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AQB Bemessung von Querschnitten und von Spannbeton und Verbund Version 11.00 SOFiSTiK AG, Oberschleissheim, 2001
AQB Bemessung von Querschnitten und von Spannbeton und Verbund Version 11.00 SOFiSTiK AG, Oberschleissheim, 2001

AQB

Bemessung von Querschnitten und von Spannbeton und Verbund

Version 11.00

SOFiSTiK AG, Oberschleissheim, 2001

AQB Bemessung von Querschnitten und von Spannbeton und Verbund Version 11.00 SOFiSTiK AG, Oberschleissheim, 2001
Bemessung von Querschnitten Dieses Handbuch ist urheberrechtlich geschützt. Kein Teil darf ohne schriftliche Genehmigung der SOFiSTiK
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AQB

Bemessung von Querschnitten

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Bemessung von Querschnitten AQB 1 Aufgabenbeschreibung . 1−1 2 Theoretische Grundlagen . . . . .
Bemessung von Querschnitten AQB 1 Aufgabenbeschreibung . 1−1 2 Theoretische Grundlagen . . . . .

Bemessung von Querschnitten

AQB

  • 1 Aufgabenbeschreibung

 

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1−1

  • 2 Theoretische Grundlagen

 

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  • 2.1. Schnittgrößen und Querschnitt

 

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2−1

  • 2.2. Ermittlung von Spannungen nach der Elastizitätstheorie

 

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2−5

  • 2.3. Eigenspannungen (Kriechen und Bauzustände)

 

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2−9

  • 2.4. Bemessung von Stahlbeton

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  • 2.5. Ermittlung der erforderlichen Bewehrung

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  • 2.6. Schubbemessung

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  • 2.7. Spannungsnachweise mit nichtlinearem Materialverhalten

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2−27

  • 2.8. Besonderheiten der Nachweise nach DIN

 

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2−37

  • 2.9. Besonderheiten der Nachweise nach OENORM

 

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  • 2.10. Bemessung nach British Standard

 

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  • 2.11. Bemessung nach ACI / AAHSTO

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2−47

3

Eingabebeschreibung

 

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  • 3.1. Eingabesprache

 

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  • 3.2. Eingabesätze

 

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  • 3.3. Übersicht der Bemessungsaufgaben

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  • 3.4. ECHO − Steuerung des Ausgabeumfangs

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  • 3.5. STEU − Steuerung der Berechnung

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  • 3.6. STAB − Auswahl der zu bemessenden Elemente

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  • 3.7. STRA − Spannstränge (nur AQBS)

 

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  • 3.8. LF − Auswahl der zu bemessenden Lastfälle

 

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  • 3.9. S − Schnittgrößen

 

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  • 3.10. KOMB − Definition von Schnittgrößenkombinationen

 

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  • 3.11. EIGE − Ermittlung von Eigenspannungen (nur AQBS)

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3−34

  • 3.12. SPAN −

Spannungen und Schnittgrößen

 

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3−36

  • 3.13. BEW − Angaben zur Bewehrungsermittlung

 

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3−46

  • 3.14. BEME − Bemessung Stahlbeton

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3−52

  • 3.15. DEHN − Ermittlung der Dehnungen und Steifigkeiten

 

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3−58

4

Ausgabebeschreibung

 

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4−1

  • 4.1. Tabelle der ausgewählten Elemente

 

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4−1

  • 4.2. Lastfälle

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4−1

  • 4.3. Schnittgrößen

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4−2

  • 4.4. Querschnittswerte

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4−3

  • 4.5. Kombinationen . .

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  • 4.6. Eigenspannungen

 

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4−3

  • 4.7. Spannungen

 

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4−5

 

i

AQB Bemessung von Querschnitten 4.8. Schubbemessung Zustand I . 4−8 4.9. Detailierte Spannungsnachweise . . .
AQB Bemessung von Querschnitten 4.8. Schubbemessung Zustand I . 4−8 4.9. Detailierte Spannungsnachweise . . .

AQB

Bemessung von Querschnitten

  • 4.8. Schubbemessung Zustand I

 

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4−8

  • 4.9. Detailierte Spannungsnachweise

 

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4−9

  • 4.10. Biegebemessung

 

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4−9

  • 4.11. Schub−Bemessung Zustand II

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4−11

  • 4.12. Zusammenstellung der erforderlichen Bewehrung

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4−13

  • 4.13. Dehnungsermittlung

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4−14

  • 4.14. Rissesicherung

 

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4−16

  • 4.15. Tension Stiffening

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4−16

5

Beispiele

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  • 5.1. Schulbeispiele

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  • 5.2. Praxisbeispiele

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  • 5.3. Beispiele im Internet

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ii

Bemessung von Querschnitten 1 Aufgabenbeschreibung AQB dient dem Spannungsnachweis und der Bemessung beliebiger mit AQUA erzeugter
Bemessung von Querschnitten 1 Aufgabenbeschreibung AQB dient dem Spannungsnachweis und der Bemessung beliebiger mit AQUA erzeugter

Bemessung von Querschnitten

1

Aufgabenbeschreibung

AQB

AQB dient dem Spannungsnachweis und der Bemessung beliebiger mit AQUA erzeugter Querschnitte. Die Erweiterung AQBS erlaubt die Berück sichtigung der Besonderheiten der Spannbeton− und Verbundtragwerke (Spannstränge, Eigenspannungen, Kriechen und Schwinden). Dieses Hand buch gilt für beide Versionen. Die Erweiterungen, die nur in AQBS wirksam sind, sind entsprechend kenntlich gemacht.

