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GOLDMANN

GOLDMANN

Dorothea Fuckert zeigt hier, wie sie Menschen durch spirituelle Rückführung in das Leben zwischen den Leben in tiefe Verbindung mit ihrer Seele bringt und dabei Erinnerungen an Herkunft und Individualität aktiviert. Die vierstündige "Seelenreise" in körper- licher Tiefenentspannung und hypnotischer Trance ruft aus dem überbewussten Gedächtnis bedeut- same Erinnerungen ab. Diese beeinflussen weit- reichend das Selbstverständnis und Lebensgefühl jedes Einzelnen. Es sind detaillierte Informationen über die Herkunft unseres Bewusstseins aus einer nicht-stofflichen, geistigen Dimension ohne Zeit, Raum und Linearität. Dort haben die "Reisenden" luzide Erinnerungen und Erlebnisse. Sie nehmen die Einzigartigkeit ihrer Seele wahr, ihre Farben, Gaben, Talente und Lebensaufgabe, die sie mit in die Inkarnation brachten. Sie kommunizieren mit ihrer individuellen Seelenführung, mit geistigen Lehrern und der Seelenfamilie, mit denen sie schon immer verbunden waren. Dabei begegnen sie oft verstorbenen Angehörigen oder Freunden, die ihnen zu Lebzeiten nahe standen. ·Dieses Buch öffnet für neue Erkenntnisse und lädt ein, die heilsamen Erinnerungen und transformie- renden Stationen der LZL-Seelenreise hautnah m itzuerleben.

Dorothea Fuckert

Seelenreise in das Leben zwischen den Leben

Wie himmlische Erinnerungen heilen können

GOLDMANN

Die Textpassagen aufS. 31-34 stammt aus dem Buch R. Sheldrake u. M. Fox, Die Seele ist ein Feld, 0. W. Barth 2001. Danke für die freundliche Abdruckgenehmigung!

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Verlagsgruppe Random House FSC-DEU-0100 Das für dieses Buch verwendete FSC®-zertifizierte Papier Super Snowbright liefert Hellefass AS, Hokksund, Norwegen.

1. Auflage

Originalausgabe April2013 © 2013 bei Wilhelm Goldmann Verlag, München in der Verlagsgruppe Random House GmbH Umschlaggestaltung: UNO Werbeagentur, München Umschlagmotiv: ©Stuart McClymont Redaktion: Ralf Lay, Mönchengladbach SB · Herstellung: cb Satz: EDV-Fotosatz Huber/Verlagsservice G. Pfeifer, Germering Druck: GGP Media GmbH, Pößneck Printed in Germany ISBN: 978-3-442-22008-3

www.goldmann-verlag.de

Dieses Buch widme ich meinem Mann Manfred und meinen Söhnen Alex und Julio. Mit ihrer Liebe und Unterstützung konnte ich das schreiben, was mir am Herzen liegt.

Ich danke den vielen Menschen, die, jeder auf seine Weise, zum Gelingen dieses Buches und der CD beigetragen haben, auch all denjenigen,

die zu mir in die Praxis kamen.

Inhalt

Anstelle eines Vorworts Meine Berufung: Menschen mit Herz und Seele

verbinden.

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1.

Ist denn das zu glauben? Wie wissen wir, was wirklich ist?

 

z.

Rückführungen und Seelenreisen in das Leben zwischen den Leben

 

45

Gedächtnis, Hypnose und Trance

 

47

Die Rückführung in frühere Leben

52

Unterschiede zwischen den

 

54

Seelenreise in das Leben zwischen den Leben Die Objektivierbarkeit und Authentizität der

56

Erinnerung

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Die positive Wirkung und die Vorteile der

 

. ))Kontraindikationen« zur Seelenreise

Seelenreise

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Die Vorbereitung auf die LZL-Seelenreise

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Die Integration der Seelenreise in den Alltag

 

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Rückmeldung und Nachbesprechung der

 

Sitzung

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Fazit

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3-

Faszinierende Seelenreisen in das Leben zwischen

 

den Leben

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Peter: Die Qual der Berufswahl oder

Wie bekomme ich meine Gegensätze unter einen Hut? Anne: Wer ist mein Seelengefährte? Familie leben oder weiterhin »Herzensspiele«

 

73

. Karl: Wie kann ich den plötzlichen Tod meiner Verwandten verarbeiten?

spielen?

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Ellen: Heilung von ~~schweren Depressionen« und

 

151

Himmlische Erinnerungen an heilsame

Stationen.

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Stationen der Seelenreise.

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. Kontakt mit der individuellen Seelenführung

Die Todeserfahrung

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q6

Begegnung mit der

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Die Rückkehr zum Seelenursprung

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191

. Was Kinder vom Himmel erinnern

Der Blick in den Seelenspiegel

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Erfüllte Lebensaufgaben, positive Umsetzung und Veränderungen im

 

197

Eva: Lebensveränderung mit Engagement in

 

. Martin: Vom KZ-Aufseher zum spirituellen Lehrer

Ostafrika

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199

. Weitere Berichte über positive

und Wohltäter.

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Fazit

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6.

Die praktische Bedeutung

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Anhang

 

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Der Inkarnationsvertrag

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Hinweise zur

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Literatur.

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Anmerkungen.

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Anstelle eines Vorworts

Meine Berufung: Menschen mit Herz und Seele verbinden

Wir sind auf der Suche nach der Essenz des Lebens und nicht gebunden an Tempel, Moschee oder Gebetsteppich.

Wir sind Energie des Universums, nicht teure Materie oder Sklaven dieser Weit. Wir sind wie fließende Schätze in allem, was ist, unser Wesen ist untrennbar vereint mit dieser Schöpfung .

Ich suchte in Tempeln, Kirchen und Moscheen. Doch ich fand das Göttliche in meinem Herzen.

Rum1

denn

Wer bin ich als Seele? Wo komme ich her und wozu bin ich hier? Was geschieht nach dem Tod mit mir: Gibt es eine Weiter- existenz? Was bringt eine spirituelle Rückführung? Und wie lerne ich, (mich) zu lieben? Wenn Sie solche Fragen haben, ist dieses Buch genau richtig für Sie. Viele Menschen sind heute auf der Suche nach ihren eigenen Wahrheiten, nach höheren Erkenntnissen und authentischer, er- fahrbarer Spiritualität. Doch sie wollen keine vorgegebenen Pfa- de gehen oder Antworten von Institutionen übernehmen, die

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nicht ihre sind. Abstrakte Ideen und Theorien allein haben auch mich nie interessiert, sondern immer nur in Verbindung mit persönlicher, direkter Erfahrung und ihrer Umsetzbarkeit im täglichen Leben. Mit beiden Füßen auf dem Boden dürfen, ja sollten wir den Kopf über den gewohnten Horizont und die ver- trauten vier Dimensionen hinausstrecken, um neue entwick- lungsfördernde Erkenntnisse und Erfahrungen zu gewinnen. Spiritualität ist für mich nicht >>Opium fürs Volk«, wie Karl Marx die Religion nannte. Eine gesunde, natürliche Spiritualität hält uns nicht vom Leben ab, sie dient nicht dazu, Gefühle, Lernschritte, Auseinandersetzungen und Veränderungen zu vermeiden. Sie erzeugt auch keineswegs einen »spirituellen By- pass«', sondern fördert stattdessen emotionales Wachstum und das volle Eintauchen ins Leben. Sie verhilft zu der Erfahrung des Eingebundenseins in die Schöpfung. Sie ermöglicht auch, ungenutzte Seelenpotenziale zu entfalten. Das Forschungsgebiet »Überleben der Seele nach dem Tod« eröffnet hierfür neue Möglichkeiten und wächst seit eini- gen Jahren sehr schnell. Dazu gehören Nahtod- (NTE) und außerkörperliche Erfahrungen (Out-of-Body-Experience [OBE]), transpersonale und astrale Reisen, spirituelle Aspekte der Or- gantransplantationen, Rückfllhrungen in Vorleben und Seelen- reisen in das Leben zwischen den Leben nach Dr. Michael New- ton. In diesem Buch will ich nicht die zahlreichen Belege für die Reinkarnation und alles mögliche bisher angesammelte Wissen über die Weiterexistenz der Seele aufzählen (siehe zum Beispiel Zürrer 2005). Vielmehr gehe ich aufgrundmeiner persönlichen und beruflichen Erfahrung mittlerweile von diesem »Überle- ben« aus. Ich habe sehr viele ernsthafte aktuelle Bücher zu den genannten Themen gelesen und im Literaturverzeichnis am Ende des Buchs für Sie zusammengestellt.

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Mein Anliegen ist, die Erinnerungen der Seele an sich selbst zu aktivieren: daran, dass sie ein spirituelles Wesen ist, das eine irdische Erfahrung macht. Das halte ich deshalb für so wichtig, weil ich genau weiß, wie heilsam und transformierend sich die- se Erinnerungen auswirken. Es gibt unterschiedliche Wege, um höhere Einsichten in die Geheimnisse unserer Existenz zu er- langen. Die Meditation, religiöse Schulungen oder spirituelle Praktiken gehören dazu. Manche erscheinen abgehoben vom alltäglichen Leben, brauchen jahrelange Disziplin oder fordern die Übernahme von Glaubenssystemen. Dieses Buch aber be- richtet von realen Erfahrungen in meiner Praxis. Ich erzähle von Menschen, die sich in einer einzigen Sitzung an das Leben zwischen den Leben und an ihre Seelenidentität erinnerten. Eine ))lebensgefährliche« Nahtoderfahrung ist nicht notwendig für neue Einsichten über Leben, Tod und Jenseits. Die ))Seelenreise mit spiritueller Rückführung in das Leben zwischen den Leben (LZL)« nach Dr. Michael Newton 2 bietet eine risikofreie, leicht anwendbare, wohltuende Methode, sich an die unsterbliche Existenz der Seele in einer nichtstofflichen, zeitlosen, lichten Jenseitswelt zu erinnern und von freundli- chen Seelenführern Antworten auf Lebensfragen zu bekom- men. Michael Newton leistete Pionierarbeit auf diesem neuen Gebiet der spirituellen Rückführung, dem er dreißig Jahre sei- ner beruflichen Laufbahn widmete. Er dokumentierte sein Lebenswerk umfassend und anschau-

lich in den vier Büchern Die Reisen der Seele (1996), Die Abenteu- er der Seelen (2001), Leben zwischen den Leben (2005) und Erinne- rungen aus dem Zwischenreich (2009). Das letztgenannte ent-

hält 32 Fallgeschichten von LZL-Therapeuten aus der ganzen Welt, darunter auch eine von mir. Jede ist von Newton kommen- tiert.

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Als Therapeutirr bin ich für diese Methode sehr dankbar und fühle mich mitverantwortlich für Newtons Vermächtnis. Er er- stellte eine Landkarte für die Reise in die Seelenwelt in einer geistigen Dimension, in der Zeit, Distanz und lineare Abfolge keine Rolle spielen. Mit diesem Buch konzentriere ich mich auf das große Potenzial dieser Erfahrung für Entfaltung, Heilung und Transformation3. Ich gebe Ihnen meine Sicht auf die Schönheit der Seele und die Geheimnisse ihrer Wege, die sich offenbaren, nachdem wir den Mantel der irdischen Persönlich- keit abgestreift haben. Die Seele erinnert sich an sich selbst: an ihre einzigartige Essenz, ihre Gaben, Vision und Aufgaben. Die individuelle Lebensaufgabe zu erfüllen heißt auf den Punkt ge- bracht, die Seelenessenz zu entfalten. Es ist kein Zufall, dass uns dies auch viel Freude macht. Alle Stationen der Seelenreise sind faszinierend und erkennt- nisreich. Doch einige wirken sich nach meiner Erfahrung mit Hunderten von Seelenreisen besonders tiefgreifend aus. Dies wird in den faszinierenden Fallgeschichten in Kapitel 3 und in den Erinnerungen an heilsame Stationen in Kapitel 4 deutlich. Mein Anliegen ist, Ihr Seelengedächtnis zu aktivieren und Ihre spirituellen Ressourcen zu stärken. Die Rückführung in ein be- deutsames Vorleben ist kein zentrales Thema des Buches; sie ist allerdings ein wesentlicher Teil der Seelenreise in das Leben zwischen den Leben.

Wenn mir zu Anfang des neuen Jahrtausends jemand gesagt hätte, dass sich meine Arbeit nach mehr als zwei Jahrzehnten Praxis noch einmal so grundlegend verändern würde, hätte ich das sicher bezweifelt. Meine klinische Grundausbildung ist die Allgemeinmedizin mit anschließender Spezialisierung auf Psy- chotherapie. Seit Beginn meiner Berufstätigkeit im Jahr 1978

bewegte ich mich auf alternativen medizinischen und psycho- therapeutischen Wegen. Doch meine spirituelle Entwicklung wurde für mich zur besonderen Herausforderung. Ich hatte im Laufe der Zeit etliche Behandlungsmethoden gründlich erlernt, sodass sie meine Arbeit viele Jahre lang prägten. Dies waren vor allem die Körperpsychotherapie Wilhelm Reichs, die Hypnothe- rapie nach Milton H. Erickson mit systemischer Ausrichtung, Teileintegration und Innere-Kind-Arbeit, Traumatherapie, ener- getische Medizin und geistige Heilweisen. Ich hielt Vorträge, gab Seminare und schrieb etliche Artikel in Fachzeitschriften und Fachbüchern. Doch als ich Ende der neunziger Jahre wie- derholt spontane Rückerinnerungen einiger Patienten in Kör- pertherapiesitzungen erlebte, fragte ich mich schließlich, wo ich nun wohl gelandet sei. Diese Frage machte mir ziemlich zu schaffen, obwohl ich ein ganzheitliches, energetisches Weltbild hatte. Ich war schon im- mer von den Geheimnissen der Existenz fasziniert, lernbereit, neugierig und offen für neue Erfahrungen. Doch beim Thema ~~Reinkarnation« reagierte ich mit Ungläubigkeit und Zweifeln. Mein Verstand versuchte, mich vor Aberglauben und Schaden zu bewahren, was ja auch seine Aufgabe ist. Ich wollte es den- noch wissen und erlernte die Rückführungstherapie. Nach einer Umfrage der Universität Tilburg im Jahr 2001 glauben etwa hundert Millionen Europäer (knapp ein Viertel) an ein Leben vor dem Leben, halten also Reinkarnation für möglich, 250 Millionen (durchschnittlich die Hälfte) glauben an eine Weiterexistenz nach dem Tod (Halman 2001). Reinkar- nation ist immer noch ein gesellschaftliches Tabuthema und für mich als Ärztin besonders heikel. Andererseits halten gera- de viele Ärzte eine Weiterexistenz der Seele für möglich. Ir- gendwann sagte ich mir, dass ich in bester Gesellschaft bin mit

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Menschen, die die Wiedergeburt für möglich hielten oder noch halten. Dazu zählen solche Bekanntheiten wie Platon, Pythago- ras, Rumi, Goethe, Heine, Rilke, Steiner, Edgar Cayce, Ian Ste- venson, der 14. Dalai-Lama und nicht zuletzt Michael Newton. Sogar für Voltaire war es ))nicht überraschender, zweimal gebo- ren zu werden als einmal«. Erfreulicherweise sind wir heute bei uns frei zu glauben, was uns glaubwürdig erscheint. Ich brauchte allerdings Mut, auch darüber zu schreiben. Durch weitere überzeugende Erfahrungen lernte ich, darauf zu vertrauen, dass meine Seele wusste, was und wohin sie will. Auch fühlte ich immer deutlicher eine innere Führung. Ich lernte, meinen Verstand zu beruhigen und ihm seine Grenzen aufzuzeigen. Was ist er schon im Vergleich zu den anderen machtvollen Bereichen, die er mit seinen Instrumenten des lo- gisch-analytischen Denkens, Zweifelns und der Skepsis nicht erfassen kann? Seine Grenzen beginnen beim Unbewussten mit den Gefühlen, Instinkten, Erinnerungen, Träumen und hö- ren bei den überbewussten Funktionen wie Inspiration, Vision, Intuition, mystische Erfahrung und höhere Bewusstheit nicht auf. Ich wurde jedenfalls über die Grenzen meines Verstandes hinausgeführt. Noch vor zehn Jahren war es für mich unvorstellbar, dass

eine einzige Erfahrung es uns ermöglichen

ende und vollbewusste Weise die Existenz der Seele zwischen den Inkarnationen in einer nichtstoffliehen höheren Dimensi- on zu erinnern. Von Nahtoderfahrungen hören wir recht häu- fig. Sie berichten jedoch nur über kurze Einblicke in das Leben nach dem Tod, auch wenn sie oft tiefgreifende Auswirkungen auf den Betroffenen haben. Mit der nur einmal stattfindenden, drei- bis vierstündigen Seelenreise in das Leben zwischen den Leben haben wir dage-

könnte, auf wohltu-

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geneinen leichten, umfassenden Zugang in diese lichte, [ried- volle Welt. Dort erfahren wir uns als höheres Selbst in einem Seelenkörper, treffen auf Seelengefährten - mit denen wir schon seit immer in einer Seelengruppe verbunden sind und denen wir in verschiedenen Inkarnationen wiederbegegnen - und erinnern eine gemeinsame Ursprungsquelle. Freundliche, weise Wesen, individuelle Seelenführer4, wenden sich uns lie- bevoll zu und beantworten unsere Lebensfragen.

