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Zusammenfassung BWL A Kapitel 1: Grundlagen

Bedürfnispyramide nach Maslow:

Ein Bedürfnis stellt ein Gefühl des Mangels dar, damit schafft es die Notwendigkeit und den Anreiz in den Besitz von Gütern zu kommen, die den gefühlten Mangel beseitigen. Die Bedürfnispyramide von Maslow zeigt eine Hierarchie von Bedürfnissen. Zuerst müssen die Bedürfnisse auf den unteren Ebenen ausreichend befriedigt werden, bevor sich ein Individuum der Befriedigung von Bedürfnissen höherer Ebenen widmet.

5 Stufen: 1. Physiologische Bedürfnisse: (physische Körpererhaltung) Bsp.: Nahrung, Schlaf 2.
5 Stufen:
1. Physiologische Bedürfnisse: (physische Körpererhaltung)
Bsp.: Nahrung, Schlaf
2. Sicherheitsbedürfnisse:
Bsp.: Gesundheit, Arbeitsplatzsicherung
Defizitmotive
(verlieren an
3. Soziale Bedürfnisse:
Dringlichkeit)
Bsp.: soziale Kontakte, Freundschaft
4. Geltungsbedürfnisse:
Bsp.: Respekt./ Wertschätzung Anderer, Prestige
5. Selbstverwirklichungsbedürfnisse:
Wachstums-
Bsp.: Karriere, Weiterentwicklung von Fähigkeiten
motive

Kritik: strikte Trennung und Hierarchie der einzelnen Bedürfnisebenen, es ist zweifelhaft, ob jedes Individuum die gleiche Hierarchie bildet, manche Bedürfnisse können verschiedenen Bedürfniskategorien zugeordnet werden, außerdem können Bedürfnisse gleichzeitig auftreten.

Definition: Ressourcen:

Ressourcen sind unspezifische Produktionsgüter, die als Input in den betrieblichen Leistungserstellungsprozessen einfließen und in unternehmensspezifische Aktivposten transformiert werden.

Definition: (wirtschafts-) Güter:

Alle zur Befriedigung von Bedürfnissen geeigneten Mittel. Sie sind knapp und lassen sich auf

die Märkte übertragen.

Merkmale:

Einsetzbarkeit: Objekt des Tauschverkehrs:
Einsetzbarkeit:
Objekt des
Tauschverkehrs:

Zweckeignung

 

Verfügbarkeit

Marktfähige

(wirtsch.) Güter

Übertragbarkeit

Wirtschaftlicher

Relative Knappheit, ökonomische Eignung

Mittelcharakter:

Wirtschaftsgüter

2

2

Güterarten:

-Knappheit:

Freie Güter (Luft)-

-

Wirtschaftsgüter (Nahrung) Immaterielle Güter (DL) Outputgüter Invest.- / Prod uktionsgüter Gebrauchsgut Nominalgüter (imm.) Öffentliche Güter

-Stofflicher Charakter:

Materielle Güter (Sachgüter) - -

-Rolle im Leistungsprozess: Inputgüter

-Verwendungszweck:

Konsumgüter

-

-Bestandsdauer:

Verbrauchsgut

-

-Anspruchsgegenstand:

Realgüter (mat.)

-Eigentum:

Private Güter

-

Ökonomisches Prinzip:

 

Das aus den unendlichen Bedürfnissen an Gütern bei nur begrenzter Verfügbarkeit erwachsene Problem der Güterknappheit kann nur durch das Ökonomische Prinzip gelöst werden. Ausgangspunkt ist das Rationalprinzip, (auch allgemeines Vernunftprinzip) welches als umfassender Handlungsgrundsatz angesehen wird. Es verlangt, in effizienter Weise mit verfügbaren Mitteln den besten Nutzen zu erwirtschaften.

Das Ökonomische Prinzip stellt also eine wirtschaftliche Ausprägung des Rationalprinzips dar. Es ist eine handlungsweisende Maxime für Wirtschaftssubjekte und existiert in den 3 folgenden Ausprägungen:

Minimumprinzip: minimaler Aufwand für einen (vor)gegebenen Ertrag

Maximumprinzip: maximaler Ertrag für einen (vor)gegebenen Aufwand

Generelles Extremumprinzip: möglichst günstiges Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag erzielen, d.h. ihr Verhältnis soll maximiert werden.(Anwendung, wenn weder Aufwand noch Ertrag gegeben sind) Die in der Realität herrschende Güterknappheit begründet das Erfordernis, wirtschaftliches Handeln an einem dieser Prinzipien auszurichten. Sie helfen, Verschwendung und Ineffizienzen im Umgang mit (stets wertvollen!) Gütern zu vermeiden.

Vorsicht:

Eine Forderung wie beispielsweise "So viel wie möglich erreichen und dabei so wenig wie möglich einsetzen!" entspricht keinem Ökonomischen Prinzip. Eine solche Forderung entspräche dem „MinMax-Prinzip“, welches in unserem Kontext nicht sinnvoll anwendbar ist.

welches in unserem Kontext nicht sinnvoll anwendbar ist. Wirtschaftlichkeit : Kennzahl zur Messung des mit einer

Wirtschaftlichkeit:

Kennzahl zur Messung des mit einer Aktivität erzielten Leistungsüberschuss

Kennzeichnungen der BWL: (Konzepte)

 

Traditionell: (nach Kosiol)

Neue: (nach Schneider)

Die BWL richtet ihre Betrachtung auf das wirtschaftliche Geschehen in und zwischen den Betrieben, dass sie analysiert, systematisiert und auf Gesetzmäßigkeiten untersucht. Sie befasst sich mit den wirtschaftlichen Aspekten sowohl der Haushaltung als auch der Unternehmung. (nach Kosiol)

Allgemeine BWL heißt die Lehre von den Institutionen zur Verringerung von Einkommensunsicherheiten.

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Betrieb als Gegenstand der BWL

Betrieb nach Kosiol

Betrieb:

Ein Sozialgebilde mit einheitlicher Führung / Planung (Wirtschaftseinheiten)

Betrieb nach Gutenberg

Betrieb:

Für Gutenberg ist es elementar, dass Betriebe sowohl in marktwirtschaftlichen Systemen wie auch in zentral- geleiteten Wirtschaften existieren. Betriebe sind planvoll organisierte Wirtschaftseinheiten, in denen Produktionsfaktoren zwecks Leistungserstellung und –verwertung für Dritte kombiniert werden. Ihre Merkmale sind vom gegebenen Wirtschaftssystem unabhängig. Die Merkmale im Einzelnen sind:

Die Kombination von Produktionsfaktoren (Arbeit, Betriebsmittel, Werkstoffe)

Prinzip der Wirtschaftlichkeit (geringste Mitteleinsatz um das Ziel zu erreichen)

Prinzip des finanziellen Gleichgewichts (ein Unternehmen muss jederzeit in der Lage sein, Zahlungsverpflichtungen beizukommen, um seinen Fortbestand zu sichern)

Konstitutive Merkmale des Betriebs:

Das Konstitutive Merkmal eines Betriebes ist die Fremdbedarfsdeckung!

Systematik und Produktionsfaktoren

(Kombination von) Produktionsfaktoren (nach Gutenberg)

(Kombination von) Produktionsfaktor en (nach Gutenberg) kombiniert Elementare Faktoren originäre Faktoren

kombiniert

von) Produktionsfaktor en (nach Gutenberg) kombiniert Elementare Faktoren originäre Faktoren Werkstoffe,

Elementare Faktoren

en (nach Gutenberg) kombiniert Elementare Faktoren originäre Faktoren Werkstoffe, Betriebsmittel, Arbeit

originäre Faktoren

Werkstoffe,

Betriebsmittel,

Arbeit

originäre Faktoren Werkstoffe, Betriebsmittel, Arbeit dispositiver Faktor Planung, Organisation derivative

dispositiver Faktor Planung, Organisation derivative Faktoren

Faktor Planung, Organisation derivative Faktoren erforderliche Mittel (abhängig von der geplanten Leistung)

erforderliche Mittel (abhängig von der geplanten Leistung)

delegierbare Mittel (lassen sich bestimmen =>danach wird produzie rt)

Hierbei sind Betriebsmittel, Planung, Organisation Potenzialfaktoren und Werkstoffe Verbrauchsfaktoren. Arbeit ist in beiden Fällen vertreten!

