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DIPLOM-FINANZWIRT (FH) DIPLOM-JURIST

Thorsten Dierkes

RECHTSANWALT FACHANWALT FÜR STEUERRECHT STEUERBERATER

BESTEUERUNG GELDWERTER VORTEILE IN SAMBIA TEIL 1 – GESTELLUNG VON WOHNRAUM

Source:

Independent Technical Paper (citation: Dierkes, ITP 0000002, page XY)

ID:

0000002

Date:

01.01.2014

Part:

1 from 1

Language:

German

Country:

Zambia

Category:

Law

Subcategory:

tax law, investment, PAYE, Zambia

Topic:

Disclosure:

www.scribd.com

Version:

1.0

History-Log:

1.0 (01.01.2014)

Von RA, FAfStR, StB Thorsten Dierkes 1

Inhaltsverzeichnis

A.

B.

C.

D.

E.

F.

Zudem kann dieses System der Besteuerung der geldwer- ten Vorteile auch vorteilhaft für ausländische Unterneh- men sein, welche in Sambia investieren, soweit die Arbeit- nehmer der persönlichen Einkommensteuer unterliegen sollten.

VORWORT

1

RECHTSGRUNDLAGEN

1

STELLUNGNAHME

2

GEHALTSUMWANDLUNG

4

RISK-MANAGEMENT

4

ZUSAMMENFASSUNG

5

 

mögliche Gestaltungsoptionen abzusprechen.

B.

RECHTSGRUNDLAGEN

VORWORT

Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass dieses System insbe- sondere für Arbeitnehmer mit niedrigen oder mittleren Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit interessant sein kann und eben nicht nur für Arbeitnehmer mit hohem Gehalt. Vor diesem Hintergrund ist sämtlichen Arbeitneh- mer anzuraten, Ihren Arbeitgeber zu kontaktieren, um

Es wird darauf hingewiesen, dass die Rechtsgrundlagen für die Besteuerung geldwerter Vorteile nachfolgend in der englischen Originalsprache wiedergegeben wird, um mög- liche Übersetzungsfehler auszuschließen.

A.

Gegenstand dieses Artikels ist nicht, ob das sambische System der Besteuerung der geldwerten Vorteile mit dem Gesetz, der Verfassung oder auch mit dem Prinzip der Gleichheit der Besteuerung vereinbar ist. Dieser Artikel soll in erster Linie das sambische System und die Anwendung der Besteuerung der geldwerten Vorteile erläutern und zudem praktische Hinweise geben, wie dieses System ge- nutzt werden kann. Das bestehende System kann sehr vorteilhaft für einige Arbeitgeber oder Organisationen und schließlich auch für die Arbeitnehmer sein. Speziell aber für Arbeitgeber, welche Arbeitskosten niedrig halten wol- len, zum Beispiel Arbeitgeber, welche mit Spendengeldern arbeiten, könnte die Nutzung interessant sein.

Es wird die bestehende Rechtslage zum 26. Dezember 2013 dargelegt und behandelt.

I. EINKOMMENSTEUER GESETZ (AUSZUG)

Case of no deduction

Section 44. No deduction is made in respect of any of the following matters:

1 Der Autor ist Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht und Steuerberater. Dieser lebte in den Jahren 2012 und 2013 in Lusa- ka/Sambia. Der Beitrag gibt die persönliche Auffassung des Au- tors wieder. Einzelheiten und Kontaktdetails zum Autor siehe unter: www.xing.com/profile/Thorsten_Dierkes und/oder www.linkedin.com/in/dierkes

(l) the cost of any benefit or advantage not capable of being turned into money or money's worth that is provided to employees, subject to such directions as shall be issued by the Commissioner-General;

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PAGE 2 FROM 5 - Besteuerung Geldwerter Vorteile in Sambia

II. STEUERRICHTLINIEN / PRACTICE NOTICE (AUSZUG)2

24 TAXATION OF BENEFITS

(I) Payment of Employees' Bills (benefits convertible into money's worth)

Where an employer discharges the liability of an employee by paying his or her private bills or expenses such as rent, electricity, telephones , water bills, school fees, or school association fees, club membership fees, similar payments, the employer is required to add such payments to the employee's emoluments and deduct tax under PAYE.