Vor etwa acht Jahren empfahl mir eine gute Freundin die ersten beiden Bücher Michael Newtons (Newton 1996, 2001). Ich kauf- te sie, blätterte sie kurz durch und legte sie dann in eine Schub- lade unter meinem Bett, wo ich die Bücher »für später« aufbe- wahrte. Zu diesem Zeitpunkt fühlte ich noch keine Resonanz und daher wenig Antrieb, sie überhaupt zu lesen. Nachdem ich zwei Jahre lang im wahrsten Sinne darüber geschlafen hatte, wachte ich eines Morgens auf, holte sie mit einem Impuls her- vor und las sie fast in einem Zug durch. Ihr Inhalt fühlte sich so stimmig für mich an, dass ich mich sofort zur Ausbildung am Newton-Institut in Chicago anmeldete. Ich hatte das große Glück, an einem letzten Ausbildungskurs mit Michael Newton als Lehrer teilzunehmen. Ich lernte ihn als rational-sachlichen, philosophisch interessierten Psychologen und als offenen, bescheidenen und humorvollen Menschen kennen. Wegen seines Alters (er ist jetzt über achtzig Jahre) hat er die Ausbildung seinem Team übertragen. In Michael Newtons Hypnotherapiepraxis berichteten Tau- sende Klienten übereinstimmende Erinnerungssequenzen während der vierstündigen spirituellen Rückführung, die er »Life Between Lives Spiritual Regression Hypnotherapy (LBL)« nannte. Diese Klienten konnten seine Bücher noch nicht gele-

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sen haben, weil diese ja noch gar nicht geschrieben waren. Ihre Erinnerungen konnten auch keine Wunschgedanken oder Fan- tasiegebilde sein. Denn Tausende von Menschen unterschiedli- cher Altersstufen, Berufe, Schichten, Kulturen und Religionen werden wohl kaum so signifikant identische Wünsche und Fantasien haben. Die meisten erfuhren sich nach dem Tod während eines Vorlebens in einem leichten Seelenkörper, erin- nerten das Jenseits als lichte, friedliche Welt, sahen ihre Seelen- gruppe und kommunizierten mit ihren Geistführern. Diese er- lebten sie als liebevolle, unterstützende, weise und humorvolle Begleiter. Als eine mögliche Erklärung für die konsistenten Erinnerun- gen könnte man archetypische Bilder aus dem kollektiven Un- bewussten annehmen. Dieses Argument stützt sich auf die Theorie des Schweizer Psychiaters C. G. Jung (1875-1961). Ein Gegenargument dazu fand ich allerdings in Lars A. Fischingers Buch Der Blick ins jenseits:

»Jung zufolge finden sich im kollektiven Unbewussten lediglich Motive abgespeichert, die allen Kulturen zu Eigen sind, jedoch keine Abläufe. Jung selbst hat eine NTE [Nahtoderfahrung] er- lebt, die er jedoch nicht mit seiner Archetypentheorie und dem kollektiven Unbewussten in Verbindung brachte; vielmehr kom- mentierte er sie in einem Buch mit den Worten: >Das Erlebnis war äußerst realistisch. Es hatte die Eigenschaft absoluter Objek- tivität.< (C. G. Jung 1963).« (Fischinger 2003, S. 218)

Dieses theoretische Argument erklärt auch nicht den Ursprung archetypischer Bilder. Meine eigenen beiden Seelenreisen, von denen eine während der Ausbildung stattfand, überzeugten mich vollends von der

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Authentizität der Erfahrung. Durch meinen inneren Prozess und die Weiterentwicklung meiner therapeutischen Tätigkeit musste ich konsequenterweise irgendwann einmal auf Rück- führungen und spirituelle Seelenreisen kommen. Mein Anlie- gen war schon immer, Menschen in Kontakt mit ihrer Seele zu bringen. Bereits in der Kindheit war ich eine Art Seelsorgerin für mehrere kranke Familienangehörige. Im Alter von fünfJah- ren fühlte ich bereits die innere Gewissheit, später Ärztin zu werden und auf besondere Weise zu helfen. Ich kann mich noch lebhaft an den innigen Wunsch erinnern, viele Menschen gesund und glücklich zu machen. Das Überstehen eigener schwerer Erkrankungen und ein Nahtoderlebnis bei einem Ski- unfall mit zwanzig Jahren bahnten schließlich den Weg in mei- ne Lebensaufgabe. Ich glaubte immer schon an das Gute im Kern jedes Men- schen und erkannte das Einzigartige, Schöne und Schöpferi- sche in seinem Inneren. Als Therapeutin stellte ich wann im- mer möglich Kontakt zu diesem Kern her. Es war nicht nur der Glaube allein. Ich konnte die Seele eines Menschen fühlen und ihre Schönheit in seinen Augen sehen, unabhängig davon, wie viele Schutzschichten darüber lagen. Als Ursprung des mensch- lichen Kerns nahm ich ein materiefreies kosmisches Energie- feld an. Ich stellte mir vor, dass er beim Tod wieder in dieses Matrixfeld eingeht und sich dahinein auflöst.

Offensichtlich hatte ich schon früh meine unsterbliche Seele, ihre Essenz und Herkunft vergessen- wie wir alle. Mir war ent- fallen, wer ich eigentlich bin und wozu ich hier lebe. Später er- kannte ich, dass Vergessen und Getrenntsein zu einer Haupt- quelle menschlichen Leidens werden, das dann jedoch wieder zur Seelenentwicklung und Wiedererinnerung beiträgt.

Dogmatische Religion, Apparatemedizin und seelenlose Wis- senschaft waren große Prüfsteine auf dem Weg in meine Be- rufung. Durch einige schmerzvolle Erfahrungen entfernte ich mich zunächst weit von meiner Seele und ihrem Ursprung. Als Kind hatte ich noch eine natürliche Verbindung dazu, und heu- te fühle ich sie wieder fest in mir verankert. Der Benediktinermönch und Zen-Meister Willigis Jäger brachte solche Zusammenhänge in einem Interview auf den Punkt:

»Die Konfessionen sollten uns eine neue, zeitgemäße Deutung

Aber viele können der einfachen Le-

bensdeutung der Konfessionen nicht mehr folgen. In unserem Universum (es gibt Millionen andere) soll es nach neuesten Er- kenntnissen 52 Milliarden Planeten geben. Auf 300 Millionen Planeten vermutet man gleiches, ähnliches oder ganz anderes Leben als auf unserer Erde. Was hat dann diese Erde und das Leben auf ihr für eine Bedeutung? Was bedeuten ein paar Jahr- zehnte Leben auf diesem Staubkorn? Was wir >Gott< nennen, ist die Seins-Ebene, der alles entsteigt, jedes Ding und jedes Wesen. Sie hat mit einem personalen Gott

unseres Lebens geben

nichts zu tun. Die Quantenphysik spricht von dieser trans-ratio- nalen >Bewusstheit<, der alles Leben entspringt. Sie hat noch kei-

nen personalen Charakter

wunderbar: >Hier ist es, wie wenn Wasser vom Himmel in einen Fluss oder eine Quelle fällt, wo alles nichts als Wasser ist, sodass man weder teilen noch sondern kann, was nun das Wasser des Flusses ist und was das Wasser, das vom Himmel gefallen; oder es ist, wie wenn ein kleines Rinnsal ins Meer fließt, von dem es durch kein Mittel mehr zu scheiden ist; oder aber wie in einem Zimmer mit zwei Fenstern, durch die ein starkes Licht einfällt:

Teresa von Avila charakterisiert es

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dringt es auch getrennt ein, so wird doch alles zu einem Licht< (Die innere Uhr, Hrsg. Fritz Vogelsang). Sie wurde dafür gemaß- regelt. Man warf ihr vor, sie habe hier den christlichen Glauben verlassen. Aber sie überschritt nur den personalen Bewusst- seinsraum.« (Visionen 4/2012, S. 13)

Medizinsystem und pharmazeutische Unternehmen arbeiten weitgehend immer noch auf der Basis eines alten Paradigmas aus dem 18. Jahrhundert, das den Körper als Maschine betrach- tet und bei einer Krankheit daran herumwerkelt, um sie wieder funktionstüchtig zu machen. Immer noch werden die meisten Forschungsgelder zur Entwicklung von »Wunderpillen« verge- ben, die durch Symptombekämpfung neue Symptome und langfristig neue Krankheiten hervorrufen. In einer aktuelleren Statistik der Weltgesundheitsorganisation WHO liegt die Ster- berate aufgrund medizinisch verursachter Schäden inzwischen an dritter Stelle. Der niederländische Kardiologe und Sterbeforscher Dr. Pim van Lommel schreibt zum Weltbild des etablierten Medizinsys- tems und einer notwendigen Revision der überkommenen Grundannahmen Folgendes:

))Wahre Wissenschaft beschränkt sich nicht auf materialistische und daher restriktive Annahmen, sondern ist neuen, anfangs mitunter unerklärlichen Phänomenen gegenüber aufgeschlos- sen und betrachtet es als eine Herausforderung, auch hierfür Erklärungsansätze zu finden. Wissenschaft sollte aus einer offe- nen Geisteshaltung heraus entstehen und auf Neugierde beru- hen. Anormale Phänomene eröffnen uns die Möglichkeit, beste- hende wissenschaftliche Theorien entweder an sie anzupassen oder die alten Konzepte durch neue zu ersetzen. Auch in der

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Vergangenheit entstand immer dann eine neue Form der Wis- senschaft, wenn sich ein Phänomen mit den bestehenden Auf- fassungen nicht mehr erklären ließ. Die heutige Wissenschaft geht größtenteils noch von einer Wirklichkeit aus, die aus- schließlich auf materiell wahrnehmbaren Daten basiert. Meiner Meinung nach müssen die heutigen Wissenschaftler ihre An- nahmen über das Wesen der wahrnehmbaren Wirklichkeit einer erneuten Prüfung unterziehen. Denn die derzeitigen Vorstellun- gen haben zu einer Vernachlässigung oder Leugnung wichtiger und bisher unbeantworteter Fragen zum Bewusstsein geführt.« (Van Lommel zon, S. 357)

Kommen wir zurück zu dem Phänomen, dass wir unsere seeli- sche Herkunft im Laufe unserer Sozialisation vergessen. Dieser Prozess hat nämlich durchaus einen Sinn: Aus spiritueller Per- spektive können uns gerade die schmerzvollen Erfahrungen auf dem eigenen Seelenweg voranbringen. Vergessen, Einschrän- kungen und Wiedererinnern gehören zum Entwicklungsplan:

Ohne Vergessen gibt es kein Lernen und keine Vervollkomm- nung. Außerdem brauchen wir auch Filter- und Verdrängungs- mechanismen zu unserem Schutz, um überhaupt leben zu können. Irgendwo las ich einmal das Argument, dass es den Himmel, die Engel und Gott einfach deshalb geben müsse, weil sich alle Menschen danach sehnen, sei es bewusst oder unbewusst. Ich fand diese Argumentation verblüffend einfach und irgendwie auch logisch. Denn wir können uns doch wohl nur nach et- was sehnen, was wir schon einmal erfahren haben. Dies gilt für Geborgenheit, Liebe, Vertrauen, Freude, im Prinzip für alles. Wenn es den Himmel und das Göttliche nicht gäbe, könnten wir uns auch nicht danach sehnen. Jeder Mensch kann nun wil-

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Ientlieh entscheiden, ob er diese Sehnsucht in sich zulässt, ob er an eine intelligente Schöpfung mit Sinn und Entwicklung glau- ben will oder nicht. Diese Entscheidung prägt das Lebensgefühl ganz wesentlich, denn Sehnen und Glauben sind die größten Kräfte unserer schöpferischen Mitgestaltung. Mit der Seelenreise in das Leben zwischen den Leben wurde mir jedenfalls ein sehr effektives Werkzeug in die Hände gelegt, mit dem ich Menschen mit ihrer Seele, mit deren Erinnerung und Vision verbinden kann, und zwar leichter und direkter als mit jeder anderen mir bekannten Methode. Sie ist vor allem sehr wirksam zum Aufbau von Selbstakzeptanz, Selbstwert- schätzung und Selbstliebe. Die therapeutische Begleitung der Seelenreisen erfahre ich als sehr bereichernd. Sie gibt mir so viel Freude und Erfüllung, dass sie sicher zu meiner Lebensaufgabe gehört. Meine Beru- fung ist, Menschen mit Herz und Seele zu verbinden und zu beseelen. Das ist auch meine Motivation für dieses Buch.

Alle hier abgedruckten Fallgeschichten beruhen auf realen Er- fahrungen in meiner Praxis. Im dritten Kapitel gebe ich vier faszinierende Seelenreisen wörtlich wieder, um sie authentisch zu lassen und so anschaulich und lebendig zu machen. Im vier- ten Kapitel berichte ich von himmlischen Erinnerungen an Sta- tionen, die eine heilsame Wirkung auf das Leben der Betreffen- den ausübten. In Kapitel 5 erzähle ich von Menschen, die als Konsequenz einer LZL-Seelenreise ihre Lebensaufgabe erfül- len, und beschreibe, was sich durch die Seelenreise positiv bei ihnen veränderte. Es fiel mir schwer, einzelne Sitzungen für dieses Buch auszu- wählen, denn ich habe Hunderte dokumentiert. Jede ist auf ihre Art berührend, anregend, voller Weisheit, Liebe und Faszinati-

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on. Personennamen und individuelle Angaben wurden aus Da- tenschutzgründen geändert, ebenso einige Details, um in die- sem Rahmen für mehr Klarheit und Anschaulichkeit zu sorgen. Die wesentlichen Aussagen bleiben davon unberührt. An dieser Stelle möchte ich schon einmal einen herzlichen Dank an meine Klientens aussprechen für die Erlaubnis, ihre Seelenreise zu veröffentlichen. Und Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, wünsche ich nun viel Anregung und innere Bewe- gung durch die Lektüre dieses Buches!

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Kapitel 1

Ist denn das zu glauben? Wie wissen wir, was wirklich ist?

Es gibt nur zwei Wege, unser Leben zu leben. Einer ist, als ob nichts ein Wunder ist. Der andere, als ob alles ein Wunder ist.

Albert Einstein

Rufen Sie sich bitte noch einmal die ersten Fragen vom Anfang dieses Buches ins Gedächtnis. Ich werde sie Ihnen jetzt schon ansatzweise beantworten: Ja, es gibt eine Weiterexistenz nach dem Tod. Ja, es gibt Leben zwischen den Leben in einer jenseiti- gen nichtstoffliehen Welt. Ja, Sie haben eine einzigartige, unsterb- liche Seele mit einer besonderen Vision und Lebensaufgabe. - Aber ist denn das zu glauben? Beweise haben wir nicht. Wie können wir dann wissen, was wirklich ist? C. G. Jung stellte hier- zu einmal fest, dass wir nicht behaupten sollten, wir könnten die Welt allein durch den Intellekt verstehen. Wir begriffen sie zu ei- nem ebenso großen Anteil durch das Gefühl. Deshalb treffe das Urteil des Verstandes im Glücksfall nur die Hälfte der Wahrheit. Wenn wir von der Beschäftigung mit Reinkarnation und See- lemeisen in das Leben zwischen den Leben profitieren wollen,

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brauchen wir also zumindest eine gewisse Vorstellungs- und Glaubenskraft als Ausgleich zu rationalisierendem Denken, Skepsis und Zweifel. Mit Glaubenskraft meine ich nicht einen blinden Glauben mit Übernahme vorgegebener Konzepte. Es geht vielmehr um die Bereitschaft, der eigenen Wahrnehmung, Intuition, dem Gefühl, der Seelenerinnerung zu vertrauen. Dies ist eher eine Funktion von Herz und Bauch als vom Kopf. Sie beruht auf dem Vertrauen in die eigenen Gefühle, die inne- re Wahrnehmung und individuelle Erfahrung. Für die Existenz der Liebe haben wir zum Beispiel keine rati- onalen Beweise, doch wir glauben an sie, weil wir wissen, dass es sie gibt. Es ist kein Verstandeswissen, sondern innere Ge- wissheit. Wir sind uns ihrer Existenz sicher, weil wir sie fühlen. Wir erinnern uns zumindest an Momente von Lieben, Geliebt- werden und der Sehnsucht danach. Der Kinderchirurg und Erforscher von Nahtoderfahrungen Dr. Melvin Morse schreibt, es sei

»nicht nötig, die Echtheit von Todesnähe-Erfahrungen wissen- schaftlich zu beweisen. Die Entscheidung darüber, ob der Mensch den physischen Leib verlassen kann oder nicht, muss jeder Mensch für sich treffen. Allein die Tatsache, dass die Seele in Laboratorien nicht gemessen werden kann, bedeutet nicht, dass sie nicht existiert.« (MorsejPerry 1994)

Glaube ist gefühltes Wissen, das auf Erinnerung an das eigene Erleben, also letztlich auf Seelenerinnerung beruht. Als Psycho- therapeutin weiß ich nur allzu gut, wie geschwächt die natürli- che Glaubenskraft in unserer Kultur ist. Schon Platon erwähnte Lethe, den Fluss des Vergessens, den wir bei der Reinkarnation überschreiten und dessen Wasser einen Gedächtnisverlust be-

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züglich unserer wahren Natur hervorruft. Wir vergessen unsere Seelenidentität und verlieren so den Kontakt mit dem innersten Kern und das Vertrauen in uns selbst. Wir sind abgetrennt von der vollständigen Verbindung zum eigenen höheren Selbst und zur umfassenden Wirklichkeit. Eine Folge davon ist die allge- mein verbreitete Schwäche des Glaubens an sich selbst und an eine intelligente, liebevolle Schöpfung. Doch nur über Glauben als gefühltes Wissen erfahren wir Sinn und Bedeutung. Die Seelenreise in das Leben zwischen den Leben bietet eine Chance, wieder fühlend zu wissen. Wir haben mittlerweile eine Kultur geschaffen, in der wir fast alle mehr, als uns lieb ist, dem materialistischen Weltbild verhaftet sind. So halten wir nur noch das für real, was wir durch die fünf Sinne wahrnehmen, mit Messinstrumenten messen, was die Medien berichten oder etablierte Wissenschaften lehren. Doch jede Wirklichkeit ist für den menschlichen Verstand und für seine Messinstrumente nur begrenzt erfassbar, da sie immer relativ zum Standpunkt des Beobachters und des Kontextes ist. Der Nobelpreisträger Max Planck (1858-1947), der als Be- gründer der Quantenphysik gilt, soll bereits im Jahr 1944 wäh- rend eines Vortrags gesagt haben:

>>Als Physiker, also als ein Mann, der sein ganzes Leben hin- durch der Wissenschaft, nämlich der Erforschung der Materie diente, bin ich sicher frei davon, für einen Schwarmgeist gehal- ten zu werden. Und so sage ich Ihnen nach meiner Erforschung des Atoms dieses: es gibt keine Materie an sich! Alle Materie ent- steht und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingungen bringt und sie zum winzigsten Sonnensystem des Atoms zusammenhält.« (Archiv zur Geschichte der Max- Planck-Gesellschaft)

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Diese Kraft haben die Naturwissenschaften immer noch wenig zur Kenntnis genommen. Alle Materie, auch die des Körpers, besteht nachgewiesenermaßen zu 99,999999999 Prozent aus einem nichtmateriellen Vakuum und der winzige Rest aus stoff- licher Materie. Dies entspricht einem Größenverhältnis zwi- schen dem Eiffelturm (Körpervolumen) und einem Floh (Kör- permaterie). Dazwischen ist angeblich nichts, ein sogenanntes »Vakuum«. Drängt sich da nicht der begründete Verdacht auf, dass in diesem Feld etwas sein könnte, etwa die von Max Planck genannte Kraft- oder die Lebensenergie, die Seele? Manche Bereiche können wir mental nicht recht fassen, wie zum Beispiel die Quantenphysik. Die Zeit, die eine gekrümmte vierte Dimension sein soll, ist vielleicht gerade noch vorstellbar. Doch kommt der Verstand kaum mehr mit, wenn Physiker in- zwischen mit elf bis 21 Dimensionen rechnen und nicht nur von einer Wirklichkeit ausgehen, sondern parallele Realitäten in einem »Multiversum« annehmen. Diese Viele-Welten-Theo- rie geht zum Beispiel auf die Quantenphysiker Hugh Everett, John A. Wheeler und andere zurück.