Nach neueren Ansichten ist diesem Modell um Zusatzfaktoren (z.B. Staat) und Objektfaktoren (DL) erweitert.

Beschreibung: Aufbau eines Betriebes

Beschaffungsmärkte

Beschreibung: Aufbau eines Betriebes Beschaffungsmärkte Betrieb Absatzmärkte (Institution zwischen Beschaffungs-

Betrieb

Aufbau eines Betriebes Beschaffungsmärkte Betrieb Absatzmärkte (Institution zwischen Beschaffungs- und

Absatzmärkte

(Institution zwischen Beschaffungs- und Absatzmarkt)

Christoph Ptock, Jens Jacobs, Victor Braeuer

08.02.2006

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Im Betrieb wirken elementare und dispositive Faktoren zusammen. Vom Beschaffungsmarkt werden elementare Faktoren bezogen (Anlagen, Material, Arbeitskräfte). Was genau benötigt wird hängt von den dispositiven Faktoren ab, also davon, was die Unternehmensführung erzielen möchte. Die Kombination aus beiden Faktoren ergibt neue Güter und Dienste, die dann auf den Absatzmarkt gelangen und dem Betrieb das Ergebnis einbringen.

Betriebstypen:

1. Sachleistungsbetriebe: Gewinnungs- Veredelungs- und Verarbeitungsbetriebe (Kundenproduktion, meist Einzelunternehmen mit Einzelfertigung)

2. Dienstleistungsbetriebe: Handels-, Transport- und Bankbetriebe (Marktproduktion, meist Kapitalgesellschaften mit Massenfertigung)

Betreib und Unternehmung / Unternehmen

Gleichordnung:

Betrieb

Betrieb

Unternehmung

 

Überordnung:

 

Betrieb als Oberbegriff

nach Kosiol: Unternehmung als Produktionsbetrieb

nach Gutenberg: Unternehmung als Betrieb der kapitalistischen Wirtschaftsordnung

Wenn ein Betrieb der Fremdbedarfsdeckung dient, dieser wirtschaftlich selbständig ist und auch das wirtschaftliche Risiko selber trägt, handelt es sich nach Kosiol um eine Unternehmung. Je nach Eigentümer, unterscheidet man öffentliche und private Unternehmungen. Dient der Betrieb der Eigenbedarfsdeckung, spricht man von einem Haushalt. In diesem Fall unterscheidet Kosiol die Begriffe Öffentlicher Haushalt und Privater Haushalt, in Abhängigkeit davon, ob sich die

Eigenbedarfsdeckung kollektiv oder individuell vollzieht.

Für ihn gibt es Unternehmungen, die nicht nach Gewinnmaximierung streben und in Privateigentum stehen. (öffentliche Unternehmen und Verwaltungen)

Fremdbedarfsdeckung über den Markt

Gutenberg sieht eine Unternehmung als einen speziellen Betriebstyp. Unternehmungen existieren jedoch ausschließlich in marktwirtschaflichen Systemen, da nach Guternberg nur hier ihre konstitutiven Merkmale erfüllt sein können:

Autonomieprinzip (selbständige Planung des Unternehmens, unabhängig vom Staat.)

Erwerbswirtschaftliches Prinzip (das Streben des Unternehmers nach der Produktion und Bereitstellung von Gütern => Erzielung von Gewinn)

Prinzip des Privateigentums (Betriebsmittel und Werkstoffe sind das Eigentum derer, die das Kapital zur Verfügung stellen)

Konstitutive Merkmale zur Gewinnmaximierung müssen erfüllt sein

Autonomieprinzip

Wirtschaftliche Selbstständigkeit (finanzielle Eigenständigkeit und unternehmerische Entscheidungsfreiheit)

Übernahme des Marktrisikos

Erwerbswirtschaftliches Prinzip(Gewinnmaximierung)

Prinzip des Privateigentums (Anspruch auf Alleinbestimmung)

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Ziele der BWL:

Theoretisch:

Beschreibung, Erklärung und Prognose betriebswirtschaftlicher Sachverhalte

Erfassung, Beschreibung und Ordnung betriebswirtschaftlich relevanter

Sachverhalte. Erklärung betriebswirtschaftlicher Sachverhalte (Aufdeckung von

Wirkungszusammenhängen und Kausalitäten) Prognose betriebswirtschaftlicher Sachverhalte (z.B. was passiert, wenn Freiheitsgrade und beeinflussbare Parameter variiert werden?)

Praktisch:

Ableitung von Gestaltungsempfehlungen (z.B. welche absatzpolitischen

Maßnahmen sollten angewandt werden, welche nicht, wovon hängt das ab?) Entwicklung von Methoden und Verfahren zur Lösung betriebswirtschaftlicher Entscheidungsprobleme (z.B. Entscheidungsbäume, Sensitivitätsanalysen, Szenario-Techniken, Instrumente zur Überprüfung der Wirkung von

Maßnahmen, zur Prognose von Absatzzahlen, etc

)

Gestaltung von Systemen zur Lösung betriebswirtschaftlicher Probleme (z.B.

Aufbau von Informationssystemen, Erstellung von Expertensystemen, etc

Methoden der BWL:

Erkenntnismethoden:

)

Die induktive Methode / Induktion: (Schlussfolgerung vom Besonderen auf das Allgemeine) Die Methode der Induktion basiert auf der Verallgemeinerung von realen oder empirischen Einzelbeobachtungen. Mittels eines induktiven Schlusses sollen allgemeingültige Gesetzmäßigkeiten und Wirkungszusammenhänge von Phänomenen abgeleitet werden.

Kritik:

- liefert lediglich vorläufige Ergebnisse - abgeleitete Gesetzmäßigkeiten sind nur so lange gültig, bis das sie durch die Wirklichkeit als „unrichtig“ bewiesen werde.

In der BWL ist die Gewinnung neuer Erkenntnisse mithilfe der Induktion sehr aufwendig bzw. kompliziert, da die BWL als soziale Wissenschaft stets Element ihres eigenen Erkenntnisobjektes ist. Die induktive Methode kann jedoch ein sinnvolles heuristisches Hilfsmittel zur Gewinnung von Hypothesen und somit Basis für weitere Forschungsbemühungen sein.

Die deduktive Methode / Deduktion: (Schlussfolgerung vom Allgemeinen auf das Besondere) Bei der deduktiven Methode wird von allgemeinen Aussagen auf konkrete Einzelfälle geschlossen. Es wird versucht, mit Hilfe bestimmter Schlussreglungen konkrete Aussagen abzuleiten und Handlungsempfehlungen zu geben.

Entscheidend für die deduktive Methode ist die Zweckmäßigkeit bzw. Gültigkeit getroffener Annahmen. Sobald die Annahmen logisch konsistent (wiederspruchsfrei) sind, müssen auch die entspringenden Schlussfolgerungen logisch sein. Allerdings sind Schlussfolgerungen nur sinnvoll, wenn Erkenntnisse auf Situationen übertragen werden, in denen gleiche Annahmen gelten.

Hermeneutik: „Lehre vom Verstehen“, sich in etwas hineinversetzten, Probleme erkennen, Interpretieren

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Methoden der BWL: Wichtige Modelltypen:

Realmodelle: Beschreibungsmodelle, Erklärungsmodelle Idealmodelle: Prognosemodelle, Entscheidungsmodelle

Gliederung der BWL:

1. Betriebswirtschaftstheorie und –politik:

Die Betriebswirtschaftstheorie und –politik sind in vielen Bereichen fast untrennbar verquickt. Die politische (und somit anwendungsorientierte) Sichtweise dominiert allerdings.

2. Allgemeine und spezielle BWL:

Die allgemeine BWL beschränkt sich auf die Untersuchung von Tatbeständen, die für alle Wirtschaftseinheiten (Betriebe und Haushalte) gleichermaßen Gültigkeit haben.

