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cibera 2.

0: Die Erweiterung der Virtuellen Fachbibliothek Ibero-


Amerika / Spanien / Portugal um Web 2.0-Funktionen

cibera als Fachinformationsportal zum spanischen und portugiesischen Sprach- und


Kulturraum haben meine KollegInnen und ich bereits in einem zweiteiligen
Bibliotheksdienst-Artikel zur Jahreswende 2005/20061 ausführlich vorgestellt. Im
vorliegenden Text geht es nun darum, wie die Staats- und Universitätsbibliothek
Hamburg durch die Entwicklung und Umsetzung von Konzepten, welche die ViFa in
Richtung Web 2.0 erweitern, das Fachportal für die Wissenschaft und die
interessierte Öffentlichkeit noch attraktiver gestaltet. «Mitmachweb», «Nutzer dort
abholen, wo sie sind» und «Vernetzung mit der Fachcommunity» sind dabei nicht nur
theoretische Stichworte, sondern in die Praxis umgesetzte Ziele einer modernen
bibliothekarischen Informationsarbeit.

Was erwartet Sie in diesem Artikel? Einleitend und damit Sie die Beschreibungen
von 2005 und 2006 nicht noch einmal lesen müssen, ein kurze Vorstellung von
cibera. Desweiteren eine allgemeine Begründung, warum es für Virtuelle
Fachbibliotheken (und sicher auch für verwandte bibliothekarische
Informationsdienste) Sinn macht, sich mit der Frage einer Web 2.0-Implementierung
zu beschäftigen. Im Hauptteil des Artikels gibt ein Praxisbericht detailliert Auskunft
darüber, was in cibera mit welchen Zielen wie umgesetzt wurde. Ein Ausblick darauf,
was im Rahmen unserer Zielsetzung, cibera noch stärker mit der Fachcommunity zu
vernetzen, im Verlauf des Jahres 2009 noch umgesetzt werden soll, rundet den
Artikel ab. Eine wichtige Vorbemerkung vorneweg: Ich werde dieses Jahr auch auf
dem Bibliothekartag in Erfurt teilnehmen, sprechen Sie mich also im Vorfeld oder
gerne auch vor Ort an, wenn Sie Fragen zu dem Thema Web 2.0 als Chance für die
Virtuellen Fachbibliotheken haben.

Die Virtuelle Fachbibliothek cibera

Das Iberoamerikanische Institut Berlin (IAI) und die Staats- und Universitätsbibliothek
Hamburg (SUB) betreiben gemeinsam die Virtuelle Fachbibliothek cibera. Die beiden
Sondersammelgebietsbibliotheken bilden im Portal jeweils für ihr Fachgebiet den
Nachweis der vorhandenen Monographien und Periodika ab und vermitteln den
Nutzern – gemeinsam mit weiteren Kooperationspartnern - den elektronischen
Zugang zu Informationen aus den beiden Sondersammelgebieten (das IAI Berlin für
das SSG Lateinamerika und die SUB Hamburg für das SSG Spanien/Portugal).
Beide Häuser haben dazu zeitversetzt Förderanträge bei der Deutschen
Forschungsgemeinschaft (DFG) gestellt, die auch bewilligt und umgesetzt wurden.
Die noch laufende DFG-Förderphase der SUB Hamburg erstreckt sich über den
zweijährigen Zeitraum von 12/2007 – 11/2009. Zentraler Schwerpunkt dieser zweiten
Hamburger Projektzeit ist die Erweiterung der Virtuellen Fachbibliothek um Web 2.0-
Elemente unter besonderer Berücksichtigung der Evaluierung von sinnvollen
Maßnahmen auf diesem Gebiet sowie der Dokumentation der erfolgten Arbeiten zur
Nachnutzung durch weitere Virtuelle Fachbibliotheken. Und genau über diese Punkte
informiert Sie auch dieser Artikel.

