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Rotes Haar Kind

Gesegnet, wachsend
Übergang

Fremde wohnen.
Denen, die den Lebensbereich
Ordnen, unkörperlich, fern

Sehen Makel
An ihnen gedeihen.
Verscherzen ihr wahres Erlöschen
*
Verbündet Ehre bezeigen.
Farbenreich
Vereinigende, Geburt.

Gesang, für ewiges Sein.


Dürstend Schmetterlingen
Gleich, bebend was

Sich selbst erzielt.


Jahrmarkttäuschung;
Erbitten; vorab, demnach.

Einkehr; Verlassenheit.
All-Ein. Tröstung bleibt.
Einblick ins Andere.
*
Was wir gelüsten
Im Geäst der Zeit
Gegrünt vom Wind

Behutsamkeit, Hinneigung
Edelmut, fruchtet
Tausendfach

Ohne Bangigkeit
Liegt sie in unserer Hand
Verlädst sie uns

Wandeln wir ihrem Gesang


Entlang, lassen uns nicht wirren
Ewig herbeisehnend quillt sie dort.
*
Wir lassen unsere
Briefe ungeschrieben
In die Welt

Wolkengleich ziehen sie


Dahin, lassen alles
Sein zurück

Worte ungeboren
Regnen sich
Neigen, anderen

Zeiten ins Gesicht


Tränen über Wange, Kinn
Flüstern, gleiten, küssend ins Gemüt
*
Wir haben uns
Weit hinab in den Mutterboden
Miniert, wohnen darin

Damit wir nicht aus


Ihrer Haut kommen
An deren Brust uns ewig sättigen

Wagen wir uns in


Die Welt umarmt
Uns keiner mehr
*
Einordnungen führen
Uns zurück
Damals ist heute

Fliegen ungeöffnete Liebesbriefe


Angesichter die wir nie
Kannten, Geheimnisse

Lüftend, die Lebenden


Uns strafen, für Seelen
Die uns anbelangten.

Sündlos weiss blüht


Das Papier in Händen
Tiefer Traum uns strömt.
*
Keiner ist befreit
Fluten der überfüllten
Nacht zu entschlüpfen

Messer die aus


Unserem Leibe rücken
Verwunden das Geliebte

Doch, Scheuen wir uns


Die täglichen Tötungen anderer
Zu gestehen flüchten sie

An gedachten heiligen
Ort, uns fehlt der
Mut uns selbst

Vergebend die Tiefe


Des Seins
Schwarzes Licht ins Nichts zu bringen.

Volles
Gold, die Erde
Gebiert sich in der

Nacht, schwarze
Tränen aufgewühlt.
Eigenes Schaffen
Weiterzieht, keiner
Wird uns kennen.
Unser Tun wird blind

Alte Seelen rufen


Zu uns hin.
Erwachend, Tageslicht.
*
Erwachend
Das Licht wirft
Uns die Landschaft
Ins Gedächtnis
Noch taumelnd
Entflieht, die Welt

Blank, das Bewusstsein


Im tiefen Strom,
Des Nichts geblieben.

Es gibt kein zurück


Zuhause wohnen fremde
Gäste, uns bleibt das dorthin?
*
Wir werden gerufen
Ob auch die Kraft
Nicht mehr reicht.

Wir sind das Gras der Wiese Tiere


Äsen unsere Haar aus üppigen Fleisch.
*
Gehen wir aus unserer
Seele hinaus
Fällt unsere Haut

Vor uns ab
Dürstet nach unserem
Fleische und Blut.

Brach liegt sie


Vor den Füssen
Unser zerbrechlichen Seins.
*
Hände gewachsen
Feingliederig, Insekt.
Wachsen Finger

Aus schmaler dumpfer


Hand, Muskeln gepolstert
Beide Arme, Frauenwedel

Entgliedert, plötzlich!
Fremdes Leben in altes Fleisch gesetzt.
Warten wir, was aus uns wird.
*
Wir haben unsere Leiber
In Ordnung, nichts was
Der Sitte Scham
Würfe ins Gesicht
Begierden achten nicht
Was fein gedacht

Finden der Menschen


Ordnung in den Seelen
Wir tragen manches süsse

Licht, zerbirst das Glas


Am Boden, quillt Unschuld
Sehnsucht nach Moral.
*
Prophetin geht vorbei, meisterlich.
Gottes Staat klagt Missetat
Frönt dem Argen

Fesseln die anschwellen


Tödlich umarmen
Im Kirchhof liegt

Gebot, Mahnmal
Bannt Lebende;
Verdammt eigene Schiedssprüche.
*
Eigenes zurückbehalten
Sich nicht hingeben
Fallen uns Schuppen aus
Haupt und Seele, Verbrechen
An denen die Dürsten
*
In Mäntel gehüllt gehen Gesalbte
Inniger Selbstliebe
Vertraut,

Was uns schützt ihrer Abgründe


Ihrer mörderischen
Moral zu entgehen
*
Alte Mächte
Auferstehen, mit blondem
Haar, blauen Augen

