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Ziele und Prinzipien des OL

• Standortanpassung: individuell, engräumig, ortsspezifisch


• Einschränkungen für Normierungen und Regelungen (z.B. nicht perfekte geformtes Gemüse)
• Schutz der Vielfalt von Landschaft und Natur
• Aufrechterhaltung der Ökosystemfunktion
• Sparsame Verwendung von Energie- und Rohstoffquellen
• Vermeidung der Anwendung manipulativ einsetzbarer Produktionsmittel
• Verzicht auf Maximalerträge
• Nutzung/Steigerung biologischer Eigenschaften/Prozesse
• Minimierung nachhaltiger Wirkung auf: Erzeuger, Verbraucher, Naturalprodukte, Umwelt

OL: Entwicklung dauerfähiger, klima- und umweltschonender Landbau-Produktionssysteme

Organischer Landbau (von Organisation) – Organisationsprinzip

„Zielgerichtete Organisation des landwirtschaftlichen, weitgehend in sich geschlossenen


„wohlproportionierten“ Betriebsorganismus“ A.Young

Gemischtbetriebskonzept (ist Ideal, von äußeren Bedingungen eingeschränkt)

Organischer Landbau: so weit wie möglich ein fast geschlossenes und integriertes
System/Betriebsorganismus/im OL größere Anpassung an gegebene Standortbedingungen
Idee ist nicht abgeschlossen, sondern nachhaltig ohne viel Zufluss von außen zu wirtschaften

Im Zuge der Industrialisierung der LW starke Ertragssteigerungen (Mechanisierung, Wachstumsregler,


chemischer Pflanzenschutz, Mineraldüngung), in zweiter Hälfte des 20. Jahrh.
Nach WW2 sehr starke Spezialisierung der konventionellen LW, Segregation schafft Probleme, hohe
Spezialisierung > by products (z.B. Gülle) sind Abfall, in sich geschlossener Betriebsorganismus nutzt
diese.

OL sehr stark durch Standort geprägt, da auf bestimmte Betriebsmittel verzichtet wird
OL arbeitet eigentlich immer unter Nährstoffknappheit

Ökologischer, biologischer und organischer Landbau


• Begriffe werden als Synonyme verwendet
• klassifikatorische, qualitative Begriffe
• verweisen auf grundlegende, charakterisierende Schwerpunkte eines Fachgebietes bzw. dessen
besondere Anliegen

Profilierung durch Verzicht, Verzicht ist Leistung


• energiezehrenden, mineralische N-Düngung
• chemisch synthetische Pestizide
• Gentechnik
• (damit indirekt auch auf Maximalerträge)

1/3 der Bevölkerung würde 20% Preisaufschlag für artgerechte Tierhaltung zahlen

Importe von Bio-Waren, Auslagerung von positiven (externen) Effekten

Qualität im OL

Einflussfaktoren auf Qualität


• Witterung (NS, Temperatur und Sonneneinstrahlung)
• Bodenqualität
• Sorte
• Management (Bodenbehandlung, Düngung (N), Beregnung, Pflanzenschutz)
• Nachernteverhalten (Lagerung, Kühlung, Nachreifung)
• Exposittion

Abgrenzung: Produkt- und Prozessqualität


Prozessqualität unumstritten, Produktqualität schwierig, da Effekt des OL durch andere
Einflussfaktoren (s.o.) überlagert wird

Höherer TM Gehalt, wenn kein Kali, Phosphor und N-Dünger

Induzierte Resistenz – Bildung von sekundären Inhaltsstoffen, Induktion dieser Stoffe durch
Schädlingsdruck (wird durch Pestizideinsatz gemindert) z.B. Salicinsäure

Omega 3 Säuren in Bio Milch höher, bedingt durch höheren Raufutteranteil

Tierische Produkte > vorallem Prozessqualität für Konsumenten entscheidend

Allgemeine Fakten Landwirtschaft/OL

Lupine wächst gut auf saurem Boden; gedeiht schlecht schlecht bei hohen pH Werten

Futterleguminosen (Stallmistdüngung) sind Hauptkomponente der Bodenfruchtbarkeit

Oppertunistic cropping – im Zuge des Klimawandels muss LW modifiziert werden, neue Sorten

Köpke: Direktsaat/Verzicht auf Pflug sinnvoll? wenn Pflug Erträge/Bodenfruchtbarkeit erhöht

Weltweit Phosphatreserven sehr limitiert, können bald zu Ende gehen

Rheinische Fruchtfolge: Zuckerrübe – WW – WG


3 Felder-Wirtschaft: 2 Jahre Getreide – 1 Jahr Brache
Verbesserte 3 Felder-Wirtschaft: 2 Jahre Getreide – 1 Jahr Sommerung (Klee, Hackfrucht)

Fußkrankheitserreger mit bedeutendste Krankheitserreger bei Getreide.

Kartoffeln: Ernte 20. Aug. bis 20. Sep.; N-Aufnahme endet schon viel früher, es wird – auch durch
Bodenbearbeitung weiter mineralisiert – Problem

WW um 10 Oktober gedrillt
Winterraps erste Hälfte des August

Integrierter Landbau:
• naturnahe und tierfreundliche LW, Betriebsmittel eingeschränkt
• Ziel: optimaler ökonomischer Ertrag mit minimalen Pflanzenschutz (Thomas)
• Bindeglied zwischen OL und konventioneller LW
• Keine gesetzlich geschützte Begrifflichkeit
• vor allem im Obst-/Gemüsebau gibt es auch Kennzeichnungen, privatrechtlich

(Köpke: „Es macht keinen Sinn über Klimaschaden durch Rinderhaltung zu sprechen, da gewissen
Fläche – ca. 30% der Agrarfläche – nicht anders genutzt werden können.“)

Leguminosen:
• Wichtigste Futterleguminose: Rotklee, Luzernegras
Wichtigste Körnerleguminose: Ackerbohne, Erbse
• Rotklee: starke Ertragseinbuße; nach zwei Jahren gehen Erträge stark zurück ; altersschwach,
Zeit zum Umbruch
• Leguminosen sind sehr empfindliche Kultur
• Leguminosenmüdigkeit: Rotklee muss mindestens 6 Jahre auseinander sein; wenig Info über
Unverträglichkeit zwischen Leguminosenarten

Wichtig für erfolgreichen Leguminosenanbau:


• Boden soll N arm sein, aber sonst nährstoffreich; vor allem Phosphor, Molybdän etc.
• Knöllchenbakterien müssen vorhanden sein – ggf. Saatgut impfen (nach Betriebsumstellung)
• Standortspezifische Arten/Sorten mit hohem Ertragspotential auswählen
• Hoher Ertrag – hohe N2 Fixierung

Bei allen Kulturen (die nicht Leguminosen sind) im OL in unseren Breiten N ertragslimitierender
Faktor; Ausnahme Kartoffeln (Schädlinge, Phytophtera). In Tropen Phosphor, bedingt durch Fehlen
von Stalldüngung (andere Haltungssysteme), ertragslimitierend.

Witterung (Einfluss auf Ertrag)


• Erträge im OL stärker von Witterung beeinflusst; konv. LW hat mehr Möglichleiten zum
Ausgleich.
• Es geht vor allem um N Mineralisierung; z.B. kaltes, feuchtes Frühjahr – schlechte
Mineralisation, in konv. LW wird einfach gedüngt
• Schädlinge, Unkraut und Krankheiten von Witterung abhängig (OL kann nicht so effektiv
reagieren), Witterung beeinflusst auch mögliche Überfahren z.B. Striegeln

Jugendentwicklung/Konkurrenzstark:
• Möhre hat besonders langsame Jugendentwicklung
• Getreide ist Konkurrenzstark, besonders Roggen, hängt mit Wuchshöhe zusammen

Ertragsoptimum – Ertrag, der unter gegebenen Umständen eines Betriebes langfristig erzielt werden
kann

Sonstiges

Nitrofenskandal:
Nitrofen aus DDR Zeiten in Lagerhalle, die zur Lagerung von Bio-Getreide genutzt wurde. Getreide
wurde sehr stark kontaminiert (so stark, dass eine pflanzenbauliche Anwendung auszuschließen war),
schlechtes Krisenmanagement von Naturland, Umsatz vor allem in Supermärkten eingebrochen

Kontaminierung
… durch Abdrift, persistente Pflanzenschutzmittel im Boden, Interaktion mit konv. LW durch z.B.
gemeinsame Maschinennutzung

LSD – last significant difference – Statistik


• Grenzdifferenz: statistische Maßzahl, die signifikante Unterschiede kennzeichnet
• Wenn die Grenzdifferenz überschritten ist, dann gelten Unterschiede als signifikant; wenn
nicht werden Werte statistisch als gleich behandelt (!)
• z.B. Versuch mit zwei Sorten; Ertragsschwankungen innerhalb der Sorten tauchen in Statistik
nicht auf, da sie nicht die Grenzdifferenz überschreiten; nur Unterschiede zwischen den Sorten
werden ausgewiesen, da diese die LSD überschreiten

Geschichte der LW/des OL


Arthur Young 1741 – 1820: The proportioned farm
• Nährstoffkreislauf im Betrieb, Fruchtfolge, Vieh und Pflanzenbau

Adolf Stockard 1845 – Der chemische Ackermann

Albrecht Thaer 1752 – 1828


• Vater der modernen Landbauwissenschaft
• Begründer des modernen Acker- und Pflanzenbaus
• aus Niedersachsen, Forschungsstation in Brandenburg
• Hauptwerk: Grundsätze der rationellen Landwirthschaft
• Fragen zur Produktivitätssteigerung, Technisierung
• Vater der Fruchtfolgegestaltung
• Landbauwissenschaften waren Erfahrungswissenschaften (Beobachtungen ausgewertet,
Empfehlungen abgeleitet)

Carl von Wulffen – 1785 – 1853


• Thaer weiterentwickelt
• Lehre vom Gelichgewicht zwischen Nährstoffentzug und Nährstoffzufuhr
• 3 Faktoren beeinflussen Ernteerträge:
• Reichtum: nicht pflanzenverfügbare Nährstoffe
• Fruchtbarkeit: pflanzenverfügbare Nährstoffe
• Tätigkeit: Verwitterung, Mineralisierung (Überführen des Reichtums in
Fruchtbarkeit)
• Statisches Ertragsgesetz: Ertrag = T * R
• Das was durch Ernte entnommen wird, muss durch Düngung ersetzt werden
→ Fließgleichgewicht

Carl Philipp Sprengel 1787 – 1859


• Schüler von Thaer
• Begründer der Mineralstofftheorie, Gesetz vom Minimum (Tonne)

Justus von Liebig 1803 – 1873


• hat Rückführung von Stoffen, die sonst aus Betriebsorganismus herausgehen, gefordert
• nach Liebig Organismus allein aus Materie nicht erklärbar
• war der Meinung, N müsse nicht gedüngt werden, genug im Boden
• Liebig-Düngung: Kalium/Phosphor

Albert Schultz (1831 – 1899)


• Anwender der Liebigdüngung
• Versuchsbetrieb in Altmarkt, schlechter Standort – im Zuge des technischen Fortschritt Erträge
gesteigert
• Dampflugeinsatz – scheinbar Bodenfruchtbarkeit gesteigert

1910: BASF meldet Patent auf Stickstofffixierung/Haber-Bosch-Verfahren an;

20. Jahrhundert
Ehepaar Müller/Hans Peter Rusch – auf sie geht organisch-biologischer Landbau zurück
Sir Albert Howard - „Mein landwirtschaftliches Testament“40er Jahre, Kompostgestaltung (Indien)
Raoul F. Francé – OL in Frankreich
Rudolf Steiner

OL keine Erfindung der Wissenschaft, hat sich aus Praxis heraus entwickelt, erst später Optimierung
durch Wissenschaft
Entwicklung des OL, Daten und Fakten

Anzahl Ökobetriebe BRD:


18 046 Betriebe (31.12.07) (davon 8.141EU, 9.905 Verband) 4,9 % der Betriebe; Anzahl Betriebe
Verbandsbio seit 2002 recht konstant geblieben

Ökologisch bewirtschaftete Fläche


873.010 ha (31.12.07), 5,3 % der gesamten LNF, insg. 17 Mio. ha LNF
Anstieg 90er Jahre durch Lebensmittelkrisen (BSE etc.)