1
Bibliotheksdienst 39 (2005), Nr. 12, S. 1588-1602 und Bibliotheksdienst 40 (2006), Nr. 1, S. 27-40
Web 2.0 als Chance für Virtuelle Fachbibliotheken

Ehe ich auf die einzelnen Web 2.0-Erweiterungen in cibera eingehe, noch eine kurze
Erläuterung, die bei der praktischen Vorstellung der einzelnen Module noch
deutlicher werden wird: Welche Chancen bietet das Mitmachweb einer Virtuellen
Fachbibliothek überhaupt? Ich sehe hier zwei Chancen, deren Nutzung sich moderne
Bibliothekssysteme heute nicht mehr entgehen lassen dürfen:

Die 1. Chance liegt in einer stärkeren Vernetzung mit der Fachwissenschaft und die
2. Chance, die das Web 2.0 bietet, besteht darin, die Nutzer am Ausbau der Inhalte
der ViFa zu beteiligen. Die Sondersammelgebiets-Bibliotheken haben es sich in den
vergangenen Jahren zur Aufgabe gemacht über die bisherigen traditionellen Wege
hinaus (Broschüren, Infoveranstaltungen, Printveröffentlichungen) über ihre Inhalte in
Virtuellen Fachbibliotheken zu informieren. Doch es muss auch kritisch gefragt
werden: wird die Fachwissenschaft und das fachinteressierte Publikum damit
tatsächlich noch adäquat erreicht?

In diesem Artikel soll anhand der konkreten Beispiele gezeigt werden, dass es
möglich ist, die Nutzer dort abholen, wo sie sind (Google, Social Software Dienste).
Weiterhin muss kritisch gefragt werden, ob es den generell gut ausgebildeten
Fachreferenten überhaupt noch möglich ist, der immer rascher wachsenden
Informationsmenge sowohl im gedruckten, als auch im digitalen Bereich gerecht zu
werden und die neuesten Entwicklungen in ihrem Fachgebiet tatsächlich
abzudecken? Hier bieten sich zweifelsohne für das Bibliothekspersonal, das die
Virtuellen Fachbibliotheken betreut, profunde Möglichkeiten, diese Aufgaben auch
noch in Zukunft bewältigen zu können. Und zwar in doppeltem Sinne, ganz gemäß
des im Web 2.0 vorherrschenden Grundsatzes, dass sein Erfolg auf einem Geben
und Nehmen beruht: zum einen, da Web 2.0-Communities den Fachbibliotheken die
Chance bieten, an den neuesten Entwicklungen ihres Fachgebietes „dranzubleiben“
(=Nehmen) und zum anderen, indem sie ihr bibliothekarisch-konzeptionelles Wissen
(wie kategorisiert man Inhalte?) in diese Communities mit einbringen (=Geben).

Das ciberaBlog als zentrale Web 2.0-Erweiterung von cibera

Vor gut einem Jahr sind wir im März 2008 mit dem ciberaBlog an den Start
gegangen. Dort habe ich im Eröffnungsartikel2 die Grundidee des Blogs beschrieben,
die in den kommenden Unterpunkten dieses Artikels näher erläutert werden sollen:

Im ciberaBlog veröffentlichen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der an cibera beteiligten


Institutionen sowie Gastautoren aus Wissenschaft, Forschung und dem Bibliothekswesen
Blogartikel zu Themen aus dem Kulturkreis Iberoamerika, Spanien und Portugal. Dabei
möchten wir unseren Nutzern zeigen, dass die Recherche und Materialfindung in der
Virtuellen Fachbibliothek auch Spaß machen kann. Mittelfristig geplant ist, das ciberaBlog zu
einem Austauschforum der Fachwissenschaften zu machen, die sich mit den Regionen
Lateinamerika, Spanien und Portugal beschäftigen.

2
Zum Start des ciberaBlogs, 5.03.09: http://blog.cibera.de/?p=1
Screenshot des ciberaBlogs vom 8.04.09

Auffindbarkeit der ViFa verbessern

Im ciberaBlog werden Nachrichten aus dem Umfeld der SSGs Lateinamerika,


Spanien und Portugal behandelt und auf dazu passende Ressourcen in der ViFa
verwiesen. Das führt dazu, dass solche Artikel im Nachhinein auch bei
entsprechenden Google-Recherchen gefunden werden. Beispiel: Ich schrieb letztes
Jahr einen Artikel über die Wahlen in Spanien3 mit Hinweisen auf welchen Online-
Seiten man sich über die Wahl und deren Ausgang informieren kann. Dieser Artikel
wurde im Anschluss sehr häufig aufgerufen, weil er in Google (und anderen
Suchmaschinen) bei Suchanfragen nach „Wahlen in Spanien“ (oder Ähnlichem) sehr
weit oben gelistet wurde. Das führte dazu, dass viele Menschen über diesen Weg
zunächst auf das ciberaBlog gestoßen waren, in dem Artikel eine für sie sinnvolle
Antwort auf ihre Suchanfrage bekamen und sich im Anschluss auch das Angebot der
Virtuellen Fachbibliothek, die im Blog natürlich zentral verlinkt ist, angeschaut haben.

