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Hans Peter Reinecker

Gustav Ruhland (1860 – 1914), der Ökonom, der am Schlaf der Welt rührt

Schon wenige Jahre nach der Gründung des heutigen Deutschen Reichs, strebte
dieses mit großen Schritten seiner durch eigene Arbeit erzielten ersten Blütezeit zu.
Anderswo begnügte man sich zunächst noch mit dem Merchandise Marks Act von
1887 und seinem diskriminierenden „made in Germany“ und das „Germania est de-
lenda“ erklang vorerst noch vereinzelt und unter vorgehaltener Hand.1 Seinerzeit er-
teilte der Reichskanzler Bismarck in vorbildlicher Weitsicht einen Forschungsauftrag.

Der Auftrag wurde Gustav Ruhland übertragen. Bismarck erklärte 1887 in seiner In-
struktion für Ruhlands mittels Reichsstipendium geförderte mehrjährige Forschungs-
reisen:

„Sie sind mir empfohlen worden als ein Mann, der nicht nur wissenschaftliche
Bildung, sondern auch praktisches Verständnis besitzt...“ und Bismarck fährt
in seiner erfrischend deutlichen Redeweise fort, „Wenn Sie aber zurückkom-
men und mir nur einen historisch interessanten Bericht erstatten, dann melden
Sie sich nachher besser beim Kultusminister.“2

Was war der Anlaß zu Ruhlands Studienauftrag? Weil Bismarck das Wohl des eige-
nen Volkes und seiner eigenen Wirtschaft am Herzen lag, nur heute muß diese
Selbstverständlichkeit als Vorbild gewürdigt werden, wollte er sicherstellen, daß das
Deutsche Volk sich auch immer mit eigenen Mitteln selbst ernähren kann. Die sei-
nerzeitige, also noch Vor-Ruhlandsche Fragestellung, lautete, weitergehende Über-
legungen ausschließend: Freihandel oder Schutzzölle?

Bismarcks eigener Standpunkt im Jahre 1885 dazu war:

„Die Getreidepreise müssen auf der Höhe gehalten werden, daß Getreide im
Lande überhaupt noch gebaut werden kann, und daß wir nicht notwendig und
zwangsweise auf überseeische Verproviantierung angewiesen sind. Gebe
Gott, daß Deutschland immer in der Lage bleibe, das Korn, welches die deut-
sche Nation ißt, auch selbst bei sich zu Hause zu bauen...“3

Eine Schutzzollpolitik war zwar für eine gedeihliche Entwicklung der eigenen Wirt-
schaft, einschließlich des Arbeitsmarktes, wie wir es heute nennen würden, als zwar
notwendig, aber allein als wohl noch nicht hinreichend erkannt. Man hatte mit natio-
nalen Zöllen noch nicht alle Einflußfaktoren auf die eigene Wirtschaft im Blick. Nach
Ruhlands Vorstellungsgespräch bei Bismarck, äußerte dieser:

„Ruhland hält die Getreidezölle nicht für geeignet, die Landwirtschaft dauernd
zu retten. Ich bin derselben Meinung, aber ich habe bis jetzt noch niemand ge-
funden, der mir etwas besseres hätte vorschlagen können.“4

Eben dies sollte Ruhland herausfinden.

Als nach mehrjährigen Studien des Weltgetreidemarktes und seiner Geschichte Ruh-
land reichbeladen mit Kenntnissen und Arbeitsplänen 1890 nach Deutschland zu-
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rückkehrte, fand er eine andere Regierung vor, die sich für seinen Auftrag nicht mehr
interessierte. Der Lotse, um die Bildunterschrift der bekannten britischen Karikatur zu
zitieren, war bereits von Bord gegangen.

Ruhland begann nun mit einer systematischen Bearbeitung seines Materials und der
schriftlichen Darlegung seiner Erkenntnisse, mit denen er zu dem bedeutendsten
deutschen, wenn nicht dem größten Nationalökonomen überhaupt, emporwuchs.
Leider konnte er von seinen zehn geplanten Bänden nur drei verwirklichen. Dennoch
ist sein „System der politischen Ökonomie“ eine Offenbarung, einerseits für Alternati-
ven suchende Ökonomen und für Geldreformer, andererseits für Historiker und ei-
gentlich für jeden nach Auswegen aus unserem heutigen Desaster suchenden Men-
schen.

Als Wissenschaftler von Format, behandelte er keineswegs allein Landswirtschafts-


fragen, sondern stieß zu bedeutenden Wirtschafts- und finanzpolitischen Erkenntnis-
sen vor. Seine Ergebnisse würden, nur für sich genommen, also sogar noch ohne die
hinzukommenden positiven geschichtlichen Erfahrungen deutscher Hochkultur,
schon die Wirtschaftsweisen aller Völker im eigenen Lebensinteresse revolutionieren.

Daher passen seine Befunde den Nutznießern des zum Exzeß gesteigerten Wirt-
schafts- und Finanzgebarens, unter denen die Völker ächzen, nun wirklich nicht in ihr
Konzept der Welthirtschaft. Es ist also keineswegs zufällig, daß nur wenige von uns
Heutigen auch nur den Namen Ruhland, geschweige denn von seinen Forschungs-
ergebnissen, jemals etwas gehört haben.

„Weil der Liberalismus zu Lebzeiten Ruhlands die Macht besaß, besaß er auch die
Macht, das Werk Ruhlands totzuschweigen, ja es auch vollkommen aus der Öffent-
lichkeit verschwinden zu lassen, daß heute kaum noch Menschen in Deutschland
ahnen: Einer der größten Nationalökonomen starb erst 1914 und hieß Gustav Ruh-
land“, formulierte Richard Walter Darré im Vorwort der unveränderten Neuauflage
von Ruhlands Hauptwerk im Jahre 1933. Eine Feststellung, die – noch zu Zeiten
deutscher Unabhängigkeit getroffen –, heute bei der Handlungsunfähigkeit des
Reichs, erst recht ihre Gültigkeit besitzt.

Mit dem deutschen Nationalsozialismus stand Gustav Ruhland nicht in Verbindung.


Der Professor starb am 4. Januar 1914, erst 54 Jahre alt, in Bad Tölz, am Herzver-
sagen. So lautete jedenfalls die offizielle Mitteilung. Seine wirtschaftshistorischen
Ergebnisse sind indes so bedeutend, daß künftige Nachforschungen bezüglich der
Todesursache, die bei anderen großen Deutschen schon zu wichtigen Befunden
führten5, durchaus nicht außer Betracht gelassen werden dürfen.

Bestimmt wird Ruhland in Bad Tölz jährlich aufwendig geehrt, wie er es verdient hat,
ebenso, wie in seinem Geburtsort im Posthof zu Hessenthal in Unterfranken, wo er
am 11. 6.1860 geboren wurde. In seinem Todesjahr 1914 gab es den historischen
Nationalsozialismus noch nicht, und der 24 Jahre junge Kunstmaler Adolf wohnte in
München noch in der Schleißheimer Straße und malte freundliche Bilder. Ruhlands
heutige Schüler und Verehrer brauchen also nicht zu befürchten, daß sie, falls sie
Ruhland beim Wort nehmen, mit ihm irgend etwas billigen, leugnen, verharmlosen,
verhetzen oder als –isten durch die Medien- und ganz andere Spieße gejagt werden.
3

Gleichwohl ist Ruhland bei der Internationale in allen ihren Gestalten, in denen sie
gegen die Unabhängigkeit der Völker arbeitet, verhaßt. Er ist sowohl bei dem Libera-
lismus der internationalen Hochfinanz und ihren Hilfswilligen höchst unbeliebt, als
auch bei der Erscheinungsform der sozialistischen Internationale, in allen ihren For-
men und Farben, vom blutigen Rot, bis hin zum Chamäleongrün. Von medialen Ne-
belwerfern als angeblich „Linke“ beweihräuchert, um die für das Selbstbestimmungs-
recht des eigenen Volkes Eintretenden als „Rechte“ und „haltet den Dieb“, als „Ex-
treme“ zu denunzieren.

Denn Ruhland hatte auch Marx’ Schriften analysiert und war zu dem Ergebnis ge-
kommen, daß die Beseitigung des Privateigentums an Produktionsmitteln, die er fol-
gerichtig ablehnte, keineswegs die universelle Problemlösung darstellt, für die sie
Marx ausgegeben hatte.

Wucher bzw. legaler Zins ist der Kapitalismus

Hiermit gelangte er zu einer gänzlich anderen Definition des Kapitalismus. Marx


selbst hat uns zur Aufklärung einen Hinweis in seinem Hauptwerk hinterlassen, der
allerdings in einer Fußnote versteckt ist. Es handelt sich dabei um ein Zitat eines bri-
tischen Gewerkschaftsfunktionärs.

„Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit... wie die Natur vor
der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher,
und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent,
positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter
seinen Fuß; 300 Prozent und es existiert kein Verbrechen, das es nicht ris-
kiert, selbst auf die Gefahr des Galgens.“6

Waren das aber noch Zeiten, in denen Finanzmanager, wie sie sich heute nennen,
den Galgen riskierten konnten!7

Mit Vervollkommnung ihres Systems definierte es auch, was als legal zu gelten hat.
Der Prozeßausgang wegen gewisser Vorkommnisse während der Übernahme des
Mannesmann-Konzerns durch Vodafone bestätigte ja auch entsprechende Erwar-
tungen. Auch die durchaus ansehnliche Abfindung des Herrn Aaron Sommer (Tele-
kom), in zweistelliger Millionenhöhe, hatte nicht etwa ein juristisches Nachspiel.

