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Liebeskummer

Schmerzhafte Chance

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GESUNDHEIT
TIPPS
FITNESS
ERNÄHRUNG

GESUNDHEITS-INFORMATIONEN FÜR KUNDEN DER MEDICOM PHARMA AG . SCHUTZGEBÜHR: 3,00 . 41. Ausgabe, August 2006

GESUNDHEITS-INFORMATIONEN FÜR KUNDEN DER MEDICOM PHARMA AG . SCHUTZGEBÜHR: € 3,00 . 41. Ausgabe, August 2006
GESUNDHEITS-INFORMATIONEN FÜR KUNDEN DER MEDICOM PHARMA AG . SCHUTZGEBÜHR: € 3,00 . 41. Ausgabe, August 2006

FOTO: PHOTOS.COM, DPNY

Editorial

FOTO: PHOTOS.COM, DPNY Editorial „S chlaf, Kindlein, schlaf“, „Guten Abend gute Nacht“, „La-le-lu“ – nicht

„S chlaf, Kindlein, schlaf“, „Guten Abend gute Nacht“, „La-le-lu“ –

nicht umsonst gibt es zahlreiche Kinder- schlaflieder, die die Kleinen ins Schlum- merland schicken sollen. Für Kinder ist der Schlaf besonders wichtig, da sie währenddessen wachsen. Die Menge des Wachstumshormons, das in unserem Körper kreist, ist in der Schlafphase besonders hoch. Die Körperzellen begin- nen, sich zu teilen und zu vermehren.

Aber nicht nur die Wachstumsschübe von Kindern sind die Folge dessen – auch heilen zum Beispiel Wunden, während wir uns im Land der Träume befinden. Und das ist nur eine „Tätig- keit“ von vielen, die unser Körper auto- matisch im Schlaf erledigt. Kaum zu glauben: Das Immunsystem ist in der Nacht sogar aktiver als tagsüber.

Wir „renovieren“ uns sozusagen im Schlaf. Vitalstoffe sind insbesondere für diese Prozesse sehr wichtig, denn es wird neues Gewebe gebildet und viele Vitalstoffe sind daran beteiligt. Informationen, die wir tagsüber aufge- nommen haben, speichern wir nachts im Langzeitgedächtnis ab.

Bei all den Aufgaben, die der Körper im Schlaf erledigt, ist es kein Wunder, dass wir regelrecht leiden, wenn wir nicht zum Schlafen kommen. Personen mit Schlafstörungen können davon ein Lied singen! Immerhin: Zu wenig Schlaf kann krank machen und sogar die Le- benszeit verkürzen! Der Schlafforscher Prof. Dr. Jürgen Zulley von der Univer- sität Regensburg bietet deshalb „Schlaf- seminare“ an. Diese sind keineswegs einschläfernd, sondern befassen sich neben den Fakten, was der Schlaf genau ist, auch mit der Frage, wie man wieder einen gesunden Schlaf-wach-Rhythmus entwickeln kann.

wieder einen gesunden Schlaf-wach-Rhythmus entwickeln kann. Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Ihre Petra Wons

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Ihre

entwickeln kann. Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Ihre Petra Wons Vorstand der Medicom Pharma AG

Petra Wons

Vorstand der Medicom Pharma AG

Driften Sie mit uns ab in eine entspann- te Nachtruhe und ins Land der Träume – ab Seite 24 finden Sie unser Titelthema:

„Schlafen Sie gut!?“

Wer sicherlich auch Probleme hat, in den Schlaf zu finden, sind Personen mit einem gebrochenen Herzen. Liebeskum- mer kann regelrecht lähmen: An Schlaf, Nahrungsaufnahme und Erledigung von Arbeiten ist nur schwer zu denken. Unter Liebeskummer Leidende werden oft mit ihrem Kummer nicht ernst ge- nommen. Sie müssen sich Sätze anhören wie „Irgendwann kommt schon der/die Richtige“, „Andere Mütter haben auch schöne Söhne/Töchter“ oder „Die Zeit heilt alle Wunden“. Letzteres ist dabei am realistischsten, denn Zeit ist es, die man sich zur Verarbeitung des Kummers nehmen sollte. Welche Phasen bei der „Trauerarbeit“ durchlaufen werden und was sich dabei in unserem Innersten abspielt, erfahren Sie ab Seite 38.

Liebe Leser, diese und viele weitere interessante Themen erwarten Sie in dieser Ausgabe. Wir wünschen Ihnen damit viel Vergnügen und eine schöne Sommerzeit!

Inhalt

Titelthema: Schlafen Sie gut!? Rund 25 Jahre unseres Lebens verbringen wir mit Schlafen.

weitestgehend abgebrochen,

unser Gehirn schläft jedoch nie.

Die MEDICOM-Redaktion wollte

genau wissen, was im Schlaf mit

uns passiert. Deshalb haben wir

Deutschlands bekanntesten Schlaf-

forscher, Prof. Dr. Jürgen Zulley,

um ein Interview gebeten und ihn

rund um das Thema Schlaf mit

ein Interview gebeten und ihn rund um das Thema Schlaf mit „Verschwendete Zeit“ – sagen einige.

„Verschwendete Zeit“ – sagen einige.

Davon kann aber sicher nicht die

Rede sein! Der Schlaf erfüllt schon

seinen Sinn und Zweck: Während wir

schlafen, finden wichtige Erholungs-

vorgänge in unserem Körper statt.

Das Interessante dabei ist, dass der

Körper dabei nicht ruht! Der Kontakt

unseres Körpers zur Umwelt ist zwar

Ab Seite 2424

Fragen gelöchert.

Ab Seite 12
Ab Seite
12

Neues aus der Forschung:

Medizinische Geschlechterforschung

Dass Männer und Frauen unterschiedlich sind, wussten

wir schon länger. Wissenschaftler befassen sich nun seit

einiger Zeit intensiv mit den zwei Geschlechterrollen

und gehen der Frage nach, wie sich der Unterschied in

der Medizin bemerkbar macht. Fakt ist: Frauen sind

anders krank als Männer! Medikamente wirken daher

von Geschlecht zu Geschlecht verschieden.

Ab Seite 18

daher von Geschlecht zu Geschlecht verschieden. Ab Seite 18 Körper & Seele: Liebeskummer: schmerzhafte Chance Wer

Körper & Seele:

Liebeskummer: schmerzhafte Chance

Wer unter Liebeskummer leidet, macht in der Regel

fünf Phasen der Schmerzbewältigung durch. Der

Kummer aus Liebe hat aber auch etwas Gutes: Wer ihn

als Chance sieht, kann letztendlich davon profitieren.

Auch wenn man in der Leidensphase nichts Positives

erkennen kann – am Ende merkt der Betroffene, dass

er als stärkere Persönlichkeit aus der Krise hervorgeht.

Kurzmeldungen: Sonnenschutz für die Augen Herzfreundliches Projekt 4 4 Schmerzen mächtiger als Durstgefühl 5
Kurzmeldungen:
Sonnenschutz für die Augen
Herzfreundliches Projekt
4
4
Schmerzen
mächtiger
als Durstgefühl
5
Gesundheitsmeldungen
5
Homocystein
6
Fernsehen
macht dumm?
8
Babys nicht weinen lassen
10
Schaf: Arzt auf
vier Beinen
10
Gesundheit & Recht:
Gerichtsurteile
11
Neues
aus
der Forschung:
Medizinische
Geschlechterforschung
12
Bewegung
& Fitness:
Feg dich fit
Fitnessstudio Haushalt
18
MEDICOM informiert:
Keine
Vorbehalte gegen
Omega-3-Fettsäuren
23
Titelthema:
Schlafen Sie gut!?
24
Körper & Seele:
Liebeskummer
Schmerzhafte Chance
38
Essen
& Trinken:
Vitalstoffrezept
42
Rubriken:
Editorial
2
Fotowettbewerb
17
Impressum
42
Rätselseite
43

Bewegung & Fitness:

Feg dich fit: Fitnessstudio Haushalt

Wieso nicht das Nützliche mit einem anderen Nutzen verbin-

den? Der Haushalt muss gemacht werden. Auch ist nicht neu,

dass Sport unserer Gesundheit gut tut. Die Idee: Kombinieren

wir doch einfach Putzen und Fitness! Natürlich braucht man

so etwas länger, um die Wohnung auf Hochglanz zu bringen.

Doch wenn dabei Bauch, Beine, Po und Co. trainiert werden,

so erledigt man gleich alles „in einem Abwasch“.

Ab Seite 38

wenn dabei Bauch, Beine, Po und Co. trainiert werden, so erledigt man gleich alles „in einem
FOTO: PHOTOS.COM FOTO: PHOTOS.COM Sonnenschutz für die Augen H eutzutage ist es selbstverständlich, dass wir

FOTO: PHOTOS.COM

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Sonnenschutz für die Augen

H eutzutage ist es selbstverständlich, dass wir uns sorgfältig mit einem

Sonnenschutzmittel eincremen, bevor wir uns dem Sonnenlicht aussetzen. Doch was ist eigentlich mit den Augen? Benötigen sie auch einen Sonnenschutz?

Und ob! Auch die Augen sollten vor UV-Strahlen geschützt werden. „Bril- lenmuffel“ greifen gerne zu weichen Kontaktlinsen mit UV-Filter. Doch Vor- sicht: Diese decken nicht die gesamte Bindehaut ab! Zusätzlich sollte man immer eine Sonnenbrille im Gepäck haben. Gute Sonnenbrillen erkennt man am CE-Zeichen auf dem Bügel. Für eine Mittelgebirgstour reichen Glä- ser mit 8 bis 18 % Lichtdurchlässigkeit (Kategorie 3) aus, im Hochgebirge dür- fen es nur 3 bis 8 % Durchlässigkeit sein (Kategorie 4). Ideal sind Sonnen- brillen mit seitlich gewölbten Gläsern, um die Augen vor der Lichteinstrah- lung von der Seite zu schützen.

Außerdem: Wer eine Schirmmütze trägt, verhindert, dass UV-Strahlen von oben auf die Augen treffen. Zudem gibt es Nahrungsergänzungsmittel, die Lu- tein und Zeaxanthin enthalten – diese Stoffe sind von großer Bedeutung für das Auge, denn sie absorbieren UV-Strahlung und neutralisieren Freie Radikale.

absorbieren UV-Strahlung und neutralisieren Freie Radikale. Rote Power: Dem Tomateninhaltsstoff Lycopin werden positive

Rote Power: Dem Tomateninhaltsstoff Lycopin werden positive Wirkungen auf Herz und Kreislauf zugesprochen

Herzfreundliches Projekt

Das Forschungsprojekt „Lycocard“ wurde von Ernährungswissen- schaftlern der Universität Jena ins Leben gerufen. Das Ziel der Wissenschaftler ist es, das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankun- gen zu verringern.

T omaten beugen Herz-Kreislauf-Er- krankungen vor, was dem Tomaten-

inhaltsstoff Lycopin zuzuschreiben ist. Diese Erkenntnis machen sich die Pro- jektmitglieder von „Lycocard“ zunutze und nehmen die Tomate genauer unter die Lupe. Sie wollen wissen, wie die Wirkungskette von der gesunden, rohen Tomate bis hin zu einem guten Gesund- heitszustand im Detail aussieht. Wissen- schaftler, Technologen, Industriefirmen und Patientenorganisationen aus sechs europäischen Ländern widmen sich dem Projekt „Lycocard“, in dem genau erforscht werden soll, wie Lycopin wirkt. Der Name des Projektes setzt sich folgendermaßen zusammen: „Lyco“ steht für „Lycopin“ und „card“ für „cardiovas- cular diseases“, der englischen Bezeich- nung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Das ambitionierte Vorhaben wird von der Europäischen Union innerhalb des sechsten EU-Rahmenprogramms mit insgesamt 5,2 Millionen Euro gefördert. Fragen wie „Wie wirken sich technolo- gische Prozesse auf den Lycopingehalt

aus?“ oder „Wie reagieren die verschie- denen Inhaltsstoffe auf- und miteinan- der?“ hat sich die Forschergruppe auf die Projektfahne geschrieben. Der Koordina- tor, Dr. Volker Böhm von der Friedrich- Schiller-Universität Jena, stellt eine zukünftige neue Ernährungsrichtlinie in den Raum: „Fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag, darin enthalten ein Tomatenprodukt“. Verbraucher könnten sich ihren Speiseplan so zusammenstel- len, dass das Risiko, am Herz zu erkran- ken, vermindert wird, mutmaßt Dr. Volker Böhm. Böhm hofft zudem, dass das Projekt „Lycocard“ die Nachfrage nach den gesundheitsfördernden lyco- pinhaltigen Tomatenprodukten steigert.

Wer sich die gesundheitlichen Vorteile dieses hochwertigen Carotinoids aus der Tomate zunutze machen will, kann dies auch mit Hilfe einer Nahrungser- gänzung tun. Hochwertige Multivi- talstoff-Präparate zeichnen sich durch ihren Lycopingehalt aus, verbessern die Lycopinversorgung zuverlässig und unterstützen so die Gesundheit.

Wer sich in der Sonne aufhält, sollte immer eine Sonnenbrille tragen. Denn ein Sonnenbrand auf der Bindehaut kann schmerzhaft sein und zu vorübergehender Schneeblindheit führen.

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Schmerzen mächtiger als Durstgefühl

Empfinden wir gleichzeitig Schmerzen und Durst, so wird das Gefühl Schmerz vom Gehirn in den Vordergrund gerückt.

A ber nicht nur das: Das Durstgefühl verstärkt zudem die Intensität des

Schmerzes. Dies fanden australisch-ame- rikanische Forscher in einer Studie mit zehn Teilnehmern heraus. Bei den Frei- willigen wurde ein Durstgefühl ausgelöst, indem ihnen eine Salzlösung injiziert wur- de. Zudem sollte durch Druckausübung auf den Daumen Schmerz verursacht werden. Die Wissenschaftler untersuchten die Gehirnaktivitäten der Testpersonen in dieser Situation und stellten Folgendes fest: Das Gehirn wird gleichzeitig mit zwei bedrohlichen Situationen konfrontiert und muss sich entscheiden, welcher Umstand gefährlicher ist. Dabei setzt es eindeutig Prioritäten. Durst ist zwar schädlich für den Körper, bedeutet aber keine akute Gefahr. Der Schmerz dagegen wird als bedrohlich eingestuft und vom Gehirn in den Vordergrund gerückt.

Wie hängen die beiden Empfindungen noch zusammen? Der Schmerz scheint keinerlei Einfluss auf die Intensität des Durstgefühls auszuüben. Umgekehrt aber schon: Probanden, die durstig waren und denen zusätzlich ein Schmerz zugefügt wurde, litten stärker unter den Schmer- zen als diejenigen, die lediglich dem Schmerzgefühl ausgesetzt wurden. Der Grund: Wenn ein Reiz allein auftritt, wird im Gehirn ein typisches Muster an aktiven Arealen erzeugt, die sich zum Teil überlappen und zum Teil un- terscheiden. Treten die Empfindungen gleichzeitig auf, werden zwei zusätzli- che Areale aktiv, die bei den isolierten Reizen sonst keine Rolle spielen. Das Forscherteam nimmt an, dass es sich hier um Kontrollzentren handelt, die mit ins Spiel kommen.

hier um Kontrollzentren handelt, die mit ins Spiel kommen. Vom langen Marsch durch die Wüste schmerzen

Vom langen Marsch durch die Wüste schmerzen die Füße und der Durst plagt den Kameltreiber. In dem Fall ist der Schmerz in den Füßen präsenter als das Durstgefühl.

Gesundheitsmeldungen

GANZ KURZ

Musik gegen chronische Schmerzen US-Forscher fanden heraus, dass Musik eine positive Wirkung auf die Wahrneh- mung von chronischen Schmerzen hat. Patienten, die während der Studie regel- mäßig Musik hörten, konnten ihren Schmerzlevel um bis zu 21 Prozent min- dern. Depressionen konnten durch die Klänge um bis zu 25 Prozent reduziert werden.

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Fremdkörper im Auge: Taschentuch hilft Wer sich mit einem störenden Objekt im Auge herumplagt, sollte es mit einem Taschentuch entfernen. Ist der Störenfried noch nicht unter das Oberlid gerutscht, kann er durch vorsichtiges Wischen mit der Spitze eines Taschentuchs von innen nach außen entfernt werden. Ein fusselndes Wat- testäbchen sollte lieber nicht verwendet werden. Doch Vorsicht: Handelt es sich um einen Metallsplitter oder ist das Objekt be- reits unter dem Oberlid verschwunden, sollte besser ein Augenarzt aufgesucht werden.

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Schnarchen kann vererbt werden Forscher haben anhand einer Studie mit 681 Kleinkindern herausgefunden, dass Kinder von schnarchenden Eltern ein erhöhtes Risiko haben, selbst auch zu schnarchen. Die Wahrscheinlichkeit, zu schnarchen, ist auch bei Kindern mit einer Veranlagung zu Allergien größer. Schnar- chen ist bei Kindern das häufigste Sym- ptom für Atmungsstörungen im Schlaf. Sie können zu Lernschwierigkeiten oder Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkran- kungen führen, werden sie nicht behandelt.

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Männer: mehr Emotionen zulassen Es ist ganz normal: Nach vielen Jahren der Beziehung knistert es nicht mehr so stark – das Interesse an Erotik und Sexualität lässt nach. Beziehungsexperte Werner T. Küsten- macher vermutet, dass sich die Partner von- einander entfernen, weil Männer keinen Zugang zu ihren eigenen Gefühlen finden. Mit fortgeschrittenem Alter „verholzen“ sie – so seine Meinung. Die Sexualität sei oft der einzige Bereich, in dem Männer ihre Gefühle zulassen. Deshalb rät er, die emotio- nale Bandbreite langfristig zu erweitern – lässt das sexuelle Interesse dann später nach, bleiben trotzdem noch die Intimität und Verbindung bestehen.

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HIV-Verbreiter: Schimpansen Das Virus SIVcpz (Simian Immunodefi- ciency Virus from Chimps), das als Quelle von HIV gilt, wurde bei wild lebenden Schimpansen in Südkamerun entdeckt. Wissenschaftler suchen bereits seit 25 Jah- ren nach der Quelle von HIV. Nun vermu- ten sie, dass Schimpansenjäger Kontakt mit dem Virus hatten und die ersten Fälle 1930 in Kinshasa, Kongo, auftraten. Da die Symptome individuell sind, dauerte es weitere 50 Jahre, um das Virus zu betiteln.

FOTO: VISUALS UNLIMITED

FOTO: VISUALS UNLIMITED Homocystein Homocystein Können Folsäure, Vitamin B 6 und Vitamin B 12 den Risikofaktor

HomocysteinHomocystein

Können Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12 den Risikofaktor bekämpfen?

Wenn zu viel Homocystein im Blut ist, kann sich für die betroffenen Menschen die Gefahr einer lebensbedrohlichen Herz-Kreislauf-Erkrankung um das Neunfache erhöhen. Das ist unbestritten. Ob man dieses Risiko mit der zusätzlichen Gabe bestimmter Vitamine senken kann, wurde allerdings vor kurzem unter Fachleuten widersprüchlich diskutiert – und das obwohl zahlreiche Studien bereits zeigen konnten, dass eine gezielte Vitaminversorgung die Homocysteinmenge reduziert.

H omocystein ist ein körpereigener Stoff. Er entsteht als Zwischenpro-

dukt im menschlichen Stoffwechsel, ist aber für die Körperzellen extrem giftig und muss deshalb rasch wieder abgebaut oder in weniger gefährliche Substanzen

umgewandelt werden. Zuständig für die

schnelle und reibungslose Entfernung des Homocysteins sind drei Vitamine: Fol-

säure, Vitamin B 6 und

Vitamin B 12 . Ein

dauerhafter Mangel an Folsäure und den beiden anderen B-Vitaminen bleibt daher

nicht folgenlos. Das Homocystein wird nicht mehr vollständig eliminiert, sein Gehalt im Blut steigt an, die Wände der Blutgefäße werden angegriffen, das Blut gerinnt schneller, es können sich Ab- lagerungen bilden, die den Blutfluss

GRAFIK: DPNY

FOTO: DIGITAL VISION

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GRAFIK: DPNY FOTO: DIGITAL VISION FOTO: PHOTOS.COM behindern. Man spricht dann von Ar- terienverkalkung oder

behindern. Man spricht dann von Ar- terienverkalkung oder Arteriosklerose. Folgen der Arteriosklerose können Herz- Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall sein. Da ein hoher Homocysteinspiegel ein Risikofaktor für Arteriosklerose ist, lag es natürlich nahe, die Versorgung mit den Vitaminen zu verbessern, die für den Abbau des Homocysteins zuständig sind: Folsäure, Vitamin B 6 und Vitamin B 12 . Mit Erfolg! In zahlreichen Studien zeigte sich, dass die Einnahme dieser Vitalstoffe den Homocysteinspiegel senkte.