Somit führt ein die ViFa begleitendes Weblog auch die Nutzer zu bibliothekarischen
Angeboten, die diese bei ihren Recherchen zunächst nicht konsultiert haben oder
von deren Existenz noch gar nichts wussten. Das Weblog als Mittel der modernen
bibliothekarischen Öffentlichkeitsarbeit, sozusagen. Damit ist auch schon eine
Antwort gegeben auf Fragen, die sich aus den Resultaten einer im Auftrag der DFG
von der ZBW Kiel durchgeführten Studie ergaben, die letztes Jahr veröffentlicht
wurde. Eines der Ergebnisse der Studie „Virtuelle Fachbibliotheken im System der

3
9-M oder die Spanische Parlamentswahl, 6.03.2008: http://blog.cibera.de/?p=9
überregionalen Literatur- und Informationsversorgung: Angebot und Nutzung
(ViFaSys)“ wird in diesem Zitat4 deutlich:

Die Wissenschaftler nutzen heute zu 90% kein „ideales Portal“, die am meisten für die
Recherche verwendeten Suchwerkzeuge sind Google, Online-Kataloge von Bibliotheken,
Wikipedia und die Homepages der eigenen Universität.

Bleibt also festzuhalten, dass über ein Weblog die Inhalte einer Virtuellen
Fachbibliothek auch den Nutzern zur Verfügung gestellt werden können, die gar
nichts von der Existenz dieser Recherchequelle wussten, sondern zunächst den im
Web weit verbreiteten Sucheinstieg über Google & Co gesucht hatten.

Anschaulichere Präsentation der Inhalte

Doch die bessere Auffindbarkeit der ViFa durch den Einsatz eines Weblogs ist nicht
der einzige Vorteil dieser neuen Kommunikationsmöglichkeit für bibliothekarische
Informationsangebote. Wir haben zudem festgestellt, dass uns das Weblog die
Gelegenheit bietet, ausgewählte Inhalte der ViFa besser und anschaulicher zu
präsentieren. Über einzelne, exemplarische Quellen, etwa über besonders wichtige
Webportale, die wir im Fachinformationsführer Iberolinks von cibera aufnehmen,
können wir in einem Weblogartikel besser und ansprechender informieren, als es
über die schlichte Titelaufnahme dieser Quelle mit formalisierter Katalogisierung,
freier Verschlagwortung und Abstract möglich ist. In der folgenden Abbildung sehen
Sie links die cibera-Titelanzeige des Sprachlernportals Parla.cat, das die
katalanische Regierung im letzten Jahr veröffentlicht hat. Rechts daneben ein
Auszug unseres Blogartikels5 zur Vorstellung des Portals, wo neben einem
Screenshot von Parla.cat auch ein Video zur Präsentation der Recherchequelle
veröffentlicht wurde:

Vernetzung mit der Fachwissenschaft:

Wie eingangs schon erwähnt, ist auch die stärkere Vernetzung mit der
Fachwissenschaft eines der zentralen Ziele des ciberaBlogs. Indem wir
Wissenschaftler der Fachgebeite, die cibera abdeckt, auf die Möglichkeit hinweisen
in unserem Blog Gastartikel zu veröffentlichen, bieten wir als Virtuelle Fachbibliothek

4
ViFaSys-Sudie, S. 7: http://www.zbw.eu/ueber_uns/projekte/ViFasys/gutachten_ViFasys_2007_3_5.pdf
5
Katalanischlernen mit Parla.cat, 3.12.08: http://blog.cibera.de/?p=131
der wissenschaftlichen Community die Gelegenheit einem interessierten Publikum
aus der Fachwissenschaft zu berichten. Sei es zu Vorträgen, Veranstaltungen oder
Forschungsprojekten. Ein eigens eingerichteter Button, gut sichtbar in der rechten
Seitenleiste des Blogs positioniert, fordert zur Einreichung von „Beiträgen aus der
Forschung“ auf. Mehrere Wissenschaftler sind dieser Aufforderung bereits
nachgekommen. Als Beispiel sei hier nur der Gastartikel von Prof. Hans-Jörg
Neuschäfer, u.a. Herausgeber der Spanischen Literaturgeschichte im Metzler Verlag,
genannt, der einen spanischsprachigen Beitrag6 über das frühe literarische Schaffen
des spanischen Regisseurs Pedro Almodóvar veröffentlichte.

