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TITELMONTAGE: DPNY, STONE, OKAPIA

TITELMONTAGE: DPNY, STONE, OKAPIA NEWS GESUNDHEIT TIPPS FITNESS ERNÄHRUNG AKTUELLE GESUNDHEITS-INFORMATIONEN FÜR KUNDEN

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TITELMONTAGE: DPNY, STONE, OKAPIA NEWS GESUNDHEIT TIPPS FITNESS ERNÄHRUNG AKTUELLE GESUNDHEITS-INFORMATIONEN FÜR KUNDEN

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FITNESS

DPNY, STONE, OKAPIA NEWS GESUNDHEIT TIPPS FITNESS ERNÄHRUNG AKTUELLE GESUNDHEITS-INFORMATIONEN FÜR KUNDEN

ERNÄHRUNG

DPNY, STONE, OKAPIA NEWS GESUNDHEIT TIPPS FITNESS ERNÄHRUNG AKTUELLE GESUNDHEITS-INFORMATIONEN FÜR KUNDEN DER MEDICOM

AKTUELLE GESUNDHEITS-INFORMATIONEN FÜR KUNDEN DER MEDICOM PHARMA AG . 29. Ausgabe, März 2004

FOTO: PHOTOS.COM

EditorialEditorial

FOTO: PHOTOS.COM Editorial Editorial W enn Sie diese Zeile lesen, ist es bereits aktiv: Ihr Gehirn.

W enn Sie diese Zeile lesen, ist es bereits aktiv: Ihr Gehirn. Wir

schenken ihm selten große Beachtung, und doch würde ohne das Gehirn gar nichts funktionieren.

Ein 1.600 Gramm schweres Organ, bestehend aus 100 Milliarden Zellen, 100 Billionen Schaltstellen, Eiweiß, Fett und Wasser, sorgt dafür, dass wir leben, dass wir Treppen steigen, an Blumen riechen, über das Leben philo- sophieren und fühlen können. Und es stellt die Wissenschaft immer wieder vor neue Herausforderungen.

Wie funktioniert zum Beispiel das Denken? Wo finden die Denkprozesse statt und welche Rolle spielen die Ge- fühle beim Denken? Stimmt es, dass ein intelligenterer Mensch prozentual mehr Hirnkapazität nutzt?

Mit dieser MEDICOM-Ausgabe wollen wir Licht ins Dunkel bringen, wie das sicher komplexeste Gebilde des Uni- versums funktioniert. Im Titelthema widmen wir uns den Neurowissen- schaften. Lesen Sie ab Seite 16, was

im Gehirn passiert, was genau neuro- logische Erkrankungen sind und wie sie diagnostiziert werden.

Wir stellen Ihnen neueste Forschungs- ergebnisse der Neurowissenschaft vor:

neue Hirnschrittmacher für Parkinson- patienten, die funktionelle Magnetreso- nanztomographie für Alzheimerkranke und wie man dank neuer Technik eine sichere und schnellere Diagnose bei Schlaganfall stellen kann.

Auch befassen sich Forscher mit der so genannten Gefühlsblindheit – jeder zehnte Mensch kann weder Glück noch Trauer empfinden – und zeigen den Betroffenen Wege auf, wieder zum Gefühl zurückzufinden.

In der Rubrik „Bewegung & Fitness“ verraten wir Ihnen Tricks, wie Sie mit Gehirnjogging Ihre grauen Zellen auf Trab halten. Probieren Sie einige Übun- gen aus, mit denen Sie sich besser Zah- len, Begriffe oder Namen merken kön- nen. Denn: Neueste Studien belegen, dass Intelligenz nur etwa zur Hälfte

Studien belegen, dass Intelligenz nur etwa zur Hälfte Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Ihre Petra

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Ihre

etwa zur Hälfte Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Ihre Petra Wons Vorstand der Medicom Pharma

Petra Wons

Vorstand der Medicom Pharma AG

ererbt wird – der Rest ist erworben. Und eine weitere erfreuliche Erkennt- nis wurde gewonnen: Die Formbarkeit und Lernfähigkeit des Gehirns hält ein Leben lang an. Also, „joggen“ Sie los ab Seite 10.

Aber nicht nur durch Training, auch durch die richtige Ernährung kann man dafür sorgen, dass das Gehirn fit bleibt. Grundlegend ist zum Beispiel ein aus- gewogenes Frühstück und eine gute Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren und dem Coenzym Q10. Auch Phos- phatidyl-Serin hilft dem Gehirn auf die Sprünge. In der Rubrik „Essen & Trin- ken“ lesen Sie mehr über Brain-Food.

Ab Seite 39 führen wir Sie in die Welt der Emotionen und Gefühle und ihrer Erforschung durch die Wissenschaft ein. Welche Macht Gefühle haben, lesen Sie in der Rubrik „Körper & Seele“. Denn was für den Körper das Immunsystem ist, sind die Gefühle für unsere Seele.

Liebe Leser, tauchen Sie mit uns ein in eine Ausgabe rund um Gefühle, Nervenzellen und faszinierende Ent- deckungen der Neurowissenschaften.

Inhalt Titelthema: das Gehirn Wie Neurowissenschaften die Welt im Kopf enträtseln Mit neuen bildgebenden Verfahren
Inhalt
Titelthema: das Gehirn
Wie Neurowissenschaften die Welt im Kopf enträtseln
Mit neuen bildgebenden Verfahren findet
Ab Seite16
die Forschung immer mehr darüber
heraus, wie das geheimnisvollste unserer
Organe funktioniert.
Man kann dem Gehirn
bereits beim Denken und
Fühlen zusehen. Auch
viele Mythen über das
Gehirn werden zuneh-
mend entlarvt. Die Neu-
rowissenschaft stellt die
Medizin und die Gesell-
schaft „auf den Kopf“. Viele Hirn-
erkrankungen werden voraussichtlich
bald besser zu behandeln sein, und wir
bekommen einen immer genaueren Ein-
blick in die Bedeutung dessen, was es
heißt, ein fühlender und denkender
Mensch zu sein. Doch alle Rätsel
sind noch nicht gelöst. Ein weiter-
hin spannendes und interessantes
Thema erwartet Sie ab Seite 16.
Kurzmeldungen:
Ab Seite10
Bewegung & Fitness: Gehirnjogging
Oder: Wie man sich mit Gefühlen klug denkt
Das Gehirn ist wie ein Muskel; nur wenn man es trainiert,
bleibt es fit. Und: Es kann sogar noch wachsen. Tipps und
Tricks, dabei auch dem Gedächtnis auf die Sprünge
zu helfen, finden Sie ab Seite 10.
Vitamin E & C gegen Alzheimer
Parkinson: Q10 kann Krankheits-
verlauf verlangsamen
Erinnerung in vier Gedächtnissen
Gesundheitsmeldungen
Mit Antikörpern gegen Alzheimer
Neue Wirkstoffe für das Gehirn
Ein gutes Gedächtnis ist auch
ein schlechtes Gedächtnis
4
4
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5
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Gesundheit & Recht:
Gerichtsurteile
9
Ab Seite 29
Neues aus der Forschung: neue Diagnose-
Bewegung & Fitness:
Gehirnjogging
10
möglichkeiten bei Parkinson
MEDICOM informiert:
Die Parkinson Krankheit ist über viele Jahre hinweg
völlig unauffällig. Das macht sie oft schwer zu diagnosti-
zieren. Dank neuer Techniken ist es jetzt möglich, die
Erkrankung bereits im Frühstadium zu erkennen.
MCT-Fette sind
keine Schlankmacher
Schadstoffe in alkoholischen
Getränken
14
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Titelthema:
Ab Seite39
Das Gehirn – wie Neurowissen-
schaften die Welt im Kopf
enträtseln
16
Körper & Seele: die Macht der Gefühle
Neues aus der Forschung:
Sie sind immer da: die Gefühle. Warum und wie
Forscher Emotionen und Gefühle unterscheiden,
und wie wir von diesen Erkenntnissen
Neue Diagnosemöglichkeiten
bei Parkinson
29
Essen & Trinken:
Brain-Food
Power-Nahrung für das Gehirn
Brain-Food-Rezept
32
ganz persönlich profitieren können.
36
Ab Seite 32
Vitalstoff-Lexikon:
Essen und Trinken: Brain-Food
Fluor
37
Power-Nahrung für das Gehirn
Eisen
38
Körper & Seele:
Nicht nur der Stoffwechsel und die Funktionalität unseres
Körpers wird durch unsere tägliche Nahrung bestimmt. Auch
auf unsere Gehirnfunktionen hat sie einen großen Einfluss!
Die Macht der Gefühle
39
Rubriken
Editorial
2
Impressum
42
Leserbriefe
42
Rätselseite
43

FOTO: PHOTODISC

FOTO: PHOTODISC Kurzmeldungen Vitamin E und C gegen Alzheimer Die Kombination ist entscheidend W issenschaftler aus
FOTO: PHOTODISC Kurzmeldungen Vitamin E und C gegen Alzheimer Die Kombination ist entscheidend W issenschaftler aus
FOTO: PHOTODISC Kurzmeldungen Vitamin E und C gegen Alzheimer Die Kombination ist entscheidend W issenschaftler aus

Kurzmeldungen

Vitamin E und C gegen Alzheimer Die Kombination ist entscheidend W issenschaftler aus den USA
Vitamin E und C
gegen Alzheimer
Die Kombination ist entscheidend
W issenschaftler aus den USA haben
nachgewiesen, dass die regel-
mäßige Einnahme von Vitamin E vor
allem in Kombination mit Vitamin C
das Risiko, an Alzheimer zu erkran-
ken, reduzieren kann. Entscheidend
dafür sei die richtige Kombination der
beiden Vitamine.
Untersuchungsteilnehmer die beide
Vitamine zu sich nahmen, waren zu
78 Prozent weniger gefärdet Alzhei-
mersymptome zu zeigen.
Die Forscher von der John Hopkins
University konnten ebenfalls bewei-
sen, dass die Kombination der beiden
Vitamine die Auswirkungen der Er-
krankung verringert. Mehrere tausend
Personen im Alter von 65 Jahren oder
älter nahmen an dieser Studie teil.
Einige hundert von ihnen zeigten Alz-
heimersymptome.
Der Tremor, ein leichtes Zittern der Hände, Arme, Beine oder des Kopfes, ist ein typisches Symptom für die parkin-
sonsche Erkrankung. Coenzym Q10 kann das Fortschreiten des Krankheitsverlaufes möglicherweise bremsen.
Parkinson:
Ein positiver Effekt konnte für die
Kombination von Vitamin E mit Vi-
tamin-C auch in Verbindung mit Mul-
tivitaminpräparaten festgestellt wer-
den. Diejenigen Teilnehmer, die beide
Vitamine zu sich nahmen, hatten
ein um 78 Prozent geringeres Risiko
Anzeichen von Alzheimer zu zeigen,
als die anderen Teilnehmer, die keine
Vitamine zu sich nahmen. Vitamin E
und Vitamin C ergänzen sich in ihren
antioxidativen Eigenschaften. Durch
die Zerstörung von Freien Radikalen
schützen sie das alternde Gehirn.
Q10 kann Krankheitsverlauf
verlangsamen
Das Coenzym Q10 kann den Verlauf der parkinsonschen Krank-
heit möglicherweise verlangsamen. Das wurde in mehreren
Studien gezeigt.
W ie das amerikanische neurologische
Fachmagazin „Archives of Neuro-
Paprika enthalten viel
Vitamin C. Vitamin E findet
sich reichlich in pflanzlichen
Fetten und Ölen.
logy“ berichtet, haben zehn amerikanische
wissenschaftliche Institute Parkinsonkran-
ke zusätzlich zur üblichen Therapie mit
unterschiedlich hohen Dosen Coenzym
Q10 behandelt. Das Fortschreiten der
parkinsonschen Krankheit konnte dabei
spürbar verlangsamt werden. Die Forscher
untersuchten dafür die Fähigkeit der Pati-
enten, zu gehen, zu essen, sich anzuziehen
oder sich zu waschen. Das Ergebnis der
Coenzym-Q10-Studie der Universität von
Kalifornien/USA: Patienten zeigten um 44
Prozent geringere Einbußen in ihren
geistigen und motorischen Fähigkeiten,
wenn sie das Coenzym in sehr hoher
Dosis (1.200 µg pro Tag) über einen Zeit-
raum von 16 Monaten eingenommen
hatten. Die Wissenschaftler führen das auf
die antioxidativen Eigenschaften von
Coenzym Q10 zurück. Sie gehen davon
aus, dass Erkrankungen des Nervensys-
tems, wie zum Beispiel die parkinsonsche
Krankheit und die Alzheimerkrankheit, im
direkten Zusammenhang mit dem durch
Freie Radikale verursachten oxidativen
Stress stehen. Coenzym Q10 ist in der
Lage, diesen oxidativen Stress zu mindern.
Bereits frühere Studien hatten gezeigt,
dass Parkinsonkranke über weniger
Coenzym Q10 in den Zellen verfügen als
gesunde Menschen und dass durch die
mangelnde Energiegewinnung die Funk-
tionen der Zellen beeinträchtigt sind. In
Tierversuchen wurde außerdem bewiesen,
dass Q10 die von der parkinsonschen
Erkrankung betroffenen Hirnbereiche vor
dem schädlichen Einfluss der Freien Radi-
kale schützen kann. Bislang konnten bei
der parkinsonschen Erkrankung nur die
Symptome gelindert werden. Coenzym
Q10 dagegen kann möglicherweise das
Fortschreiten der Krankheit verlangsamen.
FOTO: PHOTOS.COM

FOTO: TAXI

FOTO: TAXI Erinnerung in vier Gedächtnissen Zwei Studien gehen der Erinnerung auf den Grund D er

Erinnerung in vier Gedächtnissen

Zwei Studien gehen der Erinnerung auf den Grund

D er Bielefelder Psychologe Hans J. Markowitsch hat in Forschungen

herausgefunden, dass wir vier unter- schiedliche, voneinander unabhängige Gedächtnisse besitzen. Das episodisch- autobiografische Gedächtnis soll dem- nach für persönliche, einzigartige und in der Regel emotional gefärbte Ereignisse zuständig sein. In einer Art „Wissenge- dächtnis“ sind dagegen das Schulwissen und das Wissen um allgemeine Zusam- menhänge gespeichert. Meist weiß man gar nicht mehr, wie man dieses Wissen erworben hat; aber was in diesem Gedächtnisteil gespeichert ist, hält man für richtig. Die dritte Art von Gedächtnis

wird das prozedurale Gedächtnis genannt. Dieses kommt bei mechanischen und motorischen Fähigkeiten wie Auto fah- ren, schwimmen oder Karten spielen zum Einsatz. Das vierte Gedächtnis erleichtert uns die Erinnerung an ähnlich erlebte Situationen. Die beiden letzten Gedächt- nisarten laufen im Gegensatz zu den ersten beiden weitgehend ohne bewus- stes Einwirken ab. Nach Ansicht von Markowitsch ist die Unterscheidung von vier Gedächtnissen vor allem für die Erklärung von Krankheitsfolgen sinn- voll, wie etwa Alzheimer. Dieses Ge-

dächtnismodell erklärt auch, warum Unfallopfer zwar zum Teil noch wissen, wer Bundeskanzler ist und wie ein bestimmter Schauspieler heißt, sich aber nicht daran erinnern können, ob sie verheiratet und wo sie geboren sind.

Ein anderes Forscherteam fand heraus, dass wir uns bunte Bilder deutlich besser einprägen können als Schwarz-Weiß- Aufnahmen. Dieses Ergebnis verschiede- ner Experimente, die die Auswirkung von Farben auf die Gedächtnisleistung genauer beleuchten sollten, stellten sie im „Journal of Experimental Psycho- logy“ vor. Die Farbe erleichtere dem Gedächtnis die Verarbeitung und die dauerhafte Speicherung, so die Annahme der Wissenschaftler. Aber auf die Art der Farbe kommt es an. Unser Erinnerungs- vermögen funktioniert nicht nach dem Prinzip „Hauptsache bunt“. Nur natür- liche Farben helfen dem Gedächtnis auf die Sprünge. Künstlich kolorierte Bilder mit unnatürlichen Farben wirkten nicht besser als die Schwarz-Weiß-Szenarien.

„Es sieht so aus, als sei unser Gedächtnis durch die Evolution auf die natürlichen Farbstrukturen geeicht“, so das Resümee der Forscher.

Vier Gedächtnisse braucht der Mensch. Was hier gelernt wird, wandert in das Wissengedächtnis.
Vier Gedächtnisse
braucht der Mensch.
Was hier gelernt wird,
wandert in das
Wissengedächtnis.

Gesundheitsmeldungen

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Tee statt Verdauungsschnaps Die Bundesvereinigung Deutscher Apothe- kenverbände (ABDA) empfiehlt für die Verdauung nach deftigem Essen, Enziantee statt einen Verdauungsschnaps zu trinken. Der bittere Geschmack des Enziantees regt besonders die Speichel- und Magensaftsekre- tion an. Vor der Mahlzeit eingenommen, hilft er auch Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl und Blähungen vorzubeugen.

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Jogging: für Gesundheit und Erfolg Amerikanische Wirtschaftswissenschaftler fanden bei einer Befragung von 400 Klein- unternehmen heraus, dass Sport nicht nur gut für die Gesundheit, sondern auch für das Portemonee ist. Den größten Umsatz ma- chen die Geschäftsleute, die sich sportlich betätigen. Vor allem Joggen soll eine posi- tive Auswirkung auf das Erreichen ange- strebter Ziele haben.

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Bessere Zahnstruktur durch Fluorid Eine aktuelle Studie belegt, dass Fluor eine katalytische Wirkung hat: Es unterstützt Phosphor und Calcium im Mund bei der Verbesserung der Zahnstruktur. Fluorid sollte deshalb in der Kinderernährung eine größere Rolle spielen, so rät Dr. Arnold von der Fa- kultät für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Die Zahngesundheit kann neben Zahnpasta auch durch fluoridiertes Speisesalz verbessert werden.

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Vitamin C gegen Herzkrankheiten Ein geringeres Risiko für Herzkrankheiten im Alter haben Frauen, die auf die Power von Vitamin C vertrauen. Das geht aus einer britischen Studie an 85.000 Frauen im Alter von über 16 Jahren hervor. Das Erkran- kungsrisiko verringerte sich bei den Vita- min-C-Verwenderinnen um 28 Prozent.

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Augenkrebs bei Männern nimmt zu Früher war es noch selten, doch von 1973 bis 1999 hat es in den USA um 300 Prozent bei Männern zugenommen: das Bindehaut- melanom. Ärzte gehen davon aus, dass dies mit der geringen Bereitschaft zusammen- hängt, eine Sonnenbrille zu tragen.

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Heißer Kakao schützt Herz und Seele Dass heiße Schokolade Leib und Seele wärmt, ist bekannt. Chemiker der Cornell University fanden nun heraus, dass Kakao außerdem vor Herzkrankheiten und Krebs schützen kann und das Altern aufhält. Der Grund dafür: die im Kakao enthaltenen Antioxidanzien.

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Jüngere Haut durch grünen Tee US-Forscher der Medizinischen Universität

in Georgia berichteten, dass die Inhaltsstof- fe des grünen Tees die Hautzellen wieder in Schwung bringen. Das im Grüntee ent- haltene EGCG reaktiviert die Keratinozyten, das sind Zellen in der äußeren Hautschicht,

die sich alle vier Wochen erneuern.

55

FOTO: PHOTODISC

GRAFIK: DPNY

30

Demenzer- krankungen in %
Demenzer-
krankungen
in %

Erkrankungshäufigkeit in %

Die Zahl der krankhaften Gehirnstörungen

steigt mit höherem Lebensalter. Jeder dritte Bundesbürger über 80 Jahre leidet an irgendeiner Form der Demenz.

20

 

Alle Demenzen 

Alzheimerdemenz9

9
9

10

5
5
6
6
 
2,5
2,5
3
3

0

1,5
1,5

65

70

75

Lebensalter

36 24 18 12 80 85
36
24
18
12
80
85

Mit Antikörpern gegen Alzheimer

Möglicherweise kann das Fortschreiten der alzheimerschen Erkrankung künftig doch zum Stillstand gebracht werden.

2 002 wurde eine Impfstudie, die in mehreren Ländern mit insgesamt 375

Versuchsteilnehmern durchgeführt wurde, abgebrochen, nachdem insgesamt 18 Teil- nehmer an Hirnhautentzündung erkrankt waren. Dies als das „Aus“ für die Alz- heimerimpfung zu werten, hat sich jedoch im Nachhinein als falsch erwiesen. In abschließenden Analysen der Schweizer Untersuchungsergebnisse, die jetzt veröf- fentlicht wurden, zeigte sich nämlich, dass der Impfstoff bei der Schweizer Ver- suchsgruppe doch Wirksamkeit bewiesen hatte. Das berichtet die Fachzeitschrift

„Neuron“ (38, 1–2; S. 547–554, 2003).

Die Gedächtnisleistungen der Alzheimer- patienten, die in der Studie einen Impf- stoff gegen die Krankheit erhielten, hatten sich innerhalb eines Jahres kaum ver- schlechtert. Das muss angesichts des rela- tiv raschen Fortschreitens dieser tücki- schen Krankheit als ein überaus großer Erfolg bewertet werden. Doch das gilt zunächst nur für die Schweizer Studien- teilnehmer. Die restlichen Studienergeb- nisse sind bislang noch nicht ausgewertet. An der weltweiten Studie war auch die Abteilung für psychiatrische Forschung der Universität Zürich mit 30 Patienten beteiligt. Deren Leiter, Roger M. Nitsch und Christoph Hock, konnten zeigen, dass der Impfstoff aus so genanntem ag- gregiertem Beta-Amyloid bei den meisten ihrer Patienten das Fortschreiten der

Krankheit während der einjährigen Beob- achtungszeit verlangsamte oder sogar stoppte. Das ist ein erster Hinweis darauf, dass die Therapie mit dem Impfstoff den Verlauf der Krankheit aufhalten kann. Nach einem Jahr wiesen die geimpften Patienten bessere Funktionen von Ge- dächtnisleistungen und Alltagskompe- tenzen auf als Patienten, die nur ein Placebo bekommen hatten. Solche Erfolge hatte man bisher nur bei Versuchen mit Mäusen verbuchen können. Der Impfstoff richtet sich dabei gegen Substanzen, die bei der Entstehung der Alzheimererkran- kung eine Schlüsselrolle spielen – die so genannten Beta-Amyloide. Diese Eiweiß- substanzen bringen im Verlauf der Erkrankung Nervenzellen zum Absterben und zum Verklumpen. Sie lagern sich als Alzheimerplaques im Gehirn ab. Der Impfstoff, der aus künstlich hergestellten Beta-Amyloiden besteht, soll das Immun- system mobilisieren, Antikörper gegen eben diese Beta-Amyloide zu bilden – mit dem Ziel, dass diese Antikörper auch die im Verlauf der Alzheimererkrankung entstehenden Beta-Amyloide abfangen und unschädlich machen. Dass diese ak- tive Immunisierung theoretisch wirksam wäre, haben die Ergebnisse der Schweizer Untersuchungsgruppe jetzt gezeigt.