Die US-Studie, die nun Zweifel an diesen Erkenntnissen aufkommen ließ, wurde durchgeführt, um herauszufinden, ob Menschen, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben, durch eine Vitamin- behandlung vor einem Rückfall bewahrt werden können. Das Resultat schien jedoch die hohen Erwartungen zu enttäu- schen, da zunächst kein positiver Effekt der Vitamingabe nachgewiesen werden konnte. Inzwischen haben die Wissen- schaftler ihre Studiendaten aber noch ein- mal einer kritischen Analyse unterzogen und dabei einige Fehlerquellen entdeckt.

Entstehung von Arteriosklerose

Entstehung von Arteriosklerose 1. Phase Gesunde Arterie. Die Innenhaut (weiß) ist dünn und elastisch; das Blut
Entstehung von Arteriosklerose 1. Phase Gesunde Arterie. Die Innenhaut (weiß) ist dünn und elastisch; das Blut
Entstehung von Arteriosklerose 1. Phase Gesunde Arterie. Die Innenhaut (weiß) ist dünn und elastisch; das Blut
1. Phase
1.
Phase

Gesunde Arterie. Die Innenhaut (weiß) ist dünn und elastisch; das Blut kann unge- hindert fließen

2. Phase
2.
Phase

Fett- und Kalk- ablagerungen sie- deln sich an der inneren Gefäßwand an; die Innenhaut entzündet sich

3. Phase
3.
Phase

Der Blutfluss ist durch Ablagerungen so stark gestört, dass jetzt ein winziger Blutpfropf zum Gefäßverschluss führen kann

So war in der Untersuchung nicht be- rücksichtigt worden, dass dem Mehl in den USA und Kanada bereits seit 1998 standardmäßig Folsäure zugesetzt wird. Niedrige Folsäurewerte sind in der dor-

zugesetzt wird. Niedrige Folsäurewerte sind in der dor- Folsäure findet sich vorwiegend in Blattgemüse. Es ist

Folsäure findet sich vorwiegend in Blattgemüse. Es ist ein sehr hitzeempfindliches Vitamin, das beim Kochen leicht verloren geht. Eine tägliche Zufuhr von 400 µg ist empfehlenswert.

tigen Bevölkerung und somit auch in der unbehandelten Kontrollgruppe nur noch selten anzutreffen. Ein sinnvoller Ver-

gleich mit den behandelten Patienten war also kaum möglich. Nicht ordnungs- gemäß kontrolliert worden waren auch die Vitamin-B 12 -Werte der Patienten.

Bedenkt man bei der statistischen Aus-

wertung der Studie diese Fehlerquellen, dann fallen die Ergebnisse deutlich güns- tiger für die Vitamineinnahme aus. Das Risiko für Schlaganfall und andere Herz- Kreislauf-Erkrankungen verringert sich um mehr als 20 Prozent. Ein deutliches Argument für die Vitamintherapie.

Schätzungen gehen davon aus, dass bei ca. fünf bis zehn Prozent der deutschen Bevölkerung der Homocysteinspiegel den Grenzwert von zehn Mikromol pro Liter überschreitet. Um herauszufinden, ob man selbst zu dieser Risikogruppe gehört, sollte jeder ab 50 beim Arzt eine Homocysteinbestimmung vorneh- men lassen, denn etwa ab diesem Alter steigt der Homocysteingehalt an.

Auch wenn der Arzt Entwarnung gibt und der Homocysteinspiegel nicht den Wert von zehn Mikromol pro Liter über- steigt, ist ab einem Alter von fünfzig Jahren ein Multivitalstoff-Präparat emp- fehlenswert, das auch eine Kombination der homocysteinabbauenden Vitamine Folsäure, B 6 und B 12 enthält. Menschen, bei denen schon Gefäßprobleme bekannt sind, wird der Arzt wahrscheinlich zu Beginn eine Intensivtherapie mit Vita- minspritzen anraten, weil das Homo- cystein möglichst schnell wieder auf unbedenkliche Mengen verringert wer- den sollte.

wieder auf unbedenkliche Mengen verringert wer- den sollte. Trotz anfänglicher Zweifel bestätigte auch die US- Studie,

Trotz anfänglicher Zweifel bestätigte auch die US- Studie, dass Folsäure, Vitamin B 6 und Vitamin B 12 den Homocysteingehalt im Blut verringern

FOTO: PHOTONICA

GRAFIKEN: DPNY

FOTO: PHOTONICA GRAFIKEN: DPNY Fernsehen macht dumm? So abwegig ist diese Behauptung gar nicht. Denn in

Fernsehen

macht dumm?

So abwegig ist diese Behauptung gar nicht. Denn in einer Studie wurde nachgewiesen, dass Kinder, die oft vor dem Flimmerkasten sitzen, erhebliche Defizite in ihrer Entwicklung aufweisen.

Tägliche Fernsehdauer in Minuten 168 160 140 123 120 80 40 0 3 –5 6
Tägliche Fernsehdauer in Minuten
168
160
140
123
120
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3 –5
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10 –13
Alter
Quelle: AGF/GfK

Die Zahlen zeigen es deutlich:

Der tägliche Fernsehkonsum liegt eindeutig über den Emp- fehlungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Demnach sollten Vorschul- kinder maximal 30 Minuten täglich fernsehen.

Fernsehdauer und Ergebnis (im MZT) 10 10,4 10,1 9 8 8,1 7 6 6,4 5
Fernsehdauer und Ergebnis
(im MZT)
10
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250
Tägliche Fernsehdauer in Minuten
Punkte im MZT

Das Ergebnis des MZT („Mann-Zeichen-Test“) bringt es auf den Punkt:

Je länger die Kleinen vor der Flimmerkiste hocken, desto weniger konnten sie beim Mann-Zeichen- Test punkten

D er Pädiater Peter Winterstein nimmt seit 17 Jahren die Entwicklung von

Kindern im Einschulalter genauer unter die Lupe. Er konzentriert sich dabei auf den Einfluss des Mediums Fernsehen. Um den Entwicklungsstand von Kindern zu testen, lässt er fünf- bis sechsjährige Ein- schüler Männchen malen. Das Ergebnis ist verblüffend: Kinder, die weniger als

60 Minuten pro Tag fernsehen, malen Figuren, die Arme, Hände, Beine, Füße, Gesichter und Haare haben – also recht vollständige Menschen. Die Gruppe der Kinder, die täglich drei Stunden und mehr vor dem Fernseher sitzen, ist dagegen

nicht imstande, ein vollständiges Männ- chen auf das Papier zu bringen. Die Figuren ähneln eher sehr reduzierten Strichmännchen, denen die Glieder teil- weise aus der Hüfte oder die Beine aus dem Kopf wachsen. Im Fachmagazin „Kinder- und Jugendarzt“ wurden die Er- gebnisse seiner Untersuchung nun vorge- stellt. Winterstein betont, dass es bei der Bewertung der Zeichnungen nicht auf Schönheit und Zeichentalent ankommt, sondern auf die Vollständigkeit der Figu- ren. Für vorhandene Merkmale wie Haar, Augen, Nase, Mund, Ohren, Hals, Rumpf, Füße und die richtige Fingerzahl vergibt

die „Jury“ je einen Punkt. Je ein weiterer Punkt kann für die plastische Darstellung von Armen, Beinen, Rumpf und einen proportional einigermaßen richtigen Kopf vergeben werden. Untersucht wur- den die Zeichnungen von rund 1.900 Kindern im Landkreis Göppingen. Den Ergebnissen wurde die Anzahl der Fern- sehstunden pro Tag gegenübergestellt. Eindeutig ließ sich feststellen, dass die kleinen Fernsehliebhaber, die mehr als drei Stunden täglich vor der „Mattscheibe“ verbrachten, deutlich weniger mit ihren Figürchen punkten konnten. Im Durch- schnitt bekamen sie 6,4 von 13 mögli-

FOTO: PHOTOS.COM

chen Punkten, während die Kleinen, die weniger als eine Stunde täglich fern- sehen, durchschnittlich 10,4 Punkte er- reichten.

Wissenschaftler vermuten, dass dies fol- gendermaßen zusammenhängt: Das Ge- hirn kann sich nur die Dinge besonders gut einprägen, die über mehrere Sinne erfasst werden. Kommen die Sinne Ohr, Auge, Nase und Tastsinn zum Einsatz, so werden Dinge intensiver wahrgenom- men, als wenn – wie beim Fernsehen – nur die Augen beschäftigt werden.

Fernsehen schadet der Bildung

Auch in den USA wurde der Einfluss des Fernsehkonsums genauer betrachtet. Über einen Zeitraum von fast 30 Jahren wur- den 1.000 Personen beobachtet. Schauten diese im Kindesalter viel fern, so wiesen sie im Alter von 26 Jahren einen niedri- geren Bildungslevel auf. Die Bundeszen- trale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt daher, dass Kinder im Vor- schulalter nicht mehr als eine halbe Stun- de täglich fernsehen sollten. Grundschul- kinder könnten den Fernsehkonsum auf maximal eine Stunde erhöhen. Leider halten sich die wenigsten Eltern an diese Empfehlung. Statistiken ergaben, dass Kinder weitaus mehr „in die Röhre schauen“, als sie sollten.

Auch der Schlaf leidet

Neueste Untersuchungsergebnisse aus Helsinki beweisen, dass Fernsehen auch einen negativen Einfluss auf das Schlaf- verhalten ausübt. Selbst passives Fernse- hen kann den Schlaf kleiner Kinder beeinträchtigen und zu Schlafproblemen führen: Kinder, die oft Programme für Erwachsene konsumieren, können unter einem unregelmäßigen Schlafrhythmus leiden. Sie wachen öfter auf und schlum- mern nicht so lange.

Sie wachen öfter auf und schlum- mern nicht so lange. Schauen Kinder passiv viel fern, können

Schauen Kinder passiv viel fern, können sie unter Schlafstörungen leiden. Die Konzentration in der Schule ist dann am nächsten Tag gleich null.

Wichtig: der Einfluss der Eltern

Kinder, die sich in ihrer Familie wohl fühlen und viel Aufmerksamkeit von Papa und Mama genießen, sehen von sich aus weniger fern. Weitaus inter- essanter ist es für die Kleinen, wenn sich die Eltern intensiv mit ihnen beschäftigen und viel mit ihnen spie- len, als wenn sie einfach mit dem Fernseher „ruhig gestellt“ werden. Die geradezu hypnotische Wirkung des Fernsehens auf die Kleinen verleitet allerdings Eltern dazu, ihre Kinder vor die „Flimmerkiste“ zu setzen, wenn sie ihre Ruhe haben wollen. Das scheint zwar praktisch zu sein, aber welche langfristigen Folgen das für die Kinder haben kann, zeigen die erwähnten Studien. Besser ist es in jedem Fall, für Alternativen zum Fernsehen zu sorgen, wenn man selbst keine Zeit hat, um sich mit dem Nach- wuchs zu beschäftigen. Ein spannen- des Bilderbuch kann zum Beispiel genauso faszinieren und die Kleinen mit sich selbst beschäftigen lassen.

und die Kleinen mit sich selbst beschäftigen lassen. Obere Reihe: Kinder mit einem TV-Konsum von maximal
und die Kleinen mit sich selbst beschäftigen lassen. Obere Reihe: Kinder mit einem TV-Konsum von maximal

Obere Reihe: Kinder mit einem TV-Konsum von maximal einer Stunde täglich malten halbwegs vollständige Figuren. Untere Reihe: Die Männchen der Kleinen, die täglich drei Stunden und mehr fernsehen, ähneln eher verkümmerten Strichfiguren.

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eher verkümmerten Strichfiguren. Anzeige Thomas Spengler G ESUNDHEIT DURCH V ITALSTOFFE Informationen und Studien

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Der Nutzen von Nahrungsergänzungen für die Gesundheit wird oft zwiespältig diskutiert. Der Autor stellt die derzeitige Rolle von Nahrungsergänzungen dar, zeigt die Möglichkeiten und Grenzen von Nahrungsergänzungen auf und beleuchtet, warum Vitalstoffe – sei es aus der Ernährung oder aus Nahrungsergänzungen – so wichtig für den Menschen sind.

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FOTO: PHOTOS.COM Babys nicht weinen lassen W eint ein Baby, so hat das einen Grund! Entweder
Babys nicht weinen lassen W eint ein Baby, so hat das einen Grund! Entweder hat
Babys nicht weinen
lassen
W eint ein Baby, so hat das einen
Grund! Entweder hat es Hunger,
fühlt sich unwohl oder braucht
Zuneigung und Wärme der Eltern.
Schreit der Säugling, so möchte er
getröstet werden. Entgegen der An-
nahme, Babys würden mit der Zeit
weniger schreien, wenn man sie
schreien lässt, anstatt sie zu trösten,
hat ein britisches Forscherteam nun
herausgefunden, dass genau das Ge-
genteil zutrifft: Säuglinge, die von
ihren Eltern gleich beim ersten Schrei
auf den Arm genommen und ge-
tröstet werden, weinen fast um die
Hälfte weniger als die Kleinen, deren
Eltern erst nach einiger Zeit auf die
Schreie ihrer Sprösslinge reagieren.
Beobachtet wurden frisch gebackene
Eltern aus Großbritannien, Dänemark
und den USA. Alle Paare wurden
gebeten, in einem Tagebuch festzuhal-
ten, wann und wie lange ihre Babys
weinten, wie häufig sie nachts auf-
wachten, welche Schlaf- und Essge-
wohnheiten die Kleinen hatten und
wie die Eltern jeweils reagierten. Die
Forscher zogen daraus ihr Fazit: Wur-
den die Schreihälse schnell getröstet,
so konnten Dauer und Häufigkeit des
Weinens minimiert werden. Selbst im
Alter von zwölf Wochen machte sich
dies noch bemerkbar. Wie viele Stun-
den die Würmchen täglich auf dem
Arm ihrer Eltern verbrachten, hatte
jedoch keine Auswirkung auf das
Schreiverhalten der Babys.
Zärtlichkeiten tun gut: Wird der Nachwuchs
gleich getröstet, wenn er schreit, weint er lang-
fristig seltener und auch kürzer.
FOTO: DPNY
er lang- fristig seltener und auch kürzer. FOTO: DPNY 10 MEDI COM 41. Ausgabe, August 2006
10 MEDI COM 41. Ausgabe, August 2006
10 MEDI COM 41. Ausgabe, August 2006

Schaut zwar dumm aus der Wäsche, ist aber intelligenter, als man annimmt: unser wolliger Geselle, das Schaf

Schaf: Arzt auf vier Beinen

Von wegen „Schafe sind dumm“! Schafe sind in der Lage, die passende Medizin für sich zu erkennen – so lautet das Ergebnis einer aktuellen Studie aus den USA.

Schafe hatten aus ihrer ersten Erfahrung gelernt und konnten so ihre Konsequen- zen ziehen, um sich selbst zu heilen.

Auch in Australien entdeckte man, dass die wolligen Gesellen keineswegs als dumm zu bezeichnen sind. Forscher fanden anhand eines Versuchs heraus, dass Schafe lernfähig sind: Sie schickten 60 Merinoschafe immer wieder durch ein Labyrinth und stellten schnell fest, dass sich die Tiere schon bald deutlich schnel- ler zurechtfanden. Auch sechs Wochen nach dem Test hatten die Schafe noch den richtigen Weg im Kopf und fanden aus dem Irrgarten fast so schnell wieder heraus wie in der ersten Versuchsreihe. Interessant ist: Die Schafe verwendeten bei dieser Aufgabe ihr Gehirn – ihr Erfolg ist nicht auf ihren Instinkt zurück- zuführen. Einigen von ihnen wurde ein Mittel verabreicht, das das Gedächtnis trübt. Diese Tiere schnitten schlechter bei der Bewältigung der Aufgabe ab als ihre Artgenossen.

A merikanische Biologen befassten sich näher mit der Intelligenz der wolligen

Vierbeiner: Sie verabreichten Schafen schwer verträgliche Getreidekörner oder milde Giftstoffe. Einer Gruppe der Tiere boten sie daraufhin drei verschiedene Me- dikamente zur Behandlung an – eines der Medikamente konnte sie wieder gesund machen. Auch die vierbeinigen Versuchs- teilnehmer der zweiten Gruppe erhielten diese Substanzen, jedoch erst einige Zeit

später, sodass sie keinen Zusammenhang zwischen der Erkrankung und der an- schließenden Behandlung sehen konnten.

Fünf Monate später setzten die Wissen- schaftler den Schafen erneut Futter vor, das schwach mit Übelkeit erregenden Stoffen versetzt war. Alle Lämmer hatten danach die Auswahl unter den drei zuvor verwendeten Medikamenten. Das interes- sante Ergebnis: Diejenigen, die sofort das passende Gegenmittel für ihre Beschwer- den bekommen hatten, konnten nun selbst die heilende Medizin erkennen. Die

FOTO: PHOTODISC

ILLUSTRATION: NILS WASSERMANN

FOTO: PHOTODISC ILLUSTRATION: NILS WASSERMANN § GERICHTSURTEILE IN SACHEN GESUNDHEIT • GERICHTSURTEILE IN
§
§

GERICHTSURTEILE IN SACHEN GESUNDHEIT •

GERICHTSURTEILE

IN SACHEN GESUNDHEIT

• GERICHTSURTEILE IN SACHEN GE

PKV darf nicht sofort kündigen

Steht eine Versicherte im Rückstand mit den Beitragszahlungen ihrer priva- ten Krankenversicherung, so darf die- se ihrer Kundin aufgrund dessen nicht sofort kündigen. In einem aktuellen Fall stand ein zu zahlender Betrag von 69 Euro aus. Die Versicherung wollte den Vertrag mit der Frau kündigen, da der Beitragsrückstand aus ihrer Sicht nicht mehr zumutbar erschien. Das Gericht sah das anders: Angesichts der geringen Summe stimmten sie dem Entschluss nicht zu. Die Entscheidung ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe muss nun über den Fall entscheiden.

OLG Frankfurt am Main/Mainz, AZ: 7 U 84/04

seinem Betrieb sofort ein ärztliches Attest über die Arbeitsunfähigkeit

§ zukommen lassen. Die Krankheitstage

dürfen aber nicht einfach ohne Zu-

stimmung des Arbeitgebers an den

Urlaub angehängt werden. Anders

verhält sich der Fall, wenn der

Arbeitnehmer während seines unbe-

zahlten Urlaubs erkrankt. Der Arbeit-

geber ist dann nicht dazu verpflichtet,

das Gehalt weiterzuzahlen.

BAG,

AZ: 5 AZR 599/76

Angabe „Heu- schnupfen“ offenbart Atembeschwerden

Wird beim Abschluss einer Berufs- unfähigkeitsversicherung das Leiden Heuschnupfen angegeben, so schließt der Begriff rechtlich Atembeschwerden mit ein. Die Versicherung kann somit nicht Leistungen ablehnen mit der Begründung, der Vertragspartner habe die Gesundheitsfragen unvollständig beantwortet. Der Streitfall: Eine Arzthelferin hatte bei Abschluss des Vertrags angegeben, unter Heuschnup- fen zu leiden. Aufgrund von Atem- beschwerden musste sie später ihren Beruf aufgeben – die Versicherung weigerte sich, ihrer Zahlungspflicht nachzukommen. Das Landgericht sah dies anders: Atembeschwerden zählen zu den typischen Beschwerden bei Heuschnupfen. Die Klägerin sei daher ihrer Anzeigepflicht nachgekommen.

OLG Frankfurt am Main, AZ: 7 U 220/04

Mit dem Anwalt in die

Arztpraxis

Das Landessozialgericht in Mainz be-

schloss in einem aktuellen Fall, dass

bei einer vom Gericht angeordneten

ärztlichen Untersuchung ein Anspruch

auf die Anwesenheit des Anwalts

besteht. Da eine ärztliche Untersu-

chung ein erheblicher Eingriff in das

allgemeine Persönlichkeitsrecht sei,

müsse dem Wunsch nach Anwesenheit

einer Vertrauensperson grundsätzlich

nachgekommen werden – so befanden

die Richter. Der Arzt, der die Behand-

lung durchführt, hat jedoch das Recht,

die Untersuchung abzulehnen, ist er

mit der Anwesenheit eines Dritten

nicht einverstanden. In dem Fall sollte

ein anderer Arzt aufgesucht werden.

LSG Rheinland-Pfalz, AZ: L 4 B 33/06

Wer im Urlaub krank wird, muss seinem Arbeit- geber dringend das ärztliche Attest zukommen lassen. Nur so kann er sich die Urlaubstage gutschreiben lassen.

Fußpflege selbst bezahlen

Ein an Kinderlähmung erkrankter Versicherter nahm eine medizinische Fußpflege in Anspruch und verlangte von seiner Kasse die Übernahme der Kosten. Er war körperlich nicht dazu in der Lage, die Pflege seines linken Fußes vorzunehmen, und befürchtete, dass die Nägel einwachsen. Das Landesso- zialgericht in Mainz sah den Fall aber anders: Es urteilte, dass die Kasse nicht die Kosten übernehmen muss. Sei die Fußpflege medizinisch notwendig, komme eine Kostenübernahme infrage. Dies sei aber nur dann gegeben, wenn das Risiko einer Erkrankung aufgrund mangelnder Pflege an den Füßen höher ist als bei gesunden Versicherten.

