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Quarks & Co | Hauptsache satt? | 17.09.2013 http.//www.quarks.de

Co | Hauptsache satt? | 17.09.2013 http.//www.quarks.de Hauptsache satt? Was Schulkinder essen (müssen) Eigentlich

Hauptsache satt?

Was Schulkinder essen (müssen)

Eigentlich sollten wir erwarten können, dass unsere Kinder an den Schulen ein gutes Mittagessen bekommen. Doch wie gesund ist die Schulverpflegung der Kinder wirklich? Und wie steht es um ihr Essverhalten im Allgemeinen? Quarks & Co hat in einer einmaligen Aktion 890 Schulleiter und 6.978 Schulkinder befragt – mit besorgniserregendem Ergebnis.

Redaktion:

Christian Wesener

Autoren:

Pina Dietsche,

Daniel Haase,

Jens Hahne,

Katrin Krieft,

Carsten Linder

Frank Nischk,

Simone Schlosser

Assistenz:

Angelika Kindler

Aufgewärmt, billig, fad

Frisch aus dem Kühlschrank

Eine Frage des Geschmacks

Fit durch den Vormittag

Was ist „gutes Essen“?

Süße Versuchung

Allen Umständen zum Trotz

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Co | Hauptsache satt? | 17.09.2013 http.//www.quarks.de Aufgewärmt, billig, fad Schlechte Noten für das Schulessen

Aufgewärmt, billig, fad

Schlechte Noten für das Schulessen

Wissen wir eigentlich, was unsere Schulkinder tagtäglich in der Mensa vorgesetzt bekommen? Zusammen mit dem Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund hat Quarks & Co knapp 7.000 Schüler und 890 Schulleiter in Nordrhein- Westfalen gefragt, wie es um die Verpflegung bestellt ist.

Westfalen gefragt, wie es um die Verpflegung bestellt ist. Grundschüler können sich ihr Essen nicht aussuchen

Grundschüler können sich ihr Essen nicht aussuchen

Das Ergebnis der Umfrage ist ernüchternd und verweist auf das Dilemma der Schulen: Auf der einen Seite darf das Schulessen nicht viel kosten, damit es sich jeder leisten kann. Auf der anderen Seite soll es gesund, ausgewogen und schmackhaft sein. Das ist ein fast nicht zu bewältigender Spagat.

Tatort Grundschule Besonders besorgniserregend sind die Umfrageergebnisse an den Grundschulen, die in NRW gut die Hälfte aller Schulen ausmachen. Drei von vier Grundschülern sind täglich über Mittag in der Schule und dürfen das Schulgelände nicht verlassen.

Dennoch ist die Situation gerade in den Grundschulen alles andere als zufriedenstellend. Während in allen Schulformen (weiterführende Schulen inklusive) 81,2 Prozent aller Schüler in schuleigenen Kantinen essen, haben nur 57 Prozent der Grundschüler dieses Vergnügen – sie essen oft in Klassen- und Gemeinschaftsräumen.

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Außerdem werden ausgerechnet hier prozentual die meisten Schulen mit dem qualitativ mangelhaftesten Essen beliefert: Knapp zwei Drittel der Grundschulen geben über Stunden warmgehaltenes Essen aus.

Qualitative Mängel und zu knappes Budget Aus Geldmangel müssen generell viele der verantwortlichen Schulen und Kommunen Caterer beauftragen, die mit möglichst geringem Aufwand große Mengen an Essen herstellen können. Diese Essensangebote werden meistens über größere Strecken geliefert und auf diesem Wege über mehrere Stunden nach dem Garen warm gehalten. In der Folge geht ein Großteil der im Essen vorhandenen Vitamine und Folsäuren verloren und das Risiko zur Keimbildung steigt.

Folsäuren verloren und das Risiko zur Keimbildung steigt. Hochwertiges Schulessen hat seinen Preis Das knappe Budget

Hochwertiges Schulessen hat seinen Preis

Das knappe Budget ist ein Problem, mit dem der Umfrage zufolge alle Schulen zu kämpfen haben. Im Schnitt können NRWs Schulen nur 2,50 Euro für ihr Mittagsangebot verlangen. Um ein Angebot zu stellen, das den Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung entspricht, ist das definitiv zu wenig Geld. Experten von Großküchen kalkulieren hierfür mindestens 3,50 Euro pro Mahlzeit, andere Institutionen setzen bei mindestens vier Euro an.