Spezielle BWL:

Bildung nach 2 Kriterien:

1. nach der Zugehörigkeit der Wirtschaftseinheiten (Betriebe) zu bestimmten Wirtschaftszweigen und –sektoren (institutionelle Gliederung)

2. nach den wirtschaftlich relevanten Funktionen (respektive Aspekte), die in den verschiedenen Wirtschaftseinheiten zu beobachten sind (funktionelle respektive aspektorientierte Gliederung).

Grundkonzepte der BWL

Das entscheidungstheoretische Konzept I (nach E. Heinen):

1. Strategische Entscheidungen:

Strategische Entscheidungen haben Rahmensetzenden Charakter. Sie sind langfristig orientiert und noch wenig konkret. Solche Entscheidungen werden i.d.R. von „Top- Management“ getroffen, bedürfen im Zeitablauf einer Konkretisierung und sind somit noch veränderbar. (Bsp. Standortbestimmung, Produktfeldwahl) „Wo wollen wir hingehen?“

2. Taktische Entscheidungen:

Taktische Entscheidungen wirken rahmenpassend und beziehen sich auf einen mittelfristigen Zeitraum. Der Träger hierbei ist das „Mittel- Management“ (Bsp. Modernisierungsinvestitionen) „Auf welchem Weg wollen wir das Ziel erreichen?“

3. Operative Entscheidungen:

Operative Entscheidungen haben rahmenausfüllenden und kurzfristigen Charakter. Träger ist das „Lower- Management“. (Bsp. Beschaffung von Material) „Wie gehen wir den gewählten Weg?“

Grundmodelle der Entscheidungstheorie:

Präferenzfunktion

(gilt z.B. beim Investitionsproblem) Abwägen von Entscheidungsalternativen

=> „Was will ich erreichen?“

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Entscheidungsorientierter Ansatz von Heinen

zentrale Aussage:

Bewertung von Handlungsmöglichkeiten Abwägen zwischen praktisch- normativ und ethisch- normativ. Dazu: Heranziehung von Nachbarwissenschaften (z.B. VWL) und fächerübergreifenden Auffassungen zu den Grundmodellen der BWL (relevante Modelle des Menschen, der Gruppe, der Organisation und der Gesellschaft)

Das systemorientierte Konzept:

Begriff „System“ geordnete Gesamtheit von Elementen, mit vorhandenen oder möglichen Beziehungen Die Unternehmung als System:

Die Unternehmung ist ein offenes, dynamisches, hoch komplexes, nicht streng kausales, zeck- und zielorientiertes sozio- technisches System.

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Kapitel 2: Unternehmungsverfassung

Rechtsformen:

Man unterscheidet zwischen privatrechtlichen und öffentlich- rechtlichen Formen.

Privatrechtliche Formen können in Personalunternehmungen und körperschaftlich organisierte Unternehmungen unterteilt werden. Zu den Personenunternehmungen zählen sowohl Einzelunternehmen als auch Personengesellschaften. Zu den körperschaftlich organisierte Unternehmungen zählen Kapitalgesellschaften und Nicht- Kapitalistische Körperschaften.

Öffentlich- rechtliche Formen existieren sowohl mit als auch ohne eigene Rechtspersönlichkeit.

Personengesellschaften:

- keine Eigene Rechtspersönlichkeit

- Haftung mit Eigenkapital

- Eintragung im Handelsregister deklaratorisch

- Erfolgsbeteiligung prinzipiell nach köpfen

- steuerpflichtig

Einzelunternehmen:

- (höchstens) 1 Gründer (Unternehmer) Offene Handelsgesellschaft (OHG):

- mind. 2 Gründer (Gesellschafter)

Gesellschaft bürgerl. Rechts (GbR):

- mind. 2 Gründer (Gesellschafter)

Kommanditgesellschaft (KG):

- mind. 2 Gründer (ein Komplementärer mit voller Haftung und ein Kommanditist mit

Einlagenhaftung und daher lediglich mit veto-recht)

Kapitalgesellschaften:

- eigene Rechtspersönlichkeit

- Haftung mit Betriebsvermögen

- Eintragung im Handelsregister konstitutiv

- Erfolgsbeteiligung prinzipiell nach Kapitalanteilen

- steuerpflichtig

Aktiengesellschaft (AG):

- mind. 1 Gründer

- mind. Kapital (davon einzuzahlen): 50.000€ (25%) / pro Anteil (davon einzz): 1€ (25%)

- Steuerung mit Hauptversammlung, Vorstand und Aufsichtsrat Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH):

- mind. 1 Gründer

- mind. Kapital (davon einzuzahlen): 25.000€ (50%) / pro Anteil (davon einzz): 100€ (25%) -Steuerung mit Gesellschaftsversammlung, Geschäftsführung, Aufsichtsrat Eingetragene Gesellschaft (EG):

- mind. 7 Gründer

- mind. Kapital im Statut festzulegen

-Steuerung mit Generalversammlung, Geschäftsführung, Aufsichtsrat

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Wesentliche Unterschiede zwischen

Kapitalgesellschaften

und

Personengesellschaften:

 

Die Eintragung ins Handelsregister hat im Falle von

Kapitalgesellschaften

konstitutive

Wirkung,

Personengesellschaften

müssen dies dagegen nur rechtsbekundend

 

(deklaratorisch) tun

 

Bei

Kapitalgesellschaften

ist die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen begrenzt,

Personengesellschaften

haften auch persönlich. (Ausnahme: Kommanditist bei KG)

Kapitalgesellschaften

entwickeln eine eigene Rechtspersönlichkeit, daher ist bei ihnen

eine „Fremdorganschaft“ nötig.

Personengesellschaften

stellen dagegen keine

 

juristisch selbstständigen Gebilde neben den Gesellschaften dar, daher kommt es bei ihnen zur „Selbstorganschaft“.

Mitbestimmung:

a) Betriebliche Mitbestimmung: Betriebsrat Der Betriebsrat ist das wichtigste Organ der Mitbestimmung. Er wird von allen volljährigen Beschäftigten eines Betriebes für 4 Jahre gewählt und vertritt die im BetrVG festgelegten Rechte der Mitarbeiter gegenüber dem Arbeitgeber. Seine Größe richtet sich nach der Beschäftigungszahl des Betriebs.

Aufgaben: soziale, personelle und wirtschaftliche Angelegenheiten

Mitbestimmung des Betriebsrats:

Initiativrecht (BR kann Maßnahmen zur Abwendung, Milderung oder zum Ausgleich von Betriebs änderungsbedingten Belastungen verlangen)

Zustimmungs- und Vetorecht (bei Entscheidungen in bestimmten sozialen Angelegenheiten, bei der Bestellung eines Betrieblichen Ausbilders)

Aufhebungsspruch (Br kann die Aufhebung vorläufiger und personeller Einzelmaßnahmen beantragen denen er nicht zugestimmt hat)

Mitwirkungsrechte des Betriebsrats:

Recht auf Anhörung (z.B. vor Ausspruch einer Kündigung)

Recht auf Einsicht in Unterlagen

Recht auf Information

Recht auf Teilnahme bei Besprechungen

Sozialplan:

Gibt es Betriebsänderungen die wesentliche wirtschaftliche Nachteile für die Belegschaft (mind. Mehr als 20 Beschäftigte) mit sich bringen, so tritt der Sozialplan in Kraft, der zum Ausgleich oder zur Milderung dieser Nachteile dient. (Bestandteile sind z.B. Abfindungen, Kostenübernahme bei Fortbildungen etc.) Wird mit ihm kein Interessenausgleich erzielt entscheidet die Einigungsstelle wie dieser auszusehen hat.

b) Unternehmerische Mitbestimmung: Aufsichtsrat Der Aufsichtsrat wird von der Hauptversammlung (das sind die Anteilseigener) und der Belegschaft gewählt.

Nach BetrVerfG 1952:

Der Aufsichtsrat besteht aus 3 AN- Vertretern und 6 Kapitalvertretern.

