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Aktennotiz

z.K. Strategiegruppe Energie Schweiz Sitzung vom 15. September 2009 in Bern verfasst von Paul Bossert für alt NR Rolf Hegetschweiler

Über die energetisch wirksamen Massnahmen beheizter Hochbauten.

Seit über drei Jahrzehnten gehen die Bildungs- und Normeninstitutionen der Schweiz (ETH, EMPA, SIA) davon aus, dass die Wärmedämmung die prioritäre Massnahme bildet, um bei Gebäuden Heizenergie einzusparen. Hierbei handelt es sich um eine These welche sich auf die U-Wert-Theorie abstützt, die allerdings bis heute wissenschaftlich-experimentell noch nicht validiert wurde. Der U-Wert (früher k-Wert) beschreibt die Energiemenge, welche aus einem Gebäude bei konstanten Randbedingungen von innen nach aussen abfliesst. Die Masseinheit des U-Wertes ist: W/m 2 K.

Generell wurde und wird der U-Wert als dominante Grösse für die Dimen- sionierung einer Heizanlage verwendet. Für die Berechnung des Energie- Verbrauchs eines Gebäudes ist der U-Wert unbrauchbar, weil die auf ein Gebäude einwirkenden Randbedingungen des Wetters ständig ändern.

Ausgehend von der Energiekrise im Jahr 1973 wurden im nachfolgenden GEK-Bericht Szenarien entwickelt, welche sich zwecks Energieeinsparung bei Gebäuden nur am U-Wert orientierten. Der GEK-Bericht (1978) stützte sich nur auf den effektiven Energieverbrauch, der bis heute nicht analysiert wurde, weshalb sich auch keines der ausgedachten Szenarien einstellte.

Bereits ab dem Jahr 1976 machte Bossert die Mitarbeiter des damaligen Amtes für Energiewirtschaft (BEW), die Herren: Roux, Schmid, Binz, De- coulon, Kohler, Mosimann, Favre, Luginbühl, Kiener darauf aufmerksam, dass die alleinige Favorisierung des U-Wertes aus naturwissenschaftlicher Sicht unzulässig sei. Dennoch veröffentlichte Bundesrat Willy Ritschard (EVED) am 1. März 1979 die Musternormen für Wärmedämmvorschriften, welche sich nur auf den stationären U-Wert bezogen.

Nebst dem U-Wert sind jedoch noch 7 weitere, relevante Energiefaktoren bei der Gebäudehülle zu beachten wie: Wanddicke, Wärmespeicherfähig- keit, Strahlungsaufnahmefähigkeit, Oberflächenstruktur, Feuchtigkeit, Wärmebrücken und Wärmeeindringgeschwindigkeit, welche in der U-Wert- Theorie nicht oder zu wenig berücksichtigt werden.

Die Wärmedämmung von Kellerdecken, Dachböden, Flachdächern und Heizleitungen können zwar nach dem U-Wert dimensioniert werden, doch ist die Hyperbeltragik zu beachten, wo die Energie-Effizienz und Wirtschaft- lichkeit bei U-Werten kleiner 0,4 W/m 2 K nicht mehr gegeben ist.

Paul Bossert, dipl. Bauingenieur FH, Architekt, Bauphysiker, Energie- und Bauschadenexperte

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Merke: Überall, wo die Direkt- und Diffus-Strahlung der Sonne wirkt, sollten kein Aussen-Wärme-Dämmungen (AWD) oder Kerndämmungen (Zwei- schalenmauerwerk) verwendet werden, weil die passive Solareinstrahlung nicht genutzt werden kann. In Ausnahmefällen können Innendämmungen mit dampfgepresstem Kork bis max. 4 cm Stärke zu Anwendung kommen.

Die oben erwähnten Argumente wurden anlässlich einer Aussprache vom 29. Januar 1980 mittels Energie-Verbrauchs-Analysen von Bossert und Nagel belegt und von den Professoren: Berchtold, Hauri, Kneubühl und Pe- ters gutgeheissen. Die Herren: Kiener (BWE), Sagelsdorff (EMPA) und Meier (SIA) negierten jedoch die vorgebrachten Fakten und favorisierten in der Folge weiterhin die U-Wert-Theorie.