Die Schnittgrößen und Spannglieder können direkt definiert oder aus der Da tenbasis für Stab−, Fachwerk− und Seil− oder Pfahl−Elemente übernommen werden. Mit den definierten Schnittgrößen kann eine ganze Reihe von Be messungsaufgaben aktiviert werden. Diese sind:

  • 1. Kriech− und Schwindumlagerungen (nur AQBS)

AQBS kann Kriechen und Schwinden in bis zu 99 Kriechabschnitten untersuchen. Dabei können für jedes Material unterschiedliche Krie cheigenschaften definiert werden und somit auch nachträglich er gänzte Querschnittsteile berücksichtigt werden. Die Kriechschnitt größen werden in der Datenbasis gespeichert und werden bei späteren Kriechstufen oder Spannungsermittlungen berücksichtigt.

  • 2. Ermittlung der maximalen Spannungen im Querschnitt nach der

Elastizitäts−theorie. AQB kann Spannungsnachweise aller dick− und dünnwandigen Quer schnitte inklusive Schubspannungen und Wölbkrafttorsion unter Be rücksichtigung der verschiedensten Vorschriften für Stahl−, Holz− oder Spannbeton führen. Dabei können im gleichen Querschnitt un terschiedliche Grenz−Spannungen für verschiedene Materialien be rücksichtigt werden.

  • 3. Ermittlung der erforderlichen Bewehrung oder inneren Sicherheit

für unbewehrte, Stahlbeton− oder Spannbetonquerschnitte. AQB kann Stahl− oder Spannbetonquerschnitte mit einer optimierten Bewehrungsverteilung für Normalkraft und zweiachsige Biegung be messen. Ausländische Vorschriften lassen sich dabei berücksichti gen. Im Anschluß an die Biegebemessung kann eine Schubbemessung durchgeführt werden.

  • 4. Ermittlung der maximalen Spannungen und realen Steifigkeiten für

das definierte Materialgesetz.

Version 11.00

1−1

Bemessung von Querschnitten AQBS ermittelt Spannungs− und Dehnungsverteilungen unter Be rücksichtigung des Materialverhaltens. Damit können Nachweise
Bemessung von Querschnitten AQBS ermittelt Spannungs− und Dehnungsverteilungen unter Be rücksichtigung des Materialverhaltens. Damit können Nachweise

AQB

Bemessung von Querschnitten

AQBS ermittelt Spannungs− und Dehnungsverteilungen unter Be rücksichtigung des Materialverhaltens. Damit können Nachweise zur Beschränkung der Rißbreite, der Schwingbreite der Bewehrung, klaf fende Fugen von Fundamenten oder Nachweise elastisch−plastisch geführt werden. Es können damit auch effektive Steifigkeiten für eine nichtlineare statische Berechnung (plastisch−plastisch) ermittelt werden.

Die ermittelten Spannungen, Bewehrungen und Steifigkeiten können in der Datenbasis zurückgespeichert werden und dann sowohl grafisch dargestellt, als auch in weiteren Modulen angesprochen werden.

Die Bemessung und Steifigkeitsermittlung ist in abgemagerter Form zusätz lich in STAR2 integriert. Aus diesem Grunde können die Aufgaben (3) und (4) auch direkt mit STAR2 gelöst werden. Damit ergibt sich die Möglichkeit ei ner statischen Berechnung mit Berücksichtigung des Materialverhaltens. Bei diesem Vorgehen ist jedoch nur ein Bemessungsmodus für das gesamte Tragwerk möglich. Sollen Stützen und Riegel mit unterschiedlichen Parame tern bemessen werden, so kann eine Iteration über die Module STAR2 und AQB mittels Kommandoprozedur PS (vgl. Allgemeines Handbuch) erfolgen.

Eine kleine Version von AQB ist in der Lizenz von AQUA enthalten. Diese hat einen reduzierten Funktionsumfang. Erlaubt sind:

− Spannungsnachweise für alle Querschnitte − Nachweise elastisch−plastisch für Rechteck, Kreis und einfache Stahlbau−Profile − Einachsige Stahlbetonbemessung für Rechteck/Plattenbalken

1−2

Version 11.00

Bemessung von Querschnitten AQB 2 Theoretische Grundlagen 2.1. Schnittgrößen und Querschnitt 2.1.1. Koordinatensystem Querschnitte werden in
Bemessung von Querschnitten AQB 2 Theoretische Grundlagen 2.1. Schnittgrößen und Querschnitt 2.1.1. Koordinatensystem Querschnitte werden in

Bemessung von Querschnitten

AQB

  • 2 Theoretische Grundlagen

    • 2.1. Schnittgrößen und Querschnitt

      • 2.1.1. Koordinatensystem

Querschnitte werden in einem y−z Koordinatensystem beschrieben. Die x− Achse ist die Schwerachse des Stabes und wird vom Anfangsknoten KA zum Endknoten KE orientiert. Der Betrachter blickt auf das positive Schnittufer.