LSG Rheinland-Pfalz, AZ: L 5 KR 107/04

Krank oder im Urlaub?

Wer krank ist, kann nicht in den Ur- laub fahren. Wer aber im Urlaub ist und dort krank wird, kann sich seinen Urlaub gutschreiben lassen. Vorausset- zung dafür: Der Arbeitnehmer muss

GERICHTSURTEILE IN SACHEN GESUNDHEIT • GERICHTSURTEILE IN SACHEN GESUNDHEIT • GERICHTSURTEILE IN SACHEN GESUNDHEIT

Eine Haftung für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität können wir nicht übernehmen.

Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität können wir nicht übernehmen. MEDI COM 41. Ausgabe, August 2006 1 1

MEDI COM 41. Ausgabe, August 2006 11

FOTO: STONE

Im Mutterleib wächst die kleine Frau oder der kleine Mann heran. Das Geschlecht ist später bei Therapien wichtig, denn Medi- kamente wirken bei Frauen anders als bei Männern.

Medi- kamente wirken bei Frauen anders als bei Männern. Medizinische Geschlechterforschung Warum Männer und Frauen

Medizinische

Geschlechterforschung

Warum Männer und Frauen unterschiedliche Therapien benötigen

„Frauen können schlecht einparken und Männer nicht zuhören“ – ein altbekanntes Klischee, das oft bemüht wird, um den Unterschied zwischen Mann und Frau zu veranschaulichen. Auch bei Krankheiten unterscheidet man Frauen- und Männerkrankheiten – ein Trugschluss, wie sich jetzt herausstellte.

D ass hinsichtlich

der psycholo-

gischen Fähigkeiten kein Unterschied zwischen Mann und Frau besteht, weiß die Wissenschaft schon seit geraumer Zeit. Relativ neu ist jedoch die Erkenntnis,

dass es keine klassischen Männer- oder Frauenkrankhei-

ten gibt. Denn auch bei den Krankheitsbil- dern unterscheiden sich die Geschlechter kaum. Männer können ebenso unter Brustkrebs leiden, wie Frauen einen Herz- infarkt bekommen können. Die Krankhei- ten äußern sich jedoch anders, und die Faktoren, die ihren Ausbruch begünstigen, unterscheiden sich bei Mann und Frau ebenfalls. Erst seit jüngster Zeit beschäf- tigt sich ein eigener Forschungszweig –

die medizinische Geschlechter- forschung – mit diesem Thema. Beispielsweise werden die Vor- gänge im weiblichen und männlichen Stoffwechsel be- obachtet, die bei Verabrei- chung eines Medikamentes auftreten. Das kann großen Einfluss auf die Wirksamkeit eines Medikamentes haben.

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GRAFIK: DPNY FOTO: PHOTODISC Sterbefälle durch Herzinfarkt Mehr Männer Keine Angabe Männer 61% 3% 48 %
Sterbefälle durch Herzinfarkt Mehr Männer Keine Angabe Männer 61% 3% 48 % 52 % 8%
Sterbefälle durch Herzinfarkt
Mehr Männer
Keine Angabe
Männer
61%
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52 %
8%
28 %
Gleich viele Männer
und Frauen
Mehr Frauen
Frauen
Umfrage
Realität
Quelle: Emnid-Umfrage 09/04
Die Realität sieht anders aus als die
Meinung der Bevölkerung: Mehr Frauen als
Männer sterben an einem Herzinfarkt. Ein
großer Risikofaktor ist das Rauchen. Nikotin
ist für das weibliche Herz wesentlich
gefährlicher als für das männliche. Das
Infarktrisiko von Raucherinnen ist um ein
Vierfaches erhöht, bei den männlichen
Rauchern um ein Dreifaches.

Frauen sind anders krank als Männer

Beispiel: Herzinfarkt

Frauen haben einen anderen Hormon- stoffwechsel und einen anderen Kör- perbau als Männer. Männer verfügen über mehr Muskelmasse und weniger Fettgewebe als Frauen. Sie haben eine größere Leber, mehr Lungenvolumen und ihr Blut kann mehr Sauerstoff aufnehmen. Das weibliche Herz ist etwa um ein Fünftel kleiner als das männliche.

Zahlreiche Krankheiten treten bei Frauen anders auf als bei Männern und verlau- fen auch unterschiedlich. Warum das so ist, wissen Experten noch nicht genau, weil auf diesem Gebiet bislang wenig geforscht wurde. Der Herzinfarkt wurde beispielsweise lange als eine reine Männerkrankheit angesehen. Doch auch Frauen sind sehr gefährdet, einen Herz- infarkt zu erleiden. Prominente Herzin- farktpatientinnen wie Sophia Loren, Hannelore Kramm (die Ehefrau von Sänger Heino) und die Ex-TV-Frau Siggi Harreis sind nur die bekanntesten Fälle. Denn auch bei Frauen ist der Herzinfarkt die Todesursache Nummer eins – noch vor Schlaganfall und Brustkrebs. Doch ein Herzinfarkt kündigt sich bei Frauen anders an als bei Männern.

Im Unterschied zu Männern haben Frau- en oft keine „typischen Herzinfarktsym- ptome“ wie Schmerzen in der Brust, die in den linken Arm ausstrahlen. Dafür leiden Frauen eher an Übelkeit und Erbrechen. Dies hat zur Folge, dass viele Ärzte bei Frauen eher auf Verdauungsprobleme schließen als auf eine Herzschwäche. Aufgrund dieser Fehldiagnosen müssen Frauen leider häufig eine längere Krankengeschichte durchmachen, bevor sie richtig behandelt werden. Deshalb kommen die Betroffenen im Falle eines akuten Anfalls bis zu einer Stunde später in die Notaufnahme.

Frauen reagieren stärker auf Stress – und greifen im Stressfall oft zu Zigaretten. Eine fatale Kombination. Denn Nikotin ist für das weibliche Herz wesentlich gefährlicher als für das männliche:

Das Infarktrisiko steigt bei Nikotinsucht um ein Vierfaches (zum Vergleich: bei männlichen Rauchern um ein Dreifaches). Nicht umsonst gilt Rauchen bei Frauen als der größte Risikofaktor für Herzer- krankungen.

Als besonders infarktgefährdet haben sich Raucherinnen erwiesen, die gleichzeitig die Antibabypille nehmen. Allerdings scheint die Antibabypille allein, also oh- ne den schädlichen Einfluss von Nikotin,

sogar vor einem Herzin- farkt zu schützen. Die Beobachtung von insge- samt 162.000 Frauen hat ergeben, dass die Einnahme der Verhü- tungspille das Risiko für Herzerkrankungen um durchschnittlich acht Prozent senkt. Dieser Schutzeffekt wurde je- doch nur bei Frauen festgestellt, die das Verhü- tungsmittel länger als ein Jahr einnahmen.

Die genauen biochemischen Grundlagen dieser unterschied- lichen körperlichen Reaktionen sind noch unklar. Vermutlich spielt aber das Hormon Östrogen eine wesentliche Rolle. Waren es vor einem Jahrzehnt nur ältere

Hormon Östrogen eine wesentliche Rolle. Waren es vor einem Jahrzehnt nur ältere MEDI COM 41. Ausgabe,

FOTO: STOCKDISC

FOTO: STOCKDISC Das Hormonsystem der Frau Follikelpool Follikelrest Ovulationen Zurückgebildete Follikel Wachsende

Das Hormonsystem der Frau

FOTO: STOCKDISC Das Hormonsystem der Frau Follikelpool Follikelrest Ovulationen Zurückgebildete Follikel Wachsende

FOTO: STOCKDISC Das Hormonsystem der Frau Follikelpool Follikelrest Ovulationen Zurückgebildete Follikel Wachsende

FOTO: STOCKDISC Das Hormonsystem der Frau Follikelpool Follikelrest Ovulationen Zurückgebildete Follikel Wachsende

Follikelpool

Follikelrest

Ovulationen

Hormonsystem der Frau Follikelpool Follikelrest Ovulationen Zurückgebildete Follikel Wachsende Follikel Hormonspiegel

Hormonsystem der Frau Follikelpool Follikelrest Ovulationen Zurückgebildete Follikel Wachsende Follikel Hormonspiegel

Zurückgebildete

Follikel

Wachsende Follikel

Hormonspiegel Mit den Jahren nimmt der Testosteronspiegel immer mehr ab 25 20 15 10 5
Hormonspiegel
Mit den Jahren nimmt der
Testosteronspiegel immer mehr ab
25
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25–34
35–44
45–54
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75–84
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Lebensalter
Serum Testosteron (nmol/l)
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Männer
um die 25 Jahre
Der Tagestestosteronspiegel
25
20
Männer
15
um die 70 Jahre
Uhrzeit
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8.00 12.00 16.00 20.00 24.00 4.00 8.00 GRAFIKEN: DPNY Quelle: Deutsches Grünes Kreuz Frauen nach der

Quelle: Deutsches Grünes Kreuz

Frauen nach der Menopause, die einen Herzinfarkt erlitten, steigt die Zahl jünge- rer Frauen mit Herzerkrankungen stark an.

Die Kardiologin Prof. Dr. Vera Regitz- Zagrosek ist die Leiterin des ersten Zen- trums für Geschlechterforschung in der Medizin an der Charité in Berlin. Sie forscht nach den Ursachen, warum zahl- reiche Krankheiten bei Männern und Frauen unterschiedlich häufig auftreten, anders verlaufen oder verschiedene Symptome zeigen. In Bezug auf die zunehmende Zahl der Herzinfarkte bei Frauen nimmt sie an, dass sich besonders jüngere Frauen durch Rauchen und Stress zusätzlich belasten, was den natürlichen Schutz, den sie durch die weiblichen Hormone hätten, zunichte macht.

Vor der Pubertät

Geschlechtsreife Phase

Nach der Menopause

Grafik links: der Hormonspiegel im Laufe der Lebensjahre sowie der Spiegel des Testosterons im Tagesverlauf bei jüngeren und bei älteren Männern. Auffallend ist, wie sehr der Testosteronspiegel mit den Jahren abnimmt. Grafik oben: die Produktion von befruchtbaren Eibläschen (Follikeln) vor der Pubertät, in der geschlechtsreifen Phase und nach der Menopause. Eine Ovulation (Eisprung) findet nur in der geschlechtsreifen Phase statt.

Hormone und Arzneimittel

Östrogen bei Nierenerkrankungen

Das weibliche Sexualhormon Östrogen scheint auch die Ursache dafür zu sein, dass chronische Nierenerkrankungen bei Frauen weniger schwer verlaufen als bei Männern. Auch nach Nierentransplan- tationen zeigen Frauen weniger oder mildere Abstoßungsreaktionen und In- fektionen. Experimente mit Mäusen und Ratten haben ergeben, dass vor allem das weibliche Geschlechtshormon Östro- gen einen positiven Einfluss auf Herz- und Nierenfunktionen hat.

Folgeerkrankungen des Diabetes

Bei Frauen, die unter Diabetes mellitus leiden, schreitet die Folgeerkrankung Arteriosklerose meist schneller fort als bei Männern, und sie sind auch gefährdeter, einen Herzinfarkt zu erleiden. Auch in diesem Fall scheinen die Östrogene eine tragende Rolle beim Verlauf der Krankheit zu spielen, da sie vermutlich mit dem Insu- lin interagieren. Bei Männern finden sich Zusammenhänge zwischen dem Sexual- hormon Testosteron und dem Blutzucker- spiegel. Die genauen Zusammenhänge des komplizierten Zusammenspiels von Sexualhormonen und Zucker- und Fett- stoffwechsel sind jedoch noch nicht geklärt. Ein Mann zu sein, ist keineswegs eine Garantie für ein längeres Leben. Das männliche Sexualhormon Testosteron steht sogar im Verdacht, schlecht für die

Immunabwehr des Körpers zu sein. Ein etwas grausames Beispiel: In den USA glaubte man in den 30er-Jahren, durch Kastration von Vergewaltigern deren Trieb wieder normalisieren zu können. Die Ne- benwirkung dieser drastischen Maßnahme war, dass die Männer – wohl durch ihren veränderten Hormonhaushalt – im Durch- schnitt 13 Jahre länger lebten als nicht kastrierte Männer. Auch hierfür – wie für die folgenden Studienergebnisse – sind die genauen Ursachen noch nicht bekannt.

Eine neue Studie hat jetzt erwiesen, dass Männer stärker auf stimulierende Drogen reagieren als Frauen. Die Wissenschaftler wissen noch nicht genau, warum das so ist. Eine wichtige Rolle spielt dabei Dopa- min, ein Botenstoff, der auch Glückshor- mone freisetzt. Drogen aus der Gruppe der Amphetamine, die unter vielen Na- men illegal verkauft werden, erhöhen bei Männern den Dopaminspiegel wesentlich stärker als bei Frauen. Deshalb wird bei Männern auch eine größere Suchtgefähr- dung für Amphetamine vermutet, denn da die Männer die Droge stärker spüren, werden sie auch leichter abhängig.

Tierversuche haben außerdem gezeigt, dass ein erhöhter Dopaminspiegel zu Nervenschäden führen kann. Deshalb werden erhöhte Dopaminspiegel auch mit einem erhöhten Risiko für die Parkinson- sche Krankheit und das Tourettesyndrom in Verbindung gebracht.

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FOTO: STOCKDISC Medikamente wirken bei Frauen anders als bei Männern. Der weibliche Magen arbeitet langsamer und

Medikamente wirken bei Frauen anders als bei Männern. Der weibliche Magen arbeitet langsamer und bildet weniger Magensäure. Die Tabletten werden so langsamer abgebaut, die Wirkstoffe gelangen später ins Blut und beginnen deshalb bei Frauen später zu wirken. Was für Mann und Frau gleichermaßen gilt: Der Vitalstoffbedarf steigt insbesondere bei Medikamen- teneinnahme. Die Einnahme eines Multivitalstoff-Präparates ist dann empfehlenswert.

Auch Arzneimittel wirken bei Männern und Frauen anders

Die meisten Medikamente und Thera- pien wurden für den männlichen Körper entwickelt, davon ausgehend, dass Frau- enkörper genauso darauf ansprechen. Obwohl mittlerweile bekannt ist, dass bei vielen Medikamenten erhebliche Unterschiede in der Wirkung existieren, werden in nur fünf Prozent aller medizi- nischen Studien bei der Auswertung auch die speziellen Anforderungen des weiblichen Stoffwechsels mit einbezogen. 30 Prozent aller Studien werden ohne weibliche Studienteilneh- mer durchgeführt. Der Grund dafür ist, dass es die hormonellen Schwankungen im weiblichen Organismus erschweren, eindeutige Testergebnisse bei Medi- kamenten zu erzielen. Wegen der Zyklusschwankungen müssen die Tests häufiger wiederholt werden, um die Wirksamkeit der Medikamente sicher zu prüfen. Das macht Frauen als Studien- teilnehmerinnen wesentlich teurer als Männer. Weil die Tests oftmals nur mit Männern gemacht werden, weibliche Körper aber ein anderes Verhältnis von Fett- zu Muskelmasse haben und in ihnen zudem andere Hormone wirken, verursachen die Medikamente bei Frauen oft wesentlich mehr Nebenwir- kungen. Oft sind die Einnahmeempfeh- lungen für Frauen auch überhöht oder die Medikamente wirken nicht.

Warum wirken die Medikamente anders?

Genaue Forschungsergeb- nisse liegen noch nicht vor, viele Erklärungen stützen sich auf Vermutungen. Man nimmt an, dass Wirkstoffe im männlichen Körper anders als im weiblichen wirken, weil zum Beispiel die fettlöslichen Medika- mente – wegen des höheren Fett- anteils im weiblichen Körper – bes- ser gespeichert werden und daher die Gefahr einer Überdosierung besteht. Umgekehrt verhält es sich bei den wasserlöslichen Substanzen. Diese wirken bei Männern besser als bei Frauen.

Auch das Enzymsystem von Frauen reagiert schneller, was dazu führt, dass die Medikamente in der Leber viel schneller abgebaut werden.

Frauen sind im Durchschnitt kleiner, haben ein niedrigeres Körperge- wicht und vor allem ein anderes Verhältnis von Größe zu Gewicht als Männer. Doch die Höhe der Dosierungen orientiert sich an einem männlichen Durch- schnittsgewicht, was dazu führt, dass die Dosierungs- empfehlungen

sich an einem männlichen Durch- schnittsgewicht, was dazu führt, dass die Dosierungs- empfehlungen ILLUSTRATION: DPNY

ILLUSTRATION: DPNY

FOTOS: STOCKDISC

FOTOS: STOCKDISC Definierte Tagesdosen an Schmerzmitteln pro Mio. Einwohner, 2000–2002, im internationalen Vergleich
Definierte Tagesdosen an Schmerzmitteln pro Mio. Einwohner, 2000–2002, im internationalen Vergleich USA 22.524
Definierte Tagesdosen
an Schmerzmitteln
pro Mio. Einwohner, 2000–2002,
im internationalen Vergleich
USA
22.524
Dänemark
11.271
Schweiz
10.379
Paracetamol
Belgien
9.335
Kanada
8.713
Deutschland
7.949
GRAFIK: DPNY

Quelle: Fricke & Pirk/VFA 2004

für Frauen häufig zu hoch sind. Schließlich arbeitet der Magen von Frauen langsamer und bildet weniger Magensäure. Daher werden die Ta- bletten langsamer im Magen abge- baut, die Wirkstoffe gelangen später ins Blut und beginnen erst später zu wirken. Das weibliche Hormonsystem sorgt für Schwankungen im gesam- ten Stoffwechsel, daher wirkt ein Medikament zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf verschiedene Weise. Die Pille verändert den Hormon- haushalt ihrerseits und beeinflusst ebenfalls, wie schnell Wirkstoffe abgebaut werden können. In je- dem Fall sollte bei Medikamen- teneinnahme darauf geachtet werden, dass der erhöhte Vital- stoffbedarf gedeckt ist. Eine Nahrungsergänzung kann hier hilfreich sein und die Vitalstoffversorgung des Körpers verbessern.

Auffällig: In den USA werden besonders viele Schmerzmittel eingenommen.

Wichtig ist vor allem, sich ausgiebig vom Arzt oder Apotheker beraten zu lassen, bevor man Schmerzmittel einnimmt. Einige Medikamente können zum Beispiel bei Männern andere Nebenwirungen haben als bei Frauen.

Schmerzmittel

Schmerzmittel, die den Wirkstoff Parace- tamol enthalten, werden bei Frauen, die die Pille nehmen, schneller abgebaut und wirken daher nicht so zuverlässig. Den- noch sollten Frauen keineswegs mehr da- von nehmen, weil das die Leber schädigen kann. Besser: zu Schmerzmitteln greifen, die Acetylsalicylsäure enthalten – zum Beispiel Aspirin®. Reine Schmerzmittel sind zudem besser für Frauen als koffein- haltige. Der Grund: Zur Zeit des Eisprungs wird Koffein nur schlecht abgebaut. Ner- vosität und Zittern können die Folge sein. Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure in Aspi- rin® wirkt zwar als Schmerzmittel gut, beugt jedoch bei Frauen einem Herzinfarkt weniger gut vor, als bei Männern. Opiat- ähnliche Schmerzmittel (Kappa-Opioide wie Nalbuphin, Pentazocin oder Butorp- hanol) sind bei Frauen wesentlich stärker wirksam. Daher besteht eine höhere Ge- fahr der Abhängigkeit. Männer brauchen nach einer Operation höhere Dosierungen, weil bei ihnen Opioide schwächer und kürzer wirken als bei Frauen.

Beruhigungsmittel

Die Wirkstoffe von Tranquilizern (Diaze- pam, Nitrazepam, Oxazepam) verbleiben viel länger im weiblichen als im männli- chen Körper. Deshalb machen sie Frauen länger träge und müde. Daher benötigen Frauen in aller Regel wesentlich geringere Dosen der Wirkstoffe als Männer.

Heuschnupfenmedikamente

(Antihistaminika)

Medikamente gegen Heuschnupfen mit dem Wirkstoff Terfenadin können bei Frauen zu Herzrhythmusstörungen führen. Frauen, die diese Mittel einneh- men, sollten sich in den ersten Wochen der Einnahme genau beobachten. Be- merken sie Unwohlsein, Schwindel oder Atemnot, sollten sie mit dem Arzt sprechen.

Blutdruckmedikamente

(Beta-Blocker)

Medikamente, die den Blutdruck senken und das Herz schützen, sollten bei Frauen vorsichtig dosiert werden. Die Wirkstoffe Propranolol oder Metoprolol erreichen im weiblichen Organismus höhere Konzentrationen im Blut als bei Männern mit der gleichen Dosis. Zudem werden die Medikamente auch langsa- mer abgebaut. Daher leiden Frauen auch stärker an Nebenwirkungen. Bei Infarkt- patientinnen besteht zudem die Gefahr einer Überdosierung.

