionszeit so kurz wie möglich gehalten wird. In der Regel sollte innerhalb von 24 Stunden angemessen reagiert werden. Jedoch kann und wird eine Reaktion au- ßerhalb der üblichen Geschäftszeiten nicht zwingend erwartet.

VerwaltungZweipunktNull-Tipp

es dürfen nur rechtswidrige beiträge gelöscht werden! die möglichkeit der Löschung einzelner beiträge darf kein mittel sein, um kritisierende beiträge von bürgern, die der verwaltung unlieb sind, zu verbergen. äußerungen, die von der meinungsfreiheit geschützt sind, dürfen nicht entfernt oder der zugang hierzu nicht verhindert werden. ansonsten droht eine verletzung der meinungsfreiheit (art. 5 abs. 1 gg) oder des gleich- behandlungsgrundsatzes (art. 3 abs. 1 gg).

10 foto: alphaspirit - fotolia.com überprüfen sie ihre strategie regeLmässig Schließlich sollten Sie die eigene

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10 foto: alphaspirit - fotolia.com überprüfen sie ihre strategie regeLmässig Schließlich sollten Sie die eigene
10 foto: alphaspirit - fotolia.com überprüfen sie ihre strategie regeLmässig Schließlich sollten Sie die eigene

foto: alphaspirit - fotolia.com

überprüfen sie ihre strategie regeLmässig

Schließlich sollten Sie die eigene Strategie in festen Zeiträumen überprüfen und ggf. anpassen. Auch wenn sich der Erfolg der eigenen Präsenz nur schwer in Zahlen messen lässt, sollten Sie prüfen, ob Sie die gewünschte Resonanz erhalten. Die Überprüfung sollte ergebnisoffen erfolgen. Eventuell gehört auch die Einsicht dazu, dass die gewählte Plattform nicht für die eigenen Zwecke geeignet ist. Um andere Zielgruppen zu erreichen, hilft unter Umständen auch der Wechsel in ein anderes Netzwerk.

VerwaltungZweipunktNull-Tipp

vorsicht mit social-media-monitoring-tools, die zur analyse des eigenen web 2.0-auftritts genutzt werden können! bei vielen anbietern ist nicht erkennbar, woher die daten stammen, und damit auch nicht überprüfbar, ob auf diese rechtmäßig zurückgegriffen werden darf.

weiterführende Literatur zum thema christian hoffmann und sönke e. schulz, rechtsrahmen ermöglicht teilnahme an
weiterführende Literatur zum thema
christian hoffmann und sönke e. schulz, rechtsrahmen ermöglicht teilnahme
an sozialen netzwerken · in: innovative Verwaltung 5/2013, S. 18 ff.
christian hoffmann und sönke e. schulz, kommunen im web 2.0 –
nutzenanlässe und rechtsfragen · in: die gemeinde 2013, S. 66 ff.
christian hoffmann, sönke e. schulz und franziska brackmann, die öffentliche
verwaltung in den sozialen medien? · in: zeitschrift für datenschutz 2013, S. 122 ff.
christian hoffmann und sönke e. schulz, rechtssichere grundlagen für den einsatz
von „social media“ · in: innovative Verwaltung 1-2/2011, S. 33 ff.
franziska brackmann, christian hoffmann und sönke e. schulz, web 2.0 in der
öffentlichen verwaltung: twitter, facebook und blogs aus rechtlicher perspektive ·
in: Schliesky/Schulz (hrsg.), transparenz, Partizipation, kollaboration – web 2.0 für die
öffentliche Verwaltung, kiel 2012.

über die kanzLei verwaLtungzweipunktnuLL

VerwaltungZweiPunktNull ist Deutschlands erste Rechtsanwaltskanzlei speziell für Verwaltungsmodernisierung. VerwaltungZweiPunktNull berät bundesweit Städte, Gemeinden, Behörden und sonstige öffentliche Einrichtungen bei ihren Modernisierungsvorhaben. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt dabei neben der Beratung zum Einsatz neuer elektronischer Kommunikationsmöglichkeiten vor allem in der rechtssiche- ren Social-Media-Beratung für den öffentlichen Sektor. Darüber hinaus berät VerwaltungZweiPunktNull Start-Ups sowie kleine und mit- telständische Unternehmen rund um Fragen des Internetrechts.

das konzept von verwaLtungzweipunktnuLL vom web 2.0 zur verwaLtung 2.0

Als Web 2.0 wird der Teil des Internets beschrieben, in dem die Nutzer Inhalte nicht lediglich konsumieren können, sondern selbst zu Autoren werden. Soziale Netzwerke wie Facebook, Blogs oder Wikis – all diese Ausprägungen des Web 2.0 bieten den Nutzern die Möglichkeit, sich aktiv im Netz zu beteiligen und selbst Inhalte zu produzieren. Das Web 2.0 ist damit sozusagen eine neue, weiterentwickelte Form des Internets.

Auch die öffentliche Verwaltung steht vor der ständigen Aufgabe, technisch stets auf dem aktuellen Stand zu sein. Die Gründe dafür sind vielfältig: Zunächst gebietet der Grundsatz der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit – insbesonde- re in Zeiten knapper Haushalte vieler Kommunen – effiziente Arbeitsmittel und -techniken einzusetzen. Daneben kann es sich die Verwaltung bereits aus Grün- den der Datensicherheit nicht erlauben, veraltete EDV-Technik einzusetzen. Und schließlich drängt auch die geänderte Erwartungshaltung der Bürger die Ver- waltung dazu, aktuelle Kommunikationsmöglichkeiten zu eröffnen. Als Beispiel seien hier die E-Mail-Kommunikation oder Nachrichten über soziale Netzwerke genannt. Die Bürger haben sich mittlerweile daran gewöhnt, auf diese Weise mit Unternehmen und Organisationen kommunizieren zu können. Gleiches er- warten – insbesondere jüngere Generationen – auch von ihrer Stadtverwaltung. Dabei wird jedoch oftmals übersehen, dass für die öffentliche Verwaltung an- dere rechtliche Anforderungen gelten und diese nicht ohne Weiteres wie ein Privatunternehmen agieren kann.

VerwaltungZweiPunktNull hilft bundesweit Städten, Gemeinden, Behörden und sonstigen öffentlichen Einrichtungen dabei, die mit der fortlaufenden technischen und rechtlichen Veränderung verbundenen Herausforderungen zu meistern. Mit fundierten Kenntnissen im Bereich der Verwaltungsmodernisierung berät VerwaltungZweiPunktNull auch Sie auf Ihrem Weg zu einer moderneren und effizienteren Verwaltung – zu einer Verwaltung 2.0.

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Dr. Christian Hoffmann Kanzlei VerwaltungZweiPunktNull

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