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Jahrgang

26 — Folge

10

UNABHÄNGIGE

WOCHENZEITUN G

FÜ R DEUTSCHLAND

2 Hamburg

13, Parkallee 84 / 8. März 1975

C 5524 C

Deutschland und die Jugend

Von Dr. Herbert Hupka r Bundesvorsitzender der Landsmannschaft Schlesien

Nach einer politischen Veranstaltung, auf der Deutschland nach de n Ostverträge n im Mittelpunkt stand, ka m ei n junger Arbeiter auf de n Redner z u und bat u m Informations- material. E r schrieb auf einen Zettel, wa s er haben wollte: Das Potzdammer (so wurde Potsdam geschrieben!) Abkommen, den Deutschlandvertrag, das Karlsruher Urteil, die Texte der Ostverträge. (Die Schuld für die falsche Schreibweise liegt sicher zuletzt bei de m jungen Arbeiter.) Währen d der Diskussion, die sich an einem Vortra g über unsere Verantwortung für Deutschland anschloß, stand ei n junger

Man n auf un d kritisierte

den Redner, weil

er ständig vo m 17. Jun i gesprochen habe, vom 17. Jun i als unserem nationalen Ge - denktag. Er, der Diskussionsredner, müsse gestehen, da ß e r übe r den 17. Jun i ga r nichts wisse, un d so erginge es vielen seiner Altersgefährten. Das sei nicht abfällig ge- meint, sondern lediglich eine nüchterne Feststellung.

Im Verlauf eines deutschlandpolitischen

Seminars meldete sich ein junger Teilneh- mer z u Wort, indem er die Erwähnun g der Geschichte als eines notwendigen Gegen- standes unserer Beschäftigung aufgriff. E r übte an unserer Demokratie herbe Kritik, denn sie habe es versäumt, den jungen Menschen Ideale z u vermitteln, für die z u kämpfen es sich lohne. Ein derartiges Ideal

aber könnt e Deutschlands

nis der Geschichte gerade unseres Volkes.

Diskussion mit Studen-

doch die Wiedervereinigung sein, ei n anderes, die Kennt-

Es wa r nach einer

ten, als ein Student den Satz sprach: „Ent- schuldigen Sie bitte, aber der Zu g ist doch längst abgefahren", un d damit waren die Ostverträg e un d die Folgen für unser Vaterland gemeint.

Die Reihe vo n Äußerunge n junger Men- schen, alle stammen aus den letzten Wochen, ließe sich fortsetzen, wobei schon auffällig ist, i n welchem Maß e gerade junge Men- schen a n de n Veranstaltungen teilnehmen und sich gerade dann persönlich a n der Aussprache beteiligen, sobald das Stichwort Deutschland fällt. Da s ist erfreulich, das sollte genutzt werden, auch wenn, wi e der letzte Diskussionsbeitrag erweist, bisweilen die Ansichten auch i n die Irre führen kön- nen.

Jedes

Vol k

lebt

i n drei Generationen

„Der Schutz menschlichen Lebens hat einen hohen Rang. Aber mußte es soweit kom- men?" fragte Franz Josef Strauß nach der Entführung des Berliner ParteiVorsitzenden

Peter Lorenz

Rechtsstaat vo n einer kleinen, der Polizei bis jetzt noch nicht zugänglichen Gruppe vo n Verbrechern in seinen Fundamenten erschüttert werden kann." Unser Foto zeigt den durch Anarchisten entführten Peter Lorenz zusammen mit Strauß bei der eindrucks-

un d stellte hierzu fest: „Die jüngste n Vorgäng e beweisen, daß hier der

vollen Wahlkundgebung der Union in Berlin Foto A P

gleichzeitig, das ist die Generation der Großväte r un d Großmütter, es schließt sich

befragt, denn we r fragt, will auch Antwor-

an die Generation der Väte r un d Mütter,

ten

vernehmen. Wi r müssen nu r die rech-

die folgende Generation ist die der Söhne

ten

Antworten wissen. In de n Schulen

bie-

und Töchter. Jede dieser Generationen hat

tet sich un s über die Schulpflegschaften

das

ein

hat die ältere Generation Deutschland noch ganz erlebt, sie verbindet mit Breslau un d Königsberg, mit Leipzig un d Rostock un - mittelbare Erfahrung un d Begegnung. Die mittlere Generation kennt Deutschland eher

anderes Verhältnis z u Deutschland. So

aus

de m Hörensagen, zu m Teil aber noch

aus

frühester Jugend. Die jünger e Genera-

tion ist hier i n der Bundesrepublik aufge- wachsen, sie mu ß sich das ganze Deutsch-

land erst geistig

Verhältnis der drei Generationen z u Deutschland unterschiedlich ist, so unter- scheidet es sich mit dem Blick auf die jüngste Vergangenheit. Der älteren Generation sagt man z u gern nach, da ß sie die eigentlich schuldige sei, die mittlere Generation, so einfach soll es eben zugehen, ist dazu be- stimmt, Buße z u tun, währen d der dritten Generation irgendeine besondere Ver- pflichtung oder irgendein Etikett anzuhän- gen bis jetzt noch nicht gelungen ist. Im Gegenteil, diese Generation ist frei un d ungebunden, ihr kann man weder mit Schuld noch mit Buße kommen. Das ist ihre große einmalige Chance.

Aber unsere Jugend, so hört man es gerne klagen, ist falsch erzogen, sie hat i n der Schule vo n Deutschland nichts vernommen, also kann sie auch gar nichts wissen. A n dieser Behauptung ist manches richtig, aber vor der Schule kommt das Elternhaus. Hier m u ß das Gespräch über Deutschland be- ginnen. Wi r sollten der Jugend die Zeit einräumen, da ß sie uns nach Deutschland

aneignen. Un d wi e das

demokratische Recht als Eltern mitzuwirken und, wenn es richtig angepackt wird, auch mitzubestimmen. Die Fragen beginnen schon damit, da ß z u ergründen versucht wird, was wi r unter Deutschland verstehen. Nach leicht durchsichtiger Propaganda riecht, wenn etwa gefragt wird: Wa s wol- len Sie mit Ihrem Anspruch auf Wieder- vereinigung, auf Selbstbestimmung, wenn inzwischen 30 Jahre ins Land gegangen sind und die junge Generation in der „DDR" sich mit diesem ihrem Staat längst identi- fiziert hat. Wen n de m so wäre, dann müßte doch das herrschende System gerade die

jungen Menschen als die besten Propagan- disten für die Teilung Deutschlands ausrei- sen lassen, aber ein Deutscher, der heute

40 Jahre alt ist, mu ß bis zu m Jahre 2000,

ein Deutscher, der heute 20 Jahre alt ist, muß bis zu m Jahre 2020 warten, bliebe es auch weiterhin so, wi e es ist, wollte er einmal München oder Bonn oder Hamburg besuchen. Die ganze Unnatürlichkeit der Teilung kann an diesen Beispielen illu- striert werden, denn bekanntlich dürfen nu r die Rentner, die als Frauen über 60 Jahre und als Männe r über 65 Jahre alt sind, das „DDR"-Paradies verlassen, u m einen Be- such i n der Bundesrepublik Deutschland zu machen.

Es wurde schon gesagt, daß, we r behaup- de r Zu g sei doch schon abgefahren, denn

die Ostverträge lassen uns gar keine Bewe- gungsmöglichkeit mehr, nachplappert, wa s

tet,

offiziell hierzulande seit langem verkündet wird. Auch hier mu ß offensiv geantwortet werden, nicht etwa hinhaltend. Bestimmt etwa der Zugschaffner i n der Sowjetunion oder i n der Volksrepublik Polen oder i n der „DDR", wa s Recht un d was Unrecht ist, was wi r als deutsches Vol k wollen, oder sind wi r nu r dazu bestimmt, gehorsame Diener der jeweiligen Macht zu sein, gestern des Nationalsozialismus, heute des Kommu- nimus. Ein Volk, das weiß, was es will, ist stärker als das Unrecht, das ihm widerfährt. Gerade i n diesen Wochen un d Monaten, da der Blick auf die Ereignisse vor 30 Jahren zurückgeht, da wir uns dessen bewußt sind, schon 30 Jahre vertrieben un d gewaltsam

von unserer Heimat als einem Deutschland getrennt z u sein,

diesen Wochen un d Monaten, da das drän- gende un d bohrende Fragen der Jugend ein Stück deutscher Wirklichkeit ist, hat jeder von uns die Aufgabe, sich selbst nach besten Kräften z u informieren, u m andere infor- mieren z u könne n un d gleichsam der Ge - schichtslehrer der Familie z u werden.

Solange über Deutschland gesprochen und auch gestritten wird, solange nach Deutschland un d damit auch nach Schlesien gefragt wird, hat dieses unser Deutschland eine Zukunft. Schuld hi n un d Schuld her, was die Vergangenheit betrifft, aber die Schuld ist klar, wenn wi r Deutschland ver- lieren, weil wi r keine Antworten auf die Fragen der Jugend wußten, weil wi r Deutschland mit uns ins Grab genommen haben. Deutschland darf uns nicht zu r Ruhe kom- men lassen, welcher Generation auch immer wir angehören mögen.

Stück vo n gerade in

Nac h de r

BerlinerWah l

. — Selten is t eine Wah l unter drama-

Umstände n abgewickelt worden, als

die Wah l zu m Berliner Abgeordnetenhaus. U m es vorwegzunehmen: die Christlichen Demo-

Hochburg de r Partei gewor-

den. Sicherlich haben die Gesichtspunkte, die von de r Berliner CD U i m Wahlkamp f herausge- stellt worden waren, einen erheblichen Anteil an de m Sieg der Christdemokraten, doch, we r nüchtern analysiert, wird feststellen, da ß der Schock, der i n de n letzten Tagen vo r der Wah l

tischeren

H .

W

kraten sind i n Berlin, de r alten Sozialdemokraten, zu r stärkste n

unser Land erfaßte un d der sich ganz zwangs- läufig i n Berlin besonders auswirken mußte, kei- nen so gravierenden Einfluß auf das Wahlergeb- nis genommen hat, wi e mancher sich das vorge- stellt haben mag. Denn das Ergebnis, so wi e es

sich

war vo n allen, die sich einen nüchternen Blick

bewahrt hatten, vorausgesehen worden.

Auch wi r hatten der Union vorausgesagt, da ß sie die stärkst e Partei werden und die 40-Prozent- Marg e überspringe n werde. Di e Sozialdemokra- ten haben erhebliche Abstriche hinnehmen müs- sen un d wen n ma n die Wah l aus de m Jahre

1967 noch zu m Vergleic h heranzieht, dann be -

findet sich die SP D i n Berlin i m Abwind . Wa r

man 1971 bereits u m 6,5 Prozent abgestiegen, so sind es jetzt weitere 7,7 Prozent, die ma n in der Volksgunst verloren hat. Di e Berliner Wah l bestätigt, da ß der Abwärtstrend , de r die Sozialdemokraten i m vergangenen Jah i be-

fallen hat, anhält un d ma n kann damit rechnen,

a m Aben d

des letzten Sonntags darstellte,

daß

es be i de n anstehenden Landtagswahlen i n

fünf

Bundesländer n nicht anders

ei n wird.

Entgegen

anderen

Voraussagen

haben

wi r die

Auffassung

vertreten, da ß die Freien Demokra-

ten wieder i m Berliner Abgeordnetenhaus ver- treten sein werden. Ihnen ist z u bescheinigen,

daß sie sich i n Berlin relativ gut behauptet ha- ben. Au s diesem Grunde ergibt sich nu n auch

in

demokraten sich

Hilfe der FD P de n Regierenden Bürgermeister stellen können. Dieses Bonn-Berliner Beispiel wird auch i n Zukunft überall dort praktiziert werden, w o sich rein rechnerisch hierzu die Mög- lichkeit bietet. Dadurch wird die CD U vo n der Regierung ferngehalten — obwoh l sie zu r stärk- sten Partei geworden ist.

In der Wahlnacht haben Politiker der CD U den Eindruck z u vermitteln versucht, als habe der Bund Freies Deutschland sozusagen de n Sieg der Union i n Berlin verhindert. Schon ei n Blick auf das Berliner Wahlergebnis zeigt, da ß hiervon keine Rede sein kann: 43,9 Prozent der CD U und 3,4 Prozent des BF D ergeben immer noch weniger, als SPD un d FD P unter de m Strich zu - sammenbringen. Wi r haben es als eine journa- listische Aufgabe angesehen, de n BF D unseren Lesern vorzustellen un d haben dazu festgestellt, daß die Wah l i n Berlin erweisen wird, ob sich rechts neben de r CD U noch ei n nennenswertes

Wählerreservoi r

befindet. ma n festzustellen haben, da ß

der BF D i n Berlin knapp drei Monate zu r Ver- fügung hatte, u m sich als Partei darzustellen; die

Tatsache, da ß das Wahlbegehren i n Tempelhof als nicht de n Erfordernissen entsprechend ein- gebracht behandelt un d i n diesen Wahlkreise n folglich nicht kandidiert werden konnte, mu ß als Erschwernis gesehen, kann allerdings nicht als entscheidend für das Abschneiden gewertet wer- den.

Das Abschneiden des BF D ist sicherlich als ei n

Achtungserfolg z u sehen. Dabei ist interessant, daß der BF D seine höchsten Stimmengewinne in Berliner Arbeiterbezirken gewann. Also dort, wo, wi e aus einem Berliner Kneipeninterview

Berlin

wieder

die Situation, da ß die Sozial- a n de r Macht halten un d mit

Zunächst

wir d

des Fernsehens hervorging,

lau" angesehen wird. Ma n wird davon auszu-

gehen haben, da ß sich die

Enttäuschten aller drei i m Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien zusammensetzen un d da ß der BF D — gegründe t vo n ehemaligen Sozial-

demokraten — gerade dieser Partei Abbruch ge-

die CD U als „zu

Wähle r des BF D aus

tan

hat. Wi r standen auf de m Standpunkt, da ß

die

CD U i n Berlin die stärkste Partei werden,

aber auch ohne BFD-Kandidaten nicht i n der

Lage sein würde, die 50-Prozent-Grenze zu r ab-

soluten Mehrheit z u

eingetreten. Bleiben wi r be i de m Test, als den wi r die

Wah l i n Berlin gesehen haben. Un s ist nicht be-

kannt, wa s der BF D für die Zukunft

Es könnt e sein, da ß er sich durch die 3,4 Prozent nicht ent-, sondern ermutigt sieht. Da s ma g fü r Berlin gelten, doch wenn wi r nu n die entschei- dende Wah l i n Nordrhein-Westfalen anvisieren, und auch dort gibt es Bestrebungen, eine weitere

Partei neben der Union a m

men z u lassen, könne n wi r nu r mit allem Nach-

druck vo r jedem Experiment warnen. Denn i n Nordrhein-Westfalen steht es auf des Messers Schneide. Anders als i n Berlin entscheidet hier voraussichtlich ei n Mandat, we r an Rhein un d

Ruhr regieren wird. Jede Zersplitterung der Stim- men, un d das wär e durch eine Partei neben de r

C D U

lösung gefährden — wenn nicht sogar unmög-

lich machen.

erreichen. Genau das ist

beabsichtigt.

Wahlkamp f teilneh-

de r Fall, würd e die Chance einer Wachab-

W a s i n Berlin noch ei n Test sein konnte,

in Düsseldorf

eine politische Dummheit.

wär e

Politik

txe Dflpnufhntrfntt

8.

