Erwachsenenbirdung als steilvertretende wirkrichkeitsdeutung.

Kritische Anmerkungen zu Enno schmitz, xon""ptu"i;;il;;rg Erwachsenenbildung im Kontext einer Theo.¡e d", M;;;;n"- "on
Ansgar Weymann

bildung als ortsbestimm¡ng an. Der Mensch ist,,zur Freiheit verdammt.. (SARTRE l9ó4), ist unbehaust (WEYMANN-wÈVrlÈ'iSs7), seitdem er rraditionale Wohn-

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Im R¿rhmen einer handlungstheoretischen scncnbildung die Aufgabe einer stellvertret tfltt. wcnn die ,so sinnstil'tender Kon
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2. Modernisierung als Rationalisierung von Lebenswelten

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andererseits sind sie in sich hochgradig systemisch rationalisiert durch Curricula. schafilicher Ordnung in vielen Bereichen herbeigeführt haben. und es ist die Individuierung der Identitäten mit einer [Jniversalisierung biographischer Deutungsmuster einhergegangen. FEATHERMAN 1988. lg3) ordentliche Nacheinander von Tatsachen. finanzielle Transfers. 190) 4. die eine Partialrationalisieiung gesell- Lebenswelten vonstatten geht.. Beide Entwicklungen verlaufen parallel (BUCHMANN 1988. KRECKEL 1983). Die These von dcr Institutionalisierung des Lebenslaufs enthält also zwei Annahmen. MUSIL in KOHLI t986.Individuierung'.selbstorganisation". parallèl zum Zerfallen traditionaler ischen Prozeß. daß Lebensläufe heute mehrdenn je Gegenstand von Wahlentscheidungen der Individuen sind. gen versuchen bringcn und verbindlich zu machen.Lauf. . ein lragiles ordnungssystem institutionellen. Nicht nur sind mit der Ausdifferenzierung der Gesell- 81 . die Erziehungslähigkeit schwindet: Die neue Gesellschaft ist eine Risikogesellschalt ( B ECK I 986).indeten. weil es einer sich durch den Eindruck.. der parallel zur voranschreitenden . auf deren Grundlage Zusammenleben und Überleben möglich sind. Erstens wird bchauptet. es ist auch ¿ié InOiv¡dualisierung des Lebenslaufs von einer Standardisierung des Prozediertwerdens begleitet worden (SCHUTZE 198 l). .nachliberalen Sozialcharakters" (DUBIEL 1986). Lcbe nslauf als lnstitution ist eine der möglichen Antwortcn auf das Balanceproblem gesellschaftlicher ordnung zwischen Autonomie und Anomie. Narzismus und therapiegestützte Dauersubjektivität sind positiv bewertete Merkmale moderner Kultur. selbst-hervorzu. 3. vernunftsbegrÍ. (KOHLI l9gó. die diese Aufgabenstellung auf den Begriff zu brin(SCHMIDT 1987). sondern weil sie dazu verurteilt ist. *i. daß zugleich aberjede Entscheidung in rational geordnete SubsYsteme mit einem hohen Standardisierungsgrad fúhrt: Bildungrgang.Autopoiesis" sind die Termini. . MAYER 1988). daß ihr Leben einen .selbsterzeugung". und auch das Bildungssystem besitzt nur noch minimale prägekraft.. die notwendigen spielregeln. Ein entscheidender Schritt dazu ist die Instirutionalisicrung des Lcbenslaufs. Rechtsvorschriften. zweitcns sind die institutionalisiertcn Lebenslaufpro_ ie Erlahrung von Konrinuirär. Zweitens ist auf'dcr Seite biographischer Verarbeitung von Individualisierung eine ergänzende Entwicklung zu beobachten: ldentitätsbildung... Traditionale Bindungen an Beruf. sind einerseits zwar in zunehmendem tvtaßi indÑiduelì wählbar.-----und Spielrcgeln der Konstitution von Gesellschaft mußten stets auls neue gefunden und festgesetzt werden. Individualisierung und Standardisierung von Lebensläufen er Fragc nach einem Kontinuitätsbruch der Moderne der Entwicklung zur Moderne zu einer zentralen . Berufè. Identität und soziales Handeln f in Individualisierung im Übergang zur Moderne. Anomie ist die Kehrseite der Autonomie des . Beziehungsformen usw. Stand. demokratischen Zuschnitts entstand.. nicht nu r weil sie in unaufhebbarer Vo rtäufigkeit und Selbsrgefährdung existiert. Klasse gehen verloren (BECK 1983..d in ihien Deu86 schaft zahlreiche Subsysteme cntstanden.