Selten frisch Nach Umfrage der WDR-Wissenschaftsredaktionen ist die schuleigene Küche, in der frisch gekocht wird, ohnehin eher die Seltenheit: Zwar ist die frische Zubereitung bei der Mehrzahl der Waldorfschulen und immerhin bei rund 40 Prozent der Gesamtschulen das Verfahren der Wahl. Die frische Zubereitung von Essen scheint sich aber insbesondere dann anzubieten, wenn viele Essen in einer Schule ausgegeben werden. Nur knapp 17 Prozent der Schulen, die weniger als 50 Essen am Tag ausgeben, kochen frisch. Bei den Schulen mit mehr als 200 Portionen am Tag sind es immerhin 44 Prozent.

mehr als 200 Portionen am Tag sind es immerhin 44 Prozent. Das Schulessen in NRW ist

Das Schulessen in NRW ist Unbeliebt. Über 70 Prozent der über 16-jährigen sagen, das Essen schmecke nicht.

Durchgängig „befriedigend“ fürs Schulessen Das Problem ist allerdings auch, dass es den Schülern relativ egal zu sein scheint, welches Verpflegungssystem ihre Schule wählt. Ihnen ist es wichtig, dass das Essen schmeckt. 98,4 Prozent der befragten Schüler finden leckeres Essen wichtig. Tatsächlich aber benoten die Schüler ihre Kantinen im Durchschnitt mit der Note „befriedigend“ – und das unabhängig davon, ob frisch gekocht wird, aufgewärmt oder warm angeliefert. Echte Begeisterung für das Schulessen sieht anders aus.

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Je älter die Kinder werden, desto kritischer werden sie. Über 70 Prozent der über 16-jährigen sagen, das Essen schmecke nicht. Und nur jeder fünfte befragte Schüler sagt, das Essen sehe frisch aus. Noch weniger meinen, es sei gesund.

Essen sehe frisch aus. Noch weniger meinen, es sei gesund. Die Hits der Kids sind eindeutig.

Die Hits der Kids sind eindeutig. Pizza, Pasta und Pommes sind die Lieblingsspeisen der Schüler

Pasta und Pommes sind die Lieblingsspeisen der Schüler Ein Pausenbrot haben trotzdem viele dabei Insgesamt

Ein Pausenbrot haben trotzdem viele dabei

Insgesamt ungesundes Ernährungsverhalten Immerhin 87,1 Prozent der befragten Schüler legen Wert auf gesundes Essen, dennoch bleiben die in größeren Mengen ungesunden Lebensmittel der Hit unter den Kindern und Jugendlichen: Pizza, Pasta und Pommes sind die Lieblingsspeisen der Schüler. Am Schulkiosk kaufen sie mit Abstand am häufigsten Süßigkeiten ein – oft auch als Ersatz fürs Pausenbrot oder das Frühstück.

Das Frühstück lassen die Kids viel zu oft ausfallen. Bisher gab es kaum Zahlen darüber, wie häufig deutsche Schüler mit leerem Magen durchs Schultor gehen. Die Zahlen der WDR-Umfrage sollten da wachrütteln:

Nur etwa 55 Prozent der Schüler frühstücken regelmäßig zuhause, jedes fünfte Kind frühstückt nie (20 Prozent), jedes vierte nur unregelmäßig (24,9 Prozent).

Über die Hälfte der Mädchen (57,1 Prozent) und knapp die Hälfte der Jungs (47,1 Prozent) essen auch ihr Mittagessen nie oder ab und zu nicht auf. Für immerhin ein Fünftel der Jungs und ein Viertel der Mädchen spielt hierbei die Angst vor einer Gewichtszunahme eine Rolle.

Gute Aussichten? Es gibt auch positive Trends, die sich aus der Umfrage ableiten lassen.

positive Trends, die sich aus der Umfrage ableiten lassen. Frisch und vielfältig – so sollte Schulessen

Frisch und vielfältig – so sollte Schulessen aussehen

Das Grundschulproblem einmal bei Seite genommen, sind nach der vorliegenden Umfrage schon 81,2 Prozent der teilnehmenden Schulen mit Kantinen ausgestattet, darunter einige, die vor Ort frisch kochen. Es gibt Schüler und Schulen, die sich aktiv um die Essensgestaltung kümmern, die Anträge für Hilfsgelder von Schülern mit weniger einkommensstarken Eltern unterstützten und mit ihren Kantinen schwarze Zahlen schreiben. Die Vernetzungsstelle Schulverpflegung NRW führt hierzu eine Liste mit „Good-Practice“-Schulen, die sich gemeinsam mit allen Verantwortlichen um Lösungen zu den Problemen in der Schulverpflegung bemühen und die anderen Schulen als gutes Beispiel dienen sollen.