Bemessung von Querschnitten AQB 2 Theoretische Grundlagen 2.1. Schnittgrößen und Querschnitt 2.1.1. Koordinatensystem Querschnitte werden in

AQUA101.

Koordinatensystem

  • 2.1.2. Schnittgrößen

Die Schnittgrößen beziehen sich als Longitudinal bzw. Transversalkräfte auf den Schwerpunkt bzw. Schubmittel−punkt des Brutto−Querschnitts des Ge samtquerschnitts, da diese für alle geometrischen Beziehungen der Schwer achse zum globalen Koordinatensystem verwendet wird. In besonderen Fäl len kann ein beliebiger anderer Punkt im Querschnitt angewählt werden.

Für die Bemessung werden die Schnittgrößen normalerweise noch wie folgt modifiziert.

Die Longitudinal und Transversalkräfte werden in Normalkräfte und Quer kräfte umgerechnet. Das Torsionsmoment wird in einen Saint−Venantschen Anteil und einen sekundären Anteil aus Wölbkrafttorsion zerlegt.

AQB Bemessung von Querschnitten Innerhalb des definierten Auflagerrands werden die Momente unter der An nahme einer
AQB Bemessung von Querschnitten Innerhalb des definierten Auflagerrands werden die Momente unter der An nahme einer

AQB

Bemessung von Querschnitten

Innerhalb des definierten Auflagerrands werden die Momente unter der An

nahme einer gleichmäßigen Flächenpressung (parabelförmig) ausgerundet.

Die Ausrundung erfolgt stabweise jeweils einseitig, die Querkraft am Sta

bende wird zu Null gesetzt.

Sofern der Querschnitt in einer Voute liegt, wird die Querkraft nach der fol

genden Formel umgerechnet:

V * V M tan a tan b

D

Liegt der Querschnitt in einem Knick, werden die Mittelwerte der Neigungen

verwendet.

Ist beim Stab ein maßgebender Schubschnitt oder ein Auflagerrand definiert

worden, so werden die Querkräfte innerhalb des Bereiches a linear zum Sta

banfang bzw. −ende abfallend angenommen. Eine Ermittlung der eventuell

erforderlichen Aufhängebewehrung erfolgt nicht.

V

x

a

V max

Die Erhöhung der Schnittgrößen dünner Querschnitte nach DIN 1045 17.2.1.

(6) wird nur für My und N und nur für QB und QK−Querschnitte durchge

führt.

Alle Optionen können mit dem Satz STEU deaktiviert werden.

2.1.3.

Querschnitte

Die Querschnittswerte werden in AQUA definiert. In der Datenbasis sind für

die statische Berechnung die Brutto−Querschnittswerte des mitwirkenden

Querschnitts und die Fläche des Gesamtquerschnitts gespeichert.

Bauweisen wie die des Spannbetons und der Verbundtragwerke zeichnen

sich dadurch aus, daß der Querschnitt in zeitlichen Abschnitten hergestellt

wird. Die Beanspruchungen der einzelnen Lastfälle wirken dabei auf unter

schiedliche Querschnitte mit unterschiedlicher Lage des Schwerpunkts.

In AQBS können deshalb außer dem Brutto−Querschnitt noch 15 weitere

Bauabschnitts−Querschnitte (z.B. netto, ideell) definiert werden, die beliebig

aus Materialien und Spannsträngen zusammengesetzt werden. Jeder Last

fall kann einem dieser Querschnitte zugeordnet werden. Dadurch ergeben

sich bis zu neun unterschiedliche Spannungsebenen im Querschnitt.

Für die Spannungsberechnung werden die Anteile aller Querschnittsele

mente mit gleicher Materialnummer zu einer gemeinsamen Spannungse

Bemessung von Querschnitten AQB bene zusammengefasst. Durch Integration erhält man die sogenannten Teil schnittgrößen bezogen auf
Bemessung von Querschnitten AQB bene zusammengefasst. Durch Integration erhält man die sogenannten Teil schnittgrößen bezogen auf

Bemessung von Querschnitten

AQB

bene zusammengefasst. Durch Integration erhält man die sogenannten Teil

schnittgrößen bezogen auf den Teilquerschnitt. Als Teilquerschnitt wird

dabei die gesamte Brutto−Fläche der Querschnittselemente mit einer ge

meinsamen Materialnummer verstanden. Da der Querschnitt noch Abzugs

flächen der Spannglieder enthalten kann, sind diese Teilschnittgrößen keine

Werte, die im Gleichgewicht stehen, sondern Hilfsgrößen um den Span

nungszustand im Querschnitt zu beschreiben.

Durch den Baufortschritt oder aus Kriechen und Schwinden ergeben sich in

den einzelnen Teilen des Querschnitts unterschiedliche Spannungsvertei

lungen. Auch diese werden zu Schnittgrößen zusammengefaßt, als Eigen

spannungsschnittgrößen bezeichnet und in der Spannungsberechnung be

rücksichtigt.

