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Laborübung 2. Semester

Prüfen des Baustoffes Stahl

Seite: 47

Baustoffkunde 2. Semester

Laborbericht

Stahl

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Inhaltsverzeichnis

1. Zugversuch nach DIN EN 10 002, Teil 1 an Proportionalstäben aus St 37 und St 52

1.1 Allgemeines

Seite: 50

1.2 Versuchsdurchführung

Seite: 53

1.3 Versuchsauswertung

Seite: 54

2. Zugversuch nach DIN EN 10 002, Teil 1 mit kaltverformten Proben

2.1 Allgemeines

Seite: 63

2.2 Versuchsdurchführung

Seite: 63

2.3 Versuchsauswertung

Seite: 63

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1. Zugversuch an Proportionalstäben aus St 37 und St 52

1.1 Allgemeines

Stahl ist eine Legierung (= Mischung) aus Eisen und anderen Elementen, und zwar nichtmetallischen, wie Kohlenstoff, Silicium, Phosphor und Schwefel, und metallischen, wie z.B. Mangan, Chrom, Nickel, Molybdän. Wichtigstes Legierungselement ist der Kohlenstoff, der bei Stahl mit Ausnahme einiger chromreicher Stähle höchstens 2 % beträgt. Bei C-Gehalten über 2 % spricht man allgemein von Gusseisen.

Die Einteilung der Stähle ist in der DIN EN 10 020 (Begriffsbestimmung für die Einteilung der Stähle; 2000-07) genormt. Danach unterscheidet man

1. Nach der chemischen Zusammensetzung unlegierte und legierte Stähle

2. Nach der Güte Qualitäts- und Edelstähle, die unlegiert oder legiert sein können.

Warmgewalzte unlegierte Baustähle (früher "allgemeine Baustähle") für Flacherzeugnisse und Langerzeugnisse sind in der DIN EN 10 025 (Warmgewalzte Erzeugnisse aus unlegierten Baustählen - Techn. Lieferbedingungen, 1994-03) genormt. Diese Norm benutzt die neuen Kurznamen für Stahl- sorten (S185, S235JR usw.) nach der DIN EN 10 027 (Bezeichnung für Stähle; Teil 1: Kurznamen, Hauptsymbole; Teil 2: Nummernsystem; 1992-09). Heute werden allerdings oft noch die früheren Bezeichnungen (St 37-2, St 52-3 usw.) nach der DIN 17 100 (Allgemeine Baustähle; Gütevorschriften, 1980) verwendet. Diese Bezeichnungen finden sich auch in der DIN 18 800-1 (Stahlbauten; Bemessung und Konstruktion; 1990-11; Änderung A1, 1996-02).

Die grundlegenden mechanischen Kenngrößen, wie z.B. Zugfestigkeit, Streckgrenze und Bruchdeh- nung lassen sich aus den im einachsigen Zugversuch ermittelten Spannungs-Dehnungs-Linien ablesen. Es wird unterschieden zwischen Stählen mit unstetig verlaufenden σ−ε−Linien, mit ausge- dehnter Streckgrenze und Stählen mit stetig verlaufender σ−ε−Linie ohne ausgeprägte Streckgrenze.

Beim Zugversuch wird eine Probe im allgemeinen bis zum Bruch gedehnt. Dabei werden mehrere der nachstehend beschriebenen Verformungskenngrößen bestimmt.

Um das Kraft-Verformungsverhalten unterschiedlicher Stahlsorten bzw. Stahlgüten zu veranschauli- chen, wird für die Prüfung der Zugfestigkeit und der einhergehenden Verformung jeweils eine Probe aus St 37-2 (Werkstoff-Nr.: 1.0037) und St 52-3 (Werkstoff-Nr.: 1.0570) zur Verfügung gestellt.

Der Probenquerschnitt darf kreisförmig, quadratisch, rechteckig oder ringförmig sein oder, in beson- deren Fällen auch eine andere Form haben. Im allgemeinen werden sogenannte proportionale Proben eingesetzt, bei denen das Verhältnis Anfangsmesslänge zu Anfangsquerschnitt durch die

Gleichung L

von Dehnungen wichtig. Der international festgelegte Wert für k ist 5,65, d.h. hier ist das Verhältnis zwischen Anfangsmesslänge L 0 und dem Durchmesser d 0 des kreisrund gedachten Querschnitts S 0 :

k

$

S 0
S 0

ausgedrückt wird. Die Anfangsmesslänge ist als Ausgangslänge zur Ermittlung

0 =

L 0

: d 0 =

5

e L 0

=

5 $

4$S 0
4$S 0

= 5,65 $

S 0 .
S 0 .