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Nach MitbestG 1976:

Belegschaft wählt Wahlmännergremium. Dieses wählt 10 Arbeitnehmervertreter (davon 3 Gerwerkschaftsvertreter und 1 Leitender Angestellter), diese Bilden 50% des Aufsichtsrates. Die Anderen 50% stellen die Hauptversammlung mit 10 Kapitalvertretern Der Aufsichtsrat verfügt über die Personalkompetenz (er kontrolliert) für den Vorstand. Er bestellt die Vorstandsmitglieder auf höchstens 5 Jahre , kann sie jedoch jeder zeit neu bestellen oder eine Wahl widerrufen. Der Vorstand delegiert das Management und hat betriebliche Mitbestimmung

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Kapitel 3 Der Betrieb als sozio- technisches System

Konzepte zum Zustandekommen von Unternehmungszielen:

Organschaftlicher Ansatz: (kapitalistische Wirtschaftsordnung) Unternehmen sind Teil (Organ) der Gesamtwirtschaft, die Ziele sind durch die Wirtschaftsordnung vorgegeben und somit existiert kein Spielraum für eigenständige Zielsetzungen!

Instrumentaltheorie: (Betrieb als Mittel zum Zweck) Unternehmen sind Instrumente von Menschen zur Verwirklichung ihrer Ziele, die Ziel sind für das Unternehmen und somit legen die Unternehmen ihre Ziele selber fest!

Entstehung von Unternehmenszielen (Die beschränkte Instrumentaltheorie):

Ursprung:

Motive menschlichen Handels nach der Bedürfnispyramide von Maslow, aus denen die Ansprüche der Unternehmensträger an die Unternehmung entstehen. Durch verschiedene weitere Ansprüche von z.B, der Gesellschaft, den Marktpartnern, durch Richtlinien usw. ergeben sich die Unternehmungsziele. Zudem wirkt sich der Werterhaltungstrieb der Machtträger eines Unternehmens durch die Unternehmensphilosophie (System von Leitmaximen) auf die Unternehmungsziele aus.

Ziele einer Unternehmung:

(Stakeholder Value)

(Soll) Zustand, der als wünschenswert erachtet wird

Man kann grundsätzlich Sachziele von Formalzielen unterscheiden. Das Sachziel (Leistungsziel) legt die zu erstellenden Leistungen des Unternehmens nach Art, Menge und Zeitpunkt fest und kennzeichnet, was Aufgabe des Unternehmens ist. Das Sachziel gilt auch als juristische Bezeichnung des Unternehmensgegenstandes. In ihm verkörpert sich die gesamtwirtschaftliche Aufgabe der Bedarfsdeckung zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse. Das Formalziel (Erfolgsziel)bezieht sich demgegenüber auf Anforderungen an den inhaltlich zu spezifizierenden Leistungserstellungs- und Verwertungsprozess. Im Formalziel konkretisiert sich der ökonomische Aspekt des Handelns. Formalziele sind stets abstrakt, da sie die Möglichkeit unterschiedlicher Konkretisierungen der Zielerreichung zulassen. Die Unterscheidung von Sach- und Formalzielen findet sich auch in der Unterscheidung von Zweck und Ziel. Während durch Sachziele ein objektiver materieller oder immaterieller Zweck beschrieben wird, dessen Erfüllung Dritten Bedarfsdeckung erfüllen soll, sind Formalziele Gestaltungsmaximen, die ein Ergebnis herbeiführen sollen, das zur Befriedigung von Interessen der Entscheidungsträger verwendet werden kann. Formalziele sind Entscheidungskriterien beeinflussen, wie und für wessen Wohl in Betrieben gewirtschaftet werden soll. Vereinfacht bedeutet dies, dass ein Sachziel beschreibt, "Was" erreicht werden soll, wohingegen das Formalziele spezifiziert, "Wie" dies geschehen soll!

Ziele Im Konkreten:

Erfolgsziele, absolute / relative (Gewinn, Dividende / Rentabilität)

Leistungsziele, Input / Output orientiert (Standorte, Faktorqualitäten / Absatzwege, Sortiment)

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Sicherheitsziele, Schutz vor Illiquidität / - Überschuldung

Sozialziele, AN- / Gesellschaftsorientierte (Arbeitsplatzsicherung, Einkommenssteigerung / Gute Arbeitsbedingungen, zufriedene Kunden)

Umweltziele, Geringer Ressourcenverbrauch / Geringe Schadstoffemission

Absolute Erfolgsbegriffe: (Gewinn und Cashflow)

Umsatzerlöse

- Herstellungskosten

= Bruttogewinn

- Verwaltungskosten / Betriebskosten

- Forschungskosten / Entwicklungskosten

- Sonstige Aufwendungen

= Betriebsergebnis

+ Erträge aus Finanzanlagen

= EBIT / Earnings before Interest and taxes (Ergebnis vor Zinsen und Steuern)

- Zinsaufwand

and taxes (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) - Zinsaufwand - Steuern = Ergebnis aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit

- Steuern

= Ergebnis aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit ± außerordentliches Ergebnis

= Reingewinn nach Steuern (net profit)

Aus dem EBIT errechnet man den Cash Flow:

(net profit) Aus dem EBIT errechnet man den Cash Flow: EBIT + Abschreibungen = Operativer Brutto-

EBIT

+ Abschreibungen

= Operativer Brutto- Cash- Flow

+- außerordentliches Ergebnis (Differenz von Ertrag und Herstellungskosten)

= Brutto- Cash- Flow vor Steuern

- Zinsaufwand

= Netto- Cash- Flow vor Steuern

- Steuern

= Netto- Cash- Flow nach Steuern

Aus dem Brutto- Cash- Flow vor Steuern errechnet man den Freien Cash Flow:

Brutto- Cash- Flow vor Steuern

- Steuern

= Brutto- Cash- Flow nach Steuern

- Anlageinvestitionen

- Erhöhung des Umlaufvermögens

= freier Cash- Flow

- Zinsaufwand

- Fremdkapitaltilgung

+ Neuverschuldung

= freier Netto- Cash- Flow

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Cash- Flow:

Messgröße für finanzielle Ertragskraft eines Unternehmens, die sich aus der Differenz der Ein- und Auszahlungen eines Abrechnungszeitraums. (Es werden verschiedene Cash-Flows nach Art der Ein- und Auszahlungen unterschieden.)

Wertschöpfung:

Wertschöpfung

=

Produktionswert – Verleistungen

Wertschöpfung als Kennzahl, misst den Ertrag wirtschaftlicher Tätigkeit als Differenz zwischen der Leistung einer Wirtschaftseinheit und der zur Leistungserstellung verbrauchten Vorleistung.

Entstehungsrechnung:

Netto- Umsatzerlöse (einschl. Verbrauchsteuern) ± Bestandsveränderungen

+ andere aktivierte Eigenleistungen (z.B. Werkswohnungen)

+ sonstige umsatzähnliche Leistungen (z.B. Vermietung)

= Bruttoproduntionswert

- Materialkosten

- Fremdleistungskosten (z.B. Steuerberater)

- sonstige vorleistungsbedingte Kosten

= Beitrag zur Bruttowertschöpfung zu Marktpreisen

- Abschreibungen

= Beitrag zur Nettowertschöpfung zu Marktpreisen

- indirekte Steuern

= Beitrag zur Nettowertschöpfung zu Faktorkosten (betriebl. Wertschöpfung)

Verwendungsrechnung:

Arbeitnehmer:

Löhne und Gehälter, Soziale Abgaben

Anteilseigner:

ausgeschüttete Gewinne

Darlehnsgeber:

Zinsen

Fiskus:

Steuern +/- Subventionen

(im) Unternehmen (verbleibend):

Zuführung zu Gewinnrücklagen / Entnahme aus Gewinn- und Kapitalrücklagen)

Relative Erfolgsbegriffe: (Rentabilitäten)

Rentabilität:

Die Rentabilität ist eine Kennzahl, bei der eine Ergebnisgröße zu einer anderen, dieses Ergebnis maßgebend beeinflussenden Größe, in Beziehung gesetzt wird.