sondcrn dic cmpirischc Basis mcnschliohcr (kognitiver) Dillèrenzsotzung zur Umwclt und Erhaltung als Systcnr. . f iir tjic Kultur cincn Zustancl dcr Daucrrcvision vcrfìüssigter.alsdiczirkullircGcschlosscnhcitdicscrsclbstrclcrcnticllcnRcprociukrion.[lin strukturcll übcrlìrrdcrtcs Subjckt vcrfängt sich in der anthropozentrischen Wissens[irrnr.tlHMANN l9ti4./crt. h rcflcxiv gcwordcncr Traditioncn.[)ic Âtrtopoicsrs ist mithin tlic lirktischc l]asis dcr lnrlividualitrit psychischcr Systcnrc " (cbd.dufJtlieStrukturicrungdcr'ÂutopoicsisgriiflcrcAnlordcrungcn stcllt. sondern immer mehr." (t. w.) crschcint tiicsc Ccschk¡sscnhcit als cin Sich-sclbst-Voraussctzcn dcs BcwLrfltscins " (cbd. <j. dafl mchr AbhLingigkcitcn crlãhrbur. FoUcAULTS.1974). also nlit Sinn. L:s gcht n icht u nt Anpassung (. Das Sclbst'l' vcrwirklichurìgsthema als normatives Kulturgut ist dic Kehrscitc soz-ialcr Heintati ' losigke it. dali hohc Korrtingcnz und höhcrc Instabilität verkral'tct wcrclcn musscn. Individualität ¡ls Selbstthamuti. l7l) .1)irsl-ùhrtaul dicHvpothesc. 1974)zur Hcrrschaftsfunkrion ln<livi<lualität als SclhsIra.archäologischr:'studien ...ìat: nicht unbedingt inhaltlich.ntiulitàt isf also nicht das Produkt dcr Motlernc. aul' Planungsfähigkeit und Evolution. dcr sich tJrrltus crgibt.tiüunll hingegen ist <.. st¡ntlcrn insrf ern er cbcn I)iskurs tlcs Andcrcn ist. LLJHMANN laßt denselben Prozeß der notwendigen Entstehung rcl'lexivcr Idcntität mìt dem Begriff <ler Autopoiesis: Dic an moderne Sozialsysteme z-u richtcnde Frage zielt nicht in erster Linie auf slrr. cin Produkt dcr Scmantik der Modcrnc." (cAS'l'oRIADIS I9ll4. f)ynamik. mcltr Intlif'f'crenzcn ¡ìotwendig wcrtlcrr untl tìll3 mit all tjcnl dic Ieh-Sclcktion schwicr igcr wirrt..VonnunlnmulJtlcr Mcnschsozusagcnsclbstwisscn.. lhrc lndividualitãt ist bar. Das an modernen Systemen interessicrende Merkmal der Autopoiesis." (cbd . l)ic Rolle der Flrwachsenenbildung An clicscnr PLrrktc dcr Bcschrcibung und Analvsc dcr (ìcgenwart sicdelt ScHMITZ (l9l't4) R.. Die wachsenden Freiheitsgrade werden dann zur notwendigcn Folge habcn: .jcnc Humanwisscnschalìcn.llc untl Aulgabcnvcrstrirrdnis dcr Erwachscncnbildung an..Rattcrn dcr Ko¡tvcrsltionsmaschinc'inr Alltagsgcspräch ins Stockcn ger¿it.las ¡ Ergcbnis kulture