Wucher und (der hier genannte) Zins, sind durchaus Synonyma. Deren unterschiedli-
che Darstellung und Behandlung in den dem Kapitalismus unterworfenen Gesetzen,
im „Kapitalistenrecht“ (Ruhland), geregelt ist.
Einmal in Gestalt des „Wuchers“ heuchlerisch als Ausbeutungsmittel untersagt und
zum anderen, in Gestalt des Zinses für legal erklärt. Dies geschieht zu dem einzigen
Zweck, das gleiche Ausbeutungsmittel Zins (gemeint ist immer der Zinseszins) im
Bewußtsein der Menschen mit der Aura einer Gesetzestreue zu umnebeln und ihre
Abwehr zu deimmunisieren. Denn die Höhe des Zinses spielt gewiß keine Rolle.
Die heute allein schon bei Privatpersonen (geschweige denn bei Staaten) erreichte
Perfektion der Ausplünderung durch völlig legale Kettenkredite dürfte selbst die ab-
gebrühten alten Geldwechsler noch vor Neid erblassen lassen. Diese mußten seiner-
zeit aber noch gewärtig sein, aus dem Tempel getrieben zu werden. Vielleicht ist es
auch das nagende Bewußtsein, eigentlich ausgetrieben zu gehören, was den Zwing-
burgen ihrer Nachfahren immer wieder trotzig die Gestalt eines Tempels nahekom-
4

men läßt. Denn sie wissen genau, was sie tun. Auch wissen sie, was ihre Vorfahren
taten und warum ihr Rat da jenen ans Kreuz schlagen ließ.

Den Marxschen Klassenkampf charakterisierte er als ein Krankheitssymptom der in


Stufen fortschreitenden Erkrankung Kapitalismus. Ebenso stellte er auch das marxi-
stische Postulat einer Entwicklung der Menschheit in den sog. ökonomischen Gesell-
schaftsformationen richtig. Eine Entwicklung in Perioden oder Stufen gibt es durch-
aus, wie Ruhland gezeigt hat, aber sie treten bei jeweils allen historischen Kulturen
auf und führten in der beobachteten Geschichte immer noch zum eigenen Unter-
gang. Dessen letzte Ursache war stets in der Übernahme des Zinssystems auszu-
machen. Auch wenn dessen mitunter komplizierte Vermittlung sich erst gründlicher
Forschungsarbeit erschließt, wie es Ruhland demonstriert hatte.

Außerdem erläuterte Ruhland auch Marx` Konstruktion eines „Wertes“ gegenüber


dem berechenbaren Preis, als wissenschaftlich überflüssig.

Unnötig zu betonen, daß Ruhland auch neuen Erkenntnissen von Marx volle Aner-
kennung widerfahren ließ, wie es einem echten Gelehrten zukommt:

„Trotzdem wir einen Anbau nach dem anderen zusammengebrochen finden,


bleibt immer noch ein stattlicher Rest des ganzen Gebäudes auf festem Fun-
dament stehen, der zur Hälfte allerdings schon aus früheren Zeiten stammt...“8

Zu diesem Fundament gehört auch die von Ruhland selbst verwendete ganzheitliche
Betrachtung des Volkskörpers und dessen Entwicklung und nicht etwa eines Gliedes
desselben.

Marx selbst hat nie von Sozialismus gesprochen. Ein expansiver internationaler So-
zialismus gehört ausschließlich zu denjenigen, die sich so gern auf Marx berufen, da
diese alsbald bemerkten, daß Marx` Übergang zum Kommunismus sich, wie gelehrt,
zu keiner Zeit verwirklichen ließ, falls sie je selbst daran glaubten.

Allerdings schüttete Ruhland mit dem Bade des Marxschen Kommunismus, nicht
etwa einen im Gesamtinteresse aller Mitglieder des eigenen Volkes liegenden Sozia-
lismus aus. Diesen beschrieb er folgendermaßen:

„Uebergang aus der Nationalökonomie des Reichtums zur Nationalökonomie


der menschlichen Arbeit – ‚Arbeit’ in jenem vollkommenen Sinne des Wortes,
in welchem ‚arbeiten’ der Gesamtheit dienen heißt. Will man diesen Gegen-
satz durchaus im Rahmen der Güterwelt bezeichnen, so würde man zu sagen
haben, dass es sich um den Uebergang aus einer Nationalökonomie des
Reichtums als Besitz in eine Nationalökonomie des Reichtums als jährliches
Arbeitseinkommen handelt – auch hier ‚Arbeit’ im vorbezeichnet vollem Sinne
des Wortes verstanden.“9... (arbeiten) „heißt... sich an die volkswirtschaftliche
Gemeinschaft in irgendeiner Weise sich dienend anschließen“10.

Spätere erste Bestrebungen, dieser Ruhlandschen Wegweisung mit einer dem deut-
schen Volksinteresse dienenden nationalen Volkswirtschaft und diese umfassend in
das Konzept einer Volksgemeinschaft integriert, nahezukommen, sind keineswegs
gescheitert. Sie sind von außen, unter vorgeplantem Massenmord 11 zerschlagen
worden.
5

Nach dem militärischen Sieg der alten Mächte der Internationale wurde die Ableug-
nung der guten wirtschafts- und finanzpolitischen Erfolge den drei Reichzerteilungs-
staaten als Doktrin verordnet.

Auch die etwas veränderte Fortführung dieser bewährten Wirtschaftsweise, unter der
Bezeichnung „soziale Marktwirtschaft“, in einer dieser, wurde alsbald abgewürgt.
Deren Frühphase, das sog. Wirtschaftswunder, beruhte indes auf der vorerst noch
allgemein geringen Zinsbelastung nach der aufoktroyierten Währungsreform mit der
völkerrechtswidrigen Ungültigkeitserklärung der Reichsmark.

Sie konnte auch mit dem beachtenswerten Neuansatz „sozialistische Menschenge-


meinschaft“ in einem der anderen keine Urständ feiern, da ihr notwendiges Element,
Selbstbestimmung, auch diesem Volksteil, zu keiner Zeit eingeräumt wurde. Auch in
ihr war das Geldproblem letztlich noch ungelöst.

Ruhland sah zunächst seinen Ausgangspunkt, das Bestreben, die Eigenversorgung


des eigenen Volkes sicherzustellen, als richtig und im Volksinteresse liegend. Als
Kind bodenständiger Landwirte verlor er auch als habilitierter Nationalökonom und
Professor niemals die „Bodenhaftung“ und fand diese auch durch seine Studien voll-
kommen bestätigt.

Von seinen reichen Erkenntnissen können wir aus Platzgründen allerdings hier nur
einige Kernpunkte ansprechen und werden diese durch ausgewählte Zitate belegen.

Allein sein Ansatz erheischt heute besondere Aufmerksamkeit, der die ganze politi-
sche Ökonomie endlich wieder vom Kopf auf die Füße stellen würde. Er bestand in
der einfachen Feststellung, daß die Menschen sich zuerst einmal ernähren müssen
und folgerichtig auch die damit verbundenen Fragen als die Basis der Kameralwis-
senschaften zu gelten haben.

„Ohne Metallgeld hat die Wirtschaft der Menschen wahrscheinlich Jahrtau-


sende hindurch bestanden. Ohne Getreide ist das Leben der Menschen un-
denkbar. ... Die heute oft noch ausschließlich geldwirtschaftliche Auffassung
der politischen Ökonomie gleicht einer Bautechnik, welche die Lehre von den
Fundamenten vergessen hat“12.

Womit er sich voll auf der Höhe der Grundfragen auch unserer Zeit befindet.
Jene Einsicht möchte man uns jedoch vergessen machen.

Die Völker können dann noch gründlicher beherrscht werden, wenn man sie von ihrer
Ernährungsgrundlage im eigenen Land systematisch entfernt, u. a. durch Billigimpor-
te von Nahrungsmitteln, Stillegungsprämien, (planmäßiges) Höfesterben (lassen),
massenweise Futtermittelimporte, Flächenversiegelung und Anbauflächenverbrauch
für landwirtschaftsfremde Zwecke (übertriebener Ausbau von Infrastruktur, Förderung
der Zersiedelung durch Eigenheimzulage aus Steuermitteln, Flächenabzug unter
dem Vorwand des Umweltschutzes usw.), Saatgutfremdpatente, Verweigerung der
Rückgabe des von der anderen Besatzungsmacht (bzw. deren Helfern) völker-
rechtswidrig enteigneten Bodens an die rechtmäßigen Eigentümer, Verbot eigener
Saatgutnachzuchten, Verarmung einheimischer Sortenvielfalt, Erbgutmanipulierung
(u. a. Sterilität) zur Förderung der Abhängigkeit, Kontaminierung bodenständigen
6

Genbestandes durch Implementierung genmanipulierter Sorten, schuldenverursachte


Monokulturen, gehäufter Pflanzeneinsatz, deren Kultivierung Überdüngung zuläßt
(Grundwasser), Abschneiden von eigener Produktion von Dünger, Pflanzenschutz-
mitteln, Verarbeitungsbetrieben und eigener Energieversorgung usw.

Zu seiner Zeit war Ruhland an vielen Reformvorschlägen und Gesetzen beteiligt.


Beispielsweise verbot das Börsengesetz von 1896, auf seinen Rat hin, den Getreide-
terminhandel in Deutschland! Heute dürften sich so etwas vermutlich nur noch Atom-
großmächte leisten können.

Zum Freihandel äußerte er sich folgendermaßen:

„...Wirtschaftspraktiken, die thatsächlich nur das eine Ziel erstreben: den In-
teressen des spekulativen Privatkapitals zu dienen. Dies, und nicht der
Grundsatz der individuellen Freiheit macht den eigentlichen Kern der Freihan-
delslehre aus“13 und weiter: „Diese bedingungslose freihändlerische Richtung
hat bekanntlich in allen modernen Kulturländern den Gesetzgebungsapparat
in ihre Gewalt bekommen. Fast überall tragen heute noch die Völker die Fes-
seln dieser Freihandelsgesetze“14.