(ii) Benefits that cannot be converted into Cash

- Allowances paid in recognition of an employee's professional qualifica- tions.

C.

STELLUNGNAHME

I. Generelle Stellungnahme

Interessant für eine Untersuchung ist Nr. 24 ii) a und b der Steuerrichtlinie. Nr. 24 i) und iii) sind ohne insoweit ohne Bedeutung, weil diese in Linie mit internationalen „Stan- dards“ zur Besteuerung geldwerter Vorteile sind.

Benefits which cannot be converted into cash are not taxable on employ- ees. However, no deduction in respect of the cost of providing the benefit may be claimed by the employer [section 44(L)].

(a) In the case of free residential accommodation provided by an em-

ployer in a house owned or leased by the employer, the cost to be disal- lowed in the employer's tax computation is 30% of the taxable income paid to the employee. Payments for utilities such as electricity, tele- phones, water bills, security and similar payments are not included in the

Ein genauerer Blick in die Gesetzesgrundlage zeigt, dass das Einkommensteuergesetz keine Rechtsgrundlage für die Besteuerung geldwerter Vorteile auf der Arbeitnehmersei- te bietet. Die geldwerten Vorteile eines Arbeitnehmers sind per Gesetz von der Einkommensteuer (Lohnsteuer) befreit. Um diesen Steuerausfall jedoch zu kompensieren, sieht Nr. 24 ii der Steuerrichtlinie vor, dass die auf Arbeit- geberseite durch die gewährten geldwerten Vorteile ver- ursachten Kosten (teilweise) nicht steuerlich als Kosten zum Abzug gebracht werden können. Die Ermittlung des nichtabziehbaren Teiles erfolgt mittels einer Pauschalbe- rechnung.

meaning of free residential accommodation.

(b)

personal-to holder basis, the benefit to be disallowed in the employer's tax computation is as follows:

In the case of the provision of motor vehicles to employees on a

(i)

Luxury Cars (2800cc and above) K20, 000 per annum.

(ii) Other Cars

 1800cc and below 2800cc - K15, 000 per annum.

 Below 1800 cc - K9, 000 per annum.

Ausgangs-Beispiel:

A personal - to - holder vehicle means a vehicle provided to an employee for both business and personal use and usually involves payment by the employer of all the expenses associated with running and maintaining the vehicle.

(iii) Cash Benefits paid in the form of Allowances.

All cash benefits paid in the form of allowances are taxable on the em- ployee under PAYE. Examples of such cash benefits are:

Y ist Arbeitnehmer der körperschaftsteuerpflichtigen X GmbH und erhält ein Bruttogehalt von US$ 100.000. X GmbH mietet ein Haus für US$ 12.000 pro Jahr und stellt dieses Haus dem Arbeitnehmer Y kostenlos zur Verfügung.

Lösung:

Y: Das steuerpflichtige Bruttoeinkommen beträgt nur US$

100.000, weil die geldwerten Vorteile (freies Wohnen) im Wert von US$ 12.000 auf der Arbeitnehmerseite einkom- mensteuerfrei bleiben.

- Education allowance;

- Housing allowance;

- Transport/fuel allowance;

- Domestic Utility allowances e.g. for electricity, telephone, and water;

X GmbH: Das Gehalt in Höhe US$ 100.000 ist zu 100%

steuerlich als Betriebsausgabe abziehbar. Im Hinblick auf die gewährten geldwerten Vorteile ergeben sich jedoch

nicht abziehbare Betriebsausgaben wie folgt:

Nicht abziehbare Betriebsausgaben = US$ 100.000 x 30 % = US$ 30.000

- Commuted car allowance;

- Settling in allowance; and

2 Zambian Practice Notice 2013_1, page 39

Obwohl die X GmbH nur Mietkosten in Höhe von US$ 12.000 pro Jahr für das gemietete Haus hat, ergeben sich nicht abziehbare Betriebsausgaben in Höhe von US$ 30.000 pro Jahr. Unter Berücksichtigung des sambischen

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Körperschaftsteuersatzes in Höhe von 35 % ergibt sich durch die Nichtabziehbarkeit eine höhere Körperschafts- teuerbelastung in Höhe von US$ 10.500. Die Besteuerung der geldwerten Vorteile in diesem Fall findet also effektiv mit 87,5 % (US$ 10,500 Steuer / US$ 12,000 geldwerter Vorteil x 100) statt.