AQUA speichert bei Querschnitten mit nicht mitwirkenden Teilen die Quer

schnittswerte des mitwirkenden Querschnitts und des Gesamtquerschnitts.

STAR2 und AQB verwenden die mitwirkenden Querschnittswerte, die Flä

che wird jedoch vom gesamten Querschnitt verwendet. Damit ist nicht nur

das Eigengewicht richtig erfaßt, sondern auch der Standardfall berücksich

tigt, wenn die einzige Normalkraft aus Vorspannung kommt.

Treten andere Lastfälle mit erheblicher Normalkraft hinzu, so kann es erfor

derlich werden, auf die mitwirkende Fläche umzuschalten oder die nichtmit

wirkenden Teile mit separater Materialnummer anzusprechen.

Die Ermittlung der Eigenspannungen erlaubt es außerdem, für eine be

stimmte Lastfallkombination (z.B. ständige Lasten zum Zeitpunkt der Quer

schnittsergänzung) einen Differenzlastfall der Spannungen zwischen diesen

Querschnitten zu erzeugen und in der Datenbasis abzuspeichern, so daß in

den weiteren Nachweisen der alte Querschnitt nicht mehr benötigt wird. Da

mit kann die Anzahl der möglichen Querschnittssysteme fast unbegrenzt er

höht werden.

Bemessung von Querschnitten AQB 2.2. Ermittlung von Spannungen nach der Elastizitätstheorie 2.2.1. Verfahren zur Spannungsermittlung Die
Bemessung von Querschnitten AQB 2.2. Ermittlung von Spannungen nach der Elastizitätstheorie 2.2.1. Verfahren zur Spannungsermittlung Die

Bemessung von Querschnitten

AQB

  • 2.2. Ermittlung von Spannungen nach der Elastizitätstheorie

    • 2.2.1. Verfahren zur Spannungsermittlung

Die Normal−Spannungen des Querschnitts unter einer gegebenen Bean

spruchung werden nach der erweiterten Swainschen Formel ermittelt.

x

N

A

M y I z M z I yz z M z I y M y I yz

2

I y I z I

yz

y

2

I y I z I

yz

Mb CM w
Mb
CM w

(1)

Dabei werden die Randspannungen (Extremwerte bei Biegung um die

Hauptachsen) und Eckspannungen getrennt ausgewiesen.

Die Schubspannungen werden aus den in AQUA ermittelten Einheitsschub

spannungen errechnet. Aus den Normal− und Schubspannungen können un

ter Berücksichtigung der Spannungen in Querrichtung σ y bzw. σ z die Haupt−

sowie die Vergleichsspannungen berechnet werden:

I 0.5 x y

0.25 x y 2 2

II 0.5 x y

v

2

x

3 2

0.25 x y 2 2

(2)

(3)

(4)

Für einen genauen Nachweis muß der ganze Querschnitt in seiner realen

Geometrie und in allen Einzelpunkten analysiert werden, da die Stelle der

ungünstigsten Kombination vor allem bei allgemeinen Querschnitten nicht

im voraus bekannt ist. AQB untersucht die Spannungen jedoch nur in einigen

ausgesuchten Punkten (Schubschnitte, Spannungspunkte und eventuell Po

lygonpunkte). Der Benutzer muß hier sinnvolle Vorgaben machen!

  • 2.2.2. Teilquerschnitte

Bei Teilquerschnitten oder ideellen Querschnitten werden Teilschnittgrößen

ermittelt. Diese ergeben sich aus folgendem Rechengang:

1. Die eingegebenen Schnittgrößen werden vom Schwerpunkt des

Brutto−Querschnitts auf den des Bauabschnitts−Querschnitts trans

formiert.

N BA N b

(5)

AQB Bemessung von Querschnitten M M N z z (6) M M N y y (7)
AQB Bemessung von Querschnitten M M N z z (6) M M N y y (7)

AQB

Bemessung von Querschnitten

M y BA M y b N b z s BA z s b

(6)

M z BA M z b N b y s BA y s b

(7)

  • 2. Die Dehnungsebene des gesamten Querschnitts (Bernoulli−Hypo

these) ergibt sich aus diesen Schnittgrößen und den zugehörigen

Querschnittswerten. Diese Werte werden zur Berechnung des Span

nungszuwachses der Spannstränge verwendet.

  • 3. Für den einzelnen Teilquerschnitt eines Materials werden alle An

teile aus den verschiedenen Beanspruchungen und Eigenspannungen

in Teilschnittgrößen bezogen auf den Schwerpunkt des Teilquer

schnitts zusammengefaßt, die eine geradlinige Spannungsverteilung

im Teilquerschnitt beschreiben.

N t

A t

N BA

A BA

z s t z s BA M y BA y s t y s BA M z BA

I

y BA

I z BA

M y t I y t M y BA

I

y BA

(8)

(9)

M z t I z t M z BA

I

z BA

4. Diese

Teilschnittgrößen werden für

(10)

alle

Bauabschnittsquer

schnitte und eventuelle Eigenspannungen addiert.

  • 5. Die Querkräfte und Torsionsmomente werden anteilig A BA /A t er

höht, da eine genauere Verteilung ausgesprochen aufwendig ist.

