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Einführung in die Psychologie, WS

2013/14

Einführung in die Psychologie, WS 2013/14 Stephan Lau Institut für Psychologie Deduktion Formale Logik
Einführung in die Psychologie, WS 2013/14 Stephan Lau Institut für Psychologie Deduktion Formale Logik

Stephan Lau Institut für Psychologie

Deduktion Formale Logik

Einführung in die Psychologie, WS 2013/14 Stephan Lau Institut für Psychologie Deduktion Formale Logik

Gliederung

Gliederung
Gliederung

Wozu Logik?

Die Grundprinzipien der Aussagenlogik

Deduktives Schlussfolgern

Wozu Logik? Die Grundprinzipien der Aussagenlogik Deduktives Schlussfolgern 2

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Wozu Logik?

Wozu Logik?
Wozu Logik?

Ein Beispiel aus der Therapie (nach Nelson, 2010)

Patient: wahnhafte Überzeugung, „Ich habe kleine Männchen im Kopf, ich höre und fühle Ihre Schritte“ Ausgangslage: Gefühl ist da, Schlussfolgerungen daraus = Problem, Einsicht in Irrationalität wünschenswert, „Sowas gibt es nicht!“ nicht hilfreich Also? Gezielte Modifikation des Wahns durch logische Argumentationskette Methode: Bestimmen auf welche Gründe (Konklusionen) man hinaus will Prämissen dafür vorbereiten sukzessives Bestätigen der Prämissen & direkter Schlussfolgerungen Aufbau der Kette bis zur Evidenz des angezielten Grundes (= zwingende Konklusion) Im folgenden Beispiel 2 Gründe als Ziel:

der Kette bis zur Evidenz des angezielten Grundes (= zwingende Konklusion ) Im folgenden Beispiel 2
der Kette bis zur Evidenz des angezielten Grundes (= zwingende Konklusion ) Im folgenden Beispiel 2
der Kette bis zur Evidenz des angezielten Grundes (= zwingende Konklusion ) Im folgenden Beispiel 2
der Kette bis zur Evidenz des angezielten Grundes (= zwingende Konklusion ) Im folgenden Beispiel 2

(a)

(b)

im Kopf ist kein Platz für Männchen

es gibt keinen offenkundigen Weg des Eindringens

2 Gründe als Ziel: (a) (b) im Kopf ist kein Platz für Männchen es gibt keinen

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Wozu Logik?

Wozu Logik?
Wozu Logik?

Ein Beispiel

Ein Beispiel Ziel, Prämissen vorbereiten, erreicht! 4

Ziel, Prämissen vorbereiten, erreicht!

Ein Beispiel Ziel, Prämissen vorbereiten, erreicht! 4

4

Wozu Logik?

Wozu Logik?
Wozu Logik?

Ein Beispiel

Schrittweise Konfirmation!
Schrittweise Konfirmation!
Schrittweise Konfirmation! Schrittweise Konfirmation! …!
Schrittweise Konfirmation!
Schrittweise Konfirmation!
…!

einfache Evidenz, gut eingesetzt!

Schrittweise Konfirmation! …! einfache Evidenz, gut eingesetzt! 5 angestrebte Schlussfolgerung ermöglicht!

5

angestrebte Schlussfolgerung ermöglicht!

Wozu Logik?  6 Ein Beispiel Therapieziel, Wahnmodifikation, erreicht! zweite angestrebte Schlussfolgerung
Wozu Logik?  6
Wozu Logik?
6

Ein Beispiel

Ein Beispiel Therapieziel, Wahnmodifikation, erreicht! zweite angestrebte Schlussfolgerung ermöglicht!

Therapieziel, Wahnmodifikation, erreicht!

zweite angestrebte Schlussfolgerung ermöglicht!

Wozu Logik?

Wozu Logik?
Wozu Logik?

Weitere Anwendungsgebiete

Wo können wir logisches Schlussfolgern noch gebrauchen?