Eine andere Forschergruppe von der Duke-University in Durham (USA) hat inzwischen die Gene identifiziert, die

sowohl für das Fortschreiten der alz- heimerschen Erkrankung als auch für das Fortschreiten der parkinsonschen Erkrankung verantwortlich sind. Seit längerem wurde ein Zusammenhang zwischen den beiden Leiden vermutet. Die Eiweiße, für die die Gene die Bau- pläne enthalten, fördern Entzündungen und beschleunigen so das Fortschreiten der Erkrankungen.

Die Forscher hoffen nun, die betreffenden Entzündungen bremsen zu können. Trotzdem warnen sie vor verfrühten Hoffnungen: Die Ergebnisse sind wegen der kleinen Zahl von Versuchsteilneh- mern nicht besonders aussagekräftig und müssen in größeren Studien bestätigt werden. Vor allem muss jedoch der Impf- stoff noch verändert werden, da in der jetzigen Form zu starke Nebenwirkungen auftraten und der Impfstoff somit sicher keine Zulassung bekommen würde.

der Impfstoff somit sicher keine Zulassung bekommen würde. Schnitte durch das geschrumpfte Gehirn eines

Schnitte durch das geschrumpfte Gehirn eines

Alzheimerpatienten

gesundes Gehirn (rechts, Gelb-Grün-Töne).

ein

(links,

Rottöne)

sowie

© MANFRED P.KAGE/OKAPIA

DPNY FOTO:GRAFIKEN:

A B
A
B

Nervenzelle mit Fortsätzen im Rasterelektronenmikroskop. Abb. A: Dichte der Nervenzellen im Gehirn mit 25:

Gedächtnisleistung normal. Abb. B: Dichte der Nervenzellen im Gehirn mit 65: Gedächtnisleistung geschwächt.

Neue Wirkstoffe für das Gehirn

Der neue Wirkstoff MEM1414 hat in Studien bahnbrechende Erfolge im Kampf gegen das Vergessen bewirkt.

D as wirklich neue an dem Wirkstoff MEM1414 ist, dass er die nachlas-

sende Fähigkeit, Informationen aus dem Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis zu beför- dern, stärkt. Bisherige Präparate gegen die Alzheimerdemenz erhöhten nur die Aufmerksamkeit und die Konzentration des Patienten, griffen aber nicht in den eigentlichen Erinnerungsvorgang ein – für Menschen mit extremen Demenzerschei- nungen wenig hilfreich. Mit dem neuen

Wirkstoff will man nun erreichen, dass selbst im fortgeschrittenen Alter Nerven- zellen angeregt werden, zu wachsen, mit- einander Verbindungen einzugehen und so einen Gedächtnisinhalt dauerhaft im Gehirn zu verankern. In fünf Jahren soll die „Pille gegen das Vergessen“ auf dem Markt sein. Zunächst soll der Wirkstoff nur bei Alzheimerpatienten zum Einsatz kommen, doch auch für viele andere Men- schen wird er von großem Interesse sein. Wenngleich es nicht wünschenswert ist, jeden Eindruck im Langzeitgedächtnis zu behalten. Auch das Vergessen hat seine Berechtigung. Um die Verbesserung des Lern-, Erinnerungs- und Konzentrations-

vermögens geht es bei einem weiteren Wirkstoff, der bereits in mehreren Ver- suchen seine Wirksamkeit unter Beweis gestellt hat. Das Phospholipid Phosphati- dyl-Serin kann demnach helfen, die Erin- nerung an Gesichter und Namen, an Tele- fonnummern und an Stellen, an denen sich häufig verlegte Gegenstände befin- den, zu verbessern. Mit zunehmendem Al- ter oder in belastenden Lebenssituationen vernetzen sich Gehirnzellen zunehmend weniger, oder sie sterben ab. Mit 50 Jah- ren hat der Mensch statt dreizehn noch etwa zehn Milliarden Zellen zur Verfü- gung. Dazu kommt eine verschlechterte Reizweiterleitung zwischen den Zellen – Vergesslichkeit ist eine der Folgen. Phos- phatidyl-Serin kann die Reizweiterleitung zwischen den Gehirnzellen verbessern, denn es ist ein wichtiger Baustein aller Zellmembranen. Mit zunehmendem Alter kann es jedoch zu einem Mangelzustand kommen. Bei Anspannung, in Phasen, in denen man geistig sehr gefordert ist, sich einseitig ernährt, krank ist, oder auch mit zunehmendem Alter ist es sinnvoll, die Nahrung mit diesem Stoff zu ergänzen.

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Neben einem kurzen einführenden Teil zur allge- meinen Funktion von Vitalstoffen werden über 50 Studien zu ausgewählten Vitalstoffen kurz zu- sammengefasst. Lesen Sie in den Originalstudien, was es wirklich mit Vitalstoffen auf sich hat .

Der Nutzen von Nahrungsergänzungen für die Gesundheit wird oft zwiespältig diskutiert. Der Autor stellt die derzeitige Rolle von Nahrungsergänzungen dar, zeigt die Möglichkeiten und Grenzen von Nahrungsergänzungen auf und beleuchtet, warum Vitalstoffe – sei es aus der Ernährung oder aus Nahrungsergänzungen – so wichtig für den Menschen sind.

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FOTO: STONE

Vergessen, um sich mehr merken zu können. Was paradox klingt, macht bei nähe- rer Betrachtung viel Sinn.

Ein gutes Gedächtnis ist auch ein schlechtes Gedächtnis

Ältere Menschen vergessen Wichtiges, weil sie sich zu viel merken. Doch außer bewusstem Vergessen gibt es noch weitere Möglich- keiten, der Erinnerung auf die Sprünge zu helfen.

vergessen. Im Anschluss wurde jedoch alles, auch die als „hinfällig“ bezeichne- ten Wörter, abgefragt.

Das Ergebnis: Die älteren Studienteil- nehmer erinnerten sich an alle Wörter, und das gleich schlecht, während die jüngeren die unwichtigen vergaßen und sich besser an die wichtigen Wörter erin- nern konnten. Das geht aus einem For- schungsbericht der Universität Göttingen hervor.

Das Gedächtnis verfügt nicht über belie- big viel Speicherplatz. Diese Einschrän- kung betrifft aber nur das Kurzzeit-, nicht aber das Langzeitgedächtnis. Während dort genügend Platz zu sein scheint, muss das Kurzzeitgedächtnis mit Speicherplatz haushalten. Das bedeutet, es muss absichtlich aussortieren und vergessen können. Offenbar geht diese Fähigkeit jedoch nach und nach verloren. Leider kommt es mit zunehmendem Alter auch zu einer schlechteren Vernetzung und einem Absterben der Gehirnzellen, die für die Erinnerung zuständig sind. Daher werden die Reize zwischen den Zellen nicht mehr so gut weitergeleitet. Vergesslichkeit ist die Folge.

Die Reizweiterleitung zwischen den Ner- venzellen kann jedoch wieder gefördert werden. Neben einem gezielten Gedächt- nistraining, wie wir es Ihnen ab der Seite 10 in dieser Ausgabe vorstellen, können Sie Ihrem Lern-, Erinnerungs- und Konzentrationsvermögen noch an- ders auf die Sprünge helfen. In zahlrei- chen Studien wurde bewiesen, dass das Phospholipid Phosphatidyl-Serin sich positiv auf die Gehirnleistung auswirkt. Der kurz PS abgekürzte Wirkstoff sorgt dafür, dass man sich deutlich besser an Namen, Zahlen und Gesichter erinnern kann.

M it zunehmendem Alter scheinen Menschen die Fähigkeit, absicht-

lich zu vergessen, zu verlernen. Das ist der Grund, warum sie sich nicht mehr an Wichtiges erinnern – sie haben sich zu viel Unwichtiges gemerkt, sodass für das Wichtige im Kurzzeitgedächtnis kein Platz mehr ist. Das ist das Ergebnis einer Studie zweier Göttinger Entwicklungs-

psychologen, in der sie die Fähigkeit zum absichtlichen Vergessen bei jungen und älteren Menschen untersuchten.

„Die Fähigkeit, vergessen zu können, ist eine essenzielle Grundfunktion des menschlichen Gedächtnisses“, sagt Pro- fessor Marcus Hasselhorn. Das „directed forgetting“ (fachsprachlich: absichtliches

Vergessen), ein bewusstes „Entrümpeln des Oberstüb- chens“, beherrschen seinen Untersuchungen zufolge bereits
Vergessen), ein bewusstes
„Entrümpeln des Oberstüb-
chens“, beherrschen seinen
Untersuchungen zufolge bereits
Kinder im Alter von sechs bis
sieben Jahren. Doktorand Jörg
Behrendt verglich die Erinne-
rungsfähigkeit zweier Testgrup-
pen aus 20- bis 35-Jährigen und
60- bis 75-Jährigen.
Die Testpersonen sollten sich nach-
einander verschiedene Wörterrei-
hen merken. Während des Tests
wurde plötzlich eine dieser Reihen
als hinfällig bezeichnet – die Teilneh-
mer sollten noch einmal von vorn an-
fangen und die bestimmten Wortreihen
Das Kurzzeitgedächtnis hat nur begrenzte Speicher-
kapazitäten. Daher muss hin und wieder Erinnerung
gelöscht werden. Was von großer Bedeutung ist, wan-
dert ins Langzeitgedächtnis.
FOTOCLIPFOTO:

FOTO: PHOTODISC

ILLUSTRATION: NILS WASSERMANN

FOTO: PHOTODISC ILLUSTRATION: NILS WASSERMANN Gesundheit & Recht § GERICHTSURTEILE IN SACHEN GESUNDHEIT •

Gesundheit & Recht

§
§

GERICHTSURTEILE IN SACHEN GESUNDHEIT •

GERICHTSURTEILE

IN SACHEN GESUNDHEIT

• GERICHTSURTEILE IN SACHEN GE

Operation rechtzeitig absagen

Leichnam nicht einfach umbetten

 

Sagt ein Patient seinen OP-Termin nicht 14 Tage vorher ab, so kann es teuer für ihn werden! In einem aktuel- len Fall wurde sieben Monate im Voraus ein Termin ausgemacht, der OP-Saal sowie das Personal reserviert. Da der Patient den Termin erst zwei Tage vorher absagte, konnte der Arzt sein volles Honorar verlangen. Landgericht Itzehoe, Az.: 1 S 264/02

Kein Schmerzensgeld

In einem aktuellen Fall einer Witwe

wurde entschieden, dass der Leich-

nam des Mannes beim Umzug nicht

einfach umgebettet werden darf. Die

Betroffene, die ein Jahr nach dem Tod

§

ihres Mannes in eine 60 Kilometer

entfernt liegende Gemeinde zu ihrer

Tochter zog, konnte die Umbettung

nicht durchsetzen. Dass nach dem

Umzug die Grabpflege nicht mehr

gewährleistet werden kann, sei kein

Grund, die Totenruhe zu stören.

VG Koblenz, Az.: 2 K 367/03

Keine Haftung bei

Inlineskating-Unfall

Veranstalter von Inlineskating-Kursen

können nicht haftbar gemacht werden,

wenn sich ein Teilnehmer bei einem

Kurs verletzt. Nur wenn einem An-

fänger ein ungeeignetes Programm

angeboten wurde, ist der Veranstalter

schadenersatzpflichtig.

Oberlandesgericht Celle,

Az.: 9 U 214/02

Unfälle müssen

einzeln betrachtet

werden

Ein Arbeitnehmer kann von seiner

Berufsgenossenschaft keine Verletz-

tenrente erwarten, wenn ihm nach

zwei Arbeitsunfällen eine Minderung

der Erwerbsfähigkeit von jeweils zehn

Prozent zugesprochen wurde. Die

Unfälle können nicht addiert werden.

Erst wenn durch einen einzigen

Unfall eine Minderung der Erwerbs-

fähigkeit von 20 Prozent festgestellt

wird, kann eine spezielle Rente ge-

währt werden.

BSG, Az.: B 2 U 50/02 R

Vorsicht geboten auf Rollen: Bei

Unfällen kann der Veranstalter nicht

unbedingt haftbar gemacht werden.

Die Verantwortung trägt in der Regel

der Fahrer selbst.

wegen ungeschickter Stewardess

Verletzt eine Stewardess durch unge- schicktes Heben des Gepäcks aus der Ablage einen Passagier, so steht die- sem kein Schmerzensgeld zu. Auch kann er keine Entschädigung für die entgangene Urlaubsfreude geltend machen. Amtsgericht Hannover, Az.: 547 C 3247/02

Hinterbliebenenrente muss gezahlt werden

Einer Witwe steht Hinterbliebe- nenrente auch dann zu, wenn der Ehemann auf einem Umweg tödlich verunglückt, sofern die- ser Umweg vernünftig ist. Fährt ein Arbeitnehmer auf dem Heimweg von der Arbeit nicht den entfer- nungs- und zeitgemäß kürzesten Weg, son- dern eine Ausweich- strecke, um Baustellen und Stau zu umgehen, so ist dieser Umweg geschützt. LSG NRW, Az.:

l 4 (2) U 50/02

GERICHTSURTEILE IN SACHEN GESUNDHEIT • GERICHTSURTEILE IN SACHEN GESUNDHEIT • GERICHTSURTEILE IN SACHEN GESUNDHEIT

SACHEN GESUNDHEIT • GERICHTSURTEILE IN SACHEN GESUNDHEIT Eine Haftung für Richtigkeit, Vollständigkeit und

ILLUSTRATION: NILS WASSERMANN

ILLUSTRATION: NILS WASSERMANN GEHIRN - JOGGING Oder: Wie man sich mit Gefühlen klug denkt Ein hoher
ILLUSTRATION: NILS WASSERMANN GEHIRN - JOGGING Oder: Wie man sich mit Gefühlen klug denkt Ein hoher
ILLUSTRATION: NILS WASSERMANN GEHIRN - JOGGING Oder: Wie man sich mit Gefühlen klug denkt Ein hoher

GEHIRN -

JOGGING

Oder: Wie man sich mit Gefühlen klug denkt

Ein hoher IQ gilt als bester Indikator für Erfolg im Beruf und im Privatleben. Intelligenz ist zum Statussymbol geworden. Filmstars glänzen inzwischen nicht mehr nur mit einem schönen Äußeren – auch ein hoher IQ ist gefragt. Sylvester Stallone, Sharon Stone und Jodie Foster lassen alle Welt ihren (natürlich) hohen IQ wissen. Dabei ist der kluge Kopf keineswegs eine solche Schicksalsgabe wie ein spektakuläres Aussehen.

Das Gedächtnis

Unser Gedächtnis sorgt dafür, dass wir uns an Verabredungen erin- nern, Medikamente zu bestimmten Zeitpunkten einnehmen oder recht- zeitig ein Geburtstagsgeschenk besorgen. Auch unsere gegenwär- tigen Handlungen gestalten wir aufgrund der Erfahrungen, die in unserem Gedächtnis abgespeichert sind – wenn wir diese Eigenschaft unseres Verstandes gezielt einset- zen, nutzen wir ihn als Werkzeug.

Neueste Studien belegen, dass Intelli- genz nur etwa zur Hälfte ererbt wird. Der Rest ist erworben. Und eine weitere erfreuliche Erkenntnis wurde gewonnen:

Die Formbarkeit des Gehirns hält ein Leben lang an. Der menschliche Geist ist mit einem Muskel zu vergleichen. Nur wenn man ihn trainiert, bleibt er fit. Dazu brauchen Sie aber nicht stupide Zahlen- kolonnen auswendig zu lernen. Es gibt viel lustigere und effektivere Methoden, das Gehirn in Schwung zu bringen. Und:

Wenn Sie Ihr kluges Köpfchen in Bewe- gung halten, können Sie auch im hohen Alter noch 98 Prozent Ihrer Nervenzellen haben und doppelt so viele Synapsen wie ein untrainierter Dreißigjähriger.

Gehirntraining mit Gefühl

Stellen Sie sich vor, Ihr Kopf würde alles speichern, was täglich an Eindrücken auf Sie einstürmt. Sie würden in einer Infor- mationsflut ertrinken. Deswegen merkt sich das Gehirn nur Informationen, die mit einem Gefühl verbunden sind. Diese Tat- sache kann man sich zunutze machen. In den meisten Fällen ist es so, dass dem Lernen eine positive emotionale Grund- haltung vorausgeht. Neugier, Interesse, Vorfreude oder angenehme Erwartungen lassen uns spielend leicht Dinge merken. Und je stärker die emotionale Bewertung einer Information ist, desto tiefer gräbt sie sich ins Gedächtnis ein. Der erste Kuss, der Schmerz einer Trennung – das sind Dinge, die wir manchmal niemals vergessen. Mit zunehmendem Alter nimmt die Fähigkeit des Kurzzeitgedächtnisses leider ab. Doch dagegen helfen Tricks, die auch „Gedächt- nisprofis“ anwenden. Gedächtniskünstler machen sich die Funktionsweise des Ge- dächtnisses zunutze, indem sie neutrale Informationen (wie Ziffernfolgen) mit be- sonders eindringlichen Bildern verknüp- fen. Das Grundprinzip besteht darin, dass wir Dinge, an die wir uns erinnern wollen, mit einem unveränderbar festen Objekt verknüpfen, mit dem wir sie assoziieren. Wie das geht, erfahren Sie hier.

dem wir sie assoziieren. Wie das geht, erfahren Sie hier. Bewegung & Fitness Ged chtnis -

Bewegung & Fitness

Wie das geht, erfahren Sie hier. Bewegung & Fitness Ged chtnis - tricks Manchmal muss man
Wie das geht, erfahren Sie hier. Bewegung & Fitness Ged chtnis - tricks Manchmal muss man
Wie das geht, erfahren Sie hier. Bewegung & Fitness Ged chtnis - tricks Manchmal muss man
Wie das geht, erfahren Sie hier. Bewegung & Fitness Ged chtnis - tricks Manchmal muss man

Ged chtnis- tricks

Manchmal muss man mit Tricks arbeiten. Wir zeigen Ihnen hier, wie Sie sich Namen, Zahlen und Begriffe besser merken können.

Zahlen merken

Rhythmisierung Teilen Sie die Zahlen in Gruppen auf und geben Sie ihnen eine Betonung:

Beispiel: 4813 sprechen Sie nicht „viertausendachthundertdreizehn“, sondern „48-13“. Zu 0815 sagt ja auch niemand „achthundertfünfzehn“, son- dern „0-8-15“.

Rechenregeln Wenn Sie besonders gut im Rechnen sind, sollten Sie sich mathematische Besonder- heiten suchen und sich diese merken.

Beispiel: 1123253 = 11 x 23 = 253 oder 571168 = 57 + 11 = 68

Tastaturtrick Telefonnummern können Sie sich leichter merken, indem Sie auf das Muster achten, das auf der Tastatur entsteht, wenn Sie die Nummer tippen.

Beispiel: Versuchen Sie es mit 13 37 71 und 19 37 55.

Persönliche oder bekannte Zahlen Sie können sich eine Ziffernfolge merken, indem Sie Ihre Phantasie spielen lassen und zu den Zahlen frei assoziieren.

Beispiel: 46118 können Sie sich merken, wenn Sie an Ihre Schuhgröße denken, eine Fußballmannschaft mit elf Spielern und eine Spinne mit acht Beinen.

0= Ei

1=Kerze

2=Schwan

3=Dreizack

4=Kleeblatt

5=Hand

6=Schnecke

7=Foehn

8=Sanduhr

9=Schlange

Zahlenbilder Beispiel: Die PIN 5495 könnten Sie sich so einprägen: Für jede Zahl von der
Zahlenbilder
Beispiel: Die PIN 5495 könnten Sie sich
so einprägen:
Für jede Zahl von der Eins bis zur Neun
und der Null gibt es ein Bild, das man
sich einprägen kann. Mithilfe von Bil-
dern kann man sich viel leichter Num-
mern merken.
In Ihre Hand (5) nehmen Sie ein Kleeblatt
(4) und reichen es einer Schlange (9) zum
Fressen. Die hält nichts vom Grünfutter,
stattdessen beißt sie in Ihre Hand (5).

ILLUSTRATION: NILS WASSERMANN

MEDI COM 29. Ausgabe, März 2004

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Bewegung & Fitness Begriffe merken Eselsbrücken Wer sich Informationen in Sätzen merkt, kann sie sich
Bewegung & Fitness Begriffe merken Eselsbrücken Wer sich Informationen in Sätzen merkt, kann sie sich
Bewegung & Fitness Begriffe merken Eselsbrücken Wer sich Informationen in Sätzen merkt, kann sie sich

Bewegung & Fitness

Begriffe merken

Eselsbrücken Wer sich Informationen in Sätzen merkt, kann sie sich besser merken.

Beispiel: Die Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto sind in den An- fangsbuchstaben des Satzes „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten“ zu finden.

Abrufstrategien

Wie hieß das denn noch gleich? Manches liegt einem auf der Zunge und will einem doch nicht einfallen. Hier finden Sie Tricks, es hervorzulocken.

Alphabetisieren Wenn Sie nach einem bestimmten Na- men suchen, gehen Sie alle Buchstaben des Alphabets durch. Manchmal fällt er Ihnen ein, wenn Sie auf den Buchstaben stoßen, mit dem der Name beginnt.

Episodisches Abrufen Beim episodischen Abrufen versetzt man sich in eine Situation zurück, um sich zu erinnern. Gehen Sie Einzelheiten durch. Wenn Sie etwa den Namen eines Filmes suchen: Mit welcher Person haben Sie ihn gesehen? Worüber haben Sie sich unter- halten? Wie haben Sie sich damals ge- fühlt?

Namen merken Peinlich, peinlich. Sie stehen jemandem gegenüber und Ihnen will sein Name partout nicht einfallen. Dem können Sie vorbeugen. Bei Namen, die Sie sich nicht merken können, können Sie sich Ihre Fantasie zunutze machen. „Verbildern“ Sie Namen. Bei Namen wie Koch, Bach, Müller oder Jäger ist das recht einfach. Bei zusammengesetzten Namen wie Baumgarten oder Waldvogel geht es so:

Sie denken einfach an einen „Baum im Garten“ oder es pfeift im „Wald ein Vogel“. Bei Namen, die nicht so einfach mit Begriffen zu assoziieren sind, helfen Sie sich, indem Sie Buchstaben, Silben oder Wortteile verändern, weglassen oder hinzufügen. Die Damen und Herren Bold, Schrunk und Hind haben eben ei- nen Witzbold im Schrank mit einem Hund. Wer sich gern Reime merkt, kann es so tun: Herr Müller ist der Knüller, Frau Wange mit der Zange und Herr Huber sitzt im Zuber. Wetten, dass Sie diese Namen nicht mehr vergessen?

