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Hydromechanik Vorlesung im Wintersemester 2010/11 Hydromechanik Folie Nr. 1 Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Hydromechanik
Vorlesung im Wintersemester 2010/11
Hydromechanik
Folie Nr. 1
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Ziel der Vorlesung ist es: • die Grundlagen der Hydromechanik zu erarbeiten. • die Fähigkeit
Ziel der Vorlesung ist es:
• die Grundlagen der Hydromechanik zu erarbeiten.
• die Fähigkeit zu vermitteln, übliche Fragestellungen
der Hydromechanik aus dem Bereich des
Bauwesens zu bearbeiten.
Hydromechanik
Folie Nr. 2
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Gliederung - Eigenschaften des Wassers - Hydrostatik - Grundgleichungen - Kräfte auf Flächen - Hydrodynamik
Gliederung
- Eigenschaften des Wassers
- Hydrostatik
- Grundgleichungen
- Kräfte auf Flächen
- Hydrodynamik
- Grundgleichungen
- Rohrhydraulik
- Gerinnehydraulik
- Sonderprobleme
Hydromechanik
Folie Nr. 3
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Eigenschaften des Wassers Dichte Tempera- E-Modul E W Masse  kg  Dichte ρ =
Eigenschaften des Wassers
Dichte
Tempera-
E-Modul E W
Masse
 kg 
Dichte ρ =
tur T
3
Volumen
 
m
°C
10 9 N/m 2
0
2,01
- abhängig vom Druck
10
2,12
Druckerhöhung ∆p:
20
2,20
ρ = ρ 0 /(1- ∆p/E W )
40
2,29
60
2,26
Die Kompressibilität des Wassers wird
in der Praxis jedoch i. a.
vernachlässigt (Ausnahme Druckstoß-
Berechnung).
80
2,19
100
2,08

Hydromechanik

Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau

Folie Nr. 4

Hydromechanik Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau Folie Nr. 4
• abhängig von Temperatur - Abweichend von üblichen Flüssigkeiten erreicht Wasser seine höchste Dichte nicht
• abhängig von Temperatur
- Abweichend von üblichen Flüssigkeiten erreicht Wasser
seine höchste Dichte nicht kurz über dem Gefrierpunkt,
sondern bei 4°C (Dichteanomalie).
- Bei Berechnungen wird i. A. auf der sicheren Seite liegend
mit einer Dichte von 1000 kg/m 3 gerechnet.
• abhängig vom Salzgehalt und Schwebstoffen
-
Salzgehalt:
Nordsee (Salzgehalt ca. 3,5%) ρ = 1027 kg/m 3
Ostsee (Salzgehalt ca. 0,95%) ρ = 1007 kg/m 3
-
Schwebstoffe
sehr schwebstoffreiches Wasser
= 1020 – 1100 kg/m 3
ρ
Hydromechanik
Folie Nr. 5
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Wärmekapazität Die Wärmekapazität eines Stoffes (auch spezifische Wärme genannt) ist definiert als die Wärmemenge,
Wärmekapazität
Die Wärmekapazität eines Stoffes (auch spezifische Wärme genannt)
ist definiert als die Wärmemenge, die nötig ist, um 1 kg dieses Stoffes
um 1 Kelvin zu erwärmen.
Wärmekapazität
Wasser:
Zum Vergleich
Olivenöl:
Stahl:
4182 J / kg K
1970 J / kg K
420 J / kg K
Die Wärmekapazität von Wasser ist im Vergleich zu anderen Stoffen
sehr hoch.
Im Bereich des Übergangs von der festen in die flüssige und von der
flüssigen in die gasförmige Phase werden zusätzlich erhebliche
Energiemengen benötigt bzw. freigesetzt.
Hydromechanik
Folie Nr. 6
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Wärmeinhalt des Wassers in Abhängigkeit von der Temperatur Hydromechanik Folie Nr. 7 Prof. Dipl. Ing.
Wärmeinhalt des Wassers in Abhängigkeit von der Temperatur
Hydromechanik
Folie Nr. 7
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Dampfdruck Bringt man eine Flüssigkeit in ein geschlossenes evakuiertes Gefäß, so wird ein Teil der
Dampfdruck
Bringt man eine Flüssigkeit in ein geschlossenes evakuiertes Gefäß, so
wird ein Teil der Flüssigkeit verdampfen, bis sich ein dynamisches
Gleichgewicht zwischen den aus der flüssigen in die gasförmige
Phase und den aus der gasförmigen in die flüssige Phase übertretenden
Molekülen bildet.
Der sich über der Flüssigkeit bildende
Druck wird Sättigungsdampfdruck
genannt und mit P S bezeichnet. Der
Sättigungsdampfdruck steigt mit der
Temperatur steil an.
Über einem offenen Gefäß bildet sich in
der Regel kein Sättigungsdampfdruck,
sondern ein geringerer Dampfdruck, der
ein Teil des gesamten Gasdruckes ist
(Partialdruck des Dampfes).
Siede- und Schmelzpunktkurve von Wasser
Hydromechanik
Folie Nr. 8
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Kapillarität • Kohäsion: - Anziehungskräfte zwischen den Molekülen einer Flüssigkeit (van der Waals‘sche
Kapillarität
Kohäsion:
- Anziehungskräfte zwischen den Molekülen einer Flüssigkeit (van
der Waals‘sche Kräfte).
- Kräfte heben sich im Inneren einer Flüssigkeit auf, am Rand
haben sie jedoch eine nach innen gerichtete Resultierende.
- die Energie, die man aufbringen muss, um die Oberfläche einer
Flüssigkeit um einen bestimmten Betrag zu vergrößern, nennt
man Oberflächen- oder Grenzflächenspannung σ .
Kohäsionskräfte im inneren und am
Rand einer Flüssigkeit
Hydromechanik
Folie Nr. 9
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
• Adhäsion - Anziehungskräfte zwischen den den Molekülen einer Flüssigkeit und festen Körpern •
• Adhäsion
-
Anziehungskräfte zwischen den den Molekülen einer
Flüssigkeit und festen Körpern
• Adhäsionskräfte > Kohäsionskräfte
- Flüssigkeit ist benetzend
- Z. B. Wasser gegenüber mineralischen Stoffen (Glas, Boden)
• Adhäsionskräfte < Kohäsionskräfte
- Flüssigkeit ist nicht benetzend
- Z. B. Wasser – Fett, Quecksilber
• Kapillarröhrchen in eine Flüssigkeit
• Benetzend -> Kapillaraszension
• Nichtbenetzend -> Kapillardepression
• die Grenzflächenspannung des Rohrmaterials gegenüber der
Luft größer als gegenüber der Flüssigkeit -> Flüssigkeit steigt
• Im umgekehrten Fall sinkt der Flüssigkeitsspiegel
Hydromechanik
Folie Nr. 10
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Die kapillare Steighöhe lässt sich berechnen zu 2 σ ◊ ◊ cosα h = ρ
Die kapillare Steighöhe lässt sich berechnen zu
2 σ
cosα
h =
ρ g
r
α = Benetzungswinkel
σ = Oberflächenspannung
Benetzungswinkel für einige Stoffkombinationen
Hydromechanik
Folie Nr. 11
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Viskosität • Flüssigkeiten setzen der gegenseitigen Verschiebung der Flüssigkeitsteilchen bei Bewegungen Widerstand
Viskosität
• Flüssigkeiten setzen der gegenseitigen Verschiebung der
Flüssigkeitsteilchen bei Bewegungen Widerstand entgegen.
• Diese Eigenschaft wird als Viskosität oder Zähigkeit bezeichnet .
• Die Größe des Widerstandes hängt davon ab, mit welcher
Geschwindigkeit die Verschiebung der Teilchen gegeneinander
erfolgt.
Hydromechanik
Folie Nr. 12
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
F = Kraft in N 2 A = Fläche in m N = Schubspannung in
F = Kraft in N
2
A
=
Fläche in m
N
= Schubspannung in
2
m
dv
1
= Geschwindigkeitsgradient in
dn
s
kg
η
=
dynamische Zähigkeit in
m
s
Bei Newton‘schen Fluiden besteht eine lineare Beziehung zwischen der
Geschwindigkeitsänderung senkrecht zur Strömungsrichtung und der
aktivierten Schubspannung:
dv
dv
F = η◊A◊
daraus
τ
=
dn
F η ◊
A
=
dn
Teilt man die dynamische Zähigkeit durch die Dichte, so erhält man die
kinematische Zähigkeit , die die Dimension m 2 /s hat.
Hydromechanik
Folie Nr. 13
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Ansätze für das Zähigkeitsverhalten von Flüssigkeiten Quasiviskose Flüssigkeiten: Quasiplastische Flüssigkeiten:
Ansätze für das Zähigkeitsverhalten von Flüssigkeiten
Quasiviskose Flüssigkeiten:
Quasiplastische Flüssigkeiten:
z. B. Sandwassergemisch, Tonsuspension
z. B. Bentonit, Klärschlamm, Zahnpasta
Hydromechanik
Folie Nr. 14
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Mechanische und thermodynamische Eigenschaften reinen Wassers (aus Kohlrausch) Hydromechanik Folie Nr. 15 Prof. Dipl.
Mechanische und thermodynamische Eigenschaften reinen Wassers (aus Kohlrausch)
Hydromechanik
Folie Nr. 15
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Hydrostatik Die Hydrostatik ist die Lehre von den ruhenden Flüssigkeiten und den sich in ihnen
Hydrostatik
Die Hydrostatik ist die Lehre von den ruhenden Flüssigkeiten und den
sich in ihnen ausbildenden Kräften unter der Wirkung äußerer Kräfte.
Druck
Kraft
Die Einheit des Druckes ist das Pascal (Pa):
Druck =
Fläche
1 Pa = 1 N/m² = 10 -5 bar
Der Anschaulichkeit wegen hat sich in der Hydraulik auch der Begriff
Druckhöhe eingebürgert:
p
Druckhöhe
[m]
h D =
ρ
g
Hydromechanik
Folie Nr. 16
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Satz 1 Im Gleichgewicht haben Fluide keine Schubspannung. Die Druckkraft auf ein Element steht senkrecht
Satz 1
Im Gleichgewicht haben Fluide keine Schubspannung. Die
Druckkraft auf ein Element steht senkrecht auf diesem.
Satz 2
Der Druck an einem Punkt im Fluid ist unabhängig von der
Richtung; er ist eine skalare Größe.
Hydromechanik
Folie Nr. 17
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Satz 3 Der Druck in der Tiefe h ist gleich dem Druck über dem Wasserspiegel
Satz 3
Der Druck in der Tiefe h ist gleich dem Druck über dem
Wasserspiegel und der Gewichtskraft pro Fläche der
darüber liegenden Wassersäule
p
0
Druck p 1 auf des Element dA:
h
p 1
= p
+
ρ
g
h
p 1
z
0
dA
allgemein :
p(z)
= p
ρ
◊ ◊
g
z
0 +