Der Zugversuch ist in der DIN EN 10002 beschrieben. Die Angaben dieser Norm sind bei der Versuchsdurchführung und Versuchsauswertung zu beachten.

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Tab 1:
Tab 1:

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Seite: 51

Tab 2: Tab 3:
Tab 2:
Tab 3:

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1.2 Versuchsdurchführung

1.2.1 Abmessungen der Zugproben

Für die Bestimmung der Bruchdehnung der Prüfstäbe wird die Prüflänge L 0 der Stäbe mit Markie- rungsstrichen in fünf gleiche Abschnitte unterteilt. Die Prüflänge L 0 der Proportionalstäbe beträgt ca. 50 mm. Die Prüfabschnitte werden mit der Messlupe mit einer Genauigkeit von ! 0,01 mm gemessen. Die Prüfabschnitte sind eindeutig zu benennen, damit die nachfolgenden Messungen immer dem richtigen Prüfabschnitt zugeordnet werden können.

Der Prüfquerschnitt (Durchmesser) der Stäbe wird an den Enden der Prüflänge L 0 und in Probenmitte, jeweils zwei mal, um 90° versetzt, gemessen und daraus das arithmetische Mittel errechnet. Die erforderliche Genauigkeit beträgt ! 0,01 mm.

Die Messergebnisse sind in die für die Stäbe 1 und 2 vorgesehenen Tabellen (unten) einzutragen.

Für die Berechnung der Bruchdehnung werden die beiden Bruchstücke der Probe sorgfältig so zusammengelegt, dass ihre Achsen eine Gerade bilden. Es ist insbesondere darauf zu achten, dass die Bruchflächen der beiden Bruchstücke der Probe bei der Messung der Messlänge nach dem Bruch möglichst gut ineinander passen.

1.2.2 Belastungsgeschwindigkeit für den Zugversuch

Zur Vorbereitung des Zugversuchs ist die Prüfgeschwindigkeit zu berechnen und einzustellen. Die nach DIN EN 10 002 größte zulässige Spannungszunahme-Geschwindigkeit im elastischen Bereich beträgt 30 [N/(mm² s)]. Die kleinste zulässige Spannungszunahme-Geschwindigkeit beträgt

6 [N/(mm² s)]. Bei einem Probenquerschnitt von ca. 78 mm² errechnet sich daraus eine maximale

Lastzunahme von 2,34 kN/s und eine minimale Lastzunahme von 0,47 kN/s. Die maximal zulässige Belastungsgeschwindigkeit ist sehr hoch. Sie wird nur für Routineprüfungen in etwa dieser Höhe gewählt, um den Zeitaufwand möglichst klein zu halten. Für die Laborprüfung wählen wir daher eine Belastungsgeschwindigkeit zwischen 0,80 und 1,50 kN/s.

Nach DIN EN 10002 T1 ist zur Bestimmung der Streckgrenze und der Zugfestigkeit der Versuch dehnungsgeregelt zu fahren. Eine Umstellung der kraftgeregelten Steuerung zur dehnungsgesteuer- ten Regelung ist bei der vorhandenen Maschinensteuerung ohne Weiters nicht möglich. Der Versuch wird deshalb durchweg mit konstanter Kraftzunahme durchgeführt!

1.2.3 Einspannen der Zugprobe

Um beim Zugversuch reine Zugfestigkeitswerte zu erhalten, ist es unbedingt notwendig, durch zentri- sches Einspannen der Probe in die Maschine zu verhindern, dass Biegespannungen in die Probe eingeleitet werden können.

Insbesondere die obere Streckgrenze wird von Biegespannungen verfälscht oder sogar unterdrückt.

1.2.4 Versuchsablauf

Der Zugversuch umfasst die Prüfung zweier Proben aus Baustahl unterschiedlicher Güte. Die Probe

1 ist aus St 37-2 und die Probe 2 ist aus St 52-3.

Während der Belastung des Stabes wird die Kraft und der Verformungsweg auf einem XY-Schreiber bzw. vom Computer aufgezeichnet, sodass am Ende jeder Prüfung zu jeder Probe ein Kraft-Verfor- mungs-Diagramm zur Auswertung vorliegt. Zusätzlich wird die elastische Dehnung der Stäbe mit einem Dehnungsmesser während des Versuchs gemessen.