Allerdings zeigen die Recherchen der Wissenschaftsredaktionen auch, dass dies in der Regel meistens auf ein besonderes Engagement von Eltern, Lehrern oder

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Vereinen zurück zu führen ist, die versuchen, die Situation vor Ort zu verbessern. Es fehlt an Rückhalt durch die Landes- oder Bundespolitik. Hier muss sich etwas ändern.

Textautor: Christian Wesener Filmautoren: Daniel Haase und Simone Schlosser

Linktipps:

Forschung zu Kinderernährung und Schulverpflegung http://www.fke-do.de/ Das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) forscht anwendungsorientiert zum Thema Kinderernährung. Neben der Entwicklung von Ernährungskonzepten und umfassenden Studien zum Thema Kinderernährung, kümmert sich das Institut auch um das Thema Schulverpflegung. Bereits im Jahr 2009 hat das FKE eine repräsentative Stichprobe von Schulen in NRW befragt.

Informationen rund um die Qualitätsüberprüfung von Schulmensen http://www.ag-schulverpflegung.de/ Internetseite der AG-Schulverpflegung an der Hochschule Niederrhein

Beratung der Verbraucherzentrale NRW zum Thema Schulverpflegung http://www.vz-nrw.de/schulverpflegung Zu einer guten Schulverpflegung gehören neben ernährungswissenschaftlichem und pädagogischem Know-How auch organisatorisches und betriebswirtschaftliches Geschick. Die Vernetzungsstelle Schulverpflegung NRW unterstützt Schulen und Schulträger bei allen Fragestellungen rund um das Thema.

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Co | Hauptsache satt? | 17.09.2013 http.//www.quarks.de Frisch aus dem Kühlschrank Das „Cook &

Frisch aus dem Kühlschrank

Das „Cook & Chill“-Verfahren als gesündere Alternative

Das Verfahren ist seit Jahrzehnten bekannt und die Idee bestechend einfach:

Kochen und Essen werden zeitlich voneinander entkoppelt. Beim sogenannten „Cook & Chill“-Verfahren unterbrechen die Köche den Garprozess kurz vor dem Ende und kühlen die gekochten Speisen innerhalb von kürzester Zeit bis fast auf den Gefrierpunkt herunter. Im Gegensatz zu Warmhalte-Techniken bleiben die meisten Vitamine so auch über den langen Auslieferungsprozess erhalten. Matschiges Gemüse war gestern. Einige Schulcatering-Unternehmen setzen „Cook & Chill“ bereits ein, um Kindern ein knackigeres und gesünderes Essen zu liefern. Dennoch setzt sich das Verfahren nicht flächendeckend durch, denn einen kleinen Haken gibt es auch hier…

Filmautor: Frank Nischk

Linktipps:

Wie funktioniert „Cook & Chill“? http://www.schuleplusessen.de/wissenswertes/schulverpflegung/verpflegungssyst eme/cook-chill.html Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung fasst die Vor- und Nachteile des Verfahrens „Kochen und Kühlen“ zusammen.

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Co | Hauptsache satt? | 17.09.2013 http.//www.quarks.de Eine Frage des Geschmacks Wie Kinder ihre eigenen Vorlieben

Eine Frage des Geschmacks

Wie Kinder ihre eigenen Vorlieben entwickeln

Anatomisch gesehen müssten Kinder absolute Feinschmecker sein: Sie haben deutlich mehr Geschmacksknospen als Erwachsene. Während ein Säugling noch 10.000 solcher Knospen hat, sind es bei Senioren nur noch etwa 2.000. Doch Studien zeigen: Die Zahl der Geschmacksknospen allein sagt wenig über die Geschmackswahrnehmung aus.

allein sagt wenig über die Geschmackswahrnehmung aus. Geschmack liegt uns sozusagen auf der Zunge So hat

Geschmack liegt uns sozusagen auf der Zunge

So hat eine dänische Untersuchung an knapp 9.000 Schulkindern ergeben, dass Mädchen einen ausgeprägteren Geschmackssinn als Jungen haben, obwohl sie eine fast identische Anzahl von Geschmacksknospen besitzen. Lebensmittel müssen bei Jungen zehn Prozent saurer und 20 Prozent süßer sein, damit Jungen denselben Geschmack wahrnehmen wie Mädchen. Die Folge: Viele Jungen lieben extrem Süßes, aber auch extrem Saures. Mädchen bevorzugen dagegen sanftere Geschmacksnuancen.