Hydromechanik

Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau

Folie Nr. 18

Hydromechanik Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau Folie Nr. 18
Wird der Druck p 0 herausgerechnet, so ergibt die grafische Darstellung der Wasserdruckgleichung das sogenannte
Wird der Druck p 0 herausgerechnet, so ergibt die grafische Darstellung
der Wasserdruckgleichung das sogenannte Wasserdruckdreieck.
Hydromechanik
Folie Nr. 19
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Staumauer Luftdruck p 0 h Luftdruck p 0 Relativer Druck Absoluter Druck Hydromechanik Folie Nr.
Staumauer
Luftdruck p 0
h
Luftdruck p 0
Relativer Druck
Absoluter Druck
Hydromechanik
Folie Nr. 20
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Beispiel: P 0 = 1013mb, Süßwasser mit 20°C, Druck in 8m Tiefe? Daraus p 0
Beispiel:
P 0 = 1013mb, Süßwasser mit 20°C, Druck in 8m Tiefe?
Daraus p 0 = 1,013bar = 1,013 10 5 N/m2
ρ(20°C)= 998,2 kg/m 3
Theorie:
m
m
5
p
=
1,013 10
+
998,2 9,81 8
=
199223,42
 kg
[Pa]
(absoluter Druck)
3
2
 m
s
In der Praxis wird jedoch der Druck auf den Luftdruck bezogen
berechnet (d. h. der Luftdruck p 0 fällt heraus) und es wird mit der
Wichte γ = 10KN/m 3 gerechnet (d.h. mit ρ = 1000 kg/m 3 und mit g =
10m/s 2 )
Praxis:
KN m
KN
p
=
10
◊ 8
=
80
= 80
(relativer Druck)
3
2
m
m
Hydromechanik
Folie Nr. 21
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Hydrostatischer Druck auf allgemeine ebene Flächen Satz 4: Die Druckkraft auf eine geneigte ebene Fläche
Hydrostatischer Druck auf allgemeine ebene Flächen
Satz 4: Die Druckkraft auf eine geneigte ebene Fläche ist gleich dem
Produkt aus Fläche und Druck im Flächenschwerpunkt.
Satz 5: Die Wirkungslinie der Druckkraft schneidet die Fläche im
Druckmittelpunkt D. Er muss stets tiefer als der Flächen-
schwerpunkt liegen.
Satz 6: Für die Ermittlung der Kräfte und deren Angriffspunkte dürfen
die Kräfte zerlegt werden.
Hydromechanik
Folie Nr. 22
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Hydrostatischer Druck auf vertikale ebene Flächen b = 1m 1/2h p = ρ g h
Hydrostatischer Druck auf vertikale ebene Flächen
b = 1m
1/2h
p = ρ g h / 2
h
F
Flächenschwerpunkt
Druckschwerpunkt
1/3h
p = ρ g h
F = p * A = ρ g h / 2 * h * b
Hydromechanik
Folie Nr. 23
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Beidseitiger Wasserdruck h 1 Die gelben Druck- anteile sind entgegengesetzt gleich groß und h heben
Beidseitiger Wasserdruck
h
1
Die gelben Druck-
anteile sind
entgegengesetzt
gleich groß und
h
heben sich auf.
2
Resultierende
p = ρ g (h 1 -h 2 )
Belastung
h
1
h 2
Hydromechanik
Folie Nr. 24
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Hydrostatischer Druck auf ebene geneigte Flächen Praktische Berechnung F W Methode 1: b=1,00m H=1,50m p
Hydrostatischer Druck auf ebene geneigte Flächen
Praktische Berechnung
F
W
Methode 1:
b=1,00m
H=1,50m
p
1
p
1 =15kN/m 2
1/3h
α=30°
F W = 15 kN/m 2 * 1,50m / sin 30°* 1,00m * 0,5 = 22,5kN
Hydromechanik
Folie Nr. 25
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Methode 2: F wv F h=1,50m WH 1/3h α=30° F WH = 15 kN/m 2
Methode 2:
F
wv
F
h=1,50m
WH
1/3h
α=30°
F WH = 15 kN/m 2 * 1,50m * 1,00m * 0,5 = 11,25 kN
F WV = 15 kN/m 2 * 1,50m / tan 30°* 1,00m * 0,5 = 19,49 kN
2
2
2
2
F
=
F
+
F
=
11,25
+
19,49
=
22,5kN
W
WH
WV
Hydromechanik
Folie Nr. 26
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Ermittlung des Druckmittelpunktes für allgemeine ebene Flächen I ξ y = + y D S
Ermittlung des Druckmittelpunktes für allgemeine ebene Flächen
I
ξ
y
=
+ y
D
S
y
A
S
I
ξ
h
=
sinθ
+
y sinθ
D
S
y
A
S
I
ξ
2
=
sin θ
+ h
S
h
A
S
I
ηξ
x
=
+ x
bzw.
D
S
y
A
S
I
ηξ
x
=
sin θ
+ x
D
S
h
A
S
I
ξ = Flächenträ gheitsmome nt bez. der zu x parallelen Schwerachs e ξ
I
=
Flächenzen trifugalmo ment
ηξ
Hydromechanik
Folie Nr. 27
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Wasserdruck auf Teilflächen Rechteckfläche b = 5,00m p 1 =120 kN/m 2 p 12m e
Wasserdruck auf Teilflächen
Rechteckfläche b = 5,00m
p
1 =120 kN/m 2
p
12m
e
1
p
2 = 200 kN/m 2
F
W
20m
l
= (20-12) / sin 60°
p
2
l
= 9,24m
α=60°
Hydromechanik
Folie Nr. 28
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
= 0,5 * (120 + 200) * 9,24 * 5 = 7390 kN F W
= 0,5 * (120 + 200) * 9,24 * 5 = 7390 kN
F W
Momentengleichheit:
7390 * e
= (120 * 9,24 2 / 2 + (200-120) / 2 * 9,24 * 2 / 3 * 9,24) * 5
= 36997kNm
e
= 36997kNm / 7390kN = 5,01m
Allgemein gilt für rechteckige Flächen mit p 1 < p 2 :
l
(
p
+
2
p
)
1
2
e
=
3
(p
+
p
)
1
2
Hydromechanik
Folie Nr. 29
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Kreisförmige Fläche d = 9,24m p 1 =120 kN/m 2 p 2 = 200 kN/m
Kreisförmige Fläche d = 9,24m
p 1 =120 kN/m 2
p 2 = 200 kN/m 2
y
p
12m
D
1
F
W
20m
p
2
α=60°
Hydromechanik
Folie Nr. 30
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
y S = 12 / sin 60°+ 9,24 / 2 = 18,48m 4 4 π
y S = 12 / sin 60°+ 9,24 / 2 = 18,48m
4
4
π
r
π 4,62
4
I
=
=
= 357,81m
(Formel aus Bautabellen)
ξ
4
4
2
π 9,24
2
A
=
= 67,06m
4
= 0,5 * (120 + 200) * π * 9,24 2 / 4 = 10729 kN
F W
I
357,81
ξ
y
=
+
y
=
+
18,48
=
18,77m
D
S
y
A
18,48 67,06
S
Hydromechanik
Folie Nr. 31
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau

Einfach gekrümmte Flächen

Satz 7: Bei vertikal gekrümmten Flächen errechnet sich die die:

Horizontalkomponente der Druckkraft aus der Druckverteilung auf eine gedachte horizontale Fläche, die sich aus der Horizontalprojektion der wirklichen Fläche ergibt.

Vertikalkomponente als Gewicht des über der Fläche stehenden oder gedachten Flüssigkeitskörpers.

ergibt. Vertikalkomponente als Gewicht des über der Fläche stehenden oder gedachten Flüssigkeitskörpers. F WV F WH