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1.3 Versuchsauswertung:

Die Ausarbeitung des Diagramms beinhaltet gemäß Abb. 1 und Abb. 2:

Überschrift

Skalierung der Koordinatenachsen entsprechend der vom Labor vorgegebenen Maßstäbe in kN und mm, parallel dazu eine Skalierung zum Spannungs-Dehnungs-Diagramm (Ordinate:

L

L 0

$ 100%

Spannung in N/mm² aus F/S 0 ; Abszisse: Dehnung in % aus

Abstand der Klemmbacken, zwischen denen die Probe eingespannt ist, zu messen und Δ L' ist die Längenänderung während der Prüfung)

=

; L'

0

ist dabei als

F

= Zugkraft [kN]

S 0

= Anfangsquerschnitt innerhalb der Versuchslänge [mm²]

ε

= Dehnung [%]

(in Abweichung von der Norm: siehe Hinweis, unten)

Hinweis: Die während des Versuchs vom Aufzeichnungsgerät (X-Y-Schreiber bzw. Computer) aufgezeichnete Verformung bezieht sich auf die Länge zwischen den Klemmbacken der Proben- Einspannvorrichtung, da die Maschine die absolute Verformung während der Belastung misst. Es

ist daher zu berücksichtigen, dass die Darstellung der Verformung in dem Kraft-Verformungs-Dia-

gramm

nicht auf die Ausgangsmesslänge zu beziehen ist. Folglich ist auch die Einzeichnung der

zweiten

Abszissenachse mit Darstellung der Dehnung ε in oben angegebener Weise nicht

gänzlich richtig. Qualitativ kann die Dehnungslinie jedoch ermittelt werden. Zur Ermittlung der Dehnungswerte, ist als Ausgangsmesslänge der Abstand zwischen den Klemmbacken zu Versuchsbeginn zu messen. Diese ergeben sich dann aus der gemessenen Gesamtverformung bezogen auf den Klemmbackenabstand. Zur exakten Bestimmung der Dehnungen im linearen Bereich und zur Ermittlung des E-Moduls wird deshalb vom Versuchsstart bis zum Fließbereich innerhalb der Anfangsmesslänge ein Messwertaufnehmer mit der Gerätemesslänge l e = 40 mm angebracht, der die Dehnung in diesem

Bereich misst. Da etwas oberhalb des Fließbereichs die maximale Dehnung des Messwertaufneh-

mers erreicht wird, wird dieser bei Erreichen der Fließgrenze abgenommen und zur weiteren Auswertung die Daten des X-Y-Schreibers verwandt. Die Messwerte sind in die dazugehörige Auswerttabelle (unten) einzutragen.

in die dazugehörige Auswerttabelle (unten) einzutragen. Abb. 1: Spannungs-Dehnungs-Linien (qualitativ) Stahl mit

Abb. 1: Spannungs-Dehnungs-Linien (qualitativ) Stahl mit ausgeprägter Streckgrenze

Abb. 2: Spannungs-Dehnungs-Linien (qualitativ) Stahl ohne ausgeprägte Streckgrenze

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Bestimmung und Eintragung der ableserelevanten Messwerte (siehe Abb.1, Abb. 2):

σ = F / S 0

= Spannung [N/mm²]

Kraft dividiert durch Anfangsquerschnittsfläche des Probestabes

ε

= Δ l / L 0

=

Dehnung; dimensionslos oder % (x100) bzw. l

(x 1000)

Längenänderung dividiert durch Ausgangsmesslänge des Probestabes

R

eH

= Obere Streckgrenze

Die Obere Streckgrenze ist die Spannung in dem Moment, in dem der erste deutliche Kraftabfall auftritt (Abb. 1).

Mit Erreichen der Streckgrenze R e setzt bei unbehandelten Stählen ausgeprägtes Fließen ein, d.h. der Stahl verformt sich ohne erkennbaren Widerstand bei praktisch gleichbleibender Zugspannung so lange, bis infolge Gefügeveränderungen die Spannung bei zunehmender Verformung wieder ansteigt. Der Stahl befindet sich in einem Verfestigungsbereich, in dem jede weitere Verformung eine erhöhte Spannung- saufnahme bewirkt. Der Stahl wird kalt verfestigt (siehe Versuch: Zugversuch mit kaltverformten Proben).

