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Fjordlandschaften, wie hier

in Kanada, sind durch eiszeitliche


Klimageschichte
Gletscher entstanden.
This fjord in Nunavut, Canada,
was created by glacial ice.
Das globale Klima unterlag im Verlauf der Erdgeschichte
J.Andrews/University of Colorado, Boulder
großen Schwankungen mit mehreren weltweiten Vereisungen.
Die letzte Vereisungsperiode begann vor etwa 2 Millionen
Jahren. Sie erreichte ihr letztes Maximum vor 20.000 Jahren.

Es kam zu einem mehrfachen Wechsel von Kalt- und


Warmzeiten. Während der Kaltzeiten herrschte verbreitet
arktisches Klima, es entstanden große Gletscher.
Luzern vor 20 Millionen
Jahren (Miozän) Während der Warmzeiten war unser Klima teilweise
Luzern 20 million years ago sogar wärmer als heute.
(Miocene)

Gletschergarten Luzern Mit dem Klima ändert sich auch die Lebenswelt. In unseren
Breiten lebten während der Kaltzeiten Mammut und Rentier,
während der Warmzeiten Flusspferde, Löwen und Antilopen.
Die jüngste Kaltzeit endete vor 10.000 Jahren. Seitdem ist
das Klima erstaunlich stabil geblieben, eine Voraussetzung
für die kulturelle Entwicklung des Menschen.

Auch kleinere Klimaschwankungen können das Leben


beeinflussen. So war es etwa im »Mittelalterlichen Klima-
optimum« von 900 bis 1300 n. Chr. relativ warm.
In der »Kleinen Eiszeit« zwischen etwa 1500 und 1900 n. Chr.
waren in Europa die Winter besonders lang und kalt.

Luzern zur Eiszeit


Climate History
»Die Kleine Eiszeit« in der Malerei: Luzern during the ice age
»Winterlandschaft mit Schlittschuh-
Gletschergarten Luzern
läufern bei Sonnenuntergang«, The global climate has undergone great changes in
Aert van der Neer, ca. 1655/60.
»The Little Ice Age« in painting: the course of Earth history, with many worldwide ice ages.
»Winterlandscape with Skaters at The last ice age began about 2 million years ago and
Sunset«, Aert van der Neer, 1655/60. reached its maximum 20,000 years ago.
Staatl. Mus. zu Berlin-Gemäldegaleria

There have been many changes of cold and warm periods.


During the cold periods, arctic climate prevailed and glaciers
covered continental interiors. During warm periods
the climate was at times even warmer than it is today.
Plants and animals changed with the climate.
Mammoth and reindeer lived in our region during ice ages,
during warmer periods even hippos, lions and antelope.

The most recent ice age ended 10,000 years ago.


Since then, the climate has remained surprisingly stable,
good conditions for the development of Humankind.

Even smaller climatic changes can influence human life.


During the »Medieval Climate Optimum« for example,
from 900 to 1300 AD, the climate in Europe was relatively
warm. Then, during the »Little Ice Age« between 1500 and
1900 AD, the winters were especially long and cold.
Spurensuche in Klimaarchiven

Die Klimageschichte früherer Epochen ist in natürlichen


Klimaarchiven gespeichert. Die großen Eisschilde enthalten
präzise Informationen über Luftzusammensetzung und
Temperaturentwicklung. An Eis-Bohrkernen lesen die Forscher
die Klimageschichte der letzten 400.000 Jahre ab.

Auch die Sedimentschichten, die sich seit Jahrtausenden


in Ozeanen und Binnenseen ablagern, sind ideale
Klimaarchive. Die Maarseen der Eifel füllten sich jedes Jahr
mit einer 0,5 bis 5 mm dicken Schicht. Mit Hilfe von
radiogenem Kohlenstoff und eingewehter Aschenlagen
der Eifelvulkane kann man die Maarseesedimente datieren.

An Pollen im Bohrkern Eis-Bohrkerne sind


Aus der Dicke und Ausbildung der Schichten, sowie aus
lässt sich die Klima- und natürliche Klimaarchive den eingelagerten Pollen kann man auf die Klima- und
Vegetionsentwicklung Ice cores are natural Vegetationsentwicklung schließen. So repräsentieren
ablesen. climate archives
Plant pollen found in the
Lindenpollen warme Perioden mit Sommertemperaturen
core indicate the evolution J. Paren/SPL/Agentur Focus über 17 Grad.
of climate and vegetation.