Bundesländer
• Mit Abstand größte Flächen Bayern, Meck-Pom, Brandenburg (sind aber auch große
Bundesländer), relative größte Ökofläche: Saarland (9,8%) Brandenburg (9,7), Meck-
Pom(8,4)
• im Osten größere Betriebe

NRW
• 2005 – 3,6 %, starker Flächenzuwachs von 2001 auf 2002 (BSE), in NRW 60% der OL LNF
Dauergrünland, Anstieg 2001 zu 80% auch durch Dauergrünland-Flächen
• Höchster Umsatz mit Milch, dann Rindfleisch, dann Hackfrüchte, Druschfrüchte (2005)

Viehbestände im OL
• 81% der Betriebe halten lw Nutztiere, darunter 63% Rinder (davon 45% Milchvieh), 20%
Schweine, 30 % Geflügel

Umsatz Ökobranche BRD


• 2000 – 2 Mrd., 2007 – 5,3 Mrd. (15 % Zuwachs zum Vorjahr)
• ca. 3 % des gesamten Lebensmittelmarktes
• erhöhte Nachfrage durch Importe gedeckt, nicht durch Flächenausdehnung
• LEH gewinnt immer mehr Anteile

Ökolandbau in Europa
• Land mit größtem Ökoflächenanteil Österreich und Schweiz; in Österreich viele traditionelle,
extensive Nutzungsformen, die nicht intensiv bewirtschaftet werden können und leicht
umzustellen sind
• Italien starker Rückgang der Flächen (2001 auf 2004 um 23%), Ausgelöst durch Senken von
ehemals sehr hohen Prämien

Biolandbau weltweit
• Flächenverteilung wird durch Grünlandanteile dominiert (Ozeanien, Europa, LA, Asien)
• Ozeanien: große Flächen 40 % der weltweiten Biofläche, aber nur 0,5% der weltweiten
Biobetriebe
• EU: 21%
• LA: 20%
• Asien: 13%
• Nordamerika: 4 %
• Afrika: 3 %, 19% der weltweiten Biobetrieben, Afrika viel unzertifizierte, aber extensiv
genutzte Fläche

Hauptnutzungsart der LNF im OL ist Dauergrünland > viel Rinderhaltung

Umweltbelastung von moderner LW/indirekt Umweltleistung OL


1. Rückgang wildlebender Pflanzen – und Tierarten
2. Gefährdung des Grundwassers (Nitrat, Pestizide)
3. Bodenbelastung (Verdichtung, Erosion, Stoffbelastung)
4. Belastung der Oberflächengewässer
5. Schadstoffe/Rückstände in Lebensmitteln
6. Belastung der Luft (Lärm, Abgase, Stäube, Pestizide, Geruch)

Gentechnik und OL

Begründung für Ablehnung von GVOs:


• in Mitteleuropa Überproduktion, mangelnde ethnische Begründung
• lineares Denken: in modernen LW (und Medizin etc.), nicht Bekämpfung der Ursachen
sondern der Folgen/Symptome (z.B. Herbizidresistenz)
• hemmungsloser GVOs Einsatz führt zu nicht absehbares/kontrollierbaren Entwicklungen (z.B.
Allergien)

Fragen:
• Allergie durch Verzehr von Lebensmitteln und man weiß nicht mehr welches Gen enthalten,
wie therapieren?
• Folgen von gentechnischen Veränderungen (z.B. Übertragung von Luftstickstofffixierung auf
Weizen…)

(Herbizidresistenz falscher Einstieg der grünen Gentechnik, sonst vielleicht besser aufgenommen)

Gibt Obergrenze für GVO Verunreinigung

80% der Bürger gegen Genfood

EU Verordnung

Neue EU – tritt 1.1.2009 in Kraft


• Inhalte werden verschlankt und vereinfacht (Gefahr von Verwässerung)
• Keine Relevante Änderung der Anhänge 1 – 8
• enthält erstmalig:
o Ziele und Grundsätze des OL
o Kriterien für die Zulassung von Betriebsmitteln; erstmals klare Kriterien für die
Aufnahme von Betriebsmitteln in Positivliste
o Vorschriften für Aquakulturen, Meeresalgen, Hefen und Kellereiwirtschaft

EU Verordnung Nr. 2092/1991


• normative Abgrenzung der beiden konkurrierenden LW-Formen
• lex specialis, Spezialgesetz in Verhältnis zum lebensmittelrechtlichen Irreführungsverbot (wer
Verordnung einhält, betrügt nicht, unabhängig welche Vorstellung Verbraucher mit Bio
verknüpft)
• schützt Verfahrensbezogenheit der Bio-Auslobung (wer nach Verordnung produziert,
produziert Bio)

(Diskrepanz zwischen Verbrauchererwartung und tatsächlicher Leistung)

Aufbau EU Verordnung:
• Verordnungstext
• Anhänge 1-8
• Anhang 2:
o Teil A: Düngemittel und Bodenverbesserer > Positivlisten (was erlaubt ist, in EU –V)
o Teil B: Schädlingsbekämpfungsmittel
o Teil C: Futtermittel

Teil A Düngemittel und Bodenverbesserer:


• Begrenzte Möglichkeit Mineraldünger einzukaufen, muss von Kontrollstelle genehmigt
werden; schwer löslich und aus natürlichen Lagerstätten
• Preis von nicht Wirtschaftsdüngern, die zugelassen sind, sehr hoch – limitiert Einsatz
• Torf für Jungenpflanzenanzucht (Presstöpfe) noch alternativlos, Abbau ökologisch bedenklich
(nicht nachwachsende Ressource, Hochmoore)
• Phosphatdüngung erlaubt, aber nur nach Bodenprobe; bei Versorgungsstufe C, D, E darf nicht
gedüngt werden/nur schwer lösliches Phosphat
• z.B. Stallmist, Torf, Substrat aus Championkulturen, Guano, Fleischmehl, Fischmehl

Teil B: Schädlingsbekämpfungsmittel
• Produkte müssen nach EU Verordnung aber auch nach deutschem Pflanzenschutzrecht
zugelassen sein (Rotenon (Nervengift, aus trop. Leguminose) nach EU erlaubt, in BRD keine
Zulassung)
• Azadirachtin (Samen u. Blätter des Neembaums), Gelantine, Eisendreiphosphat, Schwefel,
Kupfer
• Alle Pflanzenschutzmittel im OL kommen nur auf marginalen Flächen zum Einsatz,
Ackerland und Grünland gar nicht (außer Kartoffel – Azadirachtin, BT gegen Kartoffelkäfer,
Kupfer gegen Phytophtera)
• im Obstbau/Weinbaum Einsatz von Pflanzenschutzmittel am höchsten
• Kupfer umstritten, weil ökotoxikologisch bedenklich, kann ins Wasser gelangen, wird
prinzipiell gut gebunden, Probleme bei Akkumulation

1991 EU Verordnung nur für pflanzliche Produkte, 1999 auch für Tiere erweitert

Kernpunkte der Regelung für Tierhaltung (Leistung des OL im gegensatz zu konv. LW)
• flächengebundene Tierhaltung
• Umstellungsregelung für Betriebe mit Tierhaltung
• Grundsätzliches Verbot der Anbindehaltung (nach Ablauf von Übergangsfristen mit Ausnahme
von Kleinbetrieben für alle Tierhaltungen)
• Fütterung mit ökologischer erzeugten Futtermitteln/ohne Zusatz von Antibiotika und
Leistungsförderern
• Erhaltung der Tiergesundheit vor allem durch Förderung der natürlichen Wiederstandskraft
• höchstmögliche Verbrauchersicherheit durch regelmäßige Kontrollen und Herkunftsnachweis
für ökologisch erzeugte Flächen

Regelung der LW schon auf Bundesebene schwierig, da Bedingungen sehr unterschiedlich; in EU


noch mehr Unterschiede; Verordnung kleinster gemeinsamer Nenner

Dachverbände Ökobranche

Früher AGÖL, nur Erzeuger, `88 gegründet

Heute BÖLW, auch Verarbeiter


• Mitglieder: Verbände und Unternehmen der gesamten Wertschöpfungskette ökologischer
Lebensmittel
• Ziele: Förderung der ökologischen LW; Vertretung gemeinsamer Interessen, Gestaltung der
politischen Rahmenbedingungen
• Aufgaben: Öffentlichkeits-/Lobbyarbeit; Entwicklung einer leistungsfähigen u. krisenfesten
Kommunikationsstruktur; Forum für Begegnung ihrer Akteure

IFOAM – International Federation of organic agriculture movements


 Internationaler Dachverband (Lücke Ziele IFOAM)

ISOFAR – International Society of Agriculture Research


 Schwerpunkt Forschung

Wichtiger Unterschied EG-/Verbandsbio: Kupferanwendung nach EU 6, nach Verband 3 kg


Kupfer/ha*Jahr

Laut EU Verordnung ist Teilumstellung möglich, wenn Betriebsströme, Ernte etc. klar getrennt sind

Kontrolle
Kontrollbehörden (staatlich, bei Landesanstalt jedes Bundeslands) kontrollieren Kontrollstellen,
Kontrollstellen rechenschaftspflichtig

Betriebsumstellung

Voraussetzung für Umstellung ist Beratungsgespräch, Erfassung der sozialen, ökologischen und
ökonomischen Situation des Betriebes; muss auch Möglichkeit beinhalten, dass Umstellung nicht
sinnvoll ist (Ist- und Soll-Zustand)

(drei Säulen der Nachhaltigkeit – ökologisch, sozial, ökonomisch)

Ökologischer Landbau im Spannungsfeld von Ideal und Notwendigkeit


• unverzichtbare Elemente des OL (z.B. EU Ökoverordnung)
• Betriebsideal wird durch Einschränkungen (Standort; Neigungen, Ziele und Werte des
Betriebsleiters) limitiert, dadurch weicht Realsierung von Ideal ab, im Zuge der
Konventionalisierung der Biobranche immer größere Abweichung vom Ideal

Planungsschritte bei der Umstellung


1. Abklärung in der Betriebsleiterfamilie: Kenntnisse, Neigungen, familieneigene AK
2. Standort des Betriebes: Klima, Boden, Parzellenplanung
3. Inventar bezüglich Maschinen, Geräte, Bauten, Kontingenten (z.B. Milchquote)
4. Tierbesatz, Tierhaltungssysteme, bauliche Maßnahmen, Futterbilanz
5. Fruchtfolgeplanung
6. Wahl der Kulturen
7. Planung der Düngung (Hofdünger)
8. Wahl der Produktionsverfahren (Mechanisierung, Pflanzenschutz)
9. Arbeitsbedarf und Angebot
10. Vermarktung, administrativer Aufwand, Zuschussmöglichkeiten
11. Wirtschaftliche Erfolgsrechnung (DB, Strukturkosten, Gewinn-/Verlustrechnung)
12. Investitionsbedarf, Liquidität abklären, Kreditmöglichkeiten

Betriebsanalyse, Beschreiben des Ist-Zustandes (vor Umstellung)


1. Schlagerhebungen, Schlaggeschichte
2. Wachstums-Bonituren (Erhebung von pflanzlichen Merkmalen), Analyse, Messungen
3. Witterung/Klima
4. Arbeits-/Sozialstruktur
5. Faktorausstattung
6. Tierhaltung
7. Vermarktung
Umstellung nach Demeter
• letzte nicht richtlinienkonforme Maßnahme – 1 Jahr richtliniengemäß bio-dyn
• 2 Jahre unter Label „Umstellung auf Demeter“
• nach 3 Jahren Vollanerkennung

Umstellung nach Bioland (auch EG – Ökoverordnung)


• letzte nicht richtlinienkonforme Maßnahme – 1 Jahr richtliniengemäß biologisch – organisch
• 1 Jahre mit Label „Bioland aus Umstellung“)
• Nach 2 Jahren Vollanerkennung, Dauerkulturen 1 Jahr länger Umstellung (also nach 3 Jahren)

Umstellungsprämien
• Umstellungs- und Beibehaltungsprämien
• Prämien aufgeteilt in: 1 -2 Jahre, 3 – 5 Jahr, ab 6 Jahr
• Länder z.T. keine spezielle Umstellungsprämie mehr (Umstellungsp. = Beibehaltungsprämie)
• Aufteilung nach Kultur (Grünland, Dauerkulturen, etc.), flächenbezogen
• In fast allen Bundesländern gehen Prämien zurück

Fördersätze in NRW 2007 bis 2013 für ökologische Anbauverfahren in Euro/ha


ab 6. Jahr
Kulturart 1.-2. Jahr 3. -5. Jahr
(Beibehaltung)

Ackerland 262 137 137


Grünland 262 137 137
Gemüse, Zierpflanzen 693 271 271
Dauerkultur, Baumschule 1107 662 662
Unterglasfläche 5500 4500 3500
35 Euro/ha bis max. 525 Euro pro Betrieb Öko-Kontrollkostenzuschuss

Organische Bodensubstanz

Uneinheitliche Definition

Def.: Zur organische Substanz im Boden gehören alle im und auf dem Boden befindlichen,
abgestorbenen pflanzliche, tierische und mikrobielle Stoffe und deren organischen
Umwandlungsprodukte (nach manchen Definitionen umfasst organische Substanz im Boden auch
lebende org. Bodensubstanz = Edaphon)

Humus – abgestorbene organische Substanz im Boden


z.T. nochmal unterschieden in „frische tote“ org. Substanz und Umwandlungsprodukte. Oft Begriff
Humus nur für nicht mineralisierten Teil verwendet (durch Humifizierung, schwer abbaubare
Komponenten)

Mineralisierung – vollständiger Abbau von (leicht abbaubaren) Substanzen; Endprodukte der


Mineralisierung sind CO2 und Ammonium; dabei werden auch Mineralien und Spurenelemente zur
Verfügung gestellt.
Mineralisation/Umsetzung stellt letztendlich die Nahrung für die Pflanzen bereit!