Mär z

1975

Folg e

10

Seite

2

Richard Stücklen MdB:

Der Altbundespräsident und die Tagespolitik

Im Gegensatz zu seinen Amtsvorgängern verstößt Heinemann gegen seine Sonderstellung

kan n für unser Land fol-

genschwerer sein als die zeitweiligen Umtriebe

Kalkulierte Hysterie

einicter politischer Nihilisten,

einiger

v

yfUfy

Bran d

t ,

SPD-Vorsitzender

Altbundespräsident Heinemann hat kürzlich in Essen massiv in den Wahlkampf eingegrif- fen, indem er den Vorsitzenden der CS U der Verleumdung bezichtigt und wahrheitswidrig behauptet hat, Franz Josef Strauß habe in seiner Passauer Rede die Bundesrepublik Deutschland als Saustall bezeichnet. Strauß hat diesen Aus- druck in Passau verwendet, als er einen Ver-

gleich hinsichtlich Arbeitsmarktlage, Preisstabi- iität, Wirtschaftswachstum und Zahlungsbilanz zwischen dem Zeitpunkt der Regierungsüber- nahme durch die Sozialdemokraten im Jahre

1969 und der heutigen Situatio n anstellte. Dies

haben über 7000 Zuhöre r in Passau so gehört und nichts anderes. Der CSU-Vorsitzende hat in mehreren Reden danach diesen Punkt wieder- holt klargestellt. Zuletzt in der Debatte des Deutschen Bundestages über den Jahreswirt- schaftsbericht am 20. Februar 1975.

Franz Josef Strauß sagte laut Bundestags- protokoll wörtlich:

„Dann — wenn wir das auch noch gleich aufräumen wollen —, meine sehr verehrten Damen und Herren, hat Herr Friderichs, der sicherlich keine Zeit hatte, die Zeitung zu lesen, eine Agenturmeldung zitiert, die in dieser Form irreführend ist. Ich rechne es ihm zugute, da uns dies allen schon passiert ist. Ich meine die Agenturmeldung, ich hätte die Bundesrepublik einen .Saustall' genannt. Ich habe gesagt, man solle den Zustand, in dem wir nach 20 Jahren Wirtschaft und Finanzen übergeben hätten, mit dem Zustand vergleichen, den wir jetzt vor- finden; was die Nachfolger daraus gemacht hät- ten, das würd e ich so bezeichnen wie geschehen. Es kann doch gar kein Zweifel daran beste- hen, daß wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und soziale Stabilität der Bundesrepublik mehr auf die Zeit der ersten zwei Jahrzehnte gegründet sind als auf die Zeit der Experimente an der Ideologie- und Experimentierfront in den fol- genden Jahren. Aber man darf ja auch einmal eine Anleihe im Vokabular machen; ich habe sie nicht einmal bei Herrn Wehne r gemacht. Ich weiß, daß Herr Wehner für vorbildliche Stil- pflege anerkannt wird und deshalb Maßstäbe gesetzt hat, die für uns natürlich schwer ein- stellbar sind. Aber der Bundeskanzler persön- lich, den ich heute nicht weiter strapazieren

Mitteldeutschland:

auch

hier nicht getan —, hat doch nach der Veröffent-

lichung in einem Organ, das sehr häufig für die Bekundung regierungseigener Meinungen ver- wendet wird, nämlich dem ,stern\ gesagt, und zwar über seinen Vorgänge r Will y Brandt, der sich damals in Portugal aufhielt: ,Der sollte besser zu Hause bleiben und den Saustall aus- räumen.'"

dies

zur Kenntnis zu nehmen und sich die Verdre- hungen der Wahlkampfstrategen von SPD und FDP zu eigen macht, dann mu ß er sich den Vorwurf der Böswilligkeit und der einseitigen Parteinahme gefallen lassen. Es ist im übrigen nicht bekannt, daß der Altbundespräsident seine Stimme erhoben hat, als die Illustrierte ,stern' berichtete, Helmut Schmidt habe die Portugal- reise seines Amtsvorgänger s mit den Worten kommentiert, Brandt solle besser Zuhause blei- ben und den Saustall ausräumen.

Im Gesetz über die Ruhebezüge des Bundes-

werc

l

e

— weil

er

nicht da

ist,

ich hätte

es

Präsidente n vo m 17. Jun i 1953 ist festgelegt, daß der Bundespräsident nach Ablauf seiner Amtszeit „einen Ehrensold in Höh e der Amts- bezüge " (laut Haushaltspla n 1974 163 000 DM ) erhält. Der Gesetzgeber bringt mit dieser Aus- nahmeregelung zum Ausdruck, daß ein Bundes- präsident auch nach seinem Ausscheiden eine Sonderstellung einnimmt. Er hat sich im Inter- esse des Ansehens dieses höchsten Amtes, das unser Staat zu vergeben hat, vo n den tages- und parteipolitischen Auseinandersetzungen einerseits fernzuhalten und wird andererseits vor ihnen geschützt. Daran haben sich die Alt - bundespräsidenten vor Herrn Heinemann ge- halten • Wen n Gustav Heinemann sich nicht der Ge- fahr aussetzen will, Respekt und Achtung, die der Altbundespräsident beanspruchen darf, zu verlieren, sollte er seinen in der Sache unge- rechtfertigten und am Am t gemessen deplazier- ten und stillosen Angriff auf Franz Josef Strauß zurücknehmen.

Bayern braucht

China — Berlin aber braucht

die

SPD " Klaus Schütz, Regierender

von

Berlin

besoffen

sind.

Bürgermeister

Ich bin überzeugt, da ß wi r am 3. März noch im-

mer Bundesfinanzminister Hans Apel in einer Berliner Wahlveranstaltung als Prognose über das Ergebnis der Senatswahl am 2. März

W a s immer

daß die mit Abstand kleinste Bundespartei dar- über bestimmt, wer in Deutschland regiert. Münchner Merkur Ich halte es für keine Schande, wenn in bestimm- ten Fragen CDU-Politik und SPD-Politik über- einstimmen. Prof. Horst Ehmke, SPD-Bundestagsabgeordneter

Nichts

Zukunft .

Rundschau

die

mehr Wähle r stört, ist der Umstand,

Wen n

Herr

Heinemann

nicht

bereit

ist,

läßt

sich

schwerer

voraussagen

Franklurter

als

Dr. Walter

Becher MdB:

Die Fallgruben der Ostpolitik

Die Problematik der Konsularverträge ist die Folge der Bonner Vertragspolitik

„Staatsangehörigkeitsfragen sind durch den Vertrag nicht geregelt worden" — mit dieser Protokollerklärung versuchte sich die Bundes- regierung Brandt/Scheel bei der Unterzeichnung der Ostverträge an einer der wichtigsten Folgen der Zweistaatentheorie vorbeizuwinden. Letztere lag nicht nur dem sogenannten Deutschlandver- trag des Jahre s 1972, sondern bereits der Regie- rungserklärung zugrunde, mit der Will y Brandt

und Walte r Scheel i m Herbst 1969 die kopernika - nische Wendung in der Ostpolitik vollzogen. Sie gingen dabei von der Annahme aus, daß es ihnen

Unterschied zwi-

schen staatlicher und völkerrechtlicher Anerken-

gelingen werde, aller Wel t den

nung klar zu machen, mit welchem sie die Be- ziehungen zum „zweiten deutschen Staat" dem

Grundgesetz anzupassen versuchen. Dank der

konzentrierten Mithilfe der Medie n

Versagens der Opposition hatten sie damit fürs erste nur bei den überrumpelten Wähler n der

Bundesrepublik Erfolg. Nu r wenige konnten da- mals übersehen, wie schwer es sein wird, auch das Ausland davon zu überzeugen, daß man nun- mehr von zwei gleichgestellten deutschen Staa-

ten und dennoch

Staatsbürgerschaft (nämlich jener der Bundes-

republik Deutschland) auszugehen habe.

Zur Fallgrube, die sich dabei auftat, legte Ost- Berlin seinerseits mit einer Protokollerklärung die Spur, in der es hieß: „Die Deutsche Demo- kratische Republik geht davon aus, da ß der Ver- trag eine Regelung der Staatsangehörigkeits- fragen erleichtern wird." Der Sinn dieser Pro- phetie, die sich in den Konsularverträge n der „DDR" mit Österreich und anderen Staaten nun- mehr erfüllt, lag ganz auf der Linie des sowjeti- schen Deutschlandkonzeptes, das die politische und völkerrechtliche Aufwertung der Zone zum gleichberechtigten Partner im Konzert der Mächte zum Ziele hatte. Erst jetzt wird deutlich, wie leichtfertig eine Bundesregierung vorging, wel- che mit der Parole „Die Weltgeschichte ist kein Amtsgericht" Rechtspositionen zum Gegenstand solcher Feststellungen degradierte, ohne voraus- zusehen, da ß die andere Seite unverzüglich aus Protokollerklärungen neue, aber diesen ihrem Konzept entsprechende Rechtspositionen auf- bauen werde.

Ist es nicht unsere Aufgabe, Regierungen zu schelten, wenn diese keineswegs gewillt sind,

deutscher als die Regierung der Bundesrepublik Deutschland zu sein oder gar die Kastanien aus dem Feuer eines rechtspolitischen Debakels zu

der jetzigen

Bundesregierung hineingeworfen haben. Das An - gebot der pragmatisch-österreichischen Lösung, mit dem Bruno Kreisky die Gemüte r zu beruhi- gen versuchte, ist nur ein schwaches Echo auf die Folgen eines Vorgehens, für das wi r nicht die Kabinettschefs des Auslandes, sondern ganz konkret den damaligen Kanzler und den damali- gen Außenminister der Bundesrepublik verant- wortlich machen müssen.

Dieser Sachverhalt entbindet uns nicht von der Pflicht, die wenigen, wenn auch windigen

Rechtspositionen z u vertreten, welche uns die

grundgesetzkonforme Auslegun g

offen läßt. Insofern verdient der gegenwärtige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher unsere Zustimmung, wenn er i m Hinblick auf die Parapierung eines Konsularvertrages zwischen Österreich und der „DDR" das Festhalten an einer einheitlichen deutschen Staatsangehörig- keit unterstrich. Ganz generell kommt hierbei die Bedeutung des Grundgesetzartikel s 116 (Re- gelung der Staatsangehörigkei t für alle Deut- schen) und der rechtlichen Bande für die deut-

ist eben nicht

nur mit den Hinweise n auf historische und kultu- relle Traditionen umschrieben. Fü r alle, die der zitierte Artike l meint, bleibt sie auch eine Rechts- gemeinschaft, die dann zerstört wird, wenn man

dem Wunsche Ost-Berlins nach vertraglicher An - erkennung vo n zweierlei Staatsbürgerschaften, d. h. vo n zweierlei Deutschen nachgibt.

Ein wenig Nachdenken könnt e man hier zu-

mindesten s vo n jene n Staate n erwarten , wel- che ohne Bedenken Leistungen entgegennehmen,

die

als einem Staat erbracht werden, der sich als

Fortsetzer des Deutschen Reiches empfindet. Das gilt insbesondere vo n den Leistungen für Ver- triebene, die ja nicht nur aus Westdeutschland, sondern gegebenenfalls aus dem ganzen Reichs-

gebiet nach Österreich kamen. In den Fallgruben der

Ostpolitik würde n auch

jene Deutschen aus dem Bereich der „DDR" lan-

den, für welche die Meldun g bei Konsulaten

ausländischer Staaten

Schritt zur Rückverweisung, d. h. zur Ausliefe- rung i n die „DDR" wäre . Ma n kann nicht in je- dem Fall annehmen, da ß dann Asylrecht zum Zuge käme . Ma n muß , will man der Pflicht zur Obsorge für alle Deutschen nachkommen, immer mit den schlimmsten Fällen rechnen. Auch die Frage, welchen Status in den Konsularverträgen künftig die Bewohner West-Berlins haben, ist in diesem Zusammenhange zu stellen. Wir d es dann unter Umstände n drei deutsche Staatsbür- gerschaften geben? Welche vo n ihnen soll den Vorran g haben? Ma n sieht, in welch zweifelhafte Situationen die Vertragspolitik der Regierung Brandt/Scheel ihre Nachfahren entließ.

unter Umstände n der erste

oder i n andere Staaten

Bundesrepublik Deutschland

sche Natio n zum Ausdruck. Diese

sowie des

der Verträge

vo n einer gesamtdeutschen

Honecker blockt wieder ab

Ungewisse Versprechungen aus Ost-Berlin

ihnen

vo n

der

Bisher haben nur westliche Beobachter den Eindruck, daß die „DDR"-Führung an einer kon- tinuierlichen Verbesserung der Beziehungen zur Bundesrepublik interessiert ist. Au s den Ost- Berliner Erklärungen läßt sich beim besten Wil - len, nicht entnehmen, daß das Verhältnis zu Bonn für die „DDR" derzeit Priorität hat. So hat es zwar in letzter Zeit Gespräche von Staats- sekretär Gaus im Ost-Berliner Außenministe- rium gegeben, die von Ost-Berlin bereits fälsch- lich als Verhandlungen deklariert wurden. Für die Bundesregierung hat dagegen die Verhand- lungsrunde noch nicht begonnen, die das soge- nannte Honecker-Paket zum Inhalt hat: Ver- besserung des Transitverkehrs, langfristige wirtschaftliche Zusammenarbeit, Stromversor- gung West-Berlins, Abba u von Kohle und Erd- gas im Grenzgebiet, Lieferungen aus West- Berlin sowie Verbesserungen der innerstädti- schen Verhältnisse in Berlin.

Auf Grund dieses Ost-Berliner Einlenkens hatte Bonn der Verlängerung und Erhöhung des „Swing" zugestimmt. Jetzt rätselt man in Bonn darüber, was für Ost-Berlin der Anlaß für die Verzögerung sein könnte. Paßt es der „DDR"- Führung einfach nicht, daß Staatssekretär Gaus mit der gesamten Verhandlungsführung beauf- tragt wurde? Ost-Berlin hätte am liebsten einen Bundesminister als Gesprächspartner gehabt. Jetzt sucht die „DDR" das Verhandlungsmandat für Gaus dadurch zu unterlaufen, da ß sie alle Sachfragen wie bisher mit den zuständigen Bonner Ministerien führt.

Wie ANDERE es sehen:

Bonn geht weiterhin davon aus, daß Ost- Berlin aus eigenem Interesse an dem vo n Ho - necker selbst vorgelegten Verhandlungskatalog festhält. Große Hoffnungen sollte man sich je- doch vo n diesen Verhandlungen nicht machen. Die Verhandlungsziele beider Seiten sind kon- trovers: Bonn will mit Verkehrserleichterungen bessere menschliche Kontakte ermöglichen, wäh- rend die „DDR" die Abgrenzung praktiziert. Der innerdeutsche Verkehrsausbau hat inzwischen auch seine Grenzen an der knappen Kasse des Bundes gefunden. Die Bundesregierung mu ß sich daher auf das finanziell Machbare beschränken wie die Öffnung des Teltow-Kanals, die Er- neuerung der Autobahn Helmstedt—Berlin so- wie den Ausbau der Bahnhöhe Schwanheide und Staaken. Das „DDR"-Interesse konzentriert sich dagegen auf Maßnahmen , die ihr hohe Devisen- einnahmen bringen. Derzeit geht es Ost-Berlin nur darum, den Eindruck der Verhandlungs- bereitschaft zu erwecken. Franz Modesto

holen, in das sie die Vorgänge r

Sowjetunion:

Leisetreterei schadet nur

300 Deutsche in sowjetischen Irrenanstalten

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WOCHENZEITUNG

Teil

DEUTSCHLAND

Chefredakteur:

Hugo Wellems

für

den

politische n

Stellvertr. Chefredakteur:

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Stamm

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und

Soziales und LAG:

Horst

Zander

Heimatkreise,

Aktuelles

Gruppen

UNABHÄNGIGE

FÜR

Verantwortlic h

Kultur,

Geschichte,

übe r 300 Deutsche befinden sich nach Aus - kunft von Cornelia Gerstenmaier, der Tochter des früheren Bundestagspräsidenten Eugen

Gerstenmaier un d Vorsitzende r der 1972 gegrün - deten »Gesellschaft für Menschenrechte", in so- wjetischen Irrenanstalten, weil sie einen Antra g auf Ausreise in die Bundesrepublik gestellt haben. Das ist ein Beweis dafür, wie hart der Kreml in der letzten Zeit gegen die deutsche Volksgruppe vorgehen läßt. We r sich heute, wie in der jüngsten Zeit öfter geschehen, auf der Hauptstraße Moskaus zu einem Sitzstreik nie- derläßt, mu ß — wenn er Deutscher ist — mit

einer Haftstrafe

Tut das Gleiche ein Jude, um seine Ausreise nach Israel zu erzwingen, wandert er in der Regel nur für zehn Tage in eine Gefängniszelle.

