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WHITEPAPER

Produktiver mit Inventor 2010


Die Weiterentwicklung der Inventor-Software bringt reale Verbesserungen in
der täglichen Arbeit

Inhalt

Zusammenfassung .................................................................................................................................. 2
Produktivitätsvorteile von Inventor 2010 gegenüber Inventor 11 ............................................................ 3
1. Laden von Inventor-Daten - Detailgenauigkeit ........................................................................... 3
2. Zoom, Drehen, Pan .................................................................................................................... 3
3. Bauteilerstellung – Layoutentwurf .............................................................................................. 3
4. Einfügen und Kopieren von existierenden Inventor-Bauteilen und -Baugruppen ...................... 4
5. Freies Positionieren von Bauteilen ............................................................................................. 4
6. Baugruppenverwaltung............................................................................................................... 4
7. Import von Fremdformaten ......................................................................................................... 5
8. Bauteilerstellung - Skizzen ......................................................................................................... 6
9. DWG-Datenübernahme .............................................................................................................. 7
10. Einfügen vorhandener Bauteile als abgeleitete Komponenten .............................................. 8
11. Herstellerkataloge .................................................................................................................. 9
12. FEM-Berechnung von Baugruppen ..................................................................................... 10
13. Gestellgenerator – eigene Profile ........................................................................................ 10
14. Skizzenblöcke ...................................................................................................................... 11
15. Konstruktionsassistent – Welle ............................................................................................ 11
16. Konstruktionsassistent – Riemenantrieb.............................................................................. 12
17. Datenaustausch – Absicherung von Know-how/ Datenreduzierung.................................... 13
18. Blechkonstruktion ................................................................................................................. 14
19. Blechabwicklung .................................................................................................................. 14
20. Bewegungssimulation .......................................................................................................... 15
21. Datenaustausch ................................................................................................................... 16
22. Änderungen .......................................................................................................................... 17
23. Zeichnungserstellung ........................................................................................................... 17
24. Positionsnummern und Stückliste ........................................................................................ 18
Tätigkeiten und Zeitgewinn.................................................................................................................... 19

Whitepaper Produktivität - Mai 2009 1 / 19 www.autodesk.de/inventor


Zusammenfassung
Die Entwickler von Autodesk Inventor haben über die Für dieses Beispiel ergibt die Schätzung für die reine
Jahre eine Vielzahl neuer Funktionen in das CAD- Konstruktions- und Zeichenarbeit einen Zeitvorteil von
System integriert. Das vorliegende Whitepaper Inventor 2010 gegenüber Inventor 11 von über 12
unternimmt den Versuch, die Produktivitätsver- Prozent. Daraus errechnet sich eine Einsparung an
besserungen abzuschätzen, die der Konstrukteur Personalkosten von ca. 3600 €. Aber dieser Zeitvorteil
durch die Verbesserungen und Erweiterungen der in der Konstruktion ist nur ein sekundäres Motiv für
jüngsten Inventor-Versionen erfährt. einen Umstieg auf die neueste Version von Inventor.
Viel bedeutender ist die Reduzierung bzw. Vermei-
Als Beispiel dient eine Montage- und Prüfzelle für dung möglicher Konstruktionsfehler und der daraus
Elektromotoren (Bild 1). Anhand der Zelle betrachten resultierenden Nacharbeiten (diese Zeiten wurden
wir typische Konstruktionsaufgaben und vergleichen nicht bewertet). Jeder Praktiker kennt die Probleme
jeweils ihre Durchführung mit der aktuellen Version durch nicht passende Bauteile, fehlende Angaben in
2010 bzw. mit älteren Versionen wie Inventor 11. Zeichnungen und Übermittlungsfehler zwischen
Konstruktion und Einkauf. Wenn man durch Fehler-
Der Kaufpreis einer solchen Zelle beträgt je nach vermeidung bei den Materialkosten von 80.000 € nur
Prozessanforderungen ca. 160.000 €. Dabei sind 10 Prozent einsparen kann, stehen weitere 8000 € als
Mechanikkonstruktion, Elektrokonstruktion, Pro- Kostenvorteil zu Buche. Inventor 2010 bietet eine
grammierung, Verdrahtung und Montage für etwa die Vielzahl an Funktionserweiterungen, die gerade bei
Hälfte der Kosten verantwortlich. Das Konstruktions- dieser Fehlervermeidung helfen.
team bestimmt dabei über Materialkosten von rund
80.000 € und es trägt mit Personalkosten von ca.
30.000 € zu den Gesamtkosten bei.