Wissenschaft – bei der Konstruktion von Theorien und Ihrer Darlegung Wenn ich annehme das A(Emotion) = B(appraisal) ist und xy zeigt das man B(appraisal) auch als C(Kognition) verstehen kann, folgere ich daraus, dass eine Emotion auch als kognitiver Prozess aufgefasst werden kann (A = C)

Wissenschaft – Ableitung von Hypothesen Was folgt aus meinen theoretischen Annahmen und kann ich das testen?“, Bezug zu Verifikation/Falsifikation (vgl. Vorlesung in ein paar Wochen)

Schreiben – Bewertung anderer Arbeiten, Kritik formulieren

Programmieren – ob nun HTML, Java-Script, R-Code oder SPSS- Syntaxsprache, alles funktioniert rein nach logischen Regeln, logische Fehler = Fehler in computergestützten Experimenten

oder Auswertungsskripts

rein nach logischen Regeln, logische Fehler = Fehler in computergestützten Experimenten oder Auswertungsskripts 7

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Der generelle Sinn von Logik

Der generelle Sinn von Logik
Der generelle Sinn von Logik

formale Logik = Aussagenlogik, Prädikatenlogik, Syllogismen Teil vieler Disziplinen: Mathematik, Philosophie, aber eben auch Physik, Psychologie, Informatik (mehrwertige Logiken), u.a. Kant: analytische Vernunftwahrheiten a priori es muss nichts mehr hinzukommen, um zu analysieren, ob wahr oder falsch

analytische Vernunftwahrheiten a priori es muss nichts mehr hinzukommen, um zu analysieren, ob wahr oder falsch
analytische Vernunftwahrheiten a priori es muss nichts mehr hinzukommen, um zu analysieren, ob wahr oder falsch

= Logik ist Erkenntnis durch reines Denken, die Kunst schon Bekanntes so zu kombinieren und explizieren das neue Einsichten entstehen („Beweise“)

! ?
!
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schon Bekanntes so zu kombinieren und explizieren das neue Einsichten entstehen („Beweise“) ! ? Gauss Humboldt

Gauss

Humboldt

schon Bekanntes so zu kombinieren und explizieren das neue Einsichten entstehen („Beweise“) ! ? Gauss Humboldt

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AUSSAGENLOGIK 9
AUSSAGENLOGIK 9
AUSSAGENLOGIK 9
AUSSAGENLOGIK 9

AUSSAGENLOGIK

AUSSAGENLOGIK 9

9

Der Begründer der modernen Logik

Der Begründer der modernen Logik
Der Begründer der modernen Logik
10
10
10 Gottlob Frege (1848 – 1925) Mathematiker & Philosoph

Gottlob Frege (1848 – 1925)

Mathematiker & Philosoph

Ziele der Aussagenlogik
Ziele der Aussagenlogik

Was bezweckte Frege?

keine Konkurrenz zur Arithmetik, sondern Übertragung der Eindeutigkeit und Verlässlichkeit arithmetischer Symbolik in die Wissenschaftssprache Denn: Sprache ist, auch zwischen Wissenschaftlern, häufig ungenau und unklar! Beispiele: Westermann, 2000, S. 66-68

aussagenlogisch ist kein Raum für Missverständnisse mehr, alles ist eindeutig!

(es sollte aber auch die klassische Syllogistik als solche verbessern, da sie zu Paradoxien führen konnte Update des Regelwerks!)

auch die klassische Syllogistik als solche verbessern, da sie zu Paradoxien führen konnte Update des Regelwerks!)

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Aussagenlogik

Aussagenlogik
Aussagenlogik

Was ist eine Aussage?

Du bist kleiner

Heute ist der 11. März

Das Wetter ist schön sonnig

Wie geht es dir?

Definition: eine Aussage liegt in der Logik immer vor, wenn Sie entweder wahr oder falsch sein kann

Aussagenlogik ist eine zweiwertige Logik!

Synonyme, als Tipp oder Erleichterung

wahr = zutreffend = vorhanden falsch = unzutreffend = nicht vorhanden

Logik! Synonyme, als Tipp oder Erleichterung wahr = zutreffend = vorhanden falsch = unzutreffend = nicht

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Aussagenlogik

Aussagenlogik
Aussagenlogik

Junktoren – Negation

¬

Beispiel:

bedeutet nicht

¬(sonnig )

= heute ist es nicht sonnig

Junktoren – Konjunktion

bedeutet UND Verknüpfung von Aussagen

Beispiel:

(sonnig warm)

Junktoren – Disjunktion

bedeutet ODER Verknüpfung von Aussagen

bedeutet aber nicht entweder, oder; ist nicht-ausschließend!