Cornelia Gerstenmaier führt diese unter- schiedliche Behandlung auf die westliche Publi- zistik, aber auch auf das Verhalten westlicher Politiker zurück. Amerikanische Juden und mit ihnen Parlamentarier und Minister aus den US A melden sich sofort zu Wort, wenn wieder ein- mal der Fall eines inhaftierten Juden in der Sowjetunion bekannt wird. Anders sei es in der Bundesrepublik. Hier verhalte man sich weit- gehend ruhig, um den Kreml nicht zu verärgern.

bis zu vier Jahren rechnen.

Entgegen

landläufiger Meinun g lohnt es sich

sehr wohl,

sich auch vo n der Bundesrepublik

aus für in der UdSSR inhaftierte Deutsche sowie auch Russen einzusetzen. Wi e die Mutter des sowjetischen Prominentenhäftlings Bukowski telefonisch berichtete, beklagte sich der Leiter von Bukowskis Haftanstalt darüber, da ß er so viele Briefe und Telegramme aus dem Westen erhalte, die sich für die Freilassung Buskowskis einsetzen. Kaum etwas scheuen die Sowjets mehr, als wenn deutlich wird, da ß es im .Para- dies der Werktätigen " Ungerechtigkeiten gibt

Zugleich Jugend.

Bonner Redaktion:

Clemens J.

Neumann

Anzeigen und Vertrieb:

Heinz

Passarge

Das Ostpreußenblatt ist das Organ der Lands mannschaft Ostpreußen und erscheint wöchentlich zur Information der Mitglieder des Förderkreises der Landsmannschaft Ostpreußen - Bezugspreis Inland 4,80 DM monatl., Ausland 6.- DM monatl Hostscheckkonto für den Vertrieb Postscheckamt

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Für Anzeigen gilt

Preisliste Nr. 18

Nur Mut, mein Junge

Zeichnung aus Deutsche Zeitung/Christ und Welt

8.

Mär z

1975

— Folge

10 — Seite

3

w a n 1 v ^ gestalteu will, mu ß Gegen- wart un d Vergangenheit sehen. Die Vergangen-

heit kan n nicht „bewältigt" werden. Au s den be-

sind aber Lehren z u ziehen.

di e Erfahrung nicht hoch ge-

nug eingeschätzt werden, wi e es

?52 ? x^ n e Lebens weishei t au s Zaire aus-

druckt:

achten. Der Alter e ist de r Älter e un d zwei Rat-

schlage sind mehr wert als einer." Vielleicht müsse n kommende Generationen einst dafür büßen , da ß übe r 50 Jahre Erfahrungen mi t dem Kommunismu s i m Zeichen de r „Entspannung " und de r „friedlichen Koexistenz" z u gering ver- anschlagt wurden.

Ma n darf niemals di e Erfahrung miß-

seltener

gangenen Fehlern Noch immer kan n

i n

di e Sowjetunion

mit ihren Verbündete n i n nu r drei Jahren -

N u r

so wa r es möglich,

da ß

1970

sie

bi s 1973 - wenigstens

Erfolge

verzeichnete,

hatte.

20 Jahre angesetzt

fü r

di e

Wen n freie Politiker — besonders i n Deutsch- land — nach Erklärunge n fü r ihr oft unverständ - liches Handeln suchen, berufen sie sich au f die Menschlichkeit. Dabei verkennen sie di e Tat- sache, da ß freie Menschen leicht mit Appellen an die Humanitä t erpreß t oder „verunsichert" wer-

den können . Es ist höchste Zeit, dieses gefährliche Spiel z u durchschauen, das de n Kommunisten ihre bisher größte n Erfolge einbrachte. Wen n

dies

nicht geschieht, wir d sich di e Bundesrepu-

blik

Deutschland rettungslos de n Kommunisten

ausliefern. Das Zusammenspiel kommunistischer menschlicher -Erpressungen mi t politischen For- derungen be i dem Ringen u m die „Ostverträge " bedarf noch eingehender historischer Forschun- gen. Besonders anschaulich zeigte es sich erneut bei de r Vereinbarun g zwischen de r Bundesrepu- blik Deutschland un d de r „DDR" über die Ver - längerun g de s Überziehungskredit s (Swing) fü r die „DDR" un d seine Erhöhun g au f 850 Millio- nen D M vo n 1976 bi s 1981, di e durch besonde- ren Einsatz vo n Bundeskanzler Schmidt erfolgte. Es wa r vorgesehen, de n Swing vo n 650 Millio- nen D M a b 1976 au f 20 0 Millione n D M z u sen- ken. 1973 hatte di e „DDR" au s heiterem Him - mel de n Zwangsumtausch fü r Deutsche, di e de n anderen Teil ihres Landes besuchen wollten, verdoppelt. Au s dieser Position heraus führte sie ihre Verhandlunge n u m die Erhöhun g un d Verlängerun g des Swings.

Nicht getäuscht

Die Machthaber i n Panko w täuschten sich nicht. Si e erreichten ih r Ziel, ohne de n Zwangs-

umtausch

vol l

zurückzunehmen .

Fü r West-Ber-

lin-Tagesbesuche

kassieren

sie jetzt

6,50

DM ,

und fü r Reisen i n di e „DDR" nehmen sie

täg-

lich pr

o Perso n

13,00

D M

ein . I m ersten

Fall

gewinne n si e 1,50 D M un d i m zweite n 3,00 DM . N u r de r Zwangsumtausch fü r Rentner wurde wieder vol l zurückgenommen . Nieman d sollte überrascht sein, wen n z u gegebener Zeit wieder Erpressungshebel angesetzt und nach neuen Zu - geständnisse n di e „Eintrittsgebühr" au f 11,00

D M

und

22,00 D M festgesetzt

wird.

Nach 25 Jahren de s ist eine traurige Bilanz

erklärt e die Bundesregierung unter Konra d Ade - nauer: »Die deutsche Bundesregierung kennt seit ihrem Bestehen keine verpflichtendere Auf- gabe al s di e Wiederherstellung de r deutschen

Einheit. Si e is t sich bewußt , da ß di e erstrebte, ganz Deutschland umfassende staatliche Ord -

au s de m freien Entscheid de s deutschen

. Di e Bundesregierung

richtet au s de r Verantwortun g heraus, di e ih r Präambe l un d Schlußartikel de s Grundgesetzes

auferlegen, einen Appel l a n alle

die Besatzungsmächt e und darübe r hinaus a n die

nun g Volke s komme n muß

Ringens u m Deutschland z u ziehen. A m 22. 3 . 1950

Deutschen, a n

gesamte Weltöffentlichkeit, dem Vol k bei seiner Wiedervereinigun g i n Frieden un d Freiheit z u helfen."

Obwoh l die Bundeskanzler de r CD U alle be - strebt waren, mi t de n Verbündete n unbeirrt nach Wege n zu r Wiederherstellung de r Einheit Deutschlands i n Freiheit z u suchen, konnte nach drei Jahren Herrschaft de r SP D un d FD P unter Will y Brandt de r sowjetische Kommentator

Alexande r Bowi n i n de r „Istwestija" vo m 2. 10.

1974 folgendes feststellen? „Es gibt heute alle n

Grun d z u behaupten, da ß di e Frage", die lange Zeit di e Lage

sog . „Deutsche i n Europa sehr

komplizierte, nu n abgeschlossen un d vo n de r Geschichte i n allen ihren real bestandenen so -

zialpolitischen Aspekte n gelöst worden ist."

„Historische Epoche"

A m 18. 9 . 1973 wurde n „zwei deutsche Staa-

ten" i n die Vereinte n Natione n aufgenommen,

und einen Ta g späte r sprachen zwei deutsche Außenministe r vo r de r Generalversammlung. Otto Winze r erklärte : „Die Aufnahm e de r Deut- schen Demokratischen Republik i n die Organisa-

tion

und beglückende s Ereignis i m Leben unseres

Volkes

Eu-

ropas gelegenen Deutschen Demokratischen Re-

Deutschland als

publik un d de r Bundesrepublik

zwei voneinander unabhängig e souverän e Staa- ten mi t unterschiedlicher Gesellschaftsordnung

in di e Organisation de r Vereinte n Nationen ist

ein

der Verbesserung de r internationalen Situation."

weiterer bedeutender Schritt au f dem Weg e

de r Vereinte n Natione n is t ei n historisches

. E s ist daher keine Anmaßung , wenn

ich feststelle: Die Aufnahm e de r i m Herzen

Diese wenigen Worte n zeigen, welchen Erfolg Panko w mi t Hilfe freier deutscher Politiker er-

rungen hatte. Au f de r 13. Tagun g de s Z K de r SED i m Dezember 1974 verkündet e Honecker, daß 112 Staaten — darunter alle westlichen

„DDR" diplomatisch aner-

Großmächt e — di e kannt hatten.

Honecker benutzte seine Rede zu einigen Klar- stellungen: .Wi r sin d i m Vergleich zu r Bundes- republik Deutschlan d schon eine historisch e

[jfrnbfott

Ein Deutschland, zwei Deutschland, oder

Von Dr. Heinz Gehle

?

Zwe i deutsche Außenministe r vo r der UNO : Winze r

(links), Scheel

(rechts)

Foto A P

Epoche weitergegangen. Wi r repräsentieren, u m es kurz auszudrücken, i m Gegensatz zu r Bun- desrepublik Deutschland das sozialistische

Deutschland. Dieser Unterschied is t de r entschei- dende. Unser sozialistischer Staat heißt Deutsche Demokratische Republik, weil ihre Staatsbürger

de r übergroße n Mehr -

heit Deutsche sind. E s gibt also keinen Platz fü r irgendwelche Unklarheiten beim Ausfüllen vo n Fragebogen, die hier und dort benötigt werden. Die Antwor t au f diesbezügliche Fragen lautet schlicht und klar und ohne jede Zweideutigkeit:

der Nationalitä t nach i n

Staatsbürgerschaft — DDR , Nationalität — deutsch." Nach Honecker stimmt die „vollzogene völkerrechtliche Abgrenzun g vo n de r BRD " mi t

der „Politik de r friedlichen Koexistenz"

überein.

W i e

grundverschieden

die Auffassung

de r bei-

den Staaten i n Deutschland zu m Selbstbestim- mungsrecht de r Völke r ist, zeigte sich a m 6. 12.

1974 vo r de r Generalversammlun g de r Verein -

ten Nationen. Al s parlamentarischer Vertreter

in de r Delegation de r Bundesrepublik Deutsch- land benutzte de r CDU-Abgeordnete Dr. Alois Mertes die Gelegenheit z u folgenden Ausfüh- rungen: „Da ic h de m gegen seinen Wille n ge-

teilten deutschen Vol k

würdigen, da ß auch ich vo r dieser Versammlun g und i n diesem Zusammenhang a n das Selbstbe- stimmungsrecht aller Völke r un d a n de n Vor - rang de r individuellen und kolletive n Menschen-

angehöre , werden Sie es

rechte in allen Teilen der Welt , also auch in ganz Europa, mi t besonderem Nachdruck erinnerne. All e i m Deutschen Bundestag vertretenen politi-

kürzlich vo m

Bundesminister des Auswärtige n meines Landes vorgetragene Ziel de r Bundesrepublik Deutsch- land, au f einen solchen Zustand des Friedens i n

schen

Kräfte

verfolgen

da s hier

Europa hinzuwirken, i n dem da s ganze deutsche Vol k i n freier Selbstbestimmung seine Einheit wiedererlangt."

Der Vertreter de r „DDR" be i de r UNO , Peter Florin, vertrat seinen Standpunkt wi e folgt:

„Hinsichtlich de s Vertrages übe r die Grundlagen der Beziehungen zwischen de r Deutschen Demo- kratischen Republik un d de r Bundesrepublik Deutschland ist festzusellen, da ß e r beide Seiten

bindet un d sie verpflichtet, sich vo n de n i n de r Charta de r Vereinten Natione n niedergelegten Grundsätze n und Zielen leiten z u lassen, insbe-

sondere vo n de n Prinzipien

Gleichheit aller Staaten un d de r Nichteinmi- schung i n di e inneren Angelegenheiten anderer Staaten. Di e Unverletzlichkeit de r Grenze zwi-

de r

souveräne n

schen de r Bundesrepublik Deutschen Demokratischen

Zukunft sowie das Recht beider Staaten au f un- eingeschränkte Achtung ihrer territorialen Inte-

grität hat eine legale Grundlage im Völkerrecht.

Der Vertra g ha t keine enthält nichts, wa s die

könnte, da ß die erreichte Regelung endgültig

ist." E s bleibt unverständlich, wi e überhaup t

abgeschlossen werden können , die

v o n Anfan g a n völlig unterschiedlich ausgelegt

werden. Deshalb drängt sich die Vermutun g auf, daß die Regierung Brandt/Scheel/Bahr sich de r schwerwiegenden Folgen des Grundvertrages und de r Ostverträge " i m allgemeinen bewuß t war, da s deutsche Vol k aber einseitig un d täu- schend informierte.

Verträg e

zeitliche Begrenzung un d Tatsache i n Frage stellen

Deutschland un d de r Republik jetzt und i n

N u r so wa r es möglich, da ß sich große Teile des deutschen Volke s Illusionen übe r die wei- tere Entwicklung Deutschlands hingaben. Dazu

k a m die Sehnsucht nach Ruhe un d Frieden, di e

im Rahmen de r „Ostverträge " immer wieder an - gerufen wurde. E s ga b aber genügen d denkende Menschen, die sich davon nicht anstecken lie- ßen und entschieden vor de r Unterzeichnung de r „Ostverträge " gerade i m Name n des Friedens warnten. Deshalb waren di e Ausführungen des Leiters de r Ständigen Vertretung de r Bundesre- publik Deutschland bei de r „DDR", Günte r Gaus, am Silvesterabend 1974 z u oberflächlich: „Wir alle — und zwar gerade auch die Sympathisan- ten dieser Entspannungspolitik, haben un s Illu- sionen gemacht. Wi r alle sind i n unseren Berech- nungen z u kurzatmig gewesen." Wiede r einmal werden Mitschuldige gesucht. S o klingt es auch

in de r „Wel t de r Arbeit " vo m 10. 1. 1975 nicht

überzeugend : „Aber we r

sionen hin? Die Regierung, irgendeine

Narre n konnten hof-

Leute au f de r Straße? Nu r

Partei, die

Illu-

gibt

sich

denn

di e

Mauer i n Berlin fallen, würd e nicht mehr ge- schossen a n de r Grenze, gäb e es Reisen hin und

her nach Herzenslust, Friede, Freundschaft, Eier- kuchen."

fen, mi t de r Anerkennun g de r DD R würd e

Jahrelang wurde die Bundesrepublik Deutsch- land vo n den Kommunisten als de r „Störenfried"

in de r Wel t aufgebaut. Ihre Politiker — i m Rah-

men de r neuen viele Deutsche,

den als „kalte Krieger" un d „Kriegstreiber" be- zeichnet. E s blieb Gaus i n einer Jahresschlußbe-

Ostpolitik nur die CDU/CS U und die ih r Vaterland lieben — wur-

Aus dem Zeitgeschehen

trachtung vorbehalten, i n dieses Hor n z u tuten und ein einmaliges Schuldbekenntnis abzulegen:

„Wir haben denen 20 Jahre lang au f den Nerve n gestanden, haben manchmal un s noch gewun-

. Jahre lang denen vo r de n Koffer geklopft un d haben uns dabei ganz ungeheuer toll gefunden."