Humifizierung - beschreibt den Umbau dieser Substanzen zu höherwertigen Humuskomponenten


(Huminstoffe - hochmolekulare Stoffe mit einer uneinheitliche (amorphe), makromolekulare Struktur).

Humuspflege im Ol:
Zielgerichtete Mehrung und Erhaltung organischer Bodensubstanz bei möglichst hoher mikrobieller
Aktivität und Effizienz des Stoffumsatzes auf Basis vorwiegend innerbetrieblich erzeugter organischer
Primärsubstanz.

Stoffumsatz > Stoffaufbau/Stoffabbau

Angestrebte positive Effekte der organischen Bodensubstanz und seiner Metabolite (Zwischen-
produkte) im Boden → Ziel Humuspflege

→Sie verbessert physikalische, chemische und biologische Prozesse im Boden.

Schaffung und Erhaltung günstigen Bodengefüges/-bedingung, dadurch:


• Höhere Wasserkapazität(nicht zu hoch, sonst kein Gasaustausch), dennoch:
• Höherer Gasaustausch/Anteil luftführender Poren (steigert biologische Aktivität des Bodens)
• Höhere Sorptionskapazität/Kationen Austausch (durch Humine/Huminsäure)
• Nährstoff-Kinetik: Freisetzung und kontinuierliche Anlieferung von Pflanzennährstoffen
(insbes. C, N, P, S; Mikronährstoffe)

→ Organische Substanz erhöht weniger die Nährstoffkapazität, wirkt auf die Kontinuität.

Effekte organische Düngung


• Direkte Wirkung oder Düngeeffekte, die als Düngeräquivalente mineralischer N-Düngung
gemessen werden können/direkter Effekt durch org. Düngung/Erntereste sind geringer als bei
mineralischem Dünger (!!Düngeräquivalenz errechnet sich auf N-Gehalt, in Stallmist wird
aber nur 10 bis 20% N Ausgenutzt, Rest langsam freigesetzt, org. gebunden)
• Indirekte Einflüsse über den Humus, der Verbesserung der physikalischen, chemischen und
biologischen Kenngrößen des Bodens beinhalten kann.

Boden in komplexes System der vier Sphären eingebunden:


1. Lithosphäre – Ausgangsgestein
2. Biosphäre – Bodenorganismen, postmortale organische Substanzen
3. Atmosphären – Bodenluft
4. Hydrosphäre – Bodenwasser

Bodenbildung (Pedogenese) – Veränderung der Lithosphäre durch die Wirkungen der Biosphäre,
Atmosphäre und Hydrosphäre

Je weniger N im Boden, desto mehr schon organische Substanz abgebaut

ÜBUNG: Organische Bodensubstanz S.9


C and N content of Ap-horizon as influenced by changing the cropping system
• Corg = Humusgehalt (Umrechnungsfaktor)
• die Diagramme vergleichen sowohl den C-Gehalt als auch den N-Gehalt dreier Anbausystem
über einen Zeitraum von ca. 15 Jahren
• 3 Anbausysteme: 25% Futterbau und Stallmist, 50% Zwischenfrüchte, Einarbeitung von
Ernterückständen
• Ernterückstände: N sinkt, C sinkt aber bleibt ab gewissen Wert konstant/nur Einarbeitung der
Ernterückstände ist nicht ausreichend um Humusbilanz aufrechtzuerhalten
• Zwischenfrüchte: kein positiver Effekt auf C, weil junges frisches Material wenig Lignin
enthält/schnell abggebaut wird, kein nachhaltiger Humusaufbau
• durch Futterbau und Stallmist steigt sowohl N als auch C Gehalt

Kritik:
• Y-Achse gestaucht, Veränderungen nicht so signifikant
• Ungenaue Angaben über Anbausysteme (Welche Zwischenfrüchte, welche Kulturen…)
• Grundsätzlich fraglich, wie praxisrelevant Ergebnisse sind; so könnte z.B. in kon. LW der
sinkende N Gehalt leicht mit N Dünger ausgeglichen werden

0,1 – 0,15% N in Böden unserer Breiten


1,4 % C in unseren Böden → x 1,57 = Humusgehalt

Durch Umbruch von Grünland wird organische Substanz abgebaut; dies führt zu Freisetzung von
Ammonium. Dies oxidiert entweder zu Nitrat oder z.T. durch Tonminerale fixiert. Nach
Grünlandumbruch durch Sauerstoff Mineralisierungsschub/N Freisetzung

Bodenbearbeitung > Bewegung, Durchlüftung des Bodens > erhöhter Abbau von organischer
Substanz/Mineralisierung, die z.T. Pflanzen verfügbar gemacht wird und z.T. durch Ernte abgeführt
wird

Bodenruhe (Umbruch von Ackerland zu Grünland) Aufbau von organischer Substanz, Erhöhung des
N-Gehaltes.

Übung: Organische Bodensubstanz S.12


N-fertilization to potatoes necessary for maximum yield tuber
• Auf der X-Achse sind verschiedene Bodenqualitäten abgebildet, auf der Y-Achse N Düngung
in kg/ha
• Das Diagramm zeigt auf, wie viel N Düngung zum maximalen Ertrag vorgenommen werden
musste, dabei werden zwei verschiedene Anbausysteme und verschiedene Bodenqualitäten
betrachtet
• Ploughed ley – mehrjähriger Kleegrasumbruch, arable croping – permanenter Ackerbau
• Je besser die Bodenstruktur, desto weniger N Düngung ist nötig
• Bei Anbausystem ploughed ley ist der N-Bedarf niedriger (außer bei schlechterer
Bodenstruktur, hohe Abweichung, erstmal nicht erklärbar, vielleicht Witterungsbedingt; lay
farming – hoher Wasserverbrauch, kann sich negativ auswirken)
• Kritik: geringer Stichprobenumfang, zu wenig Hintergrundinformationen, Abweichungen
nicht eindeutig (s.o. Trockenheit) erklärbar
• Starke Mineralisation nach Grünlandumbruch – weniger N nötig
• Könnte man auch auf FF beziehen; Kleegras als Vorfrucht – positiver Effekt auf Nachfrucht,
hieße für OL höhere Erträge (da man ja nicht zum Ausgleich N düngen kann)

Vergleich von Strohabbau (organische Substanz im Boden) bei Getreidefruchtfolge und Fruchtfolge
mit Hackfrucht und Brache > langsamerer Abbau von Stroh bei Getreide, weil weniger
Bodenbearbeitung als bei Hackfrüchten (org.BS, S.13 o)

Je enger das C/N Verhältnis, desto schneller werden Erntereste abgebaut (org. BS, S.13 u)

Diagramm: Organische Bodensubstanz S. 14 o


Decomposition curves
• Das Diagramm zeigt, wie schnell verschiedene Stoffe abgebaut werden
• Auf der Ordinate verbleibender Prozentsatz dieser Stoffe – logarithmische Ordinate, sonst
Abbauverläufe nicht als Gerade darstellbar;
• S-Kurve (Summe aller Abbauraten) verläuft unterhalb der M-Kurve (Messung des Abbaus
dieser Stoffe im Boden); nicht nur chemische Zusammensetzung sondern auch Anordnung
entscheidet über Abbaugeschwindigkeit (z.B. müssen erst Zellwände abgebaut werden, bevor
Zellinnenräume abgebaut werden können)

Diagramm: Organische Bodensubstanz S.14 u schwierig


Soil organic matter: Decay, accumulation and turnover
• Auf der X-Achse ist er Zeitverlauf nach erstmaliger Ausbringung von org. Substanz
abgebildet, auf der Y-Achse befinden sich Prozentabgaben. Dabei sind 100% die Menge an C,
die jährlich ausgebracht wird.
• Ein großer Anteil der org. Substanz wird abgebaut, aber es verbleiben nicht abgebauter Anteil
im Boden (z.B. nach einem Jahr: 60% abgebaut, 40% verbleibend)
• Bei weiteren C Gaben in Folgejahren, Addition vom Rest von Vorjahren und neuen Gaben
• Der jährliche Umsatz (turnover = Abbau) nimmt zu bis zu 100%, d.h. der Zuwachs durch C
Gaben entspricht dem Abbau; jährlicher Umsatz nimmt zu, da immer mehr „altes C“ im
Boden ist, das in den folgenden Jahren abgebaut wird abgebaut wird
• Humusgehalt nicht unendlich steigerbar(nicht linear), es stellt sich Fließgleichgewicht ein
• Im Equilibrium wird die jährlich die gleiche Menge abgebaut wie appliziert

C/N Verhältnis

C/N- Verhältnis: Bakterien mineralisieren organ. Substanz ( Abbau ) und sorgen für die Entstehung
pflanzenverfügbarer Nährstoffe. Bei einem weiteren C/N Verhältnis als 25/1 fehlt den Bakterien, der
für den Aufbau ihres körpereigenen Eiweißes nötige Stickstoff.

Das C/N-Verhältnis bezieht sich auf die bioverfügbaren Anteile von Kohlenstoff (C) und Stickstoff (N)
in Pflanzen und im Boden und stellt einen Indikator für dessen Fruchtbarkeit dar. Das Verhältnis von
Kohlenstoff zu Stickstoff im Boden lässt auf die Verfügbarkeit von Stickstoff im Boden schließen.
Je kleiner die Zahl, desto enger ist das C/N-Verhältnis und umso besser ist die Stickstoffverfügbarkeit.
Des Weiteren kann über dieses Verhältnis ebenso der Humifizierungsgrad des organischen Materials
bestimmt werden. Bei der Zersetzung wird nämlich CO2 freigesetzt und N zum großen Teil in die
mikrobielle Biomasse eingebaut. Dadurch wird das C/N-Verhältnis enger was wiederum für eine
fortgeschrittenen Humifizierung spricht. Ebenso ist je nach Humusart das C/N-Verhältnis
unterschiedlich.

Mikroorganismen haben in ihrer Biomasse ein C/N Verhältnis von 8/1, bis Verhältnis von 24/1 kann
organische Substanz von Mikroorgansimen ohne N Zugabe verarbeitet werden. 2/3 des C wird direkt
veratmet, 1/3 wird in die Biomasse eingebaut.

Übung: Organische Bodensubstanz S.15 u


Disposition of organic residues in soil
• organische Substanz, die Boden zugefügt wird, teil sich folgendermaßen auf:
o 60-80 % CO2 Bildung (Mineralisation)
o 3 – 8 % Edaphon (Bodenleben)
o 15 – 35% Humus
 3 – 8 % nicht Humin-Bestandteile
 10 – 30 % komplexe Humin-Bestandteile

Diagramm: org. BS, S.27 U


Temporary equilibrium between production and decay of soil organic matter as a function of the
cropping system
• X-Achse Ausgangs C Gehalt, Y – Achse Änderung im Zeitraum von 1956 bis 1981
• Höhe des Humus Gleichgewichts abhängig von Nutzung, Kleegras höchstes
Humusgleichgewicht, Brache niedrigstes
• z.B. z.B. Brache nehmen die hohen Humusausgangsgehalte ab und Gleichgewicht stellt sich
bei 1,8 % ein; bei grass/clover nehmen die geringen Ausgangsgehalte zu und erst bei einem
Ausgangsgehalt von 2.5 käme es zu einem sofortigen Gelichgewicht
• Abhängigkeit der Änderung des C Gehalts (ob es zu Humusaufbau oder Abbau kommt) vom
Ausgangsgehalt und vom Anbausystem

Allgemein zum Thema organische Bodensubstanz


Temperatur und Feuchte sind die Haupteinflussfaktoren für Umsetzungen organischer Substanz im
Boden.
Humusgehalt wird beeinflusst von Bodennutzung, Klima, Feuchtigkeit, Pflanzenwuchs und Bodenart.

Je höher der Humusgehalt desto höher die Kationenaustauschkapazität, aber stark beeinflusst durch
pH Wert (je saurer, desto niedrigere Kationen-Austausch-Kapazität).