Malariamittel

Diese Medikamente können bei Frauen stärkere Nebenwirkungen hervorrufen als bei Männern. Besonders der Wirk- stoff Mefloquin ist für Frauen schwer verträglich.

FOTO: DPNY

Fotowettbewerb

Liebe Leser, machen Sie mit und schicken Sie uns Ihre kreativen Fotoideen. Es gibt wertvolle Preise zu gewinnen!

durch die Linse betrachtet Nobilin MMiittmmaacchheenn ++ ggeewwiinnnneenn!!
durch die Linse betrachtet
Nobilin
MMiittmmaacchheenn
++
ggeewwiinnnneenn!!
1. Platz „Alles ist möglich, wenn der Körper fit ist. Die einzige Hürde liegt im
1. Platz
„Alles ist möglich, wenn der Körper fit ist. Die einzige Hürde liegt im Kopf“, schreibt uns Klara Palme. „MEDICOM kümmert
sich um das körperliche Wohl, der Rest ist Kopfsache“, möchte sie mit dem Bild ausdrücken. Wir finden, das ist ihr wunderbar
gelungen, und gratulieren ihr von Herzen zum 1. Platz!
Johanna Schleip dichtet sich auf den 2. Platz: „Nobilin Q 10 2. Platz ist ein
Johanna Schleip
dichtet sich auf den
2. Platz: „Nobilin Q 10
2. Platz
ist ein Präparat, das
mir sehr geholfen hat.
Bin 73 alt an Jahren –
bin mit Nobilin Q 10
wieder fit wie ein
Hase. Laufe wieder
wie ein Reh – das
verdanke ich der
Medicom Pharma AG.“
Wir fühlen uns ge-
schmeichelt und
sagen: herzlichen
Glückwunsch!
3. Platz Auch Klaus Oldenkotte beglückt uns mit einem Gedicht: „Im Vogelhaus zu Oberschwaben sich
3. Platz
Auch Klaus Oldenkotte beglückt uns mit einem
Gedicht: „Im Vogelhaus zu Oberschwaben sich Meisen
und Spatzen fürstlich laben. Doch dieses Jahr fiel sehr
viel Schnee und die Kälte tat Mensch und Vögeln
weh. Doch was Menschen hilft, man kann es sehn,
stärkt auch die Vögel: Nobilin Q 10 !“ Trotz sommer-
licher Temperaturen vergeben wir für das Winterbild
gern den 3. Platz! Gratulation!
wir für das Winterbild gern den 3. Platz! Gratulation! Liebe Leser, nicht nur beim Drücken des

Liebe Leser,

nicht nur beim Drücken des Aufnahmeknopfs haben unse- re Teilnehmer am Fotowett- bewerb Kreativität bewiesen. Auch haben die diesmaligen Gewinner kräftig die Feder ge- schwungen – und uns mit Ge- dichten oder schönen Gedan- kengängen überrascht. Wir be- danken uns bei allen Teilneh- mern für die genialen Ideen! Den MEDICOM-Einkaufsgut- schein im Wert von 75 Euro für den 1. Preis bekommt Klara Palme aus Iffeldorf. Der 2. Preis, ein Einkaufsgut- schein über 50 Euro, geht an Johanna Schleip aus Langer- wehe. Einen Einkaufsgutschein über 25 Euro, unseren 3. Preis, erhält Klaus Oldenkotte aus Altshausen. Unsere Glück- wünsche!

Teilnahmebedingungen

Bitte schicken Sie Ihre Fotos an

Medicom Pharma AG Kennwort „Fotowettbewerb“ Sedemünder 2, Altenhagen I 31832 Springe

Der Einsendeschluss für un- seren nächsten Fotowettbe- werb ist der 31. August 2006. Bitte schicken Sie keine Ori- ginale, da wir diese aus orga- nisatorischen Gründen nicht zurückschicken können. Mit der Einsendung geben Sie automatisch Ihr Einverständ- nis für eine Veröffentlichung in der MEDICOM. Die Gewin- nerfotos erscheinen in der Ausgabe 42. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeiter der Medicom Pharma AG und deren Angehörige dürfen leider nicht teilnehmen.

Feg dich fit Fitnessstudio Haushalt Machen Sie Ihre Besenkammer zum Fitnessstudio. Mit Wischtuch, Besen und

Feg dich fit

Fitnessstudio

Haushalt

Machen Sie Ihre Besenkammer zum Fitnessstudio. Mit Wischtuch, Besen und Co. können Sie ganz gezielt Ihre Problemzonen trainieren, Ihre Fitness steigern und die häuslichen Pflichten nebenher erledigen. Das klingt, als wollten wir Sie veräppeln, aber es ist wahr. Iris Hammelmann hat ein Buch mit dem Titel „Feg dich fit“ geschrieben. Wir haben die Übungen selbst für Sie ausprobiert und dabei die Redaktion auf Vordermann gebracht.

FOTO: S. KRACKE, MÜNCHEN

FOTO: DPNY

FOTO: DPNY Ist Putzen auch ohne Gymnastik Sport? Leider Fehlanzeige! Es ist ein weit verbreiteter Irrtum,

Ist Putzen auch ohne Gymnastik Sport? Leider Fehlanzeige!

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, anzu- nehmen, dass die Hausarbeit allein schon anstrengend genug ist, um sich körperlich fit zu halten. Das ist leider nicht so. Eine britische Studie mit 2.341 Frauen hat erwiesen, dass Putzen, Aufräumen oder Staubsaugen keinen Nutzen für Herz und Kreislauf bringen. Die Herz- und Lungen- funktion der sauber machenden Studien- teilnehmerinnen waren nicht besser als die der „Nichtputzerinnen“. Erst bei den Frau- en, die zusätzlich drei Mal die Woche mindestens 15 Minuten Konditionstrai-

ning betrieben, ließ sich eine positive Wirkung auf die Gesundheit nachweisen. Was liegt nun näher, als das eine mit dem anderen zu verbinden?

Fitnesstraining muss regelmäßig betrie- ben werden. Es nützt nichts, sich einmal völlig zu verausgaben und danach auf die faule Haut zu legen. Auch unter diesem Aspekt ist die Kombination von Hausar- beit und Konditionstraining unschlagbar. Auch sie muss regelmäßig gemacht werden. Iris Hammelmann hat in ihrem Buch „Feg dich fit“ ein Fitnessprogramm zusammengestellt, das man bei der Haus- arbeit absolvieren kann. Dabei werden der Besen zur Langhantel und das Bügelbrett

zum Po- und Beintrainer. Wer bereits im Fitnessstudio trainiert hat, wird die Übun- gen wieder erkennen, die nun mit den unvermeidlichen Verrichtungen im Haus- halt kombiniert werden. Dass die Putzerei dabei etwas länger dauert, ist klar – aber sie macht auch mehr Spaß. Auf den ersten Blick trainieren die Bewegungsabläufe eher die Lachmuskeln. Nichtsdestotrotz können Sie damit effektiv etwas für Ihre Fitness erreichen. Sie brauchen kein teures Zubehör, denn Ihre Sportgeräte finden Sie schon jetzt im Putzschrank. Fegen Sie sich fit, bügeln Sie sich straff und wischen Sie sich gelenkig. Auch für die Entspannung ist gesorgt – mit meditativer Handarbeit im Stehen. Lassen Sie sich überraschen.

Übungen mit Besen, Lappen, Bügelbrett und Co.

Übungen beim Staubwischen

Staub hat die unangenehme Angewohn- heit, sich immer wieder und überall anzu- sammeln. Nutzen Sie
Staub hat die unangenehme Angewohn-
heit, sich immer wieder und überall anzu-
sammeln. Nutzen Sie das Staubwischen
als Dehnübung. Diese Übung können Sie
ebenso auch zum feuchten Abwischen
oder Trockenreiben von Möbeln oder
Fensterbrettern verwenden. Machen Sie
diese Übung jedoch erst dann, wenn Sie
sich schon „warm geputzt“ haben. Zum
Beispiel nach dem Fegen.
Dehnen beim Wischen
Mit dieser Übung dehnen und stärken Sie
die seitliche Rückenmuskulatur.
Stellen Sie sich mit leicht gebeugten
Knien seitlich von der Fläche auf, die Sie
entstauben möchten.
Die entfernte Hand hält das
Staubtuch oder den Staub-
wedel. Die andere Hand
stützen Sie locker in die
Hüfte.
Neigen Sie sich jetzt dem
Staub entgegen, indem Sie
den Oberkörper zur Seite beu-
gen. Normalerweise sollte der
Oberarm neben dem Kopf
bleiben. Da Sie aber nicht nur
turnen, sondern gleichzeitig auch
saubermachen wollen, darf der
Arm mit dem Tuch in der Hand
ruhig dicht vor dem Gesicht nach
unten geführt werden, damit Sie an
den gewünschten Bereich heran-
kommen. Während der gesamten
Übung bleibt der Oberkörper gerade
ausgerichtet. Er wird lediglich zur
Seite geneigt, aber nicht verdreht.
(Siehe Bild.)
Stauben Sie einige Sekunden lang ab,
dann richten Sie sich wieder auf und
drehen Sie sich einmal um, sodass Sie
nun die andere Seite des Rückens dehnen
können.
Tipp
Bestimmen Sie feste Tage,
um eine Routine in Ihr häusliches
Fitnessprogramm zu bringen.
Montags wird gesaugt, am Mittwoch
das Bad geputzt und zum Wochen-
ende werden die Betten
frisch bezogen.
FOTO: S. KRACKE, MÜNCHEN

FOTO: DPNY

FOTO: DPNY Pausen machen So trainieren der Übungen. Beginnen Sie zunächst mit einer Trainingseinheit pro Woche.
Pausen machen So trainieren der Übungen. Beginnen Sie zunächst mit einer Trainingseinheit pro Woche. Wir
Pausen machen
So trainieren
der Übungen. Beginnen Sie zunächst
mit einer Trainingseinheit pro Woche.
Wir beziehen uns hier natürlich auf die
„sportintensivierten“ Hausarbeiten.
Sie richtig
Dauer der Übungen
Pausen sind wichtig für den Trainings-
effekt. In der Erholungsphase reagiert der
Körper auf das abverlangte Programm. Der
gesamte Körperbau passt sich dann den
gesteigerten Ansprüchen an. Gönnen Sie
sich nach einer „sportintensivierten“ Haus-
arbeit von mindestens 30 Minuten daher
mindestens einen Tag ohne „Putzsport“.
Wenn Sie nach den Übungen eine
angenehme Erschöpfung spüren,
aber noch in der Lage sind, weitere
körperliche Leistungen zu erbrin-
gen, trainieren Sie richtig.
Langsam steigern
Je langsamer Sie sich steigern, desto
mehr profitieren Sie vom Fitnesserfolg
Was an Hausarbeit mehr anfällt, sollten
Sie auf die traditionelle Weise erledigen.
Steigern Sie sich nach einigen Wochen
auf zwei, später auf drei und vielleicht
sogar auf vier Trainingseinheiten pro
Woche. Erst danach können Sie die
einzelnen Lektionen verlängern und –
im letzten Schritt –, wenn Sie möchten,
auch intensivieren.

Übung mit dem Besen

Ob drinnen oder draußen – beim Saubermachen kommt man am Fegen nicht vorbei. Ganz beson-
Ob drinnen oder draußen – beim
Saubermachen kommt man am
Fegen nicht vorbei. Ganz beson-
ders dann, wenn man ein haariges
Haustier hat. Fegen Sie, was weg-
zufegen ist, und betrachten Sie es
als Aufwärmübung. Denn danach
stellen Sie den Besen nicht einfach
wieder in den Schrank zurück,
sondern verwandeln ihn in ein
Sportgerät. Aus Ihrem unschein-
baren Besen wird jetzt
eine Langhantel.
Heben Sie die Arme hoch, bis sie waage-
recht auf Schulterhöhe sind. Die Ellenbo-
gen sind gebeugt, der Besen befindet sich
dadurch dicht vor der Brust. (Siehe Bild.)
Sie die Ellenbogen aber nicht ganz durch.
Es soll eine Restspannung in den Armen
erhalten bleiben.
Strecken Sie nun die Arme vor, bis die
Ellenbogen nur noch
ganz leicht gebeugt sind.
Auch diesen Vorgang wiederholen Sie
bitte insgesamt 15-mal.
Ziehen Sie den Besen
wieder zu sich heran
und setzen Sie ihn
anschließend auf dem
Boden ab. Das Ganze
wiederholen Sie 15-mal.
Kippen Sie den Besen
dann in die Waage-
Tipp
Beim Teigkneten oder Kartof-
felnstampfen können Sie nicht
nur Ihre Armmuskulatur stärken,
sondern auch aufgestaute Wut
abbauen. Lassen Sie in der
Küche Dampf ab.
Langhantel heben
Diese Übung stärkt sowohl die Arm- als
auch die Schulter- und Nackenmuskulatur.
rechte. Die Hände sind
knapp schulterbreit
voneinander entfernt.
Stellen Sie sich mit hüftbreit geöffneten
Beinen und leicht gebeugten Knien hin.
Der Besen steht auf den Borsten senkrecht
vor Ihnen. Packen Sie mit beiden Händen
etwa die Mitte des Besenstiels.
Heben Sie den Stiel an,
bis die gebeugten El-
lenbogen Schulterhöhe
erreicht haben. An-
schließend senken Sie
den Besen ab. Strecken
FOTO: S. KRACKE, MÜNCHEN

FOTO: S. KRACKE, MÜNCHEN

FOTO: DPNY

Übungen beim Bügeln

FOTO: S. KRACKE, MÜNCHEN FOTO: DPNY Übungen beim Bügeln Viele Menschen sind der Meinung, Bü- geln

Viele Menschen sind der Meinung, Bü- geln ohne nebenbei fernzusehen geht gar nicht, weil das Bügeln einfach zu lang- weilig ist. Sie können diesen Umstand aber auch anders nutzen – für ein paar Übungen, die Ihre Beine und den Po in Form bringen. Während dieser Übungen sollten Sie einfache, großflächige Texti- lien wie Bettlaken oder Handtücher in Angriff nehmen, die Ihrer Bügelkunst nicht viel abverlangen. Die Spitzenbluse oder das Oberhemd können Sie ein ande- res Mal oder zwischendurch und ohne Bein- und Poübungen in Form bringen.

Übung 1: Knieheben seitwärts

Wie immer sollten Sie mit Aufwärmübun- gen beginnen, die Ihre Beine auf das be- vorstehende Programm vorbereiten. Das können ein paar Kniebeugen, ein kleiner Trab oder das Saugen des Wohnzimmer- teppichs sein.

Innenseite des linken Fußes zeigt nach vorn. Heben Sie das Knie, wenn es geht, so hoch, bis der linke Oberschenkel waagerecht ist. (Siehe Bild.)

Stellen Sie den Fuß wieder ab und heben Sie sofort das rechte Knie auf die gleiche Weise nach außen gedreht an. Wiederho- len Sie dies mit jedem Bein zehnmal.

Üben Sie zügig hintereinander weg, ohne dabei das Tempo zu stark zu steigern. Es kommt mehr darauf an, dass die Knie weit nach oben gehoben und die Oberschenkel zur Seite gedrückt werden.

Übung 2: für einen straffen Po

Stellen Sie sich vor das Bügelbrett, die Beine knapp hüftbreit geöffnet, die Knie leicht gebeugt. Strecken Sie das rechte Bein langsam nach hinten und heben Sie

es an. Der Oberkörper bleibt gerade und kippt nicht nach vorn. Es kommt nicht darauf an, das Bein beim ersten Mal so hoch wie möglich zu halten. Wenn Sie die Übung regelmäßig machen, steigern Sie sich von ganz allein. Achten Sie lieber darauf, dass Sie nicht ins Hohlkreuz fallen.

Wenn Sie ein deutliches Ziehen in Gesäß und Oberschenkeln spüren, halten Sie das Bein hoch genug. Halten Sie nun die Spannung eine Sekunde lang und senken Sie danach das Bein langsam wieder ab. Schließlich stellen Sie den Fuß in die Ausgangsposition.

Jetzt ist das linke Bein dran. Üben Sie auch hier in aller Ruhe. Wenn Sie beide Beine achtmal gehoben und gesenkt haben, schütteln Sie sie locker aus.

gehoben und gesenkt haben, schütteln Sie sie locker aus. Übung 2 Diese Übung sorgt für straffe
Übung 2 Diese Übung sorgt für straffe Oberschen- kel. Sie können dabei ungestört bügeln. Stellen
Übung 2
Diese Übung sorgt für straffe Oberschen-
kel. Sie können dabei ungestört bügeln.
Stellen Sie sich wie gewohnt vor das Bü-
gelbrett. Die Beine sind hüftbreit geöffnet,
die Knie leicht gebeugt. Machen Sie einen
Schritt mit rechts auf der Stelle und heben
Sie das linke Knie hoch. Achtung: nicht
das Knie zum Bügelbrett ziehen, sondern
nach außen gedreht zur Seite heben! Die
Übung 1
Die Wäsche wird ge-
bügelt und nebenbei
gleichzeitig Po und
Oberschenkel gestrafft -
was will man mehr?!
Tipp
FOTO: S. KRACKE, MÜNCHEN

Für Tausendsassa: Wer noch nicht genug davon hat, gleich- zeitig zu putzen und Sport zu treiben, kann nebenbei noch seine Stimme trainieren. Mit einem Lied auf den Lippen geht alles noch einfacher.

FOTO: DPNY

FOTO: DPN Y Beachten Sie dabei folgende sechs Aspekte: 1 Der Kopf ist gerade. Richten Sie
Beachten Sie dabei folgende sechs Aspekte: 1 Der Kopf ist gerade. Richten Sie den Blick
Beachten Sie dabei folgende
sechs Aspekte:
1 Der Kopf ist gerade. Richten Sie den
Blick nach vorn. Später können Sie natür-
lich auf Ihre Handarbeit schauen. Am An-
fang sollten Sie sich jedoch vollständig auf
die Haltung konzentrieren und sich mer-
ken, wie sie sich anfühlt. Auch der Nacken
sollte gerade sein. Der Kopf ist weder in
den Nacken gelegt noch gesenkt. Stellen
Sie sich vor, Sie wären eine Marionette, an
deren Scheitel ein Faden festgebunden ist.
Dieser Faden wird von einem Marionet-
tenspieler nach oben gezogen. Der Nacken
streckt sich automatisch und führt zu der
idealen Körperhaltung. (Siehe Bild.)
2 Lassen Sie die Schultern ganz locker
hängen.

Günstige Fitnessgeräte:

Besen, Kehrer und Co. hat jeder im Haus. Im Haushalt lässt es sich genauso gut trai- nieren wie im Fittnesscenter.

Tipp Natürlich müssen Sie sich zu Hause nicht unbedingt in ein schickes Sportdress werfen. Es
Tipp
Natürlich müssen Sie sich
zu Hause nicht unbedingt in
ein schickes Sportdress werfen.
Es ist aber wichtig, dass Sie
bequeme Kleidung tragen,
die Bewegungsfreiheit
zulässt.