Als institutioneller Partner konnte zum Beispiel auch die Kulturabteilung der
Spanischen Botschaft in Deutschland gewonnen werden, die im ciberaBlog über von
Ihr mitorganisierte Veranstaltungen zur Iberischen Halbinsel in Deutschland
informiert.

Weitere Funktionen des Blogs:

Darüber hinaus erfüllt das Blog noch weitere Funktionen, die hier nur stichwortartig
genannt werden sollen: Vorstellung von weiteren fachrelevanten Weblogs und Web
2.0 Diensten aus dem Bereich der SSGs von cibera, Erläuterung der ViFa-
Recherchen in einer noch kommenden Screencast-Reihe (Video-Tutorien zu
Recherchen in der ViFa); sowie Hinweise auf schon bestehende oder noch
kommende Module in cibera.

Gerade der letzte Punkt bietet sich natürlich ganz besonders an: wenn man über das
Weblog schon einen direkten Kontakt zu Community der ViFa aufgebaut hat, dann
bietet sich dieser Weg an, um über Neuerungen in den Funktionalitäten der ViFa
gesondert zu informieren. Sei es durch die Vorstellung des schon existierenden
Lotse-Tutorials, also unseres Recherchekurses Hispanistik, den wir in das von der
ULB Münster aufgebaute System Lotse eingebracht haben, oder auf noch
kommende Module wie das ForscherWiki (dazu später mehr) oder die noch zu
evaluierende Verbindung Social Bookmarking-ViFa, wo wir uns versuchsweise der
Frage annehmen werden, ob es für eine Virtuelle Fachbibliothek sinnvoll ist, ihre
Quellen in Online-Lesezeichenverwaltungsystemen wie zum Beispiel delicious.com
oder mister-wong.de einzubringen und zu untersuchen, ob dadurch einerseits neue
Inhalte für die ViFa gewonnen werden – und somit auch die Nutzer am Ausbau der
Inhalte der ViFa beteiligt werden – und ob dadurch anderseits neue Nutzer für die
ViFa gefunden werden. Denn wer in diesen Portalen Lesezeichen ablegt, erhält auch
eine Information darüber, welche Nutzer diese Quelle dort auch abgespeichert haben
und welche Webseiten diese Nutzer noch für relevant halten. Über diesen Weg
können also Nutzer von Social-Bookmarking-Portalen die ViFa cibera als
Recherchequelle für sich entdecken. Ein womöglich spannender, sicherlich aber
erkenntnisreicher Prozess, dessen Entwicklung der interessierten Nutzerschaft auch
über das Weblog kommuniziert werden wird.

6
Patty Diphusa y los comienzos de Almodóvar, 29.9.09: http://blog.cibera.de/?p=91
Verhältnis Blog/ViFa:

Wichtig ist die Integration des Blogs in die ViFa. Beim ciberaBlog handelt es sich
nicht um ein Parallelangebot, sondern um ein die Dienste der Virtuellen
Fachbibliothek ergänzendes Modul. Das wird auch rein technisch durch die Domain
deutlich gemacht. Während die ViFa unter der Adresse cibera.de zu erreichen ist,
findet man das Blog unter der – die Zugehörigkeit zum Portal deutlich machenden –
Subdomain blog.cibera.de. Beide Webseiten verlinken sich wechselseitig prominent.
Die ViFa ist gleich im Titel des Blogs als Herausgeber des Weblogs genannt („Das
Blog der Virtuellen Fachbibliothek Ibero-Amerika / Spanien / Portugal“) und verlinkt
nicht nur in den einzelnen Artikeln zu passenden Inhalten der ViFa, sondern zeigt
auch in der Seitenleiste einen deutlich sichtbaren Screenshot der ViFa,
selbstverständlich verlinkt mit cibera.de.

Umgekehrt ist auch die Integration des Blogs in cibera.de genuin verankert, sowohl
über einen Button in der linken Seitenleiste, also auch über den Menü-Punkt
„Aktuelles“ (bzw. in den entsprechenden Übersetzungen dieses Menüpunktes in der
spanischen, portugiesischen und englischen Version unseres Portals). Graphisch
verbindendes Element beider Angebote ist die gelbe cibera-Spirale aus dem Logo
der ViFa.