Bild 1: Montage- und Prüfzelle für Elektromotoren

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Produktivitätsvorteile von
Inventor 2010 gegenüber
Inventor 11
1. Laden von Inventor-Daten -
Detailgenauigkeit
Seit Inventor 11 kann der Konstruk-
teur unter Verwendung der Funktion
„Detailgenauigkeit“ festlegen, Bau-
gruppen nur teilweise zu laden. In
Inventor 2009 kam die Funktion
„abgeleitete Komponente“ hinzu. Sie
erlaubt es, Unterbaugruppen als
abgeleitete Komponenten zu inte-
grieren. Eine Baugruppe, die mithilfe
der Option „Reduzierter Speicher-
modus“ abgeleitet wird, verwandelt
sich in ein Bauteil, das weniger
Speicherplatz verbraucht, weil es
nicht im Cache gespeichert wird.
a) b)
Dies bewirkt beim Laden großer
Baugruppen einen großen Zeit- Bild 2 a): Dialogfenster Abgeleitete Komponente, b) Dialogfenster Detailgenauigkeit
vorteil. Die Ladezeit verringert sich
auf ein Drittel der vorher benötigten Zeit.

2. Zoom, Drehen, Pan


Gerade bei komplexen Baugruppen ist das
Arbeiten mit Zoom, Drehen, Pan (Verschie-
ben) unumgänglich und der Anwender
verbringt bewusst oder unbewusst ca. 10
Prozent seiner Konstruktionsarbeitszeit mit
a) b)
diesen Befehlen. Mit Version 2009 kam eine
entscheidende Verbesserung. Mithilfe der Bild 3: a) Steuerung der Ansichten mit Ansichtenwürfel (View Cube) und
b) Steuerrad (Steering Wheel)
sogenannten View Cubes (Bild 3 a) und
Steering Wheels(Bild 3 b) lassen sich
Ansichten sehr einfach und schnell in die gewünschte
Position drehen und der Anwender spart etwa ein
Drittel des bisherigen Zeitaufwandes. Wichtig ist
dabei, zu erkennen, in welche Richtung sich die
Ansicht dreht, damit Verwechslungsfehler ausge-
schlossen sind.

3. Bauteilerstellung – Layoutentwurf
Inventor 2010 ermöglicht das Erstellen sogenannter
Layoutteile in einer Baugruppe. Der Konstrukteur
kann z. B. ein Layout als parametrischen Hallenplan
(Bild 4) anlegen und geometrische Abhängigkeiten
für die Position der Zelle im Plan einsetzen.

Bild 4: Hallenlayout

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4. Einfügen und Kopieren von existierenden
Inventor-Bauteilen und -Baugruppen

Selbst im Sondermaschinenbau ist es heute möglich,


30 bis 40 Prozent der Bauteile als Wiederhol- oder
Kaufteile einzusetzen und damit die Fertigungskosten
zu reduzieren. In dem Beispiel hat der Konstrukteur
den Platzbedarf für die Aufgaben bereits ermittelt und
aus einem Baukastensystem die passende Zelle
gewählt (Bild 5).

Er integriert die Zelle in eine Montagelinie. Dazu setzt


er ein Transfersystem mit Werkstückträgern im
Karreeumlauf eines Zulieferers ein. Dieser Umlauf
kommt auch in anderen Zellen zum Einsatz und ist
deshalb schon im Firmendatenpool enthalten. Durch
die Mehrfacheinfügeoption (Bild 7, neu in 2008) kann
der Anwender mehrere Baugruppen und Bauteile in
einem Schritt platzieren. Im Beispiel gilt dies für das Bild 5: Grundzelle
Karree, die Stopper, Endschalter und die Schreib-/
Leseeinheiten für die Kodierung der Werkstückträger.

6. Baugruppenverwaltung
Die Gruppierung von Bauteilen in Baugruppen kann in
Inventor 2010 beliebig verändert werden. So können
notwendige Änderungen einfacher als früher durch-
geführt werden, ohne dass definierte Zusammen-
hänge verloren gehen. Baugruppen lassen sich neu
strukturieren, indem Bauteile, Bauteilgruppen, Kom-
ponentenanordnungen oder gesamte Unterbau-
gruppen innerhalb der Modellbrowser-Hierarchie
verschoben werden, ohne die physische Position der
zuvor platzierten Bauteile zu ändern.