V o n dieser Ar t „Diplomatie" könne n wi r sicher- lich noch „große Erfolge" beim Ringe n u m de n Erhalt de r Freiheit erwarten. I n diese Reihe ge - hört auch da s Philosophieren vo n Dr . Gustav Heinemann, da ß di e Einheit kei n Wer t a n sich

20

dert,

da ß sie Nerve n

haben

Wi r

haben

Staaten

manchmal auch einen Unterpfand de r Freiheit

gewesen sei.

und

da ß di e Vielfalt

de r

deutschen

Vieles ist heute nu r noch mi t bitterer Ironie iu verstehen . So auch di e Kommentar e vo n Karl - Eduard vo n Schnitzler i m „Schwarzen Kanal " des Ostfernsehens. A m 18. 11. 1974 hie ß e s dort:

Demokratischen Repu- Hilfe de r Sowjetunion

„Das Vol k de r Deutschen blik hat seinen Staat mit

und de r anderen sozialistischen Staaten vertei- digt, aufgebaut, zu m Blühen gebracht un d au » ihm sein sozialistisches Vaterlan d

All e

guten Traditionen de r deutschen Geschichte

sind

bei un s z u Hause,

werden hier i n de r Deut-

schen Demokratischen Republik gepflegt un d weiterentwickelt. Di e Große n des deutschen Volkes, die stets auf de r richtigen Seite gestan- den haben, waren die historischen Vorläufer einer Deutschen Demokratischen Republik". Hier wird eine Legende aufgebaut, die vo n dem „bes- seren Deutschland" berichtet, das sich später ver- pflichtet fühlen könnte, die sozialistische Natio n auch au f de n noch freien Teil Deutschlands aus- zudehnen. Da s wird umso leichter werden, je

weniger die Bundesrepublik Deutschland für alle Deutschen spricht. Erst i m Oktobe r 1974 zo g sich der „Deutschlandfunk" weitgehend au f die Rolle eines überregionale n Senders allein für die Bun- desrepublik Deutschland zurück. Diese Entwick-

sie hat bisher

lung wa r vorauszusehen, un d kaum ihren Höhepunk t erreicht.

Schröders Absage

Einer de r Warne r davor wa r Dr . Gerhard

Schröder, de r au f langjährigen diplomatischen Erfahrungen fußen konnte. A m 23 . 2 . 1972 er - teilte er de n „Ostverträgen " eine Absage, un d am 22. 9. 1972 lautete sein Verdik t übe r die Re -

gierung Brandt/Scheel rung hat sich viel au f

gutegetan. Si e ha t sich dafür vo n Deutschlands Gegnern un d vo n manchen wirklichen un d ver- meintlichen Freunden loben lassen. Mich ha t im -

mer gewundert, da ß sie diese Ar t Beifall nicht gründlich geprüft, sondern offenbar ungeprüft

geschlürft hat. Schlimmer als da s aber ist, da ß damit die voraufgegangenen Regierungen dis- kreditiert wurden. Si e haben aber Frieden, Si - cherheit un d Freiheit möglich gemacht. Ich will übe r die Regierungspolitik i n diesem Augenblick nicht härte r sprechen, aber ihre Vertragskunst als Leistung fü r Deutschland auszugeben, wa r

wi e folgt: „Die Regie- ihre Friedenspolitik zu -

und

is t ei n starkes Stück." I n aller Bescheiden-

heit

konnte e r au f de r Schlußveranstaltung de r

Jahrestagung de s Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CS U a m 8. 12. 1974 i n Main z feststel-

len: „Die Ergebnisse de r Brandtschen

haben viele enttäuscht. Ich sage nicht au s Recht- haberei, da ß ic h nicht enttäuscht worden bin , denn ic h habe seinerzeit un d seitdem meine

Ostpolitik

Meinung oft genug dieser Politik kein

S o ist dann

auch die Entwicklung verlaufen. E s ha t sich nun

eine gewisse ostpolitische Ernüchterung auch

Euphorie herrschte.

Realismus ist z u begrüßen . Ostpolitik i m deut- schen Interesse mu ß nüchtern, realistisch un d eher skeptisch als euphorisch sein."

dort eingestellt, w o früher

deutschen Interessen z u erwarten.

kla r geäußert. E s wa r vo n positives Ergebnis fü r di e

Für Deutschlands Interessen

Nachdem e r eingehend di e Lage i m Nahen

Osten mi t ihrer schwelenden Kriegsgefahr be - handelt hatte, indem e r betonte: „Das Recht Is- raels au f seine anerkannte staatliche Existenz

kann

dabei nicht zu r Debatte stehen", schloß er

seine

Rede wie folgt: „Wir werden hier wie i n

der übrigen Wel t nach unseren Kräften fü r de n Frieden un d Fortschritt, fü r di e Interessen

Deutschlands wirken . Besonders wichtig is t es

für ei n Land i n unserer Lage un d vo n unserer

wirtschaftlichen

gute Beziehungen z u gewinnen, z u bewahren und auszubauen. Dies gilt besonders fü r unsere Beziehungen zu r Volksrepubli k China, einem Land mit gewaltig wachsender Bedeutung. Es gilt

gegenübe r anderen Ländern de r Dritten Welt,

die

zu behandeln haben. Unsere

stets eine Politik fü r Deutschland sein, fü r ganz

Deutschland, fü r alle Deutschen. Ni e dürfen wi r vergessen, da ß alle Deutschen zusammengehö - ren und da ß es unsere oberste un d vornehmste Pflicht ist, si e wieder zusammenzuführen."

z u betrachten un d Politik mu ß dabei

Bedeutung, Freundschaft un d

wi r als wichtige Partner

Es bleibt z u hoffen, da ß einst wieder Politiker Verantwortung tragen, denen es nicht a n politi- scher und diplomatischer Erfahrung fehlt und die sich z u ihrem Vaterlan d bekennen. Dann wir d der Ta g kommen, a n de m wi r ohne Umschrei- bung wieder vo n „Deutschland" sprechen kön -

Politik

8.

Mär z

1975

— Folge

6 0 rr

Seite 4

Bonner Koalition:

Nur

noch Gesetze für den Reißwolf?

Das Vertrauen in die Voraussicht des Staates geht immer mehr verloren

die Bonner

in de r Neuregelung eine Uberparität de r Ge- werkschaften vorliegt, dann heißt es wiederum „Zurück in den Bundestag!" Für den Bürger is t all dies nicht nur ärger-

lich, es is t auch i m höchsten Maß e schädlich.

Hans Ape l („Ich denke, mich tritt in einer ersten Aufwallung vo n

täuschung die Beamten seines Ministeriums fü r das zeitliche Mißlingen de r Steuerreform ver- antwortlich gemacht. Selbst wenn einem Finanz-

minister ei n Schock zugebilligt

neue Gesetze j a nicht nur i n einzelnen Ressorts

erarbeitet, die Koalition, das Kabinett, der Bun- destag mit seinem riesigen „brain trust" vo n wissenschaftlichem Dienst un d Assistenten is t

daran beteiligt, und mitgewirkt hat auch die Eile, mit de r das neu e Steuerrech t durc h di e dre i ab

ge -

peitscht wurde, öffentlicher Unmut macht sich also gegenüber „denen i n Bonn" spürbar, gegen die ganze aufwendige Gesetzesmaschinerie, von der der Bürger besseres verdient hätte. Der eigentlich e Schade n solche r mißlungenen , ins Leere gehenden oder schließlich verworfenen Gesetze liegt nicht darin, daß erhoffte Erleich- terungen nicht oder erst mit Spätzündung ein- treten wie bei dem neuen Steuerecht. Er besteht vielmehr darin, da ß sich i n de r Öffentlichkeit

schließenden parlamentarischen Lesungen

-

wird, werden

der Eindruck festsetzt, Regierung und Parlament hätten di e Ubersicht verloren, könnte n nicht mehr vorausbestimmen, o b und in welcher Wei - se sich Politik praktisch auswirkt. Da s Ver-

trauen i n di e Voraussicht de s Staates, i n die Machbarkeit seiner Entscheidungen, i n die „Ma- cher" selbst geht verloren. Denn der Bürger hat Anspruch darauf, da ß praktikable und nützliche Gesetze gemacht werden, da ß sie nicht unzähli- ger Korrekturen, Interpretationen oder Aufklä- rungsaktionen bedürfen oder gar — wie bei der Neuregelung des Paragraphen 218 neu bewiesen

— für

Für

Regierungskoalition

is t

di e

Keine Feier zum

8 . Mai

Welt nicht mehr heil. Nicht nu r Finanzminister Apel, auch andere Politiker fühlen sich „vom

Pferd

gen, vieles stockt, und währen d di e Gesetzge-

bung au f vollen Touren läuft, produziert sie doch nicht nur Brauchbares. Dabei wurden der- zeit unlösbare Vorhaben wie die Vermögensbil- dung schon i n die Mottenkiste getan un d an -

dere, wie die Reform de r Berufsausbildung, mit heißer Nadel geflickt. Auch scheinbar einfache und berechenbare Lösungen wie das neue Steu-

errecht

mehr zu sprechen — oder die Investitionszulage für die Wirtschaf t gehen ins Leere . Nich t einma l das neue Familien-Namensrecht, da s de r Bun- destag vor kurzem beschloß, hat den Bundesrat passieren können. Denn neben der Gleichberech- tigung von Mann und Frau, die auf andere Wei - se wirkungsvoller durchzusetzen gewesen wäre, bringt es einen unentwirrbaren Namenssalat, der den Einwohnermeldeämtern und Gerichten noch zu schaffen machen wird, wenn nicht der Bundes- rat sein Veto erhebt.

Die bittere Enttäuschun g de r Mehrhei t de r Koalitionsabgeordneten im Bundestag aber war noch größer, als bekannt wurde, daß das Karls- ruher Verfassungsgericht di e vo n ihnen be - schlossene Fristenlösung be i de r Abtreibung verwirft. Hier ha t sich herausgestellt, daß mo- natelanges Bemühen u m eine Neuregelung de s umstrittenen un d überholten Paragraphen 218 nutzlos vertan wurde, weil eine parlamentari- sche Mehrheit starrköpfig au f einer klinisch sauberen, moralisch aber anfechtbaren Regelung der Abtreibung bestand. Niemand kann sich über das Urteil aus Karlsruhe freuen, nicht einmal die Befürworter der erweiterten Indikation, die auch im Regierungslager z u finden sind. Der Gesetz- geber ist blamiert, die Gerichte haben das Nach- sehen. Wi e werden sie sich künftig au s de m Konflikt zwischen de r Ansicht de r Volksvertre- ter und dem Spruch au s Karlsruhe herauswin- den?

Eine Feierstunde im Bundestag zum Jahrestag der deutschen Kapitulation wird es nicht geben. Bundespräsident Walter Scheel hat eine ent- sprechende Absicht nach einem Gespräch mit Bun- destagspräsidentin Annemarie Renger jetzt auf- gegeben. Das verlautete zuverlässig aus Kreisen des Bundestagspräsidiums. Im Präsidium wa r der Scheel-Plan auf wenig Gegenliebe gestoßen.

Aus

SPD

ausgeschlossen

Knapp sieben Wochen vor den Landtagswah- len is t de r schleswig-holsteinische Landtagsab- geordnete Richard Bünemann vo n de r SPD- Landesschiedskommission au s de r Partei aus- geschlossen worden. Wi e SPD-Landesgeschäfts- lührer Selzer a m Mittwoch sagte, folgte di e Kommission damit einem Antrag des sozial- demokratischen Landesvorstands. Der Vorwurf gegen den 57 Jahre alten Bünemann lautet, e r habe entgegen dem Statut der SPD mit Kommu- nisten zusammengearbeitet.

Konsularverträge

Die Bonne r Auslandsvertretunge n i n den mit der Bundesrepublik Deutschland befreundeten westlichen Staaten, die wie Österreich und Groß- britannien gegenwärtig Konsularverträge mit der „DDR" aushandeln, werden nach Überzeu- gung der Bundesregierung weiterhin alle Deut- schen — also auch „DDR"-Bürger — auf deren Wunsch konsularisch vertreten können. Da s teilte Staatsminister Karl Moersch vom Aus- wärligen Am t im Bundestag mit.

Genscher unter Beschuß?

In Führungskreisen de r Freien Demokraten soll erwogen werden, Genscher noch vo r de r

nächsten Bundestagswahl den Verzicht au f den Parteivorsitz nahezulegen. Nachdem sich die FDP i n Berlin jedoch gehalten hat, dürften di e Gegner des Parteivorsitzenden es schwieriger haben. In Bonn sagt man voraus, daß das Koa- litionsklima rauher werden wird. Nach der Wahl-

niederlage de r SPD i n Berlin werde

bemüht sein, sich beim Wähle r stärker zu profi-

die FD P

lieren, um sich als eigenständigere Kraft neben den Sozialdemokraten darzustellen. Das müsse zwangsläufig zu Verstimmungen in der Koalition führen.

CDU

beharrt auf

Ma i

getreten". Nichts scheint mehr z u gelin-

ein Pferd") ha t Zorn und Ent-

den

Reißwolf

produziert

werden.