Die Beobachtung des Sachverhaltes dieser langfristigen Vorplanungen und noch


ganz anderer, wird heute in der Öffentlichkeit abgeleugnet. Mit der hämischen Voka-
bel „Verschwörungstheorie“ soll eine bewußt irreführende und die Abwehr denunzie-
rende Sprachregelung durchgesetzt werden.

Auch Erklärungen der „Weltleitwährung“ Dollar und ebenso des Euro können sich auf
Ruhland berufen: „...nicht nur der internationale Warenverkehr, auch die internationa-
le Ausbeutung der Völker durch das spekulative Privatkapital, wird wesentlich erleich-
tert, wenn überall die gleiche Währung gilt“15.

Er war wohl seinerzeit auch einer der ganz wenigen, die erkannten, worum es sich
bei dem Streit zwischen den Vertretern des Freihandels und den Befürwortern der
Schutzzölle wirklich handelte. Er wußte, daß es nicht der schwankende Umfang der
Getreideernten in der Welt war, der Anlaß zu den Preismanipulationen gab. Es lag
also auch nicht an dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage, wie es die Freihan-
delslehre stets behauptete, sondern vielmehr daran, daß das spekulative internatio-
nale Privatkapital maßgeblich für die Preisbildung war.

Als gründlicher Forscher beschränkte sich Ruhland nicht etwa allein auf die Erfüllung
seines ursprünglichen Auftrages, sondern stieß zu neuen bahnbrechenden Ergeb-
nissen vor, die u. a. auch die Geschichtswissenschaft revolutionieren werden und die
zu Recht verdienten, das Ruhlandsche Paradigma genannt zu werden.

Er untersuchte aus der Geschichte bekannte Stadtstaaten, Weltreiche und Hochkul-


turen auf die Ursachen ihres siechenden Niederganges hin. Wie er sich ausdrückte,
ein „Studium der Völkerleichen, welche auf dem Seziertisch der Geschichte liegen“.

Im einzelnen hatte er erforscht: „Die Geschichte der Juden, Milet, Teos, Phikoea,
Chalkis und Eritrea, Aegina, Korinth, Athen, Sparta, Rom, das islamische Weltreich,
den Kapitalismus auf päpstlichem Throne, Amalfi, Pisa, Genua, Venedig, Portugal,
Spanien, Holland, Frankreich, England.“
7

Wie ein guter Arzt diagnostizierte Ruhland an ihnen die immer gleichen drei Entwick-
lungsstufen, von der physiologischen zur pathologischen Entwicklung:

Naturalwirtschaft, Geldwirtschaft, Kapitalistenwirtschaft16

„Der grundlegende Begriff der volkswirtschaftlichen Pathologie ist der „Kapitalismus“.


„Der Privatkredit ist die Seele des herrschenden Kapitalismus. Wer diese Krankheit
ehrlich beseitigen will, kann den Privatkredit unmöglich beibehalten“17, der mittels
des Zinssystems „auf allen Gebieten bestrebt ist, volkswirtschaftlichen Arbeitsertrag
von dem Konto „Arbeitserfolg“ ohne Gegenleistungen auf das Konto „Kapitalgewinn“
zu übertragen“18.

Womit Ruhland den wirklichen Gegensatz von Kapital und Arbeit aufzeigte. Was die
Gewerkschaften bis heute entweder immer noch nicht begriffen haben oder deren
Führung sich, entgegen den Interessen ihrer Mitglieder, an dessen Tabuisierung be-
teiligt.

Heutige weltmaßgebliche Banken, wie beispielsweise die der Federal Reserve Grup-
pe (FED) und die Banken der Londoner City mit der Bank of England sind bekannt-
lich reine Privatbanken bzw. private Bankgruppierungen.

Als politökonomischer Arzt erkennt Ruhland bei der Erkrankung verschiedene


Schweregrade innerhalb der pathologischen Entwicklung der Kapitalistenwirtschaft in
den historischen Zeiträumen:

Handels- und Leihkapital, Industriekapital, Bank- und Börsenkapital.

„Die Periode des Handels- und Leihkapitals brachte das arbeitende Volk durch
Wucherrecht und Wucherzins mit Hungersnotpreisen für Getreide in schwere
Verschuldung und persönliche Abhängigkeit von den Kapitalisten. Die Periode
des Industriekapitals zielte auf eine Proletarisierung des Mittelstandes in Stadt
und Land ab und schuf die abhängigen Arbeitermassen in den Städten, auf
dem Lande großkapitalistische Latifundien. Die Periode des Bank- und Bör-
senkapitals vollendete die Abhängigkeit des Staates von den Großkapitalisten
durch Wahlbestechungen und Gelddarlehen aller Art, um sich das Recht der
Wucherfreiheit zu sichern und die Machtmittel des Staates zur Betreibung sei-
ner Wuchergewinne im In- und Auslande zur Verfügung zu haben. Die Kapita-
listen sind mithin... parasitäre Erscheinungen... Als echte Parasiten haben sie
zu ihrer Existenz ein ‚Wirtsvolk’ nötig. So begegnen wir bei dem jüdischen
Volke, als es noch agrarisch war, den Phöniziern und Kanaanitern als Kapita-
listen. Dann fanden sich die jüdischen Händler und Geldwechsler auf den gro-
ßen griechischen Handelsplätzen ein. Zu Anfang der römischen Kaiserzeit
konnte Juvenal ausrufen: ‚Es ist als ob der Orontes (Hauptfluß in Syrien) sich
in den Tiber ergossen hätte!’ So hatten sich die orientalischen Kapitalisten in
Rom zusammengefunden. Wir begegnen diesen Orientalen wieder im islami-
schen Weltreich. Sie folgen dem Zuge des Welthandels über Portugal und
Spanien nach Holland, Frankreich, England und Deutschland. Überall bringen
sie ihr Kapitalistenrecht mit, das seit Jahrhunderten schon sich in Handels-,
Wechsel- und Börsenrecht teilt. Sobald die volkswirtschaftlichen Verhältnisse
des ‚Wirtsvolkes’ ihrem Ende zuneigen, verlassen sie die bisherigen Stätten
8

ihrer Wirksamkeit, um sich anderwärts anzusiedeln. Zwischen den Parasiten


und dem ‚Wirtsvolke’ und deshalb auch zwischen Kapital und Arbeit besteht
ein unüberbrückbarer Gegensatz. Man muß sich nur nicht einreden lassen,
daß unter ‚Kapital angesammelte Arbeitsprodukte’ zu verstehen seien, ‚welche
dem Zweck der volkswirtschaftlichen Gütererzeugung dienen’. Kapital ist eine
kleine oder große Gütermenge, welche der Gewinnsucht dient. Kapitalisten
sind Wucherer im weitesten Sinne des Wortes. Unter Wucher verstehe ich ...
jede vertragsmäßige Aneignung eines offenkundigen Mehrwertes. Und mit
dem Worte Kapitalismus bezeichnen wir heute ein gesellschaftliches System,
in welchem die Wucherfreiheit mehr oder minder vollständig zu Recht be-
steht.“19

Und weiter:

„Dass die Kapitalisten darnach trachten, das ganze Volksvermögen in ‚Ware’


zu verwandeln, ist selbstverständlich... Je größer die Warenmasse im Markte
ist, desto größer können die Gewinne der Kapitalisten sein. Für die ‚Ware’ wird
der Preis durch die kapitalistische Spekulation, d. h. durch alle Künste der Ka-
pitalisten bestimmt, ganz ohne Rücksicht auf die Erzeugungskosten oder die
Interessen der Produzenten und Konsumenten...“20

Die Benutzung eines universalen Tauschmittels, Geld genannt, ist eine echte Errun-
genschaft der Menschheit. Die Tauschmittelfunktion muß beibehalten werden. Die
gleichzeitige Wertaufbewahrungsfunktion des Geldes muß jedoch unter Volkskontrol-
le genommen werden, weil dessen Liquiditätsvorteil gegenüber anderen Produkten
noch stets zum kapitalistischen Zinswucher geführt hatte.

Einer Infektion vergleichbar, mit ihren, von Ruhland gefundenen, pathologischen


Schweregraden, bis endlich mit der Herrschaft des „Bank- und Börsenkapitals“, „Die
Börse als zentrales Organ des Kapitalismus“21 das letzte Stadium vor dem endgülti-
gen Zusammenbruch erreicht ist.

Wie es unsere historischen Erfahrungen belegen, können beim Zusammenbruch die


folgenden Krisenstufen unterschieden werden: Börsenkrach, Bankenkrach, daraus
folgende Rückforderungen von Krediten, mit dem Ergebnis des Massenzusammen-
bruchs.

Die Kenntnis der Entstehungsgeschichte, der Auswirkungen und Heilungsmöglichkei-


ten des Kapitalismus verdanken wir Ruhland. Theoretisch ist sogar in jedem Stadium
noch eine Gesundung möglich, die aber in der Geschichte der Menschheit noch im-
mer von den mittels Wucher parasitierenden Kräften verhindert wurde. Die sich in
Ewigkeit des Zinses zur Erzielung von leistungslosen Einkünften bedienen möchten.
Erstaunlich, daß sie darin keineswegs einen Widerspruch zu den von ihnen strapa-
zierten „Menschenrechten“ erblicken.

Als guter Arzt kennt Ruhland auch die Ansteckungswege:

„Das kapitalistische Recht im Allgemeinen, das Handels- und Kreditrecht im


Besonderen ist ... nirgends mit einem Volk ‚geworden’. Dieses Recht wurde al-
len Völkern immer von einem sogenannten ‚höher entwickelten’, in Wahrheit
kapitalistisch durch und durch erkranktem Volk übertragen“. 22
9

Später wurde dann das Kapitalistenrecht, genau wie von ihm beschrieben, erneut
auch seinem eigenen Volk eingepflanzt, nachdem die Abheilung schon vorbildlich
gelungen war. Obwohl die wirtschafts- und finanzpolitische Alternative noch nicht
einmal soweit getrieben wurde, das Zinssystem gänzlich abzuschaffen, wie es Gott-
fried Feder23 zu Recht gefordert hatte24. Es genügte schon, daß bei dem Handel des
Reichs, bei dem Ware gegen Ware bzw. gegen Verrechnungseinheiten getauscht
wurde, die internationale Hochfinanz nicht mitverdienen konnte, wie es später Chur-
chill offenbart hatte. Kriegswürdig war auch, daß man sich weigerte, seine bewährte
Arbeitswährung aufzugeben und zur Golddeckung zurückzukehren25. Die Hochfinanz
ließ es alsbald vom Gesundungsprozeß „befreien“.