Bild 6: Dialogfenster Komponente platzieren

Bild 8: Befehle aus Menü

Bild 7: Mehrfacheinfügen von Bauteilen

5. Freies Positionieren von Bauteilen


Das Positionieren der vorher ausgewählten Bauteile
wurde durch verschiedene Neuerungen in 2008 und
2009 stark vereinfacht. Bauteile und Baugruppen
lassen sich seither direkt anwählen und dann
Bild 9: Transfersystem
verschieben oder drehen (Bild 8).

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Bild 10: Verfügbare Datenformate Bild 11: Dialogfenster Importoptionen Bild 12: Importierter Elektromotor

7. Import von Fremdformaten


Software Lesen Schreiben
Im Anwendungsbeispiel Zelle fügt der Konstrukteur
Inventor X X
die Konstruktionsdaten eines Elektromotors aus dem
AutoCAD X X
Inventor iFeature X X
elektronischen Katalog des Herstellers ein. In Inventor
DXF Dateien X X 2009 wurde der Import fremder CAD-Formate stark
IDF Board-Dateien X verbessert (Qualität und Geschwindigkeit). Nach-
IGES-Dateien X X arbeiten an importierten Teilen sind seither nicht mehr
Catia-V5 Dateien X X oder nur mehr selten notwendig.
Parasolid-Binärdateien X X
Parasolid-Textdateien X X Inventor verfügt seit Version 2009 über folgende neue
Pro/Engineer Granite-Dateien X X Direktschnittstellen (ohne neutrales Zwischenformat)
Pro/Engineer Neutral-Dateien X X für den Datenaustausch mit den Systemen:
Pro/Engineer-Dateien X
• Solidworks
SAT-Dateien X X
• Siemens PLM NX
STEP-Dateien X X
Solidworks-Dateien X
• Pro/E
UGS-NX-Dateien X • Granite
STL-Dateien X • Parasolid
DWF-Dateien X
DWFx-Dateien X Seit Version 2010 unterstützt die Software außerdem
BMP-Dateien X das Lesen und Schreiben von CATIA V5 und JT-
GIF-Dateien X Daten. Eine Aufstellung aller Formate, die Inventor
JPEG-Dateien X direkt ohne Zwischenformate importiert bzw. exportiert
JT-Dateien X X
zeigt Tabelle 1.
PDF-Dateien X
PNG-Dateien X
TIFF-Dateien X
XGL-Dateien X
ZGL-Dateien X

Tabelle 1: Von Inventor direkt - ohne Umweg über


Neutralformate - unterstützte Datenformate

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8. Bauteilerstellung - Skizzen
Im nächsten Schritt konstruiert der Anwender den
Werkstückträger (Bild 13). Die Grundplatte lädt er als
Kaufteil aus der Bibliothek des Herstellers und bringt
die Elektromotoren, die in der Zelle montiert und
geprüft werden, in die notwendige Abholposition für
alle nachfolgenden Montage- und Prüfprozesse.
Anschließend kann er die Werkstückaufnahme
anhand dieser Randbedingungen konstruieren.
Gerade im Bereich Bauteilerstellung hat sich seit
Inventor 11 sehr viel getan. Über 25 Befehle wurden
verbessert oder kamen neu hinzu.

Zu diesen Verbesserungen zählen u. a.: Bild 13: Erstellung des Werkstückträgers anhand der Elektromotor-
• Drehen, Rotieren, Skalieren und Strecken von Geometriedaten
Skizzenelementen ohne Änderung nicht betroffe-
ner Abhängigkeiten
• Verbesserte Benutzeroberfläche für abgeleitete
Komponenten
• Selektive Auswahl verknüpfter Parameter
• Weniger Mausklicks beim Stutzen und Dehnen
• Anzeige noch fehlender Abhängigkeiten
• Automatische Tangentenabhängigkeit für Bögen
und folgende Elemente.