Zuber. Wetten, dass Sie diese Namen nicht mehr vergessen? Ged chtnis - Training „Lieber mäßig, dafür

Ged chtnis- Training

„Lieber mäßig, dafür aber regelmäßig“. Machen Sie diesen Satz zum Motto für Ihr Gedächtnistraining.

M ann kann viel für sein Gedächtnis tun. Schlafen zum Beispiel. Dass

ausreichender Schlaf die Gedächtnislei- stungen deutlich positiv beeinflusst, ist wissenschaftlich gut belegt. Jetzt hat ein Forscherteam aus Lübeck in einer neuen Studie belegt, dass auch die Einsicht – das Bewusstsein – vom Schlafen profi- tiert. Offenbar ist es so, dass Menschen im Wachzustand bei Problemlösungen „in eine Sackgasse reinrennen“. Um da-

von Abstand zu gewinnen, ist es wahr- scheinlich besser, wenn man abends über etwas nachdenkt und dann darüber schläft“, so die Lübecker Wissenschaftler. Doch kann man natürlich auch im wachen Zustand eine Menge für das Gedächtnis tun. Gehirnjogging zum Beispiel. Diese Übungen sind eine kleine

Auswahl aus dem „10-Tage-Trainings- Plan“ des unten stehenden Buches. Die Auflösungen finden Sie am Fuß der Seite 42. Jetzt brauchen Sie nur noch Stift und Papier. Viel Spaß dabei!

BUCH-TIPP

BUCH-TIPP

Klaus Kolb,

Frank Miltner.

Gedächtnis-

training.

GU-Verlag,

104 Seiten,

ca. 10,90

training. GU-Verlag, 104 Seiten, ca. € 10,90 12 MEDI COM 29. Ausgabe, März 2004 ILLUSTRATIONEN AUF

Aufgabe C

Der Mann oben links will durch die Tür unten rechts. Bedingung ist, dass er auf seinem Weg alle 26 Zellen einmal – und nur einmal – durchquert. Allerdings kann er den Raum, in dem er steht, mehrmals durchqueren. Wie verläuft sein Weg?

dem er steht, mehrmals durchqueren. Wie verläuft sein Weg? Aufgabe E In den beiden Bildern können

Aufgabe E

In den beiden Bildern können Sie jeweils zwei Motive erkennen. Welche?

Bildern können Sie jeweils zwei Motive erkennen. Welche? Aufgabe A Welcher Angler hat wel- chen Fisch

Aufgabe A

können Sie jeweils zwei Motive erkennen. Welche? Aufgabe A Welcher Angler hat wel- chen Fisch an

Welcher Angler hat wel- chen Fisch an Land ge- zogen? Folgen Sie jeder Schnur bis zum Fisch.

Aufgabe B

Prägen Sie sich diese Gegenstände genau ein. Sie ha- ben zwei Minuten Zeit. Anschließend aus
Prägen Sie sich
diese Gegenstände
genau ein. Sie ha-
ben zwei Minuten
Zeit. Anschließend
aus dem Gedächt-
nis aufschreiben.

Aufgabe D

Verbinden Sie die Hausnummern 1 bis 25 mit einem Stift möglichst schnell.
Verbinden Sie die
Hausnummern 1
bis 25 mit einem
Stift möglichst
schnell.
MEDICOM informiert MEDICOM informiert MEDICOM informiert MEDICOM informiert INFORMATIONEN FÜR KUNDEN DER MEDICOM PHARMA

MEDICOM informiert

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MEDICOM informiert MEDICOM informiert MEDICOM informiert INFORMATIONEN FÜR KUNDEN DER MEDICOM PHARMA AG 29. AUSGABE,
MEDICOM informiert MEDICOM informiert MEDICOM informiert INFORMATIONEN FÜR KUNDEN DER MEDICOM PHARMA AG 29. AUSGABE,

INFORMATIONEN FÜR KUNDEN DER MEDICOM PHARMA AG

29. AUSGABE, MÄRZ 2004

FOTO: PHOTODISC

MCT-Fette sind keine Schlankmacher

Laut DGE tritt aber schnell ein Gewöh- nungseffekt ein, der diesen „Schlankheits- faktor“ wieder zunichte macht. MCT-Fette haben zwar auch einen etwas gerin- geren Kaloriengehalt als übliche Speisefet- te. Die effektive Energieersparnis beträgt pro Tag aber nur ca. 80–120 kcal, rechnet die DGE vor. Also eine gemessen am täg- lichen Energiebedarf von ca. 2.000–2.500 kcal sehr niedrige Menge, die auch an anderer Stelle eingespart werden könnte.

MCT-Fette sind aber nicht nur wenig nützlich beim Abnehmen – sie haben sogar etliche Nachteile. Wenn also keine medizinischen Gründe für die Verwen-

dung vorliegen, sollte man MCT-Fette lie- ber meiden. Denn unser Darm ist nicht daran gewöhnt, größere Mengen an MCT- Fetten verwerten zu müssen. Werden anstelle von normalen Speisefetten kon- sequent MCT-Fette verwendet, kann es daher leicht zu Unverträglich-

keitsreaktionen wie Sodbren- nen, Bauchschmerzen, Erbre- chen und Durchfall kommen. Da MCT-Fette außerdem künstlich hergestellt sind und nur aus gesättigten Fettsäuren zusammengesetzt sind, ist bei langfristigem Verzehr die Versorgung mit wichtigen einfach und mehrfach un- gesättigten Fettsäuren, die der Körper dringend benötigt, nicht mehr gewährleistet. Auch Vitamin E, das vor allem in natürlichen Pflanzenölen vertreten ist, wird nicht mehr ausreichend aufgenommen. Und: Verglichen mit handels- üblichen Speisefetten haben MCT-Fette einen wenig appe- titlichen bitter-muffigen Ge- schmack. Dieser verstärkt sich sogar noch durch das Auf- wärmen oder Warmhalten von

Speisen. Gerichte mit MCT- Fetten müssen daher immer frisch zubereitet werden, sind dabei aber weniger schmackhaft als die herkömm- liche vollwertige Küche.

Die Kette angeblich hocheffizienter Schlankheitsmethoden reißt nicht ab. Neuerdings werden nun auch MCT-Fette als vielver- sprechende Diätwunder angepriesen. Doch die Deutsche Gesell- schaft für Ernährung (DGE) rät dringend davon ab, diese Fette zur Gewichtsreduktion zu verwenden.

M CT-Fette (englisch: middle chain triglyceride) sind spezielle Fette

(Triglyceride), die ausschließlich aus mit- telkettigen gesättigten Fettsäuren zu- sammengesetzt sind. Diese Fettsäuren sind wesentlich kürzer als die in natürli- chen Fetten vorkommenden

Fettsäuren und werden daher auch anders vom menschlichen Körper verwertet. Aufgrund ih- rer kleinen Struktur benötigen die mittelkettigen Fettsäuren nicht die von der Leber gebil- deten Gallensäuren als Träger- substanz, um vom Darm ins In- nere des Körpers zu gelangen, sondern sie können die Darm- wand direkt passieren. Diese Eigenschaft der MCT-Fette macht man sich in der Medizin zunutze, um die Ernährung von Patienten mit Fettverdau- ungsstörungen, mit gestörter Gallensäurebildung oder mit chronischer Darmerkrankung wie z. B. Morbus Crohn sicher- zustellen. Zu diesem Zweck werden MCT-Fette in Form von Streich- oder Kochfetten eigens künstlich hergestellt, denn in natürlichen Lebensmitteln

kommen die mittelkettigen Fettsäuren nur selten vor. Nun machen MCT-Fette als „Abnehmfette“ Furore. Sie sollen „Pfunde zum Schmel- zen bringen“ und angeblich „mehr

Werden die üblichen Nahrungsfette gegen MCT-Fette eingetauscht, wird zwar zu- nächst eine stärkere Sättigung verspürt.

Kalorien verbrennen als sie zuführen“, so die Werbung. Doch MCT-Fette sind keine Fette, die schlank machen, betont die DGE. So sinnvoll MCT-Fette in der Ernährungsmedizin sein mögen – zu Abnehmzwecken sind sie ungeeignet.

sein mögen – zu Abnehmzwecken sind sie ungeeignet. Mit Fetten gegen das Fett? Das ist nicht

Mit Fetten gegen das Fett? Das ist nicht zu empfehlen. MCT-Fette sind nur

für den medizinischen Einsatz von wirklichem Nutzen.

MEDICOM informiert MEDICOM informiert MEDICOM informiert MEDICOM informiert FOTO: PHOTOS.COM Chemische Rückstände in

MEDICOM informiertMEDICOM informiert MEDICOM informiert MEDICOM informiert FOTO: PHOTOS.COM Chemische Rückstände in alkoholischen

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FOTO: PHOTOS.COM

FOTO: PHOTOS.COM Chemische Rückstände in alkoholischen Getränken machen aus manchem edlen Eichenfass ein Pulverfass.

Chemische Rückstände in alkoholischen Getränken machen aus manchem edlen Eichenfass ein Pulverfass.

Schadstoffe in alkoholischen Getränken

In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Schadstoff- Höchstmengen-Überschreitungen bei alkoholischen Getränken.

W ie das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mitteilte,

wurden im November stark überhöhte Gehalte an Schwefeldioxid in einer be- stimmten Sorte australischen Rotweins gefunden. Schwefeldioxid wird zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten von Weinreben verwendet, zum Schutz des Weins vor mikrobieller Verunreinigung und Oxidation sowie zur Konservierung von Holzfässern. Bei empfindlichen Personen kann der Konsum größerer Mengen Schwefeldioxid zu bronchialen Überreaktionen, Asthma oder auch ana- phylaktischen Schocks führen. Auch Übelkeit, Durchfall und Erbrechen sind möglich sowie Kopfschmerzen. Um die- ses Gesundheitsrisiko auszuschließen, gilt laut EU-Weinverordnung (1493/99) ein Höchstgehalt von 160 mg/l für Rotwein, bis zu 400 mg/l für liebliche Weißweine.

Im vorliegenden Fall betrugen die Schwefeldioxidgehalte aber zwischen 928 und 2690 mg/l. Die Höchstwerte wurden somit z. T. um das 15fache über- schritten. Der schwefeldioxidbelastete Rotwein wurde sofort aus dem Handel zurückgerufen. Käufern, die noch Fla- schen des Rotweins besaßen, wurde drin- gend geraten, den Wein keinesfalls zu trinken, sondern zum zuständigen Le- bensmittelmarkt zurückzubringen. Zu erkennen sei der ungenießbare Wein an seinem stechenden Geruch. Die genaue Bezeichnung der belasteten Weinchargen lautete: Creston Bay Cabernet Shiraz 2002, bottled by D-SN 18 in 143755140; Los-Nr. L:961-967. Die zuständige Wein- und Sektkellerei führte die Schwefel- dioxidbelastung auf eine technische Störung bei der Abfüllung des Weins zurück.

technische Störung bei der Abfüllung des Weins zurück. Wermut, latei- nisch Artemisia Absinthium oder auch

Wermut, latei-

nisch Artemisia

Absinthium

oder auch

Magenkraut

oder Absinth

genannt.

Auch bei Absinth wurden im letzten Herbst Überschreitungen der zulässigen Schadstoffwerte festgestellt.

Die grüne Bitterspirituose Absinth – zu Beginn des 20. Jahrhunderts schon einmal ein beliebtes Getränk – ist jetzt wieder zum Modegetränk geworden. Absinth wird aus Wermut gewonnen, der von Natur aus einen hohen Gehalt an Thujon aufweist. Dieses Rauschmittel ist ein starkes Nervengift, das Halluzinatio- nen, epileptische Anfälle und schwere psychische Schäden verursachen kann. Der Thujongehalt ist daher gesetzlich beschränkt auf maximal 35 mg /l. Bei Überprüfung aller im Handel befind- lichen Absinthsorten durch das BfR entsprachen die meisten Getränke den gesetzlichen Bestimmungen, nur drei Sorten zeigten wesentlich höhere Werte, sodass behördliche Maßnahmen einge- leitet werden mussten. Es bestand jedoch zu keiner Zeit eine akute Gefährdung der Verbraucher. Trotzdem rät das BfR zu maßvollem Konsum von Absinth,

zumal die Bitterspirituose auch einen extrem hohen Alkoholgehalt aufweist.

auch einen extrem hohen Alkoholgehalt aufweist. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Absinth in

Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Absinth in Künstlerkreisen sehr beliebt. Mit manchmal verheeren- den gesundheitlichen Folgen für seine Konsumenten.

FOTOMONTAGE: EYEWIRE, DPNY, NILS WASSERMANN

FOTO: MARC STEINMETZ/ VISUM

Titelthema

FOTO: MARC STEINMETZ/ VISUM Titelthema Das Gehirn Wie Neurowissenschaften die Welt im Kopf entr tseln Wie
FOTO: MARC STEINMETZ/ VISUM Titelthema Das Gehirn Wie Neurowissenschaften die Welt im Kopf entr tseln Wie
FOTO: MARC STEINMETZ/ VISUM Titelthema Das Gehirn Wie Neurowissenschaften die Welt im Kopf entr tseln Wie
FOTO: MARC STEINMETZ/ VISUM Titelthema Das Gehirn Wie Neurowissenschaften die Welt im Kopf entr tseln Wie

Das Gehirn

Wie Neurowissenschaften die Welt im Kopf entr tseln

Wie Forscher mit neuen Verfahren Denken und Fühlen im Gehirn sichtbar machen können und warum deshalb Hirnerkrankungen bald besser und schneller behandelt werden können.

E twa 100 Milliarden Nervenzellen bilden das Gerüst eines der sicherlich

komplexesten Gebilde des Universums:

des menschlichen Gehirns. Dieses Organ sorgt dafür, dass wir leben, uns bewegen, riechen, sehen, fühlen und über das Leben philosophieren können. Und es ermöglicht uns, über sich selbst, unser Hirn, nachzudenken und zu forschen. Dank neuer bildgebender Verfahren ler- nen Neurowissenschaftler unser Gehirn immer besser kennen.

Was unter unserer Schädeldecke in diesem 1.300–1.600 Gramm schweren Organ aus Eiweiß, Fett und Wasser vor sich geht, ist überaus rätselhaft. Doch die Wissenschaft ist schon ein gutes Stück vorangekommen bei der Entschlüsselung dessen, was den Menschen zu einer ganz besonderen Spezies macht:

des menschlichen Gehirns.

Neurowissenschaftler, Forscher auf dem Gebiet der Nervenzellen, haben mit verfeinerten Messtechniken einen genaueren Einblick in die Funktion des Gehirns nehmen können. Sie gelangten dabei zu Erkenntnissen, die vielen frühe- ren Vorstellungen über die Funktions- weise des Gehirns widersprechen. Das Denken zum Beispiel funktioniert anders als zuvor angenommen. Ein Gedanke entsteht nicht an einem bestimmten Ort und wandert von dort aus durch den Kopf, sondern er bildet sich gleichzeitig an verschiedenen Stellen als Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels unter- schiedlichster Nervenzellen. Denkprozes- se sind auch nicht so rational, wie man es sprichwörtlich mit dem „kühlen Kopf“ umschreibt. Wenn wir Reize über die Sinnesorgane aufnehmen, dann werden die im Gehirn entstehenden neuronalen Erregungen nicht nur erkenntnismäßig,

sondern immer auch emotio- nal bewertet. Das heißt, dass bei jedem einzelnen unserer Denkprozesse Gefühle eine Rolle spielen und dass ein Mangel an Gefühlen durch- aus die Ursache für ein irra- tionales Verhalten sein kann. Wie es zu einem Gefühls- mangel kommen kann, lesen Sie im weiteren Text. Eben- falls widerlegt ist die An- nahme, dass Gehirnzellen sich nicht teilen könnten. Und: Gehirnzellen können sogar teilweise die Aufgaben von anderen, abgestorbenen Nervenzellen (Neuronen) übernehmen. In die Rubrik der Irrtümer gehört auch die Aussage, der Mensch würde nur 10 Prozent seiner Hirn- kapazität nutzen und die restlichen 90 Prozent würden

kapazität nutzen und die restlichen 90 Prozent würden Mythen des Gehirns Falsch: Der Mensch nimmt nur

Mythen des Gehirns

Falsch: Der Mensch nimmt nur 10 Prozent seiner Gehirnkapazität in Anspruch und es ist vorteil- haft, möglichst viel Gehirnkapazität zu aktivieren. Richtig: Der Mensch nutzt sein Gehirn so, wie er es sich selbst programmiert hat, und es kommt nicht darauf an mit welcher Kapazität es arbeitet, sondern wie es verschaltet ist. Intelligentere Men- schen zeigen sogar weniger Hirnaktivität bei der Lösung intellektueller Aufgaben. Falsch: Die beiden Gehirnhälften beherbergen völlig getrennte Geistesgaben und Menschen unterscheiden sich danach, welche Gehirnhälfte bei ihnen bevorzugt aktiviert wird. Richtig: Beide Gehirnhälften ergänzen sich bei der Erfüllung unterschiedlicher Leistungen und können im Bedarfsfalle auch die Aufgaben der anderen Hälfte übernehmen. Frauen und Männer haben eine unterschiedliche Aufteilung der Aufgabenbereiche in den beiden Hirnhälften.

Aufteilung der Aufgabenbereiche in den beiden Hirnhälften. Über bildgebende Messverfahren - wie hier bei einer EEG

Über bildgebende Messverfahren - wie hier bei einer EEG -Untersuchung - ergründen Neurowissenschaftler immer mehr über die Funktionsweise unseres Gehirnes.

FOTO: © MANFRED P.KAGE/OKAPIA

FOTO: PHOTOS.COM

FOTO: © MANFRED P.KAGE/OKAPIA FOTO: PHOTOS.COM Titelthema Eine Nervenzelle: Sie nimmt die Information auf und leitet
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FOTO: © MANFRED P.KAGE/OKAPIA FOTO: PHOTOS.COM Titelthema Eine Nervenzelle: Sie nimmt die Information auf und leitet

Titelthema

Eine

Nervenzelle:

Sie nimmt die Information auf und leitet sie weiter.

quasi brachliegen. Diese weit verbreitete Ansicht ist neuen Erkenntnissen zufolge falsch, sie basiert auf der irrigen Vor- stellung, nur ein „mit voller Energie“ genutztes Gehirn sei ein intelligentes Gehirn. Weit gefehlt. Untersuchungen stellung, nur ein „mit voller Energie“ genutztes Gehirn sei ein intelligentes Gehirn. Weit gefehlt. Untersuchungen zeigen: Je intelligenter ein Mensch ist, desto weniger Energie verbraucht sein Gehirn. Auch die Ernährungsweise be- ziehungsweise die Vitalstoffversorgung des Gehirns spielt eine wichtige Rolle für seine Leistungsfähigkeit. Erste Stu- dien weisen insbesondere auf die große Bedeutung einer ausreichenden früh- kindlichen Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen hin. Es ist bekannt, dass Babys, die Muttermilch erhielten, acht Jahre später im Durchschnitt 8,3 IQ- Punkte besser lagen als Flaschenkinder. Abgesehen von der größeren körperli- chen Zuwendung beim Stillen, die sich positiv auf die Ausbildung des Gehirns auswirkt, spielt auch die günstigere Zu- sammensetzung der Muttermilch dabei eine wichtige Rolle.

Das Gehirn ist ständig und auch noch im höheren Alter lernfähig. Es muss immer gefordert werden und immer gut mit dem versorgt sein, was es funktionsfähig erhält, vor allem mit ausreichend Sauer- stoff, Flüssigkeit und Vitalstoffen. Auch genügend Schlaf ist bedeutsam.

und Vitalstoffen. Auch genügend Schlaf ist bedeutsam. Das menschliche Nervensystem : ein funktionelles Wunder

Das menschliche Nervensystem :

ein funktionelles

Wunder

Anatomisch gesehen besteht das menschliche Nervensystem aus zwei Bereichen: dem zentralen Nervensystem (ZNS) mit Gehirn und Rückenmark einerseits und andererseits dem peripheren Nervensystem, das in alle Körperregionen reicht.

peripheren Nervensystem, das in alle Körperregionen reicht. Klug durch Muttermilch. Forschungen bewei- sen: Gestillte

Klug durch Muttermilch. Forschungen bewei- sen: Gestillte Kinder liegen später um rund 8 Punkte im Intelligenztest vor Flaschenkindern.

um rund 8 Punkte im Intelligenztest vor Flaschenkindern. Intelligente Hirne sind weniger aktiv. Das obere Bild
um rund 8 Punkte im Intelligenztest vor Flaschenkindern. Intelligente Hirne sind weniger aktiv. Das obere Bild

Intelligente Hirne sind weniger aktiv. Das obere Bild zeigt einen niedrigen IQ und das untere Bild zeigt einen hohen IQ beim Lösen einer Aufgabe, die die Intelligenz (nicht Vorbildung oder Wissen) beansprucht. Das Gehirn des intelli- genteren Probanden zeigt eine geringere Nervenaktivität.

D as Rückenmark, das im Inneren der Wirbelsäule liegt, verbindet das Ge-

hirn und die peripheren Nervenstränge miteinander. Das Rückenmark reicht vom Hirnstamm weit den Rücken hinab bis zu den Lendenwirbeln. Ihm entspringen 31– 32 Paar Spinalnerven, die – verknüpft über bestimmte Schaltknoten (Ganglien) – in die Nervenbahnen des peripheren Nervensystems übergehen. Diese in die Körperteile reichenden Nervenbahnen

übermitteln Nervenreize vom ZNS an die Organe und umgekehrt.

Viele Körperprozesse werden auf diesem Wege automatisch und ohne unser Zutun reguliert. Dafür ist der so genannte vege- tative Teil des Nervensystems zuständig, der – ohne dass es uns bewusst wäre – vor allem die Funktion der inneren Organe steuert. So atmen wir unbewusst, unser Herz schlägt automatisch, die Pupillen weiten sich, wir verdauen unsere Nahrung, Schadstoffe werden ausgeschieden.

2

GRAFIK: DPNY

Das Gehirn filtert eingehende Infor- mationen und gibt sie von Nerven- zelle zu Nervenzelle weiter.

Viele Körperprozesse werden von äuße- ren Reizen „automatisch“ ausgelöst. Selbst wenn wir die Augen schließen und die Ohren verstopfen, nehmen wir Reize aus unserer nächsten Umwelt auf. Dafür sorgt das sensorische Nerven- system, das die von den Sinnesorganen ausgehenden Reize an das ZNS weiterlei- tet. Die größte Bedeutung kommt dabei der Haut zu. Jeder Quadratzentimeter Haut enthält bis zu 250 Sinneszellen oder Rezeptoren, die Druck, Berührung oder Temperatur wahrnehmen. Auch die bewussten Bewegungen des Körpers werden über das Nervensystem gesteu- ert. Hier ist es der motorische Teil des Nervensystems, der die motorischen Schaltzentralen im Gehirn (z. B. die motorische Hirnrinde) mit den Musku- latursträngen des Körpers verbindet.