F WV

F WH
F
WH

Hydromechanik

Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau

Folie Nr. 32

Hydromechanik Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau Folie Nr. 32
Im Wasserbau werden häufig kreiszylindrische Stauflächen mit horizontaler Achse verwendet (z. B. Sektorwehre,
Im Wasserbau werden häufig kreiszylindrische Stauflächen mit
horizontaler Achse verwendet (z. B. Sektorwehre, Fischbauchklappen
etc.).
Bei kreiszylindrischen Flächen gehen die Wirkungslinien sämtlicher
Druckkräfte durch den Kreismittelpunkt. Daher muss auch die
Wirkungslinie der resultierenden Wasserdruckkraft durch den
Kreismittelpunkt verlaufen.
Hydromechanik
Folie Nr. 33
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Bei mehrfach gekrümmten oder mehrfach gebrochenen Flächen ergibt sich die horizontale Druckkraft wieder aus der
Bei mehrfach gekrümmten oder mehrfach gebrochenen Flächen
ergibt sich die horizontale Druckkraft wieder aus der
dreiecksförmigen Druckverteilung in der Horizontalprojektion der
Fläche.
Die Vertikalkräfte werden als Gewicht des den Körpers belastenden
Wasserkörpers bzw. als Auftrieb eingetauchter Querschnitte
ermittelt:
Hydromechanik
Folie Nr. 34
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Pkt. 1 – 2 - F=ρ*g*z - aufwärts Pkt. 2 – 3 - F=ρ*g*z -
Pkt. 1 – 2
- F=ρ*g*z
- aufwärts
Pkt. 2 – 3
- F=ρ*g*z
- „Gewicht“
- abwärts
-F VA =Differenz
-
„Auftrieb“
Hydromechanik
Folie Nr. 35
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Hydrostatischer Auftrieb und Schwimmstabilität Auftrieb Die in horizontaler Richtung angreifenden Kräfte F x und F
Hydrostatischer Auftrieb und Schwimmstabilität
Auftrieb
Die in horizontaler
Richtung angreifenden
Kräfte F x und F y heben sich
gegenseitig auf.
In vertikaler Richtung
gilt folgendes:
Auf ein differenzielles
Prisma der Fläche dA und
der Höhe z wirkt von oben:
dF ZO = ρ g z O dA
und von unten
dF ZU = ρ g z u dA so dass von unten nach oben übrig bleibt
dF A
= dF ZU – dF Z O = ρ g z dA
Die Integration über die Fläche ergibt:
F
ρ g
◊ ◊
z
dA
=
ρ g
◊ ◊
V
A =
A
Hydromechanik
Folie Nr. 36
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Satz: Der Auftrieb ist gleich dem ρ g -fachen Volumen bzw. der Gewichtskraft der vom
Satz:
Der Auftrieb ist gleich dem ρ g -fachen Volumen bzw. der
Gewichtskraft der vom Körper verdrängten Wassermasse
(Prinzip des Archimedes).
ρ Körper = ρ Wasser => der Körper schwebt
ρ Körper > ρ Wasser => der Körper sinkt
ρ Körper < ρ Wasser => der Körper schwimmt
Schwimmende Körper
Bei einem schwimmenden Körper sind Körpergewicht F G und
Auftrieb F A gleich groß, wobei der Auftrieb gleich der Gewichtskraft
der verdrängten Flüssigkeitsmasse ist.
F A = F G =
ρ V g V V
mit
F G = ρ K g V K
mit
ρ V Dichte der Flüssigkeit
V V Volumen der verdrängten Flüssigkeit
ρ V Dichte der Flüssigkeit
V V Volumen des Körpers
Hydromechanik
Folie Nr. 37
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Bei einem homogenen, im Querschnitt recht- eckigen Körper kann die Eintauchtiefe w wie folgt ermittelt
Bei einem homogenen,
im Querschnitt recht-
eckigen Körper kann
die Eintauchtiefe w wie
folgt ermittelt werden:
F A = F G
=>
ρ V g V V = ρ K g V K
w A ρ V g = h A ρ K g
=>
w = h ρ K / ρ V
ρ 
K
f
=
h
w
=
h
◊ 
1
ρ
V
Die Eintauchtiefe eines im Vertikalschnitt rechteckigen Körpers ist
damit unabhängig von Form und Größe der Schwimmfläche A.
Hydromechanik
Folie Nr. 38
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Hydrodynamik Definitionen Es sind folgende Bewegungsformen des Wassers zu unterscheiden: Stationär-gleichförmig Die
Hydrodynamik
Definitionen
Es sind folgende Bewegungsformen des Wassers zu unterscheiden:
Stationär-gleichförmig
Die Fließgeschwindigkeit ist unabhängig von der Zeit. Die
Geschwindigkeit v ändert sich in Fließrichtung nicht.
Stationär-ungleichförmig
Die Fließgeschwindigkeit ist unabhängig von der Zeit. Die Geschwindig-
keit v ändert sich in Fließrichtung. Die auftretende Beschleunigung
entlang des Weges bezeichnet man als konvektive Beschleunigung
Instationär
Die Fließgeschwindigkeit ändert sich mit der Zeit. Die auftretende
Beschleunigung bezeichnet man als lokale Beschleunigung.
Hydromechanik
Folie Nr. 39
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Hydromechanik Folie Nr. 40 Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Hydromechanik
Folie Nr. 40
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Die Modellvorstellung vom Gleiten übereinander liegender Flüssigkeitsschichten, der der Newtonsche Schubspannungsansatz
Die Modellvorstellung vom Gleiten übereinander liegender
Flüssigkeitsschichten, der der Newtonsche Schubspannungsansatz
zugrunde liegt, trifft nur für kleine Fließgeschwindigkeiten zu. Diese Art
der Strömung nennt man laminar (lat. lamina: Schicht, Platte).
Bei größeren Fließgeschwindigkeiten findet eine Verwirbelung und
ungeordnete Vermischung der Flüssigkeitsteilchen statt. Die Bahnlinien
sind nicht mehr parallel, sondern ineinander verschlungen.
Dieser Strömungs-
zustand wird
turbulent genannt