Schlechte Humusbilanz kann in konv. LW durch mineralischen Stickstoffdünger ausgeglichen werden

Bodenkenngrößen (z.B. pH, Porenvolumen) müssen bekannt sein, um Ertragspotential abzuschätzen

Je weniger N im Boden, desto mehr schon organische Substanz abgebaut

Auch Gülle hat positive Wirkung auf Humus, Stallmist (Strohanteil > Lignin) bessere Humifizierung
als Gülle, in Gülle mehr Ammonium > Verfügbarkeit von N höher

Vergleich Humusgehalt: keine Düngung vs. Mineraldünger, bei Mineraldünger steigt Humusgehalt,
weil Erträge steigen und so mehr organische Substanz (Ernterückstände) bleiben.
Bei Stallmist Humusgehalte höher als bei Mineraldünger, diese Steigerung auf positive Wirkung des
Stallmists zurückzuführen, nicht auf Ertragssteigerung. (org. BS, S.17 u)

Vergleich Mineraldüngung allein vs. organische Düngung: organische Düngung – verbesserte


Nährstoffaufnahme, -effizienz und Erträge, Verhinderung des Ertragsabfalls bei Überdüngung (org-
BS, S. 18 u)

Bei Aussetzen der Stalldüngung sinkt der Humusgehalt langsam ab, positive Effekte sind noch über
Jahrzehnte vorhanden (org. BS, S. 19 o).

Verschiedene organische Substanzen werden nach folgenden Kriterien bewertet: Erhaltungskoeffizient


(wie viel übrigbleibt/Umgesetzt wird), Humusanreicherung, Dauer bis Humusgleichgewicht erreicht
ist.
Stärker abgebaute Stoffe wie Torf oder Erdkompost haben höhere Erhaltungskoeffizienten (sind
schwerer abbaubar; leicht abbaubare Komponenten sind bereits umgesetzt – Mineralisation - z.B. im
Komposthaufen, bestehen nun vor allem aus stabiler org. Substanz, die schwer verrottet) weil sie
schon so stark abgebaut sind. (org. BS, S.20 o)

Nicht nur org. Düngung Einfluss auf Humusgehalt, sondern auch andere Faktoren wie z.B. Fruchtfolge
(unterschiedliche org. Substanz, die im Boden zurück bleibt, unterschiedliche Bodenbearbeitung).

Org. Substanz, S.22 o: je höher Humusgehalt (je enger C/N-Verhältnis, C/N Verhältnis ändert sich nur
marginal) im Boden; desto höher Ausgangserträge ohne N Düngung und desto geringere Ertrags-
steigerungen durch N-Düngung möglich

Je höher Humusgehalt (je extensiver System), desto höher Anteil der mikrobiellen Biomasse (org. BS,
S.23 O)

In Abhängigkeit von Anbausystem variieren die C und N Gehalte im Boden, aber C/N Verhältnis bei
verschiedener Bodennutzung relativ konstant (org. BS, S. 23 U)

Mineralisation (N-Freisetzung) beginnt bei 5° C und nimmt mit steigenden Temperaturen zu. Kaltes,
nasses Frühjahr > N-Mangel (z.B. für Getreide) > Unkrautdruck durch Arten, z.B. Rauhaarige Wicke,
die durch Luftstickstofffixierung an N-Mangel im Boden angepasst sind.

Biobetriebe sollten positive Wirkung von Kleegras nutzen; keine vergleichbare humusaufbauende
Kultur. Problem mit Verwertung von Kleegras, wenn keine Tierhaltung.
Im org. Landbau ist mehr CO2 fixiert, da höhere Humusgehalte und damit mehr C org im Boden
(Differenz 7,5 t/ha C – Differenz C, nicht CO2)

Stallmist: 0,5 % N in Frischmasse, 2 % in TM; Ausnutzungsrate Stallmist N ca. 10 % (max. 20%), da


N oft in organischer Form > langsam freigesetzt
Mineralische N-Düngung: ca. 50 oder 90 % Ausnutzungsrate

Kompostierung

Ist ein vom Menschen eingeleiteter und durch veränderte Umweltverhältnisse beeinflusster aerober
Prozess des Ab- und Umbaus organsicher Substanzen unter Einwirkung von Bodenflora und –fauna;
als dessen Endprodukte werden spezifische, hochmolekulare Verbindungen aufgebaut.

• Organische Düngung – Stallmist, frisch aus Stall


• Kompostierung – Lagerung, Umwälzung
• Phasen der Kompostentwicklung: Mesophile Phase, Thermophile Phase, Abkühlungsphase,
Reife
• Phasen durch unterschiedliche pH Werte und Temperaturen (Spitze 65 Grad) gekennzeichnet
• Anstieg des pH Wert im Reifungsprozess, bedingt durch Ammoniumbildung

ROS – reproduktionswirksame organische Substanz

Ct- und Nt-Gehalt eng korreliert, Humusbilanz eng mit N-Bilanz korreliert

Humusbilanzierung

Def.: Gegenüberstellung von humusmehrenden und humuszehrenden Prozessen, Saldobildung

ROS-Methode – Asmus & Herrmann 1977


• 1 t Stallmist (organische) TS = 1 ROS Einheit
• verschiedene Kulturen haben – je nachdem ob sie humusmehrend oder humuszehrend sind –
positives oder negatives Vorzeichen
• der Zahlenwert repräsentiert die Menge an TM Stallmist in t oder dt, die dem Humusverlust
bzw. der Humusmehrung entspricht
• für einzelne Kulturen variieren die Werte in Abhängigkeit von der Bodenart

• verschiedene organische Dünger müssen in ROS umgerechnet werden, dafür gibt es Faktoren
die Anteil ROS an organischer TS der verschiedenen Dünger ermitteln
• dafür wird bei den verschieden Düngern die TS bestimmt und von dieser noch der Anteil
mineralischer TS abgezogen, um den relevanten Anteil an organischer TS zu erhalten

HE – Leithold & Hülsberg 1998


• HE – Humuseinheit 1 t Humus (580 kg C + 50 kg N)
• Unterscheidung zwischen OL und integriertem Landbau
• Extra Werte für OL, die von einem höherem Humusbedarf ausgehen

VDLUFA (Verband Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten) 2004


• Humusäquivalent = 1 kg Humus-C

1 HE > 0,35 ROS (Humifizierungsrate Stallmist 35%)


(Humifizierungsrate =Humifizierungskoeffizient ??)
Humusäquivalent: 1 t ROS = 200 kg Humus C
1 HE = 580 kg Humus C

Humuszufuhr - Humusabbau = Humussaldo


Reproduktionsleistung Anbauspezifisch, Wirkung der Veränderung der
organischer Substanzen; Fruchtarten( Wurzelmasse, Humusvorräte des Boden
Menge und Qualität der Rhizodeposition)
organischen Primärsubstanzen Und der
Anbauverfahren(Bodenbearbeitung
)

Rottemistanfall FM = (Futter TM (kg)/2 + Einstreu (kg)) * 4 * Stalltage * Rotteverlustfaktor * GVE


(*4 um von TM auf Frischmasse zu kommen)

Bewertungsverfahren des Humussaldo

• unterschiedliche Verfahren führen zu unterschiedlicher Einschätzung des Humusgehaltes


• für VDLUFA (siehe unten) gibt es andere Einteilung für die Gruppen (Wechsel auf hohe
Versorgungsstufe später)
• Unsicherheit bei Berechnungsverfahren, VDLUFA führt eher zum Humusabbau auf Dauer,
liefert positiveres/höheres Humussaldo

Diagramm: ROS S.11 o/u & S.12 o


Humus reproduction in Rottersleben
• Anbausystem wurde zu verändert; weniger intensive Humuszehrer und mehr Leguminosen
(Humusmehrer) > ROS Brutto Bedarf geht zurück und Humusmehrer stellen mehr ROS zu
Verfügung
• Dadurch und durch eine höhere Stallmistdüngung entwickelte sich aus einem Humusdefizit
eine Humusmehrung

Abbildung: ROS S. 13 u
Production of dry matter and of farm yard manure, balance of nitrogen and of soil organic
matter
• In der rechten Spalte errechnet sich durch die verschiedenen ROS Werte der Kulturen der
Humusbedarf in ROS von -1.1
• -1.1 ROS : 0.2 (Umrechnungfaktor Dünger > ROS) = 5.5 t FYM/ha
• Berechnung von Futter und Einstreu pro GVE und Tag
• Berechnung von FYM pro GVE: 7.56 t
• Bedarf – Produktion = Überschuss (7.56 – 5.5 = 2.06)
Fruchtfolge

Fruchtfolgeplanung auf Grund der ökologischen, sozialen und ökonomischen Situation des
Betriebes.
Ökonomische Aspekte: Faktorausstattung des Betriebs, Preise, Löhne, Märkte, Technik, Sozial- und
Infrastruktur

Grundprinzipien der Fruchtfolgeplanung im Organischen Landbau


• Fruchtartenvielfalt ist wirksames Mittel zur Nutzung selbstregelnder Kräfte und Prozesse im
Agrarökosystem
• Ertragssicherung geht vor Ertragsmaximierung
• Gestaltung Fruchtfolge und Fruchtartenverhältnis ist die flächenwirksamste, billigste und
umweltschonendste Maßnahme
 Die Fruchtfolge ist Kernstück der Organisation des landwirtschaftlichen Betriebes, der OL ist
auf die Fruchtfolge angewiesen

Fruchtfolgeoptionen müssen überprüft werden auf:


• Stickstoffbilanz – z.B. durch Fabaceen-Anteil
• Futterbilanz – z.B. Feldfutteranteil, Strohbedarf
• Humusbilanz – z.B. Hackfruchtanteil

Fruchtfolgeplanung – Grundsätze:
• N-Zufuhr durch Leguminosenanteil zentral – N das abgeführt wird (Verkauf etc.) muss durch
Leguminosen wieder in Hoforganismus
• Stickstoffbilanzausgleich bestimmt Leguminosenanteil
• Hauptproduktionsrichtung gibt Fruchtfolgeplanungsziel & Kulturartenspektrum vor
• Futterration bestimmt Feldfutteranteil & betriebseigene Kraftfuttererzeugung vor
• Strohbilanzausgleich (Einstreubedarf) ist abhängig von Getreideanteil; Strohbedarf durch
Tierbestand wird schwächer berücksichtigt als Futterbedarf ????
• Humusbilanzausgleich bestimmt Hackfruchtanteil (ausgleichend Stallmist, Anteil Grünland)
• Anteil Sommerfrüchte bestimmt Winterzwischenfruchtanbau und umgekehrt
• Standortbedingtes Nitrataustrags- & Bodenerosionspotential bestimmt Anbau von
Problemkulturen (z.B. Kartoffeln und Mais)
• Problemverunkrautung bestimmt
o „Hack“frucht
o Verhältnis Winterung zu Sommerung
o Stoppelbearbeitung statt Untersaat

Planungsschritte
1. Wahl des geeigneten Anbauflächenverhältnis
2. Wahl der geeigneten Fruchtfolge

Gruppierung der Fruchtarten nach fruchtfolgetechnischen Gesichtspunkten

Halmfrüchte:
Sommerung – Sommergetreide, Buchweizen, Hirse
Winterung - Wintergetreide

Blattfrüchte:
Extensivblattfrucht – Feldrauhfutterbau, Druschleguminosen, Brache, Grünfutterhauptfrucht
Intensivblattfrucht – Hackfrüchte einschl. Feldgemüse, Öl- und Faserpflanzen,
Sonderkulturen, Gras-, Klee- und Gemüsesamen
Der landwirtschaftliche Betrieb im Spannungsfeld zwischen differenzierenden und
integrierenden Kräften
• Ökonomie, Ausbildung, Markt und Technik sind integrierende/spezialisierende Kräfte
• FF ist differenzierende Kraft

Terminologie

Fruchtfolge – Legt zeitliche Aufeinanderfolge und regelmäßige Wiederkehr auf den gleichen
Ackerstücken (Schlägen) fest.

Anbauverhältnis – Welche Kulturen gibt es in welchem Verhältnis/Fläche gleichzeitig auf dem


Betrieb; Betriebsspiegel.

Ackerflächenverhältnis – prozentualer Anteil der einzelnen Feldfrüchte an der Ackerfläche.

Feld – Kleinste Einheit einer Fruchtfolge (abstrahiert). Zu einem Feld können mehrere Ackerstücke
(Schläge) gehören. Das Feld umfasst die im Verlauf eines Jahres angebauten Haupt-, Zweit – und
Zwischenfrüchte mit der gleichen Stellung im FF-Umlauf (=Fruchtfolgegeneration). Felder sollen
möglichst gleich groß sein.

