Interview

www.digital-business-magazin.de 6 5/2008
IBM ncv uvn DMS Exvo
Enterprise 2.0 – mehr
Effizienz ist smart
DB: Herr Pfeiffer, auf der diesjährigen
DMS Expo wird erstmalig „Enterprise
2.0“ als hochaktuelles Thema im Um-
feld von Enterprise Content Manage-
ment präsentiert. Wie sehen Sie bei
IBM diesen Markt?
SP: In wirtschaftlich schwierigen Zeiten
geht es für die Unternehmen noch mehr
darum, effizienter zu arbeiten, wobei
auch verstärkt darauf geachtet werden
muss, Kosten einzusparen – von daher
schätzen wir den Markt als sehr inter-
essant ein.
DB: Was verstehen Sie unter effizienter
arbeiten?
SP: Für mich bedeutet effizient arbeiten
smart arbeiten. Das wird möglich, wenn
eine Arbeitsumgebung vorhanden ist, die
Kommunikation, Zusammenarbeit und
Beteiligung fördert. Hierzu müssen Mit-
arbeitern verschiedenste Möglichkeiten
offeriert werden – mehr als dies heute der
Fall ist. So vertreten etwa Analysten die
Meinung, E-Mail könne nicht das alleini-
ge Werkzeug zur Collaboration sein.
DB: Welchen Grund sehen Sie dafür,
dass E-Mail nicht dem Bedarf genügt?
SP: Die Punkt-zu-Punkt-Kommunikation
zwischen einzelnen Personen, die mangel-
hafte Nachvollziehbarkeit von Vorgängen
einhergehend mit der E-Mail Flut tragen
einer effizienten Zusammenarbeit nicht
gerade bei. „How Long is email Going to
Continue Destroying Our Productivity?“
nennt es Jim Ware in einem Blogbeitrag.
Und ein Vordenker wie Luis Suarez pos-
tuliert „Thinking out of the Inbox“ und
lebt dies auch in der IBM vor, indem er
alternative Werkzeuge nutzt.
DB: Was ist Ihrer Meinung nach essen-
tiell auf dem Weg smart zu arbeiten?
SP: Bei Enterprise 2.0 geht es bei weitem
um mehr, als die Einführung der Werk-
zeuge aus dem Bereich Web 2.0 wie Wi-
kis, Blogs, Lesezeichen und Social Net-
works. Für Unternehmen ist es wichtig
zu erkennen, wie diese Funktionen unter
organisatorischen, kulturellen und tech-
nischen Gesichtspunkten mit dem Ziel ef-
fizienter Zusammenarbeit und besserem
Wissensmanagement im Unternehmen
eingeführt werden können.
DB: Stehen dabei die Werkzeuge nicht
an erster Stelle?
SP: Nein – die Debatte um Enterprise
2.0 wird eher durch die Themen Vernet-
zung sowie transparentem Wissens- und
Informationsaustausch geprägt. Jedoch
sollte bei der Betrachtungsweise keines-
falls ein Schwerpunkt gesetzt werden,
etwa dergestalt, dass die Funktionen File
Sharing und Dokumenten-Management
übermäßig in den Vordergrund gerückt
werden. Denn die Vernetzung aller Kom-
munikationspartner ist ebenso entschei-
dend. Dabei sollten die zur Verfügung
gestellten Funktionen sinnvoller Weise
nicht nur auf E-Mail beschränkt sein,
sondern bis hin zu Instant Messaging und
Onlinekonferenzen alle möglichen Kom-
munikationskanäle beinhalten. In dieses
Thema kommt durch die Integration von
Telefonie gerade für die übergreifende
Zusammenarbeit neue Dynamik, wes-
halb IBM das Gebiet seit geraumer Zeit
Unified Collaboration and Communi-
cation nennt, also die Kombination und
sinnvolle Integration von Collaboration
und Kommunikation.
DB: Wie sieht aus Ihrer Sicht der prak-
tische alltägliche Nutzen aus?
SP: IBM hat vor einigen Monaten die
Smarter Planet-Initiative gestartet, in
der verschiedenste Themen diskutiert
werden, die dabei helfen sollen unseren
Planeten smarter zu machen beziehungs-
weise den Unternehmen die Möglichkeit
zu bieten, dass ihre Mitarbeiter smarter
arbeiten können. Denn letztendlich ist
ein Bedarf zur Zusammenarbeit in der
täglichen Arbeit fast überall gegeben.
Das entsprechende Angebot an die Mit-
arbeiter könnte man entweder als „Social
everywhere“ oder auch als „Collaboration
everywhere“ bezeichnen. Dahinter ver-
birgt sich, dass die Funktionen von Social
Software und Collaboration direkt in der
gewohnten Arbeitsumgebung der Benut-
zer mit einem Klick verfügbar sind.
DB: Können Sie Beispiele benennen?
SP: Die Profilkarte von Lotus Con-
nections, die sich in Anwendungen
einblendet, ist ein Beispiel für „Social
everywhere“. Sie zeigt sofort relevante
Informationen zum Anwender, von der
Telefonnummer bis hin zu seiner Online-
Verfügbarkeit. Darüber ist es möglich den
gewünschten Kollegen anrufen oder ihn
zu einem Chat einzuladen. Ich kann mir
seine Blogeinträge, Aktivitäten und vie-
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les andere ansehen. Allein darüber ist es
möglich, Informationen oder Experten-
wissen anzuzapfen, selbst für den Fall,
dass der Kollege nicht erreichbar ist.
DB: Gibt es weitere Anwendungen – Sie
sprachen vorhin Telefonie an?
SP: Ja – auch anhand der Integration von
Telefonie lässt sich unsere Vorstellung
von smarter arbeiten gut illustrieren.
Dabei geht es mir nicht so sehr um die
durchaus nützliche Möglichkeit, direkt
vom Computer aus zu telefonieren. Ich
finde es hilfreich, wenn ich als Mitarbei-
ter steuern kann, wie und wo ich erreicht
werde. Ich habe nur noch eine Telefon-
nummer und die Anrufe werden auf das
Gerät geroutet, auf dem ich verfügbar
sein will – entweder im Büro, im Home
Office oder auf dem Mobiltelefon. Also
keine zwei Apparate, die parallel klingeln
können – das ist für mich smart.
DB: Könnte auch die Zusammenarbeit
mit Externen verbessert werden?
SP: Ja, auch wenn Dokumenten-Manage-
ment und File Sharing im Unternehmen
heute noch nicht überall Standard ist,
kann man schon weiter denken. Etwa
dahingehend, Dokumente in einem ex-
ternen Netzwerk mit Kunden, Lieferanten
und Partnern zu teilen und die gemein-
same Projektarbeit, Besprechungen und
sonstige Aktivitäten online in der Colla-
boration Cloud zu koordinieren.
DB: Viele stehen dem Thema Cloud
Computing noch skeptisch gegenüber.
Wie sind Ihre Erfahrungen?
SP: Sicherlich ist es so, das Cloud Compu-
ting zu wenig nutzenorientiert kommu-
niziert wird. Dies gilt teilweise auch für
IBM. Dabei sind Software Services wie
die von LotusLive sehr einfach zu erklä-
ren und zu vermarkten.

