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Mitteilungen des Heimatvereins Broggingen e.V.

Gegründet 2001
Ausgabe 12 • November 2007 • 6. Jahrgang

Die Brogginger Kirche


Seit Jahrhunderten steht – nicht nur
in Broggingen – die Kirche im Mittel-
punkt der Gemeinde. Dies kann man
in doppeltem Sinne verstehen. Zum
einen die Kirche als das dominante
Gebäude im Ort, zum andern das
kirchliche Leben, das – sicher früher
mehr als heute – das Zusammenle- Foto Kirche
ben in der Gemeinde und in den
Familien beeinflusst. Beides hat in
Broggingen eine bewegte Geschichte,
sowohl das Kirchengebäude als auch
die kirchlichen Aktivitäten im Ort, und
es wäre höchst interessant, einmal
die Geschichte als Film im Zeitraffer-
tempo ablaufen zu sehen. Doch leider
hat dieser „Film“ große Lücken. Viele
Dokumente sind unwiederbringlich
verloren und Manches schlummert in
kaum oder nicht zugänglichen Archi-
ven. Der Heimatverein hat sich
vorgenommen, so viele Informationen
wie möglich über Vergangenes (auch)
der Kirchengemeinde herauszufinden zusammenzutragen, aber ich bin Ein gutes Beispiel ist auch das
und zu dokumentieren. Den Anfang sicher, dass bei vielen älteren Mitbür- Thema Kirchenglocken. Dazu hat
hat Johannes Narr gemacht. Er ist als gerinnen und Mitbürgern noch viele Johannes Narr schon einige Informa-
Prädikant und langjähriger Kirchen- alte Geschichten aus eigenem Erle- tionen gesammelt, aber sie sind noch
gemeinderat in der Brogginger Kirche ben oder vom Erzählen der Vorfahren lückenhaft. Deshalb bittet er um Eure
seit langem tief verwurzelt und hat bekannt oder überliefert sind. So hat Mithilfe. Alle Fragen dazu findet Ihr im
auch den nötigen Weitblick über den zum Beispiel Wolfgang Schnaiter die Kasten auf Seite 4. Vielleicht gelingt
eigenen Kirchturm hinaus. Mit viel Überlieferung „Von dr Licht“ aufge- es, in einer der nächsten Dragoner-
Geduld hat er aus Fragmenten, schrieben (Seite 7). Vielleicht gibt es post-Ausgaben die Geschichte über
Gesprächen, Erinnerungen und auch noch alte Dokumente, Zeichnun- diese kirchlichen Themen in unserer
Überlieferungen einen Beitrag zusam- gen, Fotos, Bücher… Vielleicht weiß Gemeinde fortzuschreiben und so für
mengestellt, den wir in dieser aber auch der eine oder andere, wo die Nachwelt zu erhalten.
Dragonerpost-Ausgabe ab Seite 2 noch weitere Informationen schlum-
veröffentlichen. Es wird schwierig mern, die zugänglich gemacht werden
sein, Weiteres herauszufinden und könnten? Willi Stotz
zen können. In dem von ihm heraus- Reformgedanken und warb in seinen
Geschichte gegebenen Ortssippenbuch von 1981 Predigten zwei Jahre lang die
ist zu lesen: Bereits im Jahre 1464, Kenzinger Bürger. Der österreich-
Das kirchliche Leben in fast 100 Jahre vor der Reformation, ischen Regierung (Kenzingen gehörte
Broggingen und Umgebung finden wir erstmals einen „Rector zu Vorderösterreich) war dieser Jakob
eclesiae“ (Pfarrer). Nach den For- Otter mit seinen Reformpredigten
von der vorreformatorischen
schungen von E. Reinbold war anno schon lange ein Dorn im Auge, zumal
Zeit bis heute
1497 „Friedrich Sylik“ Kirchherr in überall die Bauernaufstände aufloder-
von Johannes Narr Broggingen. Um diese Zeit etwa ten. Auf brutale Weise gingen die
„Nur wer um seine Vergangenheit formierte sich die Reformation. Der Oberen gegen die Verfechter der
weiß, kann die Gegenwart verstehen Thesenanschlag Martin Luthers anno neuen Lehre im „unteren Breisgau“
und so Zukunft verantworten.“ 1517, die massenhafte Verbreitung vor. Die in Deutsch gehaltenen
der gedruckten Flugblätter, die refor- Messen, und die Feier des Abend-
Dr. Stahmann Pfarrer in Mundingen
matorischen Ideen, forderten alle mahls in beiderlei Gestalt: „Brot und
Wein“ galt als „Lutherisch
Ding“ und „Aufruhr“. Ende
Juni 1524 musste Jakob
Otter die Flucht über den
Rhein antreten. In Straß-
burg fand er Zuflucht. Die
Freiburger Regierung von
Vorderösterreich setzte
unterdessen Kenzingen
mit schweren Repressali-
en zu. Der Stadtschreiber
wurde am 7. Juli 1524 in
Kenzingen enthauptet.
Damit waren alle evange-
lischen Anstrengungen
endgültig erstickt(1). Am 3.
Mai 1525 wurde das
Tennenbacher Kloster
ausgeraubt(2) - Umbrüche
voller Spannung und
Unsicherheit. Weiter
findet sich in unserer
„Dorfgeschichte“(3) anno
1542 ein Pfarrer Andreas
Roth in Broggingen. Ob
Roth die Reformation
unter Markgraf Karl II
freiwillig umsetzte oder
Frühere Sitzordnung in der Brogginger Kirche von oben diktiert bekam,
ist nicht bekannt. Nach
der Einführung der
Mir als Laie wird es nur im beschei- Schichten der Bevölkerung zum Reformation anno 1556 wird im
denem Maße möglich sein, einen Umdenken und zu Korrekturen auf ersten Visitationsbericht von 1558 aus
kleinen Abriss zu geben zur Ge- und wirkten sich in unserer Region welchen Gründen auch immer von
schichte unserer Brogginger Kirchen- auf vielfältige Weise aus. Um 1522 Broggingen/Tuschfelden/Wagenstadt
gemeinde. Da mich aber der Heimat- kam Jakob Otter nach Kenzingen als kein Pfarrer namentlich erwähnt, so
verein Broggingen angefragt hat, zunächst noch katholischer Pfarrer. Stahmann. Ein Jahr später aber
diesem Thema nachzugehen, stellte Im nahen Freiburg hatte er studiert. folgender Eintrag: „Die von
ich mich dieser Herausforderung. Anfänglich stießen die reformatori- Dutschfelden sein hirfor gen Wagens-
Eine besondere Hilfe waren mir dabei schen Ideen auch auf die dortige tat verpfarrt gewesen, […] werden
die Forschungen von unserem Grün- Fakultät auf großes Interesse, sogar jetzt uß Brogkingen versehen (ver-
dungsmitglied Erich Reinbold, deren auf Bewunderung. Pfarrer Jakob Otter sorgt) […] ist Wagenstadt halber zu
Wert wir nicht hoch genug einschät- öffnete sich diesen Wittenberger beratschlagen.“ Bis 1586 musste der