(lat. turbo: Wirbel).
Versuchsanordnung von Osborne Reynolds
Hydromechanik
Folie Nr. 41
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Verhalten eines Farbfadens beim Reynolds-Eperiment (Van Dyke) Hydromechanik Folie Nr. 42 Prof. Dipl. Ing. Christoph
Verhalten eines Farbfadens beim Reynolds-Eperiment (Van Dyke)
Hydromechanik
Folie Nr. 42
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Reynoldszahl Es hängt vom Verhältnis der bei der Strömung wirkenden Trägheits- und Zähigkeitskräfte ab, ob
Reynoldszahl
Es hängt vom Verhältnis der bei der Strömung wirkenden Trägheits-
und Zähigkeitskräfte ab, ob Laminarität oder Turbulenz vorliegt. Je
kleiner die Trägheitskräfte im Vergleich zu den Reibungskräften
infolge Zähigkeit, desto stabiler die laminare Strömung. Dieses
Verhältnis wird durch die Reynoldszahl charakterisiert:
v
d
Re =
mit v
= Geschwindigkeit in m/s
ν
d
= charakteristische Länge in m
2
ν
= kinematische Zähigkeit in m /s
Als charakteristische Länge wird i. A. der hydraulische Durchmesser
d hy eingesetzt. Für Rohre ist d hy = Rohrdurchmesser, für Gerinne
wird d hy = 4A/U gesetzt.
Achtung: in der Literatur wird gelegentlich auch der hydraulische
Radius r hy = A/U genutzt.
Hydromechanik
Folie Nr. 43
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Geschwindigkeitsprofil im Gerinne bei laminarer und turbulenter Strömung. Durch den Austausch von Wasserteilchen
Geschwindigkeitsprofil im
Gerinne bei laminarer und
turbulenter Strömung.
Durch den Austausch von
Wasserteilchen (sog. Turbulenz-
ballen) quer zur Strömungs-
richtung wird das turbulente
Profil gleichmäßiger.
Wird die kritische Reynoldszahl Re krit überschritten, findet in der Regel
der Umschlag von laminarer zu turbulenter Strömung statt. Laminare
Strömung ist auch bei höheren Reynoldszahlen noch möglich,
allerdings genügt dann die kleinste Störung um einen Umschlag zu
verursachen. Kreisrohre: Re krit =2.320
Im technischen Bereich treten fast nur turbulente Strömungen auf.
Hydromechanik
Folie Nr. 44
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Vereinfachungen Die allgemeinen Gleichungen für die zähigkeitsbehaftete Strömung, die sog. Navier-Stokes-Gleichungen
Vereinfachungen
Die allgemeinen Gleichungen für die zähigkeitsbehaftete Strömung, die
sog. Navier-Stokes-Gleichungen sind partielle Differentialgleichungen
und einer einfachen Berechnung nicht zugänglich.
Deshalb werden folgende Vereinfachungen getroffen:
• Beschränkung auf eindimensionale Probleme (Rohre, Gerinne)
• Es wird mit einer mittleren Geschwindigkeit im betrachteten
Querschnitt gerechnet.
Tritt ein Volumenstrom Q unter einem rechten Winkel durch einen Quer-
schnitt A hindurch so gilt für die mittlere Strömungsgeschwindigkeit v:
v = Q / A
Hydromechanik
Folie Nr. 45
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Hydromechanik Folie Nr. 46 Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Hydromechanik
Folie Nr. 46
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Grundgleichungen der Hydrodynamik Analog zur Festkörpermechanik gelten auch in der Strömungsmechanik folgende
Grundgleichungen der Hydrodynamik
Analog zur Festkörpermechanik gelten auch in der Strömungsmechanik
folgende Grundgleichungen:
• Erhaltung der Masse
• Impulssatz
• Erhaltung der Energie
Die Betrachtung erfolgt allerdings nicht an einem sich bewegenden
Flüssigkeitskörper, sondern an einem sogenannten Kontrollvolumen, d.
h. an einem gedachten raumfesten Volumen.
Hydromechanik
Folie Nr. 47
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Erhaltung der Masse (Kontinuitätsgleichung) Die Kontinuitätsgleichung lautet in ganz allgemeiner Form: Die zeitliche
Erhaltung der Masse (Kontinuitätsgleichung)
Die Kontinuitätsgleichung lautet in ganz allgemeiner Form:
Die zeitliche Änderung der Masse eines raumfesten Volumens ist
gleich dem Zu- bzw. Abfluss über die Oberfläche des Volumens
("Speicheränderung gleich Zufluss minus Abfluss").
Für eine inkompressible Flüssigkeit in einem Rohr folgt daraus:
=>
Zufluss = Abfluss (Speicheränderung nicht möglich)
=>
Q ein = Q aus
=>
v 1 A 1 = v 2 A 2
In einem Gerinne mit freier Oberfläche wäre eine Speicherung sehr
wohl möglich (über eine Änderung des Wasserspiegels), d. h. dort gilt
diese Vereinfachung nur für stationäre Strömungen.
Hydromechanik
Folie Nr. 48
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Impulssatz Der Impuls eines Materieteilchens ist definiert als Masse mal Geschwindigkeit des Teilchens. Der Impulssatz
Impulssatz
Der Impuls eines Materieteilchens ist definiert als Masse mal
Geschwindigkeit des Teilchens. Der Impulssatz besagt, dass die
Änderung des Impulses gleich der auf das Teilchen einwirkenden
Kraft ist ("Kraft gleich Masse mal Beschleunigung").
r
r
r
r
dI
d(m v)
dv
=
=
m
=
F
Newton !!!!!
dt
dt
dt
Im Folgenden wird als sogenanntes
Kontrollvolumen eine Stromröhre
betrachtet, durch deren Mantel kein
Flüssigkeitsaustausch und damit
auch keine Impulsänderung
stattfindet.
Hydromechanik
Folie Nr. 49