Damit die Kommunikation zwi- schen den Nervenzellen gut funk- tioniert, muss das Gehirn ausrei- chend mit Sauerstoff versorgt sein. Der hohe Sauerstoffverbrauch der Neuronen sorgt jedoch ebenfalls für ein hohes Aufkommen von Freien Radikalen im Gehirn. Das kann zu oxidativem Stress führen, der die Nervenzellen schädigt. Potente Radikalfänger wie Vitamin E oder Coenzym Q10 sind im Gehirn daher besonders wichtig, da sie die Mem- branen der Gehirnzellen vor dem Angriff durch Freie Radikale schüt- zen. Da Krankheiten wie Parkinson und Alzheimer mit einem vermehr- ten Auftreten von Freien Radikalen in Verbindung gebracht werden, forschen Neurologen derzeit, in- wieweit Coenzym Q10 auch in der Lage ist, vor diesen degenerativen Nervenerkrankungen zu schützen. Im Falle von Parkinson konnten Studien bereits eindrucksvolle Hin- weise auf die schützende Funktion von Coenzym Q10 liefern.

1

Wir prägen uns etwas ein. Das können Worte oder wie in diesem Fall Ziffern sein.

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4

Gespeichert. Die Information ist im Gedächtnis verankert und kann wieder abgerufen werden. Wird die Verbindung zwischen den beiden Nerven- zellen, die Synapse, länger nicht beansprucht, lockert sich der Kontakt zwischen den Zellen wieder. Man vergisst.

Das Gedächtnisprotein CREB akti- viert die DNA. Die Synapse, die Verbindung zwischen den beiden Zellen, wird dadurch verstärkt.

3

Ein Neurotransmitter überträgt die Signale zur nächsten Nerven- zelle. Gleichzeitig aktiviert er den NMDA-Rezeptor, der wiederum seinerseits das Gedächtnispro- tein CREB aktiviert.

So funktioniert das Lernen. Während wir uns etwas einprägen – Zahlen, Worte, Vokabeln – wird die Information über Neurotransmitter von Zelle zu Zelle weitergegeben. Hat sich ein Kontakt zwischen den Zellen gebildet, ist die gelernte Information im Gehirn gespeichert.

Was passiert im Gehirn?

Nervenzellen leiten Informationen aus Umwelt und Körper zum Gehirn und verarbeiten sie entsprechend weiter. Das Besondere an Nervenzellen sind ihre unzähligen fadenförmigen Nervenzell- fortsätze (Dendriten) sowie ihr stielförmi- ger Achsenzylinder (Axon), der am Ende in einer pilzförmigen Endplatte mündet. Über diese Endplatte wird die Informati- onsweiterleitung von Nervenzelle zu Ner- venzelle bewerkstelligt, indem die End- platte einer Nervenzelle über so genannte Synapsen elektrochemisch Kontakt auf- nimmt zu den Axonen oder Dendriten an- derer Nervenzellen. Jede Nervenzelle kann auf diese Weise bis zu 10.000 Kontakte entwickeln. Die Neuronen sind in den ein- zelnen Bereichen des Gehirns mithilfe der Synapsen zu schaltkreisartigen Netzwer- ken verbunden, die wiederum von überge- ordneten Schaltkreisen reguliert werden. Die Art der Verknüpfung der Nervenzellen

untereinander und zwischen den verschie- denen Hirnregionen hängt auch von deren jeweiligen Aufgaben ab. So gibt es z. B. ein Sprachzentrum, ein Zentrum für das Sehen, Hören, Tasten und so weiter. Die Synapsen sind variable Verbindungen und in der Lage, ihre Sensibilität zu verändern. Oft genutzte Synapsen werden schneller reaktionsfähig, und ihre häufige Nutzung führt zur Bildung weiterer solcher Nerven- zellverbindungen zwischen bestimmten Hirnarealen. Selten genutzte Synapsen werden dagegen schwerfälliger oder voll- ständig abgebaut, wenn wenig Kommuni- kation über sie erfolgt. Je intensiver Nervenzellen oder bestimmte Gehirnarea- le miteinander kommunizieren, desto bes- ser gestaltet unser Gehirn die physiologi- schen Voraussetzungen dafür. Die Verän- derungsfähigkeit der Synapsen ist auch die neuronale Basis für unser Gedächtnis, die ermöglicht, dass wir uns an gewisse Dinge erinnern oder andere vergessen.

die ermöglicht, dass wir uns an gewisse Dinge erinnern oder andere vergessen. MEDI COM 29. Ausgabe,

FOTO: TAXI

GRAFIK: DPNY

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Ein Unterschied zwischen dem Menschen und anderen Lebewesen liegt in der Gestalt des Gehirns. Es befähigt uns, logisch zu denken, mit unseren Mitmenschen zu kommunizieren, zu lernen, und es ver- leiht uns das Erinnerungsvermögen.

zu lernen, und es ver- leiht uns das Erinnerungsvermögen. Bereits sechs Wochen nach der Empfängnis bilden

Bereits sechs Wochen nach der Empfängnis bilden sich die ersten Nerven- zellen. An man- chen Tagen ent- stehen bis zu 580.000 Neuro-

nen pro Minute.

Die motorische Hirnrinde steuert die Muskelbewegungen in den verschiedenen Teilen des Körpers. Komplizierte Bewe- gungen erfordern dabei einen größeren Bereich der Hirnrinde. Deswegen ist der untere Bereich, der die Gesichtsmuskeln steuert, viel ausgedehnter als der obere, der für die einfachen Beinbewegungen zuständig ist.

Das Verhaltens- und Gefühlszentrum liegt im Stirnhirn und damit im vorderen Teil des Großhirns. Es ist für die Intelli- liegt im Stirnhirn und damit im vorderen Teil des Großhirns. Es ist für die Intelli- genz, die Lernfähigkeit und die gesamte Persönlichkeit verantwortlich. Mithilfe dieser Region können wir Dinge abwägen und beurteilen, und hier hat auch das Bewusstsein seinen Sitz.

Das motorische Sprachzentrum liegt beim Rechtshänder in der linken Groß- hirnhälfte. Es steuert die komplizierten Bewegungen, die beim Sprechen durch- geführt werden müssen. In seiner un- mittelbaren Nachbarschaft befindet sich auch das Schreibzentrum.

Das Geschmackszentrum, in beiden Hälften des Gehirns angesiedelt, empfängt Informationen von den Geschmacksknos- pen auf der Zunge. Allein mit dem Ge- schmackssinn können wir unsere Mahlzei- ten nicht beurteilen; der Geruchssinn spielt bei der Beurteilung der Nahrung eine viel größere Rolle. Riech- und Geschmackszen- trum arbeiten eng zusammen.

Die sensorische Hirnrinde des Großhirns empfängt die Informationen von den Sinneszellen der Haut. Hier nehmen wir Empfindungen wie Wärme oder Berührungen wahr.

Das akustische Sprachzentrum in der linken Großhirnhälfte sorgt für unser Sprachverständnis. Dort werden die Höreindrücke als Sprache interpretiert. Daneben liegt das optische Sprach- und Lesezentrum, mit dessen Hilfe wir Ge- schriebenes als Wörter erkennen. Das motorische Sprachzentrum steuert das Sprechen.

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Was liegt wo im Gehirn?

Das Gehirn ist das Steuerungszentrum des Körpers. Man unter- scheidet drei Teile: das Großhirn, das für Intelligenz, Gedanken und Gefühle zuständig ist, das Kleinhirn, das die Bewegungsabläufe koordiniert, und den Hirnstamm, dessen Nervenbahnen das Großhirn mit dem Rückenmark verbinden und der die Atmung, das Herz-Kreislauf-System und den Blutdruck steuert.

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B estimmten Regionen im Gehirn werden spezifische Funktionen zugeordnet.

Doch finden diese Vorgänge nicht allein in diesen Bereichen statt. Es sind immer mehrere Gehirnregionen tätig, wenn das Gehirn arbeitet. Bei manchen Menschen sind sogar Funktionen, wie zum Beispiel die Sprache, in ganz anderen Regionen des Gehirns lokalisiert als bisher ange- nommen. In Zukunft wird man dank der

neuen bildgebenden Verfahren eine noch genauere „Karte des Gehirns“ erstellen können. Das Großhirn macht rund acht- zig Prozent der Gehirnmasse aus. Es ist in zwei Hälften geteilt. Jede Hälfte empfängt Informationen von den entgegengesetz- ten Körperhälften und erteilt auch Befeh- le dorthin. Im Großhirn haben die Intelli- genz, das Gedächtnis, die Sprache, das Bewusstsein und die Gefühle ihren Sitz.

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FOTO: © ISM/OKAPIA

FOTO: PHOTOS.COM FOTO: © ISM/OKAPIA Das Hörzentrum im Großhirn emp- fängt über den Hörnerv die Nervenimpul-

Das Hörzentrum im Großhirn emp- fängt über den Hörnerv die Nervenimpul- se von den Hörzellen in der Schnecke des Innenohrs. Das Hörzentrum interpretiert diese Informationen, sodass der Hör- eindruck entsteht, und vergleicht diesen Eindruck mit früheren Hörerfahrungen. Auf diese Weise erkennen wir Sprache, Musik oder Geräusche.

Das Zentrum der Informationsverar- beitung seitlich der beiden Großhirnhälf- ten besteht aus mehreren kleinen Teilen. Sie empfangen und verarbeiten die seitlich der beiden Großhirnhälf- ten besteht aus mehreren kleinen Teilen. Sie empfangen und verarbeiten die Infor- mationen von den Augen und den Ohren. Hier erkennt das Gehirn beispielsweise Formen und Töne sowie die Bedeutung geschriebener und gesprochener Wörter.

Das Sehzentrum im hinteren Teil des Großhirns erhält Informationen in Form von Nervenimpulsen von den lichtem- pfindlichen Zellen in der Netzhaut des Auges. Es vergleicht die eintreffenden Signale mit früheren Seherfahrungen und erlaubt uns dadurch, Gegenstände zu erkennen.

Das Gleichgewichtszentrum ist das

zweitgrößte Funktionszentrum des Ge- hirns. Es koordiniert alle Bewegungen der Skelettmuskeln, sowohl der vom Willen gesteuerten als auch der unwillkürlichen Skelettmuskeln. Jeden Augenblick em- pfängt es hunderte von Informationen über die Muskeln und die Körperhaltung.

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über die Muskeln und die Körperhaltung. 7 9 10 Titelthema Wo die Gedanken wohnen Ein Gedanke
über die Muskeln und die Körperhaltung. 7 9 10 Titelthema Wo die Gedanken wohnen Ein Gedanke

Titelthema

über die Muskeln und die Körperhaltung. 7 9 10 Titelthema Wo die Gedanken wohnen Ein Gedanke
über die Muskeln und die Körperhaltung. 7 9 10 Titelthema Wo die Gedanken wohnen Ein Gedanke

Wo die Gedanken wohnen

Ein Gedanke geht uns durch den Kopf, eine Erinnerung taucht auf, wir stellen uns eine Situation vor, lösen eine komplizierte intellek- tuelle Aufgabe – was geht dabei im Gehirn vor sich?

D enken funktioniert über elektro- nische Impulse, die von Neuron

(Nervenzelle) zu Neuron weitergegeben werden. Das haben Sie bereits gelesen. Aber damit ist nicht geklärt, wie genau Gedanken entstehen. Gedanken sind abstrakt, sie sind keinen konkreten Körperfunktionen zuzuordnen. Wenn wir denken, sind immer Neuronen in verschiedenen Hirnteilen aktiv. Man kann

sich das Ganze wie ein Orchester vor- stellen, das harmonisch zusammenspielt. Dann ist das eine ganze Sinfonie, deren unterschiedliche Stimmen von verschie- denen Instrumenten gespielt werden. Alle wahrgenommenen Aspekte werden aus verschiedenen Gehirnarealen „zu- sammengedacht“. Das große Rätsel für die Hirnforschung ist immer noch, welche Instanz dieses Zusammenspiel

ist immer noch, welche Instanz dieses Zusammenspiel Liveschaltung ins Gehirn In den letzten Jahren entwickelten
ist immer noch, welche Instanz dieses Zusammenspiel Liveschaltung ins Gehirn In den letzten Jahren entwickelten

Liveschaltung ins Gehirn

In den letzten Jahren entwickelten Physiker und Neurowissenschaftler eine Reihe von Methoden, mit denen man dem Gehirn „live“ bei der Arbeit zusehen kann. Das Prinzip beruht auf der Tatsache, dass die Nervenzellen des Gehirns, die Neu- ronen, bei jeder Aktivität Energie verbrauchen. Dafür werden über das Blut Glucose und Sauerstoff bereit- gestellt. Gehen also irgendwo im Gehirn „die Lichter an“, steigt die Durchblutung und damit die Stoff- wechselrate in der betreffenden Regi- on blitzschnell an und fällt ebenso rasch wieder ab, wenn die Aktivität beendet ist. Diese Aktivitätsschwan- kungen können durch bestimmte bildgebende Verfahren sichtbar ge-

macht werden. Am weitesten ver- breitet sind dabei die Positronen- emissionstomographie (PET) sowie die funktionelle Magnetresonanzto- mographie (f-MRT). Bei der PET werden dem Patienten leicht radio- aktiv strahlende Substanzen (Proto- nen) injiziert und dann die von verschiedenen Gehirnabschnitten ausgehenden Strahlungen erfasst. Die Daten werden computergestützt in ein Schichtbild verwandelt, das die Aktivitätsverteilung im Gehirn zeigt. Die f-MRT kommt dagegen ohne Spritze aus. Sie bestimmt kleinste Veränderungen im Sauer- stoffgehalt des Blutes, indem das in ihm enthaltene Hämoglobin (sauer- stofftransportierender Farbstoff der roten Blutkörperchen) magnetisch in Schwingungen versetzt wird.

Blutkörperchen) magnetisch in Schwingungen versetzt wird. PET-Aufnahmen eines gesunden Hirns (rechts) und eines Hirns
Blutkörperchen) magnetisch in Schwingungen versetzt wird. PET-Aufnahmen eines gesunden Hirns (rechts) und eines Hirns

PET-Aufnahmen

eines gesunden

Hirns (rechts) und eines Hirns eines

Alzheimerpatien-

ten. Deutlich zu erkennen: die inak- tiven Hirnbereiche.

FOTO: © S.CAMAZINE/OSF/OKAPIA

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FOTO: © S.CAMAZINE/OSF/OKAPIA FOTO: STONE Titelthema MRT-Aufnahme (Magnetresonanz- tomographie) des Hirnes eines
FOTO: © S.CAMAZINE/OSF/OKAPIA FOTO: STONE Titelthema MRT-Aufnahme (Magnetresonanz- tomographie) des Hirnes eines
FOTO: © S.CAMAZINE/OSF/OKAPIA FOTO: STONE Titelthema MRT-Aufnahme (Magnetresonanz- tomographie) des Hirnes eines
FOTO: © S.CAMAZINE/OSF/OKAPIA FOTO: STONE Titelthema MRT-Aufnahme (Magnetresonanz- tomographie) des Hirnes eines

Titelthema

FOTO: © S.CAMAZINE/OSF/OKAPIA FOTO: STONE Titelthema MRT-Aufnahme (Magnetresonanz- tomographie) des Hirnes eines

MRT-Aufnahme

(Magnetresonanz-

tomographie) des

Hirnes eines

Multiple-Sklerose-

Patienten. Die

grünen Bereiche

bezeichnen die

erkrankten

Hirnregionen.

dirigiert. Man weiß, dass Nervenzellen ihre Signale in einem unterschiedlichen „Takt“ abgeben. Man nimmt an, dass alle an einem Gedanken beteiligten Nervenzellen ihre Impulse in ein und demselben Takt weitergeben. Doch der Code, der hierbei übermittelt wird, ist noch nicht „geknackt“. Unklar ist auch bislang, welche Informationen wie und wo von den Nervenzellen weitergegeben werden. Würde dieser neuronale Code eines Tages entschlüsselt werden, könnte man wahrscheinlich die Ursachen für

Hirnerkrankungen wie die parkinsonsche Krankheit, Morbus Alzheimer, Epilepsie etc. erkennen und die Erkrankungen besser behandeln. Doch so weit ist die Forschung noch nicht. Aber die zeit- gleichen Aktivitäten der verschiedenen Hirnregionen beim Denken sind messbar und lassen sich mit modernen bild- gebenden Verfahren sichtbar machen. Wissenschaftler sind damit sogar jetzt in der Lage, bei Menschen mit neurologi- schen Erkrankungen die Hirnschädigung dreidimensional darzustellen.

die Hirnschädigung dreidimensional darzustellen. Wie entstehen Erkenntnisse? Auch diese Frage stellen

Wie entstehen Erkenntnisse? Auch diese Frage stellen Hirnforscher. Was früher allein der Philosophie vorbehalten war, ist heute teil- weise messbar. Das verändert das Bild des Menschen.

Was sind neurologische Erkrankungen und wie werden sie diagnostiziert?

Unter neurologischen Erkrankungen ver- steht man Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS) und/oder des peri- pheren Nervensystems. Die häufigsten neurologischen Erkrankungen sind Morbus Alzheimer, multiple Sklerose, Epilepsie und die parkinsonsche Krank- heit. Bei den so genannten neurodegene- rativen Krankheiten führen verschiedene Ursachen zum Absterben von Gehirnzel- len, wie etwa bei Morbus Alzheimer und der parkinsonschen Krankheit.

Die Hoffnung der Medizin ist, das Ab- sterben der Zellen irgendwann aufhalten oder sogar verhindern zu können. Dank revolutionärer technischer Entwick- lungen lassen sich heute Gehirn und Rückenmark so darstellen, wie es früher nur nach dem Tod möglich war. Bei Er- krankungen des Gehirns war man vorher darauf angewiesen, das Hirn nach dem Tod des Patienten zu sezieren, um her- auszufinden, woran der Patient gelitten hat. Heute kann man mithilfe bildge- bender Verfahren die richtige Diagnose schon zu Lebzeiten stellen, indem man bestimmte Stoffwechselprozesse im Gehirn misst. Daher ist es oft schon im Anfangsstadium einer Erkrankung mög- lich, mit der richtigen Therapie zu begin- nen. Für die Alzheimerkrankheit, die üblicherweise erst im fortgeschrittenen Lebensalter auftritt, kann das möglich- erweise sogar bedeuten, dass man in der Lage wäre, sie zu erkennen, bevor die Symptome überhaupt zum Tragen kom- men. Setzt dann die richtige Therapie ein, kann man vielleicht sogar verhin- dern, dass jemand überhaupt an der Erkrankung leiden muss.

Von den vielen neuen Verfahren stellen wir Ihnen hier nun einige vor.

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FOTO: PHOTOS.COM Durch die neuen Messverfahren kann – zum Beispiel bei Hirnoperationen – jeder Eingriff sehr
FOTO: PHOTOS.COM Durch die neuen Messverfahren kann – zum Beispiel bei Hirnoperationen – jeder Eingriff sehr

Durch die neuen Messverfahren kann – zum Beispiel bei Hirnoperationen – jeder Eingriff sehr genau voraus- geplant werden.

Neueste Forschungs- ergebnisse der Neurowissenschaftler

Magnetenzephalographie/

Synchronisationstomographie

Neue Hirnschrittmacher für Patienten mit Morbus Parkinson

Professor Peter Tass, Leiter der Arbeits- gruppe Magnetenzephalographie und Hirnschrittmacher am Forschungszent- rum Jülich, will gemeinsam mit dem Neurochirurgen Professor Volker Sturm von der Universitätsklinik Köln und Dr. Michael Schiek vom Zentrallabor für Elektronik am Forschungszentrum Jülich die Funktionen so genannter Hirnschritt- macher mithilfe der neuen Verfahren verbessern. Unter Hirnschrittmachern versteht man in das Gehirn implantierte Elektroden, mit deren Hilfe sich krank- haft überaktive Hirnregionen anhaltend mit elektrischen Impulsen überstimulie- ren und damit ausschalten lassen. Damit werden auch die für Morbus-Parkinson- Patienten typischen Bewegungsstörun- gen behoben. Für Parkinsonpatienten, die mit Medikamenten nicht mehr zu behandeln sind, ist die Implantation eines Hirnschrittmachers oft der einzige Ausweg. Die Krankheit kann damit zwar nicht geheilt, die Symptome aber deut- lich gelindert werden. Doch diese Form der Nervenstimulation hat auch ihre Schwachstellen. Die Nervenzellen ge- wöhnen sich im Laufe der Zeit an die Dauerstimulation und daher muss deren Intensität im Laufe der Behandlung nach und nach immer mehr erhöht werden. Dadurch können benachbarte gesunde

Hirnbereiche in Mitleidenschaft gezogen werden. Das kann zu Empfindungs- störungen der Haut, Schwindel oder zu Sprachstörungen führen.

Mit der Synchronisationstomographie steht den Forschern jetzt ein neues Messverfahren zur Verfügung, das helfen könnte, neue Schrittmacher zu ent- wickeln, die nur bei Bedarf in die Arbeit des Gehirns eingreifen und auf milde Weise hyperaktive Nerven ausschalten.

Der Kopf der Versuchspersonen befindet sich während des Experiments unter einer helmförmigen Messapparatur mit 148 Sensoren, die registrieren, was im Gehirn passiert. Das Verfahren baut auf der bekannten Magnetenzephalographie (MEG) auf. Dabei werden die schwachen Magnetfelder registriert, die stets vorhan- den sind, wenn Strom fließt – also auch bei jeder elektrischen Aktivität von Nervenzellen. Doch das MEG erfasst nur ungefähr, wo die Magnetfelder im Gehirn entstehen. Die Synchronisationstomogra- phie eröffnet nun einen neuen Zugang zur Funktionsweise des Gehirns. Bei die- sem neuen Verfahren wird von den im Gehirn gemessenen Magnetfeldern zurückgerechnet auf die zu bestimmten Beobachtungszeitpunkten in verschiede- nen Hirnsegmenten erfolgten elektri-

GRAFIK: DPNY
GRAFIK: DPNY

Implantation eines elektrischen Schritt- machers bei Parkinson. Der Durchmesser der Drähte beträgt ca. 1,3 mm.