2 Dragonerpost 12/07 Heimatverein Broggingen


Zehnte von Broggingen an das auch, dass sein Sohn, Friedrich anno 1929. Er konnte damals wenige
Kloster Ettenheimmünster abgeführt Morstadt, als Pfarrvikar hier zusam- Jahre nach der Entwertung der
werden. Von 1586 bis 1590 ist Kaspar men mit seinem damals 62-jährigen Goldmark ehemalige Auswanderer
Ingram Pfarrer in Broggingen. Alle Vater die Amtsgeschäfte versah. Das um 1850 nach den USA als Sponso-
Pfarrer aufzuzählen würde jedoch den Studium und die Herkunft der Pfarrer, ren gewinnen. Auch die Kirchen-
Rahmen sprengen. Sehr stark litt das die in Broggingen seit 1464 bis in die heizung hat er modernisiert. Er ist
ganze Gebiet am Oberrhein durch Neuzeit gewirkt haben, sind sehr auch der Verfasser unseres
den 30-jährigen Krieg (1618-48) Von interessant. Broggingen hatte immer Brogginger Heimatliedes. Pfarrer
28 Predigtstellen (Pfarrstellen) waren gut ausgebildete Pfarrer von namhaf- Meier starb hier am 4.7.1953 und ist
nur noch zwei besetzt(4). Von Johan- ten Fakultäten wie Jena, Marburg, auf unserem Friedhof begraben.
nes Fecht (1633-34) wird berichtet: Wittenberg, Greifswald, Erlangen, Seine beiden Töchter sind Martha,
„Er kam in vielen Pfarreien herum und Hannover, Wuppertal, Tübingen, verheiratete Becker und Ruth, verhei-
da er durch Soldaten seines Lebens Heidelberg, Straßburg und Basel. ratete Große und Gerhard Meier. Ihre
nicht sicher war, noch etwas zu Beim Lesen der Biographien fällt auf: Familien haben z.T. engen Kontakt zu
beißen und zu nagen hatte, verschlug
es ihn nach Brogkingen.“ 10 Jahre
nach dem 30-jährigen Krieg wird von
Pfarrer Wollenweber berichtet, der
nach den Kriegswirren erstmals
wieder gepredigt hat. Im Visitations-
protokoll wird berichtet: „Der Pfarrer
ist fleißig in seinem Amt, versäumt
nichts, führt eine gute Ehe, befleißigt
sich eines rühmlichen Wandels.“
Nach über 80 Jahren scheint sich
Broggingen von den Kriegsfolgen
wirtschaftlich erholt zu haben. Laut
einem Visitationsbericht aus jener Zeit
heißt es: „Keine armen Leut das-
selbst“ - Was für ein Kompliment für
unser damaliges Broggingen! Johann
Michael Wegemann war schon mit 23
Jahren Vikar und kam mit 25 Jahren Anordnung der Orgelempore vor dem Umbau
nach Broggingen. 31 Jahre wirkte er
hier (17.4.1707 bis 3.12.1738) Bereits Es waren nicht nur Pfarrersöhne, Broggingen. Frau Ruth Große hat hier
mit 55 Jahren verstarb Pfarrer Wege- sondern auch Söhne von einem den Lehrer unserer damaligen Volks-
mann inmitten der Planung des Gastwirt, Glaser, Gutsverwalter, schule geheiratet und sie lebten bis
Kirchenbaus, ein Jahr nach Baube- Bürgermeister, Landwirt, Oberzoll- 1958 hier in Broggingen. Nach kurzer
ginn. Sein Nachfolger, Pfarrer Christi- inspektor, Stabhalter, Dorfschmied, Vakanz kam Pfarrer Viktor Otto vom
an Meerwein (1739-1758) vollendete Schlosser oder Werkzeugmacher. Ein September 1953 bis November 58
unsere Kirche in ihrer heutigen Form, Eintrag zu Carl Konrad Venator fiel nach Broggingen. Zuvor war er 15
angebaut an den alten, aus vor- mir besonders auf: „Er ließ in Jahre in Chile. Ein dreiviertel Jahr
reformatorischer Zeit stammenden Broggingen seine Ehefrau sitzen und später heiratete er. Nach fünf Jahren
Kirchturm. Ob wir es ermessen ist 1836 ausgerissen. 1837 wurde er berief ihn der Evangelische Oberkir-
können, was das damals bedeutete? aus dem Kirchdienst entlassen und ist chenrat nach Breisach als Stadt-
Denn nur 12 Jahre später wird unser nach Amerika geflohen“(5) (…und das pfarrer. Pfarrer Otto blieb mit
Pfarrhaus gebaut, unter Pfarrer damals schon anno 1836!). Zum Broggingen stets verbunden. Nach
Johann Christian Morstadt (1758- Schluss seien noch die letzten Pfarrer der Pensionierung waren die Ottos
1793). Tutschfelden und Wagenstadt aus der Neuzeit genannt, zunächst öfter in Broggingen. Bei Elsa und
erhalten zu dieser Zeit eine eigene Pfarrer Ritzhaupt (1902-1926). Otto Heinz Kehnel waren sie wie zuhause.
Pfarrei mit Pfarrer. Pfarrer Morstadt Zähringer, Jahrgang 1911, vormals Auch nachdem seine Frau 1978
stirbt am 1.7.1795 hier und wird in unser Dorfältester, wurde von ihm gestorben war, kam Pfarrer Otto noch
Broggingen beerdigt. Seine Frau getauft, ebenso die Jahrgänge 1919- häufig her. Pfarrer Otto hat bei uns
Maria Catharina folgt ihm drei Wo- 26. Viele von ihnen leben noch und auch seine letzte Ruhestätte gefun-
chen später. Zwölf Kinder hatten die sind die Generation vor uns. Georg den. Im April 1959 kam Pfarrer Georg
Morstadts, neun davon sind im neuen Meier (1926-1953) war der Initiator Mudrack. Unter seiner Initiative wurde
Pfarrhaus geboren. Zu erwähnen ist der Erneuerung unserer Kirchturmuhr die Kirchenrenovierung in Angriff