Sensibel für Bitteres Einig sind sich viele Kinder jedoch bei Lebensmitteln wie Brokkoli: Das Gemüse ist bitter und das mögen viele gar nicht. Besonders stark diesen Geschmack die sogenannten Supertaster unter den Kindern ab (von engl.: to taste = schmecken). Supertaster nehmen Experten zufolge Geschmäcker dreimal so intensiv wahr wie Menschen mit einem durchschnittlichen Geschmacksempfinden. Die Folge:

Gerade gegen bittere Lebensmittel entwickeln Supertaster starke Abneigungen.

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Kaffee, Kohl, Grapefruit, Spinat, Soja und eben Brokkoli bekommen sie kaum über die Lippen.

Soja und eben Brokkoli bekommen sie kaum über die Lippen. Brokkoli ist nicht jedermanns Sache Erkennen

Brokkoli ist nicht jedermanns Sache

Erkennen kann man Supertaster über einen Test mit dem Bitterstoff 6-n- Propylthiouracil. Ein Viertel der Menschen (die sogenannten Non-Taster) nehmen den Bitterstoff überhaupt nicht wahr, für etwa die Hälfte schmeckt er etwas bitter. Ein Viertel, die sogenannten Supertaster, empfinden ihn als extrem bitter.

Ob man Supertaster ist oder nicht, scheint genetisch bedingt zu sein. Welche Gene allerdings bei Supertastern verändert sind, ist noch nicht abschließend geklärt. Das ist auch nicht verwunderlich, denn fast 50 verschiedene Gene sind für den Geschmack verantwortlich und können zudem noch in den unterschiedlichsten Kombinationen aktiviert oder inaktiviert sein.

Am liebsten süß Bei allen Kinder gleich ist die Vorliebe für Süßes. Und die ist in der Tat angeboren:

Schon im Mutterleib reagiert der Fötus auf Süße. Wird beispielsweise ein Süßstoff ins Fruchtwasser eingebracht, schluckt der Fötus das Fruchtwasser ha ̈ufiger. Wird ein Bitterstoff hineingemischt, schluckt er es seltener. Die Aversion gegen Bitteres und eine Vorliebe für Süßes ist also schon im Mutterleib vorhanden. Und sie setzt sich im weiteren Leben fort: Neugeborene können bereits in ihren ersten Lebenstagen Wasser von Zuckerlo ̈sungen unterscheiden und erkennen sogar verschiedene Zuckersorten und -konzentrationen. Werden ihnen salzige, saure oder bittere Flüssigkeiten gegeben, zeigen sie Unbehagen.

oder bittere Flüssigkeiten gegeben, zeigen sie Unbehagen. Süß mögen alle Kinder Süß heißt bei Kindern übrigens

Süß mögen alle Kinder

Süß heißt bei Kindern übrigens sehr süß. Um etwas als süß zu empfinden, brauchen sie eine Zuckerkonzentration von 8,6 Gramm pro Liter - das entspricht der Süße einer Limonade. Bei Erwachsenen liegt diese Schwelle deutlich niedriger. Sie schmecken auch geringe Zuckerkonzentrationen sicher heraus. Der Grund: Bei Kindern befindet sich das Geschmackssystem noch im Lernzustand. Ihnen fehlen Vergleichswerte, um Geschmäcker einzuordnen. Diese Vergleichswerte erlernen sie in den ersten Lebensjahren – und das umso schneller, je häufiger sie mit einem bestimmten Geschmackseindruck konfrontiert werden. Das gilt nicht nur für süß, sondern auch für die anderen Geschmacksrichtungen wie etwa salzig oder bitter.

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Kenn ich – ess ich Diesen Lernprozess sollten Eltern unterstützen. Kinder sind neuen Dingen gegenüber nämlich nicht so aufgeschlossen wie Erwachsene. Meist mögen Kinder erst das, was sie mindestens acht bis 15 Mal probiert haben. Wissenschaftler

nennen das Neophobie, die Angst vor Neuem – und die nimmt erst im Alter von etwa 10 Jahren wieder ab. Großen Einfluss auf den kindlichen Geschmack haben darum Vorbilder: Kinder sind eher bereit, unbekannte Nahrungsmittel zu probieren, wenn zuvor ein Erwachsener in ihrem Beisein das Nahrungsmittel gegessen hat – am besten die eigene Mutter.