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Für eine stationäre Strömung in einer derartigen Stromröhre ist die Impulsstromänderung gleich der Differenz der
Für eine stationäre Strömung in einer derartigen Stromröhre ist die
Impulsstromänderung gleich der Differenz der Impulsströme durch die
Stirnflächen A der Stromröhre:
v
ρ◊Q ◊β◊v r -ρ◊Q ◊β◊v r
=
F
aus
ein
Der Korrekturbeiwert β wird als Boussinesq-Beiwert bezeichnet. Er
ergibt sich bei der Integration über die Fläche A durch den Übergang
vom tatsächlichen Geschwindigkeitsprofil auf eine mittlere
Geschwindigkeit.
β = 1für gleichförmige Geschwindigkeitsverteilung
β > 1 für ungleichförmige Geschwindigkeitsverteilung
β = 1,33 für laminare Strömung im Kreisrohr
In der Praxis wird β für turbulente Strömungen vernachlässigt.
Hydromechanik
Folie Nr. 50
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Interpretiert man die Impulsströme als Kräfte und fasst sie mit den an den Stirnseiten wirkenden
Interpretiert man die Impulsströme als Kräfte und fasst sie mit den an
den Stirnseiten wirkenden Kräfte aus dem Wasserdruck zur
sogenannten Stützkraft zusammen, so erhält man den Stützkraftsatz:
r
r
r
r
F
F
+
F
=
0 mit F
=
F
+
Q
v
S
1
S
2
K
S1
W1
1
1
F
=
F
+
Q
v
S2
W2
2
2
Hierin ist F K eine von außen auf das Flüssigkeitsvolumen wirkende
Kraft.
Hydromechanik
Folie Nr. 51
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Erhaltung der Energie Betrachtet man analog der Massenerhaltung oder des Impulssatzes einen ortsfesten Kontrollraum, so
Erhaltung der Energie
Betrachtet man analog der Massenerhaltung oder des Impulssatzes
einen ortsfesten Kontrollraum, so gilt ganz allgemein:
Der Zuwachs an Energie im Kontrollraum
ist gleich
&
der Summe aus Wärmezufuhr Q,
Zufuhr mechanischer Leistung P
und der Differenz zwischen ein -
&
und austretendem Energiestrom E.
Für stationäre Vorgänge ist dieser Zuwachs gleich 0, d. h. es gilt:
Q &
+
P
+
E &
E &
=
0
ein
aus
Hydromechanik
Folie Nr. 52
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Die Energie einer Masse m, die sich mit der Geschwindigkeit v bewegt, ist gegeben durch
Die Energie einer Masse m, die sich mit der Geschwindigkeit v bewegt,
ist gegeben durch die Größe:
1
2
E
=
m
(u
+
v
+
g
z),
[
E
]
=
Joule
2
mit
m
u
=
innere (thermische) Energie
1
2
m
v
=
kinetischeEnergie
2
m
◊ ◊
g
z
=
potenzielle Energie
Hydromechanik
Folie Nr. 53
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Für einen normal durchströmten Querschnitt A gilt: 2 v Joule [ ] E & =
Für einen normal durchströmten Querschnitt A gilt:
2
v
Joule
[
]
E &
=
(g
z
+
p +
α
+
u)
ρ
◊ ◊ ◊
v
A
mit E &
=
= Watt
ρ 2
s
Hierin ist der Korrekturbeiwert α der sogenannte Coriolis-Beiwert. Er
ergibt sich bei der Integration über die Fläche A durch den Übergang
vom realen Geschwindigkeitsprofil auf eine idealisierte mittlere
Geschwindigkeit.
α = 1für gleichförmige Geschwindigkeitsverteilung
α > 1 für ungleichförmige Geschwindigkeitsverteilung
α = 2 für laminare Strömungen im Kreisrohr
in der Praxis wird α für turbulente Strömungen vernachlässigt
Hydromechanik
Folie Nr. 54
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Ergänzend zu kinetischer, innerer und potenzieller Energie tritt ein zusätzlicher und für Strömungen eigentümlicher
Ergänzend zu kinetischer, innerer und
potenzieller Energie tritt ein zusätzlicher
und für Strömungen eigentümlicher Term
pvA auf:
Er entspricht der Arbeit, die die Druckkraft
pA pro Zeit längs des Weges leistet.
Hydromechanik
Folie Nr. 55
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Vernachlässigt man die Wärme- zufuhr, so ergibt sich für eine Stromröhre: E & + P
Vernachlässigt man die Wärme-
zufuhr, so ergibt sich für eine
Stromröhre:
E &
+
P
=
E &
ein
aus
2
2
p
v
p
v
1
1
2
2
(g ◊z
+
+
α
+
u )
◊ ◊
ρ
v
A
+
P
=
(g
z
+
+
α
+
u
)
◊ ◊
ρ
v
A
1
1
1
1
2
2
2
2
ρ
2
ρ
2
mit
ρ
◊ v
◊ A
=
ρ
◊ v
◊ A
=
m vereinfacht sich die Gleichung zu
&
1
1
2
2
2
2
p
v
P
p
v
Dividiert durch g
1
1
2
2
g◊z +
+
α
+
=
g
z
+
+
α
+
u
u
1
2
2
1
erhält man die =>
ρ
2
m
&
ρ
2
Hydromechanik
Folie Nr. 56
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Erweiterte Gleichung von Bernoulli 2 2 p v P p v 1 1 2 2
Erweiterte Gleichung von Bernoulli
2
2
p
v
P
p
v
1
1
2
2
z
+
+ α ◊
+
=
z
+
+ α ◊
+ h
1
2
V
ρ ◊ g
2
g
m &
g
ρ ◊ g
2
g
u
- u
2
1
mit h
=
= Verlusthöhe
V
g
In
dieser Gleichung haben alle Terme die Maßeinheit einer Länge.
h V bedeutet einen Zuwachs an thermischer Energie auf Kosten
mechanischer Energie, d. h. durch Fluidreibung wird mechanische
Energie in thermische Energie umgewandelt.
h V = 0 => ideale (reibungsfreie Strömung)
h V > 0 => reale (reibungsbehaftete) Strömung
P
> 0 => Wellenarbeit wird zugeführt (Pumpe), [P] = Watt (Leistung)
P
< 0 => Wellenarbeit wird abgeführt (Turbine)
Hydromechanik
Folie Nr. 57
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Folgerungen aus der Bernoulli-Gleichung 1 a) Hydrostatik h 2 z Mit v = v =
Folgerungen aus der Bernoulli-Gleichung
1
a) Hydrostatik
h
2
z
Mit v
=
v
=
0 und
p
=
0
1
2
1
p 2
z
=
z
+
1
2
ρ ◊ g
p
= (
z
z
) ρ
g
=
ρ g
h
2
1
2