Röntgen- aufnahme des Schädels Computer- tomographie Kernspin- tomographie/ Magnetreso- nanztomogra- phie/ MRT
Röntgen-
aufnahme
des Schädels
Computer-
tomographie
Kernspin-
tomographie/
Magnetreso-
nanztomogra-
phie/ MRT
Positronen-
emissions-
tomographie
(PET)

schen Gehirnströme. Danach wird über- prüft, ob bestimmte Ströme synchron in verschiedenen Hirnregionen erfolgten. So wird sichtbar, welche Gehirnareale gemeinsam an der spezifischen Funktion beteiligt waren, aber auch in welchem Rhythmus sie aktiv werden. Somit lassen sich künftig mithilfe dieses neuen Ver- fahrens Bewegungsstörungen bei Patien- ten mit Morbus Parkinson oder anderen neurologischen Erkrankungen, bei denen die Zusammenarbeit unterschiedlicher Hirngebiete gestört ist, wie zum Beispiel Epilepsie, besser verstehen und künftig vielleicht auch exaktere Hirnschrittma- cher entwickeln.

verstehen und künftig vielleicht auch exaktere Hirnschrittma- cher entwickeln. MEDI COM 29. Ausgabe, März 2004 23

FOTO: GETTY IMAGES

FOTO: MEDICALPICTURE
FOTO: MEDICALPICTURE

Ein Mediziner betrachtet die Ergebnisse eines CT-Scanners. Bei dem bildgebendem Ver- fahren wird der menschliche Körper Schicht für Schicht durchstrahlt. Zum Bildaufbau wird ein Computer eingesetzt, der die Ergebnisse auf dem Computerbildschirm anzeigt.

der die Ergebnisse auf dem Computerbildschirm anzeigt. Alzheimer- Patienten haben mit mannigfalti- gen Defiziten zu

Alzheimer-

Patienten haben mit mannigfalti- gen Defiziten zu kämpfen. Häufig können oder wol- len sie nicht mehr aktiv lernen.

Eine andere Studie, die sich dieser Tech- nik bediente, belegte, dass entgegen früherer Annahmen auch im Hirn eines Erwachsenen noch weitreichende Reorga- nisationsprozesse stattfinden. Das heißt, dass andere Zellen die Funktion ausge- fallener Zellen übernehmen können und dass diese „Stellvertreter“ sogar gezielt trainiert werden können. In dieser Studie hatten die Forscher bestimmte Hautberei- che ihrer Untersuchungsteilnehmer sti- muliert und damit erreichen können, dass die dazugehörigen Hirnzellen sensibler auf äußere Reize reagierten. Die Wahr- nehmung verbesserte sich, und Lernerfol- ge stellten sich ein. So konnten die Unter- suchungsteilnehmer zum Ende der Studie zwei Nadeln dicht beieinander an ihrer Haut differenzieren, die sie anfangs nur als eine wahrgenommen hatten. Die Forscher nennen ihre Methode „passives Lernen“. Für die Zukunft hoffen sie nun, diese Technik noch verfeinern zu können und für länger anhaltende Lernerfolge zu sorgen. Auf diese Weise wäre es künftig eventuell möglich, Beeinträchtigungen im Gehirn auszugleichen.

„Das ist z. B. wichtig für die Altersfor- schung, zumal für ältere Menschen, die oft mit mannigfaltigen Defiziten zu kämpfen haben, häufig nicht mehr aktiv lernen können oder wollen. Für solche Menschen wäre das „Passive Lernen“ durch Koakti- vierung (der anderen Zellen) eine große Hilfe“, so Dr. Hubert, einer der Forscher.

Vitalstoffe bei Alzheimer

Oxidativer Stress, also ein hohes Aufkom- men an Freien Radikalen, ist ein Faktor, der bei Alzheimepatienten wesentlich an der fortschreitenden Schädigung der Nervenzellen beteiligt zu sein scheint. Freie Radikale können Nervenzellen schä- digen, indem sie die ungesättigten Lipide (Fette), die in ihren Membranen (Zell- umhüllungen) enthalten sind, oxidieren. Anscheinend erhöhen auch die Beta- Amyloidplaques (das sind charakteristi- sche Eiweißablagerungen im Gehirn von Alzheimererkrankten) den oxidativen

im Gehirn von Alzheimererkrankten) den oxidativen Funktionelle Magnetresonanztomographie Die alzheimersche

Funktionelle Magnetresonanztomographie

Die alzheimersche Erkrankung im noch gesunden Gehirn erkennen und Fortschritte gegen die Demenz dank „passivem Lernen“

Die funktionelle Magnetresonanztomogra- phie (f-MRT) wird auch Kernspintomo- graphie oder umgangssprachlich „Röhre“ genannt, weil der Patient in ein röhren- oder tunnelartiges Gerät eingefahren wird. Die f-MRT macht es möglich, Regionen des menschlichen Gehirns zu identifizieren, die bei bestimmten Tätig- keiten aktiv sind. Die Methode eröffnet die Möglichkeit, von außen die Aktivität der Nervenzellen zu messen.

Diese Technik hat das Wissen über das menschliche Gehirn in den letzten Jahren wesentlich verbessert.

In einer neuen Studie gelang es Forschern mithilfe der Magnetresonanztomogra- phie, erste Anzeichen der alzheimerschen Erkrankung bereits im scheinbar noch gesunden Hirn nachzuweisen. Forscher von der Universität New York hatten sechs Jahre lang bei 45 gesunden Männern und Frauen im Alter von über

60 Jahren regelmäßig Messungen mit dem Kernspintomographen durchgeführt. Bei insgesamt 19 Untersuchungsteilneh- mern trat im Verlauf der Untersuchung ein Rückgang der geistigen Fähigkeiten auf. Bei den Betroffenen konnten die Forscher mit dem Messverfahren ein leichtes Schrumpfen in den für Morbus Alzheimer relevanten Hirnbereichen – dem Hippocampus und dem entorhina- len Cortex – nachweisen. Diese Regionen sind für die Gedächtnisleistung und das Lernen zuständig. Der Rückgang des Volumens war doppelt so hoch wie bei den Gesunden. Damit konnte sich nach Angaben der Forscher eine Alzheimer- erkrankung in 90 Prozent der Fälle bereits vor dem ersten Auftreten der Symptome vorhersagen lassen. Wird unmittelbar nach der Frühdiagnose mit der Therapie begonnen, kommt es bei den Betroffenen möglicherweise nie zum vollständigen Ausbruch der Erkrankung.

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FOTO: PHTOS.COM
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Stress im Gehirn. Von größter Bedeutung vor und nach der Alzheimerdiagnose ist somit eine gute Versorgung mit verschie- densten Antioxidanzien (Radikalfängern) wie z. B. Vitamin E, C, Coenzym Q10, Selen, Zink und sekundären Pflanzenstof- fen. Vitamin E ist in diesem Zusammen- hang von besonderer Bedeutung, da es als fettlösliche Substanz direkt an den Membranen die Oxidation der Lipide hemmt. Aber auch Vitamin C spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Bei Verdacht auf Alzheimer haben sich prophylaktische Dosierungen von 400 I.E. Vitamin E und 500 mg Vitamin C pro Tag in Form von Vitaminpräparaten bewährt. In der Alzheimertherapie konnte mit Dosierungen von 2000 I.E. Vitamin E pro Tag das Fortschreiten der Demenz verlangsamt werden. Eine derar- tige Medikation sollte aber nur in Abspra- che mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Erhöhte Homocysteinwerte im Blut (Hyperhomocysteinämie) sind vermutlich ein weiterer Risikofaktor für Morbus Alz- heimer. Homocystein ist ein Zwischen- produkt im Stoffwechsel der Aminosäure Methionin. Sie reichert sich im Körper an, wenn dieser nicht ausreichend mit den Vitaminen Folsäure, B 12 und B 6 versorgt ist. Menschen, die an Morbus Alzheimer leiden oder ein erhöhtes Risiko für diese Erkrankung haben, sollten daher unbe- dingt auf eine ausreichende Versorgung mit diesen B-Vitaminen achten. Jüngste Studien zeigen außerdem, dass sich auch das „Nervenvitamin“ Vitamin B 1 günstig bei Morbus Alzheimer auswirkt. Men- schen, die es nicht schaffen, über die tägliche Ernährung ihren Tagesbedarf an den B-Vitaminen zu decken, sollten eine entsprechende hochwertige Nahrungs- ergänzung verwenden. Wichtig für das Gehirn sind außerdem Phospholipide wie Phosphatidyl-Serin (PS) und Lecithin. Denn sie sind entscheidend an der Funk- tionsfähigkeit und an der Kommunikati- on zwischen den Nervenzellen beteiligt. Somit können PS, Lecithin und andere verwandte Phospholipide kognitive Funk-

Lecithin und andere verwandte Phospholipide kognitive Funk- Titelthema tionen des Gehirns, die im Alter oftmals
Lecithin und andere verwandte Phospholipide kognitive Funk- Titelthema tionen des Gehirns, die im Alter oftmals

Titelthema

andere verwandte Phospholipide kognitive Funk- Titelthema tionen des Gehirns, die im Alter oftmals nachlassen, wie z.
andere verwandte Phospholipide kognitive Funk- Titelthema tionen des Gehirns, die im Alter oftmals nachlassen, wie z.

tionen des Gehirns, die im Alter oftmals nachlassen, wie z. B. die Gedächtnis- und Sprachleistung sowie Lern- und Konzen- trationsfähigkeit, fördern oder wieder verbessern. Phospholipide sind in der

Nahrung vor allem in Innereien oder Eiern zu finden, die weniger häufig ver- zehrt werden. Bei Bedarf empfiehlt sich daher die Verwendung eines phospholi- pidhaltigen Nahrungsergänzungsmittels.

Magnetresonanztomographie

Genauere Diagnose des Schlaganfalls dank neuer Technik

Beim Gehirnschlag oder Schlaganfall wird in den meisten Fällen (rund 80 Prozent) eine Hirnschlagader durch ein Blutgerinnsel blockiert, das aus dem Her- zen oder der Halsschlagader ins Gehirn gelangen kann. Die blockierten Hirnbe- reiche sterben wegen Sauerstoffmangel ab. In bis zu 20 Prozent der Fälle tritt der Schlaganfall aber auf, weil Blutgefäße im Gehirn platzen. Bei diesen Fällen ist oft jahrelange Hypertonie (Bluthochdruck) vorangegangen, die die Arterienwände „brüchig“ werden ließ. Reißt deshalb die Wand eines Gehirnblutgefäßes ein, ergießt sich das Blut ins Hirngewebe. Wenn Blutgefäße reißen, werden Teile des Hirns von der Sauerstoffversorgung abgeschlossen, und die Zellen sterben ab, wenn die Durchblutungsstörung länger anhält. Jetzt ist schnelle Hilfe nötig, denn nur innerhalb von wenigen Stun- den lässt sich die Hirndurchblutung wie-

der in Gang setzen. Das geht am besten in speziell ausgerüsteten „Stroke Units“, speziellen Schlaganfallabteilungen im Krankenhaus. Die Diagnose Schlaganfall ist wegen der „Harmlosigkeit“ der Symp- tome nicht immer einfach zu treffen. Daher ist eine genaue Untersuchung manchmal lebenswichtig. Neue Techniken auf Basis der Magnetresonanztomo- graphie, so genannte Diffusions- und Per- fusionsuntersuchungen, können bereits Minuten nach Beginn der ersten Schlag- anfallsymptome das Areal darstellen, in dem sich der Anfall vermutlich ausbreitet. Mit bestimmten Techniken (MR-Angio- graphie) können sogar die Hirnarterien sichtbar gemacht werden. Durch die genauere Darstellung kann der Erfolg der so genannten Lysetherapie (die Ärzte versuchen ein Blutgerinnsel im Gehirn mit Medikamenten aufzulösen), besser abgeschätzt werden.

mit Medikamenten aufzulösen), besser abgeschätzt werden. Diese Magnetresonanztomographie (MRT) zeigt die Aktivität
mit Medikamenten aufzulösen), besser abgeschätzt werden. Diese Magnetresonanztomographie (MRT) zeigt die Aktivität
mit Medikamenten aufzulösen), besser abgeschätzt werden. Diese Magnetresonanztomographie (MRT) zeigt die Aktivität

Diese Magnetresonanztomographie (MRT) zeigt die Aktivität im Gehirn für die Zonen der Geruchswahrnehmung.

GRAFIK: DPNY

GRAFIK: DPNY

GRAFIK: DPNY GRAFIK: DPNY Titelthema Abb. A: Fette wer- den in die Arterien- wand eingelagert und
GRAFIK: DPNY GRAFIK: DPNY Titelthema Abb. A: Fette wer- den in die Arterien- wand eingelagert und
GRAFIK: DPNY GRAFIK: DPNY Titelthema Abb. A: Fette wer- den in die Arterien- wand eingelagert und
GRAFIK: DPNY GRAFIK: DPNY Titelthema Abb. A: Fette wer- den in die Arterien- wand eingelagert und

Titelthema

Abb. A: Fette wer- den in die Arterien- wand eingelagert und verstopfen ein zum Gehirn führen- des Blutgefäß. Abb. B: Die verstopfte Arterie platzt. Ein Schlag- anfall ist die Folge.

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Schlaganfall

Heutzutage gibt es Möglichkeiten, einem Schlaganfall vorzubeugen. Eine ausgewogene Vitalstoffversorgung verringert zum Beispiel das Risiko eines Schlaganfalls.

Wie kann man Schlaganfällen vorbeugen?

Bluthochdruck ist der Hauptrisikofaktor für einen Schlaganfall. Deshalb sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Ihre

Blutdruckwerte normal sind, das heißtDeshalb sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Ihre unter 140/90 liegen. Wenn Ihnen der Arzt Medikamente

unter 140/90 liegen. Wenn Ihnen der Arzt Medikamente gegen Bluthochdruck ver- ordnet hat, sollten Sie diese unbedingt nach Vorschrift einnehmen. Falls Sie rau- chen, sollten Sie unbedingt damit auf- hören. Achten Sie auch auf Ihr Gewicht, ausreichend Bewegung, eine gesunde

Sie auch auf Ihr Gewicht, ausreichend Bewegung, eine gesunde Die häufigste Ursache für einen Schlaganfall im

Die häufigste Ursache für einen Schlaganfall im Gehirn: Arteriosklerose. Die Einflüsse, die einen Schlaganfall begünstigen, sind heute gut bekannt. Die beste Hilfe gegen einen Schlaganfall ist, es gar nicht dazu kommen zu lassen.

Ernährung und auf eine ausgewogene Vitalstoffversorgung. Besondere Bedeu- tung haben in diesem Zusammenhang die Omega-3-Fettsäuren. Viele Studien zeigen, dass das Risiko, an Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erkranken, bei aus- reichender Versorgung mit Omega-3- Fettsäuren wesentlich geringer ist. Der Mensch kann diese wichtigen ungesättig- ten Fettsäuren aber nicht selbst in seinem Stoffwechsel herstellen, sondern muss sie über die tägliche Nahrung aufnehmen. Pro Tag sollten mindestens 1.000 mg Omega-3-Fettsäuren verzehrt werden, optimalerweise sogar 1.500 mg. Meeresfi- sche sind die wichtigsten Lebensmittel- quellen für die besonders wertvollen Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA. Wer nicht gern Fisch verzehrt, für den em- pfiehlt sich der regelmäßige Verzehr Ome- ga-3-haltiger Nahrungsergänzungsmittel.

Ein Risikofaktor für Schlaganfall sind auch Fettstoffwechselstörungen mit stark erhöhten LDL-Cholesterinwerten. Wird dieses „schlechte“ Cholesterin von Freien Radikalen oxidiert, kann es in die Blutgefäßwände eindringen und Ar- terienverkalkung auslösen. Die Verengung der Gefäße erhöht dann das Risiko für Blutgefäßverschlüsse. Um dies zu ver- meiden, sollten Risikopatienten durch ei- ne fettarme Kost, die wenige gesättigte Fettsäuren enthält, ihre LDL-Spiegel sen- ken. Oft muss auch eine medikamentöse Therapie erfolgen. Wichtig ist auch eine ausreichende Versorgung mit Anti- oxidanzien, wie z. B. Vitamin C und E, Beta-Carotin, Selen, Zink und sekun- dären Pflanzenstoffen.

Werden bei Patienten mit Hyperchole- sterinämie außerdem Medikamente zur Hemmung der körpereigenen Cholesterin- synthese eingesetzt (so genannte Statine), kann damit auch die Bildung von Coen- zym Q10 reduziert werden. In diesem Fall sollte auf eine ausreichende Aufnahme aus der Nahrung geachtet werden oder ein Coenzym-Q10-haltiges Nahrungser- gänzungsmittel verwendet werden.

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FOTO: © HANK MORGAN/SCIENCE SOURCE/OKAPIA

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Warnzeichen und Symptome eines Schlaganfalls

Schlaganfälle kündigen sich oftmals Tage, Wochen oder Monate vorher an. Typische Warnzeichen für einen Schlaganfall können sein:

Sehstörungen:

kurzzeitige Erblindung eines Au- ges, manchmal wie ein Vorhang, der sich senkt

kurzzeitige Erblindung eines Au- ges, manchmal wie ein Vorhang, der sich senkt

Doppelbilder (man sieht alles dop- pelt) verschwommenes Sehen

Doppelbilder (man sieht alles dop- pelt) verschwommenes Sehen
Doppelbilder (man sieht alles dop- pelt) verschwommenes Sehen

Störungen des Gleichgewichtssystems:

Schwindelgefühl mit Gangunsi- cherheit, man eckt selbst in der ver- trauten Wohnung an oder stürzt plötzlich ohne ersichtlichen Grund Hörstörungen

cherheit, man eckt selbst in der ver- trauten Wohnung an oder stürzt plötzlich ohne ersichtlichen Grund
cherheit, man eckt selbst in der ver- trauten Wohnung an oder stürzt plötzlich ohne ersichtlichen Grund

Nervenstörungen:

plötzliche Muskelschwäche einer Körperhälfte oder des Armes Taubheitsgefühl in Gesicht, Armen und Beinen Sprech- und
plötzliche Muskelschwäche einer Körperhälfte oder des Armes Taubheitsgefühl in Gesicht, Armen und Beinen Sprech- und

plötzliche Muskelschwäche einer Körperhälfte oder des Armes Taubheitsgefühl in Gesicht, Armen und Beinen

Sprech- und Sprachstörungen:

plötzliche Unfähigkeit, zu sprechen undeutliche Aussprache Man versteht nicht, was gesagt wird Nehmen Sie diese Warnzeichen unbe- dingt ernst und suchen Sie ein Kran- kenhaus auf! Diese Ausfälle halten nur für die Dauer der Durchblutungs- störung an – meistens nur zwei bis 15 Minuten, zumeist aber sind sie nach 24 Stunden wieder verschwunden. Suchen Sie dennoch ein Krankenhaus oder einen Arzt auf! Verschwinden die Warnzeichen nicht innerhalb kur- zer Zeit, handelt es sich zumeist um einen akuten Schlaganfall und damit um einen Notfall. Dabei ist dringende notärztliche Behandlung erforderlich. Deshalb sofort den Rettungswagen alarmieren (Tel.: 112) oder direkt ein Krankenhaus aufsuchen.

Behandlung erforderlich. Deshalb sofort den Rettungswagen alarmieren (Tel.: 112) oder direkt ein Krankenhaus aufsuchen.
Behandlung erforderlich. Deshalb sofort den Rettungswagen alarmieren (Tel.: 112) oder direkt ein Krankenhaus aufsuchen.
Behandlung erforderlich. Deshalb sofort den Rettungswagen alarmieren (Tel.: 112) oder direkt ein Krankenhaus aufsuchen.
(Tel.: 112) oder direkt ein Krankenhaus aufsuchen. Mit der Positronenemissionstomographie, kurz PET genannt,

Mit der Positronenemissionstomographie, kurz PET genannt, lassen sich Blutfluss, Stoffwechsel und Energieumsatz sichtbar machen. Mit PET-Aufnahmen lässt sich zum Beispiel darstellen, welches Gehirnareal aktiviert wird, wenn wir rechnen, buchstabieren oder uns ein neues Gesicht einprägen. PET gestattet es, dem Gehirn beim Denken und Fühlen zuzusehen.

PET und die Gef hle

Die Erforschung der Gefühlsblindheit

D as Gehirn ist auf Gefühle angewiesen, um ankommende Reize richtig be-

werten zu können. So genannte „gefühls- blinde“ Menschen, also Menschen, die keinen Zugang zu den eigenen Gefühlen haben und auch die Gefühle von anderen Menschen nicht deuten können, sind oft nicht in der Lage, sich sozial und damit angemessen zu verhalten.

Jeder zehnte Mensch kann weder Glück noch Trauer empfinden. Bereits in den siebziger Jahren entdeckten Forscher das Phänomen der „Alexithymie“ (aus dem Griechischen: a = nicht; lexis = das Le- sen, die Rede; thymos = das Gemüt), das auch „Gefühlsblindheit“ genannt wird. Darunter verstehen Fachleute die redu- zierte Fähigkeit, Gefühle zu erkennen, zu unterscheiden oder zu benennen. Man fand heraus, dass bis zu 40 % der Patien- ten mit chronischen Schmerzen diese Phänomene zeigten. Auch viele Patienten

mit psychosomatischen Störungen sind oft nicht in der Lage, Gefühle auszu- drücken und bei sich oder anderen zu erkennen. Die Gefühlsstörung betrifft überdurchschnittlich oft Männer.

Dank der Positronenemissionstomogra- phie, kurz PET genannt, ist es jetzt ge- lungen, die Vorgänge im Gehirn bei emotionalen Aktivitäten zu beobachten. Der Kölner Hirnforscher Professor Michael Huber hat gemeinsam mit Kolle- gen von der Neurologischen Univer- sitätsklinik Köln untersucht, welche Hirnstrukturen bei alexithymen Men- schen im Vergleich zu Normalpersonen aktiv sind, wenn emotionale Informatio- nen im Gehirn verarbeitet werden. Die Versuchspersonen bekommen verschie- dene Alltagssituationen vorgelegt und müssen einschätzen, wie sie und eine andere Person sich in der jeweiligen Situation fühlen würden. Anschließend

andere Person sich in der jeweiligen Situation fühlen würden. Anschließend MEDI COM 29. Ausgabe, März 2004

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FOTO: PHOTODISC FOTO: PHOTOS.COM Der Mann aus Stein. Gefühllose Männer galten bislang als Klischee. Dass manchen

Der Mann aus Stein. Gefühllose Männer galten bislang als Klischee. Dass manchen Menschen Gefühle tatsächlich fremd sind , lässt sich mit moderner Bildgebung jetzt im Gehirn nachweisen.

Traurigkeit, Freude, Span- nung, Langeweile, Schmerz und Glück. Gefühle sind die Essenz des Lebens. Wer sie nicht wahr- nehmen kann, leidet oft unter körperlichen Beschwerden.

werden die Antworten nach einem vorge- gebenen Schema nach der Differenziert- heit der geäußerten Gefühle bewertet.