Dragonerpost 12/07 Heimatverein Broggingen 3


Ich möchte meinen Bericht abschlie-
Die Kirchenglocken ßen mit den Worten von Landesbi-
von Broggingen schof Bender zur 400-Jahr-Feier der
Wussten Sie, dass eine unserer - Wer hat Fotos vom Einzug bis zur Reformation in Baden 1956:
Glocken schon fast 300 Jahre alt Einweihung der Glocken 1949? „An der Vergangenheit achtlos
ist? Unsere Kirchenglocken haben vorbeizugehen wäre nicht nur geistige
- Von wem stammte das Pferde-
ihre eigene, sehr bewegte Ge- Oberflächlichkeit, sondern auch
fuhrwerk und die 4 „Füchse“, die den
schichte. Diese möchten wir gerne Unachtsamkeit gegen die Führungen
Wagen gezogen haben?
aufschreiben und den Brogginger Gottes.“
Bürgern zugänglich machen. - Wie wurden die Glocken auf den
Jedoch fehlen uns für ein einiger- Turm gebracht (Technik, Fotos)?
maßen vollständiges Bild noch ein - Wer hat diese Glocken bezahlt? 1 Dr. Stahmann;
paar Informationen. Johannes Narr Reformation im Werden 2006
hat angefangen, für einen Beitrag Wenn Sie diese Fragen beantwor- 2 Pfarrer Brauchle; „Freiamt ufem Wald“
ten können oder sonst noch Erinne- 3 Erich Reinbold; Ortssippenbuch 1981
in der Dragonerpost Material zu 4 Erich Reinbold; Ortssippenbuch 1981
sammeln und hofft, dass einige rungen oder Dokumente von diesem
5 s.o.
Brogginger zur Vervollständigung Ereignis haben, melden Sie sich bitte 6 Siehe Fotos von Konrad Kässinger
beitragen können. Deshalb stellt er bei Johannes Narr oder einem Vor- (vor der Kirchenrenovierung)

folgende Fragen: standsmitglied.