Ein anschauliches Beispiel für die Relativität der Wirklichkeit erzählt der niederländische Geistliche und Schriftsteller Henri J. M. Nouwen (1932-1996) in seiner Metapher von einem Zwil- lingspärchen im Uterus der schwangeren Mutter. Diese Para- bel, die vor allem auch zu unserem Zusammenhang passt, kur- siert in mehreren Versionen im Internet. Den einen Embryo nenne ich hier den ))Kleinen Glaubenden«, den anderen den ))Kleinen Zweifelnden«:

Der Kleine Zweifelnde fragt den anderen: >>Glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?«

Kleiner Glaubender: »Ja klar, das gibt es. Hier drinnen wachsen wir und werden stark für das, was draußen kommen wird.« Kleiner Zweifelnder: »Blödsinn, das gibt es nicht. Wie soll denn das überhaupt aussehen, ein Leben nach der Geburt?« Kleiner Glaubender: »Das weiß ich auch nicht so genau. Es wird viel heller sein als hier. Und vielleicht werden wir herumlau- fen und mit dem Mund essen.« Kleiner Zweifelnder: »So ein Blödsinn. Herumlaufen, das geht doch gar nicht. Und mit dem Mund essen, was für eine ver- rückte Idee. Es gibt doch nur die Nabelschnur, die uns nährt. Außerdem geht das gar nicht, dass es ein Leben nach der Ge- burt gibt, weil die Nabelschnur schon viel zu kurz ist.« Kleiner Glaubender: »Doch, es geht ganz bestimmt. Es wird eben alles ein bisschen anders sein.« Kleiner Zweifelnder: »Du spinnst. Es ist noch nie einer zurück- gekommen von >nach der Geburt<. Mit der Geburt ist das Le- ben zu Ende. Punkt. Und das Leben hier ist nichts als Quäle- rei. Und dunkel.« Kleiner Glaubender: »Auch wenn ich nicht so genau weiß, wie das Leben nach der Geburt aussieht, jedenfalls werden wir dann unsere Mutter sehen, und sie wird für uns sorgen.« Kleiner Zweifelnder: »Mutter? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo ist sie denn, bitte?« Kleiner Glaubender: »Na hier, überall, um uns herum. Wir sind in ihr und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein.« Kleiner Zweifelnder: »Quatsch! Von einer Mutter habe ich ja noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht.« Kleiner Glaubender: »Manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wie sie unsere Welt streichelt.«

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Kleiner Zweifelnder: »Und wenn es also ein Leben nach der Ge- burt gibt, werde ich dann bestraft, weil ich nicht daran ge- glaubt habe?« Kleiner Glaubender: »Das weiß ich nicht so genau. Vielleicht kriegst du einen Klaps, damit du die Augen aufmachst und dein Leben beginnen kann.«

Der »Kleine Glaubende« und der »Kleine Zweifelnde« haben offensichtlich ganz verschiedene Auffassungen von >>der« Wirk- lichkeit. Die Realität des »Kleinen Glaubenden« beruht aller- dings nicht auf Fantasie oder Wunschdenken, sondern gründet auf der Erinnerung und damit auf die Glaubenskraft als gefühl- tes Wissen.

Wie entwickelte sich nun die Schwäche der Glaubenskraft in unserer Kultur? Im 2. Jahrhundert n. Chr. beschrieb der griechi- sche Astronom Klaudios Ptolemaios das geozentrische Welt- bild. Nach ihm war die Erde Mittelpunkt unseres Sonnensys- tems, in dem die Sonne sich um die Erde drehte. Es galt in der westlichen Welt eineinhalb Jahrtausende lang als das einzig richtige bis zur breiten Akzeptanz des heliozentrischen Welt- bilds im 17. Jahrhundert. Seitdem herrscht in unserer Gesellschaft das deterministi- sche, mechanistische Weltbild Isaac Newtons. Danach scheint es keine Realität außer derjenigen zu geben, die physikalisch messbar und mathematisch berechenbar ist. Diese Auffassung von Wirklichkeit dominiert trotz der bahnbrechenden Erkennt- nisse der Quantenphysik noch heute. Für die illusorischen Si- cherheiten, die wir daraus beziehen, zahlen wir allerdings einen hohen Preis. Der Quantenphysiker Erwin Schrödinger (1887- 1961) konstatierte bereits im Jahr 1945, dass es »der Welt der

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NJturwissenschaft an allem [mangelt], was eine Bedeutung in Bezug auf das Bewusste, Anschauende, Wahrnehmende und l:ühlende Wesen hat« (Schrödinger 1989). Naturwissenschaft bnn die Lebendigkeit des Lebens und ihre energetisch-ganz- heitlichen Zusammenhänge nicht erkennen. Das geltende Weltbild entscheidet auch über die Frage, ob es t•ine Seele gibt oder nicht. Rupert Sheldrake und Matthew Fox schreiben dazu in ihrem Buch Die Seele ist ein Feld:

»Die Seele ist das belebende Prinzip, das Prinzip, das Lebendes lebendig macht. Im Griechischen heißt es Psyche. Heute ist für uns die Psyche der menschliche Geist, aber für die Griechen hat- te die Psyche eine viel umfassendere Bedeutung. Sie war das Le- bensprinzip alles Lebendigen, auch der Pflanzen. Der lateini-

Ein Ausgangspunkt für jedes

sche Begriff für Seele ist anima

Nachdenken über das Wesen des Lebens ist der Tod, indem man den toten Körper eines Menschen, eines Tiers oder einer Pflanze mit dem vorausgehenden lebendigen Zustand vergleicht. Die Menge der Materie im toten Körper ist die gleiche wie im leben- den Körper, die Form des Körpers ist die gleiche, und die Chemi- kalien darin sind die gleichen, zumindest unmittelbar nach dem Tod. Aber etwas hat sich verändert. Der naheliegende Schluss ist der, dass irgendetwas den Körper verlassen hat, und da es kaum eine oder gar keine Gewichtsveränderungen gibt, ist das, was den Körper verlassen hat, im Prinzip immateriell. Ahnliehe Ge- danken müssen den Menschen in verschiedenen Kulturen durch den Kopf gegangen sein, da es überall derartige Vorstellungen gibt Die gegenwärtige Verwirrung setzte weitgehend mit der Phi- losophie von Rene Descartes im q Jahrhundert ein. Descartes erklärte, die ganze Natur sei eine Maschine und damit unbeseelt.

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Im Grunde entzog er die Seele der Natur, allen Tieren und Pflan- zen und ebenso dem menschlichen Körper. Davor glaubte man, die Seele durchdringe den ganzen Körper und dieser enthalte verschiedene psychische Zentren. Heute erfahren wir Näheres darüber von der östlichen Philosophie- ich meine die Lehre von den Chakras 6 . Aber im Westen gab es ein ganz ähnliches Ver-

ständnis

Das Herz war ein psychisches Zentrum und ein Zen-

trum der tiefsten Gedanken, wie es dies zum Beispiel noch im-

mer im tibetischen Buddhismus ist. Aber für Descartes und seine Anhänger war es nichts weiter als eine Pumpe, Teil des Mechanismus des Körpers Infolge dieser kartesianischen7 Revolution wurde die Psyche,

die Seele, dem Körper entzogen, und der Körper wurde ein blo-

ßer Mechanismus

Die Seele wurde auf ein kleines Gebiet des

Gehirns beschränkt, und die Materialisten sahen darin nichts

weiter als einen Aspekt der Gehirnfunktionen, der unweigerlich mit dem Tod des Körpers und dem Zusammenbruch der Hirn-

maschine endete

Du stellst die Frage nach einem Leben nach dem Tod,

können

ich glaube, dass wir darüber hinausgelangen

aber wenn wir zu irgendeiner authentischen Seelenerfahrung in diesem Leben gelangen, wie könnte es dann aufhören? Hilde- gard von Bingen hat gesagt: >Keine Wärme geht im Universum verloren.< Ich würde sagen: keine Schönheit geht im Universum verloren

Uns im Westen ist die Bedeutung dessen, was die Seele ist,

verloren gegangen. Sie ist trivialisiert worden: erst war sie die

Der Geschichtsphi-

Zirbeldrüse, dann die Großhirnrinde

losoph Charles Fair hat gesagt, wenn eine Zivilisation nicht mehr weiß, was die Seele bedeutet, zerbricht sie als Zivilisation.

Dies ist das Ende einer Ära. Die gute Nachricht: wir stehen am Anfang einerneuen Ära, wenn wir neue Bilder für die Seele fin-

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Unsere Seelen sind in der kartesianischen Ära ge-

schrumpft

ist in den letzten drei Jahrhunderten passiert. Darum können wir Regenwälder abholzen und unser Nest zerstören. Unsere Seelen sind zu klein. Wir leiden an dem, was Tho- mas [von Aquin] und andere Kleinmut nennen, an einer kleinen Seele, während wir doch alle aus Großherzigkeit da sind. Wir sind da, um eine große Seele zu werden, eine anima magna Die Seele ist nicht im Körper, sondern der Körper ist in der Seele Jean Piaget, der Schweizer Psychologe, hat die Art und Weise untersucht, wie sich kindliche Vorstellungen entwickeln, und in

den

Wir haben unsere Seelen schrumpfen lassen. Das

seinem Buch Der Aufbau der Wirklichkeit beim Kinde weist er da-

rauf hin, dass Kinder bis zum Alter von zehn oder elf Jahren noch glauben, ihre Gedanken würden sich in ihrem Atem, in ihrer Kehle oder um sie herum befinden. Aber dann lernen sie das, was er die >korrekte Anschauung< nennt, nämlich, dass Ge- danken unsichtbare Dinge im Kopf sind. Da noch niemand je- mals einen Gedanken im Kopf gesehen hat, ist dies schon ein

erstaunlicher Glaubensakt, den praktisch unsere gesamte Zivili-

sation für selbstverständlich hält

Die

Seele wird als Ausdruck des totalen Lebendigseins eines Men-

schen verstanden, die von Kraft erfüllt ist Sie [die Seele] ist eine Ganzheit, unsere Seele ist mit der Seele

Tho-

mas [von Aquin] hat gesagt, unsere Seele sei absolut einzigartig für unsere einzigartigen Körper. Entscheidend ist, dass jeder

Mensch absolut einzigartig ist

Wir sollten uns erheben und

lobpreisen, wenn wir uns darüber unterhalten, was Freundschaft ist und was Liebe ist und was Liebende tun - dieses Einander- Durchdringen der Seelen mit Hilfe des Körpers. Das ist doch

von anderen und mit der Welt um uns herum verknüpft

men, dass sich unsere Seele rund um uns herum erstreckt

wenn wir dagegen einräu-

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großartig! Ich glaube, die Engel beneiden uns Menschen, weil wir Körper haben - sie haben keine, und wenn sich zwei Men- schen lieben, flattern die Engel vor Neid mit den Flügeln.« (SheldrakefFox 2001, S. 8df.)

Paradebeispiel für gegensätzliche Weltbilder ist der Umgang mit der Reinkarnation, was wörtlich so viel wie »Wiederfleisch- werdung« heißt. Der Glaube an die Wiedergeburt der Seele wurde von der christlichen Kirche nach mehreren Anläufen beim Zweiten Konzil von Konstantinopel im Jahr 553 als Irr- glaube aus dem christlichen Weltbild verbannt. Heute findet die Vorstellung von einer möglichen Seelenwanderung wieder An- klang, und ein neues Weltbild beginnt sich zu entwickeln. An- dere, zum Teil sehr alte Kulturen in Asien, Amerika, Afrika und Australien, auch die alte jüdische Mystik, Griechen, Römer, Kel- ten und Katharer hatten ein gänzlich anderes Weltbild als unse- re vermeintlich moderne Zivilisation. Zu diesen anderen Welt- bildern gehören Jenseitswelten, die Seelenwanderung zum Zwecke der Vervollkommnung, eine sinnvolle höhere Ordnung und die Mitschöpferkraft des Menschen. In den zahlenmäßig größten Religionen der Welt, Buddhismus und Hinduismus, ist Reinkarnation ein ganz zentraler und selbstverständlicher As- pekt. Der 14- Dalai-Lama kann sich an dreizehn Vorinkarnatio- nen erinnern und die schriftlichen Dokumente darüber detail- liert nachlesen. Er sagt: »Wir sind unzählige Male geboren. Es ist möglich, dass jeder Mensch irgendwann ein Elternteil für uns war. Deshalb haben vermutlich alle Wesen im Universum miteinander Familienbindungen« (Martini 2012). Bisher bezeichnen Wissenschaftler die Erinnerungen an Vor- leben, die aus Nahtoderlebnissen oder Rückführungen stam- men, als »Kryptomnesie<< beziehungsweise »falsche Erinnerun-

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1',1'11«, die aus dem herrühren, was ein Mensch gelesen oder l',l'hört hat. Für Kinder von drei oder fünf Jahren kann das jedoch wohl kaum zutreffen, vor allem wenn ihre Eltern nicht an die Wiedergeburt glauben undjoder nicht darüber sprechen. Die Wissenschaft konnte andererseits bisher nicht erklären, was Be- wttsstsein ist, und auch nicht die Fähigkeit mancher Menschen, sich an objektive Details aus Vorleben erinnern zu können. Für die heute geltende Medizin und Psychologie gibt es zwar 1·ine Psyche, aber keine Seele. Bewusstsein wird auf das Gehirn i>l'schränkt, trotz der Tatsache, dass klinisch Tote mit Herzstill- .o.;tand und Nulllinie im Elektroenzephalogramm reale Wahr- ttehmungen haben können. Auch Blinde konnten in diesem /.ustand sehen, was um sie herum vorging. Von überall auf der Welt wird über Nahtoderfahrungen mit Austritt des Seelenkör- pcrs, Lichttunnel, liebevolle Jenseitsbegegnungen, Erinnerun- gen an Vorleben und nachfolgende positive Lebensveränderun- gen berichtet (Long 2010, MorsefPerry 1994). Seelenlose Wissenschaft tut dies alles ab als Religion, lebhaf- te Fantasie oder als biochemische Prozesse. Vor einigen Jahren glaubten Neurowissenschaftler, einen »God-Spot« im rechten Schläfenlappen des Gehirns gefunden zu haben, der bei religi- ösen und mystischen Erfahrungen aktiv sei. Manche dachten dann tatsächlich, dass jede religiöse Empfindung von dieser Ge- hirnwindung verursacht würde und nur ein neurochemischer Prozess wäre. Inzwischen haben weitere Studien bei religiösen Gefühlen und Gedanken die Beteiligung von zwölf Gehirnbe- reichen gefunden. (Andererseits wird geschätzt, dass wir bis- lang nur fünfbis sieben Prozent unseres Gehirn- und Bewusst- seinspotenzials nutzen.) Nahtoderfahrungen werden jedenfalls immer noch von den meisten Wissenschaftlern auf neurologi- sche Funktionen zurückgeführt.