Erwartungsgemäß war dabei das so ge- nannte limbische System im Gehirn, das wichtigste Zentrum der Gefühlsverarbei- tung, bei den normal empfindenden Versuchspersonen hoch aktiv. Bei den Alexithymen dagegen regte sich in dieser Region gar nichts. Stattdessen wurde eine ganz andere Hirnregion aktiv. Sie liegt im linken Frontalhirn und ist bei Tieren dafür zuständig, Gefühle zu un- terdrücken. So reguliert sie zum Beispiel die Angst, wenn eine Gefahr gebannt ist, oder die Angriffslust, wenn die Beute entkommen ist. Auch beim Menschen dient sie der Impulskontrolle. Forscher Huber zieht daraus folgenden Schluss:

„Sobald es um Emotionen geht, kommt es bei Alexithymen zu einer massiven Hemmung.“

Ob Alexithymie angeboren oder erwor- ben ist, ist bislang noch nicht klar. Wahrscheinlich liegt eine genetische An- lage vor, kombiniert mit einer späteren

Prägung, zum Beispiel durch ein schwe- res psychisches Trauma. Wichtig ist jedoch die Erkenntnis, dass emotionale Informationen bei Alexithymen tatsäch- lich andere Vorgänge im Gehirn in Gang setzen als bei normal empfindenden Menschen. Ist die Störung nämlich entdeckt, lässt sich auch etwas dagegen unternehmen. Das hilft den Betroffenen, zum einen wieder mehr zu empfinden und zum anderen körperliche Erkrankungen zu verhindern. Denn alexithyme Men- schen reagieren statt mit Gefühlen oft mit körperlichen Empfindungen auf Stress oder emotionale Belastungen. So empfin- den sie zum Beispiel Bauchschmerzen statt Angst oder Schwindelgefühle anstelle von Wut. Häufig leiden die Betroffenen auch unter Herzbeschwerden. Alexithy- mie ist jedoch keine Krankheit, sondern ein mehr oder weniger ausgeprägtes Per- sönlichkeitsmerkmal. Vieles spricht auch dafür, dass Alexithymie eine Art Panzer ist, mit dem sich ein Mensch nach allzu schlimmen Erfahrungen verschlossen hat, um sich vor weiteren Verletzungen seiner Gefühle zu schützen.

sich vor weiteren Verletzungen seiner Gefühle zu schützen. Die Hirnforschung wird in Zukunft eine große Rolle

Die Hirnforschung wird in Zukunft eine große Rolle spielen und in Bereiche vor- dringen, die das moralische und ethische Gewissen der Gesellschaft herausfordern. Auf dem medizinischen Sektor wird das zu großen Fortschritten führen. Hirn- erkrankungen werden besser und früher erkannt und Therapien effizienter ange- wandt werden. Am Beispiel von Morbus Alzheimer und Parkinson haben Sie auf den letzten Seiten ja schon über beein- druckende Forschungserfolge nachlesen können.

Doch wie weit darf Forschung gehen und was kann das für Folgen haben? Mit den neuen Verfahren werden mittlerweile auch Prozesse gemessen, die man als weitestgehend „privat“ bezeichnen kann. Immer öfter kommen auch Forschungen in das öffentliche Gespräch, bei denen es um Denk- und Gefühlsstrukturen von Sexual- oder Gewalttätern geht. Doch darf das „Gehirnscan“ in Zukunft nicht zum Maßstab der Be- oder Verurteilung von Menschen führen. Letztlich ist das Gehirn, das wir haben, die Folge der Art und Weise, wie wir es selbst geformt haben – und nicht umgekehrt. Denken und Fühlen sind Aktivitäten, die wir aus einem freien Willen selbst bestimmen. Das Gehirn ist nur unser Werkzeug.

BUCH-TIPP

BUCH-TIPP

Gerald Hüther. Bedienungsan- leitung für ein menschliches Ge- hirn. Vandenhoeck & Ruprecht, 139 Seiten, ca. 14,90. Wenn das Gehirn eines Menschen sich so ent-

wickelt, wie es gebraucht wird, wie sollten wir eigentlich damit umgehen, damit

es Entfaltung kom- men kann? Hier finden Sie eine Anleitung.

damit es Entfaltung kom- men kann? Hier finden Sie eine Anleitung. zur vollen 28 MEDI COM

zur

vollen

GRAFIK: DPNY

Hirnstamm

Großhirn

Entstehung von Parkinson

GRAFIK: DPNY Hirnstamm Großhirn Entstehung von Parkinson Fronthirn Streifenkörper (Corpus striatum) Kleinhirn Schwarze

Fronthirn

Streifenkörper

(Corpus striatum)

Kleinhirn

Fronthirn Streifenkörper (Corpus striatum) Kleinhirn Schwarze Substanz (Substantia nigra) Bei der parkinsonschen

Schwarze Substanz

(Substantia nigra)

striatum) Kleinhirn Schwarze Substanz (Substantia nigra) Bei der parkinsonschen Krankheit liegt eine Störung in

Bei der parkinsonschen Krankheit liegt eine Störung in einem kleinen Teil tief im Inneren des Gehirns (Substantia nigra) vor. Die Nerven- zellen der Substantia nigra senden Befehle zu den so genannten Streifenkörpern in einem anderen Hirnteil. Von dort werden die Bewegungsimpulse durch das Dopamin, einen chemischen Überträ- gerstoff, an andere Nervenzellen weitergeleitet. Ist die Übertragung von der Substantia nigra zum Streifenkörper gestört, kommt es zu einem Mangel an Dopamin und in der Folge zu Störungen bei der Übertragung der Befehle des Gehirns an andere Nervenzellen, die z. B. für die Steuerung von Bewegungen zuständig sind.

Neue Diagnosemöglichkeiten bei

Parkinson

W ie andere neurodegenerative Erkrank- ungen – zum Beispiel die Alzheimer-

krankheit – verläuft das Parkinsonsyn- drom über viele Jahre unauffällig. Das macht es oft schwer zu diagnostizieren. Dank neuer Techniken ist es jetzt mög- lich, die Erkrankung bereits im Frühsta- dium zu erkennen.

SPECT zur frühen Erkennung

Große Hoffnungen bei der Früherken- nung der Erkrankung setzen Mediziner auf das bildgebende Verfahren SPECT (Single Photon Emission Computed Tomography) und eine neue Injektionslö- sung. Mit SPECT können Forscher heute

Stoffwechselfunktionen im lebenden Ge- hirn ohne chirurgischen Eingriff untersu- chen. Mit der neuen Injektionslösung für die Analyse mit SPECT ist es jetzt mög- lich, das Frühstadium eines Patienten mit Parkinsonsyndrom und das eines Patien- ten mit essenziellem Tremor (familiäres Zittern) zu unterscheiden. Oft werden nämlich Erkrankungen wie ein essenziel- ler Tremor oder eine beginnende Demenz mit Morbus Parkinson verwechselt. Mit dem neuen Verfahren kann man jedoch gut zwischen der Parkinsonerkrankung und einem essenziellen Tremor unter- scheiden. Die Methode: ein kokainähnli- cher Wirkstoff namens 123 I-Ioflupan wird in die Venen gespritzt. Nach drei bis sechs

I-Ioflupan wird in die Venen gespritzt. Nach drei bis sechs Das nuklearmedizinische Verfahren SPECT ermöglicht es,

Das nuklearmedizinische Verfahren SPECT ermöglicht es, Stoffwechselvorgänge im Gehirn sichtbar zu machen. Links ein normales Hirn, rechts die SPEKT- Aufnahme eines Gehirns eines Parkinsonkranken.

Stunden werden Aufnahmen mit einer Spezialkamera gemacht. Anhand dieser Aufnahmen kann der Arzt erkennen, ob die Parkinsonsche Krankheit vorliegt.

Gibt es Verdachtsmomente, kann er mit einer weiteren Untersuchung mit einem anderen Bildgebungsverfahren, einer Szintigraphie und der Substanz 123 I-IBMZ feststellen ob es sich tatsäch- lich um Parkinson handelt.

Die Kosten für die Methode mit 123 I- Ioflupan werden von gesetzlichen Krank- enkassen überwiegend nicht übernom- men. Private Kassen bezahlen dagegen die Untersuchung.

nicht übernom- men. Private Kassen bezahlen dagegen die Untersuchung. MEDI COM 29. Ausgabe, März 2004 29

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© C N R I / O K A P I A FOTO: BERND LAUTER Die
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Die rechte PET-Aufnahme zeigt das Gehirn eines Parkinsonkranken. Deutlich wird dies durch eine vermin- derte Anreicherung von FDOPA (ein Radiopharmakon) in den Basalganglien, auch Stammganglien genannt. Dies sind tiefer gelegene Kerngebiete des Groß- und des Zwischenhirns. Die Intensität der Anreicherung ver- deutlicht der farbige Balken rechts. Rot/Gelb zeigt normale, Grün reduzierte Anreicherung.

Noch in der Versuchsphase:

der Bluttest

Wie bereits erwähnt ist die Abgrenzung des Parkinsonsyndroms von anderen Er- krankungen in der Frühphase oft nicht einfach. Da eine frühe Therapie den Krankheitsverlauf möglicherweise brem- sen kann, kommt einer möglichst frühen und genauen Diagnose große Bedeutung zu. Jetzt ist ein neuer Bluttest entwickelt worden, der die ärztliche Diagnose unterstützen und es künftig erleichtern könnte, die Parkinsonsche Krankheit früh zu erkennen. Professor Riederer von der Universität Würzburg stellte den neuen Test bei einem Neuro- logenkongress in Miami, USA, vor. Der Test weist Neuromelanin im Blut nach. Neuromelanin entsteht, wenn Nervenzel- len abgebaut werden. Die Substanz ge- langt dann in die Gehirn- und die Rückenmarksflüssigkeit sowie ins Blut. Spezifische Antikörper, die im neuen Bluttest verwendet werden, zeigen das Vorhandensein von Neuromelanin. Bei Versuchen konnte man mithilfe des Tests Zellschädigungen im Mittelhirn nach- weisen. Wenn sich der Test bewährt, kann er helfen, eine ärztlich gestellte Verdachtsdiagnose zu untermauern. Außerdem kann er die Verlaufskontrolle bei der Therapie von Parkinsonpatienten unterstützen.

Der Ex-Schwergewichtsboxweltmeister Muham- mad Ali leidet unter dem „Boxerparkinson“. Die Erkrankung ist auf häufig wiederkehrende Gehirnverletzungen zurückzuführen.

Lange unauffällig – der Morbus Parkinson

Das voll ausgeprägte Krankheitsbild der parkinsonschen Krankheit ist sehr ty- pisch und für den Arzt im Allgemeinen leicht zu erkennen. Bei der Hälfte der Parkinsonpatienten wird jedoch erst im dritten Jahr nach Auftreten der Sympto- me die richtige Diagnose „Parkinson- syndrom“ gestellt. Die Ursache: Im frühen Stadium sind die Symptome sehr wechselhaft und nicht charakteristisch. Warum das so ist, lässt sich leicht nach-

Neues aus der Forschung

vollziehen. Fünf bis sieben Jahre lang ge- hen unbemerkt Zellen im Gehirn zugrun- de. Dann erst machen sich die Hauptsym- ptome der parkinsonschen Krankheit in unterschiedlicher Reihenfolge langsam bemerkbar. Das kann zu Verwechslungen mit rheumatischen Erkrankungen, De- pressionen und anderen Erkrankungen führen. Umgekehrt wird das bei älteren Menschen häufig auftretende Zittern (genannt: Tremor) sehr oft zu früh als parkinsonsche Krankheit diagnostiziert. Daher sind die neuen Diagnoseverfahren von großem Nutzen. Parkinson kann jeder bekommen. Prominente Parkinson- patienten sind der Papst, der Schauspieler Raimund Harmstorf und der Boxer Muhammad Ali.

Was ist Parkinson?

Die Parkinsonkrankheit ist eine der häu- figsten neurologischen Erkrankungen. Sie wird hervorgerufen durch eine schleichend fortschreitende Schädigung bestimmter Nervenzellen und tritt im Allgemeinen zwischen dem 55. und dem 65. Lebensjahr auf. Aber auch jüngere Menschen – prominentes Beispiel ist der amerikanische Filmschauspieler Michael J. Fox – können an Parkinson erkranken. Gerade deshalb ist das Erkennen typi- scher Beschwerden für die Frühdiag- nose besonders wichtig. Die Symptome dieser umgangssprachlich auch als „Schüttellähmung“ bekannten Krankheit wurden das erste Mal 1817 von James Parkinson beschrieben. Schon damals wies er darauf hin, dass die Krankheit oft übersehen wird und Fehldiagnosen an der Tagesordnung sind, da sich Morbus Parkinson meist langsam aus unschein- baren, ganz unterschiedlichen Symp- tomen entwickelt. Typische Symptome der parkinsonschen Erkrankung sind die gebückte Haltung, die schwer verständ- liche Sprechweise und der Ruhetremor, also das auch im Ruhezustand auftreten- de Zittern der Hände.

Nur bei der eigentlichen Erkrankung ohne erkennbare Ursache spricht man von der parkinsonschen Krankheit im engeren Sinne oder von einem „idiopa- thischen Parkinson“. Ist die Ursache für die Symptome bekannt, die sich genauso wie ein „echter“ Morbus Parkinson äußern, aber durch bekannte Umstände hervorgerufen wurden, spricht man vom „sekundären Parkinsonsyndrom“. Verur- sacht werden kann dies zum Beispiel durch Nervengifte wie MPTP (in den

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80er Jahren als Heroinersatz in den USA bekannt geworden), andere Drogen, bestimmte Gehirnentzündungen (Enze- phalitis lethargica), aber auch durch häufig wiederkehrende Hirnverletzungen („Boxerparkinson“) und eine Gefäßer- krankung des Gehirns. Ebenso können bestimmte Medikamente (Neuroleptika, Prokinetika), die bei psychischen Erkrank- ungen und Magen-Darm-Krankheiten eingesetzt werden, zumindest vorüberge- hend Parkinsonsymptome hervorrufen.

Wenn die Botenstoffe fehlen

Die typischen Symptome der Parkinson- erkrankung werden verursacht durch eine Störung in einem bestimmten Ge- hirnareal, der so genannten „schwarzen Substanz“, sowie durch eine verminderte Bildung des Botenstoffs Dopamin in einem anderen Hirnbereich, dem „Strei- fenkörper“. Beide Hirnregionen stehen

dem „Strei- fenkörper“. Beide Hirnregionen stehen durch Nervenfasern in Verbindung und sind somit gemeinsam

durch Nervenfasern in Verbindung und sind somit gemeinsam maßgeblich an der Kontrolle und Steuerung von Bewegun- gen beteiligt. Durch den Mangel an Dopamin und das daraus resultierende „Übergewicht“ anderer Botenstoffe im Gehirn können die Informationen, die u. a. für ausgeglichene Bewegungen zu- ständig sind, nicht mehr richtig übertra- gen werden – der Mensch gerät aus dem Gleichgewicht. Trotz langjähriger Forschungen gibt es bisher leider noch kein Mittel, das die Ursache von Morbus Parkinson bekämpft. Aber es gibt ver- schiedene Medikamente und Therapie- ansätze, die die Auswirkungen effektiv lindern und den Kranken weitestgehend ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen können. Ganz wichtig ist hierbei die Früherkennung. Bei der medikamentösen Therapie wird versucht, den fehlenden Bo- tenstoff Dopamin von außen zuzuführen.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Aktivität der Stoffe einzuschränken, die den Dopaminabbau bewirken. Das Ziel der Behandlung ist in jedem Fall die bestmögliche Wiederherstellung des Gleichgewichts der Botenstoffe im menschlichen Gehirn. Je nach individu- ellem Krankheitsbild kann die Therapie durch Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und psychosoziale Betreuung ergänzt werden. Auch operative Eingriffe können sich in Einzelfällen als sinnvoll und notwendig erweisen, wenn eine me- dikamentöse Therapie zum Beispiel nicht mehr ausreichend ist. Unter Umständen kann eine Art „Gehirnschrittmacher“ helfen. Dabei wird in die erkrankte Hirnregion eine Sonde implantiert, die überaktive Nerven ausschaltet. Über die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Hirnschrittmacher für Parkinsonpati- enten lesen Sie auf Seite 23.

Therapie der Zukunft: Coenzym Q10 Zelle Freie Radikale schädigen die Zelle. Das Coenzym Q10 kann
Therapie der Zukunft:
Coenzym Q10
Zelle
Freie Radikale
schädigen die
Zelle.
Das Coenzym Q10
kann bestimmte
Hirnbereiche vor
Beschädigung
durch Freie
Radikale schützen.
Zellkern
Angriff
Ein großer Vorteil der Behandlung
mit Coenzym Q10 wäre, dass kaum
Nebenwirkungen auftreten und sich
darüber hinaus auch kein Gewöh-
nungseffekt einstellen würde. Viele
Medikamente wirken nämlich nach
einer gewissen Zeit nicht mehr, und
die Symptome stellen sich mit
gleicher Intensität wieder ein. Da-
durch, dass das Coenzym Q10 an der
„Quelle“ der Erkrankung, in den Zel-
len, wirkt, und dadurch, dass es sich
um einen natürlichen, körpereigenen
Stoff handelt, vermutet man, dass die
Therapie mit Coenzym Q10 eine scho-
nende und effektive Behandlungs-
form darstellen könnte (siehe auch
Seite 4).
Freier Radikale
Zellmembran
E ine künftig eventuell mögliche
Therapieform der parkinsonschen
Auch in Pilzen ist
Coenzym Q10
enthalten.
Krankheit stellt die Behandlung mit
Coenzym Q10 dar. Wie mehrere Studi-
en aus den USA gezeigt haben, kann
Coenzym Q10 den Verlauf der Er-
krankung möglicherweise verlangsa-
men. Die mit einer täglichen Dosis von
1.200 Milligramm Coenzym Q10 über
einen Zeitraum von 16 Monaten be-
handelten Patienten hatten 44 Prozent
geringere Einbußen in ihren geistigen
und motorischen Fähigkeiten gezeigt.
Wissenschaftler gehen davon aus, dass
Erkrankungen des Nervensystems wie
zum Beispiel Parkinson und Alzheimer
im direkten Zusammenhang mit dem
durch Freie Radikale verursachten
oxidativen Stress stehen. Der potente
Radikalfänger Coenzym Q10 ist in
der Lage, bestimmte Hirnbereiche
vor Beschädigung zu schützen.
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FOTO: PHOTOS.COM Essen & Trinken Brain Food - Eine britische Studie sorgte vor einiger Zeit für
FOTO: PHOTOS.COM Essen & Trinken Brain Food - Eine britische Studie sorgte vor einiger Zeit für
FOTO: PHOTOS.COM Essen & Trinken Brain Food - Eine britische Studie sorgte vor einiger Zeit für

Essen & Trinken

Brain

Food

- Eine britische Studie sorgte vor einiger Zeit für Aufsehen: Bei 41 Kindern im Alter von 8–12 Jahren, die zuvor durch Aufmerk- samkeitsstörungen und Lernschwäche auf- gefallen waren, besserten sich diese Sym- ptome deutlich, nachdem sie 12 Wochen lang eine Diät mit einem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren erhalten hatten.

Power-Nahrung f r das Gehirn

D ie Omega-3-Fettsäuren hatten sich da- bei deutlich positiv auf die Gehirnleis-

tung der Kinder ausgewirkt. Doch dies ist nur eine von vielen Untersuchungen, die belegen konnten, dass unsere tägliche Ernährung nicht nur den Stoffwechsel und die Funktionalität unseres Körpers bestimmt – sie kann auch unsere Gehirnfunktionen grundlegend be- einflussen.

Da stellt sich natürlich die Fra- ge: Können Nahrungsmittel tatsächlich „schlau“ ma- chen? Selbstverständlich gibt es keine Lebensmit- tel, die Sie im Handum- drehen zum Genie ma- chen. Fest steht aber:

Das Gehirn reagiert auf die tägliche Nah- rung – und es arbei- tet sehr viel besser, wenn es optimal mit bestimmten Nah-

rungsmittelinhalts-

stoffen versorgt wird. So können Ihre geistigen Fähigkeiten nicht durch Stoff- wechselvorgänge des Gehirns gehemmt wer- den, die wegen Mangel an bestimmten Vital- stoffen nur unzureichend ablaufen. Es lohnt sich also, zum Wohle des Gehirns auf eine geeignete Auswahl von Nahrungsmitteln zu achten.

