2.

Betrachtung

Stoffsammlung

12.10.2013

Der Tempel – Symbol der Sehnsucht Gottes
Startfragen: Ein vergessenes Thema? Die Sehnsucht Gottes? Ist der Glaube an die
Existenz Gottes überhaupt noch vorhanden? Das ZDF titelt: „Ist Gott nur eine Wahnvorstellung?“ Dieter Nuhr bringt es auf den Punkt: „Immer mehr Menschen glauben an die Wiedergeburt, regenerative Energien und Brustvergrößerung. Immer weniger Menschen glauben an Gott, geschlossene Immobilienfonds und die Rente. “ Nur „im Flugzeug gibt es während starker Turbulenzen keine Atheisten.“ (Robert Lembke) D. h., viele überfällt diese Frage erst in den Grenzbereichen des Lebens (Krankheit, Tod . . .).

erscheint. (9,24) Weshalb fiel dieses Umdenken, dieser Perspektivwechsel den Judenchristen schwer? Können wir das nachvollziehen? Eine neue Dimension in der Sehnsuchtsgeschichte Gottes – nicht Distanz, nicht durch Menschen vermittelt – sondern: „darum lasst uns hinzutreten . . .“ (4,16)

Warum fällt das uns Menschen bis heute schwer? Wie äußert sich das?
Amtsbedürfnis? Fehlende Glaubensgewissheit und Fröhlichkeit?

Herausforderung: Wie wecken wir die Sehnsucht der Menschen nach Gott? Sehnsucht nach dem Himmel? Können wir das? Oder haben wir schon vor dem übermächtigen Markt der esoterischen Spiritualität kapituliert?
Sehnsucht wird dokumentiert, sichtbar gemacht – Gott tat es durch die Geschichte der Stiftshütte, des Tempels – wie wird unsere Sehnsucht nach dem Himmel heute

3. Jesus – das Heiligtum unter uns Joh. 1, 14; 2, 19-21 Jesus löste die Versteinerung der materiellen Vorstellung vom Tempel und Heiligtum auf – wie reagierten die Menschen darauf? Warum konnten sie es nicht verstehen? Können wir es wirklich nachvollziehen? Weshalb entzieht sich Jesus unserem menschlichen Bedürfnis zu ordnen, analysieren, zu beweisen? Worte und Wege Gottes entziehen sich unserem beherrschenden, vielleicht auch prophetisch denkenden Zugriff, letztlich bleibt es ein Geheimnis. Es bleibt das Staunen und die Anbetung. 4. Die Gemeinde – ein Tempel 1. Kor. 3, 16.17; 2. Kor. 6, 16; Eph. 2, 19-22
Die Existenz einer Gemeinde – ist Zeichen der Gegenwart Gottes.

glaubhaft sichtbar – nur im Namenszug einer Freikirche? 1. Der Tempel als „Wohnung“ Gottes 2. Mose 25, 9.40 Warum verlangt Sehnsucht Gegenständlichkeit? Ein Bild, ein Erinnerungsstück . . . Welche Rolle spielte die Stiftshütte als sichtbares Zeichen der Gegenwart Gottes? Weshalb verliert Gott keine Zeit Mose mit der Schaffung des Heiligtums zu beauftragen? Abstrakter Glaube – tut sich schwer . . . sichtbare Zeichen heute? Wie kann unser Gottesdienst, unsere Kirche oder Gemeindehaus – Zeichen Gottes und auch unseres Glaubens sein? Welche Rolle spielt die Kunst bei der Gestaltung eines Gemeindehauses?
Kunst und Symbolik in Stiftshütte und Tempel – jedes Bauelement hatte eine tiefe symbolische Bedeutung – Kirchenbau war immer Verkündigung oder mit den Worten Ernst Barlachs: Sie sind „sehnsüchtige Mittelstücke zwischen einem Woher und einem Wohin.“ Sind wir im Begriff Multifunktionalität, die auch immer Sprach- und Farblosigkeit ist, zur alles bestimmenden Gestaltungsnorm zu erheben? Auch hier wird deutlich, was ist uns Verkündigung wert? Welche Zeichen setzen wir?

Wie mögen die Worte des Paulus: wisst ihr nicht, dass ihr Tempel Gottes seid . . .“ auf die Gemeinde gewirkt haben? Ungläubiges Staunen über diese Wertschätzung,
Frohes Bewusstsein: ich bin bei Gott nicht vergessen . . .

5. Der Leib – ein Tempel 1. Kor. 6, 19.20 Ähnlich auch hier – wissen wir, wie nahe Gott uns ist? Trost oder Ärgernis? Was kann dieses Bewusstsein, diese Erfahrung bewirken, dass Gott keinen Schritt von meiner Seite weicht?
„Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmt mir meinen Mut . . . weil mich mit Flügeln decket, mein Heiland, der mich liebt.“ Paul Gerhardt (WlG 297, (7))

6. Der lange Weg der Sehnsucht kennt ein Ziel Offb. 21, 2-27
Der Kreis schließt sich – so wie Gott im Paradies mitten unter seinen Menschen war, nun ist es wieder Wirklichkeit. Alle Modelle und Abbilder der Sehnsucht haben ausgedient. Nicht „fern vom Lager“ (2. Mose 33,7), nicht mit Mauern und Vorhöfen abgegrenzt, sondern mittendrin in einer Hütte, einem Zelt.

2. Der Tempel als „Abbild“ Hebr. 8, 1.2; 9, 23.24
Der Hebräerbrief wendet sich an Judenchristen, für die vermutlich die Zerstörung des Jerusalemer Tempels eine Katastrophe für ihre Identität war. Trotz ihres Glaubens an Jesus hingen sie am Tempel. Er macht deutlich, dass alles, was Menschen schaffen – ein Verfallsdatum kennt. Deshalb versucht er schlüssig zu erklären: Das Eigentliche geschieht im Himmel, weil Christus im Himmel als unser Hohepriester vor dem Angesicht Gottes

Woran wird deutlich, dass dies der alles bestimmende Zielpunkt Gottes ist?
Nicht die Ausmaße des neuen Jerusalems, nicht die bunten Edelsteine und goldene Straßen, ja nicht einmal der Schmerz und der Tod sind das Eigentliche, zuerst kommt das Wichtige, Bestimmende: „Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen . . .“ Mehr muss eigentlich nicht gesagt werden. Und wieder Umdenken: auch hier gibt es keinen Tempel mehr, denn die Sehnsucht ist erfüllt. Cottbus, den 08. Oktober 2013; Christian Knoll

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