Übungen bei der Handarbeit

Kleine Handarbeiten eignen sich ausgesprochen gut, um nach der Hektik des Tages zur Ruhe zu
Kleine Handarbeiten eignen
sich ausgesprochen gut, um
nach der Hektik des Tages zur
Ruhe zu kommen. Kombiniert
mit ein paar Entspannungs-
übungen können Näh-, Stopf-
und Strickarbeiten einen
meditativen Charakter be-
kommen und Körper und
Geist auf die bevorstehende
Nachtruhe einstimmen. Die
beschriebene Haltung ist der
Technik des chinesischen
Tai-Chi entlehnt.
3 Entspannen Sie das Gesicht. Pressen
Sie die Zähne nicht aufeinander, sondern
entspannen Sie bewusst auch den Kiefer.
Durch viel Stress neigen Menschen dazu,
sich gerade in diesem Bereich zu ver-
krampfen, was im wahrsten Sinne des
Wortes zu einer „verbissenen“ Mimik
führt.
4 Ihr Rücken sollte vom Steißbein bis
hinauf zum Scheitel eine gerade Linie
ergeben.
5 Achten Sie auch darauf, dass die Hüf-
ten locker sind.
Hier finden Sie die Übung,
die der Entspannung dient.
Ob Sie dabei einen Knopf
annähen, eine Socke stopfen
oder einen Pullover stricken,
ist ganz Ihren Bedürfnissen,
Neigungen und Fähigkeiten
überlassen.
6 Schenken Sie nun Ihren Füßen Auf-
merksamkeit. Beide Fußsohlen sollten
vollständig auf dem Boden aufliegen. Die
Zehenspitzen zeigen in der natürlichen
Haltung leicht nach außen.
Handarbeit im Stehen
Es mag Ihnen merkwürdig
erscheinen, einige Zeit im
Wohnzimmer herumzustehen.
Doch wenn Sie es ausprobie-
ren, werden Sie feststellen,
dass es äußerst entspannend
ist.
Versuchen Sie, auf diese Weise stehend
Ihre Arbeit durchzuführen, ohne sich zu
verkrampfen. Denken Sie möglichst nicht
über den Tag oder ungelöste Probleme
nach, sondern konzentrieren Sie sich ganz
auf das Material in Ihren Händen.
Zwischendurch überprüfen Sie immer
wieder, ob auch keine Spannungen in
Ihrem Körper auftreten und ob Sie richtig
stehen. Korrigieren Sie gegebenenfalls
Ihre Haltung.
BUCH-TIPP
Iris Hammelmann:
Stellen Sie sich aufrecht hin,
die Füße sind dabei leicht
geöffnet. Lassen Sie die Arme
locker hängen.
Gehen Sie leicht in die Knie
und schieben Sie das Gesäß
ein wenig nach vorn.
Feg dich fit!
Effektiv trainieren
bei der Hausarbeit,
Urania Verlag,
80 Seiten
€ 10,95
FOTO: S. KRACKE, MÜNCHEN
MEDICOM informiert MEDICOM informiert MEDICOM informiert MEDICOM informiert r INFORMATIONEN FÜR KUNDEN DER MEDICOM PHARMA

MEDICOM informiert

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MEDICOM informiert MEDICOM informiert MEDICOM informiert r INFORMATIONEN FÜR KUNDEN DER MEDICOM PHARMA AG 41.

r

INFORMATIONEN FÜR KUNDEN DER MEDICOM PHARMA AG

41. AUSGABE, AUGUST 2006

Keine Vorbehalte gegen

Omega-3-Fettsäuren

Provokante Schlagzeilen über Omega-3-Fettsäuren verunsicherten vor kurzem die Verbraucher: Mit Verweis auf eine Studie wurde plötzlich verkündet, die essenziellen Omega-3-Fettsäuren seien „nutzlos“.

D ie DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) weist derartige Veröf-

fentlichungen jedoch entschieden zurück und betont, es bestehe weiterhin kein Zweifel an den vielfältigen positiven Wirkungen von Omega-3-Fettsäuren auf unsere Gesundheit.

Laut DGE sind Omega-3-Fettsäu- ren essenzielle Nährstoffe, die der menschliche Körper als Bausteine der Zellhüllen und zur Bildung von Ge- webshormonen dringend benötigt. Auch für die Funktion von Nerven, Muskeln und Augen sind Omega-3-Fettsäu- ren unerlässlich. Eine aktuelle Studie aus Boston kam zu dem Er- gebnis, dass Omega-3- Fettsäuren gegen trocke- ne Augen helfen können. Frauen, die viel Omega-3- Fettsäuren mit der Nahrung zu sich nehmen, senken ihr Risiko für trockene Augen um 20 Prozent im Vergleich zu den Testpersonen mit einem niedri- gen Verzehr von diesen Fettsäuren. Außerdem belegen unzählige Studien die schützende Wirkung langkettiger Omega- 3-Fettsäuren hinsichtlich verschiedener Herz-Kreislauf-Erkrankungen und der Gesamtsterblichkeit, so die DGE.

einer Studie veröffentlichten. Laut DGE handelt es sich dabei jedoch nicht um eine neue Studie. Es dreht sich bei der Untersuchung um eine Analyse der Ergebnisse mehrerer Studien zum Thema Omega-3-Fettsäuren, die in der Vergan- genheit durchgeführt wurden. Zum über- raschenden Ergebnis ihrer Untersuchung räumen die Autoren (Hooper et al.) selbst ein, dass ihre Untersuchung nur dann keinen schützenden Effekt der Omega-3- Fettsäuren vor einem tödlichen Herzin- farkt zeigt, wenn eine bestimmte Studie (DART-2) mit in die Gesamtanalyse einbezogen wird. Den Aufbau und die Ergebnisse dieser Studie beurteilen Wis- senschaftler jedoch schon seit geraumer Zeit skeptisch. Wird diese „Ausreißerstu- die“ aus der Untersuchung ausgeschlos- sen, ergibt die Gesamtanalyse der übrigen Studien wieder eine eindeutige Schutzwirkung der Omega-3-Fettsäuren gegenüber tödlicher ko- ronarer Herzerkran- kungen.

Die Autoren der Untersuchung und die DGE raten daher den Verbrau- chern, auch künftig darauf zu achten, ei- ne ausreichen- de Versorgung mit langketti- gen Omega- 3-Fettsäuren si- cherzustellen. Die DGE empfiehlt, zu diesem Zweck ein- bis zweimal pro Woche Fisch zu essen. Wer dies nicht bewältigt, der kann auch auf die hochwertigen Vitalstoff-Präparate der Medicom Pharma AG zurückgreifen, um seinen Bedarf an Omega-3-Fettsäuren zu decken.

Zu der Behauptung, dass Omega-3- Fettsäuren nutzlos seien, kam es, als eini- ge Medien vor kurzem die Ergebnisse

FOTO: DPNY
FOTO: DPNY

Fische haben einen besonders hohen Anteil an hoch- wertigen Omega-3-Fettsäuren. Die DGE empfiehlt daher, ein- bis zweimal pro Woche Fisch zu essen.

FOTO: THE IMAGE BANK, PHOTOGRAPHER´S CHOICE, DPNY

SCHLAFEN SIE GUT!?

Der Schlaf ist für den Menschen, was das Aufziehen für die Uhr

Arthur Schopenhauer

Warum gesunder Schlaf so wichtig ist, was in der Nacht geschieht und wie wir den Schlaf fördern können.

GRAFIK: DPNY

Begleiten Sie uns auf eine Reise durch die Nacht und erfahren Sie, was wirklich passiert, während wir glau- ben, dass gar nichts passiert.

R und sieben Stunden verschlafen wir Nacht für Nacht. Hochge- rechnet auf ein ganzes Leben

verbringen wir 25 Jahre unseres Daseins mit Schlafen. Schlafen hat einen großen Anteil an unserem Leben – und wir wis- sen recht wenig über den Schlaf. Bevor wissenschaftliche Methoden Einblick in das Gehirn des schlafenden Menschen gewährten, betrachtete man den Schlaf als einen dem Tode ähnlichen Zustand.

In der griechischen Mythologie war der

Gott Hypnos für den Schlaf zuständig, sein Bruder Thanatos für den Tod. Auch

bei den Germanen waren Tod und Schlaf Geschwister. Und sogar im Choral einer Bach–Kantate wird angestimmt: „Komm,

o Tod, du Schlafes Bruder“. Bewusst

erleben wir nur eines am Schlaf – sein Ende. Und genau genommen sind wir dann bereits wach. Rückblickend können wir uns manchmal an Träume erinnern. Der Rest ist Ruhe – nehmen wir an. Doch obwohl wir im Schlaf nach außen hin den Anschein erwecken, als wären wir die Ruhe selbst, sind unser Körper und Geist auch in der Nacht aktiv. Trotzdem sorgt der Schlaf dafür, dass wir den neuen Tag erfrischt beginnen können.

Das Wort „Schlaf“ stammt aus dem Alt- germanischen und leitet sich vom „schlapp werden“ ab – so wurde das typische Erschlaffen der Muskulatur zum Namensgeber für unsere nächtliche Rege- neration. Ist Schlaf wirklich so wichtig? Noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts

hielt man den Schlaf für eine Zeit, in der das Gehirn sozusagen „abgeschaltet“ wird. Die moderne Schlafforschung belehrt uns eines Besseren. Wir haben Deutschlands bekanntesten Schlafforscher, Professor Jürgen Zulley von der Universität Regens- burg, befragt: „Schlafen ist nicht Ruhe, sondern ein hochaktiver Prozess. Im Schlaf finden wichtige Erholungsvorgän-

ge statt, und obwohl es so aussieht, ruht

der Körper dabei nicht.“

und obwohl es so aussieht, ruht der Körper dabei nicht.“ Der Gott Hypnos war in der
und obwohl es so aussieht, ruht der Körper dabei nicht.“ Der Gott Hypnos war in der

Der Gott Hypnos war in der griechischen Mythologie für den Schlaf zuständig. Sein Bruder Thanatos für den Tod. Der Schlaf wurde damals als ein dem Tod ähnlicher Zustand betrachtet.

Sind wir „wach“, während wir schlafen?

Im Schlaf ist der Kontakt unseres Kör- pers zur Umwelt weitestgehend abgebro- chen. Unser Gehirn schläft hingegen nie. Es befindet sich im Schlaf lediglich in einem anderen Bewusstseinszustand. Dass Schlafende nicht wie etwa bei einer

Narkose bewusstlos sind, merkt man auch daran, dass man sie – im Gegensatz zu Bewusstlosen – immer wecken kann.

Träume sind ein untrügliches Kennzei- chen dafür, dass unser Gehirn aktiv bleibt. Ohne dass wir es bemerken, geschieht im Schlaf noch wesentlich mehr – er ist alles andere als „verschwendete“ Zeit.

mehr – er ist alles andere als „verschwendete“ Zeit. Schlafdauer und Lebensalter im Vergleich Schlafdauer in

Schlafdauer und Lebensalter im Vergleich

Schlafdauer in Stunden 15 Traumschlaf Ruhiger 10 Schlaf und Tiefschlaf 5 0 3–5 Monate 5–10
Schlafdauer
in Stunden
15
Traumschlaf
Ruhiger
10
Schlaf und
Tiefschlaf
5
0
3–5 Monate
5–10 Jahre
25–45 Jahre
60+Jahre
Alter

Das Schlafbedürfnis ändert sich im Laufe der Jahre: Während Säuglinge täglich 16 Stunden Schlaf brauchen, kommen ältere Menschen oft mit rund fünf Stunden Schlaf pro Nacht aus. Auch die Länge des Traumschlafs nimmt mit dem Alter ab.

FOTO: PHOTS.COM

FOTO: PHOTS.COM Der Ammenschlaf: Egal in welchem Schlafstadium sich die Mutter befindet – fängt das Baby

Der Ammenschlaf: Egal in welchem Schlafstadium sich die Mutter befindet – fängt das Baby an zu wimmern, wacht die Mama sofort auf

Wachzustand Traumschlaf
Wachzustand
Traumschlaf

Links: unser Gehirn im Wachzustand. Verblüffend ist, dass es weniger aktiv ist als im Traumschlaf (rechts). Der weiße Anteil, der für geringe Aktivität steht, ist links größer als bei der Abbildung des Gehirns im Traumschlaf.

Die Stationen der Nacht

Einschlaf-

phase

Leichter

Schlaf

Leichter

Tiefschlaf

Tiefschlaf

Uhrzeit

23.00

Traumschlaf

0.00

1.00

Traumschlaf

2.00

WAS IN DER NACHT PASSIERT

Die Stationen der Nacht

Schlaf ist kein gleichförmiger Zu- stand. Im Gegenteil! In der Zeit vom Einschlafen bis zum Aufwa- chen durchlebt unser Körper verschiedene Phasen, die jeweils von charakteristischen Merkma- len geprägt sind. Dieses Wechsel- spiel der unterschiedlichen Schlafphasen bezeichnen Schlaf- forscher wie Professor Zulley als Schlafarchitektur.

Abfahrt – grünes Licht für den Schlaf

Unsere innere Uhr gibt uns mithilfe von Hormonen das Signal „Zeit zum Schla- fen“. Bei Dunkelheit bildet die Zirbeldrüse – eine kleine Drüse im Gehirn – das Hormon Melatonin, das uns Müdigkeit verspüren lässt. Gehen wir dann ins Bett, stellt unser Körper alle Weichen in Rich- tung Schlaf. Einschlafen ist ein langsamer Prozess. Zumeist dauert es 15 Minuten, bis wir eingeschlafen sind.

In unserem Gehirn lässt langsam die Aktivität nach und die Muskulatur ent- spannt sich. Noch können Geräusche und Störungen den Nachtzug „Schlaf“ anhalten. Bleiben wir aber ungestört, ver- lässt der Zug den Bahnhof „Wachsein“.

ungestört, ver- lässt der Zug den Bahnhof „Wachsein“. 23.00 bis 0.00 Uhr Augenrollen Das erste Schlafstadium,

23.00 bis 0.00 Uhr

Augenrollen

Das erste Schlafstadium, den leichten Schlaf – eine Übergangsphase zwischen Wachen und Schlafen, empfindet der Schläfer als Dösen; erwacht er wieder, dann kann er nicht einschätzen, ob er bereits geschlafen hat oder ob ihm nur kurz die Augen zugefallen sind. Charak- teristisch für dieses Stadium sind die Pendelbewegungen der Augen, die lang- sam hin und her rollen. Werden wir jetzt nicht gestört, erreichen wir nach weni- gen Minuten das Stadium 2, den leichten Tiefschlaf.

Dunkle Nacht

Die Messgeräte in einem Schlaflabor könnten jetzt feststellen, dass wir schla- fen. Der Körper beginnt, sich nach außen hin abzuschotten. Die Muskelspannung lässt nach und die Gehirnaktivität be- ginnt sich zu verändern. Die langsamen

GRAFIK: DPNY

Traumschlaf

Traumschlaf

Traumschlaf

 

Während wir schlafen, durchlaufen wir ver- schiedene Stationen. In der Tiefschlafphase befinden wir uns zum Beispiel nur in der ersten Hälfte der Nachtruhe. Ab ca. 3.00 Uhr bewegen wir uns zwischen leich- tem Tiefschlaf und leichtem Schlaf. Der so genannte Traumschlaf erreicht ungefähr fünf- mal seinen Höhepunkt,

Wachzustandwährend wir schlafen.

während wir schlafen.

TraumschlafHöhepunkt, Wachzustand während wir schlafen. Tiefschlaf 3.00 4.00 5.00 6.00 7.00 Augenbewegungen hören

TiefschlafWachzustand während wir schlafen. Traumschlaf 3.00 4.00 5.00 6.00 7.00 Augenbewegungen hören auf. Wir

3.00

4.00

5.00

6.00

7.00

schlafen. Traumschlaf Tiefschlaf 3.00 4.00 5.00 6.00 7.00 Augenbewegungen hören auf. Wir ent- spannen uns und

Augenbewegungen hören auf. Wir ent- spannen uns und bewegen uns nur noch selten. Weil die bei der Muskelarbeit entstehende Wärme fehlt, sinkt unsere Körpertemperatur um ein halbes Grad. Gegen 3.00 Uhr hat sie ihren Tiefpunkt erreicht. Unser Herzschlag und unsere Atmung verlangsamen sich. Der Blut- druck sinkt. Wir schlafen fest.

Nachtarbeit

Jetzt beginnt das Immunsystem mit den Reparaturarbeiten. Die Belastungen des vergangenen Tages werden wettgemacht und es bereitet sich auf den anstehenden Tag vor. Das Immunsystem ist in der Nacht sogar aktiver als tagsüber. Deshalb ist unsere Reise durch die Nacht auch so wichtig für unsere Gesundheit.

Wir werden renoviert

Etwa zwanzig Minuten später beginnt der Tiefschlaf. Die Menge des Wachstumshor- mons, das in unserem Körper kreist, ist jetzt besonders hoch. Die Körperzellen beginnen, sich zu teilen und zu vermeh- ren, Kinder wachsen jetzt ein Stück und Wunden heilen. Aus dem Knochenmark fließt neues Blut in die Adern, die Haut bildet neues Gewebe, es entstehen neue Abwehrzellen, die nach unerwünschten

Eindringlingen wie Viren und Bakterien suchen und sie unschädlich machen. Vitalstoffe sind an diesen Prozessen der Erneuerung unmittelbar beteiligt.

Gedächtnisarbeit

Die Nervenzellen im Gehirn sind eben- falls rege. Sie wiederholen Dinge, die wir während des Tages gelernt haben, und legen diese Informationen im Langzeit- gedächtnis ab. So werden diejenigen Nervenverbindungen stabilisiert, die für bestimmte Erinnerungen und Fähigkei- ten zuständig sind. Wir befinden uns jetzt in der wichtigsten Phase der Erholung. Der Körper und die Augen bewegen sich nicht. Das Herz schlägt so langsam wie im ganzen Schlafzyklus nicht wieder, der Blutdruck fällt erneut und wir atmen ruhiger und tiefer als in allen anderen Schlafphasen. Sollte jemand versuchen, uns jetzt zu wecken, würde es ihm sehr schwer fallen. Doch das Bewusstsein ist auch in diesem Schlafstadium nicht ganz abgeschaltet. Lebenswichtige Geräusche werden weiterhin registriert und wecken uns auf. Besonders deutlich wird dies am Beispiel des so genannten „Ammen- schlafs“: Das Wimmern ihres Babys weckt eine Mutter in jedem Schlafstadi- um sofort auf.

0.00 bis 1.30 Uhr Uhr

Zwischentraum

Wir treten in die erste von insgesamt fünf Traumstationen ein. Der Traumschlaf wird auch REM-Schlaf genannt. REM bedeutet „rapid eye movements“, zu Deutsch „schnelle Augenbewegungen“. In dieser Schlafphase bewegen sich die Au- gen schnell hin und her und wir träumen. Oft wachen wir auch kurz auf, ohne uns am nächsten Morgen daran zu erinnern. Der erste Traumschlaf ist kurz und dauert nur zehn Minuten. Dennoch ist unser Ge- hirn in dieser Zeit mindestens so aktiv wie tagsüber. Während die Augen hin und her rasen, als würden wir einem Tennisspiel zusehen – die Augenbewegungen kann ein außen Stehender durch die geschlos- senen Lider beobachten – laufen im Kopf unsere Traumfilme ab. Damit wir uns dabei nicht verletzen, weil der Körper die mitunter wilden Träume in Bewegungen umsetzt, sind die Muskeln so entspannt, dass wir weder Arme noch Beine bewegen können. Daher träumen wir in dieser er- sten Phase auch oft, dass wir uns nicht bewegen können. Der Körper ist – obwohl wir uns nicht bewegen können – durchaus

können. Der Körper ist – obwohl wir uns nicht bewegen können – durchaus MEDI COM 41.
Im Traum zapfen wir unser Unterbewusstsein an – hier ist enormes Potenzial vorhanden. Billy Joel
Im Traum zapfen wir unser Unterbewusstsein an – hier ist enormes Potenzial vorhanden. Billy Joel fand zum Beispiel seine Melodien im Schlaf,
Paul Horowitz entdeckte Lösungen für seine wissenschaftlichen Probleme und Salvador Dalí erhielt Inspirationen für seine Bilder. Sein berühmtes Bild
„Der Schlaf“ zeigt, welche Vorstellung der Surrealist vom Schlaf hatte (1937).
FOTO: SALVADOR DALI

aktiv. Das Herz schlägt heftig, der Blut- druck steigt, die Geschlechtsteile sind stark durchblutet und der Atem geht schnell und unregelmäßig. Bei Männern kann es in den REM-Phasen zu einer Erektion kommen, bei Frauen nimmt die Durchblutung der Klitoris zu – wobei das nicht auf erotische Träume zurückzu- führen ist, sondern rein organische Ursa- chen hat. Man könnte annehmen, dass auch Schlafwandler in diesen Minuten unterwegs sind – doch diese unbewussten Unternehmungen vollführen sie während der Tiefschlafphasen.

Nächtliche Verdauung

Die gründliche nächtliche Verdauung setzt ein. Der Dünndarm und der End- darm verarbeiten jetzt die vorverdaute Nahrung. Dabei atmen wir ruhig, während der Blutdruck weiter fällt und seinen nächtlichen Tiefstand erreicht.

weiter fällt und seinen nächtlichen Tiefstand erreicht. 1.30 bis 3.00 Uhr In diesem Zeitraum befinden wir

1.30 bis 3.00 Uhr

In diesem Zeitraum befinden wir uns in einem leichteren Tiefschlaf, in dem wir auch für längere Zeit bleiben. Wir drehen uns hin und her. Die nächtlichen Bewe- gungen dienen in erster Linie zur Regu- lierung unseres Wärmehaushaltes.

Der zweite Traum

Die zweite Reise ins Reich der Träume ist wilder, intensiver und länger als die ers- te, die bereits hinter uns liegt. 20 Minu- ten lang träumen wir nun seltsame und zusammenhangslose Dinge. Wir werden uns nicht mehr an diese Träume erin- nern, wenn wir jetzt nicht aufwachen und länger als drei Minuten wach bleiben – was in diesem Moment höchst unwahrscheinlich ist. Die Muskulatur ist währenddessen fast gelähmt, sodass wir nur hier und da ein wenig zucken.