ForscherWiki:

Bei dem bereits erwähnten ForscherWiki handelt es sich um ein weiteres Beispiel,
wie eine Virtuelle Fachbibliothek durch Erweiterung mit Web 2.0-Elementen
angereichert werden kann. Wir standen bei cibera vor der Aufgabe, dass die
bisherige ForscherDatenbank, die ein Verzeichnis der im deutschsprachigen Raum
über Lateinamerika arbeitenden ForscherInnen darstellt, auf den Bereich
Spanien/Portugal ausgeweitet werden soll. Bisher sind dort ca. 600 Forscher
verzeichnet, wir haben nun etwas mehr als 400 Forscher, die über Spanien und
Portugal arbeiten, neu recherchiert und werden die Forscherdatenbank gleichzeitig in
ein Wiki überführen. Die Veröffentlichung der neuen Version des
Forscherverzeichnisses, die erstmalig sowohl die Forschung zu Lateinamerika,
Spanien und Portugal abdecken wird, steht kurz bevor, einige technische Probleme
des Datenimports werden zu Zeit noch behoben. Hier kann ich Ihnen aber schon
einen Screenshot des Prototypen eines zukünftigen Forscher-Artikels zeigen:

Das ForscherWiki wird mit der Opensource-Software MediaWiki betrieben, mit der
auch das weltweit bekannteste Wiki, die Enzyklopädie Wikipedia, realisiert wird. Das
hat den nicht zu unterschätzenden Vorteil, dass die Wissenschaftler, die sich auch im
Rahmen ihrer wissenschaftlichen und universitären Tätigkeit mit der Wikipedia
beschäftigen (oder sich selbiges vorgenommen haben), es beim cibera ForscherWiki
mit der gleichen Software zu tun haben. Wer sich also mit dem Editieren von
Wikipedia-Artikeln mit der leicht zu erlernenden Wiki-Syntax schon einmal beschäftigt
hat, wird die gleiche Syntax zum Editieren seines ForscherWiki-Artikels vorfinden.

Wir haben bei der Entwicklung einer Vorlagen-Seite für die zukünftigen Forscherwiki-
Artikel die Datenstruktur der bisherigen cibera ForscherInnen-Datenbank
übernommen und bieten den neu aufgenommen Forschern an, die bereits mit ihren
wichtigsten Daten ausgefüllten Artikel durch ihre konkreten Angaben zu ergänzen.
Durch die Formatvorlage haben wir schon einmal einen einheitlichen
Informationsüberblick geschaffen, der nun noch von den Wissenschaftlern mit ihren
weiteren Inhalten gefüllt und in Zukunft aktuell gehalten werden kann.

Die detaillierten Suchen nach ganz bestimmten Forschungsprofilen, die auch bisher
in der ForscherInnen-Datenbank bei cibera möglich waren, werden durch
entsprechend entwickelte Erweiterungen im ForscherWiki ebenso abgebildet.
Dadurch sind auch zukünftig kombinierte Suchen nach Forschern, die zum Beispiel
Altamerikanistik als ihren Thematischen Schwerpunkt und Mexiko als ihren
Geographischen Schwerpunkt angegeben haben, möglich.
Der Start des ForscherWikis wird natürlich auch über das Weblog kommuniziert
werden, wo wir auch die Möglichkeit haben, auf Anregungen und Fragen aus der
Fachwelt zu reagieren.

Lohnt sich Web 2.0 und kann man die cibera-Ergebnisse nachnutzen?

Zum Abschluss möchte ich diese beiden Fragen nicht nur eindeutig bejahen,
sondern Sie auch ermutigen, sich näher mit dem Gedanken zu befassen, wie Sie ihr
schon vorhandenes oder noch zu startendes bibliothekarisches Angebot durch Web
2.0-Elemente erweitern können. In diesem Artikel konnte ich das trotz der
praxisbezogenen Beispiele jeweils nur andeuten und bin gerne bereit weitere Fragen
zu einzelnen Punkten näher zu beantworten. Meine Kontaktdaten finden Sie unter
cibera.de (Kontakt).

Die Erfahrungen, die wir bei cibera in etwas mehr als einem Jahr mit der
Beschäftigung mit Web 2.0 gemacht haben, sind sehr positiv. Neue Kontakte auf
fachlicher Ebene wurden hergestellt, neue Inhalte für den Fachinformationsführer
generiert und neue Nutzer über die bessere Auffindbarkeit in den von unserem
Zielpublikum rekrutierten Diensten wurden gefunden. Die daraus resultierende
stärkere Wahrnehmung des Rechercheportals in der Fachcommunity kann durch
Nachnutzung der hier beschriebenen Verfahren sicherlich auch zur
Weiterentwicklung Ihrer Informationsangebote beitragen.

Markus Trapp