Eine weitere Neuerung bei den Abhängigkeiten betrifft


die Wahlmöglichkeit bei der Erstellung in Skizzen. Seit
Version 2009 kann der Konstrukteur beim Skizzieren
u. a. festlegen, ob er Abhängigkeiten zwar temporär
für die Positionierung nutzen, aber nicht dauerhaft
festlegen will. Er hat also die Wahl zwischen tempo-
rärer und permanenter Abhängigkeit (Bild 15). Bild 14: Hallenlayout

Bild 15: Befehle für die Anwendung von temporären bzw.


permanenten Abhängigkeiten

Bild 16: Fertiger Werkstückträger

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9. DWG-Datenübernahme
Die Konstruktion der Aufnahme für die Elektromotoren
in der Prüfeinheit erfolgt weitestgehend anhand einer
vorhandenen Aufnahme, die als 2D-DWG-Zeichnung
existiert (Bild 17). Seit Inventor 2008 ist der
Datenaustausch zwischen Inventor und AutoCAD
denkbar einfach. DWG-Zeichnungen lassen sich
direkt in Inventor öffnen. Das Betrachten, Plotten und
Prüfen existierender DWG-Dateien in Inventor sowie
die Übernahme von Zeichnungselementen mit Copy &
Paste ist möglich und kommt im Beispiel auch zur
Anwendung (Bild 18).

In Version 2010 folgten noch einige Erweiterungen:

• Einfügepunkte lassen sich als Ansichtsmittelpunkte Bild 18: Übernahme der 2D Daten in das 3D Modell
oder Modellursprung für DWG-Ansichtsblöcke
festlegen.
• Ansichtsblöcke können in den DWG-Modellbereich
eingefügt werden.
• Inventor unterstützt das Einfügen von Ansichts-
blockdefinitionen in den DWG-Modellbereich .
• Einfügepunkte für Ansichtsblöcke dienen nicht
zwangsläufig als Ansichtsmittelpunkte. Sie können
auch als Modellursprung fungieren.

Bild 17: Existierende Werkstückaufnahme im 2D-DWG-Format

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10. Einfügen vorhandener Bauteile als
abgeleitete Komponenten

Abgeleitete Bauteile und Baugruppen er-


leichtern die Steuerung von Modelländerun-
gen. Wenn das Mastermodell eine Änderung
erfährt, zieht sich die Änderung automatisch
durch alle abgeleiteten Komponenten. Der
Konstrukteur kann abgeleiteten Bauteilen
und Baugruppen weitere Elemente hinzu-
fügen. Ergänzt er die Basiskomponente mit
neuen Elementen oder bearbeitet er abge-
leitete Elemente, so übernimmt Inventor die
Bild 19: Dialogfenster „Öffnen“
Änderungen in das abgeleitete Bauteil.

Im Beispiel Prüfzelle lädt der Anwender die


Baugruppe Spannhebel (neue grafische Auswahl-
funktion) für die Prüfeinheit der Elektromotoren (Bild
21), spiegelt sie (ebenfalls eine neue Funktion) und
modifiziert sie später für die Aufnahme des Klemm-
bolzens.

Bild 20: Dialogfenster „Abgeleitete Baugruppe“

Bild 21: Baugruppe Spannhebel

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11. Herstellerkataloge
Für die Prüfeinheit der Elektromotoren fehlen
noch weitere Zukaufteile. Verschiedene Her-
stellerbauteile sind vorgesehen. Seit Version 11
kann der Anwender direkt auf über 100 Her-
stellerkataloge (Bild 22) zugreifen. Weiterhin
bieten verschiedene Portale (und natürlich auch
die meisten Hersteller selbst) Katalogteile direkt
im Inventor-Format an.

Die Weiterentwicklung der Kataloge steht allen


Inventor-Anwendern zur Verfügung, einzelne
neue Befehle, wie etwa das „Mehrfacheinfügen“
von Katalogteilen gibt es seit Version 2009.

Auch den Roboter (zum Umsetzen der Bild 22: Übersicht Web-Katalogsysteme
Elektromotoren) wählt der Konstrukteur direkt auf
der Hersteller-Website aus und fügt ihn ein.

Bild 23: Fertige Prüfeinheit für Elektromotoren

Bild 24: Komplettierte Zelle mit Roboter und Prüfeinheit

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12. FEM-Berechnung von Baugruppen
Inventor 2010 ermöglicht die Berechnung von
Bauteilen und Baugruppen mit der integrierten
FEM-Software. Damit können Konstrukteure
jetzt ohne Zeitverzögerung ihre Modelle opti-
mieren. Die Prüfvorrichtung muss beispielsweise
exakt so ausgelegt werden, dass die Einspan-
nung (Bild 25) keinen zu großen Einfluss auf das
Prüfteil hat und möglicherweise das Prüfergeb-
nis verfälscht. Mithilfe einer FEM-Analyse der
Baugruppe lässt sich die Auswirkung der Ein-
spannung überprüfen.
Bild 25: Festlegung von Kräften und Momenten in der Baugruppe
13. Gestellgenerator – eigene Profile
Im Sondermaschinenbau greifen die Konstruk-
teure je nach geforderter Funktionalität auf
Stahlrohre und Aluminiumprofile zurück (Bild
26). Aluminiumprofile sind heute von verschie-
denen Herstellern mit umfassenden System-
komponenten erhältlich. Wenn das Wunsch-
profil nicht zu finden ist, können die Entwickler
seit Inventor 2009 auch benutzerdefinierte
Profile im Gestellgenerator (früher auch
Rahmengenerator genannt) aufnehmen und so
einfach komplette Gestelle konstruieren.

