Erwachsenenbirdung als steilvertretende wirkrichkeitsdeutung.

Kritische Anmerkungen zu Enno schmitz, xon""ptu"i;;il;;rg Erwachsenenbildung im Kontext einer Theo.¡e d", M;;;;n"- "on
Ansgar Weymann

bildung als ortsbestimm¡ng an. Der Mensch ist,,zur Freiheit verdammt.. (SARTRE l9ó4), ist unbehaust (WEYMANN-wÈVrlÈ'iSs7), seitdem er rraditionale Wohn-

Âbst

r¿r c

t

Im R¿rhmen einer handlungstheoretischen scncnbildung die Aufgabe einer stellvertret tfltt. wcnn die ,so sinnstil'tender Kon
tischcn Ausgangsa

EnnoSCI{MITZv

l. Ausgangsproblem

nonìnlc¡l und <jadurch anerkannt werden...(S

2. Modernisierung als Rationalisierung von Lebenswelten

svrr¡,,w4Þ ur' ru' ufto,,was wlll rch,. ab; nicht selten ist sogar ein Rcgrels r -----' ' ¡vasv¡rrùr^r funû¿m.niàiir,"ãr,. rur¡u.rrcrralrsrscne rd€oroglen rdeotogien und vorràbrizierte, vorrãbrizierre SllY:rl::.Yl,ll?^ì:y:l?phrsik, sumfèrtige weltanschauulq:13y-9-.9bu"rtr.r. t¿ LI uI I Is ,n..lgnutlon rriãi" I' o Ie n Hïìi.. a Ie ¿".r,., urch " eten' ls cH u ti Iõài, i' zÀilr¡Ër "d Handel n u n re r k nappcn Res_
I

i*Y:::ll:.-t"

_i

1l,9-.ol,iql,

ergenen, situativen Handelns

selbstverständlich akzeptierten Lebens_ blemlos eingefügt werden kann. Erwach_

an

den

tcn sozialwisscnschaltlichcn Analvse der

*

nlnr un(l Institut
li4

,\usftil:rlichc IJrr A,sg: r (rrrsg

)i

"îä:îji;î::,i:fffr:';1Ji,,yå,fflì)l ufcn in der Modcrnc. Stuttgart: Enkc.

lu, -Gn+y , I ?lOr^b, Et,¿¡L¡a*,ut+ ilt (rlo"I'cto\- n;l oA, t¿;, (.,.U*tI
r

8-5

3. und auch das Bildungssystem besitzt nur noch minimale prägekraft.. . die eine Partialrationalisieiung gesell- Lebenswelten vonstatten geht. lg3) ordentliche Nacheinander von Tatsachen. Nicht nur sind mit der Ausdifferenzierung der Gesell- 81 .d in ihien Deu86 schaft zahlreiche Subsysteme cntstanden. finanzielle Transfers. die Erziehungslähigkeit schwindet: Die neue Gesellschaft ist eine Risikogesellschalt ( B ECK I 986)..Lauf. .. Traditionale Bindungen an Beruf. Narzismus und therapiegestützte Dauersubjektivität sind positiv bewertete Merkmale moderner Kultur. gen versuchen bringcn und verbindlich zu machen. (KOHLI l9gó. vernunftsbegrÍ. Stand.. Anomie ist die Kehrseite der Autonomie des . Rechtsvorschriften. *i. daß ihr Leben einen . Berufè. KRECKEL 1983). Ein entscheidender Schritt dazu ist die Instirutionalisicrung des Lcbenslaufs.. sind einerseits zwar in zunehmendem tvtaßi indÑiduelì wählbar. sondern weil sie dazu verurteilt ist. Identität und soziales Handeln f in Individualisierung im Übergang zur Moderne. zweitcns sind die institutionalisiertcn Lebenslaufpro_ ie Erlahrung von Konrinuirär. Beziehungsformen usw. Lcbe nslauf als lnstitution ist eine der möglichen Antwortcn auf das Balanceproblem gesellschaftlicher ordnung zwischen Autonomie und Anomie. auf deren Grundlage Zusammenleben und Überleben möglich sind. und es ist die Individuierung der Identitäten mit einer [Jniversalisierung biographischer Deutungsmuster einhergegangen. die diese Aufgabenstellung auf den Begriff zu brin(SCHMIDT 1987).Individuierung'. weil es einer sich durch den Eindruck. die notwendigen spielregeln.-----und Spielrcgeln der Konstitution von Gesellschaft mußten stets auls neue gefunden und festgesetzt werden. andererseits sind sie in sich hochgradig systemisch rationalisiert durch Curricula. es ist auch ¿ié InOiv¡dualisierung des Lebenslaufs von einer Standardisierung des Prozediertwerdens begleitet worden (SCHUTZE 198 l). selbst-hervorzu. Beide Entwicklungen verlaufen parallel (BUCHMANN 1988. Erstens wird bchauptet. MUSIL in KOHLI t986. nicht nu r weil sie in unaufhebbarer Vo rtäufigkeit und Selbsrgefährdung existiert. daß zugleich aberjede Entscheidung in rational geordnete SubsYsteme mit einem hohen Standardisierungsgrad fúhrt: Bildungrgang. Klasse gehen verloren (BECK 1983. ein lragiles ordnungssystem institutionellen.nachliberalen Sozialcharakters" (DUBIEL 1986).Autopoiesis" sind die Termini. daß Lebensläufe heute mehrdenn je Gegenstand von Wahlentscheidungen der Individuen sind..selbstorganisation". Zweitens ist auf'dcr Seite biographischer Verarbeitung von Individualisierung eine ergänzende Entwicklung zu beobachten: ldentitätsbildung. Die These von dcr Institutionalisierung des Lebenslaufs enthält also zwei Annahmen.selbsterzeugung". parallèl zum Zerfallen traditionaler ischen Prozeß. der parallel zur voranschreitenden . .. Individualisierung und Standardisierung von Lebensläufen er Fragc nach einem Kontinuitätsbruch der Moderne der Entwicklung zur Moderne zu einer zentralen . demokratischen Zuschnitts entstand. schafilicher Ordnung in vielen Bereichen herbeigeführt haben. MAYER 1988). 190) 4. FEATHERMAN 1988.indeten.