Springschlag – Auf einem Schlag wird für zwei oder drei Jahre die gleiche Kultur (Luzerne) angebaut.
Auf den anderen Schlägen läuft die FF „normal“ weiter; ohne die Kultur auf Springschlag. Dann wird
auf dem nächsten Schlag der Fruchtfolge die betreffende Kultur (Luzerne) angebaut, auf den anderen
Schlägen wiederum die anderen Kulturen der FF.
Schlag 1 Schlag 2 Schlag 3 Schlag 4
1. Jahr Lu SW K WR
2. Jahr Lu K WR SW
3. Jahr Lu WR SW K
4. Jahr SW Lu K WR
5. Jahr K Lu WR SW
(9 Jahre bis wieder LU auf Schlag 1 angebaut wird)

Buntschlag – Feld einer FF, belegt mit mehreren ähnlichen Früchten; wenn man Früchten nicht so viel
„Platz“ in FF einräumen will.

Monokultur (Selbstfolge) – Kontinuierlicher Anbau derselben Frucht auf demselben Schlag.

Hauptfrüchte (HF)– Nehmen größten Teil der Hauptvegetationsperiode eines Ackerstückes ein.

Zweitfrucht – Zweite Verkaufsfrucht innerhalb eines Vegetationsjahres, lässt praktisch vollen Ertrag
erwirtschaften z.B. Feldsalat, Feldrübe, versch. Gemüse

Zwischenfrucht (ZF) – Zwischen zwei Hauptfrüchten angebaute Kultur, noch kürzere Periode als
Zweitfrüchte (Winter ZF (Senf), Stoppelfrüchte, Untersaaten)

Fruchtfolgeglied – Gemeinschaft von tragenden und abtragenden Feldfrüchten (je 1 Fruchtwechsel)

Tragende Früchte – mehren das Nährstoffangebot für die Folgefrucht (Hackfrüchte, Leguminosen)

Abtragende Früchte – mindern Nährstoffangebot für nachfolgende Kulturen (Halmfrucht)

Fruchtwechselwirtschaft – Rotation von Fruchtwechselgliedern

Jede Nachfrucht einer Kultur ist auch gleichzeitig Vorfrucht der folgenden Kultur.
Bodennutzungssystem – Langfristige, durch bestimmte Merkmale gekennzeichnete Struktur der
Feldwirtschaft – Folge der Gesamtheit aller Eingriffe des Landwirtes zum Zwecke der pflanzlichen
Erzeugung, eingebettet in das Agrarökosystem.

Nutzarten (Bodennutzungssysteme)
Feldwirtschaft (Ackerbau) – Anbau kurzlebiger Feldfrüchte
Feldgraswirtschaft – Anbau mehrjähriger Futterpflanzen in Kombination mit kurzlebigen Feldfrüchten
„Grasjahre/Baujahre“

Fruchtfolgegrundrisse nach Brinkmann

Vierfelder Dreifelder Rh Fruchtwechse Doppelfruchtwec Über-


wirtschaft wirtschaft ein. lwirtschaft hselwirtschaft Fruchtwechse
FF lwirtschaft
Fruchtfol BF BF BF BF BF BF
geglieder HF HF HF HF BF BF
HF HF HF HF HF
HF BF HF BF
HF BF
HF
BF
HF

1. Reguliert Unkrautkonkurrenz – Wechsel zwischen Sommerung und Winterung;


mehrjährige Futterpflanze (Kleegras) unterdrücken in diesem Zeitraum Unkräuter,
Schnittnutzung; unterschiedliche Kulturen mit unterschiedlicher Bodenbearbeitung; vor allem
Wechsel zwischen Halm- und Blattfrucht, da sie unterschiedliche Unkrautspektren haben
2. Kontrolliert Schaderreger – Anbaupausen, ohne Wirt Entwicklungszyklus unterbrochen,
z.B. Nematoden (Zysten- und Wurzelgallennematoden)
3. Reduziert Pathogene – Kombination von Pflanzen, die für ähnliche Krankheiten anfällig
sind, sollen vermieden werden; z.B. Selbstunverträglichkeit Kartoffeln, immer mind. 4 Jahre
Anbaupause wegen Nematodenbefall
4. Mobilisiert Nährstoffe – z.B. bestimmte Lupinenarten machen Phosphor durch
Wurzelausscheidungen pflanzenverfügbar; Nutzung unterschiedlicher Pflanzen mit
unterschiedlichen Wurzelsystemen – so werden Nährstoffe durch z.B. tief wurzelnde Arten
wieder in System aufgenommen (z.B. Luzerne)
5. Minimiert Nährstoffverluste – nach Kultur, wo viel mineralisiert wurde (z.B. Kartoffel),
befinden sich noch viele Nährstoffe im Boden; diese können durch bestimmte
Nachfrüchte/Zwischenfrüchte fixiert werden
6. Sichert Reproduktion der organischen Bodensubstanz – Einbau von Humusmehren in FF,
z.B. Kleegras
7. Optimiert Bodengefüge – Luzerne, tiefwurzelnd schafft Bioporen; lange Bodenruhe bei
mehrjährigem Kleegrasanbau (danach ist auch Mineralisierungspotential hoch)
8. Steigert Bodenfruchtbarkeit – Vorfruchtwirkung der einzelnen Kulturen erhöht
Bodenfruchtbarkeit für Nachfrucht. z.B. Kleegras - Weizen
9. Optimiert Vorfruchtwirkung – Einbau von Kulturen mit guter Vorfruchtwirkung z.B.
Ackerbohne
10. Stabilisiert Ertragssicherheit – durch Witterung werden verschiedene Kulturen
unterschiedlich beeinflusst, Vielseitigkeit streut Risiko, Blattfrüchte/Futterbau gut bei nassem
Sommer
11. Gleicht Arbeit aus – vermeiden von Arbeitsspitzen (z.B. Ernte durch verschiedene Kulturen
zeitlich entzerrt)
12. Kontrolliert Bodenerosion – Pflanzen, die anfällig für Erosion sind (Reihenfrüchte), an
bestimmten Standorten vermeiden/seltener nutzen (Hanglage, Wind) in FF; Zwischenfrüchte
13. Maximiert N2 Fixierung – Leguminosen sind Primärquelle für N; Leistung von
Leguminosen hoch, wenn relativ wenig N im Boden > Stellung in der FF
14. Fördert Biodiversität – mehr Arten und auch mehr Sorten, Standortanpassung der Kulturen
spielt größere Rolle im OL

Diagramm: Fruchtfolge 1, S. 13u


Bodennutzungssysteme: Ausprägung der in ihnen wirkende Selbstregelung und der
kompensierenden Fremndregelung
• Aussagen über verschiedene Anbausysteme im Bezug auf Regelungsintensität, Stabilität
gegenüber Fruchtfolgeschäden und Bodenruhe/Humusreproduktion
• Monokulturen/enge Fruchtfolgen: hohe Regelungsintensitäten, geringe Bodenruhe/
Humusreproduktion, instabil gegenüber Fruchtfolgeschäden
• Wenn keine Hackfrucht in FF > Humusreproduktion/Bodenruhe höher
• Weite Fruchtfolgen (Dauergrünland) – geringe Regelungsintensität, höhere
Bodenruhe/Humusreproduktion, stabiler gegenüber Fruchtfolgeschäden

Flächenunterschiede der verschiedenen Kulturen im OL/konv. LW


• Im OL: weniger Getreide, mehr Hülsenfrüchte, mehr Futterpflanzen, weniger Hackfrüchte
• Weniger Weizen und Gerste, mehr Roggen und Hafer

FF Wiesengut
1. Winterroggen, Untersaat Kleegras
2. Kleegras
3. Kartoffeln
4. Winterweizen, Stoppelsaat Senf
5. Ackerbohnen, Untersaat/Stoppelsaat Senf
6. Sommerweizen

Wirkungen der FF auf verschiedene Schädlingstypen/Krankheiten


Spezifische, nicht mobile (Zystennematoden) Anbauintervall
Unspezifisch, nicht mobil (freilebenden Nematoden) FF/Vorfrucht
Unspezifisch, mobil (Botrytis) Diversität
Spezifisch, mobil (Phytophtera) Anbausystem

Die Gesamtleistung einer Fruchtfolge ist entscheidend, nicht die Leistung der einzelnen Frucht. Im OL
müssen Erträge immer Bezug auf gesamte Fruchtfolge betrachtet werden. Abhängig von der
Platzierung von Kulturen innerhalb der Fruchtfolge fällt auch der Ertrag aus (z.B. Weizenertrag ist
höher, wenn Kultur direkt nach Vorfrucht angebaut wird, als wenn sie z.B. nach anderem Getreide
angebaut wird).

Vorfruchtwirkung von Leguminosen z.B. Kleegras: Es werden hohe Anteile N aufgebaut, aber ist
abhängig von Faktoren wie z.B. Wetter (Auswaschung), ob sie in die nächste Kultur übernommen
werden können.

Fruchtfolgedynamik – FF entwickeln sich weiter, bleiben nicht starr immer gleich

Bedeutung der Fruchtfolge – FF viele Effekte; bei uns wichtigster Effekt N Bereitstellung/ Nährstoff-
management; N im OL ertragslimitierender Faktor; Schädlinge/Krankheiten nur bei Kartoffeln
ertragslimitierend

Ohne Leguminosen keine ausgeglichene N-Bilanz möglich; N-Bilanz ist starken Schwankungen
unterworfen (Auswaschungen, Entgasung); Unsicherheitsfaktor
Bewertung einer FF: monetär oder nach Ertrag. Hoher Durchschnittsertrag angestrebt, aber auch
abhängig von Marktnachfrage bzw. Preisen.

FF ist pflanzenbaulich und ökonomisch nicht gleich zu bewerten, Markt für Produkte muss da sein.
Marktfrüchte werden oft an „günstiger“ Stellung der FF platziert, z.B. Backgetreide nach Kleegras.

Klassische anspruchslose Kultur, die am Ende der FF platziert wird: Hafer (eher als Futtergetreide
verwendet.

Vorfrucht

Direkte Vorfruchtwirkung – alle Auswirkungen der Vorfrucht auf die unmittelbare Nachfrucht

Indirekte Vorfruchtwirkung – Einfluss auf das Ertragsniveau der gesamten Fruchtfolge (schwer zu
quantifizieren, oft erst im Laufe der Fruchtfolge sichtbar)

Vorfruchtwirkungen nach Baeumer

Stofflicher Art
• Wasserentzug (besonders bei Zwischenfrucht)
• Nährstoffentzug

Ernte- und Wurzelrückstände (Humusbilazierung)


• Rückfluss organischer Bodensubstanz
• Mineralisierbarkeit des Kohlenstoffs
• Mineralisierbarkeit des organisch gebundenen N
• Nitrat-Menge im folgenden Frühjahr
• Bodenstruktur
• Bodenbearbeitung

Zeitpunkt/Bedingte Vorfruchtwirkung
• Terminierung von Vorfruchternte und Nachfruchtsaat (Zeitpunkt)
• Zeitpunkt der Grundbodenbearbeitung und Zeitspanne bis Saat

Biotische Vorfruchtwirkungen
• Auf Kulturpflanzen (Bodengebunde Schaderreger)
• Auf Ackerwildpflanzen
• Durchwuchs von Kulturpflanzen
• Allelopathische Effekte z.B. Sonnenblume verhindert Aufkeimen von Unkräutern

Leistung Vorfruch → Trittbrettfolie Leistung Fruchtfolge (im Prinzip gleich)

Vorfrüchte fixieren über bestimmten Zeitraum N, dieser wird durch Gründüngung der nächsten Kultur
zu Verfügung gestellt. Gründüngung als Beitrag zum Humusaufbau nicht überzubewerten, da leicht
Abbaubare Kohlenstoffe.

Bewertung der Vorfrüchte in einer Fruchtfolge – Lücke

Maximaler Anteil der Kulturen in Fruchtfolgen

Getreide 66%
Gerste, Weizen 50 %
Hafer 25 %
Aber z.B. wenn man Weizen und Gerste anbaut, dürfen Weizen und Gerste zusammen nicht
mehr als 50 % ausmachen
Hackfrüchte 50 %
Mais 50 %
Raps, Kartoffel, Rüben, Soja 25 %

Übung: Fruchtfolge 2, S. 6 u.
Ackerbohnen: Vorfruchtwirkung und Düngerstickstoffäquivalenz (konv., guter Boden)
• Düngerstickstoffäquivalenz: Düngermenge, um gleichen Ertrag WW zu erreichen wie bei
Ackerbohnen ohne Düngung: Hafer 108 kg N, Markstammkohl 84
• Wenn Ackerbohner Vorfrucht, mögliche Ertragssteigerung durch N-Düngung geringer als bei
anderen Vorfrüchten
• Um maximalen Ertrag zu erreichen: bei Ackerbohnen noch 61 kg N nötig, bei
Markstammkohl 108 und bei Hafer 124 kg N

Teil der Vorfruchtwirkung wird in nächstes Jahr verschleppt; wenn Vor-Vorfrucht Ackerbohne war,
sind Erträge höher als wenn Vor-Vorfrucht Hafer oder Markstammkohl war.