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Provokantes Gegenargument hierzu sind die Studien von R. Lewin (1980) und J. Lorber (1984) zu über 250 Menschen mit Hydrocephalus (Wasserkopf). Ein Großteil von ihnen lebtetrotz sehr wenig funktionierendem Gehirn völlig normal und hatte einen durchschnittlichen Intelligenzquotienten (IQ). Manche hatten sogar einen hohen IQ (Wilcock 2011). Die Studie wurde heftig diskutiert, weil man im kausalen, mechanistischen Den- ken stecken bleibt und weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Der Neurochirurg Dr. Eben Alexander hatte Berichte von Nah- toderfahrungen auch nur mit Gehirnaktivitäten erklärt, bis er selbst wegen einer Hirnhautentzündung sieben Tage im Koma lag. Wahrend seine Großhirnrinde (Bewusstseinsfunktion) nach Computertomografie und neurologischen Untersuchungen völ- lig ausgeschaltet war, erlebte er sich völlig bewusst in einer lie- bevollen Jenseitswelt (Alexander 2012). Worin liegt also die Grundlage der in so zahlreichen Aspekten übereinstimmenden Nahtoderfahrungen vieler Tausender Menschen, und zwar un- abhängig von Land, Kultur, Religion, Alter und sozialer Schicht? Dr. Jeffrey Lang und Paul Perry schreiben in ihrem sehr über-

zeugenden Buch mit dem Titel Beweise für ein Leben nach dem

Tod, dass Wahrnehmungen und Erlebnisse beim klinischen Tod (Nahtoderfahrungen) in allen Kulturen der Welt auftreten und dass diese ein Leben nach dem irdischen Tod in einem Sein in Licht, Frieden und Verbundenheit plausibel machen (LongjPer- ry 2010). Besonders überzeugend sind die Berichte kleiner Kin- der über ihre Jenseitserfahrung, entweder spontan oder nach einem Nahtoderlebnis. Meist unter fünf Jahre alt, haben sie in diesem Leben weder etwas darüber gehört noch gelesen (Bow- man 2012). Dr. Pim van Lommel nimmt aufgrundseiner klini- schen Erfahrung mit Nahtodphänomenen ein umfassendes Be- wusstsein jenseits des Gehirns im nichtlokalen zeitlosen Raum

.111. Sein Ansatz baut eine Brücke zwischen Gehirn, Quanten- pllysik, Bewusstsein und Seele. Weitere Arbeiten auf diesem <;,·biet könnten revolutionäre Erkenntnisse erbringen und zu ''Illern Paradigmenwechsel in den Naturwissenschaften führen. l'rofessor Ian Stevenson, Lehrstuhlinhaber für Kinder- und Ju- 1'·' ·ndpsychiatrie an der Universität von Virginia, ist der weltweit .llll'rkannteste Forscher nach möglichen Reinkarnationsbewei- ·:t'll. Er dokumentierte anhand zahlreicher Fälle zweifelsfrei, d;1ss das menschliche Bewusstsein wiederholt in einen Körper t'lll tritt. Seine sorgfältigen, beweiskräftigen Dokumentationen 111iissten auch Skeptiker überzeugen, wenn sie sie denn zur Kt·nntnis nähmen (Stevenson 2003, 2011). Michael Newton führte mit Tausenden von Menschen spiri- ltwlle Rückführungen durch. Fast alle erinnerten sich an das lt·ben zwischen den Leben (Newton 1996, 2001, 2009). Damit ,·ntfaltete sich für ihn eine Landkarte der geistigen Welt:

»in der Einführung in >Die Reisen der Seele< gebe ich einen

überblick über meinen Hintergrund als traditioneller Hypno- therapeut und schildere meine Skepsis, die ich bei der Verwen-

dung von Hypnose im Rahmen metaphysischer Rückführungen

empfand. Im Jahre 1947 hypnotisierte ich als 15-Jähriger meinen ersten Klienten. Damit gehöre ich definitiv zur alten Garde, nicht

zur New-Age-Bewegung. Ich war sprachlos Nach weiterer jahrelanger Forschungstätigkeit sah ich mich schließlich in die Lage versetzt, ein plausibles Modell der geisti-

gen Welt herauszuarbeiten, und ich erkannte, welchen therapeu- tischen Wert dieser Prozess für einen Klienten haben kann. Mei- nen Erkenntnissen gemäß spielte es keine Rolle, ob es sich bei dem Betreffenden um einen Atheisten, einen tiefreligiösen Men-

schen oder den Anhänger eines philosophischen Systems han-

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delte - alle Berichte wiesen erstaunliche Übereinstimmungen auf, sobald sich meine Klienten im überbewussten Zustand der Hypnose befanden. Aus diesem Grund wurde aus mir das, was

ich mit dem Begriff >spiritueller Reinkarnationstherapeut< be- zeichne, also ein Therapeut, der sich auf das Leben nach dem

Je mehr Fälle ich in meiner Praxis studie-

ren konnte, desto stärker wurde ich von den Geheimnissen der

geistigen Welt in den Bann geschlagen

spezialisierter Erforschung der geistigen Welt arbeitete ich prak·

ich machte sogar einen weiten Bogen

um esoterische Buchhandlungen, da ich eine potenzielle Beein-

flussung durch andere Autoren ausschließen wollte.« (Newton

tisch im Verborgenen

Während dieser Jahre

Tod spezialisiert hat

2001, S. u f.)

Das Lebenswerk von Michael Newton und das von Ian Steven- son finden leider noch nicht die Beachtung, die sie verdient hät- ten. Ganz im Gegenteil: Trotz der unzähligen Berichte über Nahtoderfahrungen bleibt unsere westliche Kultur dem materi- alistischen Weltbild verhaftet, das nichts zulässt, was dieses Ge- dankengebäude erschüttern könnte. Nach einem Artikel in der Zeitschrift Nature verneinen heute 93 Prozent der bekanntes- ten, führenden Wissenschaftler der Welt jede Form von Religio- sität oder Spiritualität (LarsonfWitham 1998). In der gleichen Umfrage von 1914 glaubten noch knapp dreißig Prozent an Gott, und 35 Prozent konnten sich ein Weiterleben der Seele nach dem Tod vorstellen. Bei Medizinern ist dieser Prozentsatz deutlich höher als bei anderen Wissenschaftlern. Der Quanten- physiker Werner Heisenberg soll gesagt haben, der erste Schluck aus dem Becher der Naturwissenschaften führe zum Atheismus, doch auf dem Grund warte Gott. Max Planck drück- te es so aus:

>>So sehen Sie, wie in unseren Tagen, in denen man nicht mehr an den Geist als den Urgrund der Schöpfung glaubt und darum in bitterer Gottesfeme steht, gerade das Winzigste und Unsicht- bare es ist, das die Wahrheit wieder aus dem Grabe materialisti- schen Stoffwahns herausführt, und wie das Atom der Mensch- heit die Türe öffnet in die verlorene und vergessene Welt des Geistes.« (Archiv zur Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft)

Die großen Quantenphysiker waren immer schon viel weiter ;ds die sogenannte »Mainstream-Wissenschaft«, wie sie auch in 11 nseren Tagen noch vorherrscht. Für den Mediziner Dr. Bemie Siegel (2003) sind viele Menschen ihren Überzeugungen regel- recht verfallen. Er meint, dass sie sich wie Süchtige verhalten, wenn man sie von anderen, neuen Dingen überzeugen will. Vermutlich ist es die Angst vor dem Unbekannten, vor allem vor dem Tod. Wir nennen solche tief eingeprägten und weitver- breiteten Überzeugungen »Paradigmen«. Sie beherrschen das jeweils gültige Weltbild und das Allgemeinwissen einer Kultur. Nach Max Planck haben neue Paradigmen nicht dadurch eine Chance, sich durchzusetzen, weil die Vertreter von festen Über- zeugungen nachdenken und ihre Meinung ändern würden, sondern nur dadurch, dass sie aussterben. Rupert Sheldrake und Matthew Fox schreiben zu diesem Thema:

>>Paradigmen sind tatsächlich Gewohnheiten. Es sind Denkge- wohnheiten. Sie sind so tief verankert, dass sie für Individuen wie für eine ganze Kultur zur Gewohnheit werden, wie etwa die Tatsache, dass zehn- oder elfJährige Kinder in unserer Kultur es akzeptieren, dass Gedanken in unserem Kopf sind, weil sie das in der Schule und von ihren Eltern beigebracht bekommen und es eine allgemein verbreitete Annahme ist. Im frühen 17. Jahr-

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hundert war dies eine exzentrische philosophische Theorie. Heute ist es ein Paradigma unserer ganzen Kultur. Diese Dinge werden tief verwurzelte Gewohnheiten, und wir übernehmen sie immer früher, und das heißt, es fällt uns immer schwerer, sie zu überprüfen. Genauso wie wir uns unserer wis· senschaftliehen und philosophischen Paradigmen bewusst wer· den müssen, bevor wir sie ändern können, müssen wir uns auch unsere Gewohnheiten bei emotionalen und sozialen Reaktionen bewusst machen, bevor wir davon lassen können.« (Sheldrakej

Fox 2001, S. 101)

Wirklichkeit ist für die jeweils gültigen Naturwissenschaften immer das, was technisch gemessen und mit dem bisherigen Wissen erklärt werden kann. Daran gibt es auch grundsätzlich nichts auszusetzen. Bemängelt werden muss allerdings, dass die etablierte Wissenschaft in auffallender Weise bestimmten Fachgebieten gegenüber ihre grundsätzliche Unvoreingenom- menheit und Offenheit vermissen lässt, obwohl diese neben der Neugier die wichtigsten Grundlagen von Wissenschaft über- haupt sind! Die Reinkarnation steht hier nicht allein im Abseits. Homöopathie, Astrologie, Akupunktur und andere Gebiete sind ebenfalls mit dem Etikett »Unwissenschaftlich« abqualifi- ziert. Die Argumente dafür sind jedoch oftmals derart unlo- gisch und unwissenschaftlich, dass sie schon ans Lächerliche grenzen. Selbst innerhalb der etablierten Wissenschaft gibt es immer wieder Meinungen, die mit dem Mainstream nicht konform ge- hen und daher gern ausgegrenzt werden. Etablierte Institutio- nen werden also immer bestrebt sein, das herrschende Welt- bild, von dem sie ja profitieren, zu untermauern und Neues zu ignorieren oder gar zu vernichten. Die nüchterne Wahrheit je-

doch ist: Es gibt keine allgemein gültige, immer währende, ob-

1' ·ktive und damit unveränderliche Wirklichkeit.

lichkeit gehalten wird, definiert sich immer durch die Summe

\'()n Übereinkünften aus gemachten Erfahrungen, übernom- lll<'nen Informationen und angelerntem Wissen. Nach van l.ornmel

Was für Wirk-

>>müssen die heutigen Wissenschaftler ihre Annahmen über das Wesen der wahrnehmbaren Wirklichkeit einer erneuten Prü- fung unterziehen. Denn die derzeitigen Vorstellungen haben zu einer Vernachlässigung oder Leugnung wichtiger und bisher un- beantworteter Fragen zum Bewusstsein geführt.« (Van Lommel

2011, S. 357)

111 vielen spirituellen Traditionen existiert und zeigt sich die Welt als das, wofür sie gehalten wird. Das, woran wir glauben, 111anifestiert sich. Stellen Sie sich einmal vor, dass unsere alltäg- liche, gewöhnliche Wirklichkeit so etwas wie ein Traum sein könnte, den wir alle gemeinsam träumen und aus dem wir 11achts im Traum erwachen. So glauben es die australischen Ab- origines. Glaube versetzt Berge, das wusste man schon vor mehreren lausend Jahren. Glaubenskraft ist die machtvollste Schöpfer- kraft. Heute ist in Studien nachgewiesen, dass Gefühl und Ab- sicht Realität, ja sogar Materie erschaffen. Der Naturwissen- schaftler und Quantenphilosoph Ulrich Warnke schreibt dazu:

,, Realität kann nur und ausschließlich durch die Brille unseres Ceistes erkannt werden. Damit ist jede Existenz in Raum und

Demnach gibt es keine objektive

Physik, sondern nur einen Konsens über Erfahrungen« (Warn-

'/.eit ein geistiges Konstrukt

ke 2011, S. 135). Und des Weiteren:

»Fester, unumstößlicher Glaube dagegen ist körpereigenes Wis-

sen. Alle Funktionen des Körpers stellen sich auf das Ereignis

Die Macht des Glaubens ist also tägliche Erfahrung, aber

-und das ist sehr wichtig: Erfahrung ist das Regulativ des Glau-

bens, und Erfahrung beruht auf Bewusstsein

sich zusammen aus dem Willen, eine bestimmte Situation ge- nauer zu betrachten, und aus einem diese Situation bewerten- den Gefühl. Insgesamt entspricht er dem Geben von Sinn und Bedeutung. Werden die Dinge positiv betrachtet, spricht man von Placebo (lat. >Ich werde gefallen<), werden sie negativ bewer- tet, von Nocebos. Nocebo (lat. >Ich werde schaden<) ist der gegen- teilige Effekt des Placebos.« (Warnke 2011, S. 35 ff.)

Der Glaube setzt

ein

Jeder Mensch hat unterschiedliche Persönlichkeitsanteile, un- ter anderen auch einen »Kleinen Glaubenden« und einen »Klei- nen Zweifelnden«. Beim Lesen dieses Buchs sind in Ihrem In- neren sicherlich beide aktiv. Sie profitieren am meisten, wenn Sie es mit der Bereitschaft lesen, die Berichte glauben zu wollen oder wenigstens unbekannte Wirklichkeiten für denkbar zu halten. Damit verändern Sie die Beziehung zwischen Ihrem »Kleinen Glaubenden« und Ihrem »Kleinen Zweifelnden« in eine für Sie wohltuende, nützliche Richtung. Für Vera F. Birkenbihl, die sich für das »gehirn-gerechte Ler- nen« einsetzt, ist das Denken unglaublicher Dinge das beste Anti-Alzheimer-Training:

»In Alice im Wunderland sagt Alice zur weißen Königin: >Aber das ist ja unglaublich!< Die weiße Königin antwortet: >Mein Kind, du scheinst darin keine Übung zu haben. Man muss trai- nieren, unglaubliche Dinge zu denken. Als ich in deinem Alter war, habe ich das trainiert. Und manchmal schaffte ich es noch

vor dem Frühstück, sechs unglaubliche Dinge zu denken.<« (Bir-

kenbihl1996)

Ich lade Sie ein, unglaubliche Dinge zu denken. Kommen Sie 111 it auf die Seelenreise in das Leben zwischen den Leben. Seien Sie neugierig auf die faszinierenden Berichte. Die erste wichti- ge Station ist der Moment der Inkarnation der Seele in den Kör- per. Von hier aus gehen wir durch den Tunnel der Zeitlosigkeit 111 ein bedeutsames Vorleben. Dort schauen wir uns zwei bis drei Lebensstationen an. Wir betrachten die letzten Minuten dieses Lebens. Nach Ablösung der Seele vom physischen Kör- per und von der irdischen Raum-Zeit-Dimension führt die Rei- se in eine jenseitige nichtstoffliche Welt, in der Zeit, Distanz

Rolle mehr spielen. Sie wird nahezu

immer als wohltuend und friedlich erfahren. Sie dürfen staunen über den einfachen, befreienden Über- gang in eine lichte Dimension, geprägt von Leichtigkeit, Heiter- keit und Freiheit. Sie erfahren dort von Begegnungen mit rreundlichen Seelenführern, die dem Menschen als geistige Iielfer, Berater und Freunde zugetan sind. Lassen Sie sich be- t•indrucken von den liebevollen, hilfreichen, manchmal witzi- gen Antworten auf die ihnen gestellten Lebensfragen. Vielleicht rreuen Sie sich mit am Wiedersehen mit Seelengefährten. Sie erfahren, wie diese sich in einem Seelenspiegel erkennen und wie bewegend alle diese Erinnerungen für die Reisenden sind. Vielleicht erinnert sich Ihre Seele auch an sich selbst, während Sie die Berichte lesen. Ich wünsche Ihnen, sich darüber bewusst zu werden, dass Ihre Seele einzigartig ist, unzerstörbar, gut und machtvoll. Dass sie mit besonderen Talenten, einer Vision und Lebensaufgabe inkarniert ist. Dass sie verbunden ist mit anderen Seelen, mit

11 nd lineare Abfolge keine

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der Natur, der Erde, dem Kosmos und mit einer göttlichen Schöpfungsquelle. Diese Verbundenheit lässt sich inzwischen auch wissenschaftlich erklären, denn das 99-Prozent-»Vakuum« ist ein Feld, das sich nicht abgrenzen lässt von der Umgebung. Es verbindet sich mit allem, über alle Raum-Zeit-Grenzen hin· weg, mit anderen Dimensionen, mit dem eigenen Ursprung und Ziel. In Übereinstimmung mit Thomas H. Huxley (1825-1895) empfehle ich Ihnen deshalb:

»Setz dich hin vor die Tatsachen wie ein kleines Kind. Sei bereit, alle vorgefassten Meinungen aufzugeben, folge demütig der Na- tur, wohin und zu welchen >Abgründen< sie dich auch führen mag, denn sonst erfährst du nichts!«

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Kapitel 2

Rückführungen und Seelenreisen in das Leben zwischen den Leben

Des Menschen Seele I Gleicht dem Wasser.

Vom Himmel kommt es, I Zum Himmel steigt es,

muss es.

Ewig wechselnd.

johann Wolfgang von Goethe

Und wieder nieder 1Zur Erde

Gewiss bin ich so wie jetzt schon tausendmal zuvor hier gewesen, und ich hoffe, noch tausendmal wiederzukehren.