Hydromechanik

Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau

Folie Nr. 58

Hydromechanik Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau Folie Nr. 58
b) Staudruck Bei der Umströmung eines Körpers tritt an der Vorderseite eine Verzweigung einer Stromlinie
b) Staudruck
Bei der Umströmung eines Körpers tritt an der Vorderseite eine
Verzweigung einer Stromlinie auf. Im betreffenden Punkt, dem
Staupunkt, ist die Geschwindigkeit = 0
Weit vor dem Körper sind p 1 und v 1 gegeben. Mit z 1 = z 2 und v 2 = 0:
2
2
p
v
v
p
p
1
1
1
2
1
+
= p 2
=
ρ ◊ g
2
g
ρ ◊ g
2
g
ρ ◊ g ρ ◊ g
2
v
1
p
p
= ρ ◊
2
1
Mit p 2 -p 1 = ∆p = Staudruck
2
Hydromechanik
Folie Nr. 59
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
c) Ausfluss aus Gefäßen 1 Durch eine kleine Öffnung fließt in Punkt 2 Flüssigkeit aus
c) Ausfluss aus Gefäßen
1
Durch eine kleine Öffnung fließt in
Punkt 2 Flüssigkeit aus einem
Gefäß, dessen Oberfläche so groß
ist, dass die Sinkgeschwindigkeit in
Punkt 1 vernachlässigbar klein ist.
h
2
z
Dann gilt: v 1 = 0 und p 1 = p 2 = 0
2
2
z
2
=
2
◊g ◊h
v 2
Dies ist die
Formel von Torricelli

Hydromechanik

Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau

Folie Nr. 60

Hydromechanik Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau Folie Nr. 60

1

=

z

2

+

v 2

z

1

1 = z 2 + v 2 ⇒ z 1 z 2 = h = v

z

2

=

h

=

v 2

g

2

g

Rohrhydraulik Die vereinfachte Bernoulligleichung für eine Rohrströmung lautet: 2 2 p v p v 1
Rohrhydraulik
Die vereinfachte Bernoulligleichung für eine Rohrströmung lautet:
2
2
p
v
p
v
1
1
2
2
z
+
+ α ◊
=
z
+
+ α ◊
+ h
1
2
V
ρ
g
2
g
ρ
g
2
g
Die Querschnittshöhen z werden bei Rohrströmungen üblicherweise
auf die Rohrachse bezogen.
Die Verlusthöhe h V setzt sich zusammen aus
a) den Reibungsverlusten entlang der Leitung
b) örtlichen Verluste an Punkten, wo sich der Querschnitt ändert:
• Einlauf, Auslauf
• Krümmmungen
• Armaturen
Hydromechanik
Folie Nr. 61
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Der reibungsbedingte Energieabfall entlang der Rohrleitung wird durch das allgemeine Widerstandsgesetz von Darcy-Weisbach
Der reibungsbedingte Energieabfall entlang der Rohrleitung wird
durch das allgemeine Widerstandsgesetz von Darcy-Weisbach
beschrieben:
2
Mit d hy
= hydraulischer Durchmesser = 4A/U
L
v
h
=
λ
= d beim Kreisrohr
v
d
2
g
hy
Mit λ
= Widerstandsbeiwert
= f(Re, d hy , Rauhigkeit k S )
Der Reibungsbeiwert λ kann für den Fall der laminaren Strömung für
Newtonsch‘ e Flüssigkeiten theoretisch abgeleitet werden:
64
v
d
λ
=
mit
Re
=
und Re
<
2320
Re
ν
Hydromechanik
Folie Nr. 62
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Turbulente Strömungen Bei turbulenten Strömungen ist der Energieverlust aufgrund der der Hauptströmung überlagerten
Turbulente Strömungen
Bei turbulenten Strömungen ist der Energieverlust aufgrund der der
Hauptströmung überlagerten Querströmungen höher.
Direkt an der Rohrwand existiert jedoch eine laminare Grenzschicht der
Dicke δ 0 , d. h. eine dünne kreisringförmige Flüssigkeitsschicht, die wie
eine Schmierschicht wirkt. Sie wird mit zunehmender Fließgeschwindig-
keit immer dünner.
Die Rauhigkeit des Rohres wird durch die äquivalente Rauhigkeit k
beschrieben. Sie basiert auf experimentellen Untersuchungen an
Rohren, deren Wand mit Sandkörnern des Durchmessers k beklebt
wurde.
Je nach dem Verhältnis von δ 0 zu k unterscheidet man mehrere
Formen der Widerstandswirkung:
Hydromechanik
Folie Nr. 63
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
δ 0 > k: Hydraulisch glattes Verhalten Alle Rauhigkeitselement werden von der laminaren Grenzschicht eingehüllt.
δ 0 > k: Hydraulisch glattes Verhalten
Alle Rauhigkeitselement werden von der laminaren Grenzschicht
eingehüllt. λ = f(Re)
δ 0 < k: Hydraulisches Übergangsverhalten
Einige Spitzen der Rauhigkeitserhebung durchstoßen die Grenzschicht
und haben Einfluss auf das Widerstandsverhalten. λ = f(Re, k/d hy )
δ 0 << k: Hydraulisch raues Verhalten
Alle Rauhigkeitserhebungen ragen in den turbulenten Kern und sind für
das Rauhigkeitsverhalten maßgebend. λ = f(k/d hy )
Hydromechanik
Folie Nr. 64
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Für jedes Verhalten gibt es gesonderte Gleichungen. Da jedoch zunächst meist unbekannt ist, in welchem
Für jedes Verhalten gibt es gesonderte Gleichungen. Da jedoch zunächst
meist unbekannt ist, in welchem Bereich man sich bewegt empfiehlt es
sich, die Formel von Colebrook-White für den Übergangsbereich zu
benutzen. Sie deckt auch den glatten und den rauen Bereich ab.
1
2,51
k/d
hy
=
2
log 
+
λ
Re
λ
3,71
Für die Lösung dieser impliziten Gleichung stehen folgende Methoden
zur Verfügung:
1)
2)
Graphische Lösung mit dem Diagramm von Moody
Iterative Lösung
Als Startwert kann folgende Näherung nach Zanke benutzt werden:
1,2
1
2,7
(
log (Re)
)
k/d
hy
=
2
log 
+
λ
Re
3,71
Hydromechanik
Folie Nr. 65
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Moody - Diagramm Hydromechanik Folie Nr. 66 Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Moody - Diagramm
Hydromechanik
Folie Nr. 66
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau

Werkstoff

Art, Form Zustand

K in mm

Kupfer, Messing

Technisch glatte Rohre

0,00135

bis 0,00152

Stahl

Rohre mäßig verrostet

0,15

bis 0,4

 

Mittlere bis starke Verkrustung

1,5

bis 5

 

Druckleitung in Wasserkraftanl.