Abwandlung 1 des Ausgangsfalles

Beispiel 2:

Holding HolCo GmbH hält jeweils 100 % der Anteile in Tochtergesellschaft T1 GmbH und T2 GmbH. Alle GmbHs unterliegen der normalen Körperschaftsteuerpflicht; sind also nicht befreit. Arbeitnehmer Y ist sowohl bei T1 (30 Stunden Arbeitszeit pro Woche) und bei T2 (10 Stunden Arbeitszeit pro Woche) angestellt. Von T1 erhält Y ein Jahresgehalt von US$ 120.000. Von T2 erhält Y eine kos- tenlose Wohnung im Wert von US$ 40.000.

Y erhält keine Gehalt. X GmbH mietet ein Haus für US$ 48.000 pro Jahr und stellt dieses Y zur Verfügung.

Lösung:

Y: Das steuerpflichtige Einkommen von Y beträgt nur US$ 120.000 (von T1 GmbH), weil die geldwerten Vorteile (von T2) auf der Arbeitnehmerseite steuerfrei bleiben.

T1 GmbH: T1 gewährt keine geldwerten Vorteile, so dass dann auch keine nicht abziehbaren Betriebsausgaben an- fallen können.

T2 GmbH: T2 gewährt zwar geldwerte Vorteile, aber kein zusätzliches (Bar-)Gehalt, so dass die berechneten nicht abziehbaren Betriebsausgaben US$ 0,00 betragen (Be- rechnung siehe Lösung zur Abwandlung 1). Die Be- triebsausgaben für die Anmietung der Wohnung sind da- her zu 100% Betriebsausgaben.

Nach alledem findet auch bei dieser Fallgestaltung keine Besteuerung des geldwerten Vorteiles statt, obwohl alle beteiligten Organisationen und Personen der Einkom- mensteuer- oder der Körperschaftsteuerpflicht unterlie- gen.

Lösung:

Y:

te

Y erhält kein steuerpflichtiges (Bar-)Gehalt. Der geldwer-

Vorteil in Höhe von US$ 48.000 bleibt steuerfrei.

X

sich wie folgt: US$ 0.00 Bruttogehalt x 30 % = US$ 0.00. Die Die Kosten für die Miete in Höhe von US$ 48.000 sind damit voll steuerlich als Betriebsausgaben abziehbar. Es entstehen keine nichtabziehbaren Betriebsausgaben. Nach alledem findet keine Besteuerung des geldwerten Vortei- les statt, weder auf der Arbeitnehmer, noch auf der Ar-

GmbH: Als nicht abziehbare Betriebsausgaben ergeben

beitgeberseite.

Abwandlung 2 zum Ausgangsfall:

X

tion (halbstaatliche Organisation, staatliche Organisation,

ist eine nicht steuerbare oder steuerpflichtige Organisa-

oder eine steuerbefreite Gesellschaft, z.B. eine gemeinnüt- zige Organisation).

Lösung:

Y: Das steuerpflichtige Einkommen von Y beträgt nur US$

100.000, weil die geldwerten Vorteile in Höhe von US$ 12.000 auf der Arbeitnehmerseite steuerfrei bleiben.

X (Organisation (Arbeitgeber): Die Berechnung von nicht

abziehbaren Betriebsausgaben ist völlig irrelevant, weil

diese Organisation sowieso nicht der Körperschaftsteuer unterliegt und daher keine (Körperschaft-)Steuern zahlt.

Nach alledem findet daher keine Besteuerung des geld- werten Vorteiles statt, nicht auf der Arbeitnehmerseite, noch auf der Arbeitgeberseite.