Das ist bis heute der Fall, wobei die Gebäudehülle inzwischen nur noch auf den theoretischen Energieverbrauch nach den SIA-Normen 180 und 380/1 reduziert wird. Aus diesem Grund ist es auch nicht möglich, mit einer Sys- temberechnung nach SIA 380/1 den mutmasslichen Energieverbrauch zu berechnen. Weitere SIA-Normen wie: Brand- und Schallschutz, Feuchtig- keit, sommerlicher Wärmeschutz können nicht mehr eingehalten werden.

Da seit über 40 Jahren die Bau-Forschung im Energie-Bereich ausblieb, wird es – wenn überhaupt - bestenfalls in 20 bis 30 Jahren möglich sein, einen allgemein gültigen Berechnungsansatz für den Energieverbrauch beheizter Gebäude zu entwickeln. Fakt ist: Die Grundlagenforschung fehlt.

In der Regel haben MINERGIE-Bauten einen spezifisch höheren Energie- verbrauch, als gut gebaute Altbauten der Baujahre 1850 bis 1930. MINERGIE täuscht einen Standard vor, welcher sich nur auf die U-Wert- Theorie bezieht. MINERGIE ist ein Verein, der eine Idee verkauft, die wis- senschaftlich nicht validiert ist. MINERGIE hat nach über 10 Jahren des Bestehens noch keine einzige ihrer vorgeschlagenen Konstruktionen an der EMPA hinsichtlich Energie-Effizienz messen lassen.

Da es aus energetischer Sicht keinen Sinn macht, dem Volk weiterhin ohne Nachkontrolle vorzuschreiben, wie es mit Wärmedämmvorschriften nach SIA 380/1 Bauen muss, drängt sich eine Änderung der Masseinheit auf.

Der Staat soll als neue Masseinheit eine Energie-Verbrauchs-Leistung

(EVL) in W/m 3 K vorschreiben, die hinterher kontrolliert und bei Nichterfül- lung finanziell geahndet wird. Dem BFE (Herren: Steinmann, Kaufmann,

K von Bossert längst vorge-

schlagen, zumal diese seit 1925 europaweit als „Kennziffer“ bekannt ist.

Eckmanns) wurde diese Masseinheit in W/m

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Aus o.a. Gründen sind VHKA, GEAK und Klimarappen sofort aufzuheben.

15. 9. 2009 Bo

Paul Bossert, dipl. Bauingenieur FH, Architekt, Bauphysiker, Energie- und Bauschadenexperte

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02.3757 Motion

Überprüfung von Energiesparmassnahmen und Qualitätsstandards für Immobilien

Eingereicht von Rolf Hegetschweiler Einreichungsdatum 13.12.2002

Eingereicht im Stand der Beratung

Nationalrat Im Plenum noch nicht behandelt

Kommentar von Paul Bossert, Architekt & Bauingenieur FH, 8955 Oetwil, zur:

Stellungnahme des Bundesrates vom 26.02.2003 Die in der Begründung zitierte Medienmitteilung vom 4. Juli 2002 nennt auch Gründe für die Energieverbrauchszunahme: Als wichtige Faktoren werden dort der kältere Winter, der gute Konjunkturverlauf und das Bevölkerungswachstum aufgelistet. Die Ursache des Energiehöchststandes von 2001 ist im Wesentlichen auf diese Faktoren zurück zu führen.

Die Gründe sind nicht nachvollziehbar, weil keine Daten über den Verwendungs- zweck aller verbrauchten Energien - ausser den Treibstoffen – vorhanden sind. Die Behauptung des Bundesamtes für Energie (BFE) ist deshalb eine Vermutung.

Die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Gebäudestandards hingegen trägt zur Begrenzung der Energieverbrauchszunahme bei. Diese Energieeinsparungen werden je- doch durch die jährliche Zunahme an beheizter Wohnfläche wieder kompensiert.

Die heutigen Gebäude weisen einen Wärmedämmstandard auf, welcher 8-mal bes- ser ist, als derjenige von Altbauten der Baujahre von 1850 bis 1950. Wenn die ge- genwärtigen Gebäudestandards energiewirksam wären, würde der Energie- verbrauch gleichwohl sinken.

Weiter wird in der Medienmitteilung erwähnt, dass das Programm Energie Schweiz dämp- fend auf den Anstieg des Energieverbrauches des Jahres 2001 wirkte. Im "1. Jahresbe- richt Energie Schweiz 2001/02" wird gezeigt, dass die ergriffenen Massnahmen wirksam sind, das Programm Energie Schweiz jedoch rasch und substanziell verstärkt werden muss, um die weitere Zunahme des Energieverbrauches zu stoppen.