F.Sirocko/Universität Mainz Ein weitgehendes Fehlen von Baumpollen weist auf


Kaltperioden hin. Störungen der Schichtung treten durch
Vulkaneruptionen auf, z.B. nach der Laacher-See-Eruption
vor 12.900 Jahren. Die Geschichte der Warmzeiten läßt
sich auch aus Baumringen und Korallen rekonstruieren.

Mit Sedimentbohrungen in
Im Dünnschliff eines
Maarsee-Bohrkerns sind die
Detective work in Climate Archives
trockenen Eifelmaaren werden Jahreslagen (0,5 mm/Jahr)
die Bedingungen vergangener deutlich zu erkennen.
Warmzeiten rekonstruiert. The thin section of a core
shows the yearly layering
The climate history of earlier epochs is stored in natural
Zukünftige Klimaentwicklungen
könnten so vorausgesagt werden. of sediments in a maar lake climate archives. The large ice caps contain precise
Sediment cores from dry Maar (0.5 mm/year). information about the composition and temperature of
lake beds in the Eifel are used the air. Researchers are able to read climate history from
F.Sirocko/Universität Mainz
to reconstruct the conditions in
past warm periods. In this way, ice cores going back up to 400,000 years.
future climate change could be
predicted. Sediment layers that have accumulated over the millennia
F.Sirocko/Universität Mainz in oceans and lakes are also ideal archives. The maar lakes
in the Eifel were filled in each year with an approximately
0.5 to 5 mm thick layer of new sediment. With the help of
radiogenic carbon and intercalated ash layers it is possible
to determine the age of each layer.

The thickness and composition of the layers, as well as plant


pollen found within them, indicate the evolution of climate
and vegetation. Linden tree pollen indicates warm periods
with summer temperatures over 17 °C (63 °F). A general lack
of tree pollen indicates colder periods. Disruption of the
layers can be caused by volcanic eruptions, for example after
the Laacher See eruption 12,900 years ago. The history of
the warm periods can also be reconstructed from tree rings.
Benthos
Klimamaschine Ozean

Ein erdumspannendes Zirkulationssystem zieht sich durch


alle drei Ozeane. Dieses »marine Förderband« beeinflusst
unser Klima nachhaltig. Unterschiede im Salzgehalt sowie
der Temperaturen zwischen Atlantik und Pazifik halten es
in Gang.

Der oberflächennahe Golfstrom bringt warmes Wasser aus


der Karibik in Richtung Nordpol und beschert so West- und
Mitteleuropa ein relativ mildes Klima. Dabei kühlt das Wasser
ab, wird schwerer und sinkt im Nordatlantik ab. Die kalten
und dichten Wassermassen fließen als Tiefenströmung (blau)
weiter in den Pazifik, steigen in seinem westlichen Teil
nach etwa 1000 Jahren wieder zur Oberfläche auf (rot)
und strömen in den Atlantik zurück.
Das »marine Förderband« sorgt
wie eine globale Umwälzpumpe für Eine globale Erwärmung könnte zu einem Abreißen
den Wasser- und Wärmeaustausch des ozeanischen Förderbandes führen – mit unabsehbaren
zwischen den Ozeanen.
Folgen. Der Salzgehalt des Golfstromes würde durch
The »marine conveyor belt« works
like a circulation pump to exchange das Abschmelzen der arktischen Eismassen verdünnt.
water and heat between the oceans. Das Wasser könnte nicht mehr in die Tiefe absinken
MPI-Meteorologie, Hamburg und der Golfstrom würde nicht nach Norden vordringen.
Die »Zentralheizung« Mitteleuropas wäre ausgeschaltet.