Nahrungsmittel gegessen hat – am besten die eigene Mutter. Eltern sollten mit gutem Beispiel vorangehen Problematisch

Eltern sollten mit gutem Beispiel vorangehen

Problematisch sind natürlich auch zu viele Süßigkeiten. Doch Süßigkeiten vor Kindern zu verstecken, um ihren Geschmackssinn nicht in die falsche Richtung zu lenken, löst das Problem keinesfalls. Das zeigt der sogenannte „Hidden Cookie“- Test, den die Pennsylvania State University durchgeführt hat. Für den Test hatten Kinder freien Zugriff auf Apfelkekse, während ihnen Pfirsichkekse zugeteilt wurden. Vor dem Test fanden die Kinder beide Geschmacksrichtungen eher neutral. Doch schon nach fünf Wochen wurden sie völlig wild auf Pfirsichkekse. Die Apfelkekse waren ihnen relativ egal. Die Verknappung bestimmter Lebensmittel, so die Forscher, führe zu einer gesteigerten Präferenz – oder anders: Verbotene Früchte schmecken immer besonders süß.

Textautorin: Katrin Krieft Filmautoren: Katrin Krieft und Carsten Linder

Stichwort:

Geschmacksknospen Die Geschmacksknospen liegen auf der Zunge und im Mund-Rachen-Raum und beherbergen die Geschmackssinneszellen. Mithilfe der Geschmacksknospen können wir fünf Geschmacksrichtungen wahrnehmen: Süß, sauer, salzig, bitter und umami – der Geschmack, der besonders eiweißreiche Lebensmittel anzeigt. Anders als oft dargestellt, sind die Geschmacksempfindungen nicht in einzelnen Zonen auf der Zunge „geordnet“, sondern gleichmäßig über den gesamten Mund- und Rachenraum verteilt.

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Linktipps:

Hintergründe zur Supertaster-Forschung (engl.)

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1397913/?tool=pubmed

Die wissenschaftliche Veröffentlichung beschäftigt sich mit der Bitter- Wahrnehmung und erklärt den PROP-Test, mit dem Wissenschaftler herausfinden können, ob man zu den Supertastern zählt.

Supertaster-Test für zuhause (engl.)

http://www.bbc.co.uk/science/0/22941835

Die BBC stellt einen Test vor, mit dem man herausfinden kann, ob man zu den Supertastern gehört oder nicht. Allerdings wird über diesen Test nur die Anzahl der Geschmacksknospen gezählt, nicht aber der Geschmackswahrnehmungsfähigkeit.

Studie über Geschmacksentwicklung bei Kindern

http://www.ttz-bremerhaven.de/de/presse/pressemitteilungen/430-geschmack-

will-gelernt-sein.html Das Technologie Transferzentrum in Bremerhaven hat im Rahmen eines EU- Projekts die geschmackliche Wahrnehmung von Kindern und Jugendlichen untersucht und informiert über die Ergebnisse der Studie auf seiner Homepage.

Forschung zu Kinderernährung und Schulverpflegung http://www.fke-do.de/ Das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) forscht anwendungsorientiert zum Thema Kinderernährung. Neben der Entwicklung von Ernährungskonzepten und umfassenden Studien zum Thema Kinderernährung, kümmert sich das Institut auch um das Thema Schulverpflegung. Bereits im Jahr 2009 hat das FKE eine repräsentative Stichprobe von Schulen in NRW befragt.

Wie ernähre ich mein Kind richtig? http://www.optimix-schmeckt.de/ Das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) hat mit „optiMIX“ Ernährungsempfehlungen für den Alltag von Kindern entwickelt. In diese optimierte Mischkost sind nicht nur die Nährstoffempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) integriert, sondern auch die Vorlieben der Kinder, die das FKE regelmäßig in Umfragen ermittelt.

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Beratung der Verbraucherzentrale NRW zum Thema Schulverpflegung http://www.vz-nrw.de/schulverpflegung Zu einer guten Schulverpflegung gehören neben ernährungswissenschaftlichem und pädagogischem Know-How auch organisatorisches und betriebswirtschaftliches Geschick. Die Vernetzungsstelle Schulverpflegung NRW unterstützt Schulen und Schulträger bei allen Fragestellungen rund um das Thema.

