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MODERNE MENSCHEN

Foto: Columbia
Foto: Columbia

Sexy oder gut?

Ein bisschen blass um die Nase, oder? Nichts desto trotz wurde der britische Schauspieler Robert Pattinson (23) von den Leserinnen des "Glamour"-Magazins zum "Sexiest Man on the Planet" gewählt. Dass er hier so fahl ist liegt übrigens an seiner Rolle im Kinofilm "Twi- light": dort spielt Pattinson den Vampir Ed- ward Cullen. Hollywood-Lästermaul Perez Hilton kommentiert: "Er sieht ungewaschen aus, ist immer schlecht rasiert - und total heiß!" Pattinson spielt auch als Nebenrolle den Cedric Diggory in den Harry-Potter-Filmen; Kollege Daniel Radcliffe (Harry Potter him- self) macht derzeit nicht mit seinem Aussehen Schlagzeilen (2007 spielte der heute 20-jäh- rige im Stück "Equus" nackt auf der Bühne) sondern mit Homofreundlichkeit: "Ich wuchs zwischen homosexuellen Menschen auf - das ist wahrscheinlich der Grund, wieso viele Leute denken, dass ich schwul bin, wenn sie mich treffen. Ich finde das toll!" wird er in einem Interview zitiert, und nur wenige Tage später spendet er eine große Summe um ein Seelsorgetelefon für Homosexuelle zu unter- stützen - "Es ist erschütternd zu erfahren, dass Jugendliche dieser Orientierung sich viermal häufiger das Leben nehmen als Heterosexuelle ihrer Altersklasse", liest man auf kino.de. (bjö)

Die Kino-Fortsetzung von "Twilight" mit Robert Pattinson startet im Januar 2010, die Verfilmung des letzten Harry Potter Romans "Die Heiligtümer des Todes" wird für November 2010 erwartet.

Die Dorfjugend "Better the devil you know" - besser das, was man kennt, anstatt sich auf
Die Dorfjugend
"Better the devil you know" - besser das, was man kennt, anstatt sich auf was Unbekanntes einzulassen:
einen passenderen Titel hätte man sich für die erste Single der "Village Boys" nicht aussuchen können. Und
dann ist's auch noch eine Cover-Version von Kylie! Als Remineszens an die legendären Village People
("YMCA") und zum 40. Jahrestag der Stonewall-Aufstände in New York castete Timm-TV Kandidaten für die
Coverband "Village Boys". 12 Finalisten mussten sich auf den CSDs in Köln, München und Berlin (nicht in
Frankfurt!) dem Publikum präsentieren. Mittels einer Jury, bestehend aus Ross Antony, Drag-Queen Nina
Queer und Moderatorin Katja Mitchell, sowie einem Zuschauervoting sind diese vier Jungs ausgewählt
worden: Dave (Bauarbeiter mit außergewöhnlichem Safe-Sex-Handschuh), Daniel (leichter Matrose), Pierre
(animalische Fellweste) und Vladimir (Verkehrspolizist). Zum einen sind da die langweiligen Kostüme
(Bruce Darnell weint!), für eine ordentliche Choreographie im ersten Video hat's bis auf Augenzwinkern und
laszives Lippenlecken auch nicht gereicht (Detlef D. Soost würde ausrasten!) und der Sound ist olle 90er-High-
Energy-Gay-Massendisco (immerhin besser als Ballermann-Gegröle). Frontmann Pierre überzeugt mit kräftiger
Stimme und Dave mit seinem sympathischem Sixpack. Aber ob das die Village Boys bis zur nächsten CSD-
Saison rettet? Sorry, dass wir hier so streng sind, aber vorher will das echt niemand sehen
...
(bjö)
Foto: Universal

Kloppen statt kleckern

Einen ganz neuen Aspekt in Sachen "Profifußballer- Outing" schickte Jürgen Klopp, Trainer von Borussia Dortmund, ins Rennen: "Wenn sich zehn oder zwanzig auf einmal outen würden ‚Hallo, hier sind wir. Hallo, wir sind schwul', dann würde alles mit einem Mal ganz anders aussehen. Das würde ich selbstver- ständlich unterstützen!" erklärte er im Interview mit dem Zeit-Magazin. Die größte Outing-Hürde sieht Klopp übrigens nicht in homophoben Mitspielern

Foto: Alex Grimm/Bongarts/gettyImages
Foto: Alex Grimm/Bongarts/gettyImages

oder Fans: "Der Erste, der sich outet, wird von den

Medien gejagt werden. Die werden über ihn herfallen - nicht die Mitspieler. Die Boulevardzeitungen würden sich monatelang auf diesen armen Kerl draufschmeißen." Auf die Frage, ob er sich, wenn er schwul wäre, outen würde, gab Klopp zu: "Ich bin ja nicht schwul. Aber ich glaube ganz ehrlich, wenn ich vor ein paar Jahren gesagt hätte, dass ich schwul wäre, hätte ich den Job nicht, den ich heute habe." (bjö)

Geburtstagskinder

 

Moby, 11.9.1965

Pedro Almodovar, 25.9.1946

Patrick Lindner, 27.9.1960

Foto: Danny Clinch
Foto: Danny Clinch

Der in New York geborene Electro-Musiker gehört zur Queer-Generation: "Ich bin weder schwul noch hetero, ich gehe da sehr unvorein-

Foto: Tobis
Foto: Tobis

Der schwule Regisseur gilt als Pionier des spanischen Kinos der Post-Franco-Ära. In seinen Filmen tauchen immer wieder Schwule, Lesben und

Foto: Koch Universal
Foto: Koch Universal

Der Vorzeigeschwule des deutschen Schlagers heißt eigentlich Friedrich Günther Raab und hatte es als Jugendlicher nicht leicht:

genommen ran", wird er in Interviews zitiert. "Es hört sich klischeehaft an, aber in einer perfekten Welt wäre

oft auch Transsexuelle auf; trotzdem findet er es leichter, Geschichten mit weiblichen Rollen zu erzählen: "Ich glau-

seine Mutter wollte ihn zwecks Homo-Heilung zum Arzt schicken, erzählt er in seiner 2008 erschienen

die Aufteilung in schwul und hetero weniger wichtig". Immerhin findet er, dass Homos den Heteros überlegen sind: "Im Vergleich zu weißen Hetero-Männern haben Schwule, Frauen oder auch Juden weitaus weniger Kriege angezettelt", meint er.

be nicht, dass Frauen und Männer unterschiedliche Probleme oder Erfahrungen haben, aber ich glaube, Frauen haben mehr emotionale Freiheiten und können ihre Gefühle besser ausdrücken." Im August lief

Almodovars letzter Film "Zerrissene Umarmungen" an.

Biografie "Achterbahn mei- ner Gefühle". Lindner adoptierte 1998 mit seinem da- maligen Lebenspartner Michael Link ein russisches Heimkind Daniel, nach der Trennung ist er nun allein- erziehender Vater. (bjö)

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  • 4 SEPTEMBER 2009