— von Reformen wagt

d a schon niemand

Die Bonne r Regierungsfraktione n sollte n da -

her di e noch a n de r Gesetzesschmiede befind -

wi e di e Mitbestimmung, das

neue Bodenrecht un d andere nicht nu r darauf

überpüfen, o b sie auch i n di e schwieriger wer- dende Koalitionsarithmetik passen, sondern ob sie verfassungskonform sind und ihre reforme- rische Absicht sich auch i n der Praxis auswirken

unser

Land tatsächlich „unregierbar" werden, aller- dings in einem anderen Sinne als es der Düssel- dorfer Ministerpräsident Küh n meinte, als er Düsteres für den Fall eines 0'""ositionssieges im Bundestagswahljahr 1976 ankündigte .

kann. Wen n dies nicht geschieht, kann

lichen Vorhabe n

Eugen Legrand

Berlin:

Die Intellektuellen und der Staat

An

der Freien Universität hat die Vernunft keinen Platz

Die seit geraumer Zeit rumorenden Unruhen in der „Gewerkschaft für Erziehung und Wissen - schaft" (GEW ) sind Symptome einer bedroh- lichen Gesinnungswandlung i n West-Berlin und

auch i n der Bundesrepublik. Der vo n der West- Berliner „SEW" (Sozialistische Einheitspartei West) gesteuerte „Sozialistische Lehrerbund" is t seit einigen Jahren bestrebt, di e Lehrerschaft und damit zugleich die Pädagogik und die Schul- jugend im Sinne der kommunistischen Ideologie

zu

Die kürzlic h geäußert e Feststellun g eine s noc h

sachgerecht denkenden Pädagoge n bestätigt dies. Er schreibt: „Die Ergebnisse vo n Urabstimmung und Personalratswahl (der GEW ) zeigen, da ß es de n Linken mi t ihrer Jugendlichen naiven Gefolgschaft gelungen ist, da s positive Image der GE W z u ruinieren. E s wird Zeit, da ß di e Demokratie aktiv verteidigt wird!" Man fordert also „Freiheit" und erkennt nicht

— oder will nicht erkennen —, da ß es nirgends weniger Freiheit, also Selbstbestimmung, gibt,

als i n kommunistischen Staaten. Deshalb

dem russischen Nobelpreisträger und Emigran- ten Solschenizyn zugestimmt werden, der kürz- lich i n Stockholm sagte: „Ich bin nicht gegen die Demokratie als solche i n Rußland, aber ich trete ei n fü r eine gute Demokratie!" E s wa r nicht gerade ein positives Zeichen dieser Demo- kratie, als kürzlich di e „Carl-v.-Ossietzky- Medaille" a n zwei demokratisch ziemlich frag- würdige Persönlichkeiten verliehen wurde: näm- lich a n den überau s links orientierten Schrift- steller und Nobelpreisträger Heinrich Boll und den Dozenten a n de r West-Berliner Evangeli- schen Akademie, Professor Gollwitzer!

Diese zunächst vielleicht ei n wenig verwir- rend erscheinende Anhäufung gewisser Tat- sachen wa r erforderlich, u m di e gegenwärtig e Situation einigermaßen z u verdeutlichen Seit wohl einem Jahrzehnt wächst i n West-Berlin

die sozialistische Geneigtheit i n de r Pädagogi- schen Hochschule und auch i n de r Freien Uni- versität. Jedoch gilt dies ebenso für die Bundes-

republik. Es sei

nen der Baader-Meinhoff-Gruppe. Diese unseli- gen jungen Leute glauben, rechtens zu handeln, wenn sie Banken ausrauben und politisch An -

dersdenkende liquidieren. Sie sind offensichtlich in Schule und Studium falsch — oder überhaup t nicht — informiert worden übe r die Schrecknisse und Grausamkeiten de r bolschewistischen Re- volution un d de s sowjetkommunistischen Re - gimes bzw. seiner Ideologie. Zwei Ursachen sind

vor allem

gültigkeit der Eltern, die j a sehr häufig

lich

abwesend sind. Bedeutsamer noch ist der Einfluß der weitgehend intellektualistischen, sozialistisch orientierten Lehrerschaft. Vo r etwa zehn Jahren

beeinflussen

und

i n seine Macht zu bringen.

mu ß

jetzt nur erinnert a n die Aktio-

feststellbar. D a is t einmal die Gleich-

daher währen d

des

ganzen

beruf-

Tages

tätig und

O.

in?™-"" ?

setzte sich i n heftigen Unruhen i n de r West- Berliner Pädagogischen Hochschule und i n de r Freien Universität diese Denkungsart durch. Man läßt nur noch den Intellekt, nicht aber die geistige Vernunft gelten! Dies verdeutlicht die Feststellung eines kürz- lich veröffentlichten Pädagogischen Aufsatzes:

„Das landläufige Vorurteil wil l es, da ß de r Osten an allem Bösen, also auch a n der Teilung schuldig sei." U m diese unsinnige, leicht wider- legbare Behauptung sachlich z u berichtigen, be- dürfte es einer speziellen geschichtlichen bzw. geschichtsphilosophischen Untersuchung. Jeden- falls aber verdeutlicht jene Feststellung di e gefährliche Irrtümlichkeit und Einseitigkeit de r um di e Vorherrschaft kämpfenden, kommuni- stisch orientierten Denkens- und Urteilsrichtung. Sofern sich nicht bald eine grundsätzliche Wandlun g de s Denkens durchsetzt, könnt e die 1

— nicht allein — vo n de r Bader-Meinhoff-

Gruppe vertretene anarchistisch-revolutionäre Ideologie weiter a n Boden gewinnen. E s wa r

Lenin, de r Gründe r der kommunistischen Lehre

und Herrschaft, de r schon vo r fast die Prophetie äußerte, we r Berlin

habe Deutschland, wer aber Deutschland habe

der habe Europa und die Welt ! Ma n darf

Warnun g nicht unterschätzen. Mi t allen Kräf- ten müsse n di e au f geistig-kulturellen Tradi-

tionen un d Erkenntnissen gestützten un d zu - gleich de r Zukunft geöffneten Menschen be - muht sein, diese Gefahr z u überwinden !

Gesetzgebe r sollt e aus solche n Vorhaben ,

die a n de r gebotenen Verfassungsmäßigkeit

scheitern, die Lehre ziehen. Es scheint aber nicht,

daß

sich

die Koalitionsmehrheit i m Bundestag noch u m Parität, Einbeziehung de r leitenden Angestell- ten und Urwahl oder Verhältniswahl in den Be- trieben streitet, steht hinter alledem doch schon eine neue Drohung mit dem Verfassungsgericht. Gehen einige Bundesländer dorthin, dann is t die erstrebte gesetzliche Regelung zunächst ein- mal aufgeschoben. O b si e überhaup t durchzu - setzen ist, mu ß nach den bisherigen Erklärungen von Verfassungsrechtlern fraglich bleiben. Kom- men die Karlsruher Richter zu der Ansicht, da ß

mung droht

Der

er dies

tut. Auch ei n neuer

i m Falle de r Mitbestim-

Konflikt.

Währen d

Die CD U beharr t darauf, de n Kanzlerkandida - ten der Unionspartelen für die Bundestagswahl im Herbst 1976 zu dem schon bisher vorgesehe- nen Termin Ende Mai/Anfang Juni dieses Jahres zu nominieren. Dies erklärte CDU-Generalsekre- tär Kurt Biedenkopf nach einer Parteivorstands- sitzung in der Akademie Eichholz. Damit wandte er sich gegen Terminvorschläge der CSU .

Parteien:

Jusos kritisieren den „Macher"

Der Kongreß in Wiesbaden läßt Konfrontation erwarten

60 Jahren habe, de r

diese

Becker

Die Jungsozialiste n al s radikal e Reformer - yruppe i n de r SPD haben sich lange Zeit ruhig verhalten, vielleicht au s Gründen de r Doppel- strategie, vielleicht weil sie sprachlos waren über die forsche Art, mit der sie Bundeskanzler Schmidt au s ideologischen Träumen i n die All - tagswirklichkeit zurückrief. Aber jetzt haben sie die Sprache wiedergefunden, und sie werden davon, wie es scheint, reichlichen Gebrauch ma- chen. Gelegenheit ga b ihnen de r Juso-Bundes- kongreß Ende Februar — Anfang März in Wies- baden. Wohlbekannte alte Begriffe der Juso-Sprache wie Demokratisierun g de r Gesellschaft, Uber - windung des Kapitalismus, Bankenkontrolle und -lenkung, mehr Staats- und weniger Privatwirt-

schaft traten i n den Anträge n z u diesem

Kon-

greß i n Hülle und Fülle auf. Auch einige

neue

Formeln sind zu registrieren, ohne daß sie über- bewertet werden sollten. So soll die Einführung unterschiedlicher Exportsteuersätze de r Kon- junkturförderung dienen, de r Sachverständigen- rat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage aufgelöst, de r wirtschaftliche Gewinn als Grundlage wünschenswerter Investitionen abge- schafft werden. Aber weit mehr als diese Tendenzen, die ge - radenwegs von Karl Marx entliehen sein könn- ten, müssen de n Beobachter de r Wiesbadener Szene di e versteckten Angriffe gegen Bundes- kanzler Schmidt und die Bonner Koalitionsre- gierung irritieren, di e sich unter de r ideologi- schen Verbrämung finden. So wird der Bundes- regierung i n einer Stellungnahme au s Südhes- sen schlankweg unterstellt, si e habe längst auf Reformen verzichtet und betreibe nur noch di e Verwaltung des Kapitalismus. Und unmittelbar an die Adresse des Kanzlers richtet sich ein An - trag des Juso-Bundesvorstandes, i n dem erklärt wird, daß die Verordnung von Solidarität nu r die Desintegration der Partei fördere.

Helmut Schmidt wird wissen, wie er diese of- fenen un d versteckten Attacken einzuordnen hat. Neueste Äußerungen von Helmut Schmidt klingen ungewohnt verhalten, nachdenklich, sie sind nicht mehr eilfertig, sondern eher um - schweifig, so wenn er dem „Manager-Magazin" kürzlich erklärte, eigentlich stelle e r sich einen Abschied mit 58 Jahren au s de r Politik als er- strebenswert vor : 1976 wir d Schmidt 5 8 Jahr e alt.

Aber

Schmidt

is t nicht

de r

Vorsitzende de r

Partei,

sondern

de r Chef

einer Koalitionsregie-

rung. Mehr als e r mu ß sich der

Parteivorsitzende

Brandt durch die Hiebe de r Jusos berührt füh-

len, di e i m Vorfel d de s Kongresse s laut wer- den. Das Ziel der Aufgabe, die sich Brandt nach dem Verzicht auf das Kanzleramt gestellt hatte,

war die Integration de r SPD, es

auseinanderstrebenden Flügel der Partei zusam- menzuführen, die Extremen auf beiden Seiten zu beschwichtigen, dem sozialdemokratischen Bun-

deskanzler Rückendeckung durch ein i n sich ge- schlossenes Parteivolk zu geben. Dieses Ziel hat

er nicht erreicht, extrahiert

liche au s den Anträge n de r orthodox-marxisti- schen Jusos und der Philippika führender Sozial- demokraten mit Bundesjustizminister Vogel, die — vor wenigen Tagen publik geworden — um- gekehrt heftige Angriffe gegen di e Jungsozia- listen enthält. Die feindlichen Brüder streben heute so weit auseinander, da ß fraglich bleibt, ob Will y Brandts rhetorisches Talent, über Ge- gensätze hinwegzureden, ausreicht, die Solidari- tät i n der SPD wiederherzustellen.

Der Juso-Kongre ß i n Wiesbade n fan d nu r

kurze Zeit vo r de n ersten einer ganzen Serie

von

SPD ha t keine n Grund , sich darübe r z u freuen.

Der

größeren Gefallen tun können. N. P.

Oppositio n inde s hätte n di e Juso s keine n

statt. Di e

da s Wesent-

lag darin, die

E . H .

Nationalstiftunq;

Opposition stellt kleine Anfrage

Erinnerung

a n Brandts Worte

Nach de n Plänen de r Bundesregierung fü r Z 6 Nationalstiftung erkundigt sich die CDU/CSU-Fraktion i n einer kleinen An - frage di e a m 25 . Februar vo n de r Fraktion beschlossen wurde. Darin erinnert die Opposi- tion die Bundesregierung, da ß mehr als zwei

Jahr e seit de r Regierungserklärun g vo n 1973

in de r de r damalige Bundeskanzler Brandt von

F?!Uy 6 n . Träumen " sprach, „die sich mit der Errichtung einer Deutschen Nationalstiftung für die Forderung de r Künste erfüllen könnten", vergangen sind ohne da ß sich eine Konkretisie- rung de s angekündigte n Vorhabens abzeichnet. n,r^c e,ne m Gesetzentwurf de s Bundesinnen- m,n Stenum s fü r di e Errichtun g eine r Deutschen Nationalstiftung , de r i m Frühjah r 1974 al s Dis- ™f£ n f ? apie J . erschie n e n ^t , wa r de r künfti- u.rJ i UTig - i 1 6 Aufgabe gestellt worden, kul- turelle Einrichtungen un d Maßnahme n z u för- J™, ' " d i e 5? d e n bu ndesstaatlichen Gesamtver- H^r v , H S ° nderS T , bedeutsa m sind und i n denen komm"" 9 Nati ° n ZU m Ausdruck

man

Landtagswahlen

dieses

Vor

Jahres

den Wahlen in Rheinland-Pfalz:

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Zeichnung aus

.Die Welt"

8.

Mär z

1975

Folge

Ferner Osten:

10

Seite

5

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ßftpnnfanblotf

Es geht um Asiens Sicherheit

Zu dem Besuch Marschall Gretschkos in Indien — Keine spekulativen Ergebnisse zu erwarten

Auslandsreisen militärischer Persönlichkeiten — noch dazu sowjetischer — erfreuen sich im allgemeinen keiner publizistischen Werbewirk - samkeit. Absichten, die sich mit solchen Reisen verbinden, sind zumeist nur schemenhaft er- kennbar. Nicht so im Falle Indiens, das der sowjetische Verteidigungsminister Marschall

Gretschko vo m 24. bis zum 27. Februar besuchte. Durch den sowjetisch-indischen Vertra g übe r

vo m

9. Augus t 1971 ist gena u abgegrenzt, welch e Hoff-

ihrem

Zweckbündni s verbinden. Unbestreitbar bleibt jedoch, da ß Moska u sich insgeheim Indien als eine der Kernmächt e seines Projekts einer kollektive n asiatischen Sicherheit wünscht und hieran systematisch — auch vermittels des Aus - baus der indischen Militärmacht — arbeitet. In- diens Haltun g ist demgegenübe r weitaus ein- deutiger: So betonte der ehemalige Verteidi- gungsminister Jagjiva n Ra m zwar am 8. August 1973, da ß der Vertra g mit Moska u die Friedens- kräfte in Südasie n wesentlich gestärk t habe, da ß er sich aber gegen kein anderes Land richte. Hier hat Neu-Delhi den entscheidenden Akzen t gesetzt, um i n Pekin g nicht mißverstande n zu werden.

nungen und Wünsch e beide Länder mit

Frieden, Freundschaft und Zusammenarbeit

parade wurde und einen Tag später indische Kriegsschiffe i n Bombay besuchte, waren sowje- tische Zusagen übe r umfangreiche Rüstungsliefe- rungen die Folge. Schon damals zeigte sich der Marschall äußerst zufrieden mit dem Ausbildungsstand der vo n Sowjets eingeübte n indischen Luftwaffensoldaten. Da ß Gretschko am 9. Mär z 1969 nach Pakista n weiterfuhr, wurd e in Neu-Delhi zwar nicht sonderlich freundlich vermerkt, man nahm jedoch die sowjetische di- plomatische Schützenhilfe im Nachbarland gern in Anspruch.