Beispiel:

(sonnig warm)

aber nicht entweder, oder ; ist nicht-ausschließend! Beispiel: ( sonnig ∨ warm ) = beides kann

= beides kann zutreffen

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Aussagenlogik

Aussagenlogik
Aussagenlogik

Wahrheitsdefinitionen der Junktoren

Ursprüngliche

Wahrheitswerte der Verbindungen

Aussagen

A

B

A ˅ B

A ˄ B

A B

A  B

W

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Zur Erinnerung: Überlegen Sie sich‘s am Beispiel Literatursuche bei EBSCO oder GoogleScholar für „Therapie“ und/oder „Borderline“

Sie sich‘s am Beispiel Literatursuche bei EBSCO oder GoogleScholar für „Therapie“ und/oder „Borderline“ 14

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Aussagenlogik

Aussagenlogik
Aussagenlogik

Junktoren – Implikation

bedeutet Wenn…, dann … Beispiel: A B = aus A folgt zwingend B „Wenn man eine Person für ein Verhalten verstärkt, dann wird sie dieses Verhalten häufiger zeigen.“

B „Wenn man eine Person für ein Verhalten verstärkt , dann wird sie dieses Verhalten häufiger

A

B

A ist hinreichend für B = bei Verstärkung von x kann man sicher davon ausgehen das x häufiger kommt (wenn die Regel stimmt) B ist notwendig für A = damit die Regel stimmt muss immer wenn verstärkt wird B auch häufiger kommen, tut es das nicht, war auch kein A da B ist aber nicht hinreichend für A! = wenn ein Verhalten häufiger gezeigt wird, kann man nicht gleich darauf schließen das auch verstärkt wurde

man nicht gleich darauf schließen das auch verstärkt wurde Noch ein Beispiel: „Wenn es regnet ,

Noch ein Beispiel: „Wenn es regnet, dann ist die Erde nass.“

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Aussagenlogik

Aussagenlogik
Aussagenlogik

Wahrheitsdefinitionen der Junktoren

„Aus Wahrem folgt nur Wahres!“

Ursprüngliche Wahrheitswerte der Verbindungen Aussagen A B A ˅ B A ˄ B A B
Ursprüngliche
Wahrheitswerte der Verbindungen
Aussagen
A
B
A ˅ B
A ˄ B
A B
A  B
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Achtung, kontraintuitiv. Aber nur auf den ersten Blick (vgl. Beispielanalogien & Notwendigkeitsprinzip)!

F F F W Achtung, kontraintuitiv. Aber nur auf den ersten Blick (vgl. Beispielanalogien & Notwendigkeitsprinzip)!

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Aussagenlogik

Aussagenlogik
Aussagenlogik

Junktoren – Äquivalenz

bedeutet Genau dann, wenn

(oder auch if, and only if)

 

letztlich eine Implikation in beide Richtungen, A und B sind beide notwendig und hinreichend füreinander Beispiel: A B = Genau dann wenn A, so auch B.

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gezeigt, wenn es auch vorher verstärkt wurde. Andere hinreichende Gründe gäbe es hier nicht mehr!

 

Ein gutes Beispiel sind Definitionen oder Klassifikationen (Eine Tat erfüllt genau dann den Tatbestand des Mordes wenn sie (a), (b), … usw.)

oder Klassifikationen ( Eine Tat erfüllt genau dann den Tatbestand des Mordes wenn sie (a), (b),

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Aussagenlogik

Aussagenlogik
Aussagenlogik

Wahrheitsdefinitionen der Junktoren

Ursprüngliche

Wahrheitswerte der Verbindungen

Aussagen

A

B

A ˅ B

A ˄ B

A B

A  B

W

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Aussagenlogik

Aussagenlogik
Aussagenlogik

Notwendige und hinreichende Bedingung

Hinreichend

A B

Westermann: Ist A wahr/zutreffend, so muss auch B wahr/zutreffend sein; gleichzeitig kann B auch wahr/zutreffend sein, wenn A nicht zutreffend ist

Wiki: eine hinreichende Bedingung sorgt zwangsläufig (oder unter sonst gleichen Umständen) für das Eintreten eines gewissen Ereignisses

Simple Daumenregel: hinreichend ist immer die Bedingung von welcher der Pfeil weggeht

eines gewissen Ereignisses Simple Daumenregel : hinreichend ist immer die Bedingung von welcher der Pfeil weggeht