Ende der Renovierungsarbeiten

Etwa 20 Minuten später beginnt der Blutdruck langsam wieder zu steigen. Die Produktion neuer Körperzellen wird nach und nach eingestellt. Was bis jetzt nicht repariert wurde, wird bis zur nächs- ten Nacht warten müssen. Im Verdau- ungssystem wird die Nahrung so weit aufgearbeitet, dass Energie daraus ge- wonnen werden kann. Auch die wenig geliebten Fettreserven werden in diesem Teil der nächtlichen Reise angelegt.

werden in diesem Teil der nächtlichen Reise angelegt. 3.00 bis 4.30 Uhr Dritter Traum und erstes

3.00 bis 4.30 Uhr

Dritter Traum und erstes Erwachen

Die dritte Traumreise wird die längste, in- tensivste und anschaulichste dieser Nacht sein. Die Wahrscheinlichkeit, aufzuwachen und länger als drei Minuten wach zu blei- ben, ist jetzt relativ hoch. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns nach unserer Ankunft an diese Traumfahrt erinnern. Der Schlaf ist zu diesem Zeit- punkt nur noch leicht, weshalb wir auch eher aufwachen.

Der Hormonwecker beginnt zu ticken

Zu diesem Zeitpunkt beginnen auch die Botenstoffe, uns langsam auf das Aufwa- chen vorzubereiten. Die eigentliche Erho- lung ist in dieser Schlafphase bereits ab- geschlossen, dennoch ist noch Schlaf not- wendig. Jetzt wird Tiefschlaf nachgeholt, wenn dieser in vorhergehenden Nächten zu kurz gekommen war. Langsam beginnt die Körpertemperatur wieder anzusteigen.

Langsam beginnt die Körpertemperatur wieder anzusteigen. 4.30 bis 6.00 Uhr Erneute Traumfahrt Wir fallen wieder in

4.30 bis 6.00 Uhr

Erneute Traumfahrt

Wir fallen wieder in einen Traum. Jetzt dauern die Träume bis zu einer halben Stunde an und wir werden uns mit ziem- licher Sicherheit an sie erinnern.

Wissenschaftler wollen es genau wissen: Der Schlaf wird erforscht. An der Medizinischen Universität Lübeck wird
Wissenschaftler wollen es genau wissen: Der Schlaf wird erforscht. An der Medizinischen
Universität Lübeck wird ein schlafender Proband untersucht, um seine aktuelle Schlafphase zu
ermitteln.

Denn wo die Sorge haust, lässt sich der Schlaf nicht nieder.

William Shakespeare

Kennen wir alle: Wer nachts nicht ausreichend Schlaf bekommt, hat morgens große Lust, den Wecker
Kennen wir alle: Wer nachts nicht ausreichend Schlaf
bekommt, hat morgens große Lust, den Wecker einfach
wieder auszustellen
FOTO: MARC STEINMETZ/ VISUM
FOTO: PHOTOS.COM

Letzter Tiefschlaf

Richtig tief werden wir nicht mehr schla- fen können, aber dennoch wird unser Schlaf jetzt noch einmal etwas fester. Dabei kommt sogar leichter Hunger auf. Der Magen wird jetzt stärker durchblutet und wartet auf das Frühstück. Die Nieren erhöhen die Harnproduktion und die Körpertemperatur ist mit 36,5 Grad Cel- sius schon fast wieder auf Tagesniveau.

mit 36,5 Grad Cel- sius schon fast wieder auf Tagesniveau. Ab 6.00 Uhr Letzter Traum vor

Ab 6.00 Uhr

Letzter Traum vor Ankunft im „Wachsein“

Zum letzten Mal in dieser Nacht träumen wir. Jetzt sind die Träume besonders lang und wir werden uns mit großer Wahr- scheinlichkeit am nächsten Tag noch an die Bilder erinnern können.

Ende der Nachtfahrt

Die Verdauung sendet erste Signale, dass es langsam Zeit für den morgendlichen Toilettengang wird. Teilweise ist der Film der letzten Traumreise noch gar nicht richtig zu Ende geträumt, da sind wir schon wach. Willkommen an einem neuen Tag.

WARUM WIR SCHLAFEN MÜSSEN

Das Phänomen Schlaf und dessen Sinn beschäftigen die Menschheit schon seit langem. Leonardo da Vinci brachte das Geheimnisvolle des menschlichen Schlafes auf den Punkt: „Was ist das? Der Mensch wünscht es sich herbei, und wenn er es endlich hat, lernt er es nicht kennen.“

Schlaf ist lebensnotwendig. Man weiß aus Tierexperimenten, dass langfristiger Schlafentzug den Tod zur Folge hat. Der Weltrekord im Schlafentzug eines Men- schen liegt bei elf Tagen und Nächten. Doch egal wie lange Versuchspersonen sich wach halten können, spätestens nach 24 Stunden werden sie so müde und unkonzentriert, als hätten sie ein Promille Alkohol im Blut. Unser Organismus braucht den Schlaf. Während des Schla- fens finden Erholungsprozesse statt, das Immunsystem wird gestärkt und Nahrung wird verdaut und in Energie umgewan- delt. Auch das Gehirn braucht diese Phase, um Erfahrungen zu speichern. Den Sinn von Träumen kann man bisher noch nicht zweifelsfrei klären. Doch während

der Tiefschlaf für die körperliche Regene- ration wichtig ist, scheint der REM-Schlaf mit seinen Traumgeschichten für die psychische Erholung zuständig zu sein.

Diese Prozesse müssen ungestört ablaufen, deshalb sind während des Schlafens die Verbindungen zur Umwelt auf ein Mini- mum reduziert. Das Gehör nimmt zwar noch Geräusche wahr, das Gehirn weckt uns aber nur dann, wenn diese Gefahr signalisieren könnten. Deshalb schlafen wir in einer ungewohnten Umgebung auch schlechter und wachen häufiger auf. Die Geräusche sind zu unbekannt, um uns „gefahrlos“ weiterschlafen zu lassen. Auch auf Temperaturänderungen reagieren wir während des Schlafens. Wird der Schlaf und mit ihm der Erholungsprozess behin- dert, sind über kurz oder lang Störungen die Folge. Zu wenig Schlaf kann krank machen und sogar die Lebenszeit verkür- zen. Schlafmangel kann außerdem dick machen. Im Schlaf sorgt das appetithem- mende Hormon Leptin dafür, dass wir kei- nen Hunger haben. Tagsüber überkommt

mende Hormon Leptin dafür, dass wir kei- nen Hunger haben. Tagsüber überkommt MEDI COM 41. Ausgabe,

Das Nachtprogramm des Körpers

 
  Gehirn
  Gehirn

Gehirn

 

Das Denkorgan arbeitet nachts anders. Er- kennbar ist das beispielsweise an einer verän- derten elektrischen Aktivität der Nervenzellen.

 
  Zirbeldrüse
  Zirbeldrüse

Zirbeldrüse

 

Hier wird vermehrt das Schlafhormon Melato- nin ausgeschüttet. Es steuert den Tag-Nacht- Rhythmus des Körpers.

 
  Augen und Nase
  Augen und Nase

Augen und Nase

 

Der Informationsfluss von diesen Organen zum Gehirn ist nahezu abgeschaltet. Das kann gefährlich sein: Bei einem Brand etwa registriert der Schläfer den Rauch nicht.

 
  Verdauung
  Verdauung

Verdauung

 

Der Magen-Darm-Trakt arbeitet in den frühen Morgenstunden auf Hochtouren.

Muskeln
Muskeln

Muskeln

 

Sie erschlaffen während bestimmter Schlaf- phasen. Kurzzeitig ist der Körper dadurch wie gelähmt.

 
  Blutdruck
  Blutdruck

Blutdruck

 

In den Nachtstunden sinkt er deutlich: Um bis zu 30 Prozent nimmt er ab.

Herz und Lunge
Herz und Lunge

Herz und Lunge

 

Puls und Atmung werden langsamer. Der Kreislauf läuft sozusagen auf Sparflamme.

uns dagegen im Laufe von acht Stunden des Öfteren ein Hungergefühl. Dafür ist der Gegenspieler des Leptins verantwortlich, das Ghrelin. Wenn wir zu wenig schlafen, verschiebt sich das Gleichgewicht der beiden Hormone zu- gunsten des Ghrelins. Die Folge: Uns fehlt ein Sättigungsgefühl und wir verspüren Hunger. So kann schlechter Schlaf sogar zu Übergewicht führen. Das konnte vor kurzem eine US-amerikanische Langzeit- studie bestätigen, die im Magazin „New Scientist“ veröffentlicht wurde. Frauen, die täglich höchstens fünf Stunden schliefen, nahmen mehr zu als Frauen mit sieben Stunden Bettruhe – und zwar durchschnittlich 0,7 kg.

Schließlich benötigen wir den Schlaf um zu lernen. Wir speichern im Schlaf nicht nur das Gelernte des Tages ab, sondern es wird automatisch auch optimiert. Unser Gehirn durchläuft, während wir schlafen, noch einmal den ganzen Tag und wieder- holt die Prozesse, die es am Tag voll- bracht hat – mit allen Informationen, die wir aufgenommen haben. Dabei werden diese Informationen optimal ausgewertet. Zu wenig Schlaf macht deshalb nicht gleich dumm, auf jeden Fall aber weniger klug.

Winterschlaf – warum nicht? Wenn der Schlaf so ungemein wichtig ist, warum verschlafen wir Menschen
Winterschlaf –
warum nicht?
Wenn der Schlaf so ungemein wichtig
ist, warum verschlafen wir Menschen
nicht einfach den Winter? So manch
einer von uns täte das wohl nur zu
gern. Doch abgesehen davon, dass der
Winterschlaf bei Menschen biologisch
nicht vorgesehen ist, handelt es sich
beim Winterschlaf der Tiere auch nicht
einfach nur um einen verlängerten
Schlaf. Mithilfe des Winterschlafs
überstehen die Tiere, wie z.B. der
Igel oder das Murmeltier, die kalte
Winterzeit. Dabei zehren sie von ihren
Körperfettreserven. Um den Energie-
verbrauch der Tiere möglichst einzu-
schränken, werden die Körpertempera-
tur, die Atmung und der Blutdruck
extrem verringert – weit mehr als im
normalen Schlaf des Menschen. Im
Winterschlaf sind auch – im Gegensatz
zum menschlichen Schlaf – so gut wie
keine Gehirnaktivitäten vorhanden.
Andere Tiere, wie zum Beispiel das
Eichhörnchen, halten dagegen ledig-
lich eine Winterruhe, das heißt, ihre
Körpertemperatur wird nicht ganz so
stark gesenkt, und sie unterbrechen
ihren Schlaf alle paar Wochen – vor
allem bei milder Witterung – um auf
Nahrungssuche zu gehen. In den
Wachphasen füllen die Tiere somit
einen Großteil der verbrauchten Fett-
reserven auf und heizen ihre Körper-
temperatur wieder an.
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Eulen

• Viele jüngere Menschen

• Eher extrovertiert

• Meist gute Anpassung an Schichtarbeit

• Steht zwei Stunden später auf als Lerchen

• Eher Langschläfer

• Schlafdauer oft unterschiedlich

• Manchmal Schlafprobleme

• Probleme, sich an die Arbeitszeit zu halten

• Fühlt sich tagsüber manchmal müde

• Übt Sport lieber nachmittags und abends aus

• Mag Sex lieber spät abends und nachts

Abendtyp

Morgens müde

Lerchen

• Viele ältere Menschen

• Eher introvertiert

• Schlechtere Anpassung an Schichtarbeit

• Geht 1,5 Stunden früher zu Bett als Eulen

• Eher Kurzschläfer

• Schlafdauer meistens gleich

• Meist ohne Schlafprobleme

• Wenig Probleme mit der Arbeitszeit

• Fühlt sich tagsüber frisch

• Übt Sport gern morgens aus

• Hat oft morgens Lust auf Sex

Morgentyp

Abends müde

Woran man Eulen und Lerchen erkennt

Nicht nur in der Tierwelt sind sie sehr verschieden: Auch die menschlichen „Lerchen“ und „Eulen“ unterscheiden sich wie „Tag und Nacht“.

VON LERCHEN UND EULEN

„Es war die Nachtigall und nicht die Lerche“, sagte Julia zu Romeo beruhigend, als er nach der verbotenen Liebesnacht aufschreckte. Erst die Lerche, die den nahenden Tag ankündigt, zwingt ihn zur Flucht.

Die Schlafforschung hat die Namen der nacht- und tagaktiven Vögel den Men- schen mit den jeweiligen Schlafgewohn- heiten zugedacht. Man bezeichnet daher Menschen, die früh zu Bett gehen und früh aufstehen, als „Lerchen“ und solche, die ihre Schlafperiode später in die Nacht verschoben haben und erst spät am Morgen erwachen, als „Eulen“. „Morgen- stund hat Gold im Mund“ gilt nur für die „Lerchen“, „Eulen“ tun sich schwer mit dem frühen Aufstehen und werden daher oft als disziplinlos angesehen. Eine ungerechte Abwertung, denn mor- gens mit bester Laune aus dem Bett zu

springen, ist nicht einfach trainierbar. Es ist zum Teil genetisch vorgegeben, doch auch das Alter und die Lebensumstände spielen eine Rolle. Während die Jugend zum „Eulentum“ neigt, beginnen die meisten Menschen, sich mit den Jahren zu „Lerchen“ zu entwickeln. Es gibt sie also tatsächlich, die Morgen- und die Abendtypen, und aus einer „Eule“ lässt sich nicht einfach eine „Lerche“ machen. Die meisten Menschen tendieren zwar zur einen oder zur anderen Seite, gehören aber trotzdem in das Mittelfeld der Normalschläfer. Nur 15 Prozent sind ganz eindeutig „Lerchen“ oder „Eulen“.

Nur 15 Prozent sind ganz eindeutig „Lerchen“ oder „Eulen“. MEDI COM 41. Ausgabe, August 2006 31
Auch erholsam: Mittagsschlaf im Vergleich ein kleines Nickerchen am Nachmittag. Besonders beliebt ist der Mittags-
Auch erholsam:
Mittagsschlaf im Vergleich
ein kleines
Nickerchen am
Nachmittag.
Besonders beliebt
ist der Mittags-
schlaf bei den
Chinesen.
Der so genannte
Schlüsseltrick:
20 %
42 %
100 %
Anteil der deutschen
Bevölkerung, die einen
Mittagsschlaf hält
Anteil der griechischen
Bevölkerung, die mind.
dreimal pro Woche
mittags Siesta hält
Anteil der erwerbs-
tätigen Chinesen, die
per Gesetz Mittags-
schlaf halten
Wer nur ein kurzes
Nickerchen machen
möchte, sollte einen
Schlüssel in der Hand
halten. Nach ca.
15 Minuten sind wir
so entspannt, dass
uns der Schlüssel aus
den Fingern gleitet.
GRAFIK: DPNY
FOTO: DPNY
FOTO: PHOTOS.COM

Langschläfer und Kurzschläfer

So wie die Menschen bevorzugt zu unter- schiedlichen Zeiten schlafen, gibt es auch Unterschiede, was die Schlafdauer betrifft. Die meisten Menschen schlafen zwischen sieben und acht Stunden. Im 16. Jahrhundert empfahl der Arzt Paracelsus, sich nach der Sonne zu richten, mit ihr aufzustehen und bei Sonnenuntergang zu Bett zu gehen. Es gibt nur wenige Men- schen, die grundsätzlich länger als zehn oder kürzer als fünf Stunden schlafen. In Studien hat man herausgefunden, dass etwa sieben Stunden Schlaf pro Nacht am gesündesten sind. Wer etwas mehr oder weniger schläft, sollte sich deshalb aber keine Sorgen machen – zumal wir mit zunehmendem Alter ohnehin weniger schlafen. Professor Zulley meint dazu:

„Ältere Menschen schlafen im Durchschnitt nachts kür- zer. Sie werden häufiger wach und ihr Schlaf ist leichter. Das heißt, er beinhaltet weni- ger Tiefschlaf. Ältere Menschen sind daher am Tag oft müde und neigen dazu, auch tagsüber zu schlafen.“

Mittagsschlaf und Kurzschlaf

Von individuellen Unterschieden wie Tag- oder Nachtmensch und von der üblichen Schlafdauer abgesehen, erreicht der Mensch etwa um 10.30 Uhr sein Leis- tungsmaximum. Danach geht die Kurve der Leistungsfähigkeit nach unten. Zwi- schen 13.00 und 14.00 Uhr ist sie am tiefsten Punkt. Erst am späten Nachmit- tag geht es wieder aufwärts. Da liegt es doch nahe, dieses Tief für ein kleines Nickerchen zu nutzen. Zahlreiche Stu- dien haben bewiesen, dass ein kurzes Schläfchen die Reaktions- und Konzen- trationsfähigkeit deutlich erhöht. Im englischen Sprachraum spricht man von „Powernapping“. Letztlich handelt es sich dabei aber um nichts anderes als das altbekannte Mittagsschläfchen. Wer un- ter Ein- und Durchschlafstörungen in der Nacht leidet, sollte jedoch davon abse- hen. Denn der Mittagsschlaf kann dazu führen, dass man am Abend weniger müde ist und daher schlechter einschla- fen kann. Grundsätzlich sollte das Mit- tagsschläfchen nicht zu lang ausfallen. Wie der Schlaf in der Nacht verläuft auch der Mittagsschlaf in verschiedenen Schlafstadien. Das Minimum für den Erholungswert liegt bei zehn Minuten.

15 bis 30 Minuten Mittagsschlaf sind ideal. Wer länger schläft, wird danach Schwierigkeiten haben, wieder wach zu werden, denn er hat dabei bereits die Schwelle zum Tiefschlaf überschritten. Professor Zulley rät außerdem, vor dem Nickerchen eine Tasse Kaffee zu trinken. Das Koffein wirkt erst nach etwa 30 Minuten. Daher stört es nicht beim Einschlafen, hilft aber pünktlich nach dem Mittagsschlaf wieder aufzuwachen.

Der Schlüsselschlaf

Wer zwischendurch einen erholsamen Kurzschlaf einlegen möchte, aber ver- hindern will, dass er fest einschläft, kann sich eines Tricks bedienen. Die Idee: Ein Schlüssel oder Löffel wird in der Hand gehalten und fungiert als Wecker, der zu Boden fällt und uns aufweckt, wenn wir drohen, zu tief einzuschlafen. Je tiefer wir schlafen, desto entspannter sind wir. Nach etwa 15 Minuten sind die Muskeln so locker, dass uns der Löffel aus der Hand gleitet. Macht er dann genug Radau, wachen wir auf – man sollte also sicherstellen, dass er lautstark auf- kommt.

Besser und entspannender ist es aller- dings, sich einen Wecker zu stellen.

Professor Jürgen Zulley ist Diplom-Ingenieur, Diplom- Psychologe und Professor für biologische Psychologie an der
Professor Jürgen Zulley ist Diplom-Ingenieur, Diplom-
Psychologe und Professor für biologische Psychologie an der
Universität Regensburg. Seit über 30 Jahren ist er auf den
Gebieten der Schlafforschung und Chronobiologie tätig. Der
Autor zahlreicher Bücher über gesundes Schlafen beantwor-
tet in diesem Interview unsere Fragen zum Thema Schlaf.
Wer nachts den Kopf nicht abstellen kann, findet keine Ruhe. Gedanken um Probleme halten uns davon ab,
in den Schlaf zu finden.
FOTO: STONE

SCHLAFEN WIR GUT?

INTERVIEW MIT PROFESSOR JÜRGEN ZULLEY

Professor Jürgen Zulley ist wohl der bekannteste Ex- perte in Sachen Schlaf. Wir hatten Gelegenheit, ihn zu diesem Thema zu befragen.

MEDICOM: Herr Professor Zulley, fast jeder zweite Deutsche hat einen gestör- ten Schlaf und sogar mehr als jeder zehnte leidet unter einer Schlafstörung. Das klingt erschreckend. Wie kommen Sie zu diesen Zahlen?

Professor Zulley: Auf Basis von reprä- sentativen Umfragen wurden 4.000 Deutsche telefonisch interviewt. Mit

dieser Umfrage kamen wir auf 42 Pro- zent Menschen „mit immer wieder mal gestörtem Schlaf“ – das heißt mit Störungen, die nicht behandlungsbe- dürftig sind. Die Zahl der behandlungs- bedürftigen Schlafstörungen ist nicht ganz genau festzulegen, sie schwankt zwischen zehn und 17 Prozent.

MEDICOM: Was ist der Unterschied zwi- schen einem gestörten Schlaf und einer Schlafstörung?

Professor Zulley: Die Aussage „Mein Gott, was hab ich wieder schlecht ge- schlafen“ ist wahrscheinlich erst einmal ein Anzeichen für einen momentan ge- störten Schlaf. Eine behandlungsbedürfti- ge Schlafstörung dagegen erkennt man an drei wichtigen Punkten. Erstens äußert sie sich darin, dass der Schlaf gestört ist. Zweitens ist der Betroffene dadurch am

Tag deutlich beeinträchtigt. Drittens dau- ert diese Störung mindestens über vier Wochen, jede Nacht und jeden Tag, an. Der entscheidende Punkt ist nicht, dass der Schlaf in der Nacht gestört ist, son- dern dass sich dies auch auf den Tag danach auswirkt. Und das nicht nur hin und wieder, sondern praktisch immer.