Di e Reis e Gretschko s wurd e i m Oktobe r 1971

durch eine Reise des sowjetischen Luftwaffen- Oberbefehlshabers Marschall P. S. Kutachow er- gänzt, dem i m Mär z 1972 sein Erster Stellvertre - ter, Generaloberst Jefimow, folgte. Das Resultat dieser Besuche waren Lieferungen sowjetischer Jagdflugzeuge an Indien und schließlich die im Augus t 1973 bekannt gewordene Lizenzproduk - tion der sowjetischen MIG-21 durch Indien. Auch für den Aufbau der indischen Seestreitkräfte unternimmt Moska u erhebliche Anstrengungen. Das ist nicht nur auf die erste Indienreise des sowjetischen Marine-Oberbefehlshabers Flotten- admiral S. G . Gorschkow zurückzuführen, son- dern vo r allem auf den Informationsbesuch des Stabschefs der Indischen Marine, Admira l Sar- darilal Mathradas Nanda, i n der Sowjetunion. Zwischen dem 27. August und dem 6. Septem- ber 1972 wurde n Nand a Einrichtungen auf so- wjetischen Unterseeboot-Werften gezeigt. Wahr - scheinlich wurde bei dieser Gelegenheit sowje-

tische Entwicklungshilfe für Indiens Flotte ver- einbart, denn Verteidigungsminister Ram teilte im Oktobe r 1972 mit, die Sowjetunio n werd e

eine

bauen.

sische Fachzeitschrift die Lieferung eines sieben- ten sowjetischen Unterseebootes der F-Klasse

an Indien. Auch im Falle der zweiten Indienreise des

sowjetischen Verteidigungsministers wird man zunächst spektakulär e Ergebnisse vermissen. Zu - sätzliche Abmachungen bezüglich sowjetischer Rüstungshilfe werden nachgeordnete sowjeti- sche Militärs treffen. Es hat neuerdings sogar den Anschein, als wolle Moska u weitere Staa- ten des Warschauer Paktes an dieser Militär- hilfe beteiligen. Einen anderen Rückschluß läßt

Indien

Unterseeboot-Werft

franzö-

i n

Im

Bombay

Dezembe r

1974 meldete

eine

jedenfalls die Reise des früheren indischen

Ver -

teidigungsministers Ra m Anfan g Jul i 1974

nach

Polen und in die Tschechoslowakei nicht zu. Gretschko dürfte mit den zuständigen indischen

sowjetische Lieblings-

idee der kollektiven asiatischen Sicherheit spre- chen. Vielmehr wird er auch in Erfahrung brin- gen wollen, wie Indien die vo n den Amerikaner n betriebene Aufrüstung vo n Iran beurteilt, deren Nebenwirkungen nicht nur im Irak, sondern auch in Pakistan und Afghanistan sich zeigen. Gretschko wird auch sondieren, wie sich Indien zu einem vo n Amerik a mit neuen Waffen be- lieferten Pakistan stellen wird, das auf dem indi- schen Subkontinent noch immer der Schützling der Volksrepublik China ist.

Stellen nicht nur übe r die

Rein zufällig fällt die Visit e des Politbüro- mitglieds und Marschalls mit einer Konferenz in der irakischen Hauptstadt Bagdad zusammen, die unter dem Mott o „Für Frieden und Sicherheit

in Asien " steht, vo n den Sowjets getragen wird und den indischen Intentionen ebenso wie den sowjetischen entspricht: Sie dient als Foru m für eine Propagandakampagne gegen die mili-

tärische Anwesenheit schen Ozea n und am

spricht noch mehr Widerhal l als die vo m pro- sowjetischen Weltfriedensrats geförderte und v o n 30 Länder n beschickte Konferenz übe r den Indischen Ozean als Zone des Friedens, die Mitte Novembe r 1974 i n Neu-Delh i stattfand. Damals hatten vo r allem die indischen Konferenzteil- nehmer heftig gegen die amerikanisch-britische Absicht polemisiert, auf dem Archipel Diego Garcia einen Flotten- und Luftwaffenstützpunkt einzurichten. Un d auch diesmal in Bagdad dürfte Amerika , das inzwischen die Möglichkeit einer Wiederaufnahm e der Militärhilfe an Pakistan durchblicken ließ, wieder Zielscheibe der durch den indisch-pakistanischen Gegensatz genährte n Argumentatio n Neu-Delhis werden. Moska u wird diese Entwicklung sicher nicht ohne Ge - nugtuung beobachten, denn seine Flottenprä- senz im Indischen Ozean ist bisher lediglich vo n der Volksrepubli k China angegriffen worden. Marschall Gretschko fährt nicht zum erstenmal nach Indien — auch nicht die Oberkommandie- renden der sowjetischen Luftstreitkräfte und der Sowjetmarine, Marschall Kutachow und Flotten- admiral Gorschkow , die ihn diesmal begleiten. Bereits Anfan g Mär z 1969 bereiste Gretschko das Land auf Einladun g seines damaligen indi- schen Kollegen Swaran Singh, der nach der jüngste n Kabinettsumbildung das Außenam t an Chava n abgeben mußt e und nun wiederum Ver- teidigungsminister ist. Swaran Singh verschaffte Gretschko 1969 einen Empfang mit Minister- präsidenti n Indira Gandhi. Eine solche Zusam- menkunft mit Frau Gandh i wird sich jetzt wieder- holen. Al s Gretschk o am 4. Mär z 1969 auf einem Stützpunk t im Punjab Zeuge einer Luftwaffen-

der

Frankreich:

Abkehr von

Umwälzende Reformen an den Schulen geplant

Westmächt e

i m

Indi-

Persischen Golf. Sie ver-

Traditionen

Nicht nur in der Bundesrepublik Deutschland wird experimentiert und reformiert, auch i n Frankreich erweisen sich junge Menschen als dankbare Versuchskaninchen. So wurde kürz- lich eine neue Reform des französischen Bil- dungswesens der Öffentlichkeit bekanntgegeben, übe r den Entwurf, der schon vo m Ministerrat angenommen wurde, soll nun zwei Monate lang diskutiert werden, bevor er dem Parlament zur Verabschiedung zugeleitet wird. O b das freilich so reibungslos über die Bühne laufen wird, wie Giscard d'Estaing es sich vorstellt, ist fraglich. Konservative Bildungsexperten haben bereits ihre Bedenken dahingehend angemeldet die ge- plante Reform bedeute eine bedauerliche Ab - wendung vo n den zivilisatorischen Traditionen Frankreichs.

W a s hat der reformfreudige Präsident nun

mit Frankreichs Schülern vor? Unter dem Motto Gleichberechtigung und Mitentscheidung sollen alle jungen Franzosen eine weitgehend gleiche Schulausbildung erhalten. Erst ab der vierten

Klasse (nach deutscher Zählun g der achten) kön- nen sie sich künftig entscheiden, ob sie das Abi - tur machen und die Universität besuchen wollen. Die Reifeprüfung wird auch keine Prüfung i m herkömmlichen Sinn sein, vielmehr soll sie sich

— in zwei Abschnitte aufgeteilt — übe r das gan-

ze letzte Schuljahr hinziehen, wobei der Schüler

dann selbst bestimmen kann, in welchen Fächern er geprüft werden will. Die höher e Schule soll künftig „die gemeinsa- me mittlere Schule der Franzosen" werden Zwei Jahre des sogenannten „Kollegiums" wer- den die Schüler nach einem für alle vorgeschrie- benen Lehrplan unterrichtet. In den zwei weite ren Jahren könne n sich die jungen Leute für einen wissenschaftlichen, sprachlichen oder technischen Zweig entscheiden.

Gleichzeitig wird das Schuleintrittsalter vo n

sechs auf fünf Jahre herabgesetzt. Zwa r überläßt man den Eltern die Entscheidung, ob die Kinder

einen Kindergarten besuchen

er als Vorbereitung auf die Grundschule sehr empfohlen. So sollen die Kindergärtnerinne n denn auch rechtzeitig die Schwächen ihrer Zo g linge erkennen und abbauen. Dieser Entschluß wurde getroffen, obwohl manche Wissenschaft- ler behaupten, ein frühzeitiger Schuleintritt brin- ge die Kinder keineswegs eher zum Lernen.

Weite r wird die Zahl der Grundschuljahre vo n sechs auf fünf verringert. Außerde m soll es kein Sitzenbleiben mehr geben: We r nicht mitkommt, scheidet freiwillig aus. We r aber schneller vo r ankommt, kan n ohne weiteres eine Klasse über springen oder verzichtet auf das Vorbereitungs jäh r für die höher e Schule. Jeder, der die Schule verläßt, erhält ein Zeugnis übe r seinen Le i stungsstand. Doch das ist noch nicht alles: Sogar die Lehr Stoffübermittlung soll revolutioniert werden Sprachen, Naturwissenschaften, technischer Un - terricht und Sport bekommen Vorran g vo r G e schichte und Philosophie. Die Lehrer könne n i n Zukunft den Unterricht nach eigenen Vorstel- lungen gestalten und statt des vorgeschriebenen Unterrichtsstoffes Pressemeldungen und Fern- sehereignisse kommentieren lassen, Dialoge or- ganisieren und Geschäftskorrespondenzen üben.

Einige Aspekte de r Bildungsreform i n Frank- reich sind sicher begrüßenswert , doch wie man mit der feien Gestaltung des Unterrichts die

nach

einer politisch „vollkommen neutralen" Schule

sollen, doch wir d

Afrika!

Vakuum Äthiopien

Die Militärjunta hat dem Reich das Rückgrat gebrochen

Die Nachrichten aus der äthiopischen Provinz

Eritrea sind widersprüchlich. Ma l ist vo n hef- tigen Kämpfen die Rede und einer Sperrung des Zugangs zum Kriegshafen Massau a durch die „Rebellen". Dan n wieder wir d alles dementiert und nur vo n Scharmützeln rings um die Haupt- stadt Asmar a berichtet. Doch wie sich die Lage

im Nordosten

die Auseinandersetzung dort ist längst kein re- gionales oder provinzielles Ereignis mehr. Nichts unterstreicht dies mehr als die Überlegunge n Washingtons, der Militärjunta i n Addi s Abeb a Militärhilfe zukommen zu lassen.

Das Weiß e Haus wil l offensichtlich einer Ge - wichtsverlagerung am Osthorn Afrikas vorbeu-

gen. Allei n schon

mit modernsten Waffen — vornehmlich durch Syrien, Libyen und die palästinensische Be- freiungsfront — weist darauf hin, da ß es sich bei dem Aufstan d nicht nur u m eine „interne" Angelegenheit handelt. Abe r neben den soziali- stisch orientierten islamischen Kräften, die die Vormacht der koptischen Christen Äthiopien s brechen wollen, sind noch andere Mächte am Werk , die den Bestand des äthiopischen Reiches bedrohen. Die kriegerischen Gallastämm e des Süden s wollen sich ebenso wie die Eritreer vo n Addi s Abeb a lossagen. Es fehlt ihnen bisher nur die nötige politische Organisation. Ebenso erstreben die Somalis im Ogaden, in der Wüsten - steppe des Südostens, die Selbständigkeit oder den Anschluß an das benachbarte Somalia.

Äthiopie n läuft Gefahr, auf seine alten Kern- gebiete im Hochland rings um die Hauptstadt und u m das Quellgebiet des Blauen Ni l zu- sammenzuschrumpfen und damit seine Bedeu- tung in der Organisation für Afrikanische Ein- heit und in der Weltpolitik zu verlieren. Diese Gefahr bestand zwar auch schon vo r dem Um - sturz, aber die beinahe göttliche Verehrun g

Äthiopien s auch entwickeln wird,

die Ausrüstun g der Eritreer

genießend e Person des Kaisers bildete die inte- grierende Kraft, die den Vielvölkerstaa t zu - sammenzuhalten vermochte. Mi t der Zerschla- gung der alten Herrschaftsstruktur ist das Dach eingestürzt, das das ganze Reich überdeckte. Der Militärrat kan n das bisherige zentrale Herr- schaftssymbol nicht ersetzen. N u n ist zwar die bisherige Feudalstruktur i n Äthiopien gewi ß unzeitgemäß . Abe r die Ent- machtung des Kaiserhauses beweist erneut, da ß es nicht genügt, ein überlebte s und traditions- reiches System einfach wegzufegen und durch

Boden gewachsen, vo n

auße n übernommen e Programme zu ersetzen. Eine Landreform kan n sich ja nicht i n Güter- aufteilung erschöpfen, sondern erfordert 2U- gleich die Umstellung vo n der Selbstversorgung auf die Uberschußwirtschaft — ein bekanntlich sehr langwieriger Prozeß. Un d die Verstaat- lichungen entpuppten sich noch überall als zwar massenwirksame, aber der Bevölkerun g nichts einbringende Propaganda-Effekte. Die Militärjunta hat dem äthiopischen Reich das Rückgrat gebrochen. A m Rande des Landes aber stehen die Mächte bereit, die das ent- standene Vakuu m ausfüllen wollen. Hie r ist vor allem Moska u zu nennen, das vo m eben- falls sozialistisch ausgerichteten Somalia aus seine Fäden spinnt und auf seine Stunde bei der Militärjunta wartet. Amerika s eventuelle Militärhilfe soll hier eine Gegenposition auf- bauen. Denn es steht auße r Frage — wenn das Osthorn Afrikas umkippt, entsteht in unmittel- barer Nachbarschaft zum Krisenherd Nahost ein neuer Unruhepol und verschieben sich die Gewichte der Weltpolitik. US-Marinestütz- punkte auf winzigen Inseln im Indischen Ozean allein könne n das Gleichgewicht nicht erhalten.

nicht auf dem eigenen

Forderung

des

Erziehungsministers

Hab y

erfüllen

will, ist noch unklar. LH .

„Wie

heißen

eigentlich die beiden

Kerle,

die

Vietna m

bekommen

haben

?

Gert

Junghans

Andere

Meinungen

D I E

1'NAIMA.NGIbt

WEL T

lAGtSZEITlN G (CR DEUISCKIAMI

Schockerlebnisse

Hambur g — Das Schocketlebnis

tragenden

gewöhnlichen

zu

einer

Parteien

in

Zeitpunkt,

besonderen

Trotzdem

soll

den

tieren),

terkeit

werden

aut

könnte,

brechen

auswirken

Zwar

nobler

in

bei

renz entlastet

aber

führten

an die

sich

die

Berliner

den

der

Geste

Berlin

vier

zu

hat

einem

die

staats-

un-

Wahl,

gezwungen.

Ver-

der

sehr

das

Tage vor

wie

Solidarität

Überlegungen,

Berliner

nicht

zu

Senat

von

(was

politischen

andere

dieser

ahnungslose

Wahlergebnisse

sein.

Schmitz

Versäumnissen

Lo-

demen-

Ent-

Bit-

des

für

wieder

Peter

des

mit

verhindern

CDU-Politiker

Sicherheitsvorkehrungen

haben

die

in

gewiß

erinnern

Freunde

auch

Stunde

Bemerkung

Bundeskanzlers

auf

einer

Wahlkundgebung

in

Berlin,

in

der

Helmut

Schmidt

auf

ein

Flug-

blatt

der

CDU

zur

Unsicherheit

und

Kriminalität

in

der

Stadt

anspielend

gesagt

hatte,

Peter

Lorenz

müsse

sich offenbar

nachts in seiner

Woh-

nung

ängstigen.

Er

höre

da

unbekannte

Ge-

räusche,

vielleicht

sei

es

Herr

Lummer.

granfftirter^Kgcmcmß

Verharmloster Terrorismus

Frankfur t — Der

Staat

neigt

dazu,

den

organi-

sierten

politischen

Terrorismus

zu

unterschätzen.

Dazu

kommt

Verharmlosung

des

politischen

Ex-

tremismus,

der

dem

Terrorismus

die

Täter

wie

die

Helfer

heranbildet.

Gegen

politischen

 

Ter-

rorismus

ist

kein

Staat

gefeit,

noch

nicht

ein-

mal

ein

totalitärer,

um

so

weniger

ein

freiheit-

licher.

Auf

einem

anderen

Blatt

steht

die

Frage,

ob

unser

Staat

genug

getan

hat,

den

mörderi-

schen

Wahnsinn

politischer

Extremisten

 

zur

Un-

tätigkeit

zu

verurteilen.

ttl

ECHOS

 

Pentagon-Strategen irrten

Kl

Paris —

Die

Strategen

des

Pentagon

hatten

immer

angenommen,

daß

die

Kommunisten

sich

nicht

mit

großen

Städten

wie

Phnom

Penh

und

Saigon

befassen

würden.

