Das scheitern der Politik an den neuen Realitäten.

Eine neue Linke hatte sich in der SPD nicht entwickelt, dafür war die Dominanz der 68er in der Partei ü er zwei !ahrzehnte zu stark, zu ü ermächti". So "a es da keinen charismatischen #heoretiker und dema"o"ischen $"itator der Linken mehr, keinen zeit"emä%en E&&ler oder neuen Lafontaine, der Schr'der in inner&arteilichen Schlachten in die (redouille hätte rin"en k'nnen. Es "a ü erhau&t keine Schr'der hatte nach seiner )ahl zum Partei*orsitzenden "anz ü erwie"end noch mit der "leichen $kti*isten+ und ,unktionärskohorte zu tun wie schon Schmidt, also den *iel zitierten sozialdemokratischen 68ern. $ er diese -ru&&e war "emeinsam mit Schr'der seit den .eiten der s&äten sozial+li eralen /oalition um ein ,ünftel0ahrhundert älter "eworden, Sie ist *or allem darum /anzlerwahl*erein, weil sie als Partei an ei"ener Su stanz, D1namik, 2er*e, 2orstellun" und ,antasie, 0a an $utonomie und Ei"ensinn *erloren hat. $nders und noch schärfer formuliert3 Die SPD ereitet dem /anzler keine Schwieri"keiten mehr, weil es ihr an Ener"ie, an Leidenschaften, an konze&tioneller /reati*ität dafür fehlt. Sie stellt sich auch deswe"en nicht "e"en Schr'der4 weil sie dafür zu müde, zu ersch'&ft, zu ermattet ist. Die Sozialdemokraten der 68er+-eneration sind nach drei%i" !ahren oft wilder inner&arteilicher /äm&fe, intri"enreicher /un"elrunden und zeitfressender -remiensitzun"en aus"e rannt, *erschlissen, in "ro%en #eilen resi"niert. Anders als früher fehlen nun die großen Leitvorstellungen Doch ist das nun für die Sozialdemokratie und auch für den /anzler nicht ohne #ücken. Schr'der raucht die erschlaffte Partei nicht als )iderla"er zu fürchten, a er er kann sie zum .wecke der )ahlmo ilisierun" auch nicht recht nutzen. Dafür ist die SPD in den letzten !ahren zu sehr deakti*iert worden, dafür sind ihre 5it"lieder zu &assi*, zu unmoti*iert, 0a zu ratlos "eworden. Den Sozialdemokraten fehlt "e"enwärti" das "ro%e #hema, das mitrei%ende Pro0ekt, die .ukunftsidee, was man wohl raucht, um sich &olitisch ehrenamtlich zu en"a"ieren, um Samsta" für Samsta" die #a&eziertische in den ,u%"än"erzonen der 6nnenstädte aufzustellen und sich *on den chronischen 7'r"lern der Re&u lik unfläti" eschim&fen zu lassen. Politischer $kti*ismus setzt Sinn und .iel *oraus. $ er (e"ründun" und Pers&ekti*e des Sozialismus sind *ielen 5it"liedern der SPD seit den s&äten 898:er !ahren zweifelhaft "eworden. ;nd so wirkt die traditionell akti*istische Partei zuletzt eher &assi*, nahezu "elähmt, nicht fähi" zur /am&a"ne. Das war *iele !ahrzehnte anders. 5ehrere -enerationen *on Sozialdemokraten waren sich ihrer Sache stets und un*erza"t sicher, waren fest *on den 2orzü"en und dem historischen ,ortschritt einer sozialistischen -esellschaft, s&äter dann der sozialen Demokratie ü erzeu"t. E en diese un eirr are < erzeu"un" lieferte den $ntrie sstoff dafür, ,unktionen zu ü ernehmen, ,reizeit zu o&fern, neue $nhän"er zu wer en, auch lan"e Strecken der =&&osition und des chronischen 5isserfol"es auszuhalten. (is in die s&äten 8:er !ahre dauerte das an. Der ideolo"ische Sie"eszu" der neoli eralen Semantik, die tiefe ,inanzierun"skrise der )ohlfahrtsstaaten, in einer "ewissen )eise auch das *'lli"e Scheitern der staatssozialistischen S1steme, schlie%lich die Rückkehr des /rie"es nach .entraleuro&a

drän"ten den Ethos der sozialdemokratischen 68er aus den >:er+ und 8:er+!ahren in die Defensi*e, diskreditierten und falsifizierten ihn auch &artiell. So standen die sozialdemokratischen $kti*isten diesseits ihres $&&ells an die soziale -erechti"keit ideolo"isch "leichsam nackt da, ohne ihre traditions"esätti"te S&rache, ohne ihre ü erlieferten (ilder und ,ormeln, ohne die .ukunfts"ewissheit, die doch "erade für Sozialdemokraten Eli?ier und < erle ensmedizin in historisch harten .eiten war. Die rot+"rüne Re"ierun", die /anzlerschaft Schr'ders hat diese Erosion sozialdemokratischer 6dentitäten "ar noch *erstärkt. 7ur in den ersten 5onaten *on Rot+-rün schien die *ertraute )elt noch in =rdnun". Die Lafontaine+SPD realisierte in der Re"ierun" in der #at all das, was sie in all den !ahren zu*or *ers&rochen hatte. Sie setzte den demo"rafischen ,aktor in der Rentenreform *on 899> aus, re*idierte die Lockerun" des /ündi"un"sschutzes, nahm die 5inderun" der "esetzlichen Lohnfortzahlun" im /rankheitsfall zurück, korri"ierte die finanzielle Sel st eteili"un" im -esundheitswesen. Sozial+ und finanz&olitisch a"ierte sie also "ut linkske1nsianisch, setzte auf e?&ansi*e 7achfra"e&olitik. Doch mit dem $ "an" *on Lafontaine war das alles *or ei. Es fol"te die )ende rückwärts. $usteritäts&olitik war an"esa"t. ;nd auch au%en&olitisch wechselten die Sozialdemokraten ihren /urs, stimmten für (undeswehreinsätze in (osnien und $f"hanistan. Dies mochte richti" "ewesen sein oder falsch. Es war 0edenfalls ein (ruch mit der alten sozialdemokratischen 2orstellun"swelt, auch mit lan"0ähri"en Parolen, 5a?imen, 2ers&rechen der sozialdemokratischen 68er+-eneration. .urück a er lie eine ratlose, *erunsicherte sozialdemokratische (asis, die ihre isheri"en -ewissheiten *erloren hatte, die die Erklärun" für den Sinn ihrer &olitischen (io"rafie nicht mehr fand.

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