The Sea: Motor of Climate

A worldwide ocean circulation system courses through all


three major oceans. This »marine conveyer belt« influences
Der Golfstrom, die »Zentralheizung« Ein Abschmelzen der arktischen our climate dramatically. Changes in salt content and in
Mitteleuropas, ist Teil des weltum- Eismassen könnte den Golfstrom temperature of seawater between Atlantic and Pacific drive
spannenden Zirkulationssystems. »abschalten«.
The Gulf Stream, Europe`s »central
the circulation.
The melting of the arctic ice masses
heating«, is part of the worldwide could »switch off« the Gulf Stream.
ocean circulation system.
A. Jennings/Institute of Arctic
The shallow Gulf Stream (shown in red) brings warm water
Sea WiFS/NASA and Alpine Research from the Caribbean in the direction of the North Pole,
and gives west and central Europe a relatively mild climate.
At the same time, the water cools, becomes heavier, and sinks
in the North Atlantic. The cold dense water masses return
as »Deep Water« (in blue) to the south, and eventually
into the Pacific. They emerge in the Western Pacific almost
1000 years later, and flow back into the Atlantic.

Global warming could break this global conveyer belt, with


incalculable results. The salt content of the gulf stream would
be thinned by the melting of the arctic ice masses. It could
then no longer sink into the depths of the North Atlantic,
and would no longer penetrate as far north to warm Europe.
Europe’s »central heating« would be switched off.
Klimafaktor Mensch

Von Anfang an haben Wechselwirkungen mit der Biosphäre


die Klimaentwicklung der Erde mitgestaltet. Der Einfluss
des Menschen ist jedoch erst in den letzten 100 bis 150
Jahren global wirksam geworden.

Seit der Industrialisierung hat der Ausstoß von Kohlendioxid


und anderen Spurengasen deutlich zugenommen. Dies hat
in den letzten hundert Jahren zum beobachteten Temperatur-
anstieg beigetragen: global um 0,7 °C, in Deutschland
um 0,9 °C. Dabei steht dem vom Menschen verursachten
Treibhauseffekt jedoch der Abkühlungseffekt durch Luft-
verschmutzung gegenüber. Die natürlichen Faktoren sind
Smog über Mexico City. Der Einfluss
nach wie vor ebenfalls wirksam.
des Menschen auf das Klima ist seit
1993 mit einer Wahrscheinlichkeit Die weitere, globale Erwärmung berechnen Experten mit
von 99,9 % nachgewiesen.
A cloud of smog hanging over Mexico
atmosphärisch-ozeanischen Zirkulationsmodellen.
City. The influence of humans on Je nachdem welche Maßnahmen wir ergreifen, wird die
the climate has been proven with globale Durchschnittstemperatur im Jahr 2100 zwischen
a probability of 99.9 % since 1993.
1,4 und 5,8 °C höher liegen. Die Folgen können verheerend
C.Caffrey/SPL/Agentur Focus sein: Anstieg des Meeresspiegels, Stürme, Überschwemmun-
Die Durchschnittstemperaturen gen, Dürre. Deshalb müssen weltweite Klimaschutzmaß-
sind in den letzten 150 Jahren nahmen vereinbart und durchgesetzt werden. Die Klima-
kontinuierlich gestiegen. forscher müssen diesen Prozess wissenschaftlich begleiten.
Globally, temperatures have
increased 0.7 °C in the past
150 years.

C.Schönwiese/Universität Frankfurt
Man the climate factor

Interactions with the biosphere have influenced the climate


on Earth from the very beginning. The influence of humans
has only been apparent for the past 100 to 150 years.

Since the Industrial Revolution, the emission of carbon


2
dioxide (CO ) and other trace gases has increased
significantly. This has contributed to the rise in temperature
observed during the past hundred years.
Globally, temperatures have increased 0.7 °C and in Germany
Der Treibhauseffekt
wirkt sich regional sehr
0.9 °C. The cooling effect of air pollution works against the
unterschiedlich aus. greenhouse effect, and natural factors are also still at work.
Durch geringere ozeanische
Zirkulation kann es z.B. in
Island sogar kühler werden.
The further course of global warming is calculated by experts
The greenhouse effect has with numerical atmosphere-ocean circulation models.
regionally different conse- Depending on which measures are taken, the global average
quences. A weaker oceanic
circulation could even
temperature in the year 2100 will be between 1.4 and 5.8 °C
mean colder temperatures higher than it is now. The consequences could be devestating:
in Iceland. rising sealevel, storm, flooding, drought. That is why we
C. Schönwiese/Universität Frankfurt need to take global measures to protect the environment.
Scientists are needed to help this process with their research.