R

eL

= Untere Streckgrenze

Die Untere Streckgrenze ist die kleinste Spannung im Fließbereich, wobei Einschwingerscheinungen nicht berücksichtigt werden.

R

0,2

= 0,2 %-Dehngrenze (Punkt V)

Die 0,2 %-Dehngrenze ist die Spannung, die nach Entlastung des Stabes eine bleibende Dehnung von 0,2 % verursacht.

Kaltverformte Stähle und auch höher gütigere Stähle zeigen häufig keine ausgeprägte natürliche Streck- oder Fließgrenze. An deren Stelle wird dann die 0,2 %-Dehngrenze (technische Streckgenze) R 0,2 definiert.

Die Dehngrenze bei nichtproportionaler Dehnung wird aus dem Kraft-Verformungs-Dia- gramm bestimmt, indem eine Parallele zum geraden Teil der Kurve in einem Abstand gezeichnet wird, der der nichtproportionalen Dehnung 0,2 % entspricht. Die Ordinate des Schnittpunktes dieser Parallelen mi der Kurve ergibt die der gewünschten Dehngrenze bei nichtproportionaler Dehnung entsprechende Kraft. Die Dehngrenze R 0,2 wird durch Dividieren dieser Kraft durch den Anfangsquerschnitt der Zugprobe (S 0 ) errechnet.

R

m

= Zugfestigkeit (Punkt IV)

Die Zugfestigkeit ist die Spannung, die der Höchstzugkraft entspricht.

Mit erreichen der Höchstzusgspannung R m ist die plastische Verformung beendet. Bei weiterer Zugbeanspruchung schnürt sich der Stahl an einer Stelle stark ein (Einschnür- bereich). Die auf den Anfangsquerschnitt der Zugprobe bezogene Spannung nimmt ab, die Dehnung nimmt weiter zu, bis es an der eingeschnürten Stelle zum Reißen der Probe kommt (R R = Reißfestigkeit).

R

u

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= Bruchspannung

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Die Bruchspannung errechnet sich aus der Bruchkraft F u und dem Bruchquerschnitt

S U .

Bereich I

= 0,1-Grenze = R 0,1 = Technische Elastizitätsgrenze = diejenige Spannung in N/mm²,

bei der nach Entlastung eine bleibende Verformung (bzw. nichtproportionale) Dehnung von 0,1 % auftritt

Bereich II bis III

= Fließbereich; R e = (natürliche) Streckgrenze in N/mm²

Man unterscheidet R eH (obereStreckgrenze) und R eL (untere Streckgrenze):

siehe oben

A g

= Nichtproportionale Dehnung bei Höchstkraft F m [%] (= Gleichmaßdehnung)

A

= Gesamte Dehnung beim Bruch

Die Bruchdehnung A t kennzeichnet die bleibende Dehnung einer Probe nach dem Bruch. Sie setzt sich aus der Gleichmaßdehnung und der Einschnürdehnung zusam- men. Da der Einfluss der Einschnürdehnung bei einer kurzen Probe wesentlich größer ist als bei einer langen Probe, muss die Messlänge L 0 auf die die Bruchdeh- nung bezogen wird, festgelegt werden.

ε

ε

el

bl

= elastische Dehnung; geht bei Entlastung zurück

= plastische oder bleibende Dehnung; geht nach Entlastung nicht zurück.

Die tatsächliche Entlastungslinie verläuft im unteren Bereich leicht gekrümmt nach links, so dass ε bl in Wirklichkeit etwas kleiner wird. Bei geradlinig angenommenen Verlauf spricht man von nicht proportionaler Dehnung ε p , ε bl < ε p

ε

ges

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= Gesamtdehnung = ε el + ε bl

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1.3.1 Abmessungen der Zugproben nach DIN EN 10 002 T1, Anhang C

Abb. 3: Maße proportionaler Proben mit rundem Querschnitt
Abb. 3: Maße proportionaler Proben mit rundem Querschnitt

d

0

0

C

t

= Probendurchmesser in der Versuchslänge der Rundprobe [mm] (zul. Toleranz: ! 0,075 mm t gilt nur, wenn der Anfangsquerschnitt (S 0 ) als Nennwert in die Berechnung einbezogen wird und nicht als aus gemessenen Maßen berechneter Wert)

= Anfangsmesslänge [mm]

= Versuchslänge = min 55 mm

= Gesamtlänge L t > L C + 2d 0 (Stäbe im Labor: 140 mm)