llcn Wandcls. .immer weniger durch traditionalc. ¿rus tlcnen cs bcstcht..Humanisierung".349) wisscnschali schlâgt sich als . erwachscnenbilclncrischc Di Dcutun¡1 darl nicht vcrhindern. lür dic Cesellschaft cincn Zustand dcr Abh2ingigkeit ìegitinrcr Ordnungcn von formalcn. Selbstrefercnz und Selbstthematisierung beschreiben. der <jcn I)iskurs clcs antlcrcn negiert l. nicht nlit Anschlußfìihigkeit. wcnn dic uncrìtwcgtc Konstruktion und Mociilikation von Sozialstruktur r¡nd sozialcn DcuttrrlSsnlustcrr'Ì rlicht mch¡'problcnrlos an bishcrigc Gegcbcnhcitcn angoschlosscn ¡ì8 Für clic Drwachscncnbildung bcdcutet d von ihrgcspcistcn Intcrventioncn istdcr zu forclcrn.:nn cs tlic monlenth¿rltcn [ìlemcntc.. stellvertretende Deutung der an bisherige Erfahrungcn und Verarbcitungsweisen nicht mchr anschließbaren neuen Situationen fin- ( Psychischc Systcmc sind Teil dcr Llmwelt sozialer Systemc. daß dls Systcnr ) schlicht atrllliircn wúrdc zr¡ cxistiercn... âusstattcn und rcprocluzicrcn wiirdc. 399). 2tl) Dic pädagogisch-profcssionelle.(cbd .nichtsantJcrcs( ). ) cs gch t um cincn cigcna rtigerr Zwang zur Autonomic. also den kooperativen Leistungen der kommunikativ Handelnden selbst erzeugt werden ¡nüßte" (ebd. .icnscits traditionalcr Lebenswcltcn..'.. wcnn das . . in dénen ltoucuult einc hcimlichc Disziplinarmacht am Wcrke sichr. I971.. selbstverståndliche Lebenswelten hergestellt wird.m kann uncl einnimnrt: und clon iskursen [retcndc nchmcn . der Selbsterzeugungslâhigkeit.von riskant erzielten Konsensen. In ticr Rcllexiorr (.. l_10) 5. daß die stellvcrtretende (1971. daß . 359 ) von Diskursen in der Mode¡ne versuchen aul2uweisen. letztlich diskursivcn Verfahren dcr Nt>rmsetzung und Normbcgründungl fûr <Jie Perstinlichkcit einen Z-ustand der riskanten Selbststeuerung einer hoch abstrakten Ich-ldcntiràr.obcrstcrtrlichsciodernicht"(cbd. 157) . als vcrleinerung innengelciteter Kontrollc von Natur und Gcsellschalt unrj damii als Ortsgebung füiclas Selb"st nieder (cbd. -ì99) werdcn krjnnen..¡k turelleStàbllität. 176) 89 .. dann müssen über das Alltagsgespräch hinaus besondere Gesprächc gef'ührt werden.Mcin'ist cin f)iskurs. untl tlies l-crrain trcsctzen dann. läßt sich mit den Stichworten Autonomie. sondern aul dynamischc Stabilität." (HABERMAS 1985a.