Bild 26: Aluminiumprofil (links) und eingefügtes Aluminiumprofil (rechts)

Bild 27: Dialogfenster Profilauswahl

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14. Skizzenblöcke
Der Begriff „Skizzenblock“ steht hier nicht für eine
verbundenen Stapel von Notizzetteln. Eine neue
Funktion ermöglicht unter dem Namen „Blöcke“ in
Inventor 2010 die Zusammenfassung von
Skizzenelementen in so genannten Blöcken. Dies
erleichtert den Aufbau, die Positionierung und
Wiederverwendung von geometrischen Modellen.
Weiterhin kann der Anwender die Blöcke ver-
schachteln und z. B. für Kinematikbetrachtungen Bild 28: Einsatz von Skizzenblöcken für die Erstellung der Zellentür
verwenden. Das Öffnen der Haube des Beispiels
Prüfzelle unterstützt ein pneumatischer Zylinder.
Die Geometrie für diesen Mechanismus lässt sich
mithilfe der Blöcke effizient ermitteln. Sie ist die
Voraussetzung für das spätere Modellieren der
gesamten Geometrie.

15. Konstruktionsassistent – Welle


Mithilfe des Konstruktionsassistenten generiert der
Konstrukteur die Antriebswelle für die Prüfeinheit.
Neben der Berechnung der Welle kann er über das
Inhaltscenter auch die notwendigen Normteile ein-
fügen. Die Funktionalität des Wellengenerators wurde
in den Versionen 2008 und 2009 nochmals optimiert.
Die Verbesserungen betrafen die Erzeugung von
Innen- und Außengewinde, Passfedernuten mit
runden Ecken, durchgehenden Keilnuten, Funktionen
für Bohrungen, Fasen, Gewinde und Nuten für
Sicherungsringe.

Bild 29: Wellen-Generator-Dialog (oben),


Antriebswelle Prüfeinheit (unten)

Bild 30: Antriebswelle in Prüfeinheit verbaut

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16. Konstruktionsassistent – Riemenantrieb
Als passende Verbindung zwischen Motor und Prüf-
welle wählt der Konstrukteur einen Riemenantrieb.
Der Inventor-Konstruktionsassistent liefert ihm den
kompletten Antrieb inkl. Berechnung. In Inventor 2009
legt er jetzt die Zahnposition der Räder fest und stellt
den Riemen als gestrichelte Linie vereinfacht dar. Die
detaillierte Darstellung der Zähne eines Zahnriemens
ist jetzt ebenfalls möglich (Bilder 32 bis 34).

Bild 31: Dialogbox Zahnriemen-Generator

Bild 32: Auswahl Riemenscheiben

Bild 33: Auswahl Riementyp

Bild 34: Eigenschaften Riemenscheibe

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Bild 35: Einbau Riemenscheiben/Riemen in Prüfeinheit

17. Datenaustausch mit Absicherung von Know-


how / Datenreduzierung
Für die exakte Auslegung der Sensorik, etwa von
Sensoren, die die Grundpositionen der Prüfteile
überwachen, braucht der Sensorlieferant die
Geometriedaten der Konstruktion. Um nicht die
komplette Baugruppe versenden zu müssen, bietet
Inventor 2010 jetzt die Möglichkeit, nur die Hüllfläche
der Baugruppe zu generieren und diese an den
externen Partner zu senden. Damit ist zum einen
gewährleistet, dass wichtiges Firmenwissen
verborgen bleibt, denn die innen liegenden Bauteile
und Details sind im Hüllmodell nicht mehr enthalten,
zum anderen reduziert sich die Datenmenge für den
Austausch. Die Hüllgeometrie wird je nach gewählter
Option stark vereinfacht. Das System unterdrückt
beispielsweise Teile unterhalb einer gewissen Größe
(Schrauben und andere Kleinteile) oder reduziert die
Geometrie nach anderen Kriterien. Die unterschied-
lichen Farben der Geometrie bleiben erhalten.