Aus der „Ex-Post-Analyse“ auf Seite 27 des 1. Jahresberichtes kann nicht entnom- men werden, dass die vom BFE ergriffenen Massnahmen wirksam sind. Auch die Behauptungen in der „Wirkungsanalyse“ auf Seite 28 sind nicht nachvollziehbar. Ursache dafür ist das Fehlen des Verwendungszwecks der verbrauchten Energien in der Schweiz.

Die wissenschaftliche Verifizierung der energetischen und wirtschaftlichen Auswirkungen der verschiedenen Energiestandards für beheizte Wohnbauten wurde wie folgt vorge- nommen:

Fakt ist: Es gibt in der Schweiz keinen einzigen experimentellen Nachweis dafür, welcher im Bereich des Energieverbrauchs beheizter Gebäude die „herrschende Lehrmeinung“ stützt!

- SIA 380/1: In der vom Bundesamt für Energie (BFE) verfassten Studie "Erhebung der durchschnittlichen Energiekennzahlen für Neubauten in 13 Kantonen" wurden die Ener- giekennzahlen aufgrund der effektiven Energieverbräuche von über 20 000 Haushaltun- gen und Unternehmen ermittelt.

Die oben erwähnte Erhebung wurde nicht vom BFE verfasst, sondern vom Büro Wüst & Partner. Aus ihr kann nur eine rein statistische Aussage entnommen wer- den, welche mit der optimistischen Einschätzung des BFE jedoch nicht überein- stimmt (siehe weiter unten). Ausserdem handelt es sich hier um eine für Parlamen- tarier/Innen nicht verifizierbare Aussage, weil ein Parlamentarier ohne bauphysikali- sche Kenntnisse, in der Regel nicht in der Lage ist, eine derartige Erhebung auf den Wahrheitsgehalt hin zu prüfen.

Die Ergebnisse bestätigen grundsätzlich die theoretischen Verbrauchswerte nach SIA 380/1. Allerdings bestehen zwischen den untersuchten Kantonen zum Teil wesentliche Unterschiede. Zur besseren Interpretation der Ergebnisse wurden deshalb Kausalanaly- sen in Auftrag gegeben. Erste Resultate dieser noch nicht abgeschlossenen Untersuchun- gen zeigen, dass keine systematischen Fehler vorliegen (Tagungsband "Bauen, Sanieren, wirtschaftlich Investieren").

Wie das BFE zum Schluss kommen kann, dass die Ergebnisse der Erhebung von Wüst & Partner die theoretischen Verbrauchswerte nach der SIA-Norm 380/1 bestä- tigen, ist nicht nachvollziehbar. Unter der Internetadresse des BFE

erfährt man, dass in einer Projektskizze eine Ursachenanalyse für Fr. 200'000.- Franken in Arbeit ist. Der Schlussbericht sollte im Dezember 2002 fertig erstellt sein – er ist es noch immer nicht! Bereits jetzt schon kann gefolgert werden, dass es sich um Vergeudung von Bundesgeldern handelt. Warum?

1. Die Studie vergleicht nur Neubauten, die Baujahrgänge sind nicht bekannt.

2. Der Energieverbrauch der einzelnen Objekte wurde nicht analysiert, das heisst,

der Energieverbrauch von Heizung und Warmwasser wurde nicht getrennt erfasst. Auch der Wirkungsgrad der Heizanlage wurde nicht ermittelt. Somit ist eine Aussage über das energetische Verhalten dieser Gebäude unmöglich.

Dennoch will das BFE „eine vertiefte Analyse der Ursache- Wirkungsbeziehungen durchführen.“

3. Die erhobenen Energiewerte haben einen Mittelwert von

4. Die Tiefstwerte betragen im Kanton Thurgau

5. Die Höchstwerte finden sich im Kanton Tessin mit

393 MJ/m 2 a! 307 MJ/m 2 a 555 MJ/m 2 a!

Wie sind die Ergebnisse der Erhebung von W&P einzuordnen?