2.2.3.

Grenzspannungen

Die ermittelten Spannungen können auf Grenzwerte untersucht werden,

eine Überschreitung wird im Ausdruck mit einem * hinter der Spannung ge

kennzeichnet. Für die Grenzspannungen sind alle häufig vorkommende

Werte (z.B. im Stahl−, Holz− oder Spannbetonbau) im Programm abrufbar.

Die Grenzspannungen können getrennt für jedes Material nachgewiesen

werden.

Je nach Vorgabe der Art der zulässigen Spannungen werden auch weitere

Spezialitäten der einzelnen Normen berücksichtigt:

Reduzierung der Normalkraftanteile der DIN 1052

Der kombinierte Nachweis für Normalkraft− und Biegemomentan

Bemessung von Querschnitten AQB teile wird durch Reduzierung der Normalkraftanteile und Nachweis auf die zulässige Spannung
Bemessung von Querschnitten AQB teile wird durch Reduzierung der Normalkraftanteile und Nachweis auf die zulässige Spannung

Bemessung von Querschnitten

AQB

teile wird durch Reduzierung der Normalkraftanteile und Nachweis

auf die zulässige Spannung für Biegung geführt. Analog erfolgt der

Nachweis der Torsion am Rand mit entsprechend erhöhten Schub

spannungen aus Querkraft.

Unterscheidung zwischen Druckzone und vorgedrückter Zugzone

Reduzierung der Vorspannungsanteile in der vorgedrückten Druck

zone nach DIN 4227 Abs. 15.3.

Schubbemessung unter Bruchlasten nach Zone a DIN 4227

Bei Angabe einer Knicklänge wird für Stahltragwerke die Ausnutzung

für Knicken unter zentrischer Normalkraft ermittelt.

Bemessung von Querschnitten AQB 2.3. Eigenspannungen (Kriechen und Bauzustände) Die Ermittlung von Eigenspannungen im Querschnitt kann
Bemessung von Querschnitten AQB 2.3. Eigenspannungen (Kriechen und Bauzustände) Die Ermittlung von Eigenspannungen im Querschnitt kann

Bemessung von Querschnitten

AQB

  • 2.3. Eigenspannungen (Kriechen und Bauzustände)

Die Ermittlung von Eigenspannungen im Querschnitt kann vielerlei Ursa

chen haben, die alle zu Spannungsverteilungen führen, die insgesamt im

Gleichgewicht stehen. Dies sind insbesondere:

Schwinden

Kriechen

Spannstahlrelaxation

ungleichmäßige Temperaturdehnungen

eingeprägte Spannungen aus Bauphasen

Alle Effekte muss man in einem ersten Schritt an einem Querschnitt alleine

betrachten. Diese Aufgabe an sich ist schon komplex genug. Eingangswerte

sind z.B. die Spannungen, das Alter des Betons, die Luftfeuchtigkeit und die

Temperatur, die Zementsorte etc. etc. Ergebnisse sind Dehnungen und Span

nungen im Querschnitt.

Die sich daraus resultierenden Verformungen (Dehnungs− und Krümmungs

lasten) ergeben in einem zweiten Schritt bei statisch unbestimmten Syste

men Zwängungsschnittgrößen und somit wieder Spannungen im Quer

schnitt, die sich rückkoppelnd auf den Ablauf des ersten Schrittes auswirken.

Sofern dieser Effekt gross ist, muss man eine inkrementelle Rechnung in

mehreren Kriechstufen vornehmen. Durch eine feinere Unterteilung des ge

samten Vorgangs erhält man immer genauere Ergebnisse, das Ergebnis kon

vergiert somit gegen den − im Rahmen der Vorgaben − exakten Wert.

Bei Kenntnis der Charakteristik des zeitlichen Verlaufs kann man die expli

ziten Verfahren durch die Einführung von Relaxationsbeiwerten genauer

machen. Diese Relaxationsbeiwerte haben nichts mit der Spannstahlrelaxa

tion zu tun, sondern beziehen sich darauf, dass z.B. die kriecherzeugende Be

tonspannung im Laufe des Kriechens abnimmt, ein Zwangszustand sich also

entspannt.

Alternativ können statisch unbestimmte Schnittgrößen im gleichen Verhält

nis abgemindert werden, was aber nur bei einzelnen Schnitten sinnvoll an

wendbar ist.

Die Ergebnisse werden wie Lastfälle gespeichert. Die Untersuchungen kön

nen deshalb mit bis zu 999 Abschnitten durchgeführt werden.

AQB Bemessung von Querschnitten Für die Berechnung des Kriechens kann zwischen einem irreversiblen Flie ßanteil und
AQB Bemessung von Querschnitten Für die Berechnung des Kriechens kann zwischen einem irreversiblen Flie ßanteil und

AQB

Bemessung von Querschnitten

Für die Berechnung des Kriechens kann zwischen einem irreversiblen Flie

ßanteil und einem verzögert elastischem Anteil unterschieden werden.