Bild 36: Prüfeinheit

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18. Blechkonstruktion
Ein Blechbauteil bildet die Schutzumhausung des
Antriebs der Prüfeinheit.

Zur einfacheren Anwendung der Blechfunktionalität


hat Inventor in den jüngsten Releases viele Erwei-
terungen erfahren, etwa weitere Optionen für
Flansche und Gehrungen. Eckbedingungen und
Freistellungen können über einen separaten Dialog
jetzt direkt geändert werden. Exakte Abwicklungen
sind inzwischen auch bei Biegungen mit großen
Radien möglich. In Inventor 2010 erfuhr die Blech-
konstruktion besonders viele Erweiterungen durch
neue Funktionen. Die neue Version erlaubt eine
Verformung durch Tiefziehen und Profilrollen. Jetzt
kann der Konstrukteur auch konstruktive Änderungen Bild 37: Gehäuse des Antriebs der Prüfeinheit
in der Abwicklung durchführen, die dann auch im
gefalteten Modell erhalten bleiben. Weiterhin
stehen im Inhaltscenter jetzt auch PEM-Verbin-
dungselemente zur Verfügung. Diese PEM-
Elemente dienen in Blechkonstruktionen als
selbstvernietende, semipermanente Verbindungs-
elemente. Wenn diese „Einpressbefestiger“, wie sie
auch genannt werden, in einem Blechteil eingesetzt
werden, machen sie aus dem Bauteil eine Bau-
gruppe und die Verbinder finden Eingang in einer Bild 38: Blechabwicklung Schutzumhausung Antrieb Prüfeinheit

Stückliste. Inventor unterstützt die effiziente


Verwendung dieser speziellen Verbinder in einer Polyline-Approximation ist dabei einstellbar. Diese
Baugruppe durch den Schraubenverbindungs- Eigenschaften sind für viele Schneidemaschinen bzw.
Generator und durch die Platzierung mit der komforta- CAM-Systeme erwünscht, die ihre Schneidwerkzeuge
blen Funktion AutoDrop aus dem Inhaltscenter. nur entlang von Polygonzügen fahren, damit sie die
Daten direkt verarbeiten können. (Neu in Version
19. Blechabwicklung 2009 bzw. 2010).
Inventor besitzt die Möglichkeit, die Ausrichtung der
generierten Abwicklung ändern und sie mit einem
Namen versehen kann. Solche benannten Abwick-
lungsausrichtungen kann er in iPart-Definitions-
tabellen dazu verwenden, um die Ausrichtung der
Abwicklungen in den Variantendateien zu definieren.
Inventor unterstützt den Eintrag von Biege-Anweisun-
gen wie Biegerichtung, Biegewinkel und Radius auf
der Abwicklungszeichnung und liest die entsprechen-
den Parameter automatisch aus dem 3-D-Modell aus.
Sie werden an die Biegelinien in der Zeichnung
angefügt. Optional trägt Inventor auch eine Biege-
tabelle ein. Sie zeigt fortlaufende Nummern für die
Biegekanten, Biegewinkel, Biegeradius und Biege-
richtung.

Daneben ist der DXF-Export erweitert worden. Damit


können die Daten einfacher und detaillierter an die
Fertiger übergeben werden, u. a. durch die Akti-
vierung/ Deaktivierung von Layern. Wahlweise ersetzt
Inventor die Splinekurven in der Blechgeometrie durch
Bild 39: Biege-Anweisungen in der Zeichnung
Polygonzüge und fügt sie zu einem einzelnen Poly-
gonzug (Polyline) zusammen. Die Genauigkeit der

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Bild 40: Greifer mit Elektromotor geschlossen/offen

20. Bewegungssimulation
Der Greifer des Roboters in der Prüfzelle besteht aus
Kaufteilen und Standardteilen aus eigener Fertigung.
Die Greiferbacken werden an die Geometrie der Prüf-
teile angepasst. Die Positionsdarstellungen, die im
Modellbrowser festgehalten sind, helfen dabei, die
Greiferbacken offen und geschlossen darzustellen. In
der dynamischen Simulation setzt Inventor seit Ver-
sion 2008 auch Baugruppenabhängigkeiten automa-
tisch in Gelenke um. Somit lassen sich mögliche
Störkanten in den verschiedenen Abholpositionen
leichter erkennen. Mithilfe von Inventor Studio kann
der Konstrukteur den gesamten Bewegungsablauf
des digitalen Prototypen animiert darstellen.
Bild 41: Befehlsübersicht Dynamische Simulation
Diese Bewegungssimulation unterstützt das gesamte
Projektteam: bei der Überprüfung möglicher Stör-
kanten, Funktionskontrolle, Diskussionsgrundlage mit
Kunden und Lieferanten, als Hilfe für die Montage, als
leicht verständliche Erläuterung in Schulungen oder
als überzeugende Verkaufsunterstützung im Internet.