Johann Wolfgang von Goethe

I>ie Seelenreise in das Leben zwischen den Leben (LZL) ist eine t·inmal stattfindende Sitzung mit großem Potenzial für Hei- l~tng, Seelenentfaltung und Transformation. Sie wird unter An- ll·itung eines ausgebildeten LZL-Therapeuten in tiefer hypno- llterapeutischer Entspannung durchgeführt. Diese Methode bedeutet einen Durchbruch zur Erforschung unserer Existenz, weil sie im Gegensatz zur einfachen Rückführung in ein Vorle- l)('n den Zugang zur Seelenidentität im Leben zwischen den l.!'ben ermöglicht.

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In der Seelenreise führen wir den Klienten in tiefe Trance, bei der er jedoch bewusst bleibt, und dann zunächst in einige Situationen eines bedeutsamen Vorlebens. Die Erinnerungen kommen als innere Bilder, Körperempfindungen, Gefühle, Ge- danken oder intuitives Wissen. Oft ist es, als ob man Ausschnit- te eines Archivfilms anschaut. Wir begleiten den Klienten durch die Todeserfahrung am Ende dieses Vorlebens. Diese wird im- mer als leicht und befreiend erinnert. Die Seele löst sich vom physischen Körper und gleitet aus der irdischen Raumzeit in eine nichtstoffliche Dimension, in der es keine Zeit, keine Ent- fernung und keine lineare Abfolge mehr gibt. Der Seelenreisen- de erfährt sich dort in einem viel weniger dichten, leichteren Seelenkörper, der sich ausdehnen, frei und schwerelos herum- schweben und sich augenblicklich irgendwohin ))beamen« kann. Diese immaterielle Dimension wird als hell, friedvoll und heiter erlebt und oft als Seelenheimat beschrieben. Hier begeg- net er seiner individuellen Seelenführung (auch ))Geistfüh- rung« genannt) und seinen Seelengefahrten. Er bekommt Ant- worten auf seine Lebensfragen, erinnert seinen Seelenursprung in einer einheitlichen Energiequelle und erfährt seine einzigar- tige Seelenidentität Die Seelenreise ist als Methode risikolos, leicht und ange- nehm. Ihre Bekanntheit nimmt seit den letzten Jahren schnell zu und breitet sich rund um die Welt aus. Sie ist schon deshalb ein Durchbruch, weil sie dem Reisenden einen eigenen Zugang zu seinem höheren Selbst 8 und zur geistigen Welt ermöglicht. Er empfängt selbst Informationen und bekommt direkt Ant- worten von seiner Seelenführung. Weder ein Therapeut noch ein Lehrer oder Medium gibt von außen etwas ein. Alle Erinne- rungen und Informationen werden aus seinem Seelengedächt- nisspeicher abgerufen.

Die Methode funktioniert völlig unabhängig von religiösen, spirituellen oder weltanschaulichen Orientierungen. Ein areli- l~iöser Mensch kann genauso davon profitieren wie ein Christ, Buddhist oder Muslim. Insofern steht sie über allen Religionen 11nd Traditionen, wirkt im Gegenteil verbindend, weil sie auf die Quelle zurückführt, die allen gemeinsam ist. Der Schlüssel für den Erfolg der Methode ist die Tiefe der Trance und die Dauer der Sitzung von drei bis vier Stunden.

Gedächtnis, Hypnose und Trance

Außer dem persönlichen Gedächtnis für Ereignisse in diesem Leben gibt es offenbar auch ein Seelengedächtnis. Darin sind Jlle Erinnerungen der Seele gespeichert- an frühere Leben, an die Seelenexistenz in einer nichtstoffliehen zeitlosen Dimensi- on, dem Leben zwischen den Leben, an freundliche Seelenfüh- rer und eine Seelengruppe, mit denen wir schon immer ver- bunden waren. Diese Seelenerinnerungen sind nicht im Bewusstsein oder Unterbewusstsein gespeichert. Das Unterbe- wusstsein enthält vergessene und verdrängte Erinnerungen an Erfahrungen aus dem jetzigen Leben wie frühe Kindheitserleb- nisse oder Traumata. Seelenerinnerungen sind dagegen im Überbewusstsein gespeichert. So haben wir ein persönliches Ich-Gedächtnis (Ego) und ein Gedächtnis des Seelenselbst Die Gedächtnisforschung unterscheidet zwischen einem ex- pliziten und einem impliziten Gedächtnis. Das explizite Ge- dächtnis erinnert konkrete Details wie Zahlen und Namen, das implizite Gedächtnis erinnert das gefühlte Gesamterleben. Ex- plizite Erinnerungen sind konkret, detailliert, meist schwieriger abzurufen als implizite Erinnerungen und sehr fehleranfällig

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(false-memory syndrome). Bei Rückführungen bekommen wir auf Fragen nach genauen Daten, wie zum Beispiel nach voll- ständigen Namen, Jahreszahlen oder Ortsangaben, häufig kei- ne, ungenaue oder irrtümliche Informationen. Das implizite Gedächtnis ist verlässlicher, weil es die Gefühle und die Gesamterfahrung speichert. Vermutlich gilt dieser Unter- schied nicht nur für das persönliche Ich-Gedächtnis, sondern auch für das Seelengedächtnis. Das Überprüfen von Erinnenm- gen an frühere Leben ist bekanntlich schwierig. Die Objektivie- rung gelingt selten, was unter anderem am schwachen Detailge- dächtnis liegt. Dagegen sind die häufigen spontanen Erinnerungen an Vorleben von Kindern oft detailgenau und gut überprüfbar, vor allem in asiatischen Ländern (Stevenson 2003, 2011). Zugang zum Unterbewusstsein und Überbewusstsein be- kommen wir nicht durch normales Nachdenken und Erinnern, sondern nur bei körperlicher Entspannung und mentaler Ge- löstheit. Dies lässt sich besonders leicht durch hypnotische Trance herstellen. Hypnose, gleich ob Fremd- oder Selbsthypno- se, funktioniert über Bewusstseinslenkung, und hypnotische Trance ist ein natürliches, alltägliches selbsthypnotisches Phänomen. Bei allen routinierten Tätigkeiten, wie beim Spülen, Bügeln oder Autofahren, gehen wir in eine leichte Entspan- nungstrance. Auch bei der Wahrnehmung rhythmischer Bewe- gung - wie beim Tanzen, Beobachten eines Uhrzeigers oder Pendels, Spüren des Atems oder Pulses, Musikhören -, versun- kenen Spielen oder Meditieren können wir in leichte oder auch tiefere Trance gleiten. Trance ist ein gegenüber dem aktiven Wachzustand veränder- ter Bewusstseinszustand. Im normalen Tagesbewusstsein ver- richten wir die alltäglichen Dinge und denken logisch. Das zeigt sich an Beta-Gehirnwellen im EEG (Elektroenzephalogramm).

Die langsameren Alpha-Wellen bedeuten entspannte Wach- heit und zweckfreies Tun, Zustände von Langeweile, beim Einschlafen, während bestimmter Phasen des Schlafs und der Träume. Der obere Frequenzbereich der Alpha-Wellen ent- spricht einem Entspannungszustand mit fokussierter Aufmerk- samkeit, in dem Intuition, Kreativität und Erinnerungsaktivitä- ll'n intensiviert sind. Der bewusste Verstand ist abgelenkt, sodass das Unterbewusstsein zugänglich wird. Dr. Ernest Rossi, amerikanischer Hypnotherapeut und Schü-

h von Milton Erickson, erforschte viele Jahre lang den 24-Stun-

den-Rhythmus der menschlichen Gehirnwellen: Spätestens alle t)O Minuten braucht der Organismus einen 15- bis 20-minütigen 1\lpha-Zustand, um langfristig gesund zu bleiben. Unser Körper kündigt diese Phase an durch Müdigkeit, Gähnen, Unkonzent- riertheit, Unruhe, Hunger oder Harndrang. Sie sind notwendig li1r Stressabbau, Produktion von Enzymen und Hormonen, zur lü·paratur von Zellen und Genen. Dieser Rhythmus setzt sich wihrend der traumlosen Phasen des Schlafs fort (Rossi 2007). In den tiefen Schlafphasen zeigen sich dagegen überwiegend l>elta-Wellen. Der obere Alpha-Bereich ist noch tranceartig, der

1111tere Alpha-Bereich bedeutet schon eine tiefere Trance. Hier- lwi ist der Verstand noch mehr ausgeschaltet, und die Bereiche d!'s Überbewusstseins werden zugänglich. Weit zurückliegende l·:rinnerungen können wir nur im Alpha- oder Theta-Zustand .d1rufen. In tiefer Trance dominieren Theta-Wellen, die wir auch ,.i11en »hypnagogen9 Bewusstseinszustand« nennen. Durch ihn l'.leiten wir zweimal täglich während des Einschlafensund Auf- w;lchens, leider meist nur für wenige Momente. Wir könnten d111 kreativer nutzen, da hier Problemlösungen, Geistesblitze, Visionen, Inspirationen und Eingebungen wie angeflogen kom-

llll'n.

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Wir wissen inzwischen ziemlich sicher, dass die meisten Er- innerungen, einschließlich derjenigen aus früheren Leben, in Teilen unseres Bewusstseins gespeichert werden, die für den aktiven Verstand nicht frei zugänglich sind, nämlich im Unter- beziehungsweise Überbewusstsein. Diese Bereiche sind nicht vom gewöhnlichen Wachbewusstsein aus erreichbar, sondern nur in leichter oder tiefer Entspannung und Trance. Das Unter- bewusstsein enthält detaillierte Erinnerungen unseres jetzigen Lebens vom Mutterleib bis zur Gegenwart. Die Erinnerungen bilden sich im Gehirn ab, das hierfür eine Art Schaltzentrale darstellt. Sie sind jedoch gleichzeitig in das Gedächtnis der Kör- perzellen eingeprägt. Das Überbewusstsein ist der Bereich, der alle Erinnerungen der Seele gespeichert hält, an frühere Leben und Existenzen zwischen den Leben in anderen Dimensionen. Es gibt verschiedene Methoden, Erinnerungen aus Vorleben abzurufen. Die zuverlässigsten und am besten dokumentierten sind diejenigen in Hypnose. Die für die Seelenerinnerungen notwendige Alpha- und Theta-Trance können wir am besten mit Hypnotherapie einleiten: wir geben hypnotische Suggestio- nen, zum Beispiel von körperlicher Entspannung, Imaginatio- nen von einem schönen Platz in der Natur oder von einem in- neren geborgenen Raum. Wir wenden Altersregression (siehe unten) und andere spezifische Hypnosetechniken an. Auch die besondere Hypnosestimme dient dazu, das Alltagsdenken mit seiner Fokussierung auf äußere Eindrücke abzuschwächen und in den Hintergrund treten zu lassen. Stattdessen stärken wir die Empfänglichkeit für die überbewusste Erinnerung an andere Seinszustände und Dimensionen. Damit kann sich das Bewusstsein vom Körper lösen und den Seelenzustand in anderen Zeiten, Räumen und Dimensionen erfahren. Die Alltagspersönlichkeit wird sozusagen abgelegt,

so

und das Seelenbewusstsein dehnt sich über die normalen Raum-Zeit-Begrenzungen hinaus aus. So können mit fachli- cher Anleitung Erinnerungen aus bisher unzugänglichen Ebe- nen abgerufen werden. Bei der Seelenreise aktivieren wir zu- nächst schöne Kindheitserinnerungen, die wir als Ressourcen verankern. Dann rufen wir vorgeburtliche Wahrnehmungen ab und Erinnerungen an den Moment der Inkarnation der Seele. Sodann führen wir den Klienten zurück in bedeutsame Situati- onen in einem früheren Leben. Schließlich begleiten wir ihn Jurch den Tod hindurch in das Leben zwischen den Leben. Ob diese Ebene der fünften, sechsten oder höheren Dimensi- on angehört oder einer sonstigen Parallelwelt, wissen wir nicht. Wir können nur aus den konsistenten Erinnerungen vieler tau- send Menschen schließen, dass sie existiert und wie sie erfah- ren wird. Andere Dimensionen und Jenseitswelten werden ;tuch bei außerkörperlichen Erfahrungen, Astral- (Buhlmann wo3) oder transpersonalen Reisen beschrieben. Ein Pionier, der hierzu ein Lebenswerk hinterließ, war Robert Monroe (2.005, 2oo6). Auch bei Nahtoderfahrungen (Moody 2001, 2011, MorsejPerry 1994, van Lommel 2011) und nachts im Schlaf rei- Sl'n wir geistig in andere Dimensionen. Letzteres bleibt jedoch 111eist unbewusst und ist daher nicht lenkbar oder bewusst nutzbar. Die Vorteile der Seelenreisen in das Leben zwischen den Le- lll·n mit hypnotherapeutischer Begleitung liegen darin, dass die Methode risikolos ist, die Reisenden bei vollem Bewusstsein bleiben, die Erfahrung steuerbar ist und eine Zielorientierung

hat.

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Die Rückführung in frühere Leben

Durch die sogenannte Altersregression führen wir Klienten mittels hypnotischer Suggestionen und körperlicher Entspan- nungstechniken in die Vergangenheit zurück, um in Alpha- Trance Erinnerungen aus dem Unbewussten an diese frühere Zeit zu aktivieren. Altersregression ist eine seit langem ange- wandte und bewährte Technik. Sie ist vor allem dann hilfreich, wenn in einer Therapie oder in einem Heilungsprozess Details aus der Kindheit benötigt werden, die jedoch nicht im norma- len Wachbewusstsein erinnert werden können. In Einzelfällen wurde durch eine Rückführung sogar ein Gedächtnisverlust (Amnesie) aufgelöst. Die Rückführung in ein Vorleben (Past-Life Regression [PLR]) verlängert sozusagen die Altersregression zeitlich noch weiter rückwärts. Der Klient wird angeleitet, sich an bedeutsame Situa- tionen in einem früheren Leben zu erinnern. Manchmal kommt es während einer Altersregression in die Kindheit zu spontanen Rückführungen in ein Vorleben. Das war der Fall in der Praxis von Dr. Michael Newton und Dr. Brian Weiss, dem weltweit be- kannten OS-amerikanischen Psychiater, Rückführungstherapeut und Autor (Weiss 2005). Auch in meinen Körpertherapiesitzun- gen mit Klienten tauchten unbeabsichtigt spontane Erinnerun- gen an Situationen in einem ihrer früheren Leben auf. Rückführungstherapie ist zwar offiziell nicht als therapeuti- sche Methode anerkannt, doch inzwischen ziemlich bekannt und etabliert. Ursula Demarmeis trug mit ihrem Buch Wer war ich im Vorleben? und durch ihre TV-Sendungen mit historisch belegbaren Fällen viel dazu bei (Demarmels 2007). Auf folgenden Wegen können Erinnerungen an frühere Le- ben aktiviert werden:

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Spontane Rückerinnerung: Sie ist besonders häufig bei Kin- dem, vor allem in asiatischen Ländern, mit konkreten Details aus einem Vorleben. Am bekanntesten ist hier das Lebens- werk von Ian Stevenson. Er untersuchte und überprüfte Tau- sende von Kindern mit spontanen, detaillierten Rückerinne- rungen an ein Vorleben (Stevenson 2003, 2011). Traum: Erinnerungen aus Vorleben tauchen vermutlich re- gelmäßig in Träumen auf. Doch sind sie für gewöhnlich we- nig einschätzbar und nutzbar. Dqa-vu-Erlebnis: das starke Empfinden, früher schon einmal an genau diesem Ort gewesen zu sein, wo man jetzt ist, ge- nau diesen Menschen schon einmal getroffen oder eine Situ- ation wie die jetzige erlebt zu haben. Flashback: verschieden vom Deja-vu-Erlebnis und viel selte- ner. In manchen Momenten kann ein lebhafter Flashback aus der Szene eines Vorlebens auftauchen und für einen Mo- ment die Grenzen zwischen jetzt und damals verschwimmen lassen. Meditation: Einige Meditationstechniken führen in eine Tran- cetiefe, in der Erinnerungen aus der Kindheit oder Vorleben aktiviert werden können.

Körpertherapie und Energiearbeit: Sie aktivieren ebenfalls und

sogar recht häufig Erinnerungen aus der Kindheit oder aus früheren Leben, weil mit diesen Methoden das Körperzellge- dächtnis direkt angeregt wird.

Hypnotherapeutische Rückführung: Sie ist die sicherste und zu-

verlässigste Technik, weil die Trancetiefe professionell einge- leitet und aufrechterhalten wird.