genommen(6). Leider waren Pfarrer Leider wurden es bei Weidas nur fünf Geschichte
Mudrack nur wenige Jahre in Jahre. Er ließ den Kirchengemeinde-
Broggingen beschieden. Mitten in den rat mit der Außenrenovierung unserer Zur Geschichte der
Bauarbeiten der Kirche verstarb Kirche allein – als Pfarrer Weida ging, Brogginger Schule
Pfarrer Mudrack im Alter von 60 stand das Gerüst an der Kirche. Vom aus dem Befehlsbuch und
Jahren, er wurde in Karlsruhe begra- 1. April 1987 bis 31.7.1995 kam Schulprotokollbuch
ben. Nach über einjähriger Vakanz Pfarrer Vorrath nach Broggingen. Von Wolfgang Schnaiter
kam die Pfarrerfamilie Willhelm Bär, Unter seine Amtszeit fiel die gründli-
che Wiederherstellung unserer Vor etwa einem Jahr haben wir die
von Dezember 1962 bis Juni 1975.
historischen Kirchtreppe. Auch der vorhandenen Archivalien der Grund-
Meine Frau und ich erinnern uns noch
Innenanstrich unserer Kirche geschah schule Broggingen durch die Rektorin
gut an die letzten Monate des Wir-
unter Pfarrer Vorrath. Und die Reno- der Grundschule, Frau Feißt, erhal-
kens der Bärs. „Frau Pfarrer“ Bär (wie
vierung der Orgel und die Installierung ten. Diese Archivalien und insbeson-
man damals noch zu sagen pflegte)
einer neuen, modernen Heizung hat dere das hier zur Rede stehende
war auch ausgebildete Lektorin.
er noch z.T. ins Rollen gebracht, ging Schulprotokollbuch und das ältere
Pfarrer Bär und seine Frau haben uns
aber vorher, und wir dachten wir Befehlsbuch, bedeuten eine reiche
gleich liebevoll in die Gemeinde
hätten einen „Vorrath auf viele Jahre!“ Fundgrube, insbesondere über den
aufgenommen. Seitdem gehören wir
Nach längerer Vakanz kam Pfarrer Ablauf des damaligen schulischen
zur Brogginger Kirchengemeinde.
Gramp – Leider wurden daraus nur Lebens, der Pflichten und Rechte von
Pfarrer Bär regelte auch mit Dekan
zwei Jahre. In diese Zeit fiel die Schülern, Eltern und Lehrern. Darüber
Ehrke, dass ich während der achtwö-
Stelleneinsparung der Landeskirche. hinaus dokumentieren sie die Chrono-
chigen Vakanzzeit den Lektorendienst
Wir in Broggingen waren die ersten, logie von Lehrern, Pfarrern, Bürger-
übernehmen durfte. Vielen von
die bluten mussten. Tutschfelden/ meistern und manchmal Rat-
meiner Generation wird Pfarrer Kurt
Wagenstadt und Broggingen sollte schreibern in Broggingen. Diese
Maaß in Erinnerung sein. Er war hier
nur noch eine Pfarrstelle bekommen. Autoritäten leiteten nämlich neben
vom 1.September 1975 bis 15.1.1980
So wurden wir von der dortigen zwei bis vier Kirchengemeinderats-
tätig. Drei unserer Kinder, die in
Pfarrerin Theodora Pitzke mit ver- mitgliedern die Sitzungen der Orts-
dieser Zeit zur Welt kamen, wurden
sorgt. Seit über drei Jahren in Folge schulbehörde oder des so genannten
von ihm getauft. Während dieser
sind nun alle drei Gemeinden vakant. Schulvorstandes.
anstehenden Pfarr-Vakanz hat der
damalige Kirchengemeinderat unser Ab 1. November diesen Jahres wird Unter der Mithilfe von Marie
Pfarrhaus grundlegend saniert und die Pfarrstelle wieder besetzt durch Schwarz haben wir mit der Auswer-
renoviert. In das frisch renovierte Pfarrer Clemens Ickelheimer. tung des Schulprotokollbuches
Pfarrhaus kamen als erste Broggingen wird ab 1. November begonnen. Marie Schwarz ist in
Pfarrfamilie Manfred Weida (1.9.1980 2007 wieder Pfarrstelle und versorgt diesem Buch, das die Jahre 1835 bis
– 31.3.1986) Pfarrer Weida warb mich Tutschfelden und Wagenstadt – „so 1950 beinhaltet, mit dem Übersetzen
(1983) für den Kirchengemeinderat. wie es war im Anfang…“ seit 1464. bereits Ende des 19. Jahrhunderts