Ruhland gelingt es, alle „charakteristischen Symptome bei Erkrankung des Volkskör-
pers am Kapitalismus“ und zwar aller o. g. 22 Kulturen (!), zusammenzufassen. Er tut
dies, wissenschaftlich nüchtern, mit den Begriffen, die ihm seine Zeit (1908) zur Ver-
fügung stellte. Die Übersetzung auf die Begrifflichkeit heutiger Zustände in den der
weltweiten imperialistisch-globalen Zinsabhängigkeit unterworfenen Völkern wird
leichtfallen.

So hat man z. B. in Rom nicht von Proletariern im Marxschen Sinne gesprochen,


sondern u. a. von Schuldsklaven, ehemaligen Freien, welche die Zinsen nicht mehr
zahlen konnten und an die ihr Gläubiger Hand anlegte und sie so zum Sklaven
machte. Ebenso, wie wir heute nicht mehr von Proletariern reden, sondern die per-
sönliche Katastrophe vieler unserer Landsleute und der ihrer Familien verharmlo-
send, von Überschuldeten (heute sind es bereits 3,13 Millionen Haushalte in
Deutschland), sozial Schwachen usw. sprechen. Sie sind, vergleichbar den früher im
Schuldturm eingesperrten Verschuldeten26, ähnlich gesellschaftlich isoliert.
Natürlich meint er mit Rentnern auch nicht unsere heutigen Altersrentner, sondern
Bezieher leistungsloser, weil vom Zinssystem profitierender, Einkünfte.

Parallelen zur „Neuen Weltordnung“, in der heute das wuchernde imperialistische


Kapital mit seinen Instrumenten Weltbank, IWF, BIZ usw. sich die Welt ihrer Zins-
knechtschaft unterwirft, sind sicher leicht auszumachen. Neu sind deren Folgen al-
lerdings nicht, wie Ruhland gezeigt hatte, nur, daß sie sich heute „globalisiert“, auf
die meisten Staaten erstrecken. Die Bilder gleichen sich, so wie sie sich nun schon
seit Jahrtausenden gleichen.

Leider konnten die entsetzlichen Leiden des Kampfes ums schiere Überleben der
meisten Menschen, ihrer Angehörigen und Familien in den von ihm untersuchten Kul-
turen von Ruhland, weil es sich ja um eine wissenschaftliches Werk handelte, nicht
so beklagt werden, wie es den sich bis jetzt immer wiederholenden Realitäten ent-
sprochen hätte. Dies betraf stets sowohl die zusammenbrechenden Stammländer,
als auch die jeweils unterworfenen und ausgeplünderten Völker. Aber auch so wird
die ganze Menschenverachtung, um das mindeste zu sagen, zu der die Installation
immer des gleichen Ausbeutungssystems führt, nur zu deutlich.

Es ist geradezu unheimlich, wie sich die Formen des Untergangs bei den von Ruh-
land untersuchten geschichtlichen Kulturen wiederholen, ob man nun bei Ruhland
über Rom oder das spanische Weltreich nachliest.
10

Er beschreibt die zurückgehende Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln, den aus-


ufernden Staatskredit mit ständig wachsenden Schuldzinsen und die Kalamitäten der
Überfremdung des eigenen Volkes. Es ist schon früher so abgelaufen. Aber es folgt
keinem Naturgesetz, so als ob es regnete. Nein, alles ist menschengemacht und so-
mit auch veränderbar und zwar dringend überfällig. Es muß verhindert werden, daß
sich nach dem nächsten absehbaren Zusammenbruch das parasitäre Karussell, Kre-
dite, Zinsen, Verschuldung, Ausplünderung, Zinsknechtschaft und Untergang erneut
beginnt zu drehen.

Zusammenfassende Darstellung der immer gleichen Symptome des Niederganges


durch die zunehmende Kapitalistenwirtschaft in den o. g. 22 historischen Kulturen:27

„a) Herrschender Zug der Zeit: möglichst viel Geld verdienen, gleichgültig wie
und wo? Die Berücksichtigung der landwirtschaftlichen und agrarischern Ver-
hältnisse tritt mehr und mehr zurück. Die Interessen von Handel und Industrie,
Banken und Börsen werden massgebend. Fast alles wird zur beliebig verkäuf-
lichen Ware im Strudel des vom Geld allein beherrschten Marktes.

b) Allgemein zunehmende Verschuldung. Wucherfreiheit, Zunahme des Rent-


nertums. Vernichtung des selbständigen Mittelstandes. Ausbreitung des Prole-
tariats.

c) Bei wachsendem Reichtum rasche Zunahme des Luxus. Latifundienbildung


auf dem Lande. Verschwinden des Bauernstandes. Abströmen der Bevölke-
rung vom Lande nach der Stadt und dem Auslande.

d) Die Menschen werden immer habgieriger, immer rücksichts- und skrupello-


ser im Erwerb, allgemeine Verschlechterung der Moral und der Bürgertugen-
den. Korruption. Wahlbestechungen. Fortgesetzte Fälschungen der öffentli-
chen Meinung im Erwerbsinteresse.

e) Mit der wachsenden Abhängigkeit der Brotversorgung des Volkes von der
ausländischen Zufuhr mehrt sich die Zahl der Notjahre und verschärfen sich
Preisschwankungen.

f) Der Staat dient nicht mehr in erster Linie der Gerechtigkeit, sondern viel-
mehr den Erwerbszwecken der Reichen. Die Kriege werden eine Form des
wirtschaftlichen Erwerbs der Reichen.

g) Um die wachsende Zahl der Proletarier mit der herrschenden Politik im In-
teresse des Reichtums zu versöhnen, beginnt ihre Versorgung aus der
Staatskasse bei Einführung zwangsberufsgenossenschaftlicher Organisatio-
nen. Die Anforderungen an die Staatskasse wachsen rasch.

h) Die staatliche Politik des Reichtums führt zu kapitalistischen Handelsverträ-


gen, zur kapitalistischen Kolonialpolitik, zur Weltpolitik. Bedenkliche Zunahme
der Kriegsjahre.

i) Wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung. Sozialismus, Kommunismus,


Anarchismus, Eheflucht. Abnahme der Bevölkerung. Menschenmangel. Bür-
gerkriege. Die Auflösung steht bevor.“
11

Dies sind die Symptome, an denen in allen historischen Kulturen schon immer nur
herumkuriert wurde. Im Wucher, dem Zinssystem, dem eigentlichen Kapitalismus mit
seinem (Zins)mehrwert, „der völkermordenden Krankheit der Goldgier“28, erkannte
der geniale Forscher Ruhland die stets gleichen letzten Ursachen des Untergangs
aller der von ihm untersuchten historischen Kulturen.

Die „One World“ der maßgeblichen Finanzgruppe, welche heute die USA als ihr
Machtinstrument nutzt, konnte er zu seiner Zeit so noch nicht ausmachen. Ruhland
sah aber schon zu seiner Zeit große Auseinandersetzungen zwischen den führenden
Welthandelsstaaten voraus.

Ob ihm der jüdisch/amerikanische Coup vom 23. Dezember 1913, die Aushändigung
des gesamten Finanzsystems der USA an ein privates Konsortium, der Federal Re-
serve Gruppe (FED), mit dem alleinigen Recht, Geld zu „schöpfen“, kurz vor seinem
Tode bekannt geworden ist, kann nicht belegt werden. Wir unterstellen aber, falls er
es registriert hätte, hätte er dessen ganze Tragweite, nämlich die Unterwerfung einer
aufstrebenden Weltmacht unter die Befehlsgewalt einer kleinen Hochfinanzclique
und deren ungezügeltes Weltherrschaftsstreben, sicher vorausgesehen.

Heute bräuchte er seinen Erkenntnissen zur „Pathologie des sozialen Volksköpers“


lediglich die Quelle Nummer 23 hinzuzufügen, von deren definitivem Verfall wir Zeit-
zeugen sind.

Zur Schadenfreude ist allerdings wenig Anlaß. Die meisten Opfer wird wieder einmal
das Deutsche Volk zu erbringen haben. An die heutigen, nun schon jahrzehntelan-
gen gigantischen Zahlungen für Fremdinteressen und Fremde, wo sie sich immer
aufhalten mögen, werden deren Nutznießer sich mittlerweile eh als Dauereinrichtung
gewöhnt haben. Daher werden sie von der überfälligen Beendigung nicht sonderlich
erbaut sein. Die unwissenden Fremden sollten dringend darüber aufgeklärt werden,
daß die Deutschen lediglich das ihnen nach den international anerkannten Regeln
des Völkerrechts rechtlich (und moralisch sowieso) Zustehende einfordern werden.
Nämlich die derzeit nicht gewährte Beachtung ihrer Landesgesetze29. Dessen heuti-
ge Nichtgewährung ist deren Führungen selbstverständlich geläufig. Handelt es sich
doch um ihre ständig sprudelnde Geldquelle. Über die Berechtigung des Geltendma-
chens der völkerrechtlich vorgesehenen Rückgaben und Entschädigungen30, sollten
die derzeitigen Nutznießer ebenfalls nicht im unklaren gelassen werden.