MEDICOM: Gesunder Schlaf ist ein The- ma, das viele Menschen beschäftigt. Sie werden oft als Experte zu Interviews ein- geladen. Gibt es wirklich so viel Unwissen über den richtigen Schlaf?

Professor Zulley: Ja, das ist schon er- staunlich. Viele Menschen denken, wenn sie nachts aufwachen: „Um Gottes willen, ich MUSS doch schlafen.“ Andere wieder- um glauben, die Schlafdauer sei so enorm wichtig. Doch wie lange wir schlafen, ist gar nicht so ausschlaggebend.

so enorm wichtig. Doch wie lange wir schlafen, ist gar nicht so ausschlaggebend. MEDI COM 41.
„Wie man sich bettet, so liebt man“ – angeblich soll man an der Art und
„Wie man sich bettet, so liebt man“ – angeblich soll man an der Art und Weise, wie ein Paar zusammen einschläft, erkennen können, wie die beiden in
der Beziehung zueinander stehen
FOTO: TAXI

MEDICOM: Was ist denn wichtig? Dass man erholt ist am nächsten Tag?

Professor Zulley: Genau. Das ist die richti- ge Konsequenz. Es ist die Qualität des Schlafs, die zählt. Es wäre falsch, zu sa- gen, dass die Länge überhaupt keine Rolle spielt. Aber sie spielt eine viel geringere Rolle, als die meisten annehmen.

MEDICOM: Manche Menschen legen sich ins Bett und befürchten sofort, „wieder“ nicht richtig schlafen zu können. Was ra- ten Sie den Betroffenen?

Professor Zulley: Daran kann man schon erkennen, dass viele Schlafstörungen im Kopf entstehen. Wer mit diesem Gedanken ins Bett geht, erschafft eine „sich selbst erfüllende Prophezeiung“ und kann dann tatsächlich nicht schlafen. So etwas kann man „umlernen“. In unserer Schlafschule lernen die Betroffenen, ihre Erwartungs- haltung zum Thema Schlafen zu ändern. Sie sollen eine Art „Ignoranz“ dem Schlaf gegenüber entwickeln, das heißt, es soll ihnen beim Zubettgehen gleichgültig sein, ob sie einschlafen oder nicht.

MEDICOM: Warum schlafen Menschen schlecht? Hat man früher besser geschla- fen?

Professor Zulley: Es gibt dazu keine aus- sagefähigen Statistiken, früher sprach man nicht über Schlafstörungen. Den- noch glaube ich, dass Schlafstörungen zugenommen haben, weil unsere Lebens- weise eher schlaffeindlich ist. In der Ar- beitswelt herrscht ein erhöhter Zeitdruck. Dazu kommt die Reizüberflutung durch Werbung und Medien – all das wirkt sich ungünstig auf den Schlaf aus. Schlafen hat zudem ein schlechtes Ansehen in un- serer Gesellschaft, weil es als „Arbeitsver- weigerungshaltung“ angesehen wird. Es gibt genügend Leute, die sich damit brüs- ten, mit sehr wenig Schlaf auszukommen, und sich aus diesem Grund als besonders leistungsstark empfinden. Das ist aber Unsinn, denn wir Menschen müssen uns im Gegensatz zu Maschinen erholen. Nur ausgeschlafene Mitarbeiter können etwas leisten.

MEDICOM: Wir kamen bereits auf das Thema „Schlafschule“. Sie haben diese Schule ja sozusagen erfunden. Wie kann man sich eine solche „Schlafschule“ vorstellen?

Professor Zulley: Es handelt sich dabei zumeist um ein Wochenendseminar. In

diesem Seminar lernen die Teilnehmer, was Schlaf ist. Sie lernen den richtigen Umgang mit Schlaf. Deshalb habe ich diese Seminare „Schlafschule“ genannt. Man kann lernen, wieder einen gesunden Schlaf-wach-Rhythmus zu entwickeln. Es geht dabei um Informationen – zum Bei- spiel über die Erwartungshaltung an den Schlaf, über die wir schon gesprochen haben – und es geht um Tipps für eine „Schlafkultur“. Damit meine ich eine Ta- gesgestaltung, die es ermöglicht, abends zu schlafen. Das beinhaltet Pausen bei der Arbeit, das richtige Abendessen und wie man den Abend am besten gestaltet. Ebenso wichtig ist auch die Gestaltung des Schlafzimmers. Die Seminare finden deutschlandweit mit ausgebildeten Schlaf- lehrern statt. Einmal im Monat gebe ich selbst in der Nähe von Würzburg ein Seminar. Wer sich für ein Schlafseminar interessiert, kann sich bei unten stehender Telefonnummer anmelden. Fast alle Kran- kenkassen erstatten die Kosten.

MEDICOM: Herr Professor Zulley, wir danken Ihnen für dieses Interview.

Telefonhotline für Fragen:

0941 / 9428271

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Viele geben dem Vollmond die Schuld, wenn sie nicht schlafen können. Doch die Schlaflosigkeit ist
Viele geben dem Vollmond die Schuld, wenn sie nicht
schlafen können. Doch die Schlaflosigkeit ist nicht so
einfach zu erklären.
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Wenn die Beine nicht stillhalten wol- len, kommt der ganze Körper nicht zur Ruhe: das Restless-Legs-Syndrom

Wird seit Jahrhunderten gegen Nervosität und Schlafstörungen einge- setzt: Baldrian

SCHLAFSTÖRUNGEN

Schlafstörungen sind sehr häufig, aber nicht alle sind gleich schwer. Professor Zulley spricht von 88 ver- schiedenen Ausprägungen.

Die häufigste ist die Ein- und Durch- schlafstörung, die Insomnie. Von dieser Störung sind mit sechs Prozent die meis- ten Patienten betroffen. Sie äußert sich dadurch, dass die Betroffenen Nacht für Nacht länger als eine halbe Stunde wach liegen und nicht einschlafen können und in der Nacht oder am frühen Morgen im- mer wieder aufwachen und nicht mehr schlafen können. Am Tag leiden die Be- troffenen unter großer Müdigkeit. Eine weitere häufige Störung ist die Schlaf- apnoe – der Atemstillstand während des

Schlafens, der zumeist mit Schnarchen verbunden ist. Die Betroffenen selbst be- merken oft gar nicht, dass sie nicht atmen. Meistens bemerkt es der Partner. Die Ap- noepatienten sind oft am Tag sehr müde, ohne selbst den Grund dafür zu kennen.

Eine weitere Schlafstörung ist das so genannte „Restless-Legs-Syndrom“ zu Deutsch: Syndrom der ruhelosen Beine. Die Betroffenen leiden vor allem abends oder in der Nacht unter unangenehmen bis schmerzhaften Missempfindungen in den Beinen. Diese Empfindungen sind mit einem hohen Bewegungsdrang und großer Unruhe verbunden, was dazu führt, dass die Patienten nachts oft aufstehen müssen und in der Wohnung herumlaufen. Weitere Störungen sind zum Beispiel Schlafwandeln, Zähneknir- schen oder Angstträume.

Wer unter Schlafstörungen leidet, sollte seinen Hausarzt aufsuchen. Je nach Störung gibt es unterschiedliche Therapie- formen. Oft hilft auch einfach die richtige

Information. „Das Wissen darum, dass es normal ist, dass wir jede Nacht bis zu 28-mal aufwachen, ist bereits beruhigend für die Betroffenen“, sagt Professor Zulley. Bei vielen Menschen, die glauben, dass sie eine Schlafstörung haben, reicht dieses Wissen schon aus, um ihren Schlaf zu verbessern. Die Betroffenen wachen dann zwar immer noch auf, machen sich aber deshalb keine Sorgen mehr und schlafen einfach wieder ein. Professor Zulley und andere Experten raten davon ab, einfach eine Schlaftablette zu schlucken. Medika- mente helfen nur befristet – und sie ändern nichts an der Ursache. Bei einer langfristi- gen Einnahme von Schlafmitteln kann es zur Abhängigkeit kommen. Wer unter zu viel Stress leidet, der muss seinen Lebens- stil ändern, wenn er besser schlafen will. Bevor man zur Schlaftablette greift, sollte man es zunächst mit pflanzlichen Schlaf- mitteln wie Baldrian versuchen. Baldrian kann bei leichten Schlafstörungen helfen und hat im Gegensatz zu Schlaftabletten fast keine Nebenwirkungen.

helfen und hat im Gegensatz zu Schlaftabletten fast keine Nebenwirkungen. MEDI COM 41. Ausgabe, August 2006
Schnarchen Schnarchen und Schlafapnoe Die Atemaussetzer werden in der Regel durch Engstellen in den Atemwegen
Schnarchen
Schnarchen und Schlafapnoe
Die Atemaussetzer werden in der Regel durch
Engstellen in den Atemwegen ausgelöst, die unter-
schiedliche Ursachen haben können. Beim Schla-
fen kann der durch die Muskelentspannung er-
schlaffte Gaumen den Durchmesser der Atemwege
stark verengen und die Atmung behindern oder
sogar für längere Zeit unterbrechen. Erkrankungen
des Nasen-Rachen-Raums, erblich bedingte Störun-
gen des Muskel- und Knochenwachstums oder
Fettablagerungen im Mund- und Rachenraum, wie
sie häufig bei übergewichtigen Männern mit einem
kurzen und muskulösen Nacken vorkommen, kön-
nen die nächtlichen Atemaussetzer begünstigen.
Bleibt die Schlafapnoe unbehandelt, kann sie
neben Tagesmüdigkeit auch schwere Erkrankungen
zur Folge haben, weil der Organismus nicht ausrei-
chend mit Sauerstoff versorgt wird. Die Unterver-
sorgung des Blutes mit Sauerstoff kann möglicher-
weise Bluthochdruck, einen Herzinfarkt oder
Schlaganfall begünstigen. Wer längere Zeit unter
Schlafstörungen leidet, hat außerdem ein erhöhtes
Risiko für Angstzustände und Depressionen.
Gaumen
Nasenhöhle
Luftröhre
Rachenraum
Lautes Schnarchen: Beim „normalen“ Schnarchen bleibt der
Rachenraum geöffnet und Atmung ist möglich
Schlafapnoe
Schlafapnoe: Bei der Schlafapnoe wird die Sauerstoffzufuhr unter-
brochen
GRAFIKEN: DPNY

MEDICOM-TIPPS

FÜR EINEN GESUNDEN SCHLAF

Mit einigen Tricks können Sie leichter in den Schlaf finden. Oft hilft es schon, Kleinigkeiten zu ändern.

Wie man sich bettet

Die Regelmäßigkeit ist das oberste Gebot für einen erholsamen Schlaf. Man sollte also jeden Tag, auch am Wochenende, zur gleichen Zeit – plus/minus eine halbe Stunde – aufstehen und ins Bett gehen. Damit die biologischen Rhyth- men im Einklang schwingen, sollten auch die Mahlzeiten regelmäßig am Tag verzehrt werden. Die Aufstehzeit ist am wichtigsten, denn für alle biologischen

Rhythmen ist sie der Ankerpunkt. Sie sollte deshalb nicht verschoben werden, auch wenn man nachts stundenlang wach war.

Mittagsschlaf?

Wer nicht darauf verzichten will, sollte tagsüber nicht länger als 30 Minuten schlafen und sich nach 15.00 Uhr nicht mehr hinlegen. Auch das kurze, wenn auch nur wenige Minuten lange Ein- nicken vor dem Fernseher erschwert später eine ruhige Nacht im Bett.

Hundemüde!

Erst wenn die Müdigkeit den Körper übermannt, ist das Bett die richtige Adresse. Sonst wälzt man sich von einer Seite auf die andere und die Zeit ver- streicht ohne Schlaf. Die Einschlafzeit sollte nicht länger als 30 Minuten dauern. Dauert sie länger, ist man mög-

licherweise zu früh ins Bett gegangen. Wer nachts aufwacht und unruhig wird, sollte Bett und Schlafzimmer verlassen. Aber allzu helles Licht sollte dabei nicht angeschaltet werden, denn es signalisiert dem Körper: aufwachen, der Tag be- ginnt.

Schnarchen

Auch gegen die nächtliche Geräusch- kulisse lassen sich wirkungsvolle Maß- nahmen ergreifen:

• Trinken Sie mindestens drei Stunden vor dem Zubettgehen keinen Alkohol mehr

• nicht auf dem Rücken schlafen. Um

das zu vermeiden, kann man sich einen Tennisball in das Rückenteil des Pyjamas

nähen

• Mit erhöhtem Oberkörper schlafen – auch das reduziert das Schnarchen

Arbeiten oder Fernsehen ist im Bett tabu! Wer unter Schlafstörungen leidet, sollte verstärkt darauf achten,
Arbeiten oder Fernsehen ist im Bett tabu! Wer unter Schlafstörungen leidet, sollte verstärkt darauf
achten, dass das Schlafzimmer nur zum Schlafen verwendet wird.
FOTO: PHOTOS.COM

Süßer Schlaf!

Du kommst wie reines Glück ungebeten,

unerfleht am willigsten.

Johann Wolfgang von Goethe

Die beste Einschlafmedizin: Milch mit Honig FOTO: STOCK 4B
Die beste Einschlafmedizin: Milch mit Honig
FOTO: STOCK 4B

Wasserlassen

Wird Ihre Nachtruhe regelmäßig vom Gang zur Toilette unterbrochen, dann sollten Sie zwei Stunden vor dem Schla- fengehen keine Flüssigkeit mehr zu sich nehmen und, kurz bevor Sie sich zu Bett begeben, auf Toilette gehen. Dann sollte Ihre Blase leer sein und kein Harndrang kann Sie mehr aufwecken.

Kaffee und Alkohol

Vor dem Zubettgehen keinen Alkohol (drei Stunden vorher) oder Kaffee (vier bis acht Stunden vorher) trinken. Alko- hol hilft zwar beim Einschlafen, dafür hält er in der zweiten Nachthälfte wach. Schon zwei Gläser Wein oder ein Liter Bier verschlechtern die Erholsamkeit des Schlafs. Auch schwarzer Tee enthält Kof- fein und beeinträchtigt die Nachtruhe. In anderen Lebensmitteln ist oft ebenfalls Koffein enthalten; achten Sie auf die Angaben zum Inhalt, wenn Sie nachts keine Überraschung erleben wollen. Auch Nikotin wirkt ähnlich anregend wie Koffein. Deshalb sollte man nach 19.00 Uhr nicht mehr rauchen – oder diese gesundheitsschädliche Angewohn- heit am besten ganz aufgeben.

Schlafzimmer

Der Ort der Liebe und des Schlafs – Fernseher, Schreibtisch oder Computer haben hier nichts verloren. Bei Schlaf- störungen sollten selbst Bücher, Zeitun- gen oder Zeitschriften draußen bleiben. So weiß der Kopf: „In diesem Raum wird nur geschlafen.“

Arbeit

Zwischen dem Einschlafen und anstren- genden Gesprächen, Computerarbeit oder der Planung für den kommenden Tag sollten mindestens zwei Stunden liegen. Sorgen und Grübeleien lassen uns nur schwer einschlafen. Seine Ge- danken regelmäßig in einem Tagebuch „abzulegen“, kann helfen.

Bewegung

ist wichtig für einen guten Schlaf – auch noch am Abend. Allerdings braucht der Körper genügend Zeit, damit er recht- zeitig zur Ruhe kommen kann. Also keine Höchstleistungen unmittelbar vor dem Gang ins Schlafzimmer. Ein Abendspaziergang leitet die Nachtruhe bestens ein.

Schlafmütze

Man sollte nicht länger als sieben bis acht Stunden im Bett bleiben.

Abendessen

Drei Stunden vor der Nachtruhe sollte man keine größeren Mengen mehr essen und trinken. Denn das steigert die Magen- und Darmaktivität, was den Schlaf unruhiger und oberflächlicher macht. Ein kleines Betthupferl kurz vor- her fördert allerdings den Schlaf: Milch, Bananen und Schokolade enthalten L-Tryptophan. Diesem Stoff wird ein Schlafanstoßeffekt nachgesagt. Damit das Mittel im Kopf ankommt, braucht es Zucker als Transportmittel. Deshalb ist Milch nur mit Honig eine bewährte Einschlafhilfe.

BUCH-TIPP

Prof. Dr. Jürgen Zulley: Mein Buch vom guten Schlaf, Zabert Sandmann Verlag, 248 Seiten €
Prof. Dr. Jürgen Zulley:
Mein Buch vom
guten Schlaf,
Zabert Sandmann
Verlag, 248 Seiten
€ 19,95
L IEBES KUMMER SCHMERZHAFTE C HANCE E gal in welchem Alter man sich befindet –

LIEBESKUMMER

SCHMERZHAFTE CHANCE

E gal in welchem Alter man sich befindet – wer sein Herz öffnet, ist „anfällig“ für Liebeskum-

mer. Und wer ihn noch nicht kennen gelernt hat, kann von Glück reden:

Wenn es einmal so weit sein sollte, drängt sich der Liebeskummer unerbittlich in unser Leben und übernimmt darüber mehr Kontrolle, als einem lieb sein kann. Ob man

im Grunde

durchläuft man die gleichen Gefühls- wellen: Von Angst bis Zorn mischen sich viele Gefühle und bringen unser see- lisches Gleichgewicht komplett durch- einander. Doch all der Kummer, den man durchlebt, muss doch auch etwas Gutes haben!? Hat er! Man muss die Chancen nur sehen – und auch nutzen können.

16 oder

60 Jahre alt

ist,

Von Schmetterlingen im Bauch zum gebrochenen Herzen

Interessant zu wissen ist, dass der Liebeskummer in genau den gleichen Hirnarealen verarbeitet wird wie der Liebesrausch. Sind wir frisch verliebt, so wird unser Glück durch die Ausschüttung von Neurotransmittern wie Dopamin oder Endorphin ausgelöst: Endorphin löst Euphorie aus und lindert Schmerzen, der Organismus läuft auf Hochtouren, das Erregungsniveau ist erhöht, Schlaf-

bedürfnis und Appetit sinken. Dopamin bewirkt, dass die sexuelle Erregbarkeit steigt. Flattern Schmetterlinge im Bauch, so wird zudem das so genannte Phenyl- ethylamin ausgeschüttet. Phenylethyla- min ist eine energiebringende Substanz, die uns in beste Laune versetzt und uns glauben lässt, wir könnten Berge verset- zen. Bei so viel Chemie im Körper ist es nicht verwunderlich, dass wir sozusagen

„ Sein Herz zu verlieren, ist die schönste Art festzustellen, dass man eins hat. “
„ Sein Herz
zu verlieren,
ist die schönste Art
festzustellen, dass
man eins hat.
(Unbekannt)

unter „Entzugserscheinungen“ leiden, wenn unsere Liebe nicht oder nicht mehr erwidert wird! Die Entzugserscheinun- gen machen sich dabei ähnlich wie bei einem Drogenentzug bemerkbar: Me- lancholie, Erschöpfung, Verstörtheit und vor allem heftiges Verlangen quälen den Leidenden und rauben ihm den Schlaf.

FOTOS: PHOTOS.COM

FOTOS: PHOTOS.COM E INE R EISE DURCH FÜNF P HASEN Die Wiener Psychologin Gerti Senger wollte

EINE REISE DURCH FÜNF PHASEN

Die Wiener Psychologin Gerti Senger wollte mehr wissen über den Kummer aus Liebe. Sie interviewte im Jahre 1992 Personen, die unter Liebeskummer litten, und stellte bei der Auswertung einen typischen, phasenweisen Verlauf des Trauerprozesses fest. Die Versuchsteilnehmer nutzten ähnliche Bewältigungsstrategien und konnten sogar zum Teil kreatives Potenzial aus ihrem Liebeskummer schöpfen! Gerti Senger bezeichnet die fünf Phasen als eine Reise von der alten zu einer neuen Identität. Folgende Schritte werden dabei durchlaufen: Bedrohung, Lähmung, Verhandeln, Regression, Akzeptanz.

1. Phase
1.
Phase

BEDROHUNG

Seien wir doch mal ehrlich: Meist über- rascht es uns nicht von heute auf morgen, wenn wir vom Partner verlassen oder betrogen werden, oder? Ist da nicht schon eine gewisse Vorahnung gewesen? Konnte man nicht schon die Bedrohung spüren? Oft ahnen wir, dass „etwas im Busch ist“. Unsere feinen Antennen wit- tern, dass etwas nicht mehr so ist wie vor- her: Es kann die veränderte Stimmlage des Partners sein, der verwandelte Blick oder nur kleine Gesten, die uns dafür sensibilisieren, dass eine schwarze Wolke über dem Liebesnest schwebt. In dieser Phase wittert auch der Körper oft die Bedrohung des Friedens und kann sich mit Magenproblemen, Kreislaufstörungen oder Schlafmangel bemerkbar machen.

