Sie sind auf Seite 1von 1

Dienstag, 9. Juni 2009

FRICKTAL

Dienstag, 9. Juni 2009 FRICKTAL 17

17

Mit Zürich liegt das Fricktal mitten im Wirtschaftsraum Europa

Willi Meier, CEO Greater Zurich Area, über das Fricktal und den Wirtschaftsraum Zürich

Martin Binkert

Das Fricktal hat als Wirt- schaftsstandort eine gute Ausgangslage. Weltweit gesehen, kann der Wirt- schaftsraum Greater Zurich Area dem Fricktal viel bieten.

STEIN. «Was hat der Wirtschaftsraum Greater Zurich Area und speziell das Fricktal zu bieten?», fragte sich CEO Willi Meier. Eingeladen zu einem pro- minenten Auftritt vor 200 Politikern und Unternehmern hatten den CEO der Greater Zurich Area am Donners- tag die Organisatoren von «Zugkraft Fricktal». Der Anlass fand am Don- nerstag in den Räumen der Syngenta statt. Etwas machte der CEO von An- fang an klar: «Beim globalen Stand- ortwettbewerb geht es nicht darum, ob für eine grosse Investition einer Firma Kaisten oder Colmar zum Zuge kommt, hier geht es um Wirtschafts- räume, die nach weltweiten und nicht nach lokalen Kriterien bewertet wer- den.» Das Internet dient auch diesen Investoren für eine weltweite Trans- parenz. Tiefe Steuern sind nicht der einzige Faktor. Viele Firmen, die über eine hohe Mobilität verfügen, suchen Gebiete, wo ihre Angestellten Fuss fassen und bleiben können. Dabei spielen die Bildungsmöglichkeiten ei- ne grosse Rolle. «Viele ausländische Investoren sind überrascht, wenn sie von unseren guten Ausbildungen mit Lehre und Fachhochschule auf der ei- nen Seite und mit Universitäten und ETH auf der anderen Seite hören. Ge- nügend gut qualifizierte Arbeitskräf- te zu haben ist für viele Firmen ein entscheidendes Kriterium», sagte Willi Meier. «Wir bieten diesen Leuten eine einmalige Lebensqualität», so der CEO. Einen weiteren Vorteil des Wirtschaftsraumes Zürich bietet die Stadt als globalen Finanzplatz.

3,6 Millionen Einwohner Der Wirtschaftsraum Greater Zurich Area ist klar definiert. «Alles, was in ei- ner Stunde mit dem Auto ab dem Flug- hafen Zürich erreicht werden kann, gehört dazu», so Meier. Dieser Kreis reicht von Solothurn bis zum Boden- see, von Chur bis Kaiseraugst und um- fasst damit das ganze Fricktal. Auf ei- ner Fläche von 15 000 Quadratkilome- tern leben 3,6 Millionen Einwohner. 160 000 Firmen engagieren 1,6 Millio- nen Beschäftigte. Diese erarbeiten ein Volkseinkommen von 225 Milliarden Schweizer Franken. In Europa liegt Zürich ganz zentral. Denn ab hier sind die meisten Orte in Europa in zwei Flugstunden zu erreichen, ergänzt Meier. Neben niedrigen Steuern und zuverlässigen Verkehrsverbindungen ist die Mehrsprachigkeit sehr wichtig. «Wir laden ausländische Investoren ein, in die Schweiz zu kommen und von hier aus ihre europäischen Märkte aufzubauen», sagte Meier. In Europa wohnen 500 Millionen Konsumenten.

Spezielle Stärken Der CEO zählt folgende spezifische Stärken des Fricktals auf: Qualifizier- te Arbeitskräfte, speziell im Segment der chemischen und pharmazeuti- schen Industrie, hohe Wohn- und Le- bensqualität, gute Verkehrsverbin- dungen dank der Achse Zürich – Basel sowie dank ihrer Nähe zur Landes- grenze. Bezüglich Branchen sind die Chemische Industrie, Bau, und Ma-

Branchen sind die Chemische Industrie, Bau, und Ma- «Zugkraft Fricktal»: In Stein gab es viel über
Branchen sind die Chemische Industrie, Bau, und Ma- «Zugkraft Fricktal»: In Stein gab es viel über
Branchen sind die Chemische Industrie, Bau, und Ma- «Zugkraft Fricktal»: In Stein gab es viel über

«Zugkraft Fricktal»: In Stein gab es viel über die Zukunft des Fricktals zu diskutieren.

Fotos: Martin Binkert

schinenbau stärker vertreten als im schweizerischen Durchschnitt, wobei die Chemische Industrie als einsamer Spitzenreiter klar oben aus schwingt. Der Bevölkerungszuwachs im Fricktal in den Jahren 2000 bis 2006 ist mit 1 bis 1,5 Prozent bedeutend grösser als in angrenzenden Gebieten.