Ruhland erklärt wörtlich: „Wir können unser ganzes politische Programm dahin zu-
sammenfassen, dass wir sagen: Beseitigt die Wucherfreiheit, die sich hinter dem
Satz versteckt: ‚Möglichst billig einkaufen, und möglichst teuer verkaufen’ ...31“.
Bestimmt wird der erste Teil des zusammengesetzten Substantivs „Wucherfreiheit“,
von den nach internationaler Freiheit rufenden „westlichen Demokraten“ immer wie-
der rein zufällig vergessen. Brecht hatte es seinen Mackie Messer, so sagen lassen:
„...was ist der Dietrich gegen die Aktie, was ist der Einbruch in eine Bank gegen die
Gründung einer Bank ...“

Auch andere bedeutende Dichter hatten sich mit Erscheinungsformen des Kapitalis-
mus, wie wir ihn heute, nach Ruhland, definieren, auseinandergesetzt. Goethe wußte
genau, warum er gerade Mephistopheles das (ungedeckte) Papiergeld erfinden ließ,
mit dem dann auch augenblicklich der erste Grund und Boden (!) „erworben“ wurde.
12

Nämlich vom klardenkendsten Menschen des ganzen Hofstaates, dem Narren. Goe-
the hätten die heutigen Massen an Fiat money also bestimmt nicht überrascht. Hatte
er doch das raffinierte System des Umtauschs von ungedecktem bedrucktem Papier
gegen reale Werte schon zu seiner Zeit durchschaut.

Noch ein weiteres Beispiel soll erwähnt werden. Shakespeare, der das Gläubigerver-
halten von bestimmten Kaufleuten in Venedig thematisierte, hätte sich kaum gewun-
dert, welche alttestamentarischen Plagen auf das alte Europa und besonders dessen
Mitte, noch zukommen sollten.

Mit zunehmender Arbeitsteilung in der Menschheitsentwicklung gewannen Profiteure


eine, zunächst noch kleine, herrliche Nische. Schon immer versuchte eine Minderheit
des großen Markt- und Handelsgeschehens vorzutäuschen, daß der Wucher auch
eine Arbeit sei, die einige zu leisten hätten. Aus der Nische wurden stets krebsartige
Wucherungen, die zu immer größeren Kavernen metastasierten. Gesundes (volks-
wirtschaftliches) Gewebe wird man auch heute kaum mit der Lupe ausmachen kön-
nen. Ist die Abwehr unterwandert bzw. übernommen und nach von außen kommen-
den Interessen umprogrammiert, ist die Volkswirtschaft (und nicht nur sie!), ein-
schließlich deren Steuerung, schutzlos ausgeliefert.

Vermehrte „Geldschöpfung“, ohne daß auch neue volkswirtschaftliche Realwerte


entstehen, bedeutet Wertverlust. Eines der Kennzeichen der heutigen „Wertege-
meinschaft“. Während andere Geldfälscher als Kriminelle verfolgt werden.

Die progressiven Reformkräfte, welche heute eine zukünftige Herausgabe von Geld
nur durch legitimierte Vertreter des Volkes befürworten, können sich auch darin auf
Ruhland berufen. Geld wird einzig als Zahlungsmittel im nationalen Volksinteresse,
als vom Staat herausgegebenes Volksgeld, im Gegensatz zu heute bankeigenem (d.
h. privatem und sofort zinsbelastetem) Geld, herausgegeben.

Eine Geldreform wird ihre essentiellen drei Bestandteile, Zinsverbot, Volksgeld und
Bodenreform verwirklichen. Es muß eine das Zinsverbot begleitende laufzeitabhän-
gige Nutzungsgebühr von Geld geben, die den Liquiditätsvorteil des Geldes gegen-
über anderen Produkten endlich beseitigt. Diese sollte beim Bargeld am höchsten
ausfallen, um den Umlauf des Geldes, also deren Einsatzhäufigkeit, anzuregen. Ent-
sprechend niedriger muß sie bei Guthaben ausfallen, da ja auch die Spartätigkeit
angeregt werden soll. Immer wird es sich um nur geringe Anteile handeln.

Geldreformer bekennen freimütig, daß auch noch mancherlei offene Probleme der
theoretischen Bearbeitung harren. Zumal bei solchen Fragen, auf die höchst erfolg-
reiche Großversuche, wie z. B. das vielzitierte Experiment von Wörgl, naturgemäß
noch keine Antwort geben konnte.

So ist beispielsweise anzunehmen, nach unserer Kenntnis aber noch nie berechnet
worden, ob in einer, für den Bedarf des eigenen Volkes arbeitenden nationalen
Volkswirtschaft (also ohne zinsparasitären Dauerabzug, Fremdinteressenbedienung,
schmarotzende Institutionen und sabotierende Verschwendung), nicht möglicherwei-
se bereits die Mittel aus der Gleichstellungsabgabe (des Geldes gegenüber anderen
Produkten, die dessen Liquiditätsvorteil aufhebt) eine Steuererhebung vollständig
überflüssig machen würden.
13

Erst ein gesicherter Geldumlauf wird eine reibungslose Marktwirtschaft ermöglichen.


Ganz im Gegensatz zur heutigen Zinswirtschaft des künstlichen Geldmangels, in der
die Geldhorter dieses nur gegen einen erpreßten Zins in Umlauf geben lassen und
zwar unter Außerkraftsetzung der Marktgesetze. Die Fehlfunktion der privaten und
nie verderbenden Wertaufbewahrung mit ihrem Abzug aus dem Wirtschaftskreislauf,
wurde – gegen die Interessen der Volkswirtschaft – für rechtens erklärt.

Die Tätigkeit der Banken wird sich verändern. Ihre Funktion wird darin bestehen, mit-
tels Krediterteilung das Geld in den Kreislauf der Volkswirtschaft zurückzuführen. Nur
wird eben die Zinsnahme untersagt sein (eine Bearbeitungsgebühr ist kein Zins).
Kredite werden nur in der Höhe ausgereicht, in der Sparer ihr Geld vorübergehend
den Banken anvertraut hatten. Die Praxis, nicht vorhandene Mittel „geldschöpfend“
als zinsbelasteten Kredit zu erteilen, wird beendet.

Vorschießende Geldschöpfung für Großvorhaben, die einen Wertzuwachs für die


Realwirtschaft und kulturelle Fortschritte der Volksgemeinschaft erwarten lassen,
wird der unter Volkskontrolle stehenden Staatsbank als Ausnahmefall vorbehalten
sein.

Dies wird auch ausschließen, daß die Natur weiter geplündert und zur Zinsbedienung
in Ware verwandelt wird. Besonders bedrückende Beispiel sind in den Regenwald-
ländern zu beobachten. Überhaupt kann man davon ausgehen, daß in den Fällen
gravierender Naturzerstörung, deren letzte Ursache stets in der Zinswirtschaft zu su-
chen ist.

Daß die Wirtschaft für das eigene Volk tätig zu sein hat und nicht umgekehrt, bräuch-
te für den Nationalökonomen Ruhland nicht erst hervorgehoben zu werden.
Heute ist tägliche Praxis, daß jeder, aber auch wirklich jeder einzelne Schritt im Wirt-
schaftskreislauf mit Produktion, Distribution, Zirkulation und Konsumtion auf Dauer
mit unsichtbaren Kreditzinsen belastet ist.

Es ist so eingerichtet, daß diese Zinsen um ihrer Bedienung willen („Bedienung“


kommt vom Dienen der Diener) die Preise belasten (müssen). Den Saugnäpfen des
Kraken Zinssystem ist heute nicht zu entgehen. Wobei die Führung des Landes noch
zusätzlich, als Steuern, Abgaben, Gebühren usw. getarnt, absaugt.

Die jeweiligen Führungen hatten, überwiegend im Fremdinteresse, in unverantwortli-


cher Weise Kredite aufgenommen und die Zinszahlungen selbst verursacht. Heute ist
der Zinsendienst32 bereits der zweithöchste Etat im Haushalt der BRD33. Die Einkünf-
te aus deutschen Steuern, Abgaben usw. werden absehbar nicht so gesteigert wer-
den können, daß sie ausreichen, um die weiter wachsenden Zinsen der fortschrei-
tenden Verschuldung, sowie Fremdinteressen, zu bedienen.

Finale Ereignisse im Lande und das systemimmanente Verfallsdatum sind, wie stets
in der Geschichte, wie es Ruhland erkannt hatte, vorprogrammiert.

Da viele Sparer sich auch als Nutznießer des Zinssystems wähnen, soll noch daran
erinnert werden, daß die meisten von diesen (etwa 80 %, bei ca. 10 % ist das Ver-
hältnis in etwa ausgeglichen), ihre vermeintlich so leicht gewonnenen Zinsen in Wirk-
lichkeit selbst bezahlen müssen. Sie tun dies, indem sie konsumieren, wozu auch die
Inanspruchnahme von Dienstleistungen gehört. Die von allen, also auch den Gutha-
14

benbesitzern, zu zahlenden Zinsen verstecken sich auf jeder Stufe der o. g. Prozes-
se.

Nur bei ganz wenigen (ca. 10 %, mit erheblichen Unterschieden in dieser Gruppe)
sind die Guthabenzinsen so hoch, daß diese die überall versteckten Zinsbeträge des
Konsums weit übersteigen. Bei ihren Besitzern, den Kapitalisten, sammeln sich lau-
fend gigantische Geldmengen an, die nach kapitalistischer Verwertung, also nach
neuen Zinsen schreien. Diese sollten allerdings eine gehörige Höhe aufweisen. Falls
das nicht gewährleistet ist, wird das Geld als Kredit eben nicht verleihend in den Um-
lauf gegeben. Es verdirbt ja auf den Konten nicht. Das Geld ist aber dem Wirt-
schaftskreislauf entzogen. Während auf der anderen Seite, wegen des fortschreiten-
den Mangels an Zahlungsmitteln, die Wirtschaftstätigkeit und der Konsum immer
stärker abnehmen und die Verarmung immer weiterer Volksschichten voranschreitet.