Kapitalrentabilitäten: Gewinn im Verhältnis zu Kapital

Eigenkapitalrentabilität

=

(Bruttogewinn – Fremdkapitalzinsen) / Eigenkapital (Bruttogewinn = Gewinn vor Zinsen)

Gesamtkapitalrentabilität

=

Bruttogewinn / Gesamtkapital

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Umsatzrentabilitäten: Gewinn im Verhältnis zu Umsatz

Umsatzrentabilität

=

(Bruttogewinn – Fremdkapitalzinsen) / Umsatzerlöse

Wertorientierte Unternehmenszielkonzepte:

Shareholder Value:

= (Markt-) Wert des gesamten Eigenkapitals eines Unternehmens = Wert des Unternehmens – Wert der Verbindlichkeiten (Wert des Unternehmens = Summe der abgezinsten freien Cash- Flows – abgezinste Liquidationserlöse) Wobei die Abzinsung die Berechnung eines Alternativzinses des Unternehmenskapitals ist:

Sie erfolgt folgendermaßen:

Summe der abgezinsten Cash- Flows = (Summe der Cash- Flows)*1/(1+p/100)^t

Der shareholder Value ist eine Unternehmensstrategie, bei der nicht mehr nur die Gewinn- Maximierung im Vordergrund steht, sondern vielmehr die Maximierung des ’von den Eigenkapitalgebern’ eingesetzten Kapitals.

Kritik: Fokussierung auf Marktwert des Eigenkapitals „realistische Widerspiegelung des Unternehmenswertes?“, EK- Geber sind nicht die einzigen Anspruchsberechtigten (AN, Kunden, Öffentlichkeit usw.) kurzfristige, aktiengebundene Betrachtungsweise (keine Berücksichtigung von langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten)

Stakeholder Value:

Im Gegensatz zum Shareholder Value bildet der Stakeholder Value den Wert des Unternehmens nicht nur für die Eigentümer, sondern für alle Interessenten, wie z.B. die Mitarbeiter (bis hin zu den Managern, z. B. Anspruch auf Beschäftigung und Sicherheit), die Kunden (z. B. Anspruch auf Qualität und Zuverlässigkeit), die Lieferanten, die Kapitalmärkte (u.a. Kreditgeber) sowie der Staat (z. B. Anspruch auf Steuergelder, Umweltschutz), die Natur (Rohstofflieferant, Aufnahmemedium für Abfall) und die Öffentlichkeit (Parteien, Medien, etc.). Aufgabe der Unternehmensführung ist es in diesem Fall, zwischen den Anspruchsgruppen zu vermitteln und die verschiedenen Ziele zu vereinen.

Ziele der Personalwirtschaft:

Wirtschaftliche Ziel (kapitalorientiert) Eigentümerinteressen (Arbeitsproduktivität / Arbeitswirtschaftlichkeit)Ziele zu vereinen. Ziele der Personalwirtschaft: Soziale Ziele (arbeitsorientiert) Arbeitnehmerinteressen

Soziale Ziele (arbeitsorientiert) Arbeitnehmerinteressen (Gute Bezahlung, sicherer Arbeitsplatz…)(Arbeitsproduktivität / Arbeitswirtschaftlichkeit) Aufgaben der Personalwirtschaft: Gegenstand der

Aufgaben der Personalwirtschaft:

Gegenstand der Personalwirtschaft ist der Mensch in einer Unternehmung. Ihm obliegen folgende Aufgaben:

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Derivative Aufgaben:

Beschaffung und Bereitstellung von Personalinformationen (AP)

Originäre Aufgaben:

Personal- (M) und Stellenverwaltung (AP), Personalplanung (AP) und Personalführung (AP)

Bzgl. Personalplanung: Aufspaltung in weitere Untergruppen, wichtigste Personalbedarfs- / -bestandsplanung:

Nettobedarf = Bruttobedarf – voraussichtlicher Bestand (vorauss. Bestand = Anafangsbestand - freiwillige Abgänge + absehbare Zugänge)

Zusatzaufgaben:

Arbeitsgestaltung (z.B. Arbeitsplatz, -zeit, -organisation) (AP)

(AP= Arbeitsplatzbezogene Aufgaben / M= Mitarbeiterbezogene Aufgaben)

Ziele der Materialwirtschaft:

Materialwirtschaft:

Versorgung der Unternehmung mit allen zur Produktion notwendigen Faktoren

Sachziele:

„das richtige Material zur richtigen Zeit am richtigen Ort“

Formalziele:

Kostenziele, Leistungs- / Erlösziele, Sozialziele, Qualitätsziele

Systematik der strategischen Aufgaben der Marktwirtschaft:

(langfristige, rahmensetzende Fragestellungen)

Ausführungsstrategien (3 Formen):

a) Strategische Beschaffungsentscheidungen (Beschaffungsgegenstand. –quelle usw.)

b) Strategische Lagerhaltungs- und Bereitstellungsentscheidungen (Lagerart, Bereitstellungsform usw.)

c) Strategische Entsorgungsentscheidungen (Entsorgungsgrundsätze, -organisation usw.)

(Entsorgungsgrundsätze, -organisation usw.) Führungsstrategien (Planungs- / Kontrollstrategien und

Führungsstrategien (Planungs- / Kontrollstrategien und Organisationsstrategien)

Operative Aufgaben der Materialwirtschaft:

(kurz- mittelfristige Entscheidungen) Primär Aufgaben (Zweckaufgaben):

a) Bedarfsermittlung: (Primär- (Material), Sekundär- (Komponenten von PB) und

Tertiärbedarf (Betriebsmittel, Energie))

Bedarfsgesteuerte (programmorientierte) Materialbedarfsermittlung Ermittlung des Bedarfs unter Rückgriff auf das kurzfristige Produktionsprogramm. Es müssen folgende Voraussetzungen vorliegen:

Bedarf für die Beschaffungsobjekte muss unmittelbar von Absatz- und Produktionsmenge abhängen. Weiterhin muss der Bedarf in der Stückliste bzw. im Teilverwendungsnachweis enthalten sein. (nur für „direkt“ Produktions- / Absatzmengen abhängiges Material) Das geplante Produktionsprogramm muss mit hoher Wahrscheinlichkeit realisierbar sein.

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Verbrauchsgesteuerte (stochastische) Bedarfsermittlung:

Ermittlung des Bedarfs durch Prognoseverfahren Es müssen folgende Voraussetzungen vorliegen:

Es müssen ausreichend viele Daten über die vergangenen Verbrauchswerte existieren. Zudem sollten sie Verhältnisse nicht zu unterschiedlich sein, damit der Materialbedarf konstant bleibt.

b) Beschaffung: (Bestellmengen- (optimale Losgröße), -terminermittlung,

Lieferantenauswahl) Die Materialbeschaffung beschäftigt sich mit der Prognose und Auswahl zu beschaffender Güter, hinsichtlich Eigenschaft, Art, Qualität, Anzahl usw.

c) Lagerhaltung und –bereitstellung:

Lagerhaltung

Material muss immer auf Lager vorhanden sein

Bereitstellung

über Material kann verfügt werden

Transport

Beschaffung- Einlagerung- Entsorgung

d) Entsorgung: (Abfallverwertung, -beseitigung)

Sekundäre Aufgaben (Administration):

Material- (und Lager-) verwaltung (Bestandsführung (was ist in welchen Mengen da?), Bestandssicherung (richtige Lagerung))

Dienstleistung- Begriff und Merkmale:

Begriff:

Dienstleistungen sind selbstständige, marktfähige Leistungen, die mit der Bereitstellung und / oder dem Einsatz von Leistungsfähigkeiten verbunden sind (Potentialorientierung). Interne und externe Faktoren werden im Rahmen des Leistungserstellungsprozesses kombiniert (Prozessorientierung). Diese Faktorkombination des Dienstleistungsanbieters wird mit dem Ziel eingesetzt, an externen Faktoren nutzensteigernde Wirkung zu erzielen (Ergebnisorientiert).