DB: Welchen konkreten Nutzen bietet
LotusLive in diesem Zusammenhang?
SP: Mit LotusLive macht IBM Services
in der Cloud zur Miete verfügbar. Hier
wird beispielsweise unter dem Namen
LotusLive Notes E-Mail als Software
as a Service (SaaS) angeboten – in die-
sem Modell betreibt IBM die komplette
Domino-Serverinfrastruktur. Aufgrund
eines Zukaufs von Outblaze ist es künftig
möglich, mit LotusLive iNotes den Kun-
den web-basierte E-Mail-Dienste – kurz
Web-Mail genannt – anzubieten. Dabei
hat LotusLive iNotes nichts mit Lotus No-
tes und Lotus iNotes zu tun, leider sind
hier die Produktnamen verwirrend. Lo-
tus Notes ist der normale, lokal auf dem
Rechner installierte Client, der unter
Linux, Mac oder Windows mit Domino
arbeitet. Lotus iNotes ist der Web-Client,
der aus dem Browser mit Domino ar-
beitet. Zusammengefasst lässt sich unser
neues Angebot wie folgt formulieren –
LotusLive iNotes ist technologisch ein
Angebot à la Web.de oder Googlemail,
jedoch ausschließlich für Unternehmen
und nicht für Privatpersonen, betrieben
in der sicheren IBM-Cloud.

DB: Gibt es neben E-Mail in der Cloud
noch weitere neue Funktionen von Lo-
tusLive?
SP: Ja, zum Beispiel LotusLive Engage.
Hier sind alle Werkzeuge enthalten, die
vor, während oder nach einem Mee-
ting benötigt werden – Online Meeting
Services mit Protokollfunktionen, File
Sharing sowie des weiteren Aktivitäten-
Verwaltung mit Fristen und Zuordnung
an Personen und Gruppen, Vernetzen
von Anwendern über Profile, Bilden von
Arbeitsgruppen, differenzierte Zugriffs-
und Rechtevergabe, Instant Messaging
und einiges mehr.
DB: Können die Funktionen nur bei
Meetings eingesetzt werden?
SP: Nein – sie bieten mehr Möglichkei-
ten, sich in der Wolke zu „engagieren“.
Eine Chance aus meiner Sicht ist, die
Services zur Zusammenarbeit zwischen
Unternehmen also mit Kunden, Liefe-
ranten und Partnern einzusetzen – und
somit, im Sinne von Enterprise 2.0, die
Zusammenarbeit im Geschäftsnetzwerk
zu optimieren. So könnte ein deutsches
Unternehmen, das Produkte nach Asien
verkaufen will, mit Kunden Angebote und
Zeichnungen austauschen sowie Online
Meetings halten, um dadurch den Ver-
triebsprozess zu beschleunigen. Utopie
finden Sie? Nein, in der IBM Cloud ist das
in einer sicheren Umgebung möglich.
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