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Aussagenlogik

Aussagenlogik
Aussagenlogik

Notwendige und hinreichende Bedingung

A B

Hinreichend

Westermann: Ist A wahr/zutreffend, so muss auch B zutreffend/wahr sein, gleichzeitig kann B auch

wahr/zutreffend sein, wenn A nicht zutreffend ist Wiki: eine hinreichende Bedingung sorgt zwangsläufig (oder realistischer: ceteris paribus) für das

Eintreten eines gewissen Ereignisses Daumenregel: hinreichend ist immer die Bedingung von welcher der Pfeil weggeht

Notwendig

Westermann: A kann nur wahr sein, wenn B wahr ist (B ist notwendig für A)

Wiki: eine notwendige Bedingung B für eine Aussage A ist eine Aussage, die zwingend wahr sein muss, wenn A wahr ist. Es kommt also nicht vor, dass A erfüllt ist, ohne dass B erfüllt ist. Eine notwendige Bedingung ist also unersetzlich für das Eintreten eines Ereignisses!

Simple Daumenregel: Notwendig ist immer die Aussage/Bedingung, auf welche der Pfeil zeigt

eines Ereignisses! Simple Daumenregel : Notwendig ist immer die Aussage/Bedingung, auf welche der Pfeil zeigt 2

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Aussagenlogik

Aussagenlogik
Aussagenlogik

Notwendige und hinreichende Bedingung – sportlich Punkt beim Basketball machen (*schließt mehrere nicht aus)

Bedingung – sportlich Punkt beim Basketball machen ( * schließt mehrere nicht aus ) hinreichend notwendig

hinreichend

Bedingung – sportlich Punkt beim Basketball machen ( * schließt mehrere nicht aus ) hinreichend notwendig

notwendig

Bedingung – sportlich Punkt beim Basketball machen ( * schließt mehrere nicht aus ) hinreichend notwendig

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Aussagenlogik

Aussagenlogik
Aussagenlogik

Beispielanalogien für Implikation & Äquivalenz

A B

Voraussetzung: A zeitlich vor B! kausaler Schluss Notwendigkeitsprinzip : man kann von einer Wirkung nicht strikt auf die Ursache schließen B = zerstörtes Gebäude, A = Explosion im Gebäude

A = Ursache für B

B = Wirkung von A

Ein zerstörtes Gebäude ist nicht hinreichend um auf eine Explosion zu schließen, die Wirkung kann auch andere Ursachen haben (Baumängel, Erdbeben).

Allerdings ist B notwendig für A: wenn die Wirkung nicht vorliegt (= Gebäude intakt) brauche ich auch nicht nach einer Ursache (Explosion) zu suchen!

die Wirkung nicht vorliegt (= Gebäude intakt) brauche ich auch nicht nach einer Ursache (Explosion) zu

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Aussagenlogik

Aussagenlogik
Aussagenlogik

Beispielanalogien für Implikation & Äquivalenz

A B A und B treten immer zusammen auf gängig in strikten Definitionen A = Orientierungsreaktion; B = Pupillen geweitet, Puls erhöht, motorische Ausrichtungsreaktion

in strikten Definitionen A = Orientierungsreaktion; B = Pupillen geweitet, Puls erhöht, motorische Ausrichtungsreaktion

„Eine Orientierungsreaktion liegt genau dann vor, wenn sich die Pupillen weiten, der Puls erhöht und eine motorische Ausrichtung des Körpers stattfindet“

dann vor, wenn sich die Pupillen weiten, der Puls erhöht und eine motorische Ausrichtung des Körpers

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Deduktives Schließen

Deduktives Schließen
Deduktives Schließen

Allgemein

es zählt: korrekte Kombination von Aussagen & Junktoren

ist immer eindeutig und entwickelt Erkenntnis per Beweis aus schon Bekanntem bzw. Feststehendem (analytisch, a priori)

Wahrheitskonservierend = die Wahrheit, die entwickelt wird, ist schon in den Prämissen definiert bzw. enthalten 100%ige Sicherheit möglich!

Man schließt daher immer vom Allgemeinen auf den gerade spezifischen Fall! (bei der Induktion (Termin 3 & 4) umgekehrt)

daher immer vom Allgemeinen auf den gerade spezifischen Fall ! (bei der Induktion (Termin 3 &

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Deduktives Schließen

Deduktives Schließen
Deduktives Schließen

Veranschaulichung & Erkenntnisgewinn

Beispiel für sehr einfachen Schluss (Satz der Identität)

Prämisse(P): Heute ist ein Sommertag. Konklusion(K): Also ist heute ein Sommertag.