Übung: Fruchtfolge 2, S. 9 o
Oats: Precrop effects of strategies to reduce soil-nitrate losses in fababeans
• X-Achse: Farbintensität von Haferblättern, je dunkler, desto besser N-Versorgung
Y-Achse: Ertrag Hafer
• Je besser N Versorgung des Hafers, desto höher Erträge
• Bohnen/Getreide, Bohnen/Weidelgras und nur Getreide ungünstige Vorfruchtwirkung
• Bohnen alleine bessere Vorfruchtwirkung, d.h. höhere Erträge (Getreide und Weidelgras wirkt
sich negativ aus)
• Beste Vorfruchtwirkung Bohnen mit Untersaat Senf/Ölrettich ; wahrscheinlich durch geringe
N-Verluste, gutes N-Aneignungspotential, schnellwüchsig, enges C/N-Verhältnis
• Gräser als Untersaat schwierig, große Wurzeldicht im Oberboden → Gras keine Konkurrenz
zur Ackerbohne (AB Erträge bleiben konstant), aber durch Gras entsteht N Export, dieses N
fehlt dann dem Hafer
• (AB mit Untersaat haben bessere N-Fixierung/Auswaschung-Vorbeugung als nur AB, sie
exportieren jedoch N (wie auch immer???) und deswegen sind Erträge niedriger

Trotz negativem N-Flächenbilanzsaldo (mehr N entnehmen als fixiert/zugeführt) beim Anbau von
Leguminosen im Vergleich zu Nicht-Leguminosen können positive Vorfruchtwirkungen entstehen:
• Geringere Nutzung des Nmin Gehaltes im Boden, N-Sparsamkeit
• Höhere Mineralisation nach Leguminosen
 Negatives N-Saldo führt nicht zwangsläufig zu einem negativem N-Vorfruchteffekt

 Gesamtstickstoffvorrat im Boden lässt sich bei Abfuhr gesamter Sprossmasse nicht oder nur
geringfügig erhöhen

Berücksichtige Größe, Aussage und Betrachtungszeitraum des klassischen Deckungsbeitrages


und seiner weiter entwickelten Stufen

Einfacher DB – kurzfristig (eine Vegetationsperiode), Leistung einer Kultur:


Proportionale Marktleistung (Verkaufserlös, Ausgleichszahlung, Spezialkosten)

Erweiterter DB – mittelfristig (Vegetationsperiode + Nachwirkung auf folgende Kultur), Leistung


eines Fruchtfolgefeldes:
Proportionale Marktleistung + Vorfruchtleistung (Lieferung von N und org. Subst. Für Nachfrucht,….)
Fruchtfolge DB – langfristig (gesamte FF), Leistung und Stabilität der gesamten Fruchtfolge:
Proportionale Marktleistung + Vorfruchtleistung + Fruchtfolgeleistung (DB aller Feldfrüchte)

DB Leguminosen: DB der gesamten FF erhöht sich/kann sich erhöhen, wenn man Verkaufsfrucht
durch Leguminose ersetzt, Erträge anderer Kulturen steigen; DB der Leguminosen vor allem durch
positive Vorfruchtleistung für andere Kulturen

Übung: Fruchtfolge 13 u
Optimizing rotation for controlling soil-nitrate
• Nitratgehalt in verschiedenen Bodenschichten über drei Jahre mit unterschiedlichen FF
• Gepunktet: Graslandumbruch – Nitratgehalt steigt im Bonden, WW geht auf und fungiert als
Senke – Nitratgehalt sinkt, WW wird geerntet und WR gesät – Nitratgehalt steigt nach Ernte
(? Oder schon vorher) an und sinkt wieder mit dem Aufgehen des WR
• Bunte Linie: Graslandumbruch im Frühjahr (Nitratpeak wird in nächstes Jahr verschoben) –
Nitrat steigt an – Kartoffel dienen als Senke, Nitrat sinkt ab, Umbruch auf WW (früh gesät) –
Nitrat steigt und WW dient als Senke, Nitrat sinkt wieder
• Wenn spät gesäter WW und Zwischenfrucht nach Kartoffeln: Nitratgehalt steigt nicht so stark
an, Zwischenfrucht hat Senkeneffekt

Übung: Fruchtfolge 2, S. 18 u
Mittlere TM-Erträge aller vergleichbarer Nachfrüchte von vier Fruchtfolgerotationen, jeweils
ohne und mit Leguminosen
• Diagramm zeigt TM Ertrag in Abhängigkeit von verschieden Düngevarianten und
Einsatz/Nicht-Einsatz von Leguminosen
• Vorfruchteffekt der Leguminose bei Mineralischer N Düngung nicht signifikant
• Ohne Stalldung ist Mehrertrag durch N-Düngung signifikant
• Bei Stallmist-Düngung ist PK-Düngung irrelevant, da schon im Stallmist enthalten, bei
Variante ohne Stalldung leichter Anstieg durch PK Düngung
• 200 dt ohne NPK entsprechen organischem Landbau; Leguminosen bringen da einen
Mehrertrag von ca. 20 dt

Erweiterte Kriterien der Sortenwahl bei Getreide

Harvestindex – Anteil des Ertrages, der verkaufsfähige Masse ausmacht z.B. 150 dt
Gesamtsprossmasse davon 50 dt Körner HI = 50/150 = 1/3

Blattflächenindex - der Blattflächenindex ist definiert als Blattfläche pro Bodenoberfläche, BFI = A
(Blatt) / A (Boden) (dimensionslos)

Blattflächendauer – Die Größe der assimilierenden Blattfläche und deren Beständigkeit über die Zeit,
die BFD ist das Integral des BFI über die Zeit

• Konv. Züchtung zielt auf Erhöhung des Harvestindex ab (jährlicher Ertragszuwachs 0,5 bis 1
%) → geringe Teilhabe des OL; Zuchtziele, Selektionskriterien und Standorte für die
Anforderungen des OL ungeeignet
• Züchtung: Photosyntheseleistung kann nicht erhöht werden, Züchtung versucht die
Photosynthese auf ertragsrelevante Teile (Korn) zu konzentrieren (z.B. Zwergsformen)

Pflanzenhöhe/Züchtung
• Große Pflanzen realisieren höhere Bodenbedeckung und höhere Konkurrenzkraft gegenüber
Unkräutern
• Konventioneller Trend geht zum Kurzhalm, zielt auf Erhöhung des Harvst-Index ab, aber im
OL
o Stroh zum Einstreu benötigt
o Bei geringerem Kornertragsniveau kein Einfluss der Strohlänge
o Kurzstrohtypen: geringe Konkurrenzkraft

Ideotypen für den Ökologischen Landbau (Auswahl)


1. Nährsoffaneignung/-effizienz (Wurzelsystemparameter)
2. Ertrag: Harvest Index und CO2-Bindung/-verteilung (Wassernutzungseffizienz/Stroh)
3. Unkrautregulation/Konkurrenzkraft (Sprossmorphologie/-biomasse, Allelopathie)
Konkurrenz gegenüber Unkräutern durch Sprosswachstum und Entwicklungsgeschwindigkeit
geprägt; Frühe Beschattungskraft für OL entscheidend
4. Pflanzengesundheit/Resistenz (Saatgutbürtige Schaderreger)
5. Produktqualität: Ernährungsphysiologische vs. Technologische Qualität

Köpke: „OL braucht eigenes Zuchtprogramm, in konv. LW gibt es gewisse Zuchtziele nicht, weil die
mit ihnen verknüpften Problematiken durch Pestizide unterdrückt werden.“ z.B. Steinbrand

Wachstumsbedingungen im OL limitiert durch begrenzte Nährstoffverfügbarkeit (insbesondere


N)/keine Stickstoff-Teilgaben. Limitationen bei:
• Frühjahrsentwicklung
• Bodenbedeckung
• Bestockung
• Blattflächenindex BFI
• Blattflächendauer BFD
• Wassernutzungseffizienz, WNE (durch langsamere Bestandsentwicklung)
• Lichtausnutzung
• Ökonomischer Ertrag

Wachstumsbedingungen (des Bestandes) durch mechanische Unkrautregulierung beeinflusst:


• Sub-optimale Standraumzumessung (z.B. weite Reihenabstände für Hacke)

Wurzelmorphologie beeinflusst P-Aufnahmekonkurrenz innerhalb der Kultur: je tiefer die


Wurzelmasse und je größer die Überlappung, desto höher ist die P-Aufnahmekonkurrenz

Zuchtmaßnahmen/Zuchtziele zur Unkrautkontrolle (vorbeugende/indirekte Maßnahme):


• Optimierte Verteilung begrenzter Blattfläche
• Planophile Blatthaltung
• Wüchsige Kulturpflanzen/Langstroh

Zuchtziele und morphologische Eigenschaften:


Produktqualität: Backqualität, mikrobiologische Hygiene, Mycotoxine

Krankheitserreger: Mycotoxine, Fusarium, Septoria, Wachsüberzug


 Pflanzenhöhe, Abstand Fahnenblatt zu Ähre, Abstand Fahnenblatt zu F1

Konkurrenzfähigkeit: Beschattungsfähigkeit, Unkrautkonkurrenz


 Blattstellung, Pflanzenmorphologie, Bodenbedeckung, Bodenbearbeitung

Nährstoffaufnahme/-effiziens: Ertragsstärke, N-Effizienz, Ausnutzung, Trockenheitsresistenz


• Wurzeldichte/ länge, Wurzeloberfläche, Wurzeltiefe

Je höher der BFI desto größer ist die relative Beschattung, erst ab einem BFI von 4 bis 5 ist maximale
Beschattung realisiert.
Planophil – kleiner Winkel, waagerechte Blattstellung, höhere Beschattung
Erectophil – großer Winkel, aufrecht stehendes Blatt, geringere Beschattung

Konkurrenzkraft gegenüber Unkraut beeinflusst von: → alle Faktoren negativ mit Unkrautparametern
korreliert
• Kulturpflanzen-Deckungsgrad
• Sprossmasse
• BFI
• Wuchshöhe (je höher, desto mehr Beschattung)
• Lichtinterzeption (viel Blatt zur Photosynthese genutzt, bleibt weniger Licht für Unkraut
über)

Je erectophiler die Blatthaltung, je geringer ist die auftreffende Lichtmenge auf das erste Blatt aber,
desto höher ist die eindringende Lichtmenge auf die darunter liegenden Blätter.
Das Einzelblatt hat somit weniger Licht, aber der Bestand hat bei einer erectophilen Blattstellung mehr
Licht zur Verfügung Die Photosyntheserate auf der Parzelle steigt somit proportional zum Winkel ggü.
dem Horizont, photosyntheserate des einzelnen Blattes sinkt.

Erectophil: für Photosyntheserate günstiger BFI > 3,5


Planophil: für Photosyntheserate günstiger BFI < 3,0

Optimal: Am Anfang der Entwicklung Blätter planophil, später erectophil

Diagramm: Erweiterte Kriterien der Sortenwahl, S.9 o


Kornertrag und % Anteil Maispflanzen ohne Kolben in Abhängigkeit von der Blatthaltung
• Pflanzen unterscheiden sich innerhalb der Sorten nur in der Blatthaltung, sonst alle Merkmale
gleich
• Aufrechte Blatthaltung führt zu höheren Erträgen, da Lichtausnutzung optimiert ist, Pflanzen
ohne Kolben sind bei erectophiler Blatthaltung geringer (50%)
• Wenn Blätter mechanisch manipuliert, ebenfalls Ertragssteigerung wenn alle Blätter aufrecht.
Ertragssteigerung bei nur aufrechten Blättern oberhalb des Kolbens noch größer.
• Planophile Blätter unterhalb des Kolbens günstig > nicht nur Lichtausnutzung sondern auch
Ort spielt Rolle (Blätter planophil nahe am Kolben, kann mehr Licht aufnehmen als
erectophiles Blatt nahe des Kolbens – günstig für Kornertrag ?????)