L

L

L

h = 35 mm

d = 12 mm 1 Stab Nr. 1: St 37-2 Stab Nr. 2: St 52-3
d
= 12 mm
1
Stab Nr. 1: St 37-2
Stab Nr. 2: St 52-3
Vor dem Zugversuch
Durchmesser [mm]
d
d 2
d
d
d
d
d
d 2
d
d
d
d
1
3
4
5
6
1
3
4
5
6
d 0 =
d 0 =
Messlängen der Stababschnitte [mm]
l
l
l
l
l
l
l
l
l
l
1
2
3
4
5
1
2
3
4
5
L 0 = Σ l 1
l
5 =
mm
L 0 = Σ l 1
l
5 =
mm
Abstand der Klemmbacken der Prüfmaschine vor Versuchsbeginn l 0 ' =
mm
Nach dem Zugversuch
Durchmesser [mm]
d
d
d
d
d
d
d
d
u1
u2
u3
u4
u1
u2
u3
u4
d u =
d u =
Messlängen der Stababschnittte [mm]
l
l
l
l
l
l
l
l
l
l
u1
u2
u3
u4
u5
u1
u2
u3
u4
u5
L u = Σ l u1
l
mm
L u = Σ l u1
l
mm
u5 =
u5 =

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1.3.2 Messergebnisse des Stabes 1: St 37 - 2

Prüfdatum:

Benennung

Kurzz.

 

Formel und Berechnung

Ergebniswert

     

2

   

Anfangsquerschnitt des Zugstabes

S

 

S 0 =

d

0

$

[mm²]

0

4

=

   

2

S u = d u

     

Kleinster Probenquerschnitt nach dem Bruch

S

u

$

4

=

[mm²]

Obere Streckgrenze

R

eH

R eH = F eH / S 0 =

 

[N/mm²]

Untere Streckgrenze

R

eL

R eL = F eL / S 0 =

 

[N/mm²]

Zugfestigkeit

R

m

R m = F m / S 0 =

 

[N/mm²]

Reißfestigkeit

R

u

R u = F u / S u =

   

[N/mm²]

Messlänge nach dem Bruch

L

u

ΣL ui =

   

[mm]

Bruchdehnung

 

A

 

L u L 0

$ 100 =

   

A

=

L

0

[%]

Brucheinschnürung

 

Z

 

S 0 S u

$ 100 =

   

Z

=

S

0

[%]

Messwerte

Nr.

Zugkraft

F [kN]

Spannung σ = F/ S 0 [N/mm²]

Verformung Δ L [mm]

Dehnung ε = Δ L / L e [-]

E-Modul E = σ / ε [N/mm²]

F1

F2

F3

F4

F5

Mittelwert E - Modul:

Hinweis:

Zur Berechnung der Spannung und der Dehnung nehmen Sie bitte immer den Differenzbetrag zur vohergehenden Messung für die Kraft und den Verformungsweg, z.B. zur Berechnung der Spannung in Zeile F2 ist F = (F2 - F1) einzusetzen und dementsprechend auch der Unterschiedsbetrag der Verformung aus Zeile F2 zu F1 usw.

Es ist: L e = Gerätemesslänge = 50 mm

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1.3.3 Messergebnisse des Stabes 2: St 52 - 3

Prüfdatum:

Benennung

Kurzz.

 

Formel und Berechnung

Ergebniswert

     

d

2

0

       

Anfangsquerschnitt des Zugstabes

S

 

S 0 =

$

[mm²]

0

4

 

=

   

2

       

Kleinster Probenquerschnitt nach dem Bruch

S

u

S u = d u

$

4

=

[mm²]

Technische Streckgrenze

R

0,2

R 0,2 = F 0,2

/ S 0 =

 

[N/mm²]

Zugfestigkeit

R

m

R m = F m / S 0 =

 

[N/mm²]

Reißfestigkeit

R

u

R u = F u / S u =

   

[N/mm²]

Messlänge nach dem Bruch

L

u

ΣL ui =

   

[mm]

Bruchdehnung

A

 

A t =

L u L 0

$ 100 =

 

[%]

t

 

L

0

Brucheinschnürung

 

Z

S 0 S u

$ 100 =

   

Z

=

S

0

[%]

Messwerte

Nr.