Hinweis:

Der Energieverbrauch von 100 Mega-Joule pro Quadratmeter beheizter Brutto- Gebäudefläche im Jahr (MJ/m a) entspricht - bezogen auf die beheizte Brutto- Gebäudekubatur im Jahr - rund: 10 kWh/m 3 a = 1 Liter Heizöl/m 3 a = 1 m 3 Erdgas/m 3 a

2

Geht man davon aus, dass bei Neubauten ein Wirkungsgrad-Abzug von 15 % für die Heizanlage vertretbar ist und für die Erzeugung von WarmWasser gemäss SIA-Norm 100 MJ/m a = 10 kWh/m 3 a bzw. 1 Liter Heizöl/m 3 a in Abzug gebracht werden können, so ergeben sich für den so genannten Qh-Wert – das ist der Nettoenergieverbrauch eines beheizten Bruttogebäude-Kubikmeters – im Vergleich von gut erhaltenen Alt- bauten der Baujahre 1850 bis 1950 folgende Zahlen:

2

Brutto MJ/m 2 a

Qh netto MJ/m 2 a

Qh netto kWh/m 3 a

Qh netto Lt. Oel/m 3 a

Neubauten Mittelwert

393

234

23.4

2.34

Neubauten Thurgau

307

161

16.1

1.61

Neubauten Tessin

555

371

37.1

3.71

Soll nach ETH-Theorie Altbauten Schweiz

100 –150

40 – 85 150 – 250

4 – 8.5 15 – 25

0.4 – 0.85 1.5 – 2.5

Ausserdem wird hier den Parlamentarier/Innen wiederum zugemutet, dass sie sich den Tagungsband „Bauen, Sanieren und wirtschaftlich Investieren“ anschaffen sol- len , damit sie in dieser noch nicht abgeschlossenen Untersuchung selbst überprü- fen können, dass bezüglich den Energieverlusten von beheizten Wohnbauten, keine systematischen Berechnungs-Fehler vorliegen.

Die Verfasser Meier, Beck und Previdoli arbeiten beim BFE. Von den weiteren Auto- ren kann nur gesagt werden, dass sie keine Baufachleute und keine Energiefachleu- te darunter befinden. Prof. Armin Binz von der Fachhochschule beider Basel, vertritt die herrschende Lehrmeinung genau so wie auch Prof. Bruno Keller von der ETH, Prof. Fredi Rüegg FH Brugg-Windisch und Prof. Hansruedi Preisig, FH Winterthur. Ihnen werfe ich vor, einige Tausend Studenten wider besseres Wissens falsch aus- gebildet zu haben. Bis dieser Schaden aus der Welt geschafft ist, wird es mindes- tens 3 bis 5 Studenten-Generationen dauern!

Fazit: Die „gemessenen“ Neubauten erreichen trotz Eidgenössischer Mustervor- schriften sowie Kantonaler Energiegesetze und Wärmedämmvorschriften die Heiz- energie-Verbrauchswerte der Altbauten nicht! Wäre die herrschende Theorie richtig, müsste der Energieverbrauch nur die Hälfte der Altbauten betragen. Da dem aber nicht so ist, verbrauchen die in der Erhebung von W&P beschriebenen Neubauten 3 bis 6 mal mehr Heizenergie als sie eigentlich sollten.

Wenn aber im vornherein erkannt wird, dass der spezifische Energieverbrauch im Tessin am höchsten ist, kann man die Erhebung dem Papierkorb anvertrauen. Jeg- licher Aufwand, um mit angeblich „gescheiten“ statistischen Schreibtisch-Analysen ein positives Resultat für Fr. 200'000.- zu erzeugen, ist dann vergeblich.

- Minergie-Standard: Da der Minergie-Standard auf der Berechnungsweise der Norm SIA

380/1 basiert, gelten die methodischen Erkenntnisse der vorerwähnten Studie grundsätz- lich auch für Minergie-Häuser. Die Ausarbeitung einer minergie-spezifischen Studie ist im Rahmen des Leistungsauftrages des BFE an den Minergie-Verein in diesem Jahr geplant.

Bis heute ist bekannt, dass MINERGIE-Gebäude nur in vereinzelten Ausnahmefällen die Verbrauchswerte von Altbauten der Baujahrgänge 1850 bis 1950 unterschreiten!

- Minergie-P bzw. Passivhaus-Standard: Der Passivhaus-Standard ergibt sich aus der

Forderung, den Heizwärmebedarf so weit zu reduzieren, dass auf ein separates Wärme- verteilsystem (Zentralheizung) im Gebäude verzichtet werden kann. Dies wird durch eine sehr gut gedämmte, luftdichte Gebäudehülle erreicht (Dämmstärke etwa 20 bis 30 Zenti- meter). Die dann noch benötigte geringe Menge an Heizwärme kann durch Temperierung

der Zuluft bereitgestellt werden.

Wer derartiges vor hat, spielt mit der Gesundheit des Volkes russisches Roulett!