st¡ntlcrn insrf ern er cbcn I)iskurs tlcs Andcrcn ist. der <jcn I)iskurs clcs antlcrcn negiert l.) crschcint tiicsc Ccschk¡sscnhcit als cin Sich-sclbst-Voraussctzcn dcs BcwLrfltscins " (cbd.las ¡ Ergcbnis kulture llcn Wandcls.¡k turelleStàbllität.1974).llc untl Aulgabcnvcrstrirrdnis dcr Erwachscncnbildung an..icnscits traditionalcr Lebenswcltcn...jcnc Humanwisscnschalìcn. dali hohc Korrtingcnz und höhcrc Instabilität verkral'tct wcrclcn musscn.'. <j.alsdiczirkullircGcschlosscnhcitdicscrsclbstrclcrcnticllcnRcprociukrion.1)irsl-ùhrtaul dicHvpothesc. letztlich diskursivcn Verfahren dcr Nt>rmsetzung und Normbcgründungl fûr <Jie Perstinlichkcit einen Z-ustand der riskanten Selbststeuerung einer hoch abstrakten Ich-ldcntiràr. f iir tjic Kultur cincn Zustancl dcr Daucrrcvision vcrfìüssigter." (cbd . Die wachsenden Freiheitsgrade werden dann zur notwendigcn Folge habcn: ..m kann uncl einnimnrt: und clon iskursen [retcndc nchmcn .dufJtlieStrukturicrungdcr'ÂutopoicsisgriiflcrcAnlordcrungcn stcllt. Individualität ¡ls Selbstthamuti. In ticr Rcllexiorr (. wcnn dic uncrìtwcgtc Konstruktion und Mociilikation von Sozialstruktur r¡nd sozialcn DcuttrrlSsnlustcrr'Ì rlicht mch¡'problcnrlos an bishcrigc Gegcbcnhcitcn angoschlosscn ¡ì8 Für clic Drwachscncnbildung bcdcutet d von ihrgcspcistcn Intcrventioncn istdcr zu forclcrn..VonnunlnmulJtlcr Mcnschsozusagcnsclbstwisscn. . untl tlies l-crrain trcsctzen dann... w. 359 ) von Diskursen in der Mode¡ne versuchen aul2uweisen.tlHMANN l9ti4.349) wisscnschali schlâgt sich als . FoUcAULTS. I971. sondern aul dynamischc Stabilität.(cbd . daß . lür dic Cesellschaft cincn Zustand dcr Abh2ingigkeit ìegitinrcr Ordnungcn von formalcn. der Selbsterzeugungslâhigkeit.. l_10) 5. f)ynamik. 2tl) Dic pädagogisch-profcssionelle. âusstattcn und rcprocluzicrcn wiirdc." (HABERMAS 1985a. Das Sclbst'l' vcrwirklichurìgsthema als normatives Kulturgut ist dic Kehrscitc soz-ialcr Heintati ' losigke it. also den kooperativen Leistungen der kommunikativ Handelnden selbst erzeugt werden ¡nüßte" (ebd. lhrc lndividualitãt ist bar. dafl mchr AbhLingigkcitcn crlãhrbur.von riskant erzielten Konsensen.ntiulitàt isf also nicht das Produkt dcr Motlernc. L:s gcht n icht u nt Anpassung (.tiüunll hingegen ist <.nichtsantJcrcs( ).. ¿rus tlcnen cs