Bild 42: Dialogfenster Videoanimation

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Bild 43: Hallenlayout (schwarz dargestellt: Roboterzelle)

21. Datenaustausch Viele DWF-Neuerungen verbessern die Kommunika-


Zur Überprüfung des Platzbedarfs der Roboterzelle in tion mit Kollegen und Partnern, die nicht über eine
der Montagehalle des Kunden erzeugt der Konstruk- Inventor-Lizenz oder einen CAD-Arbeitsplatz ver-
teur 2D-Zeichnungen im DWG-Format und gibt sie an fügen:
diesen weiter.
• Neue DWF-Publizierungsoptionen
Die direkte Ausgabe von DWG-Daten aus Inventor • Animations- und Baugruppenanweisungen
und ihr unmittelbares Öffnen in AutoCAD ermöglicht • Positionsdarstellungen, Konstruktionsansichten und
eine vollständige Assoziativität mit dem 3D-Modell. aktive Detailgenauigkeiten
• Summen- oder Positionsstücklisten
Daneben kann ein Austausch der Daten von Ferti- • Durchgängige 2D-DWF-Markups von DWF zu
gungsteilen per DWF mit den Zulieferern erfolgen. Inventor und umgekehrt – d. h. Anmerkungen in
Dieses 3D-Format erlaubt die Steuerung des 2D-DWF-Dateien sind in beiden Richtungen
Detaillierungsgrads der Darstellung. Durch geringere unterstützt
Detaillierung lässt sich das Risiko der Preisgabe von • Sperre für Messen und Drucken
Firmenwissen verringern, wenn DWF-Daten bei • Ausgabe optional im neuen DWFx-Format. Dieses
Preisanfragen oder technischen Rückfragen an den Format stellt der MS Internet Explorer 7 ohne
Kunden oder Partner gehen. Ein weiterer Vorteil des zusätzlichen Viewer dar
DWF Formats liegt im kostenlosen Viewer, d.h.
• Schnellere Ausgabe mit verbesserter Darstellung
andere Abteilungen oder Kunden benötigen keinen
von Bauteilen und Baugruppen: „Expressoption“
separaten CAD-Arbeitsplatz oder eine Lizenz, um
• Enthält die Inventor Ansichts- und Umgebungs-
DWF-Daten zu betrachten.
einstellungen

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22. Änderungen
Aufgrund der Aufstellungssituation beim Kunden muss
die Steuerung der Prüfzelle von links nach rechts
verschoben werden. Dies hat auch Einfluss auf die
Anschlüsse.

Solche Änderungen haben aufgrund der komplexen


Zusammenhänge in Konstruktionen oftmals einen
hohen Anteil am Gesamtaufwand. Inventor bietet
durch seine Flexibilität und die vielen bisher be-
schriebenen Funktionen einen Produktivitätsvorteil.
Besonders helfen hier die verbesserten Layout- und
Skizziermöglichkeiten, sowie die Funktionen für die
Baugruppenbearbeitung in Inventor 2009 und 2010.

23. Zeichnungserstellung
Die Zeichnungsableitung verursacht einen nicht zu
unterschätzenden Zeitaufwand. Für die komplette
Bild 44: Fertige Roboterzelle
Anlage müssen alle Bauteile und Baugruppen
vereinzelt und detailliert werden. In Inventor 2008,
2009 und 2010 wurden hier folgende Funktionen
optimiert:

• Bemaßung und Schraffur von isometrischen • Mittellinien für mehrere Ansichten


Ansichten • Filter zur Auswahl von Bemaßungen
• Werkzeug zur Neuanordnung von Bemaßungen • Zuordnen von Text zu Kommentaren mit
• Unterstützung von Schnittkanten aus Modellskizzen Führungslinien
für Schnittansichten • Öffnen von Zeichnungen im Bauteil- bzw.
• Ausgerichtete Schnittansichten Baugruppenbrowser
• Sichtbarkeitssteuerung von Ansichten
• Zusätzliche Begrenzungs- und Ausbruchsoptionen
• Kreisförmige Begrenzung für vergrößerte
Detaildarstellungen
• Unterstützung von Schnittkanten aus Modellskizzen
für Schnittansichten
• Verdeckte Kanten in schattierten Ansichten
• Erzeugung von Sichtkanten bei Überlappungen und
Kollisionen

Bild 45: Zeichnungsableitung Prüfeinheit

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24. Positionsnummern und Stückliste
Für eine korrekte Kommunikation mit Einkauf und
Montage ist die Stückliste inkl. Positionsnummern auf
den passenden Zeichnungsblättern zu erstellen.

Folgende Neuerungen sind hierbei zu nennen:


• Revisionskontrolle für Zeichnungsblätter
• Integration von iProperties in Schriftfeldern
• Bauteilgewicht im Schriftfeld
• Stücklistenvariablen
• Filter für Stückliste:
o Nur Teile mit Positionsnummer
auswählen
o Nur Normteile oder Kaufteile
auswählen
o Positionsnummernbereiche wie 1 bis
10 und 21 bis 30 auswählen

Bild 46: Zeichnungsableitung Prüfeinheit mit Positionsnummern und Stückliste

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Tätigkeiten und Zeitgewinn
Der gesamte Zeitaufwand für die Konstruktion der
Prüfzelle lässt sich auf etwa 350 Stunden ansetzen.
Davon sind etwa zwei Drittel der Zeit den Tätigkeiten
am CAD-System zuzuordnen. Das restliche Drittel ist
für Informationsbeschaffung, Besprechungen,
Kommunikation, administrative Aufgaben, Schulung
etc. zu veranschlagen.

Um die Produktivitätssteigerungen genauer abzu-


schätzen, die mit den jüngsten Inventor-Releases
erreichbar scheinen, sind die oben aufgeführten
Konstruktionsschritte mit einer angenommen Zeit-
ersparnis in der Tabelle 2 aufgelistet. Die
Häufigkeit bestimmter Aufgaben geht Teilaufgabe Zeitaufwand Einsparung Einsparung
[h] [h] %
natürlich in die Schätzung ein. Da. z. B. der
Befehl Zoom nur sehr kurze Zeit bean- Laden von Inventor-Daten
- Detailgenauigkeit 4 2,8 70%
sprucht, aber sehr häufig verwendet wird,
Zoom, Drehen, Panen 2 0,6 30%
ergibt sich der Zeitvorteil aus der Verbesse-
Bauteilerstellung –
rung durch die neue Funktion und der Layoutentwurf 2 1 50%
geschätzten Häufigkeit der Anwendung. Einfügen und Kopieren von
existierenden Inventor-
Bauteilen und -
In der Summe errechnet sich für das Projekt Baugruppen 4 0,4 10%
Montage- und Prüfzelle mit diesen Annah- Freies Positionieren von
men eine Einsparung von 30 Stunden oder Bauteilen 1 0,3 30%
12,7 Prozent der Konstruktionszeit. Import von Fremdformaten 4 1,2 30%
Bauteilerstellung - Skizzen 43 2,15 5%
Skizzenblöcke 5 2 40%
DWG-Datenübernahme 8 2,4 30%
Einfügen von vorhandenen
Bauteilen als abgeleitete
Komponente 24 3,6 15%
Herstellerkataloge 16 0,8 5%
FEM-Berechnung von
Baugruppen 2 1,6 80%
Gestellgenerator – eigene
Profile 8 2 25%
Konstruktionsassistent –
Welle 4 0,4 10%
Konstruktionsassistent –
Riemenantrieb 4 0,2 5%
Blecherstellung 3 0,3 10%
Blechabwicklung 1 0,05 5%
Bewegungssimulation 10 2 20%
Datenweitergabe
DWF/DWG 8 2 25%
Änderungen 32 1,6 5%
Zeichnungserstellung 32 1,6 5%
Positionsnummern und
Stückliste 20 1 5%
Summe: 237 30 12,7%

Tabelle 2: Übersicht – Produktivitätsgewinn durch Verbesserungen und


Erweiterungen der jüngsten Inventor-Versionen (Schätzwerte)

Whitepaper Produktivität - Mai 2009 19 / 19 www.autodesk.de/inventor