0,011

bis 0,021

Gusseisen

Rohre gebraucht

1,0

bis 1,5

 

Kanalisation (Mittelwert)

1,2

Kunststoff

PE, PVC, neu

0,0015

bis 0,01

Ton

Dränrohre

0,7

Steinzeug

Abwasserkanäle

0,25

bis 1,5

Beton

Glatt

1

bis 6

 

Rau

6

bis 20

 

Rohre aus Stahlbeton

0,1

bis 0,15

 

Rohrleitung mit Stößen (Mittel)

2

 

Schleuderbeton

0,1

bis 0,8

Rauheit k für Rohre, Auszug aus Schneider

Hydromechanik

Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau

Folie Nr. 67

Hydromechanik Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau Folie Nr. 67
Örtliche Verluste Querschnittsänderungen und Verzweigungen sind mit Verlusten verbunden, bei denen vor allem
Örtliche Verluste
Querschnittsänderungen und Verzweigungen sind mit Verlusten
verbunden, bei denen vor allem Ablösungen eine Rolle spielen. Sie sind
nur gering von der Reynoldszahl abhängig, so dass die entsprechenden
Beiwerte ζ als Konstante betrachtet werden können. Sie werden in der
Form
2
v
h
= ζ ◊
v
2
g
berücksichtigt
und sind gän-
gigen Tabel-
lenwerken zu
entnehmen.
Rohrsystem mit Leitungs- und örtlichen Verlusten
Hydromechanik
Folie Nr. 68
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
ξ: v hinter der Querschnitts- änderung ξ‘: v vor der Querschnitts- änderung Hydromechanik Folie Nr.
ξ: v hinter der
Querschnitts-
änderung
ξ‘: v vor der
Querschnitts-
änderung
Hydromechanik
Folie Nr. 69
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Hydromechanik Folie Nr. 70 Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Hydromechanik
Folie Nr. 70
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Methodik zur Berechnung von Rohrströmungen A) Druckdifferenz ∆h und Rohrquerschnitte A i bzw. d hyi
Methodik zur Berechnung von Rohrströmungen
A)
Druckdifferenz ∆h und Rohrquerschnitte A i bzw. d hyi sind bekannt, Q
bzw. v sind unbekannt
1)
2)
3)
v alt schätzen (1m/s ist ein guter Startwert)
Re berechnen
λ berechnen
h V berechnen
In Bernoulli Gleichung einsetzen
v neu berechnen
Falls v neu ungleich v alt ,v alt = v neu ,
weiter bei 1), sonst Ende
2
4)
v
h
=
λ
L ∑
i +
ζ
v
  ◊
i
j
5)
d
2
g
i
hy
j
i
6)
7)
B)
Q ist bekannt, gesucht wird die Druckdifferenz ∆h
1)
2)
3)
Re berechnen
λ berechnen
h V berechnen
Hydromechanik
Folie Nr. 71
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Gerinnehydraulik Energiegleichung für die stationäre Gerinneströmung, z auf die Sohle bezogen: 2 2 v v
Gerinnehydraulik
Energiegleichung für die stationäre Gerinneströmung, z auf die Sohle
bezogen:
2
2
v
v
1
2
z
+
h
+
α
=
z
+
h
+
α
+ h
1
1
2
2
V
2
g
2
g
Die Flüssigkeit unterliegt
einerseits einer Beschleu-
nigung aus der Erd-
beschleunigung und einer
Verzögerung durch die
Reibung. Wenn Gewichts-
und Reibungskräfte gleich
groß sind, stellt sich der
Sonderfall des gleich-
förmigen Abflusses ein.
Hydromechanik
Folie Nr. 72
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Fließgeschwindigkeit in Gerinnen bei gleichförmigem Abfluss Für gleichförmigen Abfluss gilt: v 1 = v 2
Fließgeschwindigkeit in Gerinnen bei gleichförmigem Abfluss
Für gleichförmigen Abfluss gilt:
v 1 = v 2 = v und h 1 =h 2 = h und damit
paralleler Verlauf von Energielinie und Sohle
Damit vereinfacht sich die Bernoulli-Gleichung auf:
2
2
L
v
L
v
z
=
z
+
h
mit h
=
λ
λ
=
z
z
1
2
V
V
1
2
d
2
g
d
2
g
hy
hy
1
z
z
z
z
2
1
2
1
2
v
=
2 ◊ ◊ g ◊ d
und mit
=
I
=
Gefälle
hy
λ
L
L
1
1
2,51
k/d
hy
v =
2
◊ g ◊ d
◊ I
mit
=
2
◊ log 
+
hy
λ
λ
3,71
Re
λ
In natürlichen Gerinnen (Bach, Fluss, Kanäle) kann der Einfluss der
Reynoldszahl meist vernachlässigt werden, dann ist:
1
 k/d
hy
=
2
log 
λ
3,71
Hydromechanik
Folie Nr. 73
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Methodik zur Berechnung von Gerinneströmungen Gerinnequerschnitt, Rauhigkeit und und Gefälle I sind bekannt, Q bzw.
Methodik zur Berechnung von Gerinneströmungen
Gerinnequerschnitt, Rauhigkeit und und Gefälle I sind bekannt,
Q bzw. v sind unbekannt
1)
2)
Querschnittsfläche A berechnen
benetzten Umfang U ermitteln
3)
d hy = 4 A /
U
1
 k/d
hy
4)
=
2
log 
(nur für raues Verhalten)
λ
3,71
5)
v =
1 ◊
g
λ
2
◊ ◊
d
I
hy
6)
Q = v A
Hydromechanik
Folie Nr. 74
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Alternativ zu dem Fließgesetz wird in der Praxis noch vielfach die empirische Formel von Manning-Strickler
Alternativ zu dem Fließgesetz wird in der Praxis noch vielfach die
empirische Formel von Manning-Strickler (auch Gauckler-Strickler)
verwendet:
2
3
1
v
=
k
r
I
2
St
hy
Mit k St = Beiwert nach Manning – Strickler
z. B. aus Schneider Bautabellen
Wellengeschwindigkeit
Unter den Bedingungen
• Vertikale Beschleunigung vernachlässigbar (keine Krümmung
der Stromfäden)
• Wellenhöhe < 10% der Wassertiefe
A
c =
g◊
beträgt die Wellengeschwindigkeit:
b
Sp
Im Rechteckquerschnitt ergibt sich:
c =
g◊h
Hydromechanik
Folie Nr. 75
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Strömen und Schießen Die Sohlhöhe z stellt für einen gegebenen Querschnitt eine Konstante dar. Lässt
Strömen und Schießen
Die Sohlhöhe z stellt für einen gegebenen Querschnitt eine Konstante
dar. Lässt man sie außer acht und betrachtet nur die spezifische
Energiehöhe h E , so gilt:
2
v
h
=
h
+
und mit
E
2
g
Q
Q
v =
=
(Rechteck)
A
b
h
2
Q
h
=
h
+
E
2
2
2
◊ ◊
g
b
h
Trägt man h E als f(h)
auf, ergibt sich das
nebenstehende
Diagramm:
Hydromechanik
Folie Nr. 76