2. Phase
2. Phase

LÄHMUNG

3. Phase
3. Phase

VERHANDLUNG

Nun ist es so weit: Die Trennung wurde ausgesprochen – und was bleibt, ist eine große Leere. Liebeskummer ist ein Ausnahmezustand im Leben. Personen, die sonst sehr aktiv sind, sind plötzlich antriebslos, fühlen sich zu nichts fähig – sind wie gelähmt. Alltägliche Dinge wie Essen, Einkaufen oder Arbeiten fallen ei- nem plötzlich schwer. Viele Personen, die unter Liebeskummer leiden, handeln wie ein Roboter: Sie funktionieren, sind aber nicht mit dem Herzen bei der Sache. Der Schock über das letztendlich Ausgespro- chene kann so weit führen, dass der oder die Betroffene wie erstarrt ist. Der ehema- lige Professor für klinische Psychologie und Sozialpsychologie in Salzburg, Igor A. Caruso, beschrieb das Gefühl so:

„Die Trennung hat den Geschmack des Todes – im Leben.“

Nennen wir sie „natürliche Selbsthei- lungskräfte“, die es ermöglichen, dass ein unter Liebeskummer Leidender irgend- wann aus der Starre erwacht. „Irgendwie muss es ja weitergehen.“ Interessant ist, wie viele Verlassene in der Phase des Verhandelns ihre gesamten Kräfte mobili- sieren, um sich mit sich selbst und dem eigentlichen Expartner zu arrangieren. So richtig will die Trennung nicht akzeptiert werden – es muss doch eine andere Lösung geben?! „Wenn wir die Beziehung vielleicht toleranter gestalten?“, „Wenn wir eine offene Beziehung führen?“, „Wenn wir erst mal nur enge Freunde werden und den Sex vorerst außen vor lassen?“, „Wenn er mehr Freiheiten bekommt?“ – der kreativen Vielfalt an Rettungsversuchen sind keine Grenzen gesetzt. In der Phase versucht der Partner, der noch verliebt ist, auf Biegen und Brechen eine Lösung zu finden, diese Beziehung noch zu retten. Meist bedeuten diese Al- ternativlösungen jedoch nur einen weiteren Auf- schub der Tren- nung, die ja bereits ausge- sprochen wurde. Wird noch um die Beziehung ge- kämpft, so befinden sich die Partner – oder auch nur ein Partner – in einer Art „Übergangsphase“. Es wird noch an dem „Wir“ ge- hangen – das neue „Ich“ kann somit noch nicht kreiert werden.

– das neue „Ich“ kann somit noch nicht kreiert werden. Telefon außer Gefecht setzen und sich
– das neue „Ich“ kann somit noch nicht kreiert werden. Telefon außer Gefecht setzen und sich

Telefon außer Gefecht setzen und sich Zeit zum Nachdenken nehmen. Liebeskummer muss langsam verarbeitet werden.

FOTO: ICONICA

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Der eine weint sich den Schmerz von der Seele, ein anderer schafft sich eine fröh-
Der eine weint sich den Schmerz von der
Seele, ein anderer schafft sich eine fröh-
lichere Atmosphäre zu Hause. Jeder
geht anders mit dem Kummer um.
4. Phase
4. Phase

REGRESSION

5. Phase
5. Phase

AKZEPTANZ

Alle Versuche, die Liebe noch zu retten, sind gescheitert. „Es ist vorbei!“ Wie mit der neuen Situation umgegangen wird, kann ganz unterschiedlich aussehen: Ei- nige ziehen sich stundenlang in ihr Bett zurück, schlafen viel und liegen einfach dort in der Sicherheit und Wärme des kuscheligen Bettes. Auch die Badewanne kann ein beliebter Zufluchtsort sein. Während einige ihren Trennungsschmerz mit Schokolade und Essen kompensieren, suchen andere ihren Trost wiederum in Zigaretten, Alkohol oder Sex. Oft gehen Verlassene in dieser Phase eine „Über- gangsbeziehung“ ein, um den eigentli- chen Schmerz zu verdrängen. Besonders Männer wechseln in dieser Zeit häufig ihre Sexualpartnerinnen, auch um das Selbstwertgefühl, das stark unter der zurückgewiesenen Liebe leidet, wieder zu stärken. Der eigentliche Schmerz, den man tief drinnen mit sich herumträgt, wird dadurch aber nicht bewältigt. Er wird verdrängt. Manchmal kann der Schmerz so tief gehen, dass sich Betroffene nach dem Tod sehnen, um der Realität entkom- men zu können. In der Phase der Regres- sion ist es deshalb besonders wichtig, das Potenzial einer Bereicherung zu sehen! Jeder, der schon mal eine Krise in seinem Leben zu bewältigen hatte, weiß, dass sie letztendlich eine Bereicherung mit sich

brachte – jedes Schlechte hat auch seine guten Seiten. Es gibt Personen, die durch Liebeskummer einen regelrechten kreati- ven oder aktiven Schub bekommen: Sie fangen an zu schreiben, zu malen, die Karriereleiter hochzuklettern, Bücher zu verschlingen, die Wohnung zu streichen oder sportliche Höchstleistungen zu voll- bringen. Solange man sich selbst und dem Körper bei den Aktivitäten Gutes tut, ist alles erlaubt. Die Trennung muss verarbeitet werden. Der Schritt ist ganz wichtig, um später wieder für eine neue Beziehung offen zu sein. Die Verdrän- gung der Schmerzen zieht den Verarbei- tungsprozess jedoch nur hinaus – drum herum kommt man nicht. Wer das Be- dürfnis hat zu weinen, sollte seinen Trä- nen freien Lauf lassen. Wer reden möch- te, sollte bei Freunden ein offenes Ohr suchen – oder sich eben die Gedanken von der Seele schreiben. Viele, die den Schmerz einer zurückgewiesenen Liebe einmal erlebt haben, sagen von sich selbst, dass sie aus dieser Erfahrung gereift hervorgehen. Eigenes verborgenes Potenzial wird entdeckt, denn schließlich spürt man sich selbst nie so intensiv und lernt sich selbst nie so gut kennen wie in dem Zustand des Liebeskummers. Die Gefühle gehen sehr tief und berühren die eigene Seele.

Wer ehrlich durch die Trauerphasen geht, anstatt den Trennungsschmerz zu ver- drängen, erntet eine schöne Belohnung:

Die neue Situation wird akzeptiert und angenommen. Die Fakten liegen auf dem Tisch, kein „Wenn und Aber“ kommt mehr infrage. Auch wenn man sicherlich noch oft aus heiterem Himmel in Tränen ausbricht, weiterhin Sehnsucht nach dem Expartner verspürt und sich manchmal mutterseelenallein fühlt – trotzdem fühlt man sich aufgeräumter, weiß, was zu tun ist. Jetzt beginnt die Zeit des Bildens der neuen Identität. Das „Wir“ ist nun vergessen, das neue „Ich“ wird ab jetzt gestaltet. Die neue Identität wird nicht mehr geprägt von einem Partner, sondern gestaltet sich als Einzelwesen. Das ge- samte Alltagsverhalten richtet sich nun zukunftsorientiert und vorausschauend aus. Es geht bergauf!

„ Liebe ist das Einzige, was nicht weniger wird, wenn wir es verschwenden. “ (Albert
„ Liebe ist das Einzige,
was nicht weniger
wird, wenn wir es
verschwenden.
(Albert Schweitzer)
Wann ist der ganze Spuk endlich vorbei? Wer einen Partner verliert, verliert vie- les auf

Wann ist der ganze Spuk endlich vorbei?

Wer einen Partner verliert, verliert vie- les auf einmal: einen Freund, der immer zuhört und einen auffängt; einen Se- xualpartner, der die intimen Bedürfnis- se befriedigt; einen „Mitbewohner“, mit dem man gern die Wohnung teilte; und, wenn Kinder mit im Spiel sind, zerbricht zudem der Traum von einer Familie, und es steigt Angst auf, was für Konse- quenzen die Trennung für das Kind oder die Kinder haben kann. Eine Trennung bringt viele Änderungen im Leben mit sich, auch wenn sie zuerst nicht so klar zu sehen sind. Wer durch die beschrie- benen fünf Phasen geht, leistet „Trauer- arbeit“, um die neue Situation zu ver- arbeiten. Wie lange das dauert? Darauf gibt es leider keine Standardantwort. Statistische Auswertungen ergaben, dass Frauen in der Regel länger trauern als Männer. Der gesamte Trauerprozess dauert bei Männern durchschnittlich 10,7 Monate, bei Frauen 14,7 Monate. Männer trauern kürzer, da sie Gefühle und Sexualität besser trennen können als Frauen. Eine Faustregel gibt es aber nicht. Die Länge der Trauerphase hängt von jedem Menschen individuell ab:

von der Intensität der Partnerschaft, dem

eigenen Wesen und den bisherigen Erfahrungen sowie einer Vielzahl von Umständen, die eine Trennung begleiten. Liebeskummer ist ein Prozess, der Zeit beansprucht. Und diese Zeit sollte man sich nehmen.

Freunde: unverzichtbare Helfer

Kommt es zum seelischen Zusammen- bruch, sind Freunde wie „Hebammen bei einer Geburt“. Oft sind Freunde in dieser Krise hilfreicher als Familienmit- glieder. Woran liegt das? Ein Freund kann – frei von mütterlichen oder vä- terlichen Erwartungen – gegenüber den Verhaltensweisen des Verlassenen tole- rant sein. Es ist möglich, viel Zeit in Gespräche zu investieren, ohne in den Sog einer gemeinsamen familiären Ver- gangenheit zu geraten. Sucht der unter Liebeskummer Leidende Rat bei den Eltern, so wird oft aus Rücksicht auf die Gefühle der Eltern nur eingeschränktes Vertrauen hervorgebracht. Außerdem wird die trauernde Tochter oder der lei- dende Sohn schnell wieder in die Rolle des „hilflosen Kindes“ gesteckt – somit wird dem gerade Verlassenen seine Hilflosigkeit noch extremer vor Augen geführt. Diesen emotionalen Ver- strickungen kann man entgehen, wenn man einen Freund ins Vertrauen zieht.

Den Kummer als Chance nutzen

Wer eine Trennung bewältigt, wird mit heftigen Gefühlen konfrontiert: Angst, Sehnsucht, Verlassenheit, Wut – diese Emotionen werden neu kennen gelernt. Man weiß, wie sie ausgelöst werden, und auch, wie man am besten mit ihnen umgeht. Dieser Vorgang lässt einen reifen und bietet die Möglichkeit, sich emotional unendlich zu entfalten. Eine neue Persönlichkeit entsteht – und die- se ist oft ausgeprägter und stärker als zuvor. Liebeskummer kann als Chance gesehen werden, schlummernde Fähig- keiten zu wecken. Denn selten beschäf- tigt man sich so intensiv mit sich selbst wie in dieser Phase. Viele Betroffene sind durch die eigenen Erfahrungen nun sensibler Gefühlen anderer ge- genüber und haben viel in Sachen Konflikt- und Stressbewältigung dazu- gelernt. Oft wird einem in der Kummer- zeit zudem bewusst, wie man auch an sich selbst arbeiten kann. All diese Investitionen an psychischer Energie machen sich am Ende bezahlt.

BUCH-TIPP

psychischer Energie machen sich am Ende bezahlt. BUCH-TIPP Gerti Senger: Liebeskummer Eine Chance, Herbig Verlag, 254

Gerti Senger:

Liebeskummer

Eine Chance,

Herbig Verlag,

254 Seiten

14,90

Ist man verzwei- felt, sind alle Mittel recht. Blütenblätter sollen Antwort geben: Liebt er mich noch? Oder liebt sie mich nicht?

„ Mit den Flügeln der Zeit fliegt die Traurigkeit davon. “ (Jean de La Fontaine)
„ Mit den Flügeln
der Zeit fliegt die
Traurigkeit davon.
(Jean de La Fontaine)
Der Schmerz
einer zurück-
gewiesenen Liebe
kann die Seele tief
treffen. Man ist wie
gelähmt – alltägliche
Dinge wie Arbeiten,
Essen und Schlafen
fallen dann schwer.
MEDI COM 41. Ausgabe, August 2006
41
FOTOS: PHOTOS.COM
Vitalstoff-Rezept Bunter Gemüsereis an Kräuterdip (Für 2 Personen) Zubereitungszeit 20 Minuten Zubereitung Den

Vitalstoff-Rezept

Bunter Gemüsereis an Kräuterdip (Für 2 Personen) Zubereitungszeit 20 Minuten
Bunter
Gemüsereis
an Kräuterdip
(Für 2 Personen)
Zubereitungszeit
20
Minuten

Zubereitung

Den Reis mit der kalten Gemüsebrühe zum Kochen bringen. Dann bei kleiner Hitze 15–20 Minuten ziehen lassen. In der Zwischenzeit das frische Gemüse säubern und die Möhren gegebenen- falls schälen. Zum Dekorieren zwei Möhren in dünne Streifen schneiden und die Tomaten vierteln. Für den Dip den Magerjogurt und den Magerquark cremig rühren, die gehackten Kräuter unterheben und mit Salz, Pfeffer und Zitro- nensaft abschmecken. Den Rest der Möhren würfeln und den Brokkoli in kleine Röschen teilen. Zuerst die Möhren fünf Mi- nuten im kochen- den Wasser düns- ten und dann für drei Minuten den Brokkoli hin- zufügen, damit das Gemüse bissfest bleibt. Den Reis abgießen, die geschälten Tomaten hinzufü- gen und bei leichter Hitze ein- reduzieren. Im Anschluss das ge- dünstete Gemüse unterheben und mit Salz, Pfeffer und Curry ab- schmecken. Reis mit Dip anrichten und mit frischen Möhren und Tomaten garnieren. Abschließend – je nach Geschmack – den Reis mit Parmesankäse bestreuen.

Guten Appetit!

Impressum

Herausgeber:

Medicom Pharma AG Sedemünder 2, Altenhagen I 31832 Springe Tel. 05041 78-0 Fax 05041 78-1169

Verlag,

Redaktion,

Gestaltung:

DPNY communications

Druck:

Westermann-Druck

„MEDICOM“ ist eine Kundenzeitschrift der Medicom Pharma AG; sie erscheint fünfmal jährlich. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers.

Zutaten 500 ml Gemüsebrühe 500 g Brokkoli 500 g Möhren 250 g Vollkornreis 250 g
Zutaten
500
ml Gemüsebrühe
500
g
Brokkoli
500
g
Möhren
250
g
Vollkornreis
250
g
Magerjogurt
250
g
Magerquark
2
Tomaten
1 Dose geschälte Tomaten
Salz, Pfeffer, Curry,
Thymian, Salbei,
Petersilie, Zitrone und
etwas Parmesankäse
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Nährwertangaben (Pro Portion) Energie 742 kcal Eiweiß 46 g Fett 7,4 g Kohlenhydrate 121 g
Nährwertangaben
(Pro Portion)
Energie
742 kcal
Eiweiß
46 g
Fett
7,4 g
Kohlenhydrate
121 g
Ballaststoffe
18 g
Vitamin A
1,3 mg
Vitamin B 1
1,1 mg
Vitamin B 2
1,4 mg
Vitamin B 6
2 mg
Vitamin C
274 mg
Eisen
8,5 mg
Folsäure
0,4 mg
Calcium
758 mg
Magnesium
297 mg
Kalium
2.210 mg
Cholesterin
7,8 mg
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§

FOTO: DPNY

FOTO: THE IMAGE BANK

FOTO: THE IMAGE BANK Kreuzworträtsel Liebe Rätselfreunde, diesmal geht es um den gesunden Inhaltsstoff eines Gemüses.
FOTO: THE IMAGE BANK Kreuzworträtsel Liebe Rätselfreunde, diesmal geht es um den gesunden Inhaltsstoff eines Gemüses.

Kreuzworträtsel

Liebe Rätselfreunde, diesmal geht es um den gesunden Inhaltsstoff eines Gemüses. Tragen Sie die Buchstaben in der richtigen Reihenfolge in die num- merierten Felder ein.

1. Preis: ein Reisegutschein im Wert von

1.000 Euro oder alternativ eine Barauszah- lung von 1.000 Euro

2. bis 4. Preis: je ein Buch

Liebeskummer. Eine Chance

von Gerti Senger aus dem Herbig Verlag

Eine Chance von Gerti Senger aus dem Herbig Verlag Lösung aus dem Mai-Heft Lösungswort: Borretsch-Oel  

Lösung aus dem Mai-Heft

Lösungswort: Borretsch-Oel

 

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Und so können Sie gewinnen

M I T A T Lösung: Und so können Sie gewinnen Haben Sie das richtige Lösungswort?
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Haben Sie das richtige Lösungswort? Dann schreiben Sie es auf eine Postkarte, und schicken Sie diese an: MEDICOM-Redaktion, Stichwort „Preisrätsel“, Sedemünder 2, Altenhagen I, 31832 Springe. Einsendeschluss ist der 30. September 2006 (Datum des Poststempels). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeiter der Medicom Pharma AG und deren Angehörige dürfen nicht teilnehmen.

SCHON

GEWUSST?

Tiere halten auch Sommerschlaf

Ist der Sommer besonders heiß und trocken, werden manche Tiere lethar- gisch – sie fallen in einen Sommerschlaf. Der Grund: Die hitzige und nahrungsarme Zeit nutzen einige Tiere, um Energie zu sparen. Ähnlich wie beim Winterschlaf fallen sie in einen Zustand der Starre oder Ruhe. Der Stoffwechsel wird dabei he- runtergefahren und bei einigen Amphibi-

en reduziert sich zusätzlich die Größe des

Darms um über 40 Prozent. Die Nährstoff-

aufnahme sinkt dadurch um ca. 60 Pro-

zent. Ist wieder Nahrung in Sicht, wächst

der Darm erneut auf die Normalgröße.

Krokodile und Schlangen gehören zum

Beispiel zu den Sommerschläfern.

Sie schlummern gern unter einer

Schlammdecke. In unseren Breiten sind es mehrere Frosch- und Kröten- arten, die in den heißen Monaten Flucht im „Schlummerland“ suchen.

Wird es im Sommer zu heiß, macht sich der Frosch aus dem Staub. Durch den Sommerschlaf kann er der Hitze ent- kommen und Energie sparen.

FOTO: DPNY

MEDICOM – weil Lebensqualität kein Zufall ist

„Ihre Gesundheit ist unsere Aufgabe“ – das ist unser Motto. Die MEDICOM steht Ihnen mit sinnvollen Produkten in Ihrem Alltag zur Seite. Wir wollen, dass Sie Ihren Tag mit der Gewissheit erleben, Ihre Gesundheit aktiv zu unterstüt- zen. Mit den Produkten von MEDICOM können Sie Ihre Gesundheit sinnvoll unterstützen. Haben Sie Fragen zum Thema „Gesundheit und Vitalstoffe“? Die Mitarbeiter unserer wissenschaftlichen Abteilung werden Ihnen gern all Ihre Fragen in einem persönlichen Gespräch am Telefon beantworten. Auch unser Kundendienst gibt Ihnen gern Auskunft zu unseren Produkten. Sie erreichen beide unter unserer ge- bührenfreien Telefonnummer. Ihre Zufriedenheit und Ihre Gesundheit stehen bei der Medicom Pharma AG an erster Stelle. Unser Bestreben ist es, Ihrem Vertrauen, das Sie uns als Kunde entgegenbringen, in je- der Form gerecht zu werden – sowohl mit unseren hochwertigen Produkten als auch mit sinnvollen Serviceleistungen. Bei der Herstellung unserer

Produkte verwenden wir nur die hochwertigsten Rohstoffe. Die Herstellung erfolgt nach dem strengen GMP-Standard. Wenn Sie ein Produkt der MEDICOM erwerben, dann entscheiden Sie sich für Qualität. Bei der MEDICOM endet die Beziehung zum Kunden nicht mit der bezahlten Rechnung. Mit unseren Serviceleistungen – die weit über das Übliche hinausgehen – wollen wir Ihr Partner in Sachen Gesundheit sein: Sie bekommen als Kunde fünfmal im Jahr das Kundenmagazin MEDICOM. Sie erhalten auf all unsere Produkte eine zweimonatige Geld-zurück-Garantie. Sie erhalten Ihre Produkte innerhalb von zwei Werktagen frei Haus gegen Rechnung. Sie können unsere Produkte per Post, per Fax, am Telefon und im Internet anfordern. Und als Sammelbesteller erhalten Sie einen interessanten Preisnachlass. Wir wollen alle Ihre Bedürfnisse in

Sachen Gesundheit befriedigen und Ihnen in Ihrem täglichen Leben zur Seite stehen. Wir sind für Sie da. Wir sind Ihr Partner in Sachen Gesundheit.

sind für Sie da. Wir sind Ihr Partner in Sachen Gesundheit. Im Internet: www.medicom.de • Kostenlose

Im Internet: www.medicom.de Kostenlose Ernährungsberatung: 0800-7377730