Frieren Eigenständigkeit
Wissende um das Nichts
Gefesselt in Schranken

Schlagen mit geschliffenen


Knochenkiefern aus Stahl
Erwachte aus dem Leben

Nur so lange
Bis das Nichts
Aus dem Schlaf erwacht.
*
Wir vergraben unsere
Notdurft im elterlichen
Garten und da wo
Wir der Arbeit Lohn
Erhalten weil wir
Uns schutzlos machen

Blättern auf Maschinen


Musik in Könner
Es glänzt das Geschriebene

Die Wörter fallen


Unter die die streiten
Andere Götter preisen
Mit heutiger Macht.
*
Verlorenes Stelzenhaus
Flachdach grünt
Waghalsiger Aufstieg

Zur Pflege, Züge kommen


Gehen und halten nicht
An, verlorene Ich-Zeit.
*
Neue Zeit
Alte Macht in neuen
Gewändern

Werden gerufen
Was uns zu spät
Eigenes Schaffen bestimmend.
*
Wir haben lange
Gehofft bis einer
Unsere Seele

Lenkte im Gesang
Viele Körperseiten
Herzen erblühten

Nun werden wir


Geteilt in Jung
Und Alt und er entschwand
*
In die Welt geworfen
Gibt es für uns kein
Zurück, jene Kammern

Die in der Jugendzeit vertraut


Der Kerzenschimmer
Hinter Scheiben, warm

In jedem Augenblick
Aus dem Schoss geworfen
Folgen auch die Liebsten

Nicht, vertieft uns fasset


Die Welt Verlassener
Die ihre Seele hungrig

Speisen, aller Zeugungskraft


Nur in den Händen
Nicht gesalbt durch der

Quelle Duft, gehen wir


Hinab, wir finden alle
Sterbend wieder

Umarmen wir unscheinbar


Ihr Wesen, der sie gehütet
Verachtet selbst von allen

Die ihn entlöhnen


Er wartet, Fährmann
Mit der Narrenkron

Gibt seine Kraft


Zu dienen den Verdammten
An eine Seele

Die sich der Liebet traut,


kein Anspruch hegt auf etwas,
Unser Leben ist Geschenk
*
Sie haben unsere
Keuschheit, unsere
Haut vom Leib

Gerissen, gierig
Lassen sie uns
Nackt zur Schau

Auf Wegen liegen


Frommen einem
Neuen Gott

Wir sind nicht sein Bild


Noch Seinesgleichen,
Aus Nichts ist alles.
*
Der Speisen sind
Viele, was leibhaftig nährt
Wissen wir nicht.

In Tücke,
Ganz ergeben
Wartend, das Gift

Als Darbringung mit


Mit leutseligem
Gesicht, was nährt

Formt im Gedeihen
Töpfe voll, verschmachtend
Bleiben Verlassene.
*
Er wartet, weil wir
Die Zeit einst
Nicht hinüberbrachten
Da wo unsere Seelen
Eigene Häuser bauten,
Zerbrachen, keine

Briefe mehr, gewiß ist;


Weit sprachlos sein
Im Nichts, nicht da.
*
Draussen warten
Sehnende ganz still
Der Wind streicht

Ihre Wangen, nebelbehangene


Felsen, im Trost
Des Kommenden

Wissen um ihr Vergehen


Welkende Blumen
Stehend im Gebet
*
Was war dämmert
Nach ruft nach
Wegen, die wir

Nicht kennen, wirft uns


In Nester die
Wir nie gesehen

Wir erkennen
Welche Aufgaben
Auf uns harren,

Einschnitt in neuen
Zelten wo der Wind
Vom Fremden spricht.

Die Söhne liegen


Gekocht am Grund
Der eine bleibt

Der Starke, sein


Gesicht im diesigen
Wasser zerfällt.

Schreibt, an die Tafel


Dem Stein, wir sind nicht
Berufen, Zeichen zu

Schlagen für danach


Auf Papier, geschützt,
Gerahmt, wohin damit

Sollen wir der Söhne


Trauern, jäh genommen
Schreibt, das es bleibt,
Wieder gefordert, machen
Wir Worte, die reden
Vom Nichts, so gross?
*
Entschwunden sind
Freunde die einst
Unsere Herzen wärmten

Wir sind verlassen


Unsere Sehnsucht
Pocht ans Nichts

Wo alles endet,
Beginnt, verloren, Eisumarmung
Schmerzwarmer Glockenton
*
Sind frei, denken
Diese Gewissheit.
Bleiben, stehen.
Berechtigt vom Wind
Der Suche nach
Geht die Zeit zurück

Frauen berichten
Längst den Sinn
Labernde Lippen, Männerschweiss.
*
Sehnsucht, Schönheit
Denken verliert,
Geschwister vor dem Nichts.

Zu sein, ist Weg


Wahrheit, Licht.
Gut Böse, Wellenschlag

Werden für immer gerufen,


Körper zerreissen, schänden!
Wir werden nicht handeln.
Vor dem Nichts.
Vertrauen, sähen,
Gewalt da endet.
*
Stein gewordener
Strom der Tränen
Aus uns gefallen

Da woher wir
Kommen gibt es
Sie nicht

Unser, aller Nahrung.


Gleich dem Korn,
Gebackenes Brot

Dürsten unsere
Seelen aus dem
Breiten, aus dem
Nirgends fallenden
dunklen Quell; durch uns,
Von uns, für alles Sein, Liebe.