unzureichend ablaufen. Es lohnt sich also, zum Wohle des Gehirns auf eine geeignete Auswahl von Nahrungsmitteln
Omega-3-Fettsäuren Wichtige Baustoffe Unser Beispiel hat es schon gezeigt: Die Omega-3-Fettsäuren sind von besonderer
Omega-3-Fettsäuren
Wichtige Baustoffe
Unser Beispiel hat es schon gezeigt: Die
Omega-3-Fettsäuren sind von besonderer
Bedeutung für unser Gehirn. Warum ist
das so? Die Zellmembranen der Nerven-
zellen bestehen zum großen Teil aus DHA
(Docosahexaensäure), einer langkettigen
Omega-3-Fettsäure, die ausschließlich in
Fisch vorkommt. DHA ist vor allem Bau-
material für Dendriten und Synapsen –
den Verbindungspunkten, über die die
Nervenzellen ihre Botschaften weiterlei-
ten. An den Synapsen werden von einer
Nervenzelle Neurotransmitter (Botenstof-
fe) ausgesandt, die an einem Rezeptor
der nächsten Nervenzelle andocken. Die
Membran um den Rezeptor muss dabei
einen bestimmten Gehalt an DHA auf-
weisen, um seine Funktion zu gewähr-
leisten. Der Ausbau des Dendritennetz-
werks zwischen den Nervenzellen und die
Reizweiterleitung sind die Basis jeder
Gehirntätigkeit und nur möglich, wenn
das Gehirn ausreichend mit DHA versorgt
ist. Bei Unterversorgung mit DHA
arbeitet das Gehirn dagegen nur auf
Sparflamme. Da ist es einleuchtend, dass
allein der Ausgleich einer DHA-Unterver-
sorgung schon zu bemerkenswerten
Steigerungen der geistigen Fähigkeiten
führen kann. Aber Omega-3-Fettsäuren
können noch viel mehr: Studien zeigten,
dass hoch dosierte Omega-3-Fettsäuren-
Präparate auch bei Alzheimerpatienten
die Stimmung heben und das Gedächtnis
verbessern können. Es lohnt sich also,
das Gehirn regelmäßig mit diesen drin-
gend benötigten Baustoffen zu versor-
gen. Um den Tagesbedarf von mindestens
1 g Omega-3-Fettsäuren zu decken, soll-
ten Sie möglichst 2 Portionen Seefisch
pro Woche essen, wie z. B. Makrele,
Hering, Lachs, Seelachs oder Sardine. Wer
dagegen wenig oder gar keinen Fisch isst,
für den empfiehlt sich die Verwendung
von Omega-3-Fettsäurehaltigen Nah-
rungsergänzungsmitteln.
Antioxidanzien
Schutzpolizei der Gehirnzellen
Das Gehirn ist das Organ des Menschen,
das am meisten Fett enthält und zudem
besonders reich ist an instabilen ungesät-
tigten Fettsäuren. Dadurch ist die Gefahr,
von Freien Radikalen angegriffen und
zerstört zu werden, für die Membranen
der Nervenzellen besonders hoch. Da das
Gehirn außerdem extrem viel Sauerstoff
verbraucht, entstehen im Gehirn ohnehin
größere Mengen Freier Radikale als in
anderen Organen. Schäden an den Ge-
hirnnerven können jedoch die Gehirn-
leistung nachhaltig schmälern und sogar
zu degenerativen Gehirnerkrankungen
wie Morbus Alzheimer führen. Daher ist
blutung fördern. Es konnte zudem gezeigt
werden, dass hohe Dosierungen von Vita-
min E (> 2000 I.E.) das Fortschreiten von
Morbus Alzheimer verlangsamen können
und somit bei der Behandlung von
Alzheimerpatienten unter ärztlicher
Aufsicht therapieunterstützend mit
eingesetzt werden können. Entschei-
dend unterstützt wird Vitamin E
durch Coenzym Q10. Dieses fängt in
den Mitochondrien („den Kraftwer-
ken“) der Nervenzellen direkt die bei
der Energiegewinnung entstehenden
Freien Radikale ab. Coenzym Q10 ar-
beitet aber auch direkt mit Vitamin E
zusammen, indem es dieses immer wieder
nach erfolgter Radikalabwehr regeneriert
und somit aktiv erhält.
es besonders wichtig, das Gehirn aus-
reichend mit Radikalfängern, den anti-
oxidativen Vitalstoffen, zu versorgen,
vor allem mit Vitamin E, Vitamin C,
Coenzym Q10 und Selen sowie sekun-
dären Pflanzenstoffen, wie z. B. Lycopin.
In erster Front bei der Radikalabwehr
Ein weiterer Schutzfaktor des Gehirns ist
Vitamin C. Dieses ist zwar wasserlöslich,
dringt aber trotzdem in das Gehirn vor
und entfaltet dort starke antioxidative
Fähigkeiten, besonders im Verbund mit
Vitamin E und Coenzym Q10. Vitamin C
sorgt dabei insbesondere für die Erhaltung
alternder Gehirne. Aber das ist nicht alles:
thionperoxidase. Dieses Enzym kann nur
gebildet werden, wenn der Organismus
gut mit dem Mineralstoff Selen versorgt
ist. Zahlreiche so genannte sekundäre
Pflanzenstoffe, wie Lycopin aus Tomaten,
Beta-Carotin oder Flavonoide aus Tee oder
Rotwein runden die antioxidative Schutz-
fraktion ab.
steht Vitamin E. Durch seine fettlösliche
Eigenschaft kann es sich in die Zellmem-
branen einlagern und die Freien Radikale
somit direkt vor Ort bekämpfen. Vitamin
E hat noch einen Vorteil: In höheren
Dosierungen wirkt es leicht blutverdün-
nend und kann so auch die Gehirndurch-
Vitamin C nimmt auch Einfluss auf die
Effizienz bei der Reizweiterleitung an den
Synapsen, da es zur Herstellung bestimm-
ter Neurotransmitter, wie z. B. Dopamin
oder Adrenalin, benötigt wird. Unterstützt
werden diese Antioxidanzien durch antio-
xidative Enzyme wie z. B. die Gluta-
Ernährungstipp: Essen Sie viel Gemüse
und Obst und verwenden Sie Pflanzenöle
(Olivenöl, Walnussöl, Rapsöl), denn dann
nehmen Sie viel Vitamin E, Vitamin C so-
wie antioxidative sekundäre Pflanzen-
stoffe auf. Auch Nahrungsergänzungs-
mittel mit Antioxidanzien und Pflanzen-
extrakten können zur guten Versorgung
mit Antioxidanzien beitragen.
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B-Vitamine

Die Nervenvitamine

Immer wieder zeigen Studien, dass die Ga- be von Vitaminpräparaten eine Verbesser- ung der Lernfähigkeit, des Gedächtnisses und der Konzentrationsfähigkeit erzielen kann – und das in allen Altersgruppen. Offensichtlich nehmen die Menschen doch nicht annähernd so viele Vitalstoffe zu sich, wie ihr Gehirn benötigt, so die Schlussfolgerung der Wissenschaftler. Diese Effekte sind nicht nur auf eine unzureichende Versorgung mit Antioxi- danzien zurückzuführen – nicht vergessen sollte man hier die B-Vitamine, die nicht umsonst auch als „Nervenvitamine“ be- zeichnet werden.

Hülsenfrüchte haben es in sich:

ganz besonders viele B- Vitamine. Die knackigen Gemüse bringen die grauen Zellen auf Trab.

Als erstes sei Vitamin B 6 genannt, ein Vitamin, das weitreichenden Einfluss auf neurologische Funktionen hat. Kein Wunder, denn Vitamin B 6 wird benötigt, um Neurotransmit- ter zu bilden, z. B. Dopamin oder den „Stimmungsmacher“

Serotonin. Vitamin B 6 kann

aber auch das Gedächtnis im Alter intakt halten und sogar altersbedingten Gedächtnisverlust verringern. Als „Anti-Vergreisungs- faktor“ kennt man das Vitamin B 12 . Ein Mangel an diesem Vitamin kann zu neurologischen Schäden führen, bis hin zu Desorientierung und Demenz. Leider ist Vitamin B 12 -Mangel gerade bei Menschen im fortgeschrittenen Alter weit verbreitet, da dann oft die Verwertbarkeit dieses Vitamins nachlässt. Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B 6 und B 12 ist

aber noch aus einem anderen Grund bedeutsam: Zusammen mit der Fol- säure, einem weiteren Mitglied des Vitamin-B-Komplexes, sorgen sie dafür, dass

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die Substanz Homocystein abgebaut wird und sich nicht im Körper anreichern kann. Homocystein gilt als Risikofaktor für Arterienverkalkung, die auch Blutge- fäße des Gehirns betreffen und letztend- lich die gefürchteten Schlaganfälle ver- ursachen kann. Besonders empfindlich werden die Funktionen des Gehirns aber gestört, wenn der Körper ungenügend mit Vitamin B 1 (Thiamin) versorgt ist. Denn Thiamin wird benötigt, um die Gehirnnahrung Glucose zu verarbeiten. Schon geringfügiger Mangel an Vitamin B 1 kann zu Stimmungsschwankungen sowie einer Verschlechterung der Gehirn- leistung führen. Auch Niacin, das fünfte B-Vitamin, kann helfen, Ihre Gedächtnis- leistung zu verbessern. Forscher ver- muten, dass Niacin die Übertragung von Reizen zwischen den Nervenzellen fördert, wovon vor allem das Kurzzeit- gedächtnis profitiert.

Gute Lebensmittelquellen für Vitamin B 1 und Vitamin B 6 sind Gemüse, Ge- treide, Hülsenfrüchte sowie Fisch und Fleisch. Sie sollten möglichst viel pflanzliche Lebensmittel zu sich neh- men, um sich gut mit diesen Vitaminen zu versorgen. Niacin und Vitamin B 12 sind dagegen in nennenswerten Mengen fast nur in Fisch, Fleisch und Milch- produkten enthalten. Wenn Sie diese Lebensmittel nur selten verzehren, kann die Versorgung mit Vitamin B 12 und Niacin eventuell nicht gewährleistet sein. Hier empfiehlt sich ein gutes Vital- stoffpräparat, das die breite Palette an B-Vitaminen und idealerweise auch An- tioxidanzien in sinnvoller Kombination enthält.

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FOTO: PHOTOS.COM Essen & Trinken Phosphatidyl-Serin Der „Gedächtnisstoff“ Ein weiterer Gehirnschutzfaktor ist
FOTO: PHOTOS.COM Essen & Trinken Phosphatidyl-Serin Der „Gedächtnisstoff“ Ein weiterer Gehirnschutzfaktor ist

Essen & Trinken

FOTO: PHOTOS.COM Essen & Trinken Phosphatidyl-Serin Der „Gedächtnisstoff“ Ein weiterer Gehirnschutzfaktor ist
FOTO: PHOTOS.COM Essen & Trinken Phosphatidyl-Serin Der „Gedächtnisstoff“ Ein weiterer Gehirnschutzfaktor ist
Phosphatidyl-Serin Der „Gedächtnisstoff“ Ein weiterer Gehirnschutzfaktor ist hier- zulande erst seit relativ
Phosphatidyl-Serin
Der „Gedächtnisstoff“
Ein weiterer Gehirnschutzfaktor ist hier-
zulande erst seit relativ kurzer Zeit be-
kannt: der Zungenbrecher Phosphatidyl-
Serin, zumeist kurz „PS“ genannt. Phos-
phatidyl-Serin ist eine Fettverbindung,
die als Baustein in allen Zellmembranen
vorkommt, vor allem aber im Gehirn.
Studien mit PS zeigen die vielfältigen
positiven Einflüsse der Substanz auf das
Gehirn: Ganz allgemein gesagt bringt PS
das Gehirn wieder in Schwung – vermut-
lich dadurch, dass es die Reizweiterleitung
in den Nervenzellen fördert und die
Effizienz der Neurotransmitter verstärkt.
Auf diese Weise steigert es in höherer
Dosierung kognitive Fähigkeiten wie die
Lern- und Gedächtnisleistung und fördert
das Erinnerungsvermögen des Gehirns.
Auch das Langzeitgedächtnis sowie das
Ausdrucksvermögen können wieder ver-
bessert werden. Vor allem hilft PS dabei,
altersbedingten Gedächtnisabbau zu
stoppen oder sogar wieder rück-
gängig zu machen.
Lebensmittel werden heute – auch aus
gesundheitlichen Gründen – wenig ver-
zehrt. Im Bedarfsfalle kann man aber auch
auf PS-haltige Nahrungsergänzungsmittel
zurückgreifen.
Phosphatidyl-Serin findet sich lei-
der nur in wenigen Lebensmitteln,
z. B. in Eigelb oder Innereien. Diese
Fr hst ck
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Alles, was ein gesundes Hirn braucht

Müsli enthält besonders viele komplexe Zuckerverbindungen. FOTO: FOODPIX
Müsli enthält besonders viele komplexe
Zuckerverbindungen.
FOTO: FOODPIX

Die Erfahrung zeigt: Menschen, bei denen der Tag mit einem vollwertigen Früh- stück beginnt, erbringen in der Regel eine bessere Leistung.

„komplexen Zuckerverbindungen“ (Koh- lenhydraten). Vollkornbrot und -bröt- chen oder Müsli enthalten beson- ders viel dieser Zuckerverbin- dungen. Solche komplexen Kohlenhydrate setzen die Glucose nicht sofort, sondern erst nach und nach frei. So ist der Gehalt an Hirnnah- rung im Blut kon- stanter – ein Vor- teil für das Gehirn, das kontinuierlich mit Glucose ver- sorgt sein will. Weniger ideal sind dagegen Süßwaren, wie Marmelade oder Honig, da sie einfa- che Kohlenhydrate enthalten, die sofort ins Blut gehen. Die Folge:

D afür gibt es eine ganz einfache Erklärung: Die

Zuckerreserven des Kör- pers reichen nur für etwa 6–12 Stunden aus, sodass sie leicht über Nacht auf- gebraucht werden kön- nen. Dadurch fehlt dem Gehirn am Morgen sein wichtigster Energieliefe- rant, die Glucose (Trau- benzucker). Zwar kann das Gehirn in längeren Hun- gerzeiten zur Not auch bestimmte Fettsäureverbin- dungen, die Ketonkörper, als Energiequelle nutzen. Aber dabei läuft das Gehirn dann auch nur „mit halber Kraft“ – die Folgen: Wir sind unkonzentriert und müde. Ein ideales Frühstück besteht aus Lebensmitteln mit einem hohen Anteil an so genannten

Der Blutzuckerspiegel steigt schlagartig an, fällt allerdings auch ebenso schnell wieder ab, das Gehirn erhält dadurch zu wenig Nahrung und die Leistungsfähig- keit sinkt.

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FOTO: DPNY Essen & Trinken Brainfood Rezept Essen Sie sich schlau! Mit Fisch und Walnüssen bringen

Essen & Trinken

FOTO: DPNY Essen & Trinken Brainfood Rezept Essen Sie sich schlau! Mit Fisch und Walnüssen bringen

Brainfood

Rezept

Essen Sie sich schlau!

Mit Fisch und Walnüssen bringen Sie Ihr Oberstübchen so richtig in Gang. Für die intellektuelle Leistungsfähigkeit spielen Omega- 3-Fettsäuren, die im Fisch enthalten sind, eine wichtige Rolle. Die Walnüsse liefern Vitamin E, Alpha-Linolensäure (auch eine Omega-3-Fettsäure) und vermindern durch ihr Fettsäure- muster und die enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe das Risi- ko für Arteriosklerose. Da ein Teil der Demenzformen im Alter auf arteriosklerotischen Gefäßveränderungen beruhen, können Sie dem Vergessen mit Nüssen lecker vorbeugen. Rapsöl enthält viele einfach ungesättigte Fettsäuren, die ebenfalls der Arteriosklerose vorbeugen können. Und das Beste an diesem Rezept: das „Nerven- Futter“ erfreut auch Ihren Geschmacks- sinn! Wir wünschen Ihnen guten Appetit beim „Schlauessen“.

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Nährwertangaben (Pro Portion) Energie 497 kcal Eiweiß 34 g Fett 20 g Kohlenhydrate 45 g
Nährwertangaben
(Pro Portion)
Energie
497 kcal
Eiweiß
34 g
Fett
20 g
Kohlenhydrate
45 g
Ballaststoffe
6 g
Vitamin B 6
1,0 mg
Vitamin E
5,0 mg
Folsäure
46 µg
Calcium
85 mg
Cholesterin
63 mg
§
§
§
Zutaten 500 g Fischfilet (Rotbarsch), in Würfel geschnitten 300 g Paprikaschoten (rot, grün, gelb), in
Zutaten
500
g
Fischfilet (Rotbarsch),
in Würfel geschnitten
300
g
Paprikaschoten
(rot, grün, gelb),
in Streifen geschnitten
200
g
Basmatireis
100
g
Lauchzwiebeln,
in Ringe geschnitten
400 ml Gemüsebrühe für den Reis
30 g
Rapsöl
1/8 l
Gemüsebrühe für die
Fischpfanne
2 El
Zitronensaft
Salz, Pfeffer, Paprikapulver
(scharf), Curry, Chilipulver
Zitronenmelisse zum Garnieren
Fisch-Curry mit Reis
§
§

(Für 4 Personen)

Zubereitung

Die Fischwürfel mit Zitronensaft beträu- feln und kurz vor der Zubereitung mit Salz würzen.

Den Reis mit der Gemüsebrühe und den Gewürzen aufkochen, von der Platte nehmen und den Reis ca. 20 Minuten ausquellen lassen. Die Hälfte des Öls in einer Pfanne erhitzen und das Gemüse darin kurz anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen. In einer anderen Pfanne die Fischwürfel und die gehackten Walnüsse in dem restlichen Öl unter Wenden kurz anbraten. Mit der Gemüsebrühe ablö- schen. Mit Curry, Paprikapulver, Pfeffer und Chilipulver abschmecken, das Gemü- se unterheben und alles 1–2 Minuten köcheln lassen. Reis und Fisch-Curry auf Teller anrichten und mit der Zitronenme- lisse garniert servieren.

FOTO: DPNY

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HIER AUSSCHNEIDEN

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VITALSTOFF

Fluor

Stärkt die

i i n n l l o o x x e e VITAL STOFF Fluor Stärkt

F luor ist ein Spurenelement, das sich in der Erde, im Wasser, in Pflanzen und in Mensch und Tier findet. Fluorid beein-

flusst vor allem die Gesundheit der Zähne positiv.

Enthalten z. B. in

Fisch, Fleisch, Innereien, Brotwaren, Soja, Kartoffeln, Trinkwasser und schwarzem Tee.

Herkunft-Funktion-Versorgung

Fast 95 % des Fluoridgehaltes des Kör- pers befinden sich in den Knochen und in den Zähnen. Fluoride härten vor allem den Zahnschmelz und machen ihn wi- derstandsfähiger gegen Karies. Darüber hinaus leistet Fluor auch einen Beitrag zur Knochenfestigkeit. Auch bei vielen anderen Körperprozessen spielt Fluorid eine wichtige Rolle. So hat es Einfluss auf die Bildung von Muskeln, Bändern, Bindegewebe, Haut und Haaren. Über

Wie viel Fluorid braucht der Körper? mg pro Tag Säuglinge m w 0 - 4
Wie viel Fluorid
braucht der Körper?
mg pro Tag
Säuglinge
m
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0
-
4 Monate
0,25
4
- 12 Monate
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Kinder
1
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7 Jahre
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- 10 Jahre
1,1
10
- 13 Jahre
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3,2
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Erwachsene
15
- 19 Jahre
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- 25 Jahre
3,8
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- 51 Jahre
3,8
3,1
51
- 65 Jahre
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Jahre u. älter
3,8
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Schwangere
3,1
Stillende
3,1
m
= männlich
w
= weiblich
Quelle: DGE (vereinfacht)

das Trinkwasser nimmt der Mensch etwa 0,3 mg Fluor pro Tag auf. Die Fluoridversorgung deckt bei den meisten Menschen gera- de so den Mindestbedarf. Das Fluorid des schwarzen Tees kann der menschliche Körper be- sonders gut aufnehmen.

Verwendung von Fluor

Kariesprävention: Fluorid wird in der Zahnheilkunde in Form von Fluorid- tabletten und -kochsalz innerlich, in Form von Mundspüllösungen, Zahnpas- ten, Gelees, Suspensionen etc., äußerlich verwendet.

Lässt das Lachen strahlen: Fluor stärkt die Zähne.

Fehlt Ihnen Fluor? Schon bei einem angekreuzten „Ja-Feld“ ist eine ergänzende Zufuhr von Fluorid sinnvoll.
Fehlt Ihnen Fluor?
Schon bei einem angekreuzten
„Ja-Feld“ ist eine ergänzende
Zufuhr von Fluorid sinnvoll.
JA
Leiden Sie an Karies?
Trinken Sie wenig
schwarzen Tee?
Enthält Ihr Trink-
wasser wenig Fluorid?

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FOTO: PHOTODISC

VITALSTOFF

Eisen

Der Eisenhaushalt ist von der Erneue- rungsrate der roten Blutkörperchen ab- hängig. Der größte Anteil des Eisens wird wiederverwertet, sodass pro Tag nur etwa 1 mg verloren geht, das neu zugeführt werden muss. Die Nahrung ist zwar reich an Eisen, es kann jedoch nur in be- schränktem Maße für den menschlichen Organismus nutzbar gemacht werden. Eisen aus Fleisch ist besser verfügbar – bis zu 20 Prozent können aufgenommen werden. Vom Eisen aus pflanzlicher Nahrung können ungefähr nur 3 bis 5 Prozent aufgenommen werden.

Infolge der Menstruation sind am häu- figsten Frauen im gebärfähigen Alter von Eisenmangel betroffen. Darüber hinaus ist die Versorgung in Schwanger- schaft oder Stillzeit vielfach unzurei- chend. Auch häufige Blutspenden oder ein Blutverlust bei einer Operation kön- nen zu einer Mangelsituation führen.

Vor der Einnahme von hoch dosierten Eisenpräparaten sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen.

Verwendung von Eisen

Blutarmut (Anämie): Eisenmangel ist der häufigste Grund für eine Blutarmut. Besonders in Kombination mit der ver- mehrten Aufnahme von Vitamin C kann Eisen Abhilfe schaffen. Hohe Dosierun- gen unbedingt mit dem Arzt besprechen.

Starke Menstruationsblutungen: Starke Regelblutungen und der damit verbun- dene Blutverlust können zu einem Eisen- mangel führen. Eine eisenhaltige Nah- rungsergänzung kann hier helfen. Hohe Dosierungen unbedingt mit dem Arzt besprechen.

Müdigkeit: Fortwährende Müdigkeit kann ebenfalls ein durch Eisenmangel verursachtes Problem sein, sie kann aber auch andere Ursachen haben. Bitte mit dem Arzt besprechen.

Der Sauerstoffspeicher

D as Spurenelement Eisen ist lebenswichtig für den Sauerstofftrans-

port. Zudem ist es ein Bestandteil zahlreicher Enzyme, die bei der

Energiegewinnung und bei der Entgiftung unseres Körpers eine große Rolle spielen.

Wie viel Eisen braucht der Körper? mg pro Tag Säuglinge m w * 0 -
Wie viel Eisen
braucht der Körper?
mg pro Tag
Säuglinge
m
w
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0
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4 Monate
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7 Jahre
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- 10 Jahre
10
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- 13 Jahre
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Erwachsene
15
- 19 Jahre
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- 25 Jahre
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- 65 Jahre
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Jahre u. älter
10
10
Schwangere
30
**
Stillende
20
* Ausgenommen Unreifgeborene. Ein Eisen-
bedarf besteht infolge der dem Neugebo-
renen von der Plazenta als Hbs-Eisen mitge-
gebenen Eisenmenge erst ab dem 4. Monat.
** Diese Angabe gilt für stillende und nicht stil-
lende Frauen nach der Geburt zum Ausgleich
der Verluste während der Schwangerschaft.
m
= männlich
w
= weiblich
Quelle: DGE (vereinfacht)
m = männlich w = weiblich Quelle: DGE (vereinfacht) Vollkornbrot statt Weißbrot essen – denn Eisen

Vollkornbrot statt Weißbrot essen – denn Eisen ver-

bessert die körperliche Leistungsfähigkeit.

Enthalten z. B. in

Fleisch und Wurstwaren, Innereien, Brot, Hülsenfrüchten und Gemüse.

Herkunft – Funktion – Versorgung

Eisen kommt von allen Spurenelementen am häufigsten im menschlichen Organis- mus vor. Der größte Anteil befindet sich im roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) und in den Muskelzellen. Die zentralen Aufgaben des Eisens sind der Sauerstoff- transport, die Energiegewinnung, das Speichern des Sauerstoffs in den Muskeln und die Produktion von Steroidhormonen und Transmitterstoffen.

Fehlt Ihnen Eisen? Schon ein angekreuztes „Ja-Feld“ könnte bedeuten, dass eine ergänzende Eisenversorgung für Sie
Fehlt Ihnen Eisen?
Schon ein angekreuztes „Ja-Feld“ könnte bedeuten,
dass eine ergänzende Eisenversorgung für Sie sinnvoll ist.
JA
Ernähren Sie sich vegetarisch?
Haben Sie starke Regelblutungen?
Sind Sie blass, häufig müde und schlapp?
FOTO: PHOTOS.COM

FOTO: AKG-IMAGES

Die Macht der

GEFÜHLE

Die Welt der Emotionen und Gefühle und ihre Erforschung durch die Wissenschaft

Was möchten wir am liebsten? Dass es uns gut geht! Jetzt, gleich und immer. Dafür haben wir von der Evolution genau das richtige Werkzeug mitbekommen — die Gefühle. Was für den Körper das Immunsystem ist, sind die Gefühle für unsere Seele. Sie sollen abwehren, was uns schaden kann, und zulassen, was uns gut tut.