- Die theoretischen Ansätze des Passivhaus-Standards wurden europaweit in Hunderten

von Objekten realisiert und durch eine Vielzahl verschiedenster wissenschaftlicher Unter- suchungen bestätigt. Im EU-Demonstrationsprojekt "Cepheus - Cost Efficient Passive Houses as European Standards" mit Schweizer Beteiligung wurden beispielsweise 221 Wohnungen unterschiedlichster Bauart in sechs Ländern untersucht. Dabei wurde gezeigt, dass der projektierte niedrige Energieverbrauch von Passivhäusern auch in der Praxis er- reicht wird und dass bei kosteneffizient erstellten Bauten die kapitalisierten Gesamtkosten (Investitionen plus Betriebskosten) nicht höher ausfallen als in einem durchschnittlichen Neubau. Zusatznutzen entstehen durch Verringerung der laufenden Kosten, Verbesserung der Krisensicherheit, Verringerung der aussenwirtschaftlichen Abhängigkeit (durch den extrem niedrigen Wärmeverbrauch ist eine Deckung des Energieverbrauches mit erneuer- baren Energien möglich), Vermeidung von CO2-Emissionen.

Interessanterweise ist das BFE ausserstande, konkrete und am Objekt überprüfbare Energieverbrauchswerte für Passivhäuser anzugeben. Allerdings ist auch bekannt, dass bei der vom „Passivhaus-Erfinder“ Wolfgang Feist erstellten Passivhaus- Überbauung in Darmstadt-Kranichstein, in strengen Wintern oft mobile Heizanlagen vorgefahren sind, damit die Bewohner nicht frieren. Der Name Passivhaus trügt und gaukelt vor, dass mit diesen Gebäuden vor allem die Sonnenenergie „passiv“ ge- nutzt würde. Doch ausser der normalen Solarenergie-Nutzung über die Fenster, fin- det überhaupt keine passive Nutzung von Umweltenergie statt. Aussenwände aus hell verputztem Polystyrol-Kunststoff von 30 cm Dicke können keine passiven Ener- gien nützen! Die Gebäudehüllen aus derartigen Materialien haben in der Regel eine Gebrauchstauglichkeit von 20 bis 25 Jahren. Ausserdem sollte, wegen der hohen Brandgefährlichkeit (Flughafenbrand Düsseldorf), Polystyrol für Wärmedämm- zwecke verboten werden – ebenfalls auch aus Gründen der Volksgesundheit! Mit dem MINERGIE- und Passivhausstandard wird im Vergleich zu guten Altbauten keine Energie eingespart. Aus diesen Gründen werden auch die vom BFE behaupte- ten CO2-Emissionen nicht eingespart. Was das BFE im oben stehenden Absatz be- hauptet, kann es auf dieser Welt niemals beweisen!

Die Erkenntnisse aus solchen wissenschaftlichen Untersuchungen fliessen laufend in die Empfehlungen und Vorschriften des Bundes und der Kantone ein. Um dies sicherzustel- len, unterstützt das BFE die periodisch stattfindenden Überarbeitungen der Haustechnik- und Energienormen des SIA, welche die Grundlage für gesetzliche Vorschriften bilden.

Die vom BFE angedeuteten wissenschaftlichen Untersuchungen existieren weder in der Schweiz noch anderswo auf der Welt. Es handelt sich lediglich um Behauptun- gen, welche ETH, EMPA, SIA und das BFE – ohne experimentelle wissenschaftliche Absicherung – erfunden haben. Die Hintergründe und Ursachen dieser Entwicklung sind dem Kommentator seit 1964 bekannt. Diese im Detail darzustellen, würde Bän- de von Büchern füllen, welche doch niemand lesen würde, weil niemals sein kann, was nicht sein darf.

Erklärung des Bundesrates 26.02.2003 Der Bundesrat beantragt, die Motion als erfüllt abzuschreiben.

Ich bitte Sie, sehr geehrte Damen und Herren Parlamentarier/Innen es nicht zuzulas- sen, dass dem Wunsch des Bundesrates auf Abschreibung der Motion 02.3757 ent- sprochen wird.

Besten Dank und mit freundlichen Grüssen Paul Bossert

Zuständig: Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK)

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Deskriptoren Energieeinsparung; Energieverbrauch; Wärmedämmung; Kosten-Nutzen-Analyse; Ge- bäudeisolierung; Qualitätskontrolle; Immobilieneigentum; Minergie; Gebäude; 66;