  • 2.3.1. Schwinden

Schwinden bezeichnet die Volumenverminderung des unbelasteten Betons

durch Feuchtigkeitsabgabe beim Austrocknen. Ohne Bewehrung und äusse

ren Zwang würde dies nur Spannungen durch das ungleichmäßige Austrock

nen von der Oberfläche her erzeugen. Eine Bewehrung behindert diese Ver

formungen jedoch und erzeugt dadurch Zugspannungen im Beton und zwar

umso mehr je mehr Bewehrung eingelegt wird.

Die Größe des End−Schwindmaßes wurde in der DIN 4227 in Tabelle 7 für die

Fälle 1 bis 4 (trocken und feucht versus dick und dünn) definiert. Nach Bild

3 gibt es auch einen zeitlichen Verlauf in Abhängigkeit von der wirksamen

Körperdicke. Jedoch wird in der Regel ein affiner Verlauf zum Kriechen ange

nommen. Dem gegenüber sieht der Eurocode EC2 im Anhang A1 ein detail

liertes Formelwerk vor, das auch in AQB vollständig implementiert wurde.

Da die wirksame Körperdicke mit 2A/U ohne weitere Faktoren definiert wor

den war, ist eine geschlossene Programmierung möglich geworden.

The value of the total shrinkage is given in tables or maps in the respective

design codes. Some provide also time dependent coefficients. The Eurocode

EC2 however gives a closed form, which has been implemented in AQB. As

the characteristic thickness is defined as 2A/U without any empirical factors,

a complete treatement is now possible.

Shrinkage is the decrease in volume of concerte caused by the drying process.

Without reinforcement and outer constraints the stresses induced are caused

from the different speed on the outside and interior of thick constructions.

Reinforcement will hamper the deformation and thus create additional ten

sile stresses. More reinforcement will create more stress.

  • 2.3.2. Kriechen

Das Kriechgesetz formuliert sich prinzipiell in der Form:

t

b

E b

(11)

Die Angabe eines ϕ −Wertes muss immer im Zusammenhang mit dem ange

setzten E−Modul gesehen werden. Wenn man die Zunahme des E−Moduls

mit der Zeit beim Erhärten des Betons mit berücksichtigt, erhält man natür

Bemessung von Querschnitten AQB lich andere ϕ −Werte, als wenn man sich immer auf den Wert
Bemessung von Querschnitten AQB lich andere ϕ −Werte, als wenn man sich immer auf den Wert

Bemessung von Querschnitten

AQB

lich andere ϕ −Werte, als wenn man sich immer auf den Wert nach 28 Tagen

bezieht, was wohl der häufigere Fall sein dürfte. Im Falle des Stahl− und

Spannbetons behandelt man übrigens immer das Kriechen unter Druck

spannungen. Für das Kriechen unter Zugspannungen wird in AQB eine Ab

minderung in Abhängigkeit von der Zugspannung im Schwerpunkt des Teil

querschnitts vorgenommen.

Kriechen umfasst nicht nur bleibende, sondern auch reversibel Verformungs

anteile. Man hat diese Anteile als verzögert elastische Verformung und den

gesamten Anteil der Verformung in zwei Anteile aufgespalten, die addiert

werden. Im Falle eines Belastungswechsels hat man dann prinzipiell drei

Anteile:

k f, k 0.4 k v t t k

k 1

i 1

0.4 k v t i t t 1 k v t t i

(12)

Bemessung von Querschnitten AQB lich andere ϕ −Werte, als wenn man sich immer auf den Wert

AQUA37.

Wirkt im ersten Abschnitt eine bestimmte Last, so werden die Auswirkungen

bis zum Ende des Intervalls als plastischer Fließanteil und elastisch verzö

gerter Anteil (Kurven 1 und 2) errechnet. Während der plastische Anteil un

verändert in alle folgenden Kriechstufen übernommen wird, bildet sich der

AQB Bemessung von Querschnitten verzögert elastische Anteil wieder zurück. Im zweiten Abschnitt wirkt nun die aktuell
AQB Bemessung von Querschnitten verzögert elastische Anteil wieder zurück. Im zweiten Abschnitt wirkt nun die aktuell

AQB

Bemessung von Querschnitten

verzögert elastische Anteil wieder zurück. Im zweiten Abschnitt wirkt nun

die aktuell wirkende Gesamtlast mit den jeweils neuen Kriechbeiwerten.

Den plastischen Anteil muss der Benutzer normalerweise direkt vorgeben,

da in ihn die Umweltbedingungen und die wirksame Körperdicke eingehen,

die dem Programm häufig nicht bekannt sind. Der verzögert elastische An

teil wird vom Programm nach Vorgabe des wirksamen Betonalters selbstän

dig angesetzt (Vgl. Erläuterungen zu Satz SPAN).

Im EC2 bzw. der DIN 1045−1 (Heft 525) wurde diese Lösung zugunsten des

älteren Produktansatzes wieder fallengelassen. Dafür sind aber alle Koeffi

zienten aus den Umweltbedingungen geschlossen errechenbar.

AQB Bemessung von Querschnitten verzögert elastische Anteil wieder zurück. Im zweiten Abschnitt wirkt nun die aktuell

(13)

Beim Summenansatz gilt das Superpositionsgesetz. Damit kann man die Be

lastung genauso gut auf zwei verschiedene Arten verfolgen:

Man verfolgt Belastungen nach Formel (12) bis an das Ende der Zeit.