I'Ür viele Menschen wurde eine Rückführung zum Schlüssel, mit dem Phobien, Ängste, Depressionen oder Körpersymptome ge-

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löst werden konnten. Sie half so manchem, eine eigene Erkran- kung zu verstehen und einen Sinn in Schicksalsschlägen zu fin- den. Das Heilsame daran ist das gefühlte Erinnern und bewusste Wiedererleben der karmisch zugrunde liegenden Erfahrungen. 10 Eine Rückführung ist allerdings nicht für jeden Menschen möglich und auch nicht für jeden hilfreich. Was die Anzahl der Sitzungen betrifft, so halte ich nur drei insgesamt für sinnvoll, damit sie nicht zum Selbstzweck werden: eine Inkarnation als Opfer, eine als Täter und eine angenehme Inkarnation. Dabei ist die Erinnerung an eine Taterinkarnation besonders heilsam, weil sie in hohem Maße Selbstvergebung und Vergebung be- wirkt. Tatsächlich tragen wir sämtliche ungelösten Themen und Entwicklungsaufgaben im Hier und Jetzt in uns. Bei der Rück- führung geht es in erster Linie darum, durch das besondere Wiedererleben den Bann des Vergessens zu durchbrechen. Es führt zum umfassenderen Verständnis für sich selbst und für den eigenen Seelenweg. Jeder Mensch hat Dutzende oder Hunderte von Leben gelebt. Sie sind wie Perlen an einem Band aufgereiht. Und so können wir uns wie einen Schauspieler betrachten, der in seinen Leben unterschiedliche Rollen spielt. Wir fragen uns: >>Wer ist der Re- gisseur hinter diesen Rollen? Was hält die Perlen zusammen? Wie ist die Essenz und Energie dieser Seele? Gibt es eine Exis- tenz zwischen diesen Leben?«

Unterschiede zwischen den Rückführungen

Es bestehen Unterschiede zwischen der Rückführung in Vorle- ben und der spirituellen Rückführung mit Seelenreise in das Leben zwischen den Leben. Die einfache Rückführung erforscht

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1111 r die irdischen Vorleben. Die LZL-Seelenreise hingegen er- k11 ndet die unsterbliche Seelenidentität in der geistigen Welt 1111d den gesamten Seelenweg. Sie erfordert eine viel tiefere hyp- llotische Trance und nutzt die Todeserinnerung als Tor in die wnseitige Welt. Die Rückführung in ein Vorleben aktiviert oft nur kurze Erin- lll'rungsmomente oder Einblicke in Lebenssituationen. Manch- lila! geben diese Rückführungen einen Überblick über das da- ' nalige Leben, doch die meisten vermitteln keine oder wenig 1lt'taillierte Erinnerungen an die Todeserfahrung. Häufig springt ~;Ltttdessen die Erinnerung des Klienten in ein zweites oder drittes Vorleben. Einblicke in die jenseitige Dimension und Weiterexistenz der Seele fehlen in der Regel oder sind allenfalls kurz und bruchstückhaft. Nur mit der Seelenreise in das Leben zwischen den Leben ist t·ine intensive Heilungsarbeit an Selbstwert und Selbstliebe lttöglich. Dafür braucht es die spirituelle Ebene mit Erinnerung .111 die Seelenexistenz in einer friedvollen geistigen Welt, an den Kontakt mit der Seelenführung, das Bedingungslos-angenom- lllen-und-geliebt-Werden und die Einheitserfahrung. Das kann die einfache Rückführung nicht leisten, allein schon wegen der Kürze der Sitzung und der relativ flachen Trance. Aus diesen Cründen bezeichne ich nur die LZL-Seelenreise als spirituelle l{ückführung. Nur hier kann die spirituelle Ebene intensiv erin- nert werden.

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Seelenreise in das Leben zwischen den Leben

Bei der LZL-Seelenreise wird der Klient in eine ausreichend tie- fe Trance geführt, um seine Erinnerungen an die Seelenebene zwischen den physischen Leben zu aktivieren. Die hypnotische Trance, die für diese Arbeit benötigt wird, ist viel tiefer als dieje- nige für die einfache Rückführung in ein Vorleben. Nach Mi- chael Newton benötigen wir hierfür eine Theta-Trance, wie ich sie schon beschrieben habe. Bei der Seelenreise in das Leben zwischen den Leben erfah- ren wir den Tod als ein Herausgleiten der Seele aus dem Körper und als Wechsel in einen leichteren Seelenkörper. Dem folgt ein Empfinden von schwerelosem Schweben oder Gezogenwer- den nach oben oder vorn oben in eine andere Dimension hin- ein. Diese können wir so ausgiebig erkunden, wie wir möchten. Wir kommen in einen gefühlten Kontakt mit unseren individu- ellen Seelenführern und erfahren sie als liebevolle, hilfsbereite und weise Geistwesen. Sie geben Antworten auf unsere größten Lebensfragen und weitere Informationen, die für unsere jetzige Inkarnation und Aufgabe bedeutsam sind. Bei 7000 LZL-Rückführungen von Klienten, die sich nicht kannten, mit einem breiten Spektrum an beruflichen, kulturel- len und religiösen Hintergründen beobachtete Michael Newton übereinstimmende Sequenzen von Seelenerinnerungen und Eindrücken in der geistigen Welt. Daraus schöpfte er sein Wis- sen zu den folgenden Bereichen:

- Seele,

- Rückschau auf das letzte und auf frühere Leben (in fünf bis zehn Prozent aller LZL-Sitzungen werden zusätzlich vorirdi-

sehe Inkarnationen in anderen Sonnensystemen, Galaxien 1md Wesensformen erinnert), '1 ichtstoffiiche Dimension in Zeitlosigkeit, Nichtlokalität und -I inearität; Seelenexistenz in dieser geistigen Welt, Seelenführer (Geistführer), Älteste, Lehrer, Seelengruppe und Seelengefährten, Spezialisierung der Seele beziehungsweise Seelengruppe hinsichtlich Eigenschaften, Aufgaben und Beschäftigungen, Auswahl der Inkarnationen in einem Archiv (ähnlich der Akasha-Chronik 11 ), Integration des Seelenbewusstseins in den Fötus.

I )ie drei- bis vierstündige Seelenreise in das Leben zwischen den Leben wird folgendermaßen strukturiert:

ausgiebige klassische hypnotherapeutische Tranceinduktion (Tranceeinleitung) und tiefe körperliche Entspannung, kontinuierliche Trancevertiefung (Induktion und Vertiefung insgesamt etwa eine Stunde),

- Altersregression als Erinnerungsvorübung und zur Ressour- cenaktivierung (schöne Kindheitserfahrungen, innere Wohl- fühlorte),

- Rückführung in den Mutterleib und in den Moment der In- karnation der Seele in den eigenen Körper,

- Rückführung in ein Vorleben mit Erinnerungen an bedeutsa- me Lebenssituationen,

- Begleitung durch die Todeserfahrung für ein vertieftes Ver- ständnis des Seelenweges und um gegebenenfalls Unerledig- tes rückwirkend abzuschließen,

- Begleitung beim Übergang in den Seelenkörper und in die Jenseitswelt,

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- Erkunden dieser nichtstoffliehen Seelenwelt und der Seelen- identität im Detail,

- Begegnung mit der Seelengruppe und den Seelengefahrten,

- Rückkehr zum Seelenursprung,

- Nutzen der Erinnerungen als therapeutisches Werkzeug, zur Integration der Seelenidentität Hilfestellung zur Umsetzung der Erfahrung in das gegenwärtige Leben.

Nicht überraschend, umfasst die Seelenreise in das Leben zwi- schen den Leben Elemente anderer Grenzerfahrungen: Nahtod- erlebnisse, außerkörperliche Erfahrungen, transpersonale Rei- sen, Transzendenzerlebnisseundmystische Einheitserfahrungen (Unio mystica, Verschmelzung der Seele mit dem Göttlichen). Die Seelenreise ist im Vergleich zu diesen deutlich strukturier- ter, umfangreicher und steuerbarer.

Die Objektivierbarkeit und Authentizität der Erinnerung

Die historische Überprüfung der abgerufenen Erinnerungen wäre für Skeptiker das einzig gültige Argument. Doch nur sel- ten können Rückführungen in ein Vorleben verifiziert werden. Dies liegt unter anderem daran, dass das explizite Detailge- dächtnis schwächer und fehlerhafter ist als das implizite Ge- dächtnis, das die gefühlte Gesamterfahrung speichert. Dennoch sind viele Fälle belegt, bei denen die Objektivierung gelang. Pro- fessor Ian Stevensan leistete aufUniversitätsebene vierzig Jahre Pionierarbeit mit Kindern, indem er ihre spontanen Erinnerun- gen an ein Vorleben überprüfte (Stevenson 2003, 2011). Seine wissenschaftliche Arbeit wird von Jim B. Tucker (2oo6) weiter-

sB

1•,~'führt. Pionierarbeit mit Erwachsenen leisteten auch Dr. Brian Wciss (2005) und Ursula Demarmeis (2007). Die Erinnerungen während der Seelenreise können dagegen 11icht mit äußeren Mitteln überprüft werden. Wir haben bisher k1·ine Möglichkeit, ihre Authentizität zu belegen oder zu widerle- l',l'n. Die Seelenreise ist eine innere Erfahrung ohne äußere Ob- wktivierbarkeit. Wir müssen uns auf die glaubwürdige Methoden- ll·hre von Michael Newton und auf die große Anzahl konsistenter l·:rinnerungsmuster in den Sitzungen stützen. Für die meisten Sl'clenreisenden entsteht Authentizität aus einer inneren Gewiss- lll'i t und diese wiederum aus den emotionalen Reaktionen und kiirperlichen Empfindungen während der Reise. Einige erfahren dtre Erinnerungen an die geistige Welt als so überwältigend, dass ·;ic diese mental kaum begreifen oder in Worte fassen können. Das größte Hindernis für eine erfolgreiche Rückführung und S!·clenreise ist die Einmischung des Verstandes. Es ist seine Fä- lligkeit beziehungsweise Schwäche zu filtern, anzuzweifeln, zu Il'nsieren, falsch zu übersetzen oder ganz zu blockieren. Für l;tst alle Reisenden bleibt der Verstand während der spirituellen Rückführungtrotz hypnotischer Trance mehr oder weniger ak- liv. Das gilt vor allem für Phasen mit zu geringer Trancetiefe. I>eshalb muss die Trance ständig beobachtet und vertieft wer- d!'n, um die Effekte der Verstandeskontrolle abzumildern. Auch hierzu muss ein Therapeut gut ausgebildet sein. Für die Reisen- d!'n kann die Übersetzungsarbeit von der überbewussten Erin- lll'rung an eine andere Realität in das begrenzte menschliche Vl·rstehen und in die gewohnte Sprache anstrengend sein. Des- halb kommen auch Fehlinterpretationen vor. Als Therapeutin tnuss ich diese zusammen mit dem Klienten bearbeiten. Spirituelle Rückführungen in Vorleben und Seelenreisen in das Leben zwischen den Leben sind subjektive Erfahrungen.

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Sie bedeuten Arbeit für Klient und Therapeut. In der einfachen Rückführung versuchen wir, Erinnerungen von anderen Kör- pern, Zeiten und Orten zugänglich zu machen, zu denen der jetzige Körper und sein Gehirn keinen direkten Zugang haben. Die Seelenreise ist noch viel anspruchsvoller, da wir hier Erin- nerungen aus einer nichtstofflichen, nichtlinearen, mehrdimen- sionalen Realität abrufen. Die Kommunikation läuft jenseits der menschlichen Sprache und ist deshalb manchmal mühsam und auch fehleranfällig. Diese Tatsache macht die Seelenreise jedoch nicht weniger gültig und verringert nicht ihr Wirkungs- potenzial. Woran können wir dann überhaupt erkennen, dass die Erin- nerungen und Erfahrungen real sind? Rein imaginative Bilder entstehen neurologisch gesehen im Stirnlappen unseres Ge- hirns, erinnerte Bilder oder Eindrücke dagegen aufgrund der Sehverarbeitung im Hinterhaupts- und Schläfenlappen. Gele- gentlich kann jemand diesen Unterschied in seinem Gehirn sogar wahrnehmen. Bei tatsächlichen Erinnerungen spüre ich einen Raum, in dem ich mich befinde und der um mich herum ist. Bei einer Imagination kann ich mir zwar einen Raum vor- stellen, doch ohne das Empfinden, tatsächlich da drinnen zu sem. Für William James reicht unser Menschsein >>in gänzlich an- dere Dimensionen des Daseins als diese sinnlich wahrnehmba- re und >verstehbare< Welt hinein«:

»Wer möchte, kann es die mystische oder die übernatürliche Re- gion nennen. Wenn unsere ideellen Impulse in dieser Region ih· ren Ursprung haben (und das ist in den meisten Fällen so, da solche Ideen auf eine nicht schlüssig erklärbare Weise von uns Besitz ergreifen), gehören wir ihr in einem intimeren Sinne an als

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der sichtbaren Welt, denn wo wären wir mehr zu Hause als da, wo unsere Ideale zu Hause sind? Nun ist dieses Unsichtbare aber nicht einfach eine ideelle Region, denn sie zeitigt Wirkungen in dieser irdischen Welt. Was jedoch in einer anderen Wirklichkeit Effekte erzielen kann, muss selbst eine Wirklichkeit genannt wer- den. Deshalb scheint mir, dass es keinen philosophischen Vor- wand gibt, die unsichtbare oder mystische Welt unwirklich zu nennen.« (Zitiert in Redfield 2007, S. 275 f.)

Wenn es laut Quantenphysik und spiritueller Traditionen stimmt, d;1ss wir Mitschöpfer unserer Realität sind, dann sind wir auch Mitschöpfer der Erfahrung eines Jenseits. Diese Tatsache tut der Authentizität der Seelenreise keinen Abbruch. Wie mein Tod am l·:nde dieses Lebens und meine nächste Existenz im Jenseits für 111ich sein werden, weiß ich erst in der unmittelbaren Erfahrung. I >ics ändert nichts an der Gültigkeit meiner jetzigen Erfahrung lwi der Seelenreise und vor allem nichts an ihren positiven Aus- wirkungen. Um diese geht es ja vorrangig, und so kann ich sehr wohl Erinnerungen und Informationen aus den überbewusst ge- :;pcicherten Erfahrungen der Seele an die Oberfläche bringen 1111d spirituelle Ressourcen der Seele aktivieren.

Die positive Wirkung und die Vorteile der Seelenreise

I >ie Seelenreise bietet einen individuellen, leichten und ange- lwhmen Weg, um Antworten auf individuelle Lebensfragen zu lwkommen, die eigene Seelenessenz zu erinnern, ihre Talente, Vision und Aufgabe zu erfahren. Michael Newton sagt, der f',riißte Nutzen der LZL-Arbeit sei die spirituelle Integration der

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Seele in den menschlichen Körper durch professionelle Hypno- therapie. Sie gibt uns ein Werkzeug in die Hand, den eigenen Seelenweg zu verstehen, der unsere physische Existenz trans- zendiert. Sie ermöglicht die Erfahrung umfassender Liebe, in- nerer Verbundenheit und weiterer hoher Qualitäten, die den Kern aller Weisheit bilden. Die Seelenreise in das Leben zwischen den Leben braucht wie gesagt eine verantwortungsvolle, einfühlsame therapeuti- sche Begleitung. Gelegentlich wird einem Reisenden der Zu- gang zu bestimmten Informationen verweigert. Ein Grund hierfür ist zum Beispiel, dass Menschen für dieses Wissen noch zu jung undfader zu unerfahren sind oder weil es ihre aktuel- len Lebensentscheidungen und Lernprozesse einschränken könnte. Dies muss der Therapeut dem Klienten verständlich machen und ihn gegebenenfalls auf später vertrösten. Er ist auch in der Lage, während der Seelenreise etwaige verstörende Erinnerungen aus einer Rückführung in ein Vorleben auszu- gleichen. Dies könnte zum Beispiel der Fall sein nach einer Selbsttötung oder einem gewaltsamen Tod. In solchen Fällen helfen die höhere spirituelle Perspektive und vor allem die Er- fahrung von Heilung, Annahme und Liebe durch die Seelen- führung. So können Strapazen und traumatische Erfahrungen eines Vorlebens heilen. Die Begegnung und Verbindung mit geliebten Menschen, den Seelengefährten in der geistigen Welt, ist wesentlich ka- tharthischer12, als dies in ))einfachen« Rückführungen gesche- hen kann. Die Erinnerungen an ein Vorleben ermöglichen die Perspektive eines anderen physischen Körpers in einer ande- ren Zeit an einem anderen Ort. Dagegen gibt eine Seelenreise wie gesagt die Gesamtperspektive des Seelenwegs. Die Liebe, Freude, Weisheit und Freiheit, den Frieden und das Mitgefühl,

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d ic wir dabei erfahren, wirken heilend und transformierend. All dicse Möglichkeiten sind keine Theorie, sondern eine direkt er- l.ihrbare Wirklichkeit. Die hauptsächlichen Vorteile der Seelen- wise lassen sich also annähernd wie folgt beschreiben:

Wir erhalten Informationen zur Lebensaufgabe: Die mit Ab-

stand häufigste Frage in einer Seelenreise ist die nach der individuellen Lebensaufgabe. Das ist sehr verständlich, denn es geht um die Beantwortung der Frage, wozu wir dieses Mal inkarniert sind. Immer mehr Menschen sind auf der Suche nach dem Sinn und Zweck ihres Lebens, nach den besonde- ren Fähigkeiten, Aufgaben und Zielen ihrer Seele. Die meis- ten erfahren all dies direkt von ihren Seelenführern.

Entscheidungshilfe im beruflichen Bereich: Die häufigste Folge-

frage ist natürlich, in welcher beruflichen Tätigkeit die Le- bensaufgabe am besten erfüllt werden kann, ob und gegebe- nenfalls welche inneren oder äußeren Veränderungen im Sinne der Seelenentwicklung dazu notwendig sind. Eine wei- tere Frage ist die nach der Bedeutung bestehender Probleme mit Vorgesetzten, Kollegen oder mit der Tätigkeit an sich. Und schließlich die Frage >>Wie gelange ich durch meine Tä- tigkeit zu Fülle und Erfüllung?«

Erkenntnisse über den TodfEinblicke ins jenseits: Oft bringen

Menschen die Fragen »Gibt es ein Jenseits wirklich?« und »Wie geht es nach dem Tod weiter?« mit in die Sitzung. Die Erfahrung vermittelt Erinnerungen an das »Danach« und »Dazwischen« in einer angenehmen, lichten Welt, in der sich die Seele zu Hause fühlt, in der sie bedingungslose Liebe, Verbundenheit, Freiheit, Kreativität und Freude erfahrt.