4 Dragonerpost 12/07 Heimatverein Broggingen


angekommen. Aus diesem zur Reparatur und Bezahlung über ca. Anmerkung allgemein:
„Schulprotocoll-Buch“ sind nachste- 2 Jahre lang die Dorfverantwortlichen.
Sämtliche - auch offensichtliche -
hend die ersten fünf Sitzungen aus
Die in der Sitzung vom 28. Juni grammatikalischen Fehler, Recht-
dem Jahre 1835 (April bis Dezember)
1935 angesprochene Reparatur des schreibfehler (beachte aber andere
abgedruckt. Es ist geplant, weitere
Schulhauses blieb offenbar ohne Rechtschreibregeln!) und auch
Protokolle von interessanten Sitzun-
Folgen, denn das gleiche Problem inhaltliche Fehler haben wir original-
gen des Schulvorstandes in künftigen
beschäftigt die verantwortlichen getreu übernommen, um es als
Ausgaben der Dragonerpost zu
Originaldokument belassen zu
veröffentlichen
können.
Das „Befehls-Buch“
datiert bereits von 1762. Broggingen
Von diesem ist die zweite Schulbefehlsbuch ab
Originalseite hier abge- 1762
druckt. Die „Übersetzung“
1. Seite: „KR.N. 694 Karl
der ersten beiden Seiten
Friderich, von Gottes Gnaden,
und auch das allererste
Marggrav zu Baden und
Decret, das über die
Hochberg, Landgrav zu
Unsitte des Hochzeits-
Hausenberg, Grav zu
ladens durch Schullehrer
Sponheim und Eberstein, Herr
berichtet, veröffentlichen
zu Röteln, Badenweiler, Lahr
wir ebenfalls hier im
und Mahlberg
Wortlaut.
Unsern Gruß!
Als Archivar will ich
folgende Anmerkungen Wir decretiren hiermit die
zu diesen Büchern laut beygefügte Anlage aufge-
machen: gangene Kosten … Befehlen
Euch demnach das nöthige
1. Schulprotokollbuch
nach Eurer incumbenz hierbey
Interessant ist, dass der zu beobachten. Inmassen wir
bei fast jeder Sitzung des uns versehen, und seynd
Schulvorstandes anwe- Euch mit Gnaden gewogen.
sende - und wesentlich Geben Carlsruhe den 6. Sept.
mitbestimmende - Lehrer 1765
Siegrist in der langen
2. Seite: Brockingen (An-
Liste der Brogginger
merkung: ab 1795 wird in
Lehrer (vgl. Ortssippen-
diesem Buch die heutige
buch Broggingen, heraus-
Schreibweise benutzt)
gebracht 1981, Seite 71) keine
Erwähnung findet. Lehrer Siegrist ist Herren erneut in der Sitzung vom 01. Befehls-Buch der allhiesige-Schule,
nach jetzigem Auswertungsstand November 1840! und soll jetzt aber angefangen von Johann Christian
dieser Unterlagen mindestens 35 dringlichst erledigt werden. Vielleicht Biehne, der Zeit gnädigst verordneter
Jahre lang (ca. 1835 bis 1870) in erkennt mancher Kommunalpolitiker Schulmeister allhier. ANNO 1762
Broggingen an verantwortlicher Stelle Parallelen zu Problemlösungs- Dieses Buch ist von der Gemeinde
tätig gewesen. Er schließt damit eine prozessen der heutigen Zeit. Dann angeschafft.
wesentliche Lücke im bekannten mag es beruhigen, dass wir insofern
3. Seite: K:R:N: 651 Decret . Carls-
Lehrerverzeichnis, nämlich zwischen gar nicht so weit entfernt sind vom
ruhe den 29ten November 1754:
dem Lehrer Bermeitinger (bis etwa Trott der guten alten Zeit!
Randbemerkung: Die Schulmeister
1810) und dem Lehrer Vollmer (ab 2. Schulbefehlsbuch sollen nicht zur Hochzeit laden Text:
1874). Die Schulmeister sollen sich fürohin
Zu beachten ist die damalige
Inhaltlich ist zu den Schulvorstands- Schreibweise „Brockingen“, die auch zum Hochzeit laden nimmermehr
sitzungen anzumerken, dass man noch verschiedentlich bis Anfang des gebrauchen lassen, und ihnen diese
vielfach den gemütlichen Trott der 19. Jahrhunderts zu finden ist. Unanständigkeit von nun an gäntzlich
guten alten Zeit herauslesen kann. So untersaget, und nicht weiter gestattet
Der genannte Lehrer Biehne ist der
beschäftigt beispielsweise die Repa- werden.
erste bekannte Lehrer von
ratur von Lehrer Siegrists Geige bis K:R:N: 718 Rescript. Carlsruhe den
Broggingen.
22ten October 1756. Randbemer-

Dragonerpost 12/07 Heimatverein Broggingen 5


kung: Die Sonntags=Schule betrf: zugestanden sind, wurde beschlossen holen und dem Schullehrer solche
Text: Die in dem Pfortzheimischen dieselben also zu vertheilen: auszuhändigen haben. Es wurde
seit einiger Zeit eingeführten Sonn- weiter beschlossen Für die Schule
1. Eine Woche in der Mitte April zu
tags-Schulen sollen auch im Hoch- anzuschaffen
Gerstensaat
bergischen an denen Orten, wo es a) 1 ….. Lautierunterricht: 48 Kr
2. Eine Woche um Johanni – zur Zeit
thunlich seye, nach dem ? Decretum b) 10 Sprachübungen 40 Kr
des Heuerts
vom 14ten Febr: 1755. Sfub K:R:N: iii. s.z. 88 Kr
3. Zwei Wochen um Jacobi zur Zeit
communicirten Vorschlag in Stand und dieses Geld aus dem Almosen zu
der Ärnde
gebracht, und an denen Orten. wo nehmen.
4. Eine Woche um Anfang September
solche Sonntags=Schulen durch die
– zur Zeit des Öhmd Pfarrer trägt durch Schullehrer
Schulmeister gehalten wurden, diesen
5. Zwei Wochen zum Herbsten im Sigrist zusammen jetzt vor, daß das
zur Belohnung ihrer Bemühung 1 ß
Oktober Schulhaus in einem ziemlich beschä-
(das Zeichen dürfte für Schilling
6. Eine Woche zur Wintersaat im digten Zustande seie und unausbleib-
stehen. 1 Schilling = 12 Pfennige) aus
Oktober lich eine baldige Reparatur erfordere
dem Allmoßen und 1ß aus der
namentlich auszuweisen sei
Commun. Cahse alljährlich abgege- Die Benuzungen von diesen
ben werden. Vertheilung sind durch Schultausch- (4. Blatt) 1835
vertrag zu machen und die Genehmi-
IIte Sitzung Beschluß
Protocoll buch 1835 bis 1950 gung derselben auszuführen.
Der Gemeinde-Rath stimmte ganz
(von Marie Schwarz in die heutige Der Schulvorstand:
diesem Vertrage bei und werde darauf
Schriftform gebracht) C. Venator, Pfarrer
bedacht sein, daß die nötige Materiali-
(1. Blatt) 1835 Actum, Broggingen, Bürgermeister: Schandelmeier
en in Bälde angeschafft werden und
den 24ten April 1835, I te Sitzung Math. Kastel, Math. Süß, Math.
die Reparatur vorgenommen werden
Leonhardt, Jakob Killius (vermutl.
Nach der im Januar v.J. herausge- sollte.
Kirchengemeinderäte)
gebenen Schulverordnung Tit: 5-Cap. Siegrist, Lehrer Der Schulvorstand:
II. ..39 ist in jeder Gemeind worin sich C. Venator, Pfarrer
eine Schule befindet, ein (3. Blatt) 1835
Bürgermeister: Schandelmeier
Schulvorstand zu rezitieren – der sich Actum Broggingen, den 28ten Juni Math. Kastel, Math. Süß,
nach Art.82 jeden Monat einmal zu 1835 IIte Sitzung Math. Leonhardt.
versammeln – den Art. 43 bezeichne-
Unter dem heutigen versammelte Actum, Broggingen, den 30ten
ten … … …. sonst zugehörigen
sich der Schulvorstand um einige August 1835
Gegenstände zu erörtern und darüber
saumselige Eltern an ihre Pflicht zu
ein Protocoll zu führen hat! Unter den IIIte Sitzung
erinnern ihre Kindern fleißiger in die
heutigen versammelte sich nun zum Unter dem heutigen versammelte
Schule zu schicken und es da ihnen
ersten Mal der Schulvorstand – um sich der Schulvorstand um sich über
bedeutet, dass von nun alle, welche
sich über einige Gegenstände zu Folgende Punkte zu besprechen:
sich die Übertretung des Gesetzes
berathen, worüber an die Grosh: 1. Man kam überein, daß für die
erlauben und ohne vorhergegangenes
Schuldespertion Kenzingen zu heutigen Schul-Behelfs des Lautier-
bezeugen willkürlich und eigenmäch-
Kippenheim zu berichten ward. unterrichts – eine Lautiertafel nebst
tig ihre Kinder der Schule entziehen.
1. über die Ertheilung des Unterrichts Gestell angeschafft und die Auslage
Für jedes Versäumnis unabänderlich
und in Art. I. aufgeführten Gegenstän- dafür aus dem Almosen berichtet wer-
mit 3 Kr (= Kreuzer) gestraft werden
den worüber berichtliche Auszüge an de. Schullehrer Siegrist erbietet sich
sollen. Da es bisher vorgekommen,
die O-Schuldespertion Vers: zu Kipp: diesen Apparat selbst in Lahr zu kaufen.
daß der Schulgehülfe Siegrist häufig
zu machen ist – wurde folgender 2. Wurden folgende Eltern wegen
von Eltern und Kindern, wenn dieser
Beschluss gefasst: Der vom Schulleh- muthwilligen Schülerversäumniße
beim Fahren aus der Schule ange-
rer Siegrist vorgelegte Stundenplan ihrer Kinder gestraft
gangen wurde es sich der Visitatior
sind der Großherzoglichen
fragen, ob der Schullehrer nicht der Joseph Süß 3 Kr
Schuldespertion zur Genehmigung
Persone entgegen ist ……… Andreas Mutschler 3 Kr
darzulegen in dem die dort stattfin-
Schulgehülfe S, von anfang an Georg Mutschler 3 Kr
dende Vertheilung der Unterrichtsge-
aufregend um auch davon befreit zu Maria Schuhmacher 6 Kr
genstände ganz dem Wunsch des
werden. Man beschloß daher, daß in Mathias Mutschler 6 Kr
Schulvorstandes entsprechen
Zukunft die Kinder, welche bei einem Christian Weber 3 Kr
2. Hinsichtlich von Ertheilung von 8 Ernstfalle einmal aus der Schule Christian Schnaiter 3 Kr
Wochen Ferien, welche nach Art. 18 bleiben müßen , bei dem Pfarrer Johann Grob 3 Kr
der Schulordnung (2. Blatt) 1835 Venator selbst so genannte …… zu Balthasar Steiger 3 Kr