Chancen und Herausforderungen Die Chancen des Fricktal beurteilt Wil- li Meier wie folgt: Wachstum des Che- mie- und Life-Science-Sektors, Zulie- ferbetriebe zur Ergänzung bzw. Er-

weiterung der Wertschöpfungsketten ansässiger Unternehmen,Verlagerung von Unternehmen aus den Zentren Ba- sel und Zürich. Dazu gibt es verschie- dene Beispiele, wie kürzlich die Firma Solvias zeigt, die in Kaiseraugst baut und aus Basel über 300 Arbeitsplätze mitbringt. Das Fricktal verfügt über ei- ne klar bessere Standortqualität als viele Gebiete in der Schweiz. Was sind die Herausforderungen für das Fricktal? Willi Meier: «Die Be- reitstellung erschlossener Grundstük- ke (z.B. Sisslerfeld), Pflege guter Kon-

takte zu ansässigen Unternehmen und die Erhaltung bzw. Weiterbildung ei- ner hohenWohn- und Lebensqualität.» Was darf das Fricktal von Greater Zurich Area erwarten? Die Eckpfeiler des Marketingkonzeptes sehen vor, die Marke «Greater Zurich Area» noch vermehrt zu verankern und zu profilieren. Die Organisation will ihre Marketingaktivitäten mittels direkter Ansprache auf die Akquisition von Firmen konzentrieren. Sie vertritt ihr Wirtschaftsgebiet in Schlüsselmärk- ten, schafft tragfähige Netzwerke

Syngenta ist stark im Fricktal

Syngenta ist mit Abstand die führen- de Agrofirma im konventionellen Pflanzenschutz und weltweit führend im Agribusiness. Neben der Herstel- lung von Pflanzenschutzmitteln ist sie weltweit der drittgrösste Anbieter für hochwertiges kommerzielles Saat- gut. Über 300 Patente werden pro Jahr angemeldet, 2008 wurden welt- weit 968 Millionen Dollar investiert. Mit über 24 000 Mitarbeitern ist die Firma in 90 Ländern vertreten. Bei Syngenta Stein arbeiten 300 Perso- nen ausschliesslich in der Forschung. Weitere 200 Personen arbeiten in der Produktion in Münchwilen, 40 in Kai- sten. Der Anlass «Zugkraft Fricktal» fand bei Syngenta Stein statt. (mbi)

Greater Zurich Area AG

Stiftungsmitglieder der Greater Zu- rich Area AG aus dem öffentlichen Sektor sind die Kantone Aargau, Gla- rus, Graubünden, Schaffhausen, Schwyz, Solothurn, Zürich sowie die Städte Winterthur und Zürch. Stiftungsmitglieder aus dem privaten Sektors sind ABB (Schweiz) AG, Alpi- ne Finanz Immobilien AG, Credit Suis- se Group, Graubündner Kantonal- bank, Implenia AG, Karl Steiner AG, Niederer Kraft & Frey, Rechtsanwälte, Swiss Prime Site, Swiss Re Group, Treuco Treuhand Gesellschaft, UBS, Walder Wyss & Partner, Rechtsanwäl- te, Zürcher Kantonalbank. (mbi)

Chancen und Risiken des Fricktals

– Das Fricktal liegt im Trend als Ent- wicklungsraum der Metropolitan- region Basel – das ist eine Chance. – Das Fricktal profitiert auch von der Metroplitanregion Zürich – das ist eine Chance. – Das Fricktal wächst: Bevölkerung, Wirtschaft und Verkehr. Das bringt neue Herausforderungen, Chan- cen und Risiken. – Das Fricktal steht unter hohem Siedlungsdruck. Die Entwicklung des «Siedlungsbreis» in Baselland könnte sich fortsetzen. – Negative Folgen (Lärm, Luft) schwächen Lebensqualität und för- dern die Zersiedlung. – Kommunale Interessen können ei- ne ganzheitliche Raumentwicklung gefährden, wenn keine gemeinsa- men regional abgestimmten Stra- tegien vorhanden sind.

und pflegt die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen.

Botschafter gesucht Am Schluss seines Vortrages rief Wil- li Meier die Zuhörinnen und Zuhörer zur aktiven Mithilfe auf. Denn «Greater Zurich Area» und das Frick- tal brauchen Botschafter, die ihre Be- geisterung nach aussen tragen und andere Firmen anziehen. «Helfen Sie mit, die attraktiven Bedingungen die- ses Wirtschaftsraumes international bekannt zu machen. Orientieren Sie uns, wenn wir auch Ihre ausländi- schen Kunden und Geschäftspartner im Prozess der Standortevaluation unterstützen können», rief er seinen Zuhörerinnen und Zuhörern zu, be- vor er sein Rednerpult verliess.