Seele. Sie sollen abwehren, was uns schaden kann, und zulassen, was uns gut tut. MEDI COM
K rper & Seele Je besser die Wissenschaft das Gehirn entschlüsselt, desto deutlicher wird, wie
K rper & Seele
Je besser die Wissenschaft das Gehirn
entschlüsselt, desto deutlicher wird, wie
wichtig auch die im Gehirn entstehenden
Gefühle für uns sind. Schmerzen, Lust,
Vertrauen, Enttäuschung, Wut, Zärtlich-
keit, Freude, Trauer, Liebe, Hass und
Eifersucht geben unserem Leben Farbe
und Gestalt. Gefühle durchfließen uns in
jeder Sekunde. Doch viele davon möch-
ten wir oft gar nicht erleben. Wir wollen
nicht hassen, leiden oder traurig sein.
Doch erst wenn wir auch diese Gefühle
in uns zulassen und sie nicht unter-
drücken, kann unser Leben gelingen. So
abenteuerlich diese Reise in die Welt der
Gefühle auch sein mag: Sie lohnt den
Einsatz durch die reichen Erfahrungen,
die sie uns letztlich beschert.
Gefühle berühren
unsere Seele.
Öffnet man sich
ihnen, öffnet man
sich selbst.
Doch fühl ich’s hier wie Feuer brennen.
Soll die Empfindung Liebe sein?
„Die Zauberflöte“
FOTO: PHOTOS.COM

Gef hle & Emotionen

Wissenschaftler auf dem Feld der Emotionsforschung trennen die Begriffe „Gefühl“ und „Emotion“. Als „Emotionen“ be- zeichnen sie die unbewussten Seelenregungen, die sich nur durch bestimmte Körperreaktionen äußern, wie z.B. Herzklop- fen. Als „Gefühl“ dagegen bezeichnen die Forscher das, was uns bewusst wird, sich zu einem Gedanken formt und was wir formulieren können: „Ich bin traurig“, „Ich habe Angst“, „Mir geht es gut“, „Ich liebe dich“.

Gefühl entsteht in dem Moment, in dem das Gehirn den eigenen Körper betrachtet und Emotionen wahrnimmt. Man kann sich das so vorstellen:

Das Gehirn wacht aufmerksam über die Signale, die es fortwährend über die Nervenzellen empfängt. Diese Signale melden dem Gehirn körperliche Verände- rungen, Emotionen also, wie z.B. Schwit-

zen, Herzklopfen, Gänsehaut und auch die berühmten „Schmetterlinge im Bauch“. Ein Gefühl folgt auf die Emotion, wenn das Gehirn analysiert, was sich im Körper verändert hat. Diese Analyse ist aber ein ganz individueller Vorgang. Ge- fühle sind etwas ganz Intimes. Von den Gefühlen eines anderen Menschen kann man nur wissen, wenn er davon spricht.

Am Beispiel der Worte Taminos aus der Zauberflöte, die Sie am Anfang dieses Artikels lasen: „Doch fühl ich’s hier wie Feuer brennen. Soll die Empfindung Liebe sein?“ lässt sich die Unterscheidung von Gefühl und Emotion gut deutlich ma- chen: Ein optischer Reiz, ein Bild seiner Pamina, löst bei Tamino die Emotion Herzklopfen aus. Daraufhin fühlt er sich „entbrannt“. Dann beginnt er, die Empfind- ung zu analysieren und interpretiert sie als „Liebe“. Tamino könnte diese Empfind- ung aber auch ganz anders benennen – so würde ein Tamino des Alltags die Emotion „Herzklopfen“ vielleicht eher als „Begeh- ren“ interpretieren. Allerdings nicht in der Oper – hier dreht sich natürlich immer alles um die „großen Gefühle“. Manche Menschen können Emotionen aber über- haupt nicht in Gefühle übersetzen. Das passiert bei so genannten „gefühlsblin- den“ Menschen. Bei ihnen kommt es nur zu der Emotion (Herzklopfen), das Gefühl („Liebe“ oder „Begehren“) bleibt aus.

Navigation durch Gefühl

Wir sind in unserem Leben auf Gefühle angewiesen, sie sind das „Leitsystem“, das uns in die richtigen Bahnen lenkt. Unsere Emotionen sind genetisch vorge- geben. Wir können und sollten sie nicht

ILLUSTRATION: NILS WASSERMANN

ILLUSTRATION: NILS WASSERMANN ändern, denn sie garantieren unser Über- leben. Unsere Gefühle jedoch – d.h. die
ILLUSTRATION: NILS WASSERMANN ändern, denn sie garantieren unser Über- leben. Unsere Gefühle jedoch – d.h. die
ILLUSTRATION: NILS WASSERMANN ändern, denn sie garantieren unser Über- leben. Unsere Gefühle jedoch – d.h. die
ILLUSTRATION: NILS WASSERMANN ändern, denn sie garantieren unser Über- leben. Unsere Gefühle jedoch – d.h. die

ändern, denn sie garantieren unser Über- leben. Unsere Gefühle jedoch – d.h. die Beurteilungen der Emotionen durch unser Gehirn – sind von Mensch zu Mensch in- dividuell unterschiedlich, und wir selbst sind ihr Ursprung.

Antonio Damasio ist ein bekannter Hirn- forscher und Professor für Neurowissen- schaften an der Universität von Iowa in den USA. Er bezeichnet Emotionen als „von der Natur fertig geschnürte Reakti- onsbündel. Die darin eingepackten An- weisungen betreffen den Hormonhaushalt und das Herz-Kreislauf-System ebenso wie große Teile des Gehirns vom alten Hirnstamm bis hinauf in die Großhirn- rinde“. Diese Reaktionsbündel erfolgen unwillkürlich auf bestimmte Auslöser hin. Man zuckt zusammen, wenn jemand einen überraschend berührt, und man beginnt zu laufen, wenn ein wütender Hund einen verfolgt. Der Blutdruck steigt jedoch auch, wenn wir eine Verfolgungs- jagd im Kino sehen, die uns in Spannung versetzt. Auch kommen manchen die Trä- nen, wenn die Heldin auf der Leinwand stirbt. Emotionen werden automatisch von bestimmten Reizen ausgelöst. Daher können uns auch Schauspieler zum Wei- nen bringen. Die körperlichen Signale, die Emotionen, müssen daher erst noch von einer weiteren Instanz bewertet werden, um zu einem „Gefühl“ zu werden, das uns aussagefähig durch das Leben navigieren kann – im Sinne von: Das tut dir gut, das tut weh, dies lass sein und das fang an.

Wenig hilfreich dabei sind Überzeu- gungen, die oft auch kulturell bedingt mit bestimmten Erfahrungen verbunden sind. Am Beispiel Taminos aus der Zauberflöte:

Er interpretiert sein Herzklopfen mit dem Gefühl „Liebe“. Dieses Gefühl wiederum kann sowohl individuell als auch kulturell mit bestimmten Bewertungen verbunden sein. „Liebe ist ein großes Gefühl“ etwa, oder „Liebe ist einzigartig“, „Sie kommt und geht“, „Das Leben ist nichts ohne die Liebe“ etc. Ergo: Liebe ist ein „wünschenswertes“, „erfreuliches“, vielleicht auch ein „schmerzliches“ Ge- fühl, das wir herbeisehnen oder ablehnen – ganz nach der persönlichen Überzeu- gung, die mit diesem Gefühl verbunden ist. Der Alltags-Tamino, der Herzklopfen in das Gefühl „Begehren“ übersetzt hat, sieht sich ebenfalls mit einer Palette von Bewertungen konfrontiert. Für manche

ist „Begehren“ gleichzusetzen mit „nied- rig“. Für andere gilt es als „aufregend“, „erfreulich“ oder „beängstigend“. Je nach- dem wie das Gefühl, das schließlich ent- steht, bewertet wird, wird es gesucht oder gemieden. Und das ist der Grund, wa- rum sich Erfahrungen wiederholen. Bei angenehmen Erfahrungen ist das eine feine Sache. Unangenehm wird dies bei „schlechten“ Erfahrungen, die einen manchmal das ganze Leben lang verfol- gen. Gefühle wie Eifersucht, Neid oder Hass möchten wir nicht fühlen. Zum ei- nen sieht es gesellschaftlich nicht „gut“ aus, eifersüchtig, neidisch oder hasserfüllt dazustehen, und zum zweiten hat die Er- fahrung „gezeigt“, dass sich diese Gefüh- le auch nicht gut „anfühlen“. Doch man kann entweder alles fühlen oder gar nichts. Zwei Seiten – eine Medaille. Die Entscheidung dazu, seine Gefühle zuzu- lassen, liegt bei jedem selbst. Gefühle zu- zulassen ist nicht gleichzusetzen mit ei- nem Freifahrtsschein in Sachen Egoismus und Rücksichtslosigkeit. Nicht jedes Ge-

fühl muss schließlich ausagiert werden. Oft reicht es schon, unliebsame Gefühle ohne Bewertung einfach zuzulassen. Da- nach kann man ihre Brauchbarkeit prü- fen. Ein Beispiel: Ein Mann ist sein Leben lang eifersüchtig und wehrt sich dagegen, weil er es nicht sein will. Da das Gefühl nie richtig „zum Zug“ kommt, verfolgt es ihn ständig. Immer wieder fragt er sich, warum er denn ständig eifersüchtig ist. Doch liegt diesem Gefühl eine Ursache zugrunde. Irgendwann in seinem Leben wollte der Mann einmal eifersüchtig sein. Dann kam die Bewertung: „Es ist nicht gut, eifersüchtig zu sein.“ So beherbergt er den Wunsch, eifersüchtig zu sein, und seinen Widerstand dagegen. Das führt zu einem starken Konflikt. Die Lösung lautet:

ohne Bewertung zu fühlen, wie es ist, eifersüchtig zu sein, und sich danach zu fragen, ob man es weiterhin sein möchte. Wer sich dem stellt, ist wirklich frei und „seines Glückes Schmied“, denn seine Handlungen sind nicht mehr vom Zwang belegt, etwas nicht mehr fühlen zu wollen.

Baum der Gefühle Emotionen und bewusste Gefühle Angst Liebe Trauer Ärger Freude
Baum der Gefühle
Emotionen und
bewusste Gefühle
Angst
Liebe
Trauer
Ärger
Freude
Scham
Scham

Überraschung

Stolz
Stolz

Triebe

Hunger Neugier Durst Sex Spiel
Hunger
Neugier
Durst
Sex
Spiel

Schmerz- und Lustverhalten

Schmerz Lust
Schmerz
Lust

Grundreaktionen

Immunantwort

Reflexe

Stoffwechselsteuerung

Ganz unten stehen die einfachsten Reaktionen und Instinkte, die von Generation zu Generation über die Gene weitergegeben wurden. Ganz oben sind die von Geist und Kultur geprägten feineren Verästelungen des Empfindens. Doch alles hängt mit allem zusammen. Was sich einmal im Laufe von hunderten Millionen Jahren entwickelt und bewährt hat, bleibt erhalten und wird in immer höhere und kom- plexere Strukturen eingebettet.

Leserbriefe Liebe MEDICOM-Leser, möchten Sie kritisch oder zustimmend zu einzelnen Themen im Heft Stellung nehmen?

Leserbriefe

Liebe MEDICOM-Leser, möchten Sie kritisch oder zustimmend zu einzelnen Themen im Heft Stellung nehmen? Oder interessante Tipps zum Thema „Gesund werden – gesund bleiben“ an andere Leser weitergeben? Dann schreiben Sie uns! Unsere Anschrift lautet: MEDICOM-Redaktion, Sedemünder 2, Altenhagen I, 31832 Springe.

Sedemünder 2, Altenhagen I, 31832 Springe. Durch dick und dünn MEDICOM 28 Vielen Dank für all

Durch dick und dünn

MEDICOM 28

Vielen Dank für all die guten Tipps zum Abnehmen in der letzten Ausgabe der MEDICOM. Ich denke auch, dass die meisten Menschen mit den so genannten „Hauruckdiäten“ den Jo-Jo-Effekt erleben, den Sie im Artikel auch beschreiben. Selber habe ich auch festgestellt, dass es besser ist, sich ab und zu etwas Süßes zu erlauben, sodass dieser Heißhunger gar nicht aufkommt. Nun versuche ich nach und nach, meine Ernährungsgewohnhei- ten umzustellen, sodass ich zwar langsam, aber dafür langfristig ein paar Pfunde verliere. Nicht zu vergessen: ausreichend Bewegung. Jeden Morgen walke ich 20 Minuten, das kurbelt den Kreislauf an und ich fühle mich tagsüber fitter. Außerdem nehme ich regelmäßig Ihre Vitalstoff- Produkte ein, sodass ich das Gefühl habe, meinem Körper wirklich etwas Gutes zu tun. Mit meinem Brief möchte ich andere Leser dazu motivieren, ihre Essgewohn- heiten lieber langfristig zu ändern, als sich ständig mit diversen Diäten zu quälen. Wir alle haben nur einen Körper, und mit dem sollten wir liebevoll umgehen.

Ihre Kundin Renate Wieser

Sehr geehrte Frau Wieser,

wir freuen uns, dass der Artikel so posi- tive Auswirkungen auf Sie hatte. Und Sie haben ganz recht: Eine ausreichende Bewegung ist das A und O, wenn wir uns in unserer Haut wohl fühlen wollen. Wir danken Ihnen für Ihren Beitrag und wün- schen Ihnen weiterhin viel Spaß beim Lesen der MEDICOM.

Tiere helfen Menschen, Menschen helfen Tieren

MEDICOM 28

Ich habe mich über Ihren Artikel „Tiere helfen Menschen, Menschen helfen Tie- ren“ sehr gefreut. Mein Mann und ich sind selbst große Tierfreunde und engagieren uns auch im Tierschutz. Es bedrückt mich immer wieder, dass man über Tierschutz meist nur in Mitgliederzeitschriften liest. Diese Hefte erreichen in der Regel ja nur Leute, die sich ohnehin schon um Tiere kümmern und diese als liebenswerte Ge- schöpfe sehen, von denen so viel an Liebe und Dankbarkeit zurückkommt, wenn man sie umsorgt. Umso mehr freut es mich, Ihren schönen Artikel in einem Heft zu finden, das viele Menschen erreicht, die vielleicht keine Zuneigung zu Tieren empfinden und nicht wissen, wie schön ein Leben mit Hund oder Katze sein kann. Vielleicht erreicht Ihr Artikel ein paar harte Menschenherzen, die etwas aufge- weicht werden. Und vielleicht erkennt doch manch einer den Wert einer Bezie- hung zu Tieren. Lassen Sie sich wieder einmal etwas zu diesem Thema einfallen. Ich danke Ihnen auch im Namen der in Ihrem Heft vorgestellten Hunde, die jetzt vielleicht ein schönes Zuhause gefunden haben.

Mit freundlichen Grüßen Gertraud Lauther

Sehr geehrte Frau Lauther,

es ist schön, zu hören, dass Ihnen der Artikel so sehr gefallen hat! Wir haben ein großes positives Feedback auf diesen Bericht bekommen, sodass wir so ein Thema gern noch einmal aufgreifen werden. Die Initiatorin des Projekts „Animals for People“ hat nach dem Er- scheinungstermin der Ausgabe so viele Anfragen für Hunde bekommen, dass wir auch davon ausgehen, dass die meisten Wuschel nun ein neues Herrchen oder Frauchen gefunden haben, die sich liebevoll um sie kümmern werden.

MEDICOM online lesen

www.medicom.de

Eine tolle Idee, die MEDICOM schon vor dem Versand online lesen zu können. Seitdem Sie den Service des E-Mail- Newsletters haben, weiß ich immer ge- nau, wann die neuen Artikel auf Ihrer Seite sind und welche Aktionen Sie gerade anbieten. Super, kann ich allen Lesern empfehlen!

Herzliche Grüße Norbert Bach (per E-Mail)

Sehr geehrter Herr Bach,

schön, dass Sie unseren E-Mail-Service nutzen. Aufgrund der vielen Anmeldung- en für den Newsletter gehen wir davon aus, dass viele Kunden wie Sie die je- weils interessantesten Artikel schon vor- her am Bildschirm lesen. Alles Gute und bis zur nächsten Newsletter-Ausgabe

Hier finden Sie die Auflösungen von Seite 13

Hier finden Sie die Auflösungen von Seite 13 Auflösung C Auflösung E: Maus und Mann im

Auflösung C

Auflösung E: Maus und Mann im ersten Bild; alte Frau mit großer Nase und langem Kinn und junge Frau, die ihr Gesicht abwendet

Impressum

Herausgeber:

Medicom Pharma AG Sedemünder 2, Altenhagen I 31832 Springe Tel. 05041 78-0 Fax 05041 78-1169

Verlag,

Redaktion,

Gestaltung:

DPNY communications

Druck:

Hofmann-Druck

„MEDICOM“ ist eine Kundenzeitschrift der Medicom Pharma AG; sie erscheint fünfmal jährlich. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers.

Kreuzworträtsel Liebe Rätselfreunde, diesmal geht es um ein Mittel mit einem geradezu lyrischen Namen, das
Kreuzworträtsel Liebe Rätselfreunde, diesmal geht es um ein Mittel mit einem geradezu lyrischen Namen, das

Kreuzworträtsel

Liebe Rätselfreunde, diesmal geht es um ein Mittel mit einem geradezu lyrischen Namen, das bei rheumatischen Beschwer- den Wunder wirkt. Tragen Sie die Buch- staben in den nummerierten Feldern in der richtigen Reihenfolge ein.

1. Preis: ein Reisegutschein im Wert von

1.000 Euro

2. bis 4. Preis: je ein Ratgeber

„Gedächtnis-Training“ aus dem GU-Verlag

je ein Ratgeber „Gedächtnis-Training“ aus dem GU-Verlag Lösungen aus dem Oktober-Heft Lösung: Und so können Sie

Lösungen aus dem Oktober-Heft

aus dem GU-Verlag Lösungen aus dem Oktober-Heft Lösung: Und so können Sie gewinnen Haben Sie das

Lösung:

aus dem GU-Verlag Lösungen aus dem Oktober-Heft Lösung: Und so können Sie gewinnen Haben Sie das

Und so können Sie gewinnen

Haben Sie das richtige Lösungswort? Dann schreiben Sie es auf eine Postkarte, und schicken Sie diese an: MEDICOM-Redaktion, Stichwort: „Preisrätsel“, Sedemünder 2, Altenhagen I, 31832 Springe. Einsendeschluss ist der 31.05.2004 (Datum des Poststempels). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeiter der Medicom Pharma AG und deren Angehörige dürfen nicht teilnehmen.

SCHON

GEWUSST?

Jonglieren lässt das Hirn wachsen

Lange ging man davon aus, dass Erwachsenenhirne keinen wesentlichen Zuwachs mehr an grauen Zellen erhal- ten, sondern dass sie sich ausschließlich zurückbilden. Diese Vorstellung darf man jetzt getrost vergessen. Denn das erwachsene Hirn kann sehr wohl noch wachsen. Zum Beispiel durch Jong- lieren! Neurologen ließen Erwachsene drei Monate lang das Jonglieren lernen. Die besten 12 Kandidaten, die drei Bäl- le mindestens 60 Sekunden in der Luft halten konnten, wurden für die Studie ausgewählt. Ihre Hirne wurden vor dem Training, direkt nach dem Training und nach dreimonatiger Trainingspause un- tersucht und mit den Hirnen untrainier-

ter Probanden verglichen. Zunächst ließen sich keine großen Unter- schiede feststellen. Nach drei Monaten wiesen die Gehirne der „Jongleure“ deutli- che Vergrößerungen in dem Hirnbereich auf, der darauf spe- zialisiert ist, Bewe- gungen von Objek- ten im dreidimen- sionalen Raum wahrzunehmen.

FOTO: © ZEFA / CREASOURCE

MEDICOM – immer an Ihrer Seite „Ihre Gesundheit ist unsere Aufgabe“ – das ist unser

MEDICOM – immer an Ihrer Seite

„Ihre Gesundheit ist unsere Aufgabe“ – das ist unser Motto. Die MEDICOM steht Ihnen mit sinnvollen Produkten in Ihrem Alltag zur Seite. Wir wollen, dass Sie Ihren Tag mit der Gewissheit erleben, Ihre Gesundheit aktiv zu unterstüt- zen. Mit den Produkten von MEDICOM können Sie Ihre Gesunder- haltung auf anspruchsvollem Niveau fördern. Ob Sie bei Ihrer Vital- stoffversorgung auf Nummer Sicher gehen wollen oder ob Sie einen bestimmten Bedarf Ihres Körpers gezielt ausgleichen wollen – wir versuchen Ihnen immer das zu bieten, was Ihnen und Ihrer Gesund- heit dienlich ist. Haben Sie Fragen zum Thema „Gesundheit und Vitalstoffe“? Die Mitarbeiter unserer wissenschaftlichen Abteilung werden Ihnen gern all Ihre Fragen in einem persönlichen Gespräch am Telefon beantworten. Auch unser Kundendienst gibt Ihnen gern Auskunft zu unseren Produkten. Sie erreichen beide unter einer ge- bührenfreien Telefonnummer. Ihre Zufriedenheit und Ihre Gesundheit stehen bei der Medicom Pharma AG an erster Stelle. Unser Bestreben ist es, Ihrem Vertrauen, das Sie uns als Kunde entgegenbringen, in jeder Form gerecht zu werden – sowohl

mit unseren hochwertigen Produkten als auch mit sinnvollen Serviceleistungen. Bei der Herstellung unserer Produkte verwenden wir nur die hochwertigsten Rohstoffe – damit die Wirkstoffe vom Körper optimal genutzt werden können. Die Herstellung erfolgt nach dem strengen GMP-Standard. Wenn Sie ein Produkt der MEDICOM erwerben, dann entscheiden Sie sich für Qualität. Bei der MEDICOM endet die Beziehung zum Kunden nicht mit der bezahlten Rechnung. Mit unseren Serviceleistungen – die weit über das Übliche hinausgehen – wollen wir Ihr Partner in Sachen Gesundheit sein: Sie bekommen als Kunde 5-mal im Jahr das Kundenmagazin MEDICOM. Sie erhalten auf all unsere Produkte eine Geld-zurück-Garantie. Sie erhalten Ihre Produkte innerhalb von 48 Stunden frei Haus gegen Rechnung. Sie können unsere Produkte per Post, per Fax, am Telefon und im Internet anfordern. Und als Sammelbesteller erhalten Sie einen interessanten Preisnachlass. Wir wollen alle Ihre Bedürfnisse in Sachen Gesundheit befriedigen und Ihnen in Ihrem täglichen Leben zur Seite stehen. Wir sind für Sie da. Wir sind Ihr Partner in Sachen Gesundheit.

sind für Sie da. Wir sind Ihr Partner in Sachen Gesundheit. Im Internet: www.medicom.de • Kostenlose

Im Internet: www.medicom.de Kostenlose Ernährungsberatung: 0800 73 77 730