6 Dragonerpost 12/07 Heimatverein Broggingen


Georg Holzwarth 3 Kr Actum, Broggingen, den 20ten lung durch die Trauerfamilie, in jedem
Johann Wössner 3 Kr Dezember 1835 Haus noch etwas. Neben Geld konn-
Georg Mutschler 3 Kr ten dies auch zwei, drei Eier oder ein
Vte Sitzung
Johann Georg Schnaiter 3 Kr Vesper sein. „D’Lichtsageri“ war
Zus. 45 Kr Unter dem heutigen, nach immer dieselbe Person, solange es
geschloßener Sitzung des deren Gesundheit zuließ. Nach Ende
Weiter wurde nichts mehr vorgetra-
Kirchengemeinde=Raths – blieb der des 1. Weltkrieges war dies Karolina
gen und somit die Sitzung geschlossen.
Schulvorstand beieinander, um etwa- Zimmermann, geb. Schenzel, eine
Der Schulvorstand: ige Geschäfte zu erledigen. Da aber „Unnerlännerin“, gebürtig aus Mauer,
C. Venator, Pfarrer kein Mitglied desselben etwas vorzutra- bei Heidelberg. Nach deren Tod war
Bürgermeister: Schandelmeier, gen hatte, so hob man die Sitzung auf. es Katharina Sillmann, genannt
Math. Kastel, Math. Süß, „sSchümacher-Jobeks Kätherli“, nach
Der Schulvorstand:
Math. Leonhardt, Jakob Killius, deren Tod war es Frau Lina Schnei-
C. Venator, Pfarrer
Siegrist, Lehrer. der, geb. Schmidt.
Bürgermeister: Schandelmeier,
(6. Blatt) Math. Kastel, Math. Süß, Der Trauerzug ging vom Trauerhaus
Math. Leonhardt, Jakob Killius. aus. Der Sarg mit der verstorbenen
Actum, Broggingen, den 25ten
October 1835 Person wurde offen im Hause aufge-
bahrt. 5 Minuten vor 2 (14.00) Uhr
IVte Sitzung. Brauchtum wurde mit der kleinen Glocke geläu-
Unter dem heutigen versammelte tet; dies war das so genannte
sich der Schulvorstand, um folgende „Scheidzeichen“ und da wurde dann
Gegenstände zu erledigen:
S’ isch so Brüch gsi der Sarg zugemacht. Die vier Sargträ-
Aus den Erinnerungen von Altrat- ger (meist Nachbarn oder Verwandte)
Die Werktagsschulversäumniße
schreiber Erich Reinbold und Archiva- trugen danach den Sarg in den Hof
vom Monat August, September und
lien zusammengestellt über die oder vor das Haus auf zwei, zu
dem Laufenden Monat October. Die
Tradition der Bekanntmachung eines diesem Zweck vorhandene Böcke, wo
vom Schullehrer eingereichten
Todesfalles im Dorf sich bereits die Einwohnerschaft
Schulversäumniße, wurden alle mit
von Wolfgang Schnaiter einfand (dies war aus jedem Haus
annehmbaren Gründen entschuldigt,
mindestens eine Person). Punkt 2
so daß für diesmal jede Strafe unter- DLicht – Beerdigungen kam dann auch der jeweils ortsansäs-
blieb und man es noch bei einer
Die verstorbenen Personen wurden sige Pfarrer und der Männergesang-
Ermahnung bewenden ließ. Dem
bis etwa 1970 vom Eintreten des verein. Zu Beginn der Trauerfeier
Großherzogl. Decanat wurden 3 Hefte
Todes bis zur Beerdigung im Hause sang der Gesangverein ein Trauer-
zur Einsicht zugeschickt, auch um für
aufbewahrt. Ungefähr bis zum 1. lied, sodann verlas der Pfarrer einen
später in der Schule mitzuhören. Sind
Weltkrieg gab es von den Familienan- Bibeltext und ein Gebet. Auf den
die Kinder im Geschriebeneslesen
gehörigen und Verwandten nachts üblichen Spruch „Wohlauf, wohlan
einzuüben. Man kam übereins für die
noch eine Totenwache. Zwischen zum letzten Gang, der Weg ist kurz,
heutige Schule zwei Exemplare
Sterbestunde und Beerdigung kamen die Ruh ist lang“ setzte sich der
anzuschaffen und der Betrag ist
tagsüber, hauptsächlich aber abends Trauerzug („dLicht“) in Bewegung.
deshalb mit dem Für die
Verwandte, Bekannte, Nachbarn und Voran ging der Gesangverein. Den
Schulversäumniße erlangten Straf-
andere Ortseinwohner zum „s’Leid eigentlichen Trauerzug führte ein
geldern zu bestreiten. Des Weiteren
asage“ (Beileid aussprechen). In schulpflichtiger Junge aus der Ver-
wurde noch beschlossen, daß von
dieser Zeit ging die „Lichtsageri“ von wandtschaft oder Nachbarschaft an,
Seiten des Pfarramts nächsten
Haus zu Haus, um die Einwohner- in dem er ein Holzkreuz mit Perlen-
Sonntag der Anfang der Winterschule
schaft über den Zeitpunkt der Beerdi- kranz trug. Danach kamen der Pfarrer
bekannt zu machen sei. Da niemand
gung zu verständigen. Die und sodann der Sarg, der bis 1952
etwas weiteres vorzutragen hatte, so
„Lichtsageri“ (hat nichts mit dem Wort von den 4 Sargträgern durch das
wurde die Sitzung geschlossen.
Licht zu tun, sondern leitet sich vom ganze Dorf getragen wurde. (1952
Der Schulvorstand: alemannischen Ausdruck für das Wort wurde ein Handleichenwagen für
Venator, Pfr. Leiche her; so war „d’Licht“ der 325,- DM vom Gemeinderat geneh-
Bürgermeister: Schandelmeier, Trauerzug durch das Dorf) sagte in migt und gekauft) Da der Sarg mit
Math. Kastel, Math. Süß, jedem Haus nahezu das gleiche dem Leichnam schon ein ordentliches
Math. Leonhardt, Jacob Killius, Sprüchlein, sinngemäß: „d’Agherige Gewicht hatte, wurde derselbe auf
Siegrist, Lehrer vum/vu där (Name des/der Verstorbe- dem Weg zum Friedhof zweimal auf
(7. Blatt) nen) lehn zue där Licht sage. Si isch die zwei bereits angeführten Holz-
am (Wochentag), zMiddag am zwei“. böckchen abgestellt und der Trauer-
Sie erhielt hierfür, außer der Bezah- zug blieb für einige Minuten stehen.