Anmerkung:

a) Die oben aufgeführten Beispiele können statt mit Wohnungsgestellung auch mit geldwerten Vorteilen in Form von privater Dienstwagennutzung ( personal – to – holder vehicle) gebildet oder auch kombiniert wer- den.

b) Die Besteuerung von geldwerten Vorteil in Form von kostenloser Unterkunft rechtfertigt die sambische Steuerverwaltung damit, dass „freie Wohnung“ nicht in Geldeswert umgerechnet werden kann. Aus diesem Grunde bleibt die Besteuerung auf der Arbeitnehmer- seite steuerfrei. Dieser Auslegung ist jedoch nicht zu folgen. So beinhalten die Arbeiten zur Erstellung von Bilanzen immer die Bewertung von Positionen und die damit einhergehende Darstellung in Geldeswert. Be-

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wertungsfragen sind also keine unbekannten Probleme im Rahmen der Besteuerung. Wieso jedoch für eine Wohnung, welche von dem Arbeitgeber monatlich an- gemietet und dem Arbeitnehmer sofort zur Verfügung gestellt wird, der Marktwohnwert nicht ermittelt wer- den kann, bleibt unklar. Der Marktwert und damit der geldwerte monatliche geldwerte Vorteil ist die monat- lich gezahlte Miete. Wie auch immer, das sambische Finanzamt ist durch die Steuerrichtlinie an dessen Rechtsauffassung / Rechtsauslegung gebunden.

II.

SCHLUSSFOLGERUNG

D. GEHALTSUMWANDLUNG

Im Lichte der oben aufgeführten vorteilhaften Besteue- rung von geldwerten Vorteilen in Sambia sollten Arbeit- nehmer und Arbeitgeber ggf. auch eine Gehaltsumwand- lung von (Bar-)Gehalt in geldwerte Vorteile (insbesondere kostenlose Wohnung) in Betracht ziehen.

Beispiel:

Der einkommensteuerpflichtige Arbeitnehmer Y ist bei der UN in Sambia angestellt und bekommt ein Bruttogehalt von US$ 100.000 und mietet privat ein Haus im Wert von US$ 24.000 pro Jahr.

Die unter C 1 genannten Beispiele zeigen, dass das sambi- sche System der Besteuerung von geldwerten Vorteilen sehr vorteilhaft sein kann, wenn der Arbeitgeber wie folgt ist:

Arbeitnehmer Y sollte in Betracht ziehen, ein steuerpflich- tiges Bruttogehalt von US$ 76,000 und freie Wohnung im Wert von US$ 24.000 pro Jahr (angemietet und an den Arbeitnehmer zur Verfügung gestellt durch den Arbeitge- ber) zu vereinbaren. So ließe sich die jährliche Einkom- mensteuerlast vom Arbeitnehmer Y um US$ 24.000 x 35% Spitzensteuersatz 3 = US§ 8.400 reduzieren. An diesem steuerlichen Vorteil könnte auch der Arbeitgeber partizi- pieren, indem dem Arbeitnehmer ein niedrigeres Brutto- gehalt ausgezahlt würde im Gegenzug zu dem Einver-

1. Regierung oder eine regierungsnahe Organisation

2. Eine

halbstaatliche

Organisation,

körperschaftsteuerflichtig ist.

3. Eine

steuerbefreite

Organisation

welche

nicht

(z.B.

eine

ge-

meinnützige Organisation, eine NGO oder zum Beispiel auch eine Organisation wie die United

Nations)

4. Gesellschaften in dem Zeitraum, in denen diese (zeitweise) von der Körperschaftsteuer befreit sind (sogenannte „tax holidays“)

ständnis einer Gehaltsumwandlung.

E.

I.

RISK-MANAGEMENT

Tax avoidance stipulation

5. Steuerpflichtige Gesellschaften, welche einem niedrigen Körperschaftsteuersatz unterliegen (z.B. sambische Betriebe mit land- und forstwirtschaft- lichem Einkommen mit nur 10 % Steuersatz oder Unternehmen mit „tax holidays“).