Diagramm: Erweiterte Kriterien der Sortenwahl, S. 11


Weed ground covering under two winter wheat cultivaters
• planophil/erectophil: weitere Reihen erhöhen Unkrautaufwuchs
• Einfluss des Reihenabstandes ist bei Erectophilen größer
• Planophile haben geringen Unkrautaufwuchs
• Effekt der Erectophilen auf Unkrautdeckung durch Verringerung der Reihenabstände könnte
man auch durch Wahl einer planophilen Sorte erreichen

Diagramm: Erweiterte Kriterien der Sortenwahl, S. 12


Trockenmasse von Lepidum sativum L als Funktion der Gesamtbeschattung
• Erectophile haben geringere Gesamtbeschattung und dadurch einen höheren TM Gehalt/qm
von Unkraut
• Planophile haben größere Beschattung und einen geringeren TM Gehalt/qm von Unkraut
• Marginale Änderung der Gesamtbeschattung führt zum signifikanten Rückgang der Unkräuter

Die Auswirkungen der Morphologie (die Effekte der planophilen Blatthaltung) von unterschiedlichen
Sorten sind bei weitem Reihenabstand wesentlich höher.
Je höher die Absorptionsfähigkeit von Sonneneinstrahlung, desto geringer ist der
Unkrautdeckungsgrad.
Eine höhere Dichte und eine stärkere Bestockung ist nicht auf allen Standorten wichtig aber im OLA
von Vorteil.

Je höher der Kulturdeckungsgrad, desto deutlicher sind Unkräuter unterdrückt.

Wirkung auf verschiedene Unkrautarten:


• Anuelle/bodenbürtige Unkräuter durch Morphologie stark beeinflusst, Beschattungs-
sensibilität ist abhängig von der relativen Wuchshöhe
• Kein Einfluss z.B. Klettenlabkraut, kletternd
Einfluss z.B. Ackerwindhalm

Diagramm: Erweiterte Kriterien der Sortenwahl, S. 22 u


Sprossmorphologie von SW: Beschattungskraft und Unkrautdruck
• Links: PAR die Unkraut zu Verfügung steht; am Anfang hoch und geht zurück mit
Entwicklung des WW Bestandes; Beschattung von langer Sorte nur minimaler größer
• Rechts: Unkrautbiomasse in verschiedenen Entwicklungsstadien. Unkrautbiomasse steigt an,
bei kurzer Sorte signifikant höhere Unkrautbiomasse
• Fazit: kleiner Beschattungsunterschied der Sorten führt zu großem Einfluss auf die
Unkrautbiomasse

Pflanzengesundheit/Resistenz

Je geringer Abstand von Ähre zu Fahnenblatt, desto höher ist Anfälligkeit für Fusarium. Fahnenblatt
ist zum Zeitpunkt der Blüte Sprungbrett für Sporen, durch Einschlag von Regentropfen.

Fusariumbefall und auch DON-Gehalt (Mykotoxinbildung) ist im organischen Landbau nach Aussage
einer Grafik (S.25u) geringer.
Aber Mykotoxingehalt ist primär von Nachernteverhalten abhängig. Fusarium Befall führt nicht
zwangsläufig zu Mykotoxinbildung, Fusariumbefall und Mykotoxinbildung nur schwach korreliert.

Sortenversuch Wiesengut: Ertragsreiche Sorten sind die, die hohe Erträge aufweisen. (Erträge sind
höher, da die Pflanzen resistent sind, S.26 o)

Zuchtziel: Größere Blattflächendauer (BFD)


• BFD bestimmt etwa 50% der Varianz des Kornertrages
 Gesunde Sorten (Blattkrankheiten)
 Sticksoff-Effizienz
 Verlängerte postflorale Phase

Größere Körner im Saatgut


• Größere Körner sind zu größerer Wahrscheinlichkeit gesund, durch Selektion der großen
Körner kann man saatgutbürtigen Krankheiten vorbeugen
• Vorteil großer Körner
o Früher Aufgang
o Größere Wurzellängendichte, größere Wurzeloberfläche
o Wahrscheinlichere Samengesundheit

Unkrautregulierung

Elemente der nicht-chemischen Unkrautkontrolle:

Indirekte Methoden (präventiv, zeitlich vor Aussaat):


• Saatgut und Utensilien säubern
• Fruchtfolge:
o Allelopathie
• Bodenbearbeitung:
o Photocontrol
• Wettbewerb erhöhen:
o Saatgutqualität
o Abstände
 Reihenabstand, Reihenausrichtung
 Saatdichte
• Morphologische Ausbildungen
• Düngung

Direkte Methoden/sekundäre Methoden (Symptome, Maßnahmen im Bestand):


• Mechanische Unkrautkontrolle
• Thermische Unkrautkontrolle
• Biologische Unkrautkontrollen

Verbesserung des Bodengefüges durch…


• Organische Düngung
• Schonende Bodenbearbeitung
• Fruchtfolge
• Verschüttungseffekt
 Beschleunigung des Abbaus von Samen
 Konkurrenzkraft der Kulturpflanzen gestärkt

Energieeinsatz (CO2 Emissionen) und Treibhauseffekt

Verbrauch nicht erneuerbarer Energieressourcen pro Tonne Ertrag bei Treibstoff und Infrastruktur im
organischen Landbau leicht höher, bei Inputmitteln jedoch wesentlich geringer. Insgesamt jedoch
geringer (muss nicht immer so sein).

Im konventionellem Landbau chemische Behandlung die Hauptbehandlungen, im OL Striegel und


Hacken intensiv eingesetzt, die im konv. Landbau nicht eingesetzt werden.

Stoppelbearbeitung (Bodenbearbeitung – Unkraut)

Bestand Ackerkratzdistel:
• am niedrigsten beim Schälen, dann Grubbern (1-2%)
• ohne Stoppelbearbeitung leicht höher 4 %
• ohne Stoppelbearbeitung ohne N Düngung deutlich höher, da Konkurrenzkraft des Bestandes
verringert
• hoher Getreideanteil – starke Zunahme der Ackerkratzsdisteln
• nur Pflügen fördert höchsten Bestand von Ackerkratzdisteln

Bestand Kriech-Quecke:
• Population höher bei höherem Getreideanteil (somit eigentlich Problem der FF-Gestaltung)
• Schälen verringert den Bestand deutlich
• wer fräst vermehrt zuerst die Quecke; durch wiederholtes Fräsen werden die Assimilate die
der einzelnen Pflanze zu Verfügung stehen verringert – irgendwann sterben Pflanzen ab

Ampfer-Bekämpfung:
• Fräsen funktioniert mit Ampfer nicht, da dieser zu viele Assimilate hat
• durch bestimmte Schafrassen gut unter Kontrolle zu kriegen, sie verbeißen Ampfer sehr tief
• Kleegras drängt durch Konkurrenz Ampfer zurück
• Ampfer muss verbrannt werden, nicht auf Mist oder verfüttert – Hofhygiene, indirekte
Maßnahme

Keine Standards, spezifische Ausrichtung auf Problemunkräuter

Grundbodenbearbeitung (Bodenbearbeitung – Unkraut)

• Mit höherer Intensität der Grundbodenbearbeitung werden Wurzelentwicklung und


Nährstoffaufnahme der Kulturpflanze gefördert, in der Folge mehr Sproßmasse und höhere
Erträge gebildet. → Unkrautkonkurrenz der Kulturpflanze erhöht
• Bei gleichzeitig reduziertem Unkrautdruck (durch intensive Bodenbearbeitung) werden die
Effekte reduzierter Bodenbearbeitungsintensität auf die bodenmikrobiellen Aktivitäten
geringer gewichtet.
• Für hinreichende Kontrolle der Begleitflora und das optimierte Nährstoffmanagment
erscheint ein genereller Verzicht auf wendende und intensiv mischende Grundbodenbe-
arbeitung nicht möglich.

Bedingungen, mit denen auf den Wendepflug verzichtet werde kann oder bei denen günstige
Wirkungen nicht umfassend genutzt werden können:
• gefügestabile, gut durchlüftete Böden mit hoher Nährstoffverfügbarkeit/Nährstofffreisetzung
• geringe Krumenmächtigkeit
• Freiheit von ausdauernden Unkräutern wie Distel, Quecke, Ampfer, Beinwell etc.
• Vorfrüchte, die ein günstiges Bodengefüge hinterlassen, intensive und effiziente
Unkrautkontrolle erlauben z.B. frühräumende Kartoffeln, Winterraps, Sonnenblumen etc.

• Einsparungspotentiale bei allen anderen Bodenbearbeitungsmaßnahmen abseits der


Grundbodenbearbeitung müssen standortsspezifisch genutzt werden.

Saatbettbereitung (Bodenbearbeitung – Unkraut)

Einfluss des Zeitraums zwischen Grundbodenbearbeitung und Saatbettbereitung:


• Bei längerer Frist Unkrautbefall geringer, da mehr Unkraut auflaufen kann und dann
verschüttet wird. Bei jeder Bodenbearbeitung bringt man wieder Samen in Keimlage.
• Verschüttet wirkt nur auf annuelle, dykothyle Unkräuter

Nach-Auflauf Bearbeitung – Striegel, Netzegge (Bodenbearbeitung – Unkraut)

Der Wirkungsgrad direkter Maßnahmen der Beikrautregulierung (Striegel, Hacken etc.) ist im
Vergleich zu Herbiziden zwar gering und zudem arbeits- und energieaufwendig, doch lassen sich
durch die Kombination mit indirekten Maßnahmen Kontrollstrategien potentiell hoher Effizienz
erreichen.

Optimierter Einsatz von Striegel und Netzegge:


• je früher der Einsatz, je wirksamer die Maßnahme
• Einsatz im Herbst (Vorlauf, Blindstriegel) bei Wintergetreide günstiger als im Frühjahr
• Wiederholte Behandlung erhöht Wirkungsgrad (Unkräuter zum Keimen bringen, dann erneut
bearbeiten)
• Wirkungsgrad im Sommergetreide höher als im Wintergetreide, aber Ertragswirksamkeit
geringer

Walzen:
• Walzen im auflaufenden Bestand um große Kluten zu zerdrücken und so den für Striegel bzw.
das Zuschütten der Unkräuter günstigen Feinboden zu erzeugen.

Unkrautregulierung in Sommer/Wintergetreide
• Mechanische Unkrautregulierung hat höhere Wirksamkeit in Sommergetreide, da
Bodenfeuchte gering ist, Unkräuter besser herausgerissen werden, Boden besser zum
Zuschütten geeignet ist. Im Winter gibt es lange Periode, wo Unkräuter keimen können.
Wirkung der mechanischen Unkrautkontrolle weißt – im Gegensatz zu Herbiziden – eine sehr
hohe Varianz auf. Bekämpfungserfolg variiert zwischen z.T. 0 und 100 %.
Daraus leitet sich ein Zwang zu indirekten Maßnahmen ab, Zwang zur Kombination von
mechanischen und indirekten Maßnahmen.

Unkrautregulierung in Ackerbohnen:
• alle mechanischen Maßnahmen entwickeln Wirkungsgrad entfalten Wirkungsgrad, höchste
Unkrautbekämpfung bei Striegel + Hacke
• aber relativ geringer Einfluss der Maßnahmen auf Ertrag

Spezielles (Bodenbearbeitung – Unkraut)

Jauche-Drillverfahren:
• Jauche beim Drillen unter Erdoberfläche appliziert
• Dünger an Oberfläche fördert Unkräuter (Entwicklung im konv. Landbau, durch
Herbizideinsatz geregelt)
• Problem wie man Jauche auf Acker bekommt

Nachtbodenbearbeitung:
• These: Bodenbearbeitung bei Nacht führt zu geringerem Auflaufen von Unkräutern, da in der
Dunkelheit der Keimreiz fehlt
• Wirkt vor allem bei kleinen Samen, da diese lichtempfindlicher sind
• Fazit: ist was dran, aber Ergebnis wird von vielen Faktoren beeinflusst, Treffgenauigkeit
gering (z.B. müssen Samen im richtigen Zustand (gequollen) sein um Reiz aufzunehmen)

Diagramm: letzte Übung


Auswirkung von Kainit-Lösungen auf Vicia hirsuta
• Die Diagramme zeigen den Wirkungsgrad von einer Kainitlösung, in Abhängigkeit von
verschiedenen Konzentrationen und Entwicklungsstadien der Getreidebestände bei WW und
WR.
• Wirkung ist sowohl vom Zeitpunkt als auch von der Konzentration abhängig.
• Mindestens 250 mg appliziert werden um guten Wirkungsgrad zu haben, zwischen 250 und
350 kein großer Unterschied.
• Späteres Entwicklungsstadium des Getreides (und damit auch des Unkrauts), Kainit weniger
Wirksam, Unkraut schon weiter entwickelt und robuster
• Vergleich zwischen Arten kein eindeutiges Ergebnis, da unterschiedliche Entwicklungsstadien
betrachet

Allgemein Unkraut

Ackerbegleitflora/Unkraut beschreiben das gleiche; hängt vom Nutzer, Wahrnehmung ab


Unkrautkontrolle – Unkrautregulation- Unkrautbekämpfung (Wertung)

OL: Unkrautregulation, Unkraut wird als natürlicher Bestandteil des Ackers angesehen

Im OL: keine Maßnahme die mit Herbizideinsatz konkurrieren könnte


Thermische Unkrautkontrolle: teuer, nur in speziellen Kulturen z.B. Möhren

Unkrautpopulation hängt auch von Faktoren wie Witterung ab, starke Schwankungen auch bei
gleichen Maßnahmen (z.B. Ackerwindhalm in Getreideselbstfolge)

Ackerwindhalm im OL nicht von Bedeutung, kein Problem

Unkräuter/Krankheiten nach N-Versorgung wichtigster ertragslimitierender Faktor (aber Nährstoffe


haben viel größeren Einfluss)
Bei Möhren z.B. ist Unkraut ertragslimitierender Faktor

Hackfrüchte – viel Bodenbearbeitung, viele Unkräuter werden eliminiert; nach Hackfrüchten sollte
man aus unkrauttechnischer Sicht nicht Pflügen, da sonst neue Unkrautsamen „nach oben geholt“,
zum Keimen gebracht werden

2 Faktoren zu beachten bei Unkrautbekämpfung:


• Unkrautdruck (Anzahl)
• Unkrautart (haben unterschiedlichen Konkurrenzdruck gegenüber Kulturpflanze)

Indirekte Maßnahme:
Auswahl von großem Saatgut einer Art, weil dieses eine größere Triebkraft besitzt, gesünder ist und
daher eine größere Konkurrenkraft besitzt.