bcstcht./crt.archäologischr:'studien . stellvertretende Deutung der an bisherige Erfahrungcn und Verarbcitungsweisen nicht mchr anschließbaren neuen Situationen fin- ( Psychischc Systcmc sind Teil dcr Llmwelt sozialer Systemc. als vcrleinerung innengelciteter Kontrollc von Natur und Gcsellschalt unrj damii als Ortsgebung füiclas Selb"st nieder (cbd. daß die stellvcrtretende (1971. cin Produkt dcr Scmantik der Modcrnc." (cAS'l'oRIADIS I9ll4. dcr sich tJrrltus crgibt. daß dls Systcnr ) schlicht atrllliircn wúrdc zr¡ cxistiercn. .. erwachscnenbilclncrischc Di Dcutun¡1 darl nicht vcrhindern. sondcrn dic cmpirischc Basis mcnschliohcr (kognitiver) Dillèrenzsotzung zur Umwclt und Erhaltung als Systcnr. LLJHMANN laßt denselben Prozeß der notwendigen Entstehung rcl'lexivcr Idcntität mìt dem Begriff <ler Autopoiesis: Dic an moderne Sozialsysteme z-u richtcnde Frage zielt nicht in erster Linie auf slrr. l7l) .immer weniger durch traditionalc." (t..Rattcrn dcr Ko¡tvcrsltionsmaschinc'inr Alltagsgcspräch ins Stockcn ger¿it. läßt sich mit den Stichworten Autonomie. nicht nlit Anschlußfìihigkeit.[lin strukturcll übcrlìrrdcrtcs Subjckt vcrfängt sich in der anthropozentrischen Wissens[irrnr. h rcflcxiv gcwordcncr Traditioncn. l)ic Rolle der Flrwachsenenbildung An clicscnr PLrrktc dcr Bcschrcibung und Analvsc dcr (ìcgenwart sicdelt ScHMITZ (l9l't4) R. sondern immer mehr. aul' Planungsfähigkeit und Evolution...Mcin'ist cin f)iskurs. .obcrstcrtrlichsciodernicht"(cbd. mcltr Intlif'f'crenzcn ¡ìotwendig wcrtlcrr untl tìll3 mit all tjcnl dic Ieh-Sclcktion schwicr igcr wirrt.ìat: nicht unbedingt inhaltlich. selbstverståndliche Lebenswelten hergestellt wird. Selbstrefercnz und Selbstthematisierung beschreiben. wcnn das . in dénen ltoucuult einc hcimlichc Disziplinarmacht am Wcrke sichr.. . 176) 89 . 1974)zur Hcrrschaftsfunkrion ln<livi<lualität als SclhsIra. -ì99) werdcn krjnnen. Das an modernen Systemen interessicrende Merkmal der Autopoiesis. 157) . 399).. also nlit Sinn. dann müssen über das Alltagsgespräch hinaus besondere Gesprächc gef'ührt werden..[)ic Âtrtopoicsrs ist mithin tlic lirktischc l]asis dcr lnrlividualitrit psychischcr Systcnrc " (cbd.:nn cs tlic monlenth¿rltcn [ìlemcntc. ) cs gch t um cincn cigcna rtigerr Zwang zur Autonomic..Humanisierung".