Zugkraft

F [kN]

Spannung

σ = F/ S 0 [N/mm²]

Verformung

Δ L [mm]

Dehnung

ε = Δ L / L e [-]

E-Modul

E = σ / ε [N/mm²]

F1

F2

F3

F4

F5

Mittelwert E - Modul:

Hinweis:

Zur Berechnung der Spannung und der Dehnung nehmen Sie bitte immer den Differenzbetrag zur vohergehenden Messung für die Kraft und den Verformungsweg, z.B. zur Berechnung der Spannung in Zeile F2 ist F = (F2 - F1) einzusetzen und dementsprechend auch der Unterschiedsbetrag der Verformung aus Zeile F2 zu F1 usw.

Es ist: L e = Gerätemesslänge = 50 mm

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Längenänderungsdiagramm Stab 1

20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6
20
19
18
17
16
15
14
13
12
11
10
9
8
7
6
5
4
3
2
1
0
Verlängerung der Stababschnitte [mm]

12345

Stababschnitte

AusgangslängeVerlängerung der Stababschnitte [mm] 12345 Stababschnitte Verlängerung nach dem Bruch Längenänderungsdiagramm Stab

Verlängerung nach dem Bruchder Stababschnitte [mm] 12345 Stababschnitte Ausgangslänge Längenänderungsdiagramm Stab 2 20 19 18 17 16 15 14

Längenänderungsdiagramm Stab 2

20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6
20
19
18
17
16
15
14
13
12
11
10
9
8
7
6
5
4
3
2
1
0
Verlängerung der Stababschnitte [mm]

12345

Stababschnitte

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1.3.4 Beurteilung der Ergebnisse

A) Erläutern Sie den Begriff "Proportionalstab"

B) Vergleichen Sie die Messergebnisse der Stäbe 1 und 2 mit

1. den vorgegebenen Festigkeits- und Verformungswerte in den Tabellen 2 und 3 (R eh bzw. R 0,2 , R m und A)

2. die Festigkeit der Stähle mit unterschiedlicher Stahlgüte (Vergleich St-37-2 mit St 52-3) (R eh mit R 0,2 und R m )

3. die Verformung der Stähle mit unterschiedlicher Stahlgüte (Vergleich St-37-2 mit St 52-3) (A und Z)

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Kraft-Verformungs-Diagramm Stab 1 und 2 (dazu heften oder hier einkleben)

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2. Zugversuch mit kaltverformten Proben

2.1 Allgemeines

Der Zugversuch mit kaltverformten Proben ist prinzipiell gleich mit dem unter Punkt 1 beschriebenen Zugversuch. Die Proben sind von der ursprünglichen Form gleichfalls Proportionalstäbe nach DIN 10002 aus St 37-2. Für die Prüfung werden zwei Stäbe zur Verfügung gestellt, die als Probe 3 und Probe 4 benannt werden. Im Unterschied zum oben beschriebenen Versuchsablauf, wird vor dem eigentlichen Zugversuch eine Kaltverformung der Stäbe durchgeführt. Die Kaltverformung wird im einzelnen wie folgt durchgeführt:

Die Probestäbe 3 und 4 werden mit 90% der aus der Zugprüfung des Stabes 1 (St 37-2) ermittelten Höchstkraft F m belastet. Da Stab 1 die selbe Stahlgüte besitzt wie die Proben 3 und 4, kann die ermit- telte Höchstkraft als Grundlage für die Vorverformung zugelassen werden. Diese Kraft F K liegt bereits oberhalb der Proportionalitätsgrenze des Stahles und bewirkt daher eine plastische Verformung der Probe. Dabei treten Gleitvorgänge im Stahlgefüge auf und damit verbunden sind Verformungen und Verspannungen der Kristallkörner. Diese Neuordnung der Kristalle bewirkt eine Verfestigung des Materials, die sich bei einer erneuten Belastung über den elastischen Bereich hinaus als Festigkeits- steigerung bemerkbar macht. Bei der Kaltverfestigung steigt die Festigkeit auf Kosten der Zähigkeit.

Dieses Phänomen soll deutlich gemacht werden, indem

1)

die Probe 3 vorgereckt und dann nach 30 Minuten bis zum Bruch belastet wird und

2)

die Probe 4 vorgereckt und dann nach 28 Tagen bis zum Bruch belastet wird.

2.2 Versuchsdurchführung

2.2.1 Abmessungen der Zugproben

Die Abmessungen sind in gleicher Weise wie für die Stäbe 1 und 2 (Kap. 1: Zugversuch) zu ermitteln und in die dafür vorgesehenen Tabellen (unten) einzutragen.