6. Gesellschaften, wo nur geldwerte Vorteile als Ent- gelt dem Arbeitnehmer gewährt wird oder auch in Fällen, wo die geldwerten Vorteile sehr hoch sind und das (Bar-)Gehalt sehr niedrig. Dieser Fall be- zieht auch die Konstellationen mit ein, in denen (Bar-)Gehalt und geldwerte Vorteile auf verschie- dene steuerpflichtige (Gruppen-)Unternehmen aufgeteilt werden.

Fraglich ist, ob die Ausnutzung dieses Systems gegen mögliche Tax Avoidance Regelungen verstößt. Grund- sätzlich ist anzumerken, dass es nicht ungesetzlich ist, von einem bestehenden System zur Besteuerung von geldwerten Vorteilen Gebrauch zu machen. Es steht dem sambischen Gesetzgeber, dem Comissioner Ge- neral oder auch der sambischen Rechtsprechung of- fen, andere Bestimmungen zu schaffen oder eine an- deren Auslegung des Gesetzes in Betracht zu ziehen. Es muss allerdings festgestellt werden, dass das aktu- elle System zur Besteuerung von geldwerten Vorteilen sehr den Beschäftigten des Landes Sambia entgegen- kommt. Geldwerte Vorteile werden auf Seiten der Ar- beitnehmer nicht besteuert und auf der Regierungs- seite findet auch keine Besteuerung statt. Insoweit ei-

3 Bei einem Jahresgehalt von US$ 76.000 ist der Einkom- mensteuer-Spitzensteuersatz in Sambia in Höhe von 35% bereits erreicht.

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ne Win-Win – Situation für beide Seiten. Dass diese Regelung jedoch auch Möglichkeiten für andere Orga- nisationen schafft, mag ungewollt sein, ist aber aber deswegen nicht unrechtmäßig. Es ist ein universelles System zur Besteuerung des geldwerten Vorteiles welches Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber bringen kann. Es kann aber auch sein, dass der Com- missioner General des sambischen Finanzamtes mit seiner Auslegung des Gesetzes in Form dieser Steuer- richtlinie gerade auch mögliche steuereffiziente Ges- taltungen für Unternehmen / Organisationen schaffen wollte, so z.B. gemeinnützige Organisation, Geber- Organisationen (wie z.B. UN), um diesen zu ermögli- chen, ein niedrigeres Gehalt zu zahlen und dafür mehr Gelder für das operative Geschäft zur Verfügung zu haben.

ZUSAMMENFASSUNG

F.

Grundsätzlich, je höher der persönliche Spitzensteuersatz ist und je höher die persönlichen Ausgaben für eine Miet- wohnung sind, desto lukrativer wird die (Aus-)Nutzung des sambischen Systems zur Besteuerung geldwerter Vorteile. Basierend auf der Tatsache, dass der Einstiegs-

Einkommensteuersatz in Sambia bei relativ hohen 25 % liegt - wenn der Steuerfreibetrag überschritten ist – ist die Nutzung dieses Systems zur Besteuerung der geldwerten Vorteil gleich von Beginn an sehr vorteilhaft.

Die oben stehenden Erläuterungen und Beispiele zeigen die Attraktivität des sambischen Systems zur Besteuerung der geldwerten Vorteile. Es steht jedem Arbeitnehmer und Arbeitgeber frei, dieses System zu nutzen. Die (steuer- )rechtlichen Konsequenzen sind vorhersehbar und eindeu- tig. Wie aber oben aufgezeigt, hängen die steuerlichen Vorteile sehr von dem jeweiligen Einzelfall ab und sollten daher in jedem Einzelfall durch einen erfahrenen Steuer- berater oder Steueranwalt vor Implementierung überprüft werden.

Abschließend sei erwähnt, dass dieses System der voll- ständigen Steuerfreistellung von geldwerten Vorteilen auf der Arbeitnehmerseite die oben dargestellten Gestaltun- gen erst möglich macht. Um ungewollte Gestaltungsmög- lichkeiten zu verhindern, ist zu empfehlen, von diesem System abzurücken. Geldwerte Vorteile sollten also auf Seiten des Arbeitnehmers besteuert werden ohne Rück- sicht darauf, wo der Arbeitnehmer angestellt ist.

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