Im OL: kein Unkrautdruck durch sehr dichte Bestände möglich, da diese hohe N-Gaben verlangen
Deswegen Versuch hohe Beschattung zu erreichen, über Blattstellung der verschiedenen Sorten. Z.B.
negative Korrelation zwischen Unkraut- und Weizendeckungsgrad, da Weizen Unkraut beschatten
bzw. ihm Nährstoffe entzieht

Wendende/nicht-wendende Bodenbearbeitung wirkt unterschiedlich auf Unkräuter; man keine


allgemeine Empfehlung geben, hängt von Standort bzw. Problemverunkrautung ab. Hängt von
Dormanz der Samen ab.
• Windhalm: direkt wieder keimfähig, geringe Dormanz, höhere Deckung bei nicht-wendender
• Lamium-Arten: höherer Befall bei wendender

Als Dormanz wird in der Botanik die Samenruhe bezeichnet, die bei Samen das vorzeitige Keimen
unter ungünstigen Bedingungen oder schon an der Mutterpflanze verhindert.

Problemunkräuter: Unkräuter, die auf Grund ihrer Wuchseigenschaften zu Ertragseinbußen führen


können.
Perennierende Unkräuter: Ampfer, Quecke, Ackerkratzdistel – vor allem Unkräuter problematisch,
dies sich über Rhizome vermehren
Anuelle Unkräuter: weißer Gänsefuß, grauhaarige Wicke (Leguminose, Frühjahrs- und Herbstkeimer,
Spreizklimmer)

Spezifika der Bodenbearbeitung im OL

Wendepflug im OL meist genutztes Gerät zur Grundbodenbearbeitung (90%), 95% der Betriebe sind
Pflugeigner. Reduzierte Grundbodenbearbeitung nicht weit verbreitet.

Pflug – krumentief wendend in 30 cm Tiefe


Zweischichtenpflug – flach wendend bis 15cm, lockernd bis 30 cm
Schichtengrubber – nicht wendend, lockernd in 30 cm Tiefe

Lockerbodenwirtschaft: wendend Pflug


Lockerboden- Mulchwirtschaft: 1. Wühlend, meist weniger als Krumentiefe
2. überwiegend in der Tiefe lockernd

Festboden- Mulchwirtschaft: in Saattiefe wühlend

Intensive vs. reduzierte Bodenbearbeitung

Mit abnehmender Bodenbearbeitungsintensität nehmen Erträge ab (nicht zwangsläufig).


Erträge hängen aber auch stark von Vorfrucht ab.
Blatt- und Hackfrüchte hinterlassen in gutem ackerbaulichen Zustand.
Im Prinzip kann reduzierte Bodenbearbeitung bei allen Böden durchgeführt werden –Probleme bei
Sand und Staunässe.
Organische Substanz: Wendepflug verlagert die organ. Substanz in tiefere Bodenschichten. Extensive
Bodenbearbeitung höherer C-Gehalt im Oberboden.

Fauna: Mit abnehmender Intensität der Bodenbearbeitung nehmen die mikrobiellen Aktivitäten, der
Regenwurmbesatz und Pilze zu.
Effekt von Bodenbearbeitung auf Regenwürmer ist größer als der Effekt zusätzlicher organ. Düngung.
Regenwürmen fördern Bioporen, aber auch tiefwurzelnde Pflanzen wie Luzerne oder Kleegras erhören
Bioporendichte.

Aggregatstabilität: Reduzierte Bodenbearbeitung erhöht die Aggregatstabilität ( in oberen


Bodenschichten) Aggregatstabilität entsteht vor allem durch Mikroorganismen und Pilzen und trägt
zur Bodenfruchtbarkeit bei.
Mit zunehmender Bearbeitungsintensität wird die CO2 Emission des Bodens geringer. ???

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Spezifika der Bodenbearbeitung s.14 o
Nettoassimilationsrate und Trockenmasse Zuwachs von Mais in Abhängigkeit vom
Blatflächenindex.
• Die TM – Zuwachsrate steigt bis BFI von ca. 5 an und bleibt dann konstant.
• Netto- Assimilationsrate nimmt bei steigendem BFI ab weil sich die Blätter dann gegenseitig
beschatten.
• Trotz einer sinkenden Assimilationsrate pro Blatt nimmt die TM weiter zu was auf die
größere Blattfläch zurück zuführen ist.
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Wurzeln:

Anforderungen an das Wurzelsystem:


• Geringe Assimilate – Konkurrenz
• Hohe aktive Wurzeloberfläche
• Hohe Wurzel-Längendichte
• Hoher Anteil feiner junger Wurzeln
• Hohe Wurzelverzweigung
• Hohe Anzahl Wurzelhaare
• Hohe Durchwurzelungstiefe
• → Gefördert durch Grundbodenbearbeitung mit dem Pflug

Je feiner die Wurzel, desto größer ist die relative Wurzeloberfläche und das relative Bodenvolumen
ausgenutzt werden kann.

Nährstoffversorgung
Niedrigere Nährstoffverfügbarkeit im OL ist wichtigstes Argument gegen reduzierte
Bodenbearbeitung.

Durch N-Begrenzung ist:


• Bestockung begrenzt
• BFI u.BFD begrenzt
• Unproduktiver Wasserverbrauch (als Folge von geringem BFI)

Notwendig: rasche Jugendentwicklung, hohe Bestockung und Kulturdeckungsgrad


(im prinzip geht es auch um Ertrag)

→ OL kann auf Mineralisationsschub durch Pflug nicht verzichten

Durch Einsatz von Pflug ist der Nitratgehalt und damit die N- Verfügbarkeit höher da durch
Bodenlockerung die Vorrausetzung für N- Mineralisation günstiger ist.

• Reduzierte Bodenbearbeitung reduziert BFI


• Reduzierte Bodenbearbeitung verringert Sprossmasse
• Reduzierte Bodenbearbeitung – geringer N Gehalt der Kultur
• Reduzierte Bodenbearbeitung – erhöhte N-Aufnahme der Begleitflora, Unkraut nimmt mehr N
auf, da Konkurrenzkraft der Kulturpflanze geschwächt,
→ somit erhöht reduzierte Bodenbearbeitung Unkrautdeckungsgrad
vor allem bei Dikotylen wird die Population durch Pflug stark reduziert
• Abnehmende Bodenbearbeitung vermindert Kornertrag

Diagramm: Spezifika der Bodenbearbeitung S.18 u


Nitatgehalt im Boden unter Weizen und Brache nach unterschiedlicher Bodenbearbeitung 80
und 81

• Auf der x-Achse ist die Vegetationsperiode abgezeichnet.


• Auf der y- Achse der Nitratgehalt
• Die verschiedenen Kurven stellen den Nitratgehalt bei Brache und Weizen dar, bei
unterschiedlich intensiver Bodenbearbeitung.
• Bei Brache zeigt sich dass intensive Bodenbearbeitung einen höheren Nitratgehalt erzeugt.
(Intensive Bodenbearbeitung höhere Mineralisation)
• Bei Weizen lassen sich keine Unterschiede von der Bodenbearbeitung erkennen da der
Weizen Nitrat aufnimmt, vermutlich ergeben sich Unterschiede bei dem Ertrag.
• 1981 waren die Voraussetzung für Mineralisation schlechter (Witterung)

Diagramm: Spezifika der Bodenbearbeitung S.19 o


Wirkung der N-Düngung zu Getreide im Verlauf der Zeit bei unterschiedlicher
Bodenbearbeitung auf dem gleichen Feld

• Auf der X-Achse ist die N-Gabe abgetragen, auf der Y-Achse der Kornertrag. Die Kurven
stellen verschiedene Bodenbearbeitungssysteme dar.
• Zu Beginn ist ohne N-Düngung der Ertrag bei reduzierter Bodenbearbeitung signifikant
geringer. Der Unterschied gleich sich bei zunehmender N-Gabe aus. Daraus lässt sich
schließen, dass N-Mangel (Nitrat) der Grund für niedrigere Erträge war.
Durch intensive Bodenbearbeitung > mehr Mineralisation > mehr N vorhanden > N Düngung
hat keinen großen Effekt mehr
• Auf Dauer (bei länger gleich bleibender Bodenbearbeitung) heben sich Ertragsunterschiede
auf, ???warum
Resümee – intensive Grundbodenbearbeitung erhöht…

• Porenvolumen
• Anteil luftführender Poren
• Bodentemperatur im Boden
• Bodenbiologische Aktivität – Mineralisierungsschub durch Durchlüftung und Erwärmung,
sonst negativ auf Bodenleben
• Stickstoffmineralisaton, Nitrifikation

→ Jugendentwicklung im Frühjahr gefördert


→ positive Konsequenzen für Wasserhaushalt, Konkurrenzkraft und Ertragsbildung

Gründe warum letztendlich wenig reduzierte Bodenbearbeitung:

• verminderte N-Freisetzung im Frühjahr


• erhöhter Unkrautdruck
• geringere Produktivität (hängt mit Mineralisation zusammen)

+ reduzierte Bodenbearbeitung: fördert Bodenleben, kostengünstiger


+ Direktsaat in normale FF integriert (z.B. Hafer – Direktsaat Ackerbohne) kann sinnvoll sein

Erhalt der biologischen Vielfalt

Anteil der LW am Artenrückgang sehr groß ABER ökomische Zwänge etc., die LW bestimmen,
müssen beachtet werden.

Naturschutz im Prinzip primärziel des OL, aber der Erfüllungsgrad ist Systemgebunden und damit
eine Folge geringerer Produktivität (System OL beinhaltet automatisch mehr Naturschutz /Arten-
vielfalt.)
Hohe Treffgenauigkeit (OL=mehr Vielfalt); extra Förderung von Naturschutzleistungen nicht nötig.
Wenn man OL allgemein fördert, impliziert dies Naturschutzleistungen.

Im OL mehr Nischen, wo Flora und Fauna vorhanden sein können. Viele Lebewesen an Lebensraum
Kulturlandschaft gebunden, können nur dort erhalten werden.

Biodiversität ist auch Aspekt der Qualität, sowohl Prozess- als auch Produktqualität

Im Vergleich zur konv. LW, in der im Zuge zunehmender Intensivierung die Artenvielfalt
abgenommen hat, erhält der OL die Artenvielfalt. Bei Umstellung von konv. LW auf OL ist
Regeneration der Vielfalt und von Rote Listen Arten möglich.

Vielfalt sowohl im Feld als auch am Rand höher.

Einsatz von Pestizide/Düngung hat sowohl direkte (z.B. vergiftet Käfer) als auch indirekte Wirkung
(z.B. fehlen oder vergiften Nahrungsquelle für Laufkäfer) auf Begleitflora und –fauna.

Förderung der Artenvielfalt:

• Erhalt gefährdeter Arten


• Förderung von Nützlingen
• generelle Förderung der Vielfalt von wildlebenden Pflanzen und Tieren
OL erhöht sowohl die geplante Vielfalt (FF) als auch die nichtgeplante Vielfalt (z.B. Ackerbegleit-
flora); geplante Vielfalt begünstig ungeplante.

Diversität bezieht sich auf…


• genetische Vielfalt (mehr, „alte“ Sorten und Rassen)
• Artenvielfalt (FF)
• Vielfalt an Ökosystem (mehr Diversität im Anbausystem, mehr unterschiedliche Ökosysteme)