Man verfolgt für jeden Teilabschnitt die Gesamtlast bis ans Ende der

Zeit

Beim Produktansatz kann man unterschiedliche Kriechphasen nur dadurch

erfassen, dass man die Differenzspannungen verfolgt, was formal auf ein

Rückkriechen mit sehr viel höheren Werten führt:

Bemessung von Querschnitten AQB (14) 2.3.3. Spannstahl−Relaxation Die Spannstahlrelaxation macht sich vor allem bei hohen Spannstahlspan
Bemessung von Querschnitten AQB (14) 2.3.3. Spannstahl−Relaxation Die Spannstahlrelaxation macht sich vor allem bei hohen Spannstahlspan

Bemessung von Querschnitten

AQB

Bemessung von Querschnitten AQB (14) 2.3.3. Spannstahl−Relaxation Die Spannstahlrelaxation macht sich vor allem bei hohen Spannstahlspan
Bemessung von Querschnitten AQB (14) 2.3.3. Spannstahl−Relaxation Die Spannstahlrelaxation macht sich vor allem bei hohen Spannstahlspan

(14)

2.3.3.

Spannstahl−Relaxation

Die Spannstahlrelaxation macht sich vor allem bei hohen Spannstahlspan

nungen bemerkbar. Im Eurocode wie auch in den früheren Versionen der DIN

1045−1 sind dazu Tabellen angegeben. Die Relaxation ist sinnvoll als ein Pro

duktansatz beschreibbar. Der eine Faktor ergibt sich aus der wirkenden

Spannstahlspannung und einer Tabelle der Relaxationsverluste für 1000

Stunden in Abhängigkeit von dieser Spannung. Diese Materialkonstanten

sind bereits bei der Materialeingabe in AQUA definiert worden. Es gibt zwei

Werte für 0.70fpk und 0.55 fpk. Beide Werte definieren eine Gerade, für grö

ßere Spannungswerte wird extrapoliert, negative Werte definieren keine Re

laxation mehr, so dass normalerweise unter 0.55 fpk keine Relaxation mehr

stattfindet.

Der zweite Faktor ergibt sich aus der Zeitdauer. Auch hier ist der Wert von

1000 h nicht die Obergrenze − diese kann schliesslich bis zu 3 mal so hoch sein

− sondern nur ein Referenzwert. Bei der Eingabe bzw. Berechnung der

Kriechbeiwerte kann man für die Spannstahl−Materialien den Relaxations

AQB Bemessung von Querschnitten faktor PHI sich entweder aus der Dauer berechnen lassen oder explizit vorge
AQB Bemessung von Querschnitten faktor PHI sich entweder aus der Dauer berechnen lassen oder explizit vorge

AQB

Bemessung von Querschnitten

faktor PHI sich entweder aus der Dauer berechnen lassen oder explizit vorge

ben.

  • 2.3.4. Numerische Behandlung

Für die Änderung der Spannungen infolge Kriechen und Schwinden wird

nach dem Ansatz von Trost mit dem Relaxationskennwert ρ (=0.80):

z E z Relax

b

E b

b s E b

1

1

(15)

(16)

Für die Dehnungen infolge Kriechen und Schwinden wird unter Vorausset

zung des ebenen Querschnitts ein bilinearer Verformungsansatz gemacht:

0 y y z z

(17)

Die Größe der Dehnungen ergibt sich aus der Bedingung, daß die Summe der

Normalkräfte bzw. Momente der einzelnen Querschnittsteile am statisch be

stimmten Tragwerk jeweils Null werden muß. Das solcherart gebildete Glei

chungssystem mit drei Unbekannten wird gelöst und es ergeben sich die

Schnittgrößen der einzelnen Teilquerschnitte.

Ergebnis dieses Nachweises sind Eigenspannungen aller Spannstränge und

aller Querschnittsteile, die in der Datenbasis gespeichert und für spätere

Spannungsermittlungen oder Schnittkraftermittlung am statisch unbe

stimmten Tragwerk berücksichtigt werden. Diese Eigenspannungen werden

nicht als normale Schnittgrößen gespeichert, da bei Verbundquerschnitten

Werte für jedes Material vorhanden sind und lassen sich deshalb auch nicht

wie diese ansprechen. Die resultierenden Gesamteigenspannungen werden

ermittelt. Sie sind bei normalen Verbundquerschnitten Null. Bei Spannbe

tonquerschnitten jedoch ergibt sich ein Wert der bei der Ausgabe der Schnitt

größen und bei allen Berechnungen nach Zustand II addiert wird. Bei Berech

nungen nach Zustand I werden die Eigenspannungen für jedes Material

getrennt berücksichtigt. Die Summe der Eigenspannungen geht dann nicht

mehr in die Spannungsermittlung ein.

Bei einer Berechnung am statisch unbestimmten Tragwerk kann in einfa

chen Fällen mit der Eingabe STEU EIGE 4 ein Satz von statisch unbestimm

ten Anteilen direkt erzeugt werden, der im gleichen Verhältnis wie die sta

tisch bestimmten Anteile ermittelt wird.