Bekanntlich muß in einem endlichen System jedes exponentielle Wachstum und


beim Zinseszins handelt es sich um ein solches, naturgemäß scheitern.

Das internationale Großkapital, die globale Hochfinanz, weiß natürlich um den Sach-
verhalt des zwangsläufigen Zusammenbruchs ihres Systems. Sie versucht ihm nicht
nur zu entgehen, sondern ihn auch noch für ihre weitere Unterwerfungspolitik durch
Massenenteignungen zu nutzen, in dem sie ihre Papier(geld)massen in reale Werte,
wie z. B. Immobilien umtauscht, wobei es sich um ganze Landstriche mit deren Pro-
duktion, die übernommen oder nach Gutdünken zerlegt und ausgeschlachtet wird,
handeln kann. Einschließlich der gesamten Infrastruktur, wie Kabelnetze, Ver- u.
Entsorgungsleitungsnetze, nicht zu vergessen die Medien zur Massenbeeinflussung
usw.

Besonders interessant sind ihnen vor allem Produkte, für die nach dem Zusammen-
bruch die Menschen vor ihnen im Staub liegen werden, wie Wasser und Nahrungs-
mittel, aber auch die für eine Selbstversorgung wichtigen Rohstoffe, Energie, Acker-
land, Wald usw. Um vom Thema Arbeitsplätze erst gar nicht zu reden. Die auf
Schnäppchenjagd in Deutschland und auch in anderen Staaten tätigen internationa-
len „Geierfonds“ zeugen davon34.

Das herrschende Recht, also das Recht der Herrschenden, ermöglicht ihnen dies.
Häufig handelt es sich dabei gerade um reale Werte der unterworfenen, abhängig
gemachten oder sonstwie unterwanderten Länder.

Unterworfenen oder abhängig gemachten Völkern bleibt also gar nichts anderes üb-
rig, als auf der Selbstbestimmung des eigenen Volkes und der Nichteinmischung in
ihre inneren Angelegenheiten zu bestehen sowie das „Kapitalistenrecht“ mit seiner
Zinswaffe als Machtinstrument gegen sie zu entlarven.

Eben darum ist es manifestes Interesse der globalen Hochfinanz, eine Selbstbe-
stimmung der Völker nicht zuzulassen und diese u. a. durch „Abschaffung ihrer völki-
schen Exklusivität“ (Hooton) aufzulösen.

Das Deutsche Volk ist insofern ein Sonderfall, als die Vorenthaltung der Selbstbe-
stimmung gänzlich offenkundig ist, es ist ihm von den Alliierten in all den Jahrzehnten
sogar mehrfach schriftlich gegeben worden. Gerade deshalb sind wegen des Ein-
griffsverbotes des Art. 43 der Haager Landkriegsordnung allerdings auch alle finan-
15

ziellen und sonstigen Transaktionen, (wie beispielsweise „Privatisierung“ von Volks-


vermögen) u. a. zugunsten von Vertretern der Feindstaaten35 und weiterer, gegen
das Reich kriegführende Vereinigungen, auf dem deutschen Staatsgebiet durch das
Völkerrecht ebenso offenkundig nicht gedeckt. Was den Verursachern bestens be-
kannt ist, die nicht nur alles tun, um diesen Zustand aufrechtzuerhalten, sondern
auch noch die verbliebenen Reste deutschen Volksvermögens und privaten Besitzes
an sich zu bringen.

Das Deutsche Volk hat indes gar keine andere Wahl, als auf der Einhaltung des Völ-
kerrechts zu bestehen und die Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit seines
Deutschen Reichs einzufordern. Es ist die Bedingung seiner Fortexistenz als Volk.

Dem heute zunehmenden Zinsdruck durch expansives Wirtschaftswachstum zu be-


gegnen oder/und durch Eroberungen neue (Zins)Knechte und Tribute zu akquirieren,
wird die Agonie bestenfalls hinauszögern. Dennoch handelt es sich dabei um die kla-
re Politik der Verursacher. Sie setzen unbeschwert auf Wachstum (ihrer Einkünfte).
Sei es in Form weiterer Zinsen durch aufgenötigte Kredite, seien es die Aneignung
der Bodenschätze, Guthaben, Schätze und Kulturgüter der Unterworfenen, der Pa-
tente und Muster, als Privatisierung (Umtausch s. o.) verharmlost, als Reparationen
und Wiedergutmachungen getarnt, der Freiräumung als sog. Standort für sie und in
Gestalt von ewigwährenden Ablaßforderungen aufgrund mit religiöser Inbrunst be-
haupteter Verbrechen der Besiegten. Auch das völkerrechtswidrige Versorgenlassen
der Millionenheere von Geburtenüberschüssen einiger der Sieger durch die Besieg-
ten in deren Land, soll helfen, die selbstverursachten Probleme im eigenen Land auf
die Besiegten abzuwälzen.
Der Geschichtsverlauf der von Ruhland untersuchten Kulturen legt ein beredtes
Zeugnis davon ab, daß gerade die Siegermächte bis jetzt immer noch selbst unter-
gegangen sind.

Die heute maßgebliche Hochfinanz könnte sogar den Zusammenbruch ihres Finanz-
systems gesteuert ablaufen lassen und danach zur Illusion der „bewährten und soli-
den Golddeckung“ zurückkehren und sogleich mit ihrer kapitalistischen Zinswirtschaft
weitermachen. Sie hatte vorher ja auch alles Gold der Welt, dessen sie habhaft wer-
den konnte36, gegen bedrucktes Papier getauscht.

Damit nicht nach dem nächsten Zusammenbruch mit der Zinsausbeutung alles ge-
steuert wieder von vorn beginnt, sieht die zinsfreie Volkswirtschaftslehre neben dem
Zinsverbot und dem Volksgeld auch eine spekulationsverhindernde Bodenreform vor,
damit eine Machtakkumulation mittels Grund und Boden, anstelle des Geldes, ver-
hindert wird. Deren Bedeutung ist nach dem Gesagten gar nicht hoch genug einzu-
schätzen. Es versteht sich von selbst, daß diese mit den Enteignungen des Kommu-
nismus, der diese als „Reform“ tarnte, nichts gemein haben wird. In Deutschland ge-
hört der Grund und Boden, einschließlich der von Deutschen geschaffenen Infra-
struktur usw. ganz einfach den Deutschen. Näheres ist in den Bestimmungen des
Reichsrechts geregelt.

So klar die nationale- und Völkerrechtslage hierzu ist, ebenso eindeutig ist, daß das
Recht derzeit nirgends einklagbar ist. Dafür sorgt die höchst reale Herrschaft des
Colts.
16

Es ist überaus bemerkenswert, daß wir zwar täglich, von früh bis spät und von der
„Wiege bis zur Bahre“ dem Zinssystem ausgesetzt sind, indes über das Ausmaß der
heutigen Zinsbelastung aller Produkte kaum genaue Informationen vorliegen. Als
Groborientierung wird gegenwärtig mit einem Mittelwert von etwa 40% gerechnet.
Was im Einzelfall davon erheblich abweichen kann. Aus dem Schrifttum konnten wir
lediglich folgende präzise Angaben über Zinsen im täglichen Leben gewinnen:

Im Preis ist der Zins enthalten, bei den Müllabfuhrgebühren zu 12%, beim Trinkwas-
ser zu 38%, bei der Kanalbenutzung für Abwasser mit 47%, bei der Kostenmiete zu
77% 37. Diese mindestens zehn Jahre alten Werte dürften heute überholt sein. Be-
stimmt haben sich die Zinsanteile inzwischen nicht verringert.

Man stelle sich nur diese Anteile der Massenkaufkraft zugeschlagen vor. Die nationa-
le (!) Marktwirtschaft, Kunst, Kultur und Wissenschaft würden geradezu aufblühen.
Weil dann genügend Geld vorhanden ist, wird man sich auch eine arbeitsintensive
Produktion leisten können. Langlebige und reparaturfreundliche Güter können pro-
duziert werden, da dann auch genügend bezahlbare Arbeitskräfte im eigenen Land
vorhanden sind. Wachstum wird überwiegend qualitativ stattfinden. Beispielsweise
könnten endlich separate Leitungsnetze für Grauwasser im ganzen Land in Angriff
genommen werden. Der Übergang zu naturschonenden geschlossenen Kreisläufen
würde möglich und wäre eine wirkliche Gemeinschaftsaufgabe des ganzen Volkes.

Wenn Ruhland sich für aus der Geschichte bekannte, nichtdeutsche Kulturen inter-
essierte, so bedeutete dies nicht, daß ihm die Geschichte seines eigenen Volkes
nichts galt, eine Einstellung, die heute von interessierter Seite gefördert wird. Das
Gegenteil ist der Fall. Gustav Ruhland war natürlich mit der Geschichte des Deut-
schen Volkes bestens vertraut. So muß er gewußt haben, daß wir neben dem ver-
derblichen Kapitalismus der Zinswirtschaft, schon einmal bessere Zeiten gesehen
haben.

Es war in unserer Geschichte, neben der germanischen Volksgemeinschaft freier


Männer und Frauen, die glückliche Zeit der Brakteaten (einseitig geprägtes Dünn-
blechgeld) im Hochmittelalter. Diese Zeit begann 1154 in Magdeburg und dauerte bis
etwa 1450. Sie umfaßte also etwa 300 Jahre, in der sich die wenigen Städter sogar
die heute noch bewunderten Bauwerke der Gotik leisten konnten. Es war auch die
Zeit des erfolgreichen Bundes der Hanse. Die etwa halbjährliche Verrufung (Aufru-
fung zum Umtausch mit Abzügen, aus dieser Zeit stammt der heute anders ge-
brauchte Ausdruck) des umlaufenden Geldes für Steuerzwecke, schloß eine Hortung
und damit dauernde Wertaufbewahrung aus. Das Geld diente seinerzeit ausschließ-
lich als Tauschmittel und damit seinem eigentlichen Zweck. Der durchaus begrü-
ßenswerte Nebeneffekt bestand darin, daß der Geldumlauf wesentlich beschleunigt
wurde, weil jedermann mit seinem Geld, noch bevor es verrufen wurde, gern noch
gezahlt hätte.