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Schlussfolgerungen: 1. Ein Abfluss Q kann bei gegebener Breite b bei gegebener spezifischer Energie mit
Schlussfolgerungen:
1. Ein Abfluss Q kann bei gegebener Breite b bei gegebener
spezifischer Energie mit 2 verschiedenen (konjugierten) Wassertiefen
abgeführt werden.
2. Ein Abfluss kann nur abgeführt werden, wenn die spezifische Energie
mindesten eine minimale spezifische Energie, die Grenzenergie
erreicht, andernfalls bildet sich ein Aufstau, bis h EGr erreicht wird
3. Der maximale Abfluss findet bei vorgegebener spezifischer Energie
unter Grenzbedingungen statt.
Aus der Kurvendiskussion (dh E / dh = 0) erhält man die Grenztiefe:
2
Q
h
=
3
und daraus v
=
g
◊ h
Gr
2
Gr
Gr
g
b
3
sowie die Grenzenergiehöhe h
=
h
E
Gr
Gr
2
Die Grenzgeschwindigkeit entspricht gerade der Wellengeschwindigkeit
Hydromechanik
Folie Nr. 77
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Der Abflussvorgang kann damit auch über die Froude Zahl Fr charakterisiert werden: v v Allgemein:
Der Abflussvorgang kann damit auch über die Froude Zahl Fr
charakterisiert werden:
v
v
Allgemein: Fr =
Rechteckquerschnitt: Fr =
A
g
h
g ◊
b
Sp
Damit gilt:
Strömender Abfluss:
v < v Gr
h > h Gr
Fr < 1
Schießender Abfluss:
v > v Gr
h < h Gr
Fr > 1
Grenzzustand:
v = v Gr
h = h Gr
Fr = 1
Hydromechanik
Folie Nr. 78
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Fließwechsel Schießen: v > c, Störungen pflanzen sich nur stromabwärts fort, d. h. der Wasserspiegel
Fließwechsel
Schießen:
v > c, Störungen pflanzen
sich nur stromabwärts fort,
d. h. der Wasserspiegel stellt
sich unabhängig von den
Bedingungen Unterstrom ein.
Strömen:
v < c, Störungen pflanzen
sich stromauf und
stromabwärts fort. Bei
stationärer Strömung stellt
sich der Wasserspiegel
jedoch unabhängig von den
Bedingungen Oberstrom ein.
Der Übergang vom Strömen zum Schießen
erfolgt kontinuierlich, der Übergang vom
Schießen zum Strömen diskontinuierlich
Hydromechanik
Folie Nr. 79
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Den diskontinuierlichen Übergang vom Schießen zum Strömen bezeichnet man als Wechselsprung, die entstehende
Den diskontinuierlichen Übergang vom Schießen zum Strömen bezeichnet
man als Wechselsprung, die entstehende Wasserwalze als Deckwalze
Über den Impulssatz kann man unter Vernachlässigung der Sohlreibung
die konjugierte Wassertiefe berechnen:
h
h
2
2
=
0,5 ◊
1 + 8 ◊Fr
1
1
2
=
0,5 ◊
1 + 8 ◊Fr
1
1
h
2
h
1
2
Hydromechanik
Folie Nr. 80
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Bespiele für einen Wechselsprung Hydromechanik Folie Nr. 81 Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Bespiele für einen Wechselsprung
Hydromechanik
Folie Nr. 81
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Druckstoß Wird ein durchströmtes Rohr durch einen Schieber schnell geschlossen, so entsteht eine Druckwelle, die
Druckstoß
Wird ein durchströmtes Rohr durch einen Schieber schnell geschlossen,
so entsteht eine Druckwelle, die mit Schallgeschwindigkeit das Rohr
durchläuft.
v
c
0 ◊
Der maximale mögliche Druckanstieg beträgt
(sog. Joukowski-Stoß)
∆h =
g
1
Mit
c =
D
Druckwellengeschwindigkeit
im Rohr
m/s
1
ρ ◊ 
+
E
E
d
w
v 0 =
E W =
Strömungsgeschwindigkeit
Kompressionsmodul der Flüssigkeit
m/s
N/m
2
E
=
E-Modul der Rohrwand
N/m
2
D
=
Innendurchmesser des Rohres
m
d
=
Wandstärke des Rohres
Dichte der Flüssigkeit
m
ρ =
kg/m 3
Hydromechanik
Folie Nr. 82
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Druckwellengeschwindigkeit in mit reinem Wasser gefüllten Rohrleitungen D = Innendurchmesser δ = Wandstärke
Druckwellengeschwindigkeit
in
mit reinem Wasser
gefüllten Rohrleitungen
D
= Innendurchmesser
δ = Wandstärke
Hydromechanik
Folie Nr. 83
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Kavitation Sinkt der Druck in einer Flüssigkeit unter den jeweiligen Dampfdruck ab, so verdampft die
Kavitation
Sinkt der Druck in einer Flüssigkeit unter den jeweiligen Dampfdruck ab,
so verdampft die Flüssigkeit bzw. es bildet sich eine Dampfblase.
Diese Blasen werden durch die Fließbewegung in Bereiche höheren
Drucks transportiert und fallen dort implosionsartig zusammen. Hierbei
entstehen kurzzeitig und räumlich eng begrenzt sehr hohe Druckspitzen.
Findet dieser Vorgang in Wandnähe statt, kann hierdurch das Material
geschädigt werden (selbst Stahl). Diesen Vorgang bezeichnet man als
Kavitation.
Stark sinkende Drücke und damit Kavitation treten an Stellen auf, wo das
Fluid beschleunigt wird (Bernoulli!!), wie z. B. an Turbinen, Pumpen oder
steilen Schussrinnen.
Man versucht Kavitation u. a. durch eine geschickte Anordnung und
Ausgestaltung der Strömungsmaschinen zu vermeiden.
Hydromechanik
Folie Nr. 84
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau
Literatur Heinemann, E.; Feldhaus, R.: Hydraulik für Bauingenieure, 2. Auflage, Teubner Verlag, Wiesbaden, 2003 Gutes
Literatur
Heinemann, E.; Feldhaus, R.: Hydraulik für Bauingenieure, 2. Auflage,
Teubner Verlag, Wiesbaden, 2003
Gutes Lehrbuch, deckt in etwa den Umfang der Vorlesungen
Hydromechanik und Wasserbau I ab.
Zanke, C. E. (Hrsg.): Taschenbuch der Wasserwirtschaft, 8. Auflage,
Parey Buchverlag, Berlin, 2001
Nachschlagewerk, deckt neben der Hydromechanik auch das gesamte
Gebiet des Wasserbaus und der Wasserwirtschaft ab.
Hydromechanik
Folie Nr. 85
Prof. Dipl. Ing. Christoph Rau