Dragonerpost 12/07 Heimatverein Broggingen 7


In eigener Sache Veranstaltungen Broggingen im Internet
Sechs Jahre lang, seit seiner
Gründung, durfte ich den Heimat- www.broggingen.de
verein als Pressewart publizistisch Erlebnisreicher Heimattag
begleiten. Die Zusammenstellung von
12 Dragonerpost-Ausgaben, die Mit dem Heimattag hat der Wandertag
Ausarbeitung unzähliger Pressetexte Brogginger Heimatverein am 29. Hauptsächlich durch den
und die persönlichen Kontakte zu den September den Abschluss seines Brogginger Wald führte die diesjähri-
Vertretern der Lokalpresse haben viel Jahresprojektes „Vom kahlen Baum ge Wanderung am 20. Mai. Der Weg
Freude gemacht, aber auch viel Zeit zum Geist im Glas“ gefeiert. Neben ging hinter dem Winzerhof vorbei
und regelmäßige Präsenz erfordert. dem gut besuchten Fest hatten 5 über das Schwarzwaldwegle zum
Wie schon vor längerer Zeit geplant Brennereien ihr „Brennhisli“ geöffnet Dreispitz, dann entlang der
und auch frühzeitig angekündigt will und die Kunst des Destillierens Gemarkungsgrenze und durch den
ich diese Aufgaben jetzt in jüngere vorgestellt. Dabei waren die unter- Bannwald über den Rittiweg zum
Hände legen. Bei der Hauptversamm- schiedlichsten Brenngeräte zu be-
lung Anfang nächsten Jahres wird ein Waldparkplatz. Dort war dann der
staunen, vom regelrechten Brennerei- Abschluss bei Kaffee und Kuchen
neuer Pressewart gewählt; ich werde
museum bis zum modernsten Hi-Tec- oder Steaks, Würstchen und Kalt-
dann 65 Jahre alt und damit endgültig
im Rentenalter sein. Damit ist die Gerät. Alle beteiligten Brenner hatten getränken. Im Verlauf der Wanderung
vorliegende Dragonerpost-Ausgabe sich optimal vorbereitet und so wurde am Waldrand oberhalb des
die letzte „aus meiner Werkstatt“. konnten die Interessierten neben Winzerhofs eine weitere Infotafel zu
ausführlichen Informationen auch das einem Teilabschnitt des Brogginger
Ich danke allen, die mich immer
eine oder andere Schlückchen vom Rundwanderweges mit Beschreibung
wieder bei meiner Arbeit unterstützt
frischen Williams- (Manfred Dick), zum Standort eingeweiht. Im Bann-
haben, ganz herzlich, besonders den
fleißigen Autoren Hans-Georg Hurst, Pflaumen- (Walter Scheerer und wald-Gebiet gab Revierleiter Christian
Günter Klugermann, Johannes Narr, Helmut Schmidt), Reineclauden- Funke einen ausführlichen Kommen-
Ralf Obergföll, Wolfgang Schnaiter (Heinrich Jedrzejczak) oder Kirschen- tar zu Sinn und Zweck des Bannwal-
und Siegfried Ziebold, von denen die brand (Holger Obergföll, die des. Ralf Obergföll hat die Wande-
meisten Beiträge recherchiert und „Heimatvereinskirschen“ für das rung in bewährter Weise und mit viel
verfasst wurden. Meine(m)(r) Jahresprojekt), mitnehmen. Auch die Sach- und bester Ortskenntnis ge-
Nachfolger(in) wünsche ich eine liebevolle Dekoration und das Ange- führt.
„leichte Hand“, viel Unterstützung und bot verschiedener Kostproben mach-
ab und zu auch eine positive Reso- ten die Runde von Brennerei zu
nanz aus dem Kreis der Mitglieder. Brennerei zu einem Erlebnis.
Personalien
Mir hat die Zusammenarbeit mit den
Dass die Familien Abreder und Der Heimatverein Broggingen
Vorstandskolleginnen und -kollegen
Bührer Hof und Scheune in der gratuliert hier seinen Senioren ab 80
und mit vielen aktiven Mitgliedern
Ortsmitte zur Verfügung gestellt zum runden Geburtstag. In diesem
immer sehr viel Freude gemacht und
war eine große persönliche Bereiche- hatten, ist ein besonderes Danke- Jahr Frau Hilda Klaiber zum 85. am
rung. Wenn gewünscht stehe ich im schön wert. In gemütlichem Ambiente 25. Februar. Herzlichen Glückwunsch!
Rahmen meiner Möglichkeiten gerne und bei bester Stimmung wurde bis
tief in die Nacht der Heimattag gefeiert. Wir trauern um unsere in diesem Jahr
immer wieder hilfreich zur Seite.
verstorbenen Mitglieder Elfriede
Euer Willi Stotz Krummnau und Ernst Ludin.

Impressum
Beitrittserklärung zum Heimatverein Broggingen Die „Dragonerpost“ ist das Mitteilungs-
blatt des Heimatvereins Broggingen.
Familienname .................................. Vorname............................................................ Auflage: 300, für Mitglieder kostenlos.
© Copyright Heimatverein Broggingen
Straße, Nr. ....................................... PLZ, Wohnort................................................... Inhalt ohne Gewähr, Irrtum vorbehalten.
Geburtstag ............. Geburtsort .......................... Telefon/E-Mail .................................
Konto des Heimatvereins: Sparkasse
Bitte ankreuzen: ..... Einzelmitgliedschaft (z.Zt. EUR 10.- pro Jahr) Freiburg - Nördlicher Breisgau
BLZ 680 50101 Konto Nr. 11 40 65 69
..... Familienmitgliedschaft (z.Zt. EUR 15.- pro Jahr)
Verantwortlich: Ralf Obergföll (1. Vors.)
Einzugsermächtigung: Redaktion: Willi Stotz (Pressewart)
Redaktionsanschrift:
Konto Nr. .................................... BLZ ...................... Bank .........................................
Am Scheibenberg 15
Die Satzung des Vereins wird anerkannt. 79336 Broggingen
Tel. 07643-4106 oder 0160 96 48 88 77
Datum ................................. Unterschrift ..................................................... E-Mail: hv.broggingen@web.de

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