2.2.2 Versuchsablauf

Die Einstellung der Belastungsgeschwindigkeit und das Einspannen der Zugproben ist wie beim Zugversuch gleichermaßen durchzuführen.

Die Proben werden nach dem Einspannen stetig so weit belastet, bis 90 % der maximalen Prüfkraft des Stabes 1 aus dem Zugversuch erreicht ist. Diese Kraft wird nun für 2 Minuten konstant gehalten (Zeit ist mit einer Stoppuhr zu messen) und die Probe danach wieder entlastet. Nach dieser Kaltver- formung ist die Probe 1 für 30 Minuten und die Probe 4 für 28 Tage zu lagern, bis sie erneut in einem Zugversuch, bis zum Bruch, belastet werden.

2.3 Versuchsauswertung

Die Ausarbeitung der Kraft-Verformungs-Diagramme resp. Spannungs-Dehnungs-Diagramme hat entsprechend der Diagramme aus dem Zuversuch zu erfolgen (siehe 1.3). Darüber hinaus ist eine Auswertung der Ergebnisse der Zugversuche nach 2.2.2 hinsichtlich des laststeigernden Einflusses der durchgeführten Kaltverformungen auf die Eigenschaften der Stähle.

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2.3.1 Abmessungen der Zugproben nach DIN EN 10 002 T1, Anhang C

Abb. 3: Maße proportionaler Proben mit rundem Querschnitt
Abb. 3: Maße proportionaler Proben mit rundem Querschnitt

d

0

0

C

t

= Probendurchmesser in der Versuchslänge der Rundprobe [mm] (zul. Toleranz: ! 0,075 mm t gilt nur, wenn der Anfangsquerschnitt (S 0 ) als Nennwert in die Berechnung einbezogen wird und nicht als aus gemessenen Maßen berechneter Wert)

= Anfangsmesslänge [mm]

= Versuchslänge = min 55 mm

= Gesamtlänge L t > L C + 2d 0 (Stäbe im Labor: 140 mm)

L

L

L

h = 35 mm

d = 12 mm 1 Stab Nr. 3: St 37-2 Stab Nr. 4: St 37-2
d
= 12 mm
1
Stab Nr. 3: St 37-2
Stab Nr. 4: St 37-2
Vor dem Zugversuch
Durchmesser [mm]
d
d 2
d
d
d
d
d
d 2
d
d
d
d
1
3
4
5
6
1
3
4
5
6
d 0 =
d 0 =
Messlängen der Stababschnitte [mm]
l
l
l
l
l
l
l
l
l
l
1
2
3
4
5
1
2
3
4
5
L 0 = Σ l 1
l
5 =
mm
L 0 = Σ l 1
l
5 =
mm
Abstand der Klemmbacken der Prüfmaschine vor Versuchsbeginn l 0 ' =
mm
Nach dem Zugversuch
Durchmesser [mm]
d
d
d
d
d
d
d
d
u1
u2
u3
u4
u1
u2
u3
u4
d u =
d u =
Messlängen der Stababschnittte [mm]
l
l
l
l
l
l
l
l
l
l
u1
u2
u3
u4
u5
u1
u2
u3
u4
u5
L u = Σ l u1
l
mm
L u = Σ l u1
l
mm
u5 =
u5 =

Stahl11_03_21.lwp

Laborübung 2. Semester

Prüfen des Baustoffes Stahl

Seite: 64

2.3.2 Messwerte

1. Messdaten und Rechenwerte vor und während der Kaltreckung

 

Stab

 

Anfangs-

Streckgrenze

2 Min. kalt recken, bei konstanter

Datum

Uhrzeit

Nr.:

 
             
 

ø

Querschnitt

Messlänge

Kraft

Spannung

Kraft

Spannung

d 0 [mm]

S 0 [mm²]

L 0 [mm]

F eh [kN]

R eh [N/mm²]

F k [kN]

R k [N/mm²]

2. Plastische Formänderung nach der Kaltreckung

 

Stab

 

Längendehnung der Einzelabschnitte

   

Einschnürung

Nr.:

1

2

3

4

5

Gesamt

ø

Querschnitt

[mm]

[mm]

[mm]

[mm]

[mm]

L' [mm]

d' [mm]

S' [mm²]

3.