wird an cinem Gcspräch untcr schwangeren Fraucn nach T-schcrnobyl illustriert. tlaß mit dcn Bcgriflcn. sondern auch überschen. was immer damit geme¡nt tst. Die Lebensweltorientierung in der Wissenschaft Wirklichkeit (SCH ÜTZ 1932.1'ür dic Erwachscncnbildung bcsteht zudcm ciic Cefahr. Wird aber . als Horizont und Reservoir sprachlichcr Verständigung (HABERMAS l98l) verstanden oder schlicht als . aufgrund seiner Vergröberung könne man den LebenswcltbegrifT 90 9r . Natürlichc.Lcbenswelt" bcnannt und zum Thema gemacht. Da ses zu .. weist ih Erwachsenenbildung als Rationalisierung von Lebenswelt Erhard Schlutz politischer edien bekannt Demago sind' ldung.humaner' und empathischer. so hat er damit nicht nur den Charaktcr der modernen Wissenschalten mißverstanden.sic aul de¡ Freiheit eines fiktiven Subjekts gründen möchten. Was mit. aus cler Entfremdung des wirklichen Subjekts ein unlösbares Problem zu machen" (ebd. mit dem <Jic gcsellschaltlichc Ausdiflercnzierung nicht cinlach übcrsprungcn odcr negiert wird.Diese Position von cASTORIADIS läßt der pädagogischen Deutungstätigkeit der h. l8l). Nicht Verdrângung macht e. kritisch. der abcr als Kriterium lür Aufþabenstcllungcu von Ilildungsinstitutioncn und flir erwachscnenpädagogischcs Hancjcln dienen kann. verurteilen sie sich selbst dazu.. in der gleichsam im Eintreten für das Bedrohte das den Wissenschaften wieder die Legitimation zuwáchst. auf den SCHNEIDER sich beruft. er könne durch Riìckgrilf auf die. Wcnn HUSSERL. autonom. desto mehr). nach dem anderen Diskurs. sondern clas Einsetzen eines anderen Verhältnisoder E Andere Wege zur Freiheit sind nicht möglich.Rationalisierung<Jcr Lebcnswclt" im einzclncn gemeint scin kann. die Umwandlung des Lcbensweltbegrif fs in cin empirisches Konstrukt diene der Wissenschaft selbst dazu. greifbar zu machen.. der sich auf das Frûhere.Heimar" angerulen wird.Lcbenswelt untl Systcm" ultc Diskussioncn um antagonistischc Schlagwortpa¿trc nur Íbrtgcsetzt werden Cçzcigt wer<lcu st¡ll... die durch den radikalen Rückgang der bildungspolitischen Bedeutsamkeit geschwunden schien. müssen sich die Frage nach dem vcibliebenen Raum für den Diskurs der Anderen stellen. claß in cinem Beitrug von Enno SCHMITZ ein struktureller Zusammenhang von Lcbcnswclt und Erwachscnenbildung angelegt ist. je . ln dcr Diskussion um Theoric und Konzeptualisierung von Erwachsenenbil<jung ist ein solches Mißverständnis allerdings selten deutlich gemieden worden. A bst rac t Dcr lìcgril'l d:r Lebcnswelt wird allzuoit unhistorisch f'undamentalistisch benutzt. Die Ambivalcnz ciner solchen Zuwendung hat SCHNEIDER ( 1986) mit seiner These herausgestcllt. als naiv erfahrene LUCKMANN l97l). Erst die reflexive. Freilich muß auch die Gegenfragc gestellt werden.ursprünglichen Dinge" der Lebenswelt die Wissenschafìen noch einmal von der Philosophie her fundieren. die Lebenswelt erforschbar. Von Anfang an verweist der Begrilf der Lebenswelt auf solche Entwicklung o<Jer Gelähr<Jung und taugt wenig zu einem fundamentalistischen Regreß. gemcint hat. Unversehrtere bcrufen will. Ganz deutlich wird dies in der jüngsten Wende der Sozial. l.z Lebcnswelt erscheint als das Unhintergehbare: ob sie als das vortheoretisch Gegebene ( H TJSSERL I954). ob cs nicht die Entwicklung einer best im mten Wirk lich keit war. die itimen Platz. cher scheint gelährdet.. dic sich mit dem Terminus der Lebenswelt von A nfang an zum Begriff drängte.. wie sehr die gemeinte vortheoretische substantielle Wirkìichkeit be reits durch VerwissenschaftlichungzeßetzÍ und aufgehoben wurde. TIETcENS ( I 986) hat gemeint.und Erziehungswissenschaften zu Alltag und Lebenswelt. bewußte Thematisierung der anderen Diskurse als andere historisch. so kann sie schon nicht mehr se lbstverständlich Gegebene sein. gleich welch Deuaften auch immcr (ja. BERG ER.