Selbstverständlich waren Ruhland Luthers Äußerungen zum verderblichen Wucher


und deren Trägern geläufig. Auch Thomas Münzer, dem geistigen Führer des Bau-
ernkriegs in Mitteldeutschland, waren die Folgen des Wuchers nur allzugut be-
kannt.38 Charakteristisch, daß zu den Forderungen der aufständischen Bauern neben
der Rückkehr zu Elementen der bewährten Volksgemeinschaft und der Herausgabe
der gestohlenen Allmende, auch die Ablehnung des Wuchers gehörte.
17

„Es sol im Land niemand Kaufmannscaft treiben, auf daß sic mit der Sünd des
Wucers niemand beflekkt. Aber damit in solcem nit Mangel erscein und gut
Ordnung gehalten werd, auc niemand überscätz und betrogen, sunder alle
Ding in eim recten Kauf und gut War gefunden werden mug ...“39

Die Forderung eines strikten Zinsverbotes hat also in Deutschland durchaus Tradition
und geht nicht allein auf Gustav Ruhland und Gottfried Feder zurück. Weitere Ver-
dienste um eine langfristig gesunde Geldwirtschaft hatten sich auch andere Deut-
sche erworben, von denen noch Silvio Gesell40 namentlich erwähnt sein soll, auf
dessen Verdienste und leider auch mancherlei Illusionen, hier aber nicht eingegan-
gen werden kann und auch der deutschsprachige Jude Heinrich Färber ist hervorzu-
heben.

Wir, die Deutschen, verfügen also sowohl über die entsprechenden Einsichten, wie
sie uns von unseren Forschern vermittelt werden, als auch über ältere und neuere
geschichtliche Erfahrungen. Zu den neueren gehört das eigene Volksgeld in Gestalt
der Arbeitswährung (und reiner Binnenwährung) Reichsmark und erste Ansätze einer
Bodenreform mit dem Reichserbhofgesetz vom 29. Januar 193341. Bezeichnend, daß
es von den Siegermächten völkerrechtswidrig alsbald durch das Kontrollratsgesetz
Nr. 4542 kassiert wurde.

Hier sei u. a. auch an unser bewährtes deutsches Genossenschaftswesen erinnert,


das noch in der DDR, bis zu deren Überstellung an die BRD, seine vorbildliche Funk-
tionsfähigkeit unter Beweis gestellt hatte. Erfahrungen, die uns bedeuten, welche
davon erfolgreich weiterzuentwickeln sind, um ein auf Dauer gesundes eigenes Wirt-
schaftssystem zu schaffen und welche nicht. Das Rad, mit dem die Völker heute den
zinstragenden Kapitalismus hinter sich lassen können, ist in Deutschland längst er-
funden.

Ruhland ist auch ein Vorbild an wissenschaftlicher Seriosität, der keineswegs den
Ruhm der Entdecker der Pathologie des kapitalistischen Zinssystems zu sein, für
sich allein beanspruchte. Neu ist die wesentliche Erweiterung, Systematisierung und
Zusammenfassung.

Beispielsweise konnte er den genialen Spartanerkönig Lykurg nicht genug loben.


Ebenso, wie auch später Silvio Gesell diesem seine Reverenz43 erwies. Hatte dieser
doch sein Volk mit seiner Gesetzgebung weise vor dem Kapitalismus des Wuchers
vorausschauend für alle Zeiten gewarnt und als sein Vermächtnis seinem Volk hinter-
lassen:

„Die spartanische Verfassung war so mit aller Energie bemüht den Volkskör-
per gesund zu erhalten und deshalb das Eindringen der Krankheit des Kapita-
lismus vorausschauend zu verhüten“ 44.

Und doch gingen die Spartaner letztlich an innerer Zersetzung durch das „Eindringen
geldwirtschaftlicher Verhältnisse“ und dem „Ende der Unveränderlichkeit des sparta-
nischen Grundbesitzes“ (!) 45 und zunehmender Schuldenlast zugrunde.

„Und als man den krank gewordenen Volkskörper später heilen wollte, zeigten
sich seine Machtmittel als zu klein für ein selbständiges gesundes Gemeinwe-
sen inmitten einer kapitalistisch durchseuchten Welt“46.
18

Reformen ihres letzten Königs Kleomedes IV., 226 v.u.Z. setzten noch einmal Schul-
denstreichungen, Beseitigung des Handels- und Leihkapitalismus und die Wieder-
herstellung von Zucht und Ordnung durch, wobei 80 reiche Personen verbannt und
ihr Vermögen an 4000 spartanische Periöken verteilt wurde47.
Was den Niedergangsprozeß zunächst umkehrte. Aber bereits nach fünf Jahren
wurden sie mit Krieg überzogen und mit der militärischen Niederlage gegen den
achäischen Bund und seinem mazedonischen Verbündeten im Jahre 221 v.u.Z. wur-
de ihnen der Kapitalismus wieder aufgedrückt. Ähnliches sollte sich nach 2166 Jah-
ren genau so bei einem anderen Staat in Mitteleuropa wiederholen.

Auch die kapitalistischen Ursachen der dauernden Kriege, der von ihm untersuchten
Kulturen, hatte Ruhland offengelegt.

Am Beispiel des islamischen Weltreiches, äußerte sich Ruhland exemplarisch über


Kapitalistenpolitik:

„Sie stellte sich die Frage: Wie können wir die Menschen am besten für uns
arbeiten lassen? Die Antwort lautete: Indem wir die Welt erobern und beherr-
schen.“48

An anderer Stelle lautete seine Analyse:

„Der heute herrschende Kapitalismus in der Gesellschaft bedeutet ewigen


Krieg“49.

„Die Kriege sind Lösungsversuche wirtschaftlicher Fragen, in kapitalistischem


Sinne. Namentlich die griechische Geschichte ist angefüllt mit blutigen Kämp-
fen um neue Märkte und neue Absatzwege für Handel und Industrie. Alle
Schlachten wurden geschlagen auf Befehl kapitalistischer Welteroberer. Die
blutigen Kolonialkriege des XVI. und XVII. Jahrhunderts sind naturgemäß aus
dem Seeraub hervorgewachsen ...“50

Noch vor Ruhland hatte Marx die genannten mörderischen Raubzüge als „ursprüng-
liche Akkumulation“ bezeichnet und somit die Quelle der Vermögen der Neuzeit
namhaft gemacht. Leider hat er nicht gesagt, um welche Banken und deren Eigen-
tümerpersonen es sich dabei handelte. Was die Nachkommen der Sklaven durchaus
interessierte, wie Martin Luther King später feststellte.

Auf Parallelen im 20./21. Jahrhundert muß nicht erst hingewiesen werden. Allein,
Weltgläubiger zu sein, nützt nichts, wenn die Zinsen und andere Tribute, dabei kann
es sich um ganze Völker, deren Arbeitskraft und Vermögen, einschließlich ihrer Bo-
denschätze und Wirtschaften handeln, nicht eingetrieben werden können.
Ihre Vollzieher waren in Rom die Legionen, so wie das gleiche Instrument heute Ar-
my, Navy und Air Force heißt. Derzeit ist auch ihre Aufgabe, die eigenen wachsen-
den Schulden bei anderen vor Geltendmachung zu schützen.

Denn der ehemalige Gläubigerstatus ist längst Geschichte. Die Ausplünderung wird
z. T. durch eine maskierende Neuentwicklung verhüllt. Die Lieferungen umfassen
reale Produkte, sowie reale Wirtschaftsvermögen und Immobilien, während die „Be-
19

zahlung“ mit bedrucktem Papier erfolgt, gleich wie es im Einzelfall genannt wird. Alle
Werte sind also in jedem Falle weg, d. h. es hat sie nur ein anderer51.

Und wann man den (zwangsläufigen) Zusammenbruch seines jetzigen Geldsystems


zur seiner eigenen Entschuldung mittels Abwertung, sowie zur weiteren Aneignung
der Realwerte bei Schuldnern wirklich einläutet, um ihr neues, privates, möglichst
erdumspannendes Geldsystem einzuführen, wünschen noch immer die wenigen Fa-
milien der Hochfinanz zu bestimmen.

Um das Papier vorher rückpräsentieren zu können, müßte man schon Großmacht


sein. Ein Eintreiben mit kriegerischen Mitteln wäre auch dieser wegen der übergro-
ßen Waffenwirkungen verwehrt. Aber auch für die „friedliche“ Rückpräsentation be-
deutender Geldmassen, die den sofortigen Zusammenbruch beim Schuldnerstaat
(und seinen „Verbündeten“, die dessen angesammelte Papier(geld)massen als Wäh-
rungsreserve ausgeben) bewirken würde, muß der Gläubiger über gehörige Macht-
mittel verfügen. Wobei sich von selbst versteht, daß er sein Land nicht von der Hoch-
finanz abhängig gemacht hat und weitgehend autark sein muß. Nur eine asiatische
Großmacht scheint heute nahe daran, diese Bedingungen zu erfüllen.

Gustav Ruhland hat die Systemfrage gestellt, wie sie grundsätzlicher nicht ausfallen
könnte:

Völker der Welt, wollt Ihr Euch auf ewig dem Zinssystem mit seinem ausbeuterischen
Zyklus und deren Nutznießern gefangengeben, oder wollt Ihr Euch endlich daraus
befreien?

Die endgültige Antwort der Geschichte steht bis heute aus.