Erzeugung und Verbrauch der Dienstleistung fallen i.d.R. zeitlich zusammen („uno acto“ Prinzip)

Merkmale von Dienstleistungen:

Konstitutive Merkmale (ist):

Immaterialität (nicht lagerbar /übertragbar), Integration des externen Faktors, Simultanität von Produkt und Absatz („uno acto“ Prinzip)

Fakultative Merkmale (kann):

Individualität, Mangelnde Lagerfähigkeit / Übertragbarkeit, Hoher Fix / Gemeinkostenanteil

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Betriebliche Prozesse:

Realprozesse:

Beschaffungsentscheidungen

Strategische (grundlegende) Entscheidung:

Unternehmensgerichtet: Festlegung der zu beschaffenden Objekte, Festlegung der strategischen Planungs- und Entscheidungsprozesse

Marktgerichtet: Bestimmung von Grundsätzen für die Festlegung von Beschaffungsquellen, Entscheidung über strategische Allianzen (z.B. Kooperationen) Operative („Routine“) Entscheidungen:

Unternehmensgerichtet: Erzielung eines marktwirtschaftlichen Optimums, durch kurzfristige Bedarfsplanung, Ermittlung optimaler Bestellmengen usw.

Marktgerichtet: Lieferantenauswahl, Lieferkonditionen

Entscheidungsprobleme

a) "Make or Buy" Entscheidung

Grundsätzlich kann hinsichtlich des Beschaffungsobjektes entschieden werden, ob eine Eigenfertigung oder ein Fremdbezug des Materials erfolgt.

Bei der Entscheidung für eine Fremd- oder Eigenfertigung müssen neben materialwirtschaftlichen Aspekten, wie z.B. der Bedarfsmenge, weitere Aspekte beachtet werden: Kosten bzw. Ausgaben, Produktqualität, Kapitalbedarf, Absatzwirkungen, Abhängigkeit von Lieferanten, Risiko bezüglich Preis, Menge, Qualität und Liefergenauigkeit, Know- How, Kapazitäts- und Beschäftigungsprobleme, Technische Entwicklungen

VORTEILE der Eigenfertigung („ Make“)

Einsparung von Kosten, die im Absatzpreis des Lieferanten kalkuliert sind (Vertriebs-, Transport-, Verpackungskosten und Gewinn)

Bessere Qualitätskontrolle

Verbesserte Kapazitätsauslastung

Das eigengefertigte Teil, sowie Abfälle und Kuppelprodukte können evtl. in das Absatzprogramm aufgenommen werden

Bessere Abstimmung des Bedarfs

Vermeidung der Abhängigkeit von Lieferanten

Verhinderung der Vorwärtsintegration von Lieferanten

VORTEILE des Fremdbezugs („Buy“)

Geringe Lagerkosten

Bei standardisierten Produkten erteilt der Lieferant einen Preisvorteil

Bei standardisierten Teilen kann der Lieferant, durch Nutzung besonders leistungsfähiger Maschinen, hohe Qualität zu niedrigen Preisen anbieten

Intensive F&E- Tätigkeiten möglich (lohnt sich nicht für einen Betrieb mit relativ kleinen Bedarfsmengen)

Investitionen in Produktionsanlagen entfallen

Hohes Know- How vorhanden

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b) System Sourcing versus Part Sourcing

Beim System Sourcing werden ganze Systeme vom Lieferanten geliefert. Dies könnte beispielsweise die Lieferung eines kompletten Amaturenbretts für einen PKW sein. Beim Part Sourcing hingegen werden nur Einzelteile, wie z.B. ein Lenkrad, beschafft.

Beschaffungsaktivitäten: (Aufgaben)

Bedarfsermittlung (Bestellmenge ermitteln)

Ermittlung und Auswahl der Anbieter

(Bestellmenge ermitteln) Ermittlung und Auswahl der Anbieter Beschaffung im engeren Sinne und Bereitstellung Gewinnung,

Beschaffung im engeren Sinne und Bereitstellung

Gewinnung, Speicherung und Weiterleitung von Beschaffungsinformationen

Die Produktion als Gegenstand der Produktwirtschaft:

Definition: Im Mittelpunkt der Produktionswirtschaft steht die Transformation , gekennzeichnet durch eine qualitative, räumliche oder zeitliche Veränderung von Objekten. Räumliche oder zeitliche Transformationen heißen auch Transfer. Transformationen, die durch Unternehmung stattfinden und auf eine Wertschöpfung gerichtet sind, nennt man Produktion (Wertschöpfungsprozess), solange sie nicht zur Befriedigung eigener Bedürfnisse dient.

Produktion(ssystem), Produktionstheorie und Produktionsmanagement:

Das Produktionsmanagement ist Teil des Führungssystems eines Unternehmens, welches dem „Ausführungssystem“ des Unternehmens (Produktionssystem) Vorgaben macht und von diesem ein Feedback über die tatsächliche Umsetzung bekommt. Die Produktionstheorie „wirk“ zusammen mit dem Input ebenfalls auf das Ausführungssystem ein, aus dem dann durch die Wertsschöpfung Output an den Markt weitergegeben wird.

Produktions- (und Kosten-) theorie: (rein mengenmäßige Betrachtung)

Aktivität: Eine möglichst effiziente Realisation des technischen Wissens, dass einem Unternehmen zur Verfügung steht. Durch die „Mengenkomponenten“ einer Aktivität wirs zugleich angezeigt, auf welchen Niveau die Produktion läuft.

Technologie (Menge des techn. Wissens): Die Menge T aller grundsätzlich möglichen Aktivitäten

Produktionsfunktion: Die Produktionsfunktion gibt in ihrer outputorientierten Form für eine

Menge von Inputs (x1,

hingegen wird zu einem Output der minimale Input angegeben. Es wird dabei unterstellt, dass

eine Produktionsfunktion nur den technisch effizienten Rand aller Produktionsmöglichkeiten angibt.

,xn)

die maximale Outputmenge y an. In der inputorientierten Form

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Darstellungsweise von (Produktion-) Aktivizäten:

Traditionelle, allgemeine Darstellungsweisen:

Funktionsvorschrift, Graph(isches Bild)

Neuere, spezielle Darstellungsweisen:

(Input- Output) Tabelle, (Input- Output) Graph, (Input- Output) Vektor)

Produktivität als Ergiebigkeit für Produktionsaktivitäten:

Durchschnittsproduktivität eines Faktors ist die auf eine Faktoreinheit im Mittel entfallende Produktionsmenge. Durchschnittsproduktivität m ist der Quotient aus der durch alle Faktoren erzielten Outputs M

und des Inputs r:

Die Durchschnittsproduktivität ist maximal, wenn sie gleich der Grenzproduktivität ist.

M

r

m =

Grenzproduktivität:

Diese gibt an, um wie viel sich der Output erhöht, wenn der Faktoreinsatz um eine Einheit steigt. Die Grenzproduktivität des Faktors Arbeit kann z.B. daran gemessen werden, um welchen Betrag der Output wächst, wenn eine zusätzliche Arbeitsstunde geleistet wird. Grenzproduktivitäten sind von besonderem Interesse, weil sie auf vollkommenen Faktormärkten den Marktpreis für den Faktor bestimmen.

Produktivität (gemessen in Mengeneinheiten) gibt das (Mengen-)Verhältnis zwischen dem, was produziert wird (Output), und den dafür beim Produktionsprozess eingesetzten Mitteln an:

den dafür beim Produktionsprozess eingesetzten Mitteln an: Die Produktivität teil sich zudem noch in

Die Produktivität teil sich zudem noch in Gesamtproduktivität (totale Produktivität) und in die Teilproduktivität (partielle Produktivität), wie z.B. Arbeits-, Kapitalproduktivität

Der Kehrwert der (partiellen Durchschnitts-) Produktivität ist der Produktionskoeffizient, er gibt an , welche Inputmenge eines Faktors für eine Outputmenge eingesetzt wurde.

Betriebswirtschaftliche Kostenbegriffe:

Kostenbegriffe bestehen in vielen verschiedenen Variationen. Die wichtigsten sind:

Wertmäßige Kosten (alt): Bewerten den Verbrauch an Produktionsfaktoren (einschl DL), welche zur Erstellung der betrieblichen Leistung notwendig sind. Die Bewertung erfolgt in Geldeinheiten. Der Faktorverzehr kann in Form von Gütern, Dienstleistungen, Arbeitskraft und Rechten erfolgen. Konstitutive Merkmale: Bewertung, Güterverzehr und Leistungsbezug (Abgrenzung zu anderen Varianten)

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Pagatorische Kosten (objektiver/ messbar): Pagatorische Kosten sind die Kosten, die durch reale Auszahlungsströme verursacht werden. Es ist vereinfacht davon auszugehen, dass Kosten nach pagatorischer Interpretation als leistungsbezogener bzw. betriebsbedingter Aufwand bezeichnet werden. (nach Kosiol) Kosten sind Ausgaben, die durch die Entscheidung über das betrachtete Untersuchungsobjekt ausgelöst werden. (nach Riebel) Nachteil: Viel der berücksichtigten Vorgänge haben nichts mit Kosten zu tun.