Bemessung von Querschnitten AQB Allgemeiner ist es, die entstehenden Krümmungen mit STEU EIGE 1 als La
Bemessung von Querschnitten AQB Allgemeiner ist es, die entstehenden Krümmungen mit STEU EIGE 1 als La

Bemessung von Querschnitten

AQB

Allgemeiner ist es, die entstehenden Krümmungen mit STEU EIGE 1 als La

sten in der Datenbasis zu speichern und mit einem STAR2−Lauf die statisch

unbestimmten Anteile zu ermitteln. Da dies ein Kriechen mit Anfangsspan

nungen (Eulerverfahren) ist, muß in der Regel mit mehreren Kriechstufen

gearbeitet werden, um richtige Ergebnisse zu erhalten. Ebenfalls ist darauf

zu achten, daß genügend Schnitte im Stab vorhanden sind.

Nach dem gleichen Verfahren können auch Eigenspannungszustände, die

sich zum Beispiel aus einer Querschnittsergänzung oder Temperatureigen

spannungen ergeben, berücksichtigt werden.

Bemessung von Querschnitten AQB 2.4. Bemessung von Stahlbeton Die Berechnung nichtlinearer Spannungszustände ist die Voraussetzung al
Bemessung von Querschnitten AQB 2.4. Bemessung von Stahlbeton Die Berechnung nichtlinearer Spannungszustände ist die Voraussetzung al

Bemessung von Querschnitten

AQB

  • 2.4. Bemessung von Stahlbeton

Die Berechnung nichtlinearer Spannungszustände ist die Voraussetzung al

ler weiteren Nachweise mit Berücksichtigung der Materialeigenschaften. Im

Gegensatz zu der im nächsten Abschnitt behandelten allgemeineren Aufgabe

treten bei der Bemessung nur bestimmte Grenzdehnungen auf, dafür ist aber

der erforderliche Bewehrungsgehalt unbekannt. Die Ermittlung der Beweh

rungsverteilung ist insgesamt eine wesentlich kompliziertere Aufgabe, da

hier zusätzliche empirische Regeln der diversen Vorschriften beachtet wer

den müssen.

Materialeigenschaften müssen danach unterschieden werden, ob sie mög

lichst dicht an der Realität liegen sollen (z.B. für dynamische oder Verfor

mungsberechnungen) oder mit einem Sicherheitsbeiwert zur Berechnung ei

ner Tragfähigkeit verwendet werden sollen.

Während früher die Sicherheiten eher zufällig mal der Belastung und mal

dem Material zugewiesen wurden, ist in den neueren Vorschriften (Eurocode)

eine klarere Trennung zwischen den Sicherheiten in der Belastung und sol

chen für das Material vorgesehen. Da die Sicherheiten des Materials immer

noch von der Art der Belastung bzw. des Nachweises abhängen, werden diese

in AQB explicit vorgegeben. Eingaben in AQUA bleiben unberücksichtigt.

Bei allen Berechnungen nach Zustand II ist die Berücksichtigung von Mate

rialsicherheiten möglich. Bei der Biegebemessung werden die Werte generell

explizit vorgegeben, Werte aus AQUA bleiben immer unberücksichtigt.

Eine Vorspannung kann generell über zwei Verfahren berücksichtigt wer

den. Entweder man eliminiert bei den äußeren Schnittgrößen die statisch be

stimmten Anteile der Vorspannung und Eigenspannungen und setzt den

Spannstahl mit einer entsprechenden Vordehnung an, oder man läßt die Ge

samtschnittgrößen wirken und betrachtet nur den Spannungszuwachs.

Beide Verfahren sind vollkommen gleichwertig. AQBS verwendet beim

Bruchnachweis die erste Methode, beim Dehnungsnachweis die zweite Me

thode.

Die Vorspannung der Spannglieder wird mit ihren Werten nach Kriechen

und Schwinden und unter Berücksichtigung der Dekompression durch die

Schnittgrößen des Netto−Querschnitts verwendet. Die Vordehnung wird da

bei unter 1.0−fachen Schnittgrößen ermittelt und dann insgesamt mit dem

Faktor der Vorspannung multipliziert.

AQB Bemessung von Querschnitten 2.5. Ermittlung der erforderlichen Bewehrung 2.5.1. Längsbewehrung In AQUA wurde die Bewehrung
AQB Bemessung von Querschnitten 2.5. Ermittlung der erforderlichen Bewehrung 2.5.1. Längsbewehrung In AQUA wurde die Bewehrung

AQB

Bemessung von Querschnitten

  • 2.5. Ermittlung der erforderlichen Bewehrung

2.5.1.

Längsbewehrung

In AQUA wurde die Bewehrung in Ränge eingeteilt. Die Bewehrung eines

Rangs gilt als Zugbewehrung, wenn der Schwerpunkt der gesamten Beweh

rung vom Schwerpunkt aus gesehen auf der Zugseite liegt. Die Bewehrung

mit Schwerpunkt auf der anderen Seite wird als Druckbewehrung angese

hen. Die Rangarten haben folgende Bedeutung:

M

Mindestbewehrung