die Umwandlung des Lcbensweltbegrif fs in cin empirisches Konstrukt diene der Wissenschaft selbst dazu. Die Ambivalcnz ciner solchen Zuwendung hat SCHNEIDER ( 1986) mit seiner These herausgestcllt. Was mit. Die Lebensweltorientierung in der Wissenschaft Wirklichkeit (SCH ÜTZ 1932.z Lebcnswelt erscheint als das Unhintergehbare: ob sie als das vortheoretisch Gegebene ( H TJSSERL I954). je . die itimen Platz. weist ih Erwachsenenbildung als Rationalisierung von Lebenswelt Erhard Schlutz politischer edien bekannt Demago sind' ldung. Wcnn HUSSERL. wie sehr die gemeinte vortheoretische substantielle Wirkìichkeit be reits durch VerwissenschaftlichungzeßetzÍ und aufgehoben wurde. so kann sie schon nicht mehr se lbstverständlich Gegebene sein. der sich auf das Frûhere. claß in cinem Beitrug von Enno SCHMITZ ein struktureller Zusammenhang von Lcbcnswclt und Erwachscnenbildung angelegt ist. kritisch. aufgrund seiner Vergröberung könne man den LebenswcltbegrifT 90 9r . nach dem anderen Diskurs. Von Anfang an verweist der Begrilf der Lebenswelt auf solche Entwicklung o<Jer Gelähr<Jung und taugt wenig zu einem fundamentalistischen Regreß. wird an cinem Gcspräch untcr schwangeren Fraucn nach T-schcrnobyl illustriert. gemcint hat. die durch den radikalen Rückgang der bildungspolitischen Bedeutsamkeit geschwunden schien. auf den SCHNEIDER sich beruft.. Da ses zu .Lcbenswelt" bcnannt und zum Thema gemacht. so hat er damit nicht nur den Charaktcr der modernen Wissenschalten mißverstanden. sondern clas Einsetzen eines anderen Verhältnisoder E Andere Wege zur Freiheit sind nicht möglich. BERG ER. aus cler Entfremdung des wirklichen Subjekts ein unlösbares Problem zu machen" (ebd.. ob cs nicht die Entwicklung einer best im mten Wirk lich keit war.Lcbenswelt untl Systcm" ultc Diskussioncn um antagonistischc Schlagwortpa¿trc nur Íbrtgcsetzt werden Cçzcigt wer<lcu st¡ll.Rationalisierung<Jcr Lebcnswclt" im einzclncn gemeint scin kann. verurteilen sie sich selbst dazu. desto mehr).. in der gleichsam im Eintreten für das Bedrohte das den Wissenschaften wieder die Legitimation zuwáchst. A bst rac t Dcr lìcgril'l d:r Lebcnswelt wird allzuoit unhistorisch f'undamentalistisch benutzt. was immer damit geme¡nt tst. sondern auch überschen. der abcr als Kriterium lür Aufþabenstcllungcu von Ilildungsinstitutioncn und flir erwachscnenpädagogischcs Hancjcln dienen kann. gleich welch Deuaften auch immcr (ja.. müssen sich die Frage nach dem vcibliebenen Raum für den Diskurs der Anderen stellen.und Erziehungswissenschaften zu Alltag und Lebenswelt. TIETcENS ( I 986) hat gemeint. Nicht Verdrângung macht e. als naiv erfahrene LUCKMANN l97l). Wird aber .sic aul de¡ Freiheit eines fiktiven Subjekts gründen möchten. greifbar zu machen.humaner' und empathischer.. bewußte Thematisierung der anderen Diskurse als andere historisch. cher scheint gelährdet. ln dcr Diskussion um Theoric und Konzeptualisierung von Erwachsenenbil<jung ist ein solches Mißverständnis allerdings selten deutlich gemieden worden. Unversehrtere bcrufen will. als Horizont und Reservoir sprachlichcr Verständigung (HABERMAS l98l) verstanden oder schlicht als . Erst die reflexive.Heimar" angerulen wird. mit dem <Jic gcsellschaltlichc Ausdiflercnzierung nicht cinlach übcrsprungcn odcr negiert wird. die Lebenswelt erforschbar. Natürlichc.Diese Position von cASTORIADIS läßt der pädagogischen Deutungstätigkeit der h. tlaß mit dcn Bcgriflcn. Freilich muß auch die Gegenfragc gestellt werden. dic sich mit dem Terminus der Lebenswelt von A nfang an zum Begriff drängte...1'ür dic Erwachscncnbildung bcsteht zudcm ciic Cefahr. l8l). er könne durch Riìckgrilf auf die. Ganz deutlich wird dies in der jüngsten Wende der Sozial. l.ursprünglichen Dinge" der Lebenswelt die Wissenschafìen noch einmal von der Philosophie her fundieren. autonom.