Jetzt

sind

sie

dessen

wesentlich

ungewisser

und

stellen

sich

auf

eine

tödliche

Lähmung

der

beiden

Städte

ein

.

.

.

Versuchen

die

Kommunisten,

die

Amerikaner

erneut

locken?

in

das

südostasiatische

Die

westlichen

Wespennest

in

zu

Moskau

Beobachter

wie

auch

Peking

haben

nicht

diesen

Eindruck:

Eine

rasche

Veränderung

des

Konflikts

liegt

wahrscheinlich

weder

im

Interesse

der

UdSSR

noch

Chinas.

Der

amerikanische

Kongreß

hat

seinerseits

zu

zu

und

öffnen,

schicken.

Saigon

nicht

die

vor

allem

Eigentlich

nur

noch

Absicht,

nicht,

den

G/' s nach

Geldsack

Phnom

weit

Südostasien

Penh

können

sich

sich

selbst

auf

verlassen.

T H E TIMES

Der Koalition gelingt nichts

Londo n

Die

Behandlung,

die

das

Bundes-

verfassungsgericht

dem

Fall

(des

Abtreibungs-

paragraphen)

hat

angedeihen

lassen,

könnte

weitreichende

Folgen

mit

sich

bringen,

ein-

schließlich

einer

Verlassungskrise.

Kurzfristig

wird

sich

die

augenfälligste

Wirkung

auf

die

Beliebtheit

der

Regierungsparteien

erstrecken,

denen

augenblicklich

unmittelbar

vor

einer

Reihe

ausstehender

Wahlentscheidungen

von

Bedeutung

einfach

nichts

gelingen

will.

Nun

ist

schon

wieder

der

ein

Bestandteil

rückgängig

des

Reformpro-

wor-

gramms

den.

damals

den

Regierung

gemacht

Nobelpreis für die ,„«. aus

Friedensstiftunn

^.„ j

.

c

n

,

in

"

„Kölnische

Rundschau

Sport, Spiel oder Musik

L ehrer

haben eine interessante Feststel-

lung gemacht: Kinder, die ein Hobby

haben, gehören zu den besseren Schü- lern. Die Eltern wollen das freilich oft nicht glauben, aber ein Hobby gibt Kindern in- nere Zufriedenheit und Selbstvertrauen. Mädchen und Jungen, die sehen, daß sie beim Briefmarkensammeln, Musizieren oder im Sportverein etwas leisten, verlieren leichter ihre Hemmungen. Sie beginnen, sich aktiv beim Unterrichtsgespräch zu be- teiligen und bringen oft bessere Zensuren mit nach Hause.

Ein Hobby soll dem Kind Freude machen. Es ist daher sinnlos, dem Sohn oder der Tochter eine lehrreiche Tätigkeit aufzuzwin- gen. Vielmehr sollte man auf die Neigungen der Kinder eingehen und diese fördern. Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung gibt es unendlich viele. Hier ein paar Anregun- gen:

Kinder ab fünf Jahren könne n schon foto- grafieren, wenn man ihnen einen robusten, einfachen Fotoapparat schenkt. Beim Kauf ist darauf zu achten, daß es für die Einstel- lung Motive gibt. So kann Ihr Kind den Fotoapparat selbst bedienen, was sehr wich- tig ist. Tips der Eltern sind erlaubt, doch sollte man dem Kind selbst überlassen, was es auf die Platte bannen will. Mit sechs Jahren können Kinder mit dem Sammeln von Briefmarken beginnen. Dazu bekommen sie von den Eltern ein entspre- chendes Album, eine Pinzette und eine Lupe. Den Erstkläßlern macht es einen Rie- senspaß, Marken von Umschlägen abzu- weichen und diese zu ordnen. Dabei darf man natürlich nicht zu viel verlangen. So werden die jüngeren Kinder zunächst die Briefmarken nicht nach Ländern sortieren, sondern nach Tieren, Städten oder Men- schen. Später werden die Kinder von selbst anspruchsvoller und arbeiten differenzier- ter. Nicht selten treten sie einem Brief- markenklub bei, wo sie ihr Wissen erwei- tern und neue Freunde finden. Gegen den Sportverein oder das Mit -

D ie 4. Deutsche Möbelmesse in Köln, die

einen besseren geschäftlichen Verlauf hat-

erwartet, brachte

wöhnlichen Neuheiten auf den

te

als

keine

außerge-

Markt. Der Mö -

belhandel wurde qualitätsbewußter und ideen- reicher in der Gestaltung. Da konnte man mehr Zweckmäßigkeit bei den Kinder- und Jugend- zimmern, mehr Wohnlichkeit bei den Küchenein- richtungen beobachten. Ja, man konnte sogar — bei Durchschnittswohnungen von 3 bis 4 Zim- mern — von einer Zuneigung zur Wohn-Küche sprechen. Erfreulich war es, daß an die älteren Men- schen, bzw. an ihre Bequemlichkeit gedacht wurde, vorwiegend bei den Polstermöbeln. Da werden die Sitze, medizinische Gesichtspunkte berücksichtigend, fester, höher — auch die Leh- nen — solider, mit Federkernen ausgestattet. Die Möbelhersteller sind auch immer mehr dar- auf bedacht, die Wohn- und Schlafzimmer für Senioren sicherheitsgerechter zu gestalten und

2X5£ftmn|toiMaft

Das

linge die Blumen auch selbst aussuchen lassen

Pflegen und Züchten von

Blumen macht Kindern

viel

Spaß.

Die

Eltern

sollten

ihre

Spröß-

np

Foto

machen in einer Tanzgruppe sollten die Eltern nie etwas einwenden. Kinder brau- chen Bewegung. Je mehr sie ihre über- schüssigen Kräfte abbauen können, um so ausgeglichener werden sie. Sport hält Kin- der nicht nur gesund, sondern macht sie auch geschickter und nimmt ihnen die Hem- mungen. Viele Kinder möchten gern ein Musik- instrument spielen, doch die Eltern befürch- ten, daß das Interesse bald wieder auf- gegeben wird. Spricht Ihr Sprößling immer wieder davon, so sollten Sie ihm seinen Wunsch erfüllen. Vielleicht gibt es in der Schule eine Müsik-Arbeitsgruppe. Wenn nicht, so melden Sie Ihr Kind in einer Musik- schule an. Wi e auch bei anderen Hobbys

ist es besonders wichtig, daß die Eltern jeden kleinen Fortschritt loben. Mädchen handarbeiten gern, sehr zum Er- staunen ihrer emanzipierten Mütter. Ein sechsjähriges Kind ist durchaus in der Lage, einfache Stickarbeiten auszuführen. Im Spiel- zeuggeschäft erhält man eine große Aus- wahl an Stickrahmen und Zubehör. Eine gute Sache sind auch Webstühle. In den Familienbildungsstätten und Elternschulen, die es in vielen größeren Städten gibt, wer- den auch Kurse unter dem Motto „Wir nä- hen Puppenkleider" veranstaltet. Oder ist Ihr Kind ein Blumenfreund? Nicht nur Mädchen, sondern auch Jungen macht es glücklich zu sehen, wie unter ihrer Pflege eine Topfblume heranwächst und gedeiht. Uberraschen Sie Ihre Kinder mit Pflanzen fürs Kinderzimmer. Haben Sie einen eige- nen Garten, so erhält jedes Kind sein eige- nes Beet. Hier darf es säen und pflanzen, was es will. Kinder können noch viel mehr: nämlich Tiere pflegen, backen, kochen, Ballett tan- zen, Judo lernen oder zeichnen. Z u den Hobbys darf auch das Lesen gerechnet wer- den. Bücher sind für die Mädchen und Jun- gen ein Tor zur Welt, sie helfen bei der Bewältigung von Problemen und bilden. Christa Maria Brockmann

8.

Marz

1975

Folge

10 —

Seite b

,tfut %indet und &tunde betteten verboten"

G anz in Gedanken versunken drückt ein kleiner Knirps sein Naschen an der Fensterscheibe eines Spielzeugladens

Wa s ihn so fasziniert, ist ein rotes

Haus aus Pappe, strohgedeckt mit grünen Fensterläden. Ringshemm auf einer grünen Wiese grasen die verschiedensten Tiere fried- lich nebeneinander. Nicht, daß er kein Spiel- zeug besäße, sein ganzes Zimmer ist voll-

gestopft damit. Aber so ein Haus mit gro-

ßem Garten in prima.

Erst gestern hatte sich die gräßliche Nach- barin wieder über den Lärm im Hinterhof aufgeregt und gleich beim Hausmeister ge- petzt, als er aus Versehen die Fensterscheibe im zweiten Stockwerk einwarf. Die Ohr- feige, die er deshalb vo n seinem Vater bekommen hatte, brannte noch immer auf seinem Gesicht. Spielte er mit seinen Freun- den auf der Straße, war das auch nicht rich- tig, hier schimpften die Autofahrer: „Macht, daß ihr wegkommt, die Straße ist kein Spiel- platz", und neulich hatte er die Passanten im Vorübergehen tuscheln hören: „Wie kann eine Mutter ihr Kind bloß so vernach- lässigen."

Wirklichkeit, wär e einfach

platt.

Er fand seine Mutter ganz in Ordnung, nur seitdem sie wieder arbeitete, war sie abends furchtbar nervös und hatte kaum noch Zeit für ihn. Wen n sie abends nach

Hause kam, war es für ihn Zeit, schlafen zu

ein e Gutenachtgeschichte war

sie dan n vie l z u müde . Bei m Lauschen an der Tü r erfuhr er dann, da ß sie wegen der Woh- nung und des Auto s mitarbeiten mußte. Ihm wa r das Aut o egal, wen n er nur seine Mutte r auch tagsübe r behalte n könnte, nur wer fragte ihn schon danach.

Eigentlich wollten seine Eltern ihn ja in den Kindergarten stecken, aber der war über- füllt un d ei n anderer wiederu m zu teuer. A u f de m Grundstüc k nebena n sollte von der Stadt ein Spielplatz angelegt werden. Er hatt e mi t seine n Freunde n scho n Plän e ge- schmiedet. Jetzt stand dort ein Hochhaus, die Buchstaben übe r dem Eingangstor konnte er noch nicht entziffern, aber im nächste n Jah r ka m er i n die Schule und würd e wissen, we r ih m un d seinem Freunde den Sielplatz weggenommen hatte.

In so eine m große n Hau s könnt e er sich bestimmt eine Menge Tiere halten, ohne den Hauswirt um Erlaubnis fragen zu müs- sen, un d hätt e Platz zum Spielen, soviel er nur wollte . Kein e Nachbari n würd e an- dauernd mit ihm herummeckern und kein Autofahrer nervös auf die Hupe drücken, wen n er Fußball spielte. Mi t diesen Gedan- ke n machte er sich auf den Weg nach Hause durch überfüllte Straße n und enge, schmutzige Gassen bis vor das hohe, dunkle Mietshaus , auf dessen kärgliche n Rasen ein kleines Schild stand mit der Aufschrift: „Für Kinder und Hunde betreten verboten."

gehen. Fü r

Ute Timm

^-zauen

machen

mahl

aus

^^eä?

Kluges Haushalten und geschicktes Einkaufen helfen Sparen

Foto Kontinent-Möbel

die Umgestaltung von Großwohnungen zu Kleinwohnungen zu erleichtern. Dies kann sich bei Altbausanierungen sehr gut auswirken.

Gute Angebote gab es für die Möbelsysteme zum Mitnehmen und zur Selbstmontage, die zer- legt kartonverpackt im Handel erhältlich sind. Gefragt waren Möbel mit ländlichem Charak- ter. Holz bzw. Eiche stehen an der Spitze der Materialien für Wohnmöbel . Neben Eiche sind Nußbaum, Mahagoni und Palisander die belieb- testen. Bei den Polstermöbeln steht gegenwär- tig Grün an erster Stelle, dann folgen die Braun- töne. Es zeigt sich aber eine Neigung zur Farbig- keit. Im Jugendzimmer-Bereich ist die pflegeleichte Kunststoffoberfläche sehr begehrt. Die Möbel können leichter ergänzt werden, was jungen Fa- milien zugute kommen kann.

Die Preise, nach einem kleinen Anstieg An - fang Januar, blieben stabil. Sigismund Schlinqer

V on Gelddingen verstehe ich nichts. Das macht alles mein Mann!" Viele Frauen, darunter besonders die Ehefrauen, sind heute der Meinung, daß Geldanlage und Sparen dem Mann überlassen bleiben sollten. Ihnen genügt es, .Heimchen am Herd' zu sein und Geld nur für den täg- lichen Einkauf auszugeben.

Doch was geschieht, wenn der Mann eher stirbt als die Frau oder wenn das Ehepaar sich scheiden läßt? Dann steht die Frau allein da — ganz auf sich gestellt. Sie mu ß sich in der .harten' Geschäftswelt zurecht- finden, die Papiere ihres Mannes ordnen und für ihren Lebensunterhalt sorgen. Nicht immer hat sie treue Freunde, die ihr dabei helfen können.

Deshalb ist es nie zu spät, sich um die .Gelddinge' zu kümmern. Es genügt aber nicht, daß der Mann seiner Frau nur zeigt, wie es gemacht wird. Ein kluger Ehemann informiert seine Frau über laufende Ver- mögensfragen und fragt sie vielleicht auch ab und zu mal um Rat. Denn nicht umsonst wird uns Frauen ein praktischer Sinn für finanzielle Probleme nachgesagt. Im Alltag müssen die Frauen immer wieder beweisen, daß sie mit Geld umgehen können. Rich- tiges Haushalten führt ja dann auch dazu daß die Familie ein wenig sparen kann' Mit dem Ersparten erfüllt man sich dann die großen und kleinen Wünsche, die das Leben angenhmer machen können.

Henry Ford, der große amerikanische Automobilkönig, hat einmal gesagt, „Reich wird man nicht von dem Geld, das man ver- dient, sondern von dem, das man nicht aus- gibt." Aber gerade das .Nicht-Ausgeben' will gelernt sein. Die Hausfrau hat so viele

Möglichkeiten, Geld einzusparen, ohne daß die Familie gleich hungern muß . Preisvergleiche lohnen sich nicht nur bei kleinen Anschaffungen. Achten Sie auch auf die kleinen Unterschiede, wenn Sie Lebens- mittel einkaufen. Un d vor allem — lassen Sie sich durch raffinierte Werbung und sogenannte Mogelpackungen nicht irrefüh- ren. Nutzen Sie Sonderangebote und Schluß- verkäufe. Kaufen Sie z. B. nur das Obst, das der Jahreszeit angepaßt ist. Auch Hand- werker verlangen unterschiedlichen Lohn. Lassen Sie sich deshalb schriftliche Kosten- voranschläge machen. Hier sind nur einige der Möglichkeiten aufgezählt, wie eine Hausfrau sparen kann. Aber die Verbraucherzentralen können Ihnen jederzeit noch mehr Tips geben. Wich- tig ist nur, daß Sie jeden Monat einen Haushaltsplan aufstellen und sich auch daran halten. Legen Sie genügend Geld für die notwendigen Ausgaben zurück und denken Sie auch an einen regelmäßigen Be- trag für Ersparnisse. Doch was kan n man jetzt mit dem er- sparten Geld anfangen? Hier gibt ein Taschenbuch von Christa Harbeck Auskunft. .Frauen machen mehr aus Geld' zeigt in anschaulicher Form mit vielen Zeichnungen und Tabellen, wie man sein Geld günstig anlegen kann. Worte wie Pfandbriefe, Ren- dite, Prämien und Zinsen werden erklärt und sind bald keine .böhmischen Dörfer' mehr. übrigens, das Buch ist nicht nur für Frauen geeignet, auch Männe r können noch einiges darau s lernen. Silke Steinberg

Christa Harbeck, Frauen machen mehr aus

Geld. Olzog Ratgeber Band 25. Verlag Günter

Olzog .