Messdaten des Zugversuchs an den kaltgereckten Proben

 

Stab

Probenalter

Zugfestigkeit

Bruch-

Datum

Uhrzeit

Nr.:

Kraft

Spannung

kraft

spannung

(Minuten / Tage)

F m [kN]

R m [N/mm²]

F u [kN]

R u [N/mm²]

4.

Endverformung nach dem Bruch

 

Stab

 

Längendehnung der Einzelabschnitte

   

Einschnürung

Nr.:

1

2

3

4

5

Gesamt

ø

Querschnitt

[mm]

[mm]

[mm]

[mm]

[mm]

L u [mm]

d u [mm]

S u [mm²]

5.

Plastische Formänderung nach dem Bruch

 

Stab

Bruchdehnung

 

Einschnürung

Nr.:

[%]

[%]

 

A = L u L 0

L

0

$ 100% =

=

[%]

Z

= S o S u

S

o

$ 100% =

=

[ % ]

 

A = L u L 0

L

0

$ 100% =

=

[%]

Z

= S o S u

S

o

$ 100% =

=

[ % ]

Hinweis:

Alle Spannungen, mit Ausnahme der Bruchspannung, werden mit dem Ausgangsquerschnitt S 0 errechnet.

Stahl11_03_21.lwp

Laborübung 2. Semester

Prüfen des Baustoffes Stahl

Seite: 65

Längenänderungsdiagramm Stab 3

20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6
20
19
18
17
16
15
14
13
12
11
10
9
8
7
6
5
4
3
2
1
0
Verlängerung der Stababschnitte [mm]

12345

Stababschnitte

AusgangslängeVerlängerung der Stababschnitte [mm] 12345 Stababschnitte Verlängerung n. d. Kaltrecken Verlängerung nach dem Bruch

Verlängerung n. d. Kaltreckender Stababschnitte [mm] 12345 Stababschnitte Ausgangslänge Verlängerung nach dem Bruch Längenänderungsdiagramm Stab

Verlängerung nach dem BruchStababschnitte Ausgangslänge Verlängerung n. d. Kaltrecken Längenänderungsdiagramm Stab 4 20 19 18 17 16 15 14

Längenänderungsdiagramm Stab 4

20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6
20
19
18
17
16
15
14
13
12
11
10
9
8
7
6
5
4
3
2
1
0
Verlängerung der Stababschnitte [mm]

12345

Stababschnitte

Stahl11_03_21.lwp

Laborübung 2. Semester

Prüfen des Baustoffes Stahl

Seite: 66

2.3.3 Beurteilung der Ergebnisse

A) Was verseht man unter Zähigkeit?

B) Wie verändern sich die Stahleigenschaften durch das Kaltrecken (Kräfte und Verformung)?

Stahl11_03_21.lwp

Laborübung 2. Semester

Prüfen des Baustoffes Stahl

Seite: 67

Kraft-Verformungs-Diagramm Stab 3 und 4 (dazu heften oder hier einkleben)

Stahl11_03_21.lwp

Laborübung 1. Semester

Bilddokumentation

Setie: 68

Bilddokumentation

Zur Kontrolle der Versuchsergebnisse und zum Nachweis der korrekten Versuchsdurchführung ist eine Bilddokumentation zu erstellen. Gestalten Sie die Bilder so, dass auf diesen möglichst deutlich die Mess- und Versuchsergebnisse zu erkennen sind. Die Anzahl, die Bildgestaltung und die Auswahl der Bilder bleibt Ihnen überlassen. Sie sollte nur möglichst aussagekräftig sein und die Versuchsergebnisse nachvollziehbar machen.

Stellen Sie Ihre ausgewählten Bilder zusammen und erstellen Sie einen Anhang zu diesem Laborbericht, indem Sie die Bilder nach den unten stehenden Kapiteln geordnet und beschriftet auf zusätzliche Seiten bringen.

Die Dokumentation sollte mindestens die Darstellung folgender Versuchsteile umfassen:

1. Zugversuch nach DIN EN 10 002, Teil 1

1.1 Messen der Proportionalitätsstäbe vor Versuchsbeginn

1.2 Messen des Abstandes der Spannbacken vor dem Zugversuch

1.3 Belastungs- und Dehnungsanzeige bei ca. 4 kN, 8 kN, 12 kN, 16 kN und 20 kN

1.4 Proportionalitätsstab während des Zugversuches in der Prüfmaschine

1.5 Messen der Prüflänge L u nach dem Zugversuch