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Co | Hauptsache satt? | 17.09.2013 http.//www.quarks.de Fit durch den Vormittag Warum das Frühstück so wichtig

Fit durch den Vormittag

Warum das Frühstück so wichtig ist

Für heranwachsende Schüler ist das Aussehen von großer Bedeutung. Aus Sorge um die Figur essen viele regelmäßig ihr Mittagessen nicht auf – das hat die große Quarks-Umfrage an nordrhein-westfälischen Schulen ergeben. Jeder dritte Teenager im Alter von 11 bis 15 Jahren geht sogar oft ohne Frühstück aus dem Haus. Doch damit erweisen sich die Jugendlichen einen schlechten Dienst. Denn der Körper holt sich wieder, was man ihm vorenthält. Und auch die schulische Leistung leidet ohne Frühstück.

Filmautoren: Jens Hahne und Katrin Krieft

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Was ist „gutes Essen“?

Ernährungsempfehlungen im Wandel der Zeit

Gesellschaftliche Umwälzungen und Kriege haben das Essverhalten der Menschen in den vergangenen 100 Jahren massiv beeinflusst. Jede Generation entwickelte deshalb andere Empfehlungen, was Kinder am besten essen sollen, um groß und stark zu werden. Die Geschichte des „guten Essens“ hat so kuriose und sogar gefährliche Blüten getrieben.

Filmautorin: Pina Dietsche

Lesetipp:

Das gesunde Leben. Ernährung und Gesundheit seit dem 18. Jahrhundert

Autor:

Detlef Briesen

Verlagsangaben:

Campus Verlag, Frankfurt, 2010

ISBN:

978-3593391540

Sonstiges:

392 Seiten, 34,90 Euro

Der Konsum von Tabak galt im 16. Jahrhundert als schick und sogar heilsam. Heute ist die Zigarette das Symbol für einen ungesunden Lebensstil. Anhand vieler, anschaulicher Beispiele illustriert Detlef Briest die Geschichte der gesunden Ernährung in Deutschland und den USA und macht damit vor allem eines klar:

Was gestern als gesund und richtig galt, kann heute schon als Irrtum entlarvt sein.

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Co | Hauptsache satt? | 17.09.2013 http.//www.quarks.de Süße Versuchung Lebensmittelmarketing bis auf den Schulhof

Süße Versuchung

Lebensmittelmarketing bis auf den Schulhof

Schon früh wissen Kinder im Supermarkt ganz genau, was sie wollen – nämlich nur den Joghurt mit der Lieblingsfigur vorne drauf oder die Limo für kleine Superhelden. Die Vermarktung von Kinderprodukten ist bis ins Details durchgeplant. Inzwischen versucht die Industrie sogar, bis in die geschützten Räume der Schulen vorzudringen. Wie das funktioniert, zeigt Quarks mithilfe einer eigenen Marke – der Zuckerwatte mit dem „Superschaf“. Und was zunächst noch sehr amüsant wirkt, wird ziemlich schnell sehr unangenehm.

Filmautor: Jens Hahne

Linktipp:

Hintergründe zum Junkfood-Marketing in Kindergärten und Schulen

http://www.foodwatch.org/uploads/media/2013-05-

02_Faktenpapier_Unterrichtsmaterial_final_03.pdf

Die Organisation Foodwatch hat ein ausführliches Faktenpapier mit vielen konkreten Beispielen zusammengestellt.

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Allen Umständen zum Trotz

Gutes Schulessen ist möglich

Früh morgens legen die ersten Schüler los: Sie schnippeln Gemüse, putzen Salat, belegen Brötchen. An der Gesamtschule Waltop ist die Verpflegung Gemeinschaftssache. Ein Konzept, das aus der Not geboren wurde, denn das Essen aus der Großküche wollte kaum noch ein Schüler essen. Und das Konzept geht auf, kein Schüler nörgelt über die extra Arbeit – im Gegenteil, die gemeinsame Vorbereitung führt zu einer großen Nachfrage beim Mittagessen.

Trotzdem kämpfen sie auch in Waltrop weiterhin mit den politischen Widrigkeiten in der Schulverpflegung, denn die bürokratischen Hürden sind insbesondere für die, die wenig Geld haben, nach wie vor sehr hoch.

Filmautorin: Pina Dietsche

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Impressum:

Herausgeber:

Westdeutscher Rundfunk Köln

Verantwortlich:

Quarks & Co Claudia Heiss

Redaktion:

Christian Wesener

Gestaltung:

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