155

Seiten,

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D M

Jahrgang

26

E*B £flpnu^cntrtaii

8.

März

1975 — Folge

10 — Seile

7

TAMARA

EHLERT

BITTE GRÜN - EINS ZWEI DREI

10. Fortsetzun g

Im

Hol

blitzt

der

Schnee,

man

könn

meinen,

es

ist

alles

iriedlich,

und

Du

könn

test

jeden

Moment

reinkommen

und

fragen

ob

ich mitkomme

zur

Eisbahn

im

Tiergarten

Ich

hab'

Angst,

am

meisten

Angst,

dah

ich

Dich

aus

den

Augen

verliere,

ich

meine,

daß

ich

Dich

nicht

wiederfinde,

 

wenn

hier

alles

vorbei

 

ist.

 

In Liebe

Dein

Flöckchen

DER ERSTE NIBELUNG E

Hildesheim wa r ganz sicher einmal eine zauberhafte Stadt, ein Juwel mit Knochen- haueramtshaus un d tausendjährigem Ro - senstock.

Jetzt ist es nu r noch ei n einziger Trüm- merhaufen. Ich werde später ma l einen Roman darübe r schreiben, über das Aus-

über die Menschen, die

maß der Zerstörung,

wie Schatten i n den Ruinen hausen. De n Titel hab ' ich schon: Löwenzahn i n der Basilika.

Daß ich in diesem Schutthaufen, beim Huckup, der merkwürdigerweis e heil ge-

blieben ist, ausgerechnet auf Leo , den

Grübler,

stoßen würde , hätte ich mi r nicht

träumen

lassen. Aber d a ka m er daher, i n

ziemlich hoffnungslosen Kleidern, sozu- sagen, un d mager wi e wi r alle. Ich arbei- tete be i der Zeitung, Tante Gerstenberg ge- nannt, ei n seriöses, konservatives Blatt mit alter Tradition. Hab ' Schwein gehabt mit der Volontärstelle. W o meine Leute waren, wußt e ich nu r teilweise. Manche verschol- len, manche i n Schleswig-Holstein. Eine wirre Zeit damals.

Ich verschaffte de m Grüble r eine Stelle als Dolmetscher be i de r Britischen Militär- regierung. Sein Englisch wa r fließend, seine Manieren waren trotz zwei Jahren Kriegs- gefangenschaft immer noch so gewinnend wie früher. „A nice boy", sagte Mar y Love.

6ie hie ß wirklich so, un d sie hatte den Rang eines Leutnants beim Britischen . Roten

Kreuz. Di e taten damals

allerhand für die

Bevölkerung, un d als angehender Reporter begleitete ich sie manchmal auf ihren Streif- zügen durch die Geisterstadt un d auf die fetten, unzerstörten Dörfer, w o Flüchtlinge unter armseligen Bedingungen auf de n Höfen unwilliger Bauern untergebracht waren.

Mar y Love, rotes kurzes Haar, heftig-

grüne

i m

Mundwinke l oder zwischen de n nachlässig lackierten Nägeln, Mar y Love sagte, nach-

dem ich ih r de n Grübler vorgestellt hatte:

Augen,

immer

eine

Zigarette

„A nice boy.

Wha t can w e do for him?"

Hamburger

Fleet

i n meinem nicht sehr da ß wi r drei Dinge für

brillanten Englisch,

ihn tu n könnten — ihm ein Zimmer besor-

gen, ih m eine Arbeit verschaffen, un d sein silbernes Mädchen für ihn suchen. Sie sagte,

Ich

erklärt e

ih r

die

beiden ersten Dinge wäre n für sie rela-

tiv

einfach, aber das mit de m Mädchen —

Ostpreußen, — nein, d a könnte sie gar nichts machen, es sei denn, das Mädchen wär e i n Westdeutschland, i n einer der drei westlich besetzten Zonen gelandet.

„I'll see what I ca n do for him", sagte sie.

W i r besorgten ih m ein Zimmer be i einer säuerlichen Witwe a m Weinbergweg. Rauchen verboten. Damenbesuch verboten. Nun, es gab j a kaum Zigaretten, es sei denn über Mrs . Love oder auf de m Schwarz- markt. Vo n Mädchen wollte er sowieso nichts wissen. Er bekam also die Dolmetscherstelle be i der britischen Wagen-Einheit. E r dol- metschte zwischen de n satten Schreib-

zwanzig

requirierte deutsche Autos waren un d den hungrigen Chauffeuren, die sie i n den Harz oder nach Hannover oder i n die Heide fah-

stuben-Engländern, die Herr über

Zeichnung Horst Guttzeit

ren

einem beschlagnahmten Haus a m Hohnsen

und

Mrs. Love versuchte derweil, etwas über

vo m Wirr-

graben, herauszukriegen. Fehlanzeige, im - mer wieder.

Manchmal saßen Mary, er un d ich i n Marys Zimmer i n einem hübschen, natür- lich beschlagnahmten Einfamilienhaus auf dem Galgenberg un d tranken vorsichtig etwas Gi n mit Lemmon, Le o un d ich sehr vorsichtig, weil unsere Mägen sich so leicht umkehrten damals. Mary, weil sie jeden Moment dienstlich abgerufen werden konnte.

fin-

Leokadia Flock, das Flöckchen

E r hatte seinen Schreibtisch i n

mußten.

jeden

Mittag

eine warme

Mahlzeit.

„Wir

werden

dein

Flöckchen

schon

den", tröstete ich Le o nach de m zweiten Schluck. „Wen n sie di r i m letzten Brief ge-

schrieben hat, daß sie rausgeht, dann ist sie sicher i m Westen. Di e meisten sitzen i n Schleswig-Holstein." „Ma y be, it takes a long Urne, bu t as soon

as

out",

she is i n West-Germany,

sagte Mar y

Love.

I

shall

find

Sie zog ihre sommersprossige Nase kraus

hinzu, sie habe eine irische Groß-

mutter un d führe mit angeborenem Eigen-

und fügte

sinn un d nie ermüdender Zähigkeit aus, was sie sich vorgenommen habe.

Schade, da ß sie verheiratet

war, sie wa r

ganz reizend. Wen n ich auf ihren Man n an-

H e is ha s a

girlfriend. Wh y shouldn't he?" Im Dezember 47 ka m sie z u mi r i n die Redaktion, heftig rauchend, mit funkelnden Augen. „W e have got her adress", sagte sie. „She is living with her mother near Hamburg, British Zone. Th e name of that place is Itzehoe." Sie hatte also festgestellt, daß ih r Man n eine Freundin i n Itzehoe hatte.

spielte sagte sie: „Oh, m y husband? far away. I n Buckshire. I m sure, h e

MEI N

MÄDCHEN

AU S

SILBER

U N D

RAUC H

A m

23. Dezember

1947 sah

ich aus de m

Fenster des trübseligen Büros der 444 Ca r Unit, 333 Military Government. E s wa r ein grauer Wintertag ohne Schnee, aber das Haus wa r gu t geheizt, fast überheizt, un d mein Schreibtisch stand auf einem wunder-

schönen, beschlagnahmten Buchara-Teppich mit Brandlöchern.

ungemütlicher

mein

„Verdammt

Chef,

Tag" , sagte

Mister

Malloy.

„Yes, Sir", sagte ich. Ich sa h wieder au s dem

i m Augenblick

Zaun

wenig

Fenster. Wi r hat- z u tun . Draußen

sich

ten

am

nicht,

ganzen Fräulein Lindemann, unsere Stenotypi- stin, deckte ihre Schreibmaschine z u un d zog ihren viel z u dünnen Mantel an. Die Mäntel aller Fräulein Lindemanns i n dieser Stadt waren viel z u dünn. „Morgen ist Weihnachten", sagte sie überflüssigerweise und nieste.

„Was will der Junge d a a m Zaun", fragte Mister Malloy. „Keine Ahnung", sagte ich. „Frohe Weihnachten", sagte Fräulein Lindemann, nahm Mr . Malloys Geschenk, ein Päckchen Lyons Tee, vo m Tisch un d ging. „Es macht mich nervös, wi e der Bengel das Haus anstarrt", sagte Mr . Malloy . Fräulein Kramer, Mr . Fowlers Dolmet- scherin aus de m ersten Stock, sah herein. „Merry Christmas!" Sie hatte einen weiten, flauschigen Mantel a n un d eine Tüte mit Konservendosen un d Flaschen i m Ann . „Hat Mr . Fowler mi r z u Weihnachten- ge- schenkt — nobel, was?" „Sehr generös", sagte Mr . Mallo y saiiei- lich. „Die Sache ist so", sagte Fräulein

Kramer,

wei-

ten Heimweg, un d meine Geschenke wer- den naß."

lehnte ei n Junge. E r bewegte

es schien

i n ih m so wenig Leben z u

Stadt.

sein wi e i n dieser

„es regnet

un d ich hab ' einen

„Pech fü r Sie", sagte ich.

— kann ich aus-

nahmsweise einen Wage n haben. Schultz

hat

„Was

ich fragen

wollte

Bereitschaftsdienst."

„Fußmärsche sind gesund", sagte ich.

Fortsetzung

folgt

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8.

März

1975 — Folge

10 Seite 8

Annemarie Meier Behrendt

^Sabinekeit und dez #züne

E s war noch zu der Zeit, als die Kinder mit einem Tornister auf dem Rücken zur

Schule gingen. Das tun die meisten zwar heute auch, damals jedoch baumelten an dünnen Bändern oder Bindfäden mehr oder weniger nasse rote Schwämme und Lappen herab. J e nach Gangart des Tornisterträgers oder der -trägerin bewegten sich diese Ge- genstände nu r leicht auf un d ab oder sie schwangen heftig durch die Luft. Nun kann sich ein jeder wohl denken, daß Schwamm und Lappen weder zu Hef- ten noch zu Büchern gehörten, sondern viel- mehr an einer schwarzen Schiefertafel mit Holzrahmen befestigt waren. Die eine Seite der Tafel wa r in saubere kleine Kästchen eingeteilt, auf der anderen liefen gerade Linien von links nach rechts. Zur Tafel ge- sellte sich ein hölzerner Griffelkasten, des- sen Deckel größtenteils mit einem bunten Glanzbildchen verziert war. In diesem Be- hältnis klapperten lustig graue, auf der oberen Hälfte mit farbigem Papier beklebte Griffel. Eine Fibel gehörte ebenfalls in den Tornister und rundete somit die Ausrüstung der Erstkläßler ab.

Derart war auch ein kleines blondes Mäd- chen, das Sabinchen, ausgestattet, das gerne zur Schule ging, u m sich i n der Kunst des Schreibens un d Rechnens unterweisen zu lassen — von Mengenlehre und Ganzwort- methode sprach seinerzeit noch lange nie- mand — das aber immer ganz vergnügt nach Hause lief, wenn die Stunden i n dem roten Backsteinhaus beendet waren. Aus den Buchstaben des ABC's konnte das Sabinchen längt viele Wörter und sogar kleine Sätzlein bilden. Und die Zahlen ge- horchten ihm bereits bis — na, ich weiß auch nicht mehr, wi e weit.

Jedenfalls wa r das

kleine Ding, so fand

es eines Tages, doch schon so weit i n die Wissenschaft eingedrungen, da ß der Kü - chentisch un d die Küche überhaupt nicht mehr der richtige Or t zu r Erledigung der Hausaufgaben sei. Also nahm Sabinchen Tornister und Tafel unter den Ar m und zog in das Eßzimmer um, das — da die Fa- milie selten vollzählig wa r — nu r wenig benutzt wurde. Die Mutter ließ das Kind lächelnd gewähren. Hier saß Sabinchen denn nu n am großen Eßzimmertisch und zog den Griffel kratzend und manchmal quietschend über die Tafel. Die Wangen glühten i m Eifer un d oftmals fuhr nicht etwa der nasse Schwamm, son- dern ein kleiner mit Spucke angefeuchteter Zeigefinger über das eben Geschriebene, um

Partie an der Alle

es z u löschen und noch schöner, noch besser zu machen. War die Seite vollgeschrieben un d Sa- binchen mit dem Ergebnis zufrieden, wurde die Tafel gewendet, u m die Rechenaufga- ben z u lösen. Zuvor jedoch wurde eine Pause eingelegt. Die kleine Hand mußte ein wenig ausruhen, hatten sich doch die Finger z u fest u m de n Griffel gekrampft. Sabinchen rutschte vom Stuhl, umrundete zweimal den Tisch, schnitt dem Spiegelbild in der Glasscheibe der Vitrine Grimassen, stand ein Weilchen still am Fenster un d sah i n de n Garten un d fand sich plötzlich vor dem Büffet wieder, über de m eine Spreelandschaft i m Goldrahmen hing. Die Fingerchen glitten über das blanke Holz, fuhren den Maserungen nach, hatten einen Schlüssel im Griff, der sich leicht im Schlosse drehte. Sollte man einmal nachsehen, was die Mutter hier aufbewahrte? Sie hatte es nicht verboten, aber auch nicht erlaubt an die Schränke z u gehen. Nur einen kleinen Spalt breit wollte Sa- binchen die Tür öffnen, so breit, daß es die neugierige Nase hindurchschieben konnte. Ach, nur Geschirr: Teller und Schüsseln sau- ber gestapelt un d nebeneinander aufge- reiht. Schon wollte Sabinchen die Tür ent- täuscht schließen, als es eine Flasche be- merkte, deren Inhalt grün im Lichtstrahl aufglänzte. Nanu, wa s wa r denn das? Hübsch sah das aus! Wa s mochte das für ein grüner Saft sein, denn die Mutter hier, statt zusammen mit den Himbeersaftflaschen in der Speisekammer aufbewahrte? Nach- denklich schloß Sabinchen die Tü r und kehrte an die Aufgaben zurück. Aber die Flasche mit dem grünen Inhalt ließ dem Kind keine Ruhe. Sie spukte in dem kleinen Köpfchen herum un d lenkte von den Zahlen ab. Ein Spuckefinger löschte eine ganze Zahlenreihe aus. So ging das

nicht weiter! Sabinchen

zum Büffet un d z u de m Saft hin, vo n dem die Mutter es noch nie hatte kosten lassen. Entschlossen un d doch etwas unbehaglich stand Sabinchen auf, achtete dabei auf Ge- räusche aus dem Nebenzimmer. Al s alles

still blieb, öffnete es wieder die Buffettür, griff nach de r Flasche un d betrachtete sie

von allen

ren daran

einem

gewesen Saft leuchtete un d glitzerte, geheimnisvoll und verführerisch zugleich. Welch ein hüb- sches Grün.

zo g es mit Macht

Seiten. Reste vo n Klebstoff wa - un d zeigten, daß sie einmal mit

war. De r

Etikett versehen

Sabinchen wollte nu r ein wenig am In-

 

sie

überbrücken

Zeit

und

Raum

Robert

Masermann

 

und

linden

keinen

Schluß.

 

Die

Heimat

ist

ein

Zauberkreis,

ohn

Anfang,

ohne