© 2005 / V.i.S.d.P. Hans Peter Reinecker [19.7.2005]

www.staatsbriefe.de

1
Nur wenige Jahre später wurde man deutlicher, wie in der Zeitung Londoner Saturday Review vom 1. Februar
1896. Unter der Überschrift : „Eine biologische Betrachtung unserer englischen Außenpolitik von einem Biologen“
(Dt., S. 46 s. u.), wurde die Forderung erhoben: „...macht euch fertig zum Kampf mit Deutschland, denn Germania
est delenda (Deutschland muß zerstört werden)“. Zit. n. Grimm, Hans; Warum – Woher – aber Wohin? Vor, unter
und nach der geschichtlichen Erscheinung Hitler; Klosterhaus-Verlag, Lippoldsberg; 1979, S. 51
2
Ruhland, Gustav; System der politischen Ökonomie, Puttkamer u, Mühlbrecht, Berlin (1903 – 1908), Bd. I All-
gemeine Volkswirtschaftslehre (1903), Bd. II Entwicklungsgeschichte der Völker (1906), Bd. III Krankheitslehre
des sozialen Volkskörpers (1908). Unveränderter Nachdruck, „Zeitgeschichte“ Verlag und Vertriebsgesellschaft
m. b. H. Berlin W 35 u. Leipzig, 1933, l. c. Bd. I, S. 9.
3
Zit. n. Frost, J.; Gustav Ruhland`s Leben und Kampf; Landesbauernschaftsverlag Bayern G.m.b.H.. München,
1936, S. 10
4
a. a. O.
5
Fikentscher, Henning. Zur Ermordung Friedrich Schillers. Der heutige Stand der Forschung über Friedrich Schil-
lers sterbliche Reste und die Ursache seines Todes, Verlag für ganzheitliche Forschung, Viöl, 2000.
S. a. Ludendorff, Mathilde; Der ungesühnte Frevel an Luther, Lessing, Mozart und Schiller, Archiv Edition, Verlag
für ganzheitliche Forschung, Viöl, 2003.
20

6
MEW, Bd. 23, S. 788
7
Beispielsweise ließ Friedrich Wilhelm I. wegen Veruntreuung von 800 Thalern den Rath von Schubhut vor den
Augen der Mitglieder der Domänenkammer aufknüpfen. Beheim-Schwarzenbach, Max; Friedrich Wilhelms I.
Colonisationswerk, Hartungsche Verlangs-Druckerei, Königsberg, 1879, S. 26
8
Ruhland; Bd. I, S. 145
9
Ruhland, G.;System der politischen Ökonomie, Bd. III, S. 146
10
Ruhland; Bd. III, S. 331f
11
Vgl. Baumfalk, Gerhard; Der Luftkrieg über England und Deutschland 1939–945; Grabert-Verlag, Tübingen,
2004. S. a. Friedrich, Jörg; Der Brand; Propyläen Verlag; 2002.
12
Ruhland, Bd. I, S. 161
13
Ruhland, Bd. I, S. 95 f.
14
Ruhland; Bd. I, S. 113
15
Ruhland; Bd. I, S. 114 f.
16
Ruhland; Bd. I, S. 59
17
Ruhland; Bd. I, S. 368
18
Ruhland; Bd.III, S. 323
19
Ruhland; Bd. III, S. 301 f.
20
Ruhland; Bd. III, S. 302 f.
21
Ruhland; Bd. III, S. 136
22
Ruhland; Bd. I, S. 59
23
Vgl. Feder, Gottfried; Das Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft des Geldes; Verlag Jos. C. Huber, Mün-
chen 1919. S. a. Feder, Gottfried; Kampf gegen die Hochfinanz; München, 1934.
24
Ein geringer Zins wurde beibehalten. Da sich die geldschöpfende Reichsbank unter Staatskontrolle befand, war
dafür gesorgt, daß die gewonnenen Mittel praktisch als Steuergelder wieder in den Wirtschaftskreislauf des
Reichs zurückflossen, womit der privaten Hortung und Zinserpressung ein Riegel vorgeschoben wurde.
25
Was als sog. Telephonkrieg bekanntgeworden ist. In seiner Nr. 6 (1947) berichtete das britische Magazin To-
morrow über die Rede des britischen Verhandlungsführer Oberstleutnant J. Creagh Scott, die dieser in der Cel-
sea Toen Hall in London am 11. August 1947 gehalten hatte: „Während des gesamten Telefonkrieges 1938/40
fanden ausgedehnte Verhandlungen zwischen dem britischen und deutschen Auswärtigen Amt statt, in denen wir
vorschlugen, die Feindseligkeiten einzustellen, wenn Deutschland sich bereit erklärte, zur Goldwährung zurück-
zukehren.“ Zunächst war noch die Forderung erhoben worden, Hitler als Reichskanzler zu entlassen, was später
aber fallengelassen wurde.
26
Unter dem bezeichnenden Titel „Müllabfuhr der Hochfinanz“ berichtet der Spiegel (13; 2005 v. 26.3. 2005) daß
allein die Inkassoverwaltung der Hoist Kreditverwaltung AG, über Daten von 300 000 verschuldeten Bundesbür-
gern mit einem Schuldenberg von über 3 000 000 000 Euro verfüge.
Allein im Jahr 2004 wurden in der BRD Ratenkredite mit einem Volumen von 129 000 000 000 Euro erteilt, was
eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr von 9% bedeutet.
27
Ruhland, a. a. O. Bd. III, S.118 f.
28
Ruhland, Bd. III, S. 50, womit er Gold und Geld synonymisierte, zu seiner Zeit gab es noch keine oder nur
geringfügige ungedeckte Papiergeldmassen, wie es heute praktiziert wird.
29
Der Artikel 43 des „Abkommen(s), betreffend die Gesetze und Gebräuche des Landkrieges vom 18. Oktober
1907“ (RGBl. 1910, S. 107), der Haager Landkriegsordnung, lautet: „Nachdem die gesetzmäßige Gewalt tatsäch-
lich in die Hände des Besetzenden übergegangen ist, hat dieser alle von ihm abhängigen Vorkehrungen zu tref-
fen, um nach Möglichkeit die öffentliche Ordnung und das öffentliche Leben wiederherzustellen, und zwar soweit
kein zwingendes Hindernis besteht, unter Beachtung der Landesgesetze“.
30
Vgl. Artikel 41, 51, 52, 53 der Haager Landkriegsordnung
31
Ruhland; Bd. III, S. 339
32
Die Schuldenuhr des Bundes der Steuerzahler wies am 10. Juli 2005, 8 Uhr 30 aus: Staatsverschuldung:
1 442 648 265 890 864 Euro, Schuldenzuwachs pro Sekunde: 1,714 Euro; Schulden pro Kopf: 17 474 Euro.
www.steuerzahler.de
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33
Anderswo ist man schon weiter. Beispielsweise beansprucht der Schuldendienst der Türkei heute bereits fast
80 % der Staatseinnahmen!
34
Vgl. Der Spiegel Nr. 52, v. 20.12.2004, S. 68 –70.
35
Vgl. Artikel 53 und 107 der Charta der Vereinigen Nationen, verkürzt gemeinhin als die sog. Feindstaatenklau-
seln bezeichnet. Allein bei Staaten bzw. deren Rechtsnachfolgern, also ohne weitere kriegführende Vereinigun-
gen bzw. deren Rechtsnachfolger, handelt es sich dabei um 52 an der Zahl.
36
„Wenn der (Gold)Preis schließlich explodiert, werden dieselben Häuser, die von dem Fiat-Money-Arrangement
profitiert hatten (Finanzinstitute wie Goldmann Sachs usw. S. 232) höchstwahrscheinlich das meiste Gold und
möglicherweise die Goldminen besitzen“ Lips, Ferdinand; Die Goldverschwörung, Jochen Kopp Verlag, Rotten-
burg, 2003, S. 232.
37
Creutz, Helmut, zit. n. Senf, Bernd; Der Nebel um das Geld; Gauke Verlag, Lütjenburg 1996, S. 97 f.
S. a. Creutz, Helmut; Das Geldsyndrom, Wege zu einer krisenfreien Marktwirtschaft; Angela Hackbarth Verlag,
St. Georgen, 2003.
38
Persönliche Mitteilung von dem verdienten Nestor der Geldreformbewegung, Albert Lämmel.
39
Michel Geismairs Tiroler Landesordnung (Februar/März 1526), zit. n: Dokumente aus dem deutschen Bauern-
krieg; Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig, 1980, S. 241
40
Leider kannte Silvio Gesell das Hauptwerk Ruhlands nicht, es hätte ihn von seinen gut gemeinten, aber fern
von den machtpolitischen Realitäten gedachten internationalistischen Illusionen sicher bewahrt. Was Gesells
Verdienste um eine zukunftsweisende Ökonomie mit der Verwendung des Geldes ausschließlich als Tauschmittel
nur geringfügig beeinträchtigt.
41
RGBl I, (1933) S. 685
42
Kontrollratsgesetz Nr. 45 v. 29. September 1947 (ABIKR S. 256)
43
„Die Goldwährung ist die Räuberhöhle, der der Pesthauch der Bürger- und Völkerkriege entsteigt. Die Gold-
währung entwaffnet mich, so daß ich dem Ansturm der Barbaren nicht widerstehen kann. Das Gold rief mich ins
Dasein, doch die große Kindesmörderin vernichtet das keimende Leben. Ehret Lykurg! Er ächtete das Gold, die
Ursache aller Verbrechen“, Gesell, Sylvio; Ges. Werke, Bd. 11, 1920, S. 233.
44
Ruhland; Bd. III, S. 83 f.
45
Ruhland; Bd. I, S. 308
46
Ruhland; Bd. III, S. 85
47
Ruhland; Bd. I, S. 310
48
Ruhland; Bd. III, S. 35 f.
49
Ruhland; Bd. III, S. 297
50
Ruhland; Bd. III, S. 298
51
„Ihr Geld ist nicht weg, mein Freund, es hat nur ein anderer“, James Mayer de Rothschild (FAZ v. 14.4.2001, S.
13)