Kontakt mit der Seelenführung: Die eigene Seelenführung ken-

nenzulernen, zu sehen, zu hören und zu fühlen, also mit die-

sem lichten Wesen zu kommunizieren, ist für alle Reisenden ein Herzenswunsch. Auch die Frage, wie dieser Kontakt im Alltag hergestellt und genutzt werden kann, gehört dazu. Die Seelenführung beantwortet die individuellen Lebensfragen, berät hinsichtlich Berufung, Lebensaufgabe und Seelenent- wicklung. Für viele ist die Begegnung so berührend und heil- sam, dass der Kontakt regelmäßig gepflegt wird und das gan- ze Leben lang verinnerlicht bleibt.

- Begegnung mit der Seelengruppe: Ebenso innig ist der Wunsch,

der Seelengruppe und den Seelengefährten zu begegnen- zu erfahren, wer zu einem gehört, wer von ihnen jetzt inkarniert ist und mit wem welche Verbindung besteht. Hier kommen Fragen, ob es schon frühere gemeinsame Leben gab, in wel- chen Rollen und für welche Lernschritte und Entwicklungs- aufgaben. Auch die Frage nach den sonstigen Gemeinsam- keiten der Seelengruppe wird oft gestellt (Eigenschaften, Beschäftigungen, Aufgaben, Interessen).

- Umfassendes Wissen über die eigene Seele: Die entsprechenden

Fragen sind ))Woher stammt meine Seele?«, ))Wer und wie bin ich als Seele?«, )) Was macht mich im Innersten aus?«, ))Welche individuellen Fähigkeiten habe ich?« oder ))Was ist meine Aufgabe und Vision?«. Hier geht es um die Erfahrung des Seelenursprungs, der Essenz und des göttlichen Funkens der Seele. Gefragt wird auch nach der Vision über alle Inkar- nationen hinweg und nach dem letztendlichen Ziel. Wir wol- len erfahren, wie oft die Seele schon inkarniert war, vor wie vielen Erdenjahren zum ersten Mal, ob schon in anderen Sonnensystemen und wie viele Inkarnationen noch folgen. Letzteres bleibt unbeantwortet, wenn man es nicht wissen soll. Es würde vielleicht Stress auslösen, sollte die Antwort ))noch fünfzig« oder ))keine mehr« lauten. Vorausblicke in

mkünftige irdische Inkarnationen oder zukünftige Existen- zen in der Seelenwelt werden selten gewährt.

I leilungshilfe für Trauer, Schmerz und Kummer nach dem Ver-

/ust geliebter Menschen: Menschen mit Verlusterfahrungen, nach dem Tod eines Kindes oder Partners durch Krankheit oder Unfall sehnen sich nach Antworten und auch nach Kon- I;Jkt mit dem Verstorbenen. Dies wird in der Seelenreise rneist ermöglicht, gelegentlich aber von der Seelenführung

verwehrt. Immer werden jedoch hilfreiche Antworten zu den

I hntergründen und Lektionen rung gegeben.

Sinn.findung bei Traumata und Heilungshilfe: Häufig wollen

Menschen die Bedeutung traumatisierender und extrem her-

Lebenserfahrungen verstehen: »Warum muss-

Ie ich eine so schwierige Kindheit durchmachen?«, »Warum rnusste ich so schmerzvoll Missbrauch und andere Gewalt erleben?« oder))Was sollte ich daraus lernen und entwickeln?« Die Antworten der Seelenführer hierauf sind immer liebevoll rmd heilsam. Sie fördern das tiefere Verständnis für alles Er- fahrene, intensivieren Heilung und Transformation. Antworten zu Partnerschaftsfragen: Manche Klienten fragen, ob ihr derzeitiger Lebenspartner für sie der richtige ist, ob er der Seelengefährte ist oder ob es im Diesseits oder Jenseits einen solchen gibt. Sie bitten die Seelenführung um Hilfe- stellung und Antworten bei Problemen in ihrer jetzigen oder in einer früheren Partnerschaft. Meistens bekommen sie hierzu hilfreiche Aussagen und Empfehlungen. Auch Einbli- cke in gemeinsame frühere Leben werden gewährt. Stärkung des Selbstwerts und der Selbstliebe: Häufig vermittelt Jie Seelenreise eine Klärung und Lösung alter schmerzhafter Gefühle, unabhängig davon, ob sie aus diesem oder aus frü-

:r usfordernder

dieser schmerzvollen Erfah-

heren Leben stammen. Das geschieht durch die Vermittlung eines tiefen Verständnisses für sich selbst und die bedin- gungslose Annahme und Liebe der Seelenführung. Auch ein Verständnis für Verletzungen durch andere Menschen und für karmische Verstrickungen wird vermittelt. Damit wird Selbstvergebung und Vergebung ermöglicht. Die Seelenreise fördert die spirituelle Integration auf allen Ebenen, vor allem durch den Aufbau von Selbstwert, Selbstannahme und Selbst- liebe.

- Spirituelle Hintergründe gesundheitlicher Probleme: Bei Fragen

nach Krankheitsursachen wie >>Warum habe ich diese Krank- heit?« und »Werde ich wieder gesund?« halten sich die See- lenführer eher bedeckt. Sie geben nur knappe Hinweise auf spirituelle Hintergründe, hilfreiche Behandlungsmethoden und Heilungschancen. Die Seelenführer mischen sich offen- bar bei Krankheit nicht gern in den seelischen Entwicklungs- prozess ein. Sie verhelfen jedoch immer zu einem tieferen Verständnis und stärken die Selbstheilungskräfte. Seelenrei- sende mit einer Erkrankung empfangen oft unmittelbare Heilung entweder durch ihre Seelenführer oder durch ande- re geistige Heiler.

- Integration und Umsetzung im alltäglichen Leben, globale Verän-

derungen: Immer wird die Frage beantwortet, wie sich die Er- innerungen und Antworten der Seelenreise am besten in das Alltagsleben umsetzen lassen. Auch Fragen zu globalen Ver- änderungen und gesellschaftlichen Themen werden gestellt. Die Seelenführer geben grundsätzlich keine beängstigenden Antworten, sondern bieten konstruktive Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten an. Die häufigste Frage - »Was kann ich zur positiven Veränderung beitragen?«- beantwor- ten sie in der Regel individuell und konkret. Heutzutage wird

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solcherart Wissen aus der Seelenwelt für immer mehr Men- schen durch den ))Schleier des Vergessens« hindurch zu- gjnglich, vermutlich deshalb, weil diese Informationen hier <I ringend benötigt werden und es ohne sie nicht mehr zu ge- ilen scheint.

»Kontraindikationen« zur Seelenreise

N.1ch meiner Erfahrung kann die Seelenreise in das Leben zwi- ·., IIen den Leben mit kompetenter hypnotherapeutischer Be-

, l11s ins hohe Alter möglich, sofern das Bewusstsein klar ist. Manchmal wird jüngeren Menschen (hin und wieder auch .lill'ren) der Zugang zur Erinnerung an die Seelenexistenz im I ,·ben zwischen den Leben verwehrt. Sie brauchen erst noch •·1gme Erfahrungen undfader bestimmte Entwicklungsschritte, l11s sie reif genug sind für eine spirituelle Rückführung. Aus- 11;1hmen bestätigten die Regel, sodass auch schon unter 25-Jäh- 11gc die Chance für sich nutzen konnten. Schwere körperliche und seelische Erkrankungen sind oft •·1ne Hürde für die Seelenreise, weil unrealistische Erwartun- J:<·n gehegt werden oder weil nicht ausreichend Konzentrations- kraft für diese lange Sitzung aufgebracht werden kann. Ebenso 1st die Einnahme von Drogen, höheren Dosen von Psychophar- lllaka oder anderer beeinträchtigender Medikamente eine Kon- traindikation.

Schaden anrichten. Sie ist ab etwa 25 Jahren

l,·itung keinerlei

Die Vorbereitung auf die LZL-Seelenreise

Michael Newtons internationale gemeinnützige Organisation TNI (Michael Newton Institute for Life Between Lives Hypno- therapy) bildet Hypnotherapeuten rund um die Welt darin aus, professionelle LZL-Seelenreisen mit Klienten durchzuführen. Informationen über das Newton Institute sind erhältlich auf www.newtoninstitute.org. Ergänzend zu den Büchern von Mi- chael Newton beschreibt der neunzigminütige englischsprachi- ge Film ~~Flipside. A Journey into the Afterlife« von Richard Martini (2012) sehr anschaulich die Seelenreise in das Leben zwischen den Leben. Er ist als DVD erhältlich bei www.amazon. com (nicht bei amazon.de) und basiert auf seinem Buch (Marti-

ni 2011).

Bei der Information durch Bücher und Filme muss man Fol- gendes unbedingt bedenken: Hier sind die Paradebeispiele und Glanzlichter der LZL-Therapeuten vertreten, und die im Film dargestellten Erinnerungen können nur künstliche, stilisierte Bilder sein. Man sollte die eigene Erfahrung auch nicht mit an- deren vergleichen, weil jede Sitzung individuell unterschiedlich ist, so einzigartig wie ein Leben und eine Seele. Sich hier zu vergleichen wirkt sich meist selbstdestruktiv aus. Inzwischen gibt es über zweihundert LZL-Therapeuten in über zwanzig Ländern. Es gilt also, auszuwählen und sich über die jeweilige Ausbildung und angewandte Methode zu informieren. Wichtig ist, dass der erste Kontakt vor der Sitzung angenehm verläuft und man das sichere Gefühl hat, dass man sich dem Therapeu- ten für eine so lange Sitzung anvertrauen kann. Ausreichende, klare Informationen über Ablauf, Kosten und Rahmenbedin- gungen sind vorab notwendig. Jeder LZL-Therapeut hat auch eigene Modalitäten.

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Ich empfehle bestimmte Übungen vor der Seelenreise, um den überaktiven Verstand zu beruhigen, zum Beispiel mit einer l·:ntspannungs-CD. Jeder weiß aus eigener Erfahrung oder kann :tusprobieren, wie er am leichtesten in körperliche Entspan- tlung und in einen gelösten Geisteszustand kommt, zum Bei- spiel beim Musikhören, Meditieren oder in der Badewanne. Ich verschicke zur Vorbereitung eine von mir gesprochene Medita- tions-CD, die vor der Sitzung mehrmals in Ruhe angehört wer- den soll. Als wichtige Vorarbeit bitte ich meine Klienten, ihre Frwartungen und zehn wichtigsten Lebensfragen aufzuschrei- ben und mir zu schicken. Auf diese Fragen kann ich mich dann vorher schon einstellen. In der Sitzung lese ich sie den Seelen- liihrern vor, weil die Reisenden sie in tiefer Trance nicht parat IJ:.~ben. Zusätzlich bitte ich um eine Liste mit einer Kurzbe- schreibung der Menschen, die ihr Leben auf besondere, ange- tlehme oder unangenehme Weise geprägt haben oder immer noch prägen. Möglicherweise begegnen sie jemandem in ihrer Seelengruppe. So weiß ich dann sofort, welche Beziehung zu t·iner bestimmten Person besteht, wenn der Name auftaucht. Eine weitere hilfreiche Vorbereitung ist es, seine intuitiven l:ingebungen in alltäglichen Situationen zu trainieren und da- bei das einordnende, bewertende Denken außen vor zu lassen. I>abei gilt es, innere spontane Bilder, Gedanken oder Impulse l'infach nur zu registrieren, und zwar in allen möglichen Situa- 1innen, zum Beispiel beim Betrachten eines Fotos. Man nennt diese Technik auch ))freies Assoziieren«.

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Die Integration der Seelenreise in den Alltag

Nach der Sitzung schaltet sich sofort und ausnahmslos bei je- dem Reisenden der kritische Verstand ein und bezweifelt erst einmal die Wirklichkeit seiner Erfahrung. Wir nennen es das »Hab-ich-mir-alles-nur-ausgedacht-Syndrom«. Deshalb emp- fehlen wir, alles erst einmal ))sich setzen« zu lassen, ohne es zu hinterfragen. Wir raten dazu, den Verstand mit seinen Zwei- feln, die er ständig einbringt, konsequent zu beruhigen. Er wird nämlich versuchen zu protestieren, wenn er nicht mehr die al- leinige Herrschaft über uns hat. Doch soll er weder als minder- wertig gelten noch abgeschafft werden. Vielmehr verstehen wir ihn auch in seiner Schutz- und Kontrollfunktion und sind ihm dafür dankbar. Wir benötigen ihn, allerdings ausbalanciert durch Intuition, Gefühl und Erfahrung. Dies ist generell eine große, mühsame Aufgabe für uns Men- schen. Zur Übung empfehle ich das Anhören der CD mit der aufgenommenen Sitzung zweimal im Monat als notwendigen Ausgleich zum kritischen Denken und hektischen Alltag. Erin- nerung und innere Gewissheit können einem sonst wieder ent- gleiten. Nach mehrmonatigem Anhören sind sie dann meist verinnerlicht und unabhängig von der CD abrufbar. Schlüssel für eine stabile Seelenbewusstheit ist das Sicherinnern an diese ))himmlischen Erinnerungen« (Kapitel4).

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Rückmeldung und Nachbesprechung der Sitzung

Ich bitte meine Klienten um eine Rückmeldung etwa zwei bis drei Monate nach der Sitzung, aus der sich dann eine kurze Nachbesprechung via E-Mail oder Telefon ergibt. Es geht um die Mitteilung, wie sich die Erfahrung der Seelenreise auf sie ttnd ihr Leben auswirkt und wie es ihnen geht. Dies nutze ich zur Überprüfung der Effektivität und zur Op- limierung der Methode. Unabhängig davon, welche Auswir- kung die Erfahrung auf das individuelle Leben hat oder nicht hat, freue ich mich in jedem Fall, von einem Menschen wieder zu hören, den ich bei dieser Reise begleiten durfte.

Fazit

Die Seelenreise in das Leben zwischen den Leben ist nicht ir- gendein theoretisches Konzept oder eine religiöse Vorstellung von rosa Wolken und Harfenspiel von Engeln. Sie ist vielmehr <·ine tiefgreifende, komplexe Selbsterfahrung und als solche eine Ergänzung zur persönlichen Entwicklung und Heilungsar- beit Sie gibt einen Einblick in die spirituelle Dimension und ei- nen Überblick über die Seelenentwicklung. Sie informiert über Essenz, Gaben, Vision und Aufgabe der Seele. Sie aktiviert das Potenzial für Selbstheilung, Transformation, Seelenentfaltung und Lebensgestaltung. Für viele Menschen bedeutet diese Erfahrung einen Höhe- punkt ihres persönlichen Entwicklungswegs.

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Kapitel 3

Faszinierende Seelenreisen in das Leben zwischen den Leben

Wir sind alle Besucher an diesem Ort in dieser Zeit. Wir durchlaufen ebendiese Inkarnation. Unser Zweck hier ist, zu beobachten, zu lernen, zu wachsen und zu lieben Und dann kehren wir nach Hause zurück.

Von den australischen Aborigines

Vier Menschen suchen spirituelle Antworten auf drängende Le- bensfragen: nach dem richtigen Beruf, dem passenden Seelen- partner, dem Grund für den Verlust geliebter Menschen und nach innerer Balance. Alle vier fragen auch nach ihrer besonde- ren Lebensaufgabe. Die Erinnerungen und Eindrücke im Leben zwischen den Le- ben unterliegen nicht dem Verstand. Sie sind daher auch nicht mit logischem Denken zu erfassen. Die Kommunikation erfolgt nonverbal telepathisch. Die Antworten der Seelenführer wer- den im Inneren gehört oder intuitiv gefühlt. Es gibt weder Zeit noch Distanz, sodass alles gleichzeitig im Hier und Jetzt ab- läuft. Formen und Gestalten sind wahrnehmbar. Letztere wer-

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den meist als Lichtwesen beschrieben, die Landschaften als hel- l('r und bunter als die irdischen. Die folgenden Seelenreisen gebe ich wörtlich wieder, um die l·:rfahrung möglichst lebendig und anschaulich zu vermitteln. Wir gehen auch direkt in die Praxis und kommen auf die einzel- nen Stationen der Seelenreise erst im vierten Kapitel etwas all- ~~emeiner zu sprechen. Die erste spirituelle Rückführung mit Peter ist fast vollstän- dig niedergeschrieben, bei den nachfolgenden drei Sitzungen rnit Anne, Karl und Ellen verkürze ich die Wiedergabe der Tran- <l'einleitung und Rückorientierung, da sie ähnlich sind.

Peter: Die Qual der Berufswahl oder Wie bekomme ich meine Gegensätze unter einen Hut?

l'l'ter ist 31 Jahre alt, Single und hat gerade sein Architekturstu- dirtm beendet. Er kam zur Seelenreise in das Leben zwischen dl'n Leben, weil er hinsichtlich seiner Berufswahl mittlerweile l',;rnz unsicher war. Als hochsensibler Mensch schreibt er seit ·;l'iner Kindheit Geschichten und Texte über seine Erfahrungen 1111d Eindrücke. Außergewöhnlich ist vor allem seine intensive hnfühlung in alle Naturerscheinungen. Nun wusste er nicht rnl'hr, wie es für ihn weitergehen soll. Jeder Gedanke an eine lkwerbung verursachte ihm Übelkeit. Er war aber auch nicht in der Lage, auch nur einen einzigen :;<·iner Texte fertigzuschreiben, und kannte den Grund für diese 1\lockade nicht. Seine Texte waren immer ohne richtiges Ende. Vor allem fragt er sich auch seit Längerem, warum er keine l';rrtnerin hat. Außer kurzen Geplänkeln gab es bisher keine nä- 1wrc Beziehung. Er ist mit seinem gelernten Beruf akademisch-

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technisch ausgerichtet, hat aber auch eine ausgeprägte sensible, intuitive und kreative Seite. Doch er bekommt diese beiden Sei- ten - man kann sie auch die männliche und die weibliche nen- nen- bisher nicht unter einen Hut. Außerdem leidet er unter häufigen Migräneattacken. Von der LZL-Seelenreise wünscht er sich Klarheit über seine Lebensaufgabe, mehr Gelassenheit, Selbstvertrauen und SelbstwertgefühL Er möchte seine Partner- losigkeit verstehen und ändern.