Korrekt, aber nicht sehr erhellend.

Beispiel für sehr einfachen Schluss mit mehr Gewinn

P: Heute ist der 30.10.2013 K: Also ist heute ein Herbsttag.

schon etwas mehr Erkenntnisgewinn, aber eben ohne Beobachtung etc.

der 30.10.2013 K: Also ist heute ein Herbsttag. schon etwas mehr Erkenntnisgewinn, aber eben ohne Beobachtung

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Deduktives Schließen

Deduktives Schließen
Deduktives Schließen

Allgemeingültige Schlussformen

sind immer wahr, egal was man in die Prämissen einsetzt haben deshalb Namen, begrenzte Anzahl

sind immer wahr , egal was man in die Prämissen einsetzt haben deshalb Namen, begrenzte Anzahl

einfaches Beispiel: Satz vom Widerspruch ¬(A ¬A)

= Es kann nicht sein dass etwas wahr ist und gleichzeitig nicht wahr

= man kann nicht jähzornig und ausgeglichen zugleich sein

= man kann nicht adipös und dünn zugleich sein

zu sehen, diese Grundformel ermöglicht das Aufdecken logischer Widersprüche (vgl. Therapiebeispiel!)

zugleich sein zu sehen, diese Grundformel ermöglicht das Aufdecken logischer Widersprüche (vgl. Therapiebeispiel!) 26

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Deduktives Schließen Modus ponens ([A → B] ∧ A) → B Angewandt auf Verstärkungsbeispiel A

Deduktives Schließen

Deduktives Schließen
Deduktives Schließen

Modus ponens

([A B] A) B

Angewandt auf Verstärkungsbeispiel

A = Verstärkung (Schokolade)

B = Verhalten (Früher zu Bett)

…?

Wenn gilt, dass das Verstärken von Kindern mit Schokolade zu früherem Zu-Bett-Gehen führt und mit Schokolade verstärkt wurde, dann geht das Kind auch früher zu Bett.

zu früherem Zu-Bett-Gehen führt und mit Schokolade verstärkt wurde, dann geht das Kind auch früher zu

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Deduktives Schließen

Deduktives Schließen
Deduktives Schließen
Modus tollens ([A → B] ∧ ¬B) → ¬A Angewandt auf Beispiel? W enn g
Modus tollens
([A → B] ∧ ¬B) → ¬A
Angewandt auf Beispiel?
W
enn g
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früherem Zu-Bett-Gehen führt und das Kind nicht früher zu Bett
geht, dann wurde auch nicht mit Schokolade verstärkt.
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Gute Verdeutlichung des Notwendigkeits-Prinzips!
Aber
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([A → B] ∧ B) → A?
Nein.
B ist nicht hinreichend für A, A
nicht notwendig für B. Nur wenn
([A ↔ B] ∧ B) → A
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Deduktives Schließen – Ausblick

Deduktives Schließen – Ausblick
Deduktives Schließen – Ausblick

Logische Wahrheit ist unabhängig vom Inhalt (Westermann, 2000)

allgemeine Schlussformen sind immer wahr Schlussfolgerung: können daher auch empirisch nicht falsch sein

Wo brauchen wir also Empirie und Beobachtung um Erkenntnis zu gewinnen? Antwort: Bei allen Aussagen wo sich die Wahrheit nicht eindeutig feststellen lässt ! neue Informationen Induktion (Termin 4)

Hilfe: Logische Gültigkeit und Schlüssigkeit von Deduktion

zwei Bestandteile 1. Prämissen sind wahr, 2. Konklusion ist

korrekt abgeleitet für Gültigkeit ist nur 2. entscheidend, für ein schlüssiges Argument (Therapie-Beispiel!) braucht man aber auch noch 1. (= „zuverlässige Wahrheiten“)

Wenn Wale rosige Wangen haben, dann sind sie gesund. Diese Wale haben rosige Wangen. Also
Wenn Wale rosige Wangen
haben, dann sind sie gesund.
Diese Wale haben rosige
Wangen.
Also sind diese Wale gesund.
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Wenn Kinder rosige Wangen
haben, dann sind sie gesund.
Diese Kinder haben rosige
Wangen.
Also sind diese Kinder gesund.
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Kinder rosige Wangen haben, dann sind sie gesund. Diese Kinder haben rosige Wangen. Also sind diese