Erweitertes Kosteneinflusssystem nach Heinen:

Kosteneinflussgrößen: Kosteneinflussgrößen des Fertigungsprogramms (Menge, Art) Kosteneinflussgrößen des
Kosteneinflussgrößen:
Kosteneinflussgrößen
des
Fertigungsprogramms
(Menge, Art)
Kosteneinflussgrößen
des produktions-
wirtschaftlichen
Instrumentariums
Wertansatz
(Konten des)
Kapitalverbrauch
„Wie bewerten wir?“
„Wie erzeugen wir?“
Kosteneinflussgrößen
der Ausstattung
(Anlagen, Gebäude)
Kosteneinflussgrößen
des Prozesses
(Welche Aufträge an
welchen Anlagen?)
Produktionsplanung als Teilbereich des Produktionsmanagement:
Aufgaben der Produktionsplanung:
Programmplanung: strategische („Was wollen wir fertigen?“) und taktisch- operative
(„Was wird in Zukunft gemacht?“) Bsp.: Art, Menge, Enderzeug-
nisse (Primärbedarf)
Potenzial- (Kapazitäts-) planung:
Vollzugsplanung (dynamisch): Bereitstellungsplanung
und Ablaufplanung
Bsp.: Verfahrenswahl
„Welche ‚techn. Verfahren sind
durchzuführen?’“
Die Potenzial- und Vollzugsplanung gehören zur Produktionsplanung und –steuerung (PPS).
Die PPS teilt sich auf in die Produktionsplanung, die die Vorgänge mittel- bis kurzfristig
vorplant, und die Produktionssteuerung, die anhand dieser Planung die Aufträge freigibt und
steuert. Beide Bereiche greifen ineinander, und sind insbesondere in kleinen bis mittelgroßen
Betrieben meist auch in einem Verantwortungsbereich zusammengefasst.
Traditionelle PPS- Systeme basieren auf einem sukzessiven Planungskonzept. Die Aufgaben
der Produktionsplanung und -steuerung werden in Teilprobleme zerlegt, die hintereinander
gelöst werden. Jedoch sind die Übergänge zwischen den einzelnen Punkten oftmals fließend.
Christoph Ptock, Jens Jacobs, Victor Braeuer
08.02.2006

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Ziele der (operativen) Produktionsplanung und –steuerung:

Auftragsorientierte Ziele: kurze Durchlaufzeit, hohe Termintreue, hohe Qualität

Kapazitätsorientierte Ziele: hohe Kapazitätsauslastung, niedrige Rüstzeiten

Sonstige Ziele: hohe Flexibilität, geringe Materialkosten, geringer Ausschuss

Flexibilität, geringe Materialkosten, geringer Ausschuss es kann vorkommen, dass einige Ziele in Konkurrenz

es kann vorkommen, dass einige Ziele in Konkurrenz zueinander stehen!

Absatz und Marketing: Kennzeichnung und Abgrenzung:

Absatz(-wirtschaft):

Absatz (= marktliche Verwertung) der erstellten Erzeugnisse, d.h. die endgeldliche Verwertung geschaffener Sachgüter, Dienstleistungen, Informationen oder Rechte im Absatzmarkt

+ Informationsgewinnung über den Absatzmarkt

+ Wahl der Absatzmärkte

+ Qualitative Auslegung der anzubietenden Leistungen

+ Qualitative Auslegung der anzubietenden Leistungen Marketing: Marketing als eine absatzbezogene

Marketing:

Marketing als eine absatzbezogene Unternehmensfunktion betrifft die Informationsgewinnung über Absatzmärkte, die Festlegung der Betätigungsfelder des Unternehmens in den auszuwählenden Märkten und die Beeinflussung von Marktbeteiligten im Rahmen kommerzieller Transaktionen bzw. Geschäftsbeziehungen.

Der Markt:

Begriffsklärung:

Als Markt wird der „Ort“ bezeichnet, auf dem Angebot und Nachfrage zusammentreffen. Es kann zwischen Konsum- und Investitionsgütermärkten unterschieden werden.

Beteiligte:

Beteiligte sind der ausgewählte Hersteller, dessen Konkurrenten und die Verwender. Zwischen diesen 3 Beteiligten gibt es jeweils Untergruppen, die untereinander in Beziehung stehen. Zwischen dem gewählten Hersteller und dem Verwender gibt es noch die Serviceanbieter (Schulungen, Finanzierung) und die Absatzermittler (Vertreter, Makler). Zwischen den Konkurrenten und dem Verwender gibt es die Absatzermittler und Beeinflusser (Presse, Politik).

Absatzziele: Marketingziele aus der Herstellerperspektive:

Marketingkonzept:

Ein in sich geschlossener Gesamtplan Kernbereich der Führung einer Unternehmung

umfasst:

- Marketing- Ziele, Strategien und Instrumente

An oberster Stelle steht natürlich das Streben nach Gewinn (den Konsumenten zum Kauf überzeugen). Der Gewinn ist allerdings abhängig von zwei Dingen:

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a) Verhaltensweisen der Verwender

(i)

Äußere Verhaltensweisen:

- Kaufverhalten (wo kauft er?)

- Verwendungsverhalten

- Kommunikationsverhalten

(ii)

Innere Verhaltensweisen:

- Verhaltensbereitschaft (Kaufbereitschaft)

- Einstellungen (Meinung / Wertung)

- Präferenzen (best. Rangordnung)

- Kenntnisse

- Interessen (Motive / Bedürfnisse)

b) Verhaltensweisen der Händler

(i)

Äußeres Verhalten

- Einkaufsverhalten

- Absatzpolitisches Verhalten

(ii)

Inneres Verhalten

- Bestellbereitschaft

- Lieferantenimage

- Zielvorstellungen

Absatzentscheidungen:

Ein erstes Merkmal von Absatzentscheidungen ist ihre unbedingte Marktorientierung, wobei die Intensitätsstufen im Einzelfall natürlich unterschiedlich sein können. Von Bedeutung ist hier vor allem, ob auf den relevanten Absatzmärkten der Unternehmung eine Verkäufer- oder Käufersituation besteht.

1.) Strategieentscheidungen (grundsätzliche)

Entscheidungen über zukünftige Marktpräsenz und –bearbeitung (breite oder enge, selektive Marktabdeckung)

Entscheidungen über …–bearbeitung (breite oder enge, selektive Marktabdeckung) - technologisch abgrenzbare Gütermärkte bzw. –segmente -

- technologisch abgrenzbare Gütermärkte bzw. –segmente

- Nachfragerklassen bzw. –segmente

Bedürfnissegmente in denen das Unternehmen zukünftig tätig sein will.

-

Grundsatzentscheidungen über die Art der Marktbearbeitung in den ausgewählten Märkten und Segmenten.in denen das Unternehmen zukünftig tätig sein will. - 2.) Operative Entscheidungen Entscheidungen über

2.) Operative Entscheidungen

Märkten und Segmenten. 2.) Operative Entscheidungen Entscheidungen über Absatzmengen (und –preise)

Entscheidungen über Absatzmengen (und –preise)

Entscheidungen über den Einsatz des absatzpolitischen Instrumentariums

Entscheidungen über Absatzinformationen Entscheidungen über die Absatzorganisation (Vertrieb direkt oder über Händler ?)

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Absatzpolitische Instrumente des Anbieters:

Marketing-Instrument:

Ein Marketing-Instrument repräsentiert eine Form des auf Marktbeteiligte gerichteten Beeinflussungshandels zur Förderung von Austauschprozessen bzw. dauerhaften Geschäftsbeziehungen.

Art, Höhe und Zeitpunkt anzubietender Leistungen des Anbieters

Produkt( e ) als gestaltete( s ) Eigenschaftsbündel (Verpackung / Marke) Ergänzende Dienstleistungen (Services) Einräumung von Rechten (Kopien erste usw.) Weitere Leistungen Art, Höhe und Zeitpunkt erwarteter Gegenleistungen des Nachfragers

Entgeltleistungen (Preisgestaltung) Ergänzende Dienstleistungen (Eigenleistungen) Einräumung von Rechten / Übernahme von Pflichten Weitere Gegenleistungen

/ Übernahme von Pflichten Weitere Gegenleistungen Beeinflussende Kommunikation Nach Gutenberg: •

Beeinflussende Kommunikation

Nach Gutenberg:

Absatzmethoden: Vertriebssystem, Absatzformen, Absatzwege, Absatzfinanzierung / Kundendienst

Preispolitisch

Produkt- / Sortimentgestaltung

Werbung

Finanzprozesse:

Der Finanzbereich als Gegenstand der betrieblichen Finanzwirtschaft:

Die Finanzwirtschaft ist Teil des wirtschaftlichen Betriebsprozesses und untergliedert sich selbst in Investition, Finanzierung und Risikomanagement. Sie beschäftigt sich mit der finanziellen Dimension eines Unternehmens, insbesondere auf welche Art und Weise ein Unternehmen Geldkapital beschafft und für welche Projekte es diese Mittel einsetzt. Die Beschaffung von Geldkapital wird auch als Finanzierung bezeichnet, während die Mittelverwendung für Projekte eine Investition darstellt. Dieser Bereich der Betriebswirtschaftslehre beschäftigt sich mit der Optimalität von Projekten und deren Bewertung bzw. der Bewertung von ganzen Unternehmen. Dies beinhaltet die Bewertung von Eigenkapital und Fremdkapital sowie deren Mischformen und die Beantwortung der Frage, warum bestimmte Instrumente zur Finanzierung eingesetzt werden.

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Aufgabenbereiche der betrieblichen Finanzwirtschaft:

Finanzierung:

Finanzierung umfasst alle Maßnahmen, die der Bereitstellung von Kapital (d.h. Geld) dienen.

Investition:

Eine für längere Frist beabsichtigte Bindung finanzieller Mittel in materiellen oder immateriellen Objekten mit der Absicht, diese Objekte in Verfolgung einer individuellen Zielsetzung zu nutzen.

Investitionen sind zu finanzieren! Um Kapital in bestimmte investive Richtungen lenken zu können, muss es erst einmal vorhanden und verfügbar sein. Finanzierungen übernehmen nun diese Aufgabe.

sein. Finanzierungen übernehmen nun diese Aufgabe. Ziele der betrieblichen Finanzwirtschaft: Gegenläufig 1.)

Ziele der betrieblichen Finanzwirtschaft:

nun diese Aufgabe. Ziele der betrieblichen Finanzwirtschaft: Gegenläufig 1.) Erhaltung der Liquidität - Es ist dafür

Gegenläufig

Ziele der betrieblichen Finanzwirtschaft: Gegenläufig 1.) Erhaltung der Liquidität - Es ist dafür zu sorgen,

1.) Erhaltung der Liquidität

- Es ist dafür zu sorgen, dass die Unternehmung alle rechtsverbindlichen Zahlungspflichten termingerecht erfüllen kann

- Es ist dafür zu sorgen, dass alle Auszahlungen bestritten werden können, die mit der planmäßigen Fortführung der Unternehmung verbunden sind 2.) Minimierung der Kapitalkosten (Kapitalbindung reduzieren)

- pagatorische (aufwandgleiche) Kapitalkosten

- nicht-pagatorische Kapitalkosten

Finanzierung: Finanzierungsformen:

Die beiden wichtigsten Finanzierungsarten werden nach der Herkunft der Finanzmittel unterschieden

1.) Außenfinanzierung (Externe Finanzierung) Das Kapital wird von außen in den Betrieb eingebracht Einlagen- oder Beteiligungsfinanzierungen (externe Eigenfinanzierung) Kreditfinanzierung (externe Fremdfinanzierung) 2.) Innenfinanzierung (Interne Finanzierung)

- Bei der Innenfinanzierung werden die Mittel durch den normalen betrieblichen Umsatzprozess, d.h. aus Erlös aus Lieferungen und Leistungen sowie dem sonstigen Verkauf von betrieblichen Vermögen beschafft

- Die Höhe der Innenfinanzierung hängt davon ab, wie viel der erwirtschafteten finanziellen Mittel im Betrieb verbleiben, also nicht als Steuern oder Ausschüttung abgehen

Einbehaltene Gewinne (Selbstfinanzierung; interne Eigenfinanzierung) Abschreibung und Kapitalfreisetzung durch Veräußerung (Vermögensumschichtung) Rückstellungen (interne Fremdfinanzierung)

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Investitionsobjekte und –entscheidungen:

Investitionsobjekte:

Realinvestitionen: Investitionen sind Maßnahmen, die (Produktions- und Absatz) Kapazitäten einer Unternehmung quantitativ und / oder qualitativ verändern / sichern. Die Realinvestition teil sich auf in Materielle Investitionen (Beschaffung / Bereitstellung von Potenzialfaktoren, z.B. Betriebsmittel) und Immaterielle Investitionen (Planung der Betriebsgröße, Ausbildung). Sie sichern die zukünftige Ertragskraft der Unternehmung.

Finanzinvestitionen: Diese Art der Investition weist keine güterwirtschaftlichen Komponenten auf. Die Finanzinvestition teilt sich auf in Investitionen in Beteiligungstitel und Investitionen in Forderungstitel.

Finanzierungstitel: Bündel von Pflichten und Rechten, eines Kapitalgebers (Gestaltungsrechte, Zahlungen, Entscheidungs-, Mitwirkungs-, Kontrollrechte

Investitionsentscheidungen:

Entscheidungen über einzelne Investitionsobjekte:

Entscheidung über die Durchführung einzelner Investitionsobjekte („Vorteilhaftigkeitsproblem)“ und Entscheidung über die Nutzungsdauer einzelner Investitionsobjekte („Nutzungsdauerproblem“).

Auswahl unter mehreren Investitionsobjekten:

Entscheidung über Errichtungs-, Erweiterungs- und Diversifizierungsinvestitionen („Wahlproblem“ i.e.S.) und Entscheidung über Ersatz- und Rationalisierungsinvestitionen.

Programmentscheidungen

Der Investitionsplanung / -sprozess:

Als erstes bilden die Erkenntnis eines Handlungsbedarfs oder einer Handlungsmöglichkeit einen Anreiz, Investitionen zu tätigen. Nun analysiert man die Lage, durch einen Ziel- bzw. Lageanalyse und ermittelt so die bestehenden Handlungsalternativen, bestehend aus Investitions- oder Finanzierungsalternativen. Als letztes nimmt man eine Bewertung der Lage vor, indem man sie auf Qualität und Quantität (durch Investitions- / Wirtschaftlichkeitsrechnung) untersucht und sich dann entscheidet.

Konzepte und Verfahren der Investitionsrechnung:

Traditionelle (kostenrechnerische, kalkulatorische, statische) Verfahren:

Kostenvergleichsrechnung, Gewinnvergleichsrechnung (>0), Rentabilitäts- vergleichsrechnung (>0)

Neuere (finanzmathematische, dynamische) Verfahren:

Vermögensorientierte Verfahren (>0) z.B. Kapitalwertmethode, die s.g. „Discounted Cash

Flow Methode, dabei wird zum Kapitalwert zum Zeitpunkt 0jeweils

(

Umsatz eines

Erzeugnis

)

(1

+ Zinssatz

Verfahren.

) t

dazu addiert“, Entnahmeorientierte Verfahren, Zinsorientierte

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Beide Verfahren beinhalten die s.g. Amortisations(vergleichs)rechnung, die sich damit beschäftigt, ob eine Investition (Anlage) in dem vom Investor gewünschten Zeitraum amortisiert, d.h., die Anschaffungsausgaben einer Anlage zu refinanzieren.

d.h., die Anschaffungsausgaben einer Anlage zu refinanzieren. Christoph Ptock, Jens Jacobs, Victor Braeuer 08.02.2006