Vorgespräch- Einleitung und Vertiefung der Trance- Ressourcen- Rückführung in ein bedeutsames Vorleben

Nach einem Vorgespräch und einer Probesitzung in Hypnose beginnt die vierstündige Seelenreise. Peter hat sehr bildhafte Erinnerungen und empfangt viele visuelle Eindrücke. Während er auf der Therapiecouch liegt, die Augen mit einer Maske be- deckt, führe ich ihn in tiefe körperliche Entspannung und in einen hypnotischen Bewusstseinszustand. Tranceinduktion und -vertiefung dauern etwa eine Stunde, doch gebe ich hier nicht alles im Detail wieder. Während der Seelenreise muss die Hypnose wiederholt wer- den, weil die Trancetiefe ständig schwankt. Mein Bericht be- ginnt bei der Verankerung eines inneren Wohlfühlorts in sei- nem eigenen Bauch. Von dort gehen wir in einen inneren Herzensraum, wo die eigentliche Seelenreise beginnt.

Dorothea Fuckert: Wir verankern jetzt deinen gewählten Wahl- fühlort als Ressource in deinem Körper, ja, da im Unterbauch, wo deine Hände liegen, damit du ihn jederzeit wieder aktivie- ren kannst. Gerade in Momenten, in denen es uns nicht so gut geht, können wir uns kurz aus dem Alltagsgeschehen in

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die Ruhe zurücknehmen und uns dann recht schnell an den inneren geborgenen Wohlfühlort versetzen. Dort, wohin wir unser Bewusstsein konzentriert und intensiv richten, stellt sich auch die Körperphysiologie in gewissem Maß um. Ange- nehme Gefühle entstehen, und positive Gedanken folgen. So kommen wir leicht in innere Balance. Geh nun mit deiner Aufmerksamkeit in einen inneren Herzensraum, tief im Herz-Chakra, in der unteren Brust- korbmitte. Es ist ein Körperbereich, in dem wir Liebe, Freu- de, Dankbarkeit und Sehnsucht fühlen. Kannst du ihn in dir wahrnehmen, dir vielleicht als Raum vorstellen? Wie empfin- dest du diesen Raum? l'rter: Es ist ein großer achteckiger Raum in hellem Licht, und in der Mitte ist ein rosa Kristall. I JF: Was für ein wunderschöner Herzensraum. Und es ist warm dort drinnen und wohlig, ja? Spürst du Liebe dort drinnen? ( Peter nickt.) Dort ist die Liebe, die du gibst und die du emp- fangst. Und dieser Herzensraum soll für heute der Ausgangs- ort sein für unsere lange Seelenbewusstseinsreise, die wir miteinander machen. Geh jetzt mit deiner Aufmerksamkeit in deinen Oberbauch zum Solarplexus-Chakra. Hier wurde dein Seelenlicht von der Schöpfung als göttlicher Funke eingepflanzt, mit deinen ureigenen Qualitäten, deiner Lebensaufgabe und deinem SeelenzieL Wie ein Lichtkristall in seiner individuellen Form, mit einzigartigen Facetten, Farben, Schwingungsmustern und einzigartiger Ausstrahlung. Und stell dir vor, dass dieses Seelenlicht nun größer und größer wird, sich im ganzen Kör- per ausdehnt und dann weit über die Körperoberfläche hin- aus in die Welt strahlt. Dieses Licht bildet um dich herum Jeine Aura, eine Lichthülle mit mehreren Schichten, in dei-

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nen ganz eigenen Farben, Mustern, Schwingungen und Qua- litäten, die dir Schutz, Wärme, Gesundheit, Wohlbefinden und Ausstrahlung geben. Eine übergeordnete Lebensaufgabe ist es, sich dieses einzigartigen Seelenlichtes bewusst zu wer- den und es in die Welt strahlen zu lassen. Hierbei geht es in erster Linie um ein freudiges Sein und erst danach um ein Tun oder Machen. Und du wirst später auf unserer Reise dein Seelenlicht selbst in einem Spiegel sehen und fühlen, was du ausstrahlst. So durchströmt und umhüllt von Licht, wie du nun bist, gehen wir auf die Reise. Jetzt begrüße ich sehr herzlich deine Seelenführung und auch meine sowie weitere mögliche geis- tige Helfer und Kräfte, die ein liebevolles Interesse an der Entwicklung deiner Seele haben. Ich danke allen für ihre Führung, Stärke, Weisheit und Liebe, auch bei dieser Sit- zung. Ich danke auch dafür, dass ich darin geführt werde, dir zum rechten Zeitpunkt die richtigen Fragen zu stellen und dich therapeutisch auf dieser Reise zu begleiten, und dass wir sie beide optimal gestalten. Dadurch sollst du, Peter, Antwor- ten empfangen auf deine Lebensfragen und gut vorankom- men auf deinem Seelenweg. Ihr Seelenführer, Helfer und Kräfte, öffnet bitte unsere inneren Augen, unsere inneren Ohren, unser Bewusstsein und vor allem unsere Herzen, da- mit wir eure Führung optimal empfangen und nutzen. Dan- ke! Meine Stimme begleitet dich überallhin und deine Seelen- führung natürlich auch. Alle Geräusche, die du aus diesem Raum oder von weiter her noch wahrnimmst, dienen dazu, deine Losgelöstheit von der äußeren Welt aufrechtzuerhalten und deine Trancetiefe immer wieder zu verstärken. Und wäh- rend dein Körper hier auf der Couch tief entspannt und sich

auch dein Verstand hier auf der Couch ausruht, gehen wir mit dem Bewusstsein in eine ganz andere Raum-Zeit-Di- mension. Wir reisen über deine Kindheit in dein letztes Vor- leben und schauen uns da zwei bis drei Stationen an, dann über den Tod hinaus in deine Seelenheimat Dort kannst du in Kontakt treten mit deiner Seelenführung und deiner See- lengruppe wiederbegegnen. Jedes Mal, wenn ich sanft deine Stirn berühre wie zuvor vereinbart, entspannst du wieder vollkommen und sinkst tief in Trance, in deinen überbewuss- ten Seinszustand, in deine eigene Tiefe hinein. Dort ist dein Seelengedächtnisspeicher, in dem alles aufgezeichnet ist, was deine Seele jemals erfahren hat, in Vorleben und in den Leben zwischen den Leben in deiner Seelenheimat. Stell dir nun eine große und breite Treppe vor, Peter, mit 31 Stufen, jede Stufe steht für ein Lebensjahr. Und ich bitte dich jetzt, während ich von eins auf drei zähle, dich mit dem Be- wusstsein aus deinem Körper zu lösen und dann hinaufzu- fliegen auf die oberste Treppenstufe. Du bleibst immer sicher mit dem Körper verbunden über die sogenannte Silber- schnur, ein Energieband, das intakt bleibt, solange du gemäß Seelenplan lebst, und das erst im Tod durchtrennt wird. Dann ist deine Seele ganz frei, dorthin zu gehen, wo sie hingehört. Wohin du auch immer mit deiner Seele heute oder nachts im Traum reist, du kehrst ganz unversehrt, ja sogar ein Stück heiler, vollständiger wieder in deinen Körper zurück und ver- bindest dich mit ihm. Dies ist wichtig für dich zu wissen, damit du ganz loslassen kannst.

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Altersregression zu Ressourcen der Kindheit

DF: Jetzt zähle ich von drei auf eins, und du löst dich mit dei- nem Bewusstsein aus dem Körper. Stell dir einfach vor, dass du wie ein Schmetterling herausschlüpfst, frei schwebst oder fliegst und die Leichtigkeit genießt, mit der du dich bewegst. Du fliegst hinauf zur obersten Treppenstufe und landest dort weich. Ich führe dich nun diese Treppe hin- unter, rückwärts in deine Vergangenheit, in deine Kindheit, wo wir ein paar schöne Kindheitserinnerungen abrufen. Ich zähle von 31 rückwärts, du gehst bei jeder Zahl eine Stufe abwärts und wirst ein Jahr jünger, während dein Körper im- mer tiefer in Entspannung sinkt und einschläft. Es ist unge- fähr so, wie wenn wir die Seiten eines Fotoalbums zurück- blättern, auf dessen Fotos du dich als immer jünger und jünger und schließlich auch als immer kleiner erkennst, je weiter zurück in die Kindheit wir blättern. Diese Altersre- gression führt dich immer tiefer in Trance, dein Körper schläft ein, und du wechselst in deinen überbewussten Seinszustand, in deinen umfassenden Gedächtnisspeicher, in dem alles aufgezeichnet ist, was du als Seele jemals erfah- ren hast, in anderen Körpern, zu anderen Zeiten, an anderen Orten und in ganz anderen Raum-Zeit-Dimensionen.

Jetzt gehen wir zurück in der Zeit, in deine

Tiefer und immer tiefer,

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Vergangenheit

jünger und immer jünger

Dies ist eine Erinnerungsübung, um dich auf das vorzube- reiten, was danach kommt. Wir aktivieren keine unangeneh- men, schmerzvollen Kindheitserinnerungen, arbeiten nicht an irgendwelchen Traumata, sondern rufen nur schöne, glückliche Momente ab. Jeder Mensch hat schöne Kindheits-

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crinnerungen, auch wenn sie vielleicht unter einem Berg schmerzvoller Erinnerungen verborgen sind

Jedes Mal, wenn ich dich auf einer Trep- penstufe kurz anhalte, bist du genauso alt wie die Zahl, die ich da nenne

Du wirst immer jünger und jünger und sinkst immer tiefer und tiefer in Entspannung und Trance

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Du wirst immer kleiner und kleiner

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Du bist jetzt zwölf Jahre alt. Komm herunter

von der zwölften Treppenstufe und flieg zu dem Haus, in dem du mit zwölf Jahren wohnst. Lande vor dem Haus auf dem Boden, betrachte es und sag mir, wie viele Stockwerke es hat. 1': Drei.

I> P: Welche

/':Weiß. I> F: Gibt es in der Nähe des Hauses irgendwelche Bäume, Bü- sche, Blumen oder Gras? 1': Ja, einen Ahornbaum vor dem Haus und zwei Tannen. I> F: Wenn du zur Haustür hineingehst, wo geht es dann zu dem Zimmer, in dem du mit zwölf Jahren schläfst? 1': Die Treppe hoch und dann noch mal eine Treppe hoch. I>F: Öffne die Ttir zu deinem Zimmer, in dem du schläfst, schau hinein und sag mir, wo dein Bett steht.

1': Gegenüber der Ttir. l>F: Schläfst du allein in diesem Zimmer? 1': Ja, es ist mein Zimmer. I>P: Welche Möbelstücke sind noch in deinem Zimmer? 1': Ein Schrank, ein Schreibtisch, ein Karton mit alten Zeit- schriften, ein sehr großer Nadeldrucker von meinem Vater, den er da abgestellt hat.

Farbe hat die Hauswand?

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DF: Gibt es irgendetwas, was du gern in deinem Zimmer machst? P: Lesen. DF: In welcher Körperposition bist du beim Lesen? P: Ich liege auf meinem Bett dabei. DF: Was liest du am liebsten? P: Bücher von Karl May. DF: Sind das die bunten Taschenbücher oder die grün-golde- nen? P: Die grün-goldenen Bücher. DF: Hast du einen Lieblingsband? P: Winnetou 1. DF: Erinnerst du dich, wie du eintauchst in diese ganz andere Welt der Indianer und Cowboys und wie du alles miterlebst? Du kannst dich gut konzentrieren, dich einlassen und dir al- les lebhaft vorstellen. Deine Seele hat Freude am Erkunden anderer Welten, erlebt gern Abenteuer. Und was macht dir sonst noch Spaß in diesem Alter? P: Zeichentrickfilme im Fernsehen anschauen, zum Beispiel ))Disney-Club«, Computerspiele, zusammen mit meiner Schwester Computerspiele im Arbeitszimmer von Papa spie- len, wenn er nicht da ist. DF: Sich einlassen und Verspieltheit sind offensichtlich Fähig- keiten deiner Seele. Wunderbar! Präg dir diese schönen Erin- nerungen gut ein, weil sie dir als Ressourcen dienen, ähnlich wie der >>innere Wohlfühlort«. Die Lebensfreude zu erinnern kann dich in deinem heutigen Alltagsleben ganz leicht in eine gute Stimmung bringen. Mit den Erinnerungen, wie viel Spaß es dir macht, zu lesen, fernzusehen oder Computerspie· le mit deiner Schwester zu spielen, kannst du dich immer recht schnell ausbalancieren und harmonisieren. Wunderbar!

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Lös dich jetzt vom zwölften Lebensjahr und flieg zurück zur zwölften Treppenstufe. Ich führe dich nun weiter zurück ins fünfte Lebensjahr, wo wir auch wieder zwei bis drei schö- ne Erinnerungen abrufen. Und ich zähle wieder Du wirst noch jünger und jünger und sinkst

noch tiefer in

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Entspannung und Trance

Immer kleiner wirst du Jetzt bist du fünf Jahre alt. Komm herunter von der fünften Treppenstufe und flieg wieder zu dem Haus, in dem

Ist es das gleiche Haus wie zu-

vor? 1': Ja. IJF: Tauch gleich mal ein in ein Lieblingsspiel oder eine Lieb- lingsbeschäftigung mit fünf Jahren. Was macht dir Spaß in dem Alter? 1': Hörspiele auf Kassetten hören, Märchen und andere Ge- schichten.

I >F: In welchem Raum und in welcher Körperposition bist du, während du sie härst? 1'.· Bei meiner Großmutter im Wohnzimmer auf dem Boden.

I >F: Fühlst du dich da geborgen und wohl? 1': ja, wir sitzen hier mit unseren Kopfhörern und hören zusam- men.

I >1:: Was macht dir sonst noch Spaß mit fünf Jahren? 1'.· Puzzlespiele.

I >F: Aller guten Erinnerungen sind drei. Welche schöne Erinne- rung taucht noch auf? I' Auf den Kirschbaum im Garten meines Großvaters klettern.

I >1:: Das macht wohl viel Spaß, hochzuklettern, oben zu sitzen tmd sich alles von dort oben anzuschauen. Jetzt gehen wir weiter, und zwar führe ich dich ohne Umweg über die Treppe

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du mit fünf Jahren wohnst

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in eine deiner frühesten schönen Erinnerungen in den ers- ten drei Lebensjahren.

sag mir Bescheid, wenn eine solche frühe Er-

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innerung auftaucht. Vielleicht sogar die allerfrüheste schöne Erinnerung. Irgendein wunderschöner Moment, wo du dich freust, staunst oder dich einfach sehr wohlfühlst P: Ich sitze auf der Couch, mein Bruder sitzt neben mir, und auf

der anderen Seite von meinem Bruder sitzt meine Schwester. Und er hat jeweils einen Arm um uns gelegt. Ich fühle mich einfach sauwohl. DF: Eine wunderschöne Basiserinnerung für dieses Leben. Präg dir alle Erinnerungen gut ein. Sie dienen dir als Res- sourcen. Jetzt gehen wir noch weiter zurück in deine Vergan- genheit. Ich führe dich an einen Zeitpunkt kurz vor deiner Geburt im Mutterleib und stelle dir dort auch einige Fragen zu deiner Erinnerung. Das wird jetzt ganz leicht gehen, weil du ja schon so klein bist. Ich zähle die ersten zwölf Lebens- monate rückwärts: 12, u, 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1, o Rückführung in die Zeit vor der Geburt im Uterus der Mutter und Inkarnation der Seele in den eigenen Körper DF: Jetzt tauchst du ein in diese dunkle, warme Umgebung. Nutz deine Vorstellung als Brücke. Du bist jetzt im Uterus deiner Mutter. Vertrau deiner intuitiven Eingebung. Was dir jetzt spontan in den Sinn kommt, nehmen wir als authenti- sche Erinnerung. Das Erste, was ich dich frage, ist, ob du dei- ne Arme und Beine noch ein wenig bewegen kannst? Es ist ja schon ziemlich eng da drinnen. P: So ein bisschen. DF: Dein Kopfist wohl nach vorn gebeugt, der Nacken gedehnt, ist das noch zum Aushalten? P: Ja, das geht noch.

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DF: Kannst du den Herzschlag deiner Mutter irgendwie wahr- nehmen? P: Ja, ich höre es pochen. DF: Nimmst du deine Zwillingsschwester wahr?

P:Oja.

DF: Wie ist das für dich? P: Das ist angenehm und irgendwie selbstverständlich. DF: Gibt es irgendetwas Besonderes, an das du dich aus dieser gemeinsamen Zeit erinnerst? P: Wir treten immer wieder gegen die Bauchdecke der Mama, weil es Spaß macht. DF: In welchem Schwangerschaftsmonat schlüpft deine Seele in deinen kleinen Körper? P: Im neunten. DF: Ja, das erfolgt manchmal so spät. Wo ist deine Seele in der Zeit zwischen der Empfängnis und dem neunten Schwan- gerschaftsmonat? 1': In der Nähe meiner Mutter, und meine Schwester ist auf der anderen Seite meiner Mutter. I>F: Kannst du dich spontan erinnern, was dich in diesen klei- nen Körper hineinzieht, dich also anzieht an diesem Leben? Erinnerst du dich, welche Erfahrungen du machen willst? 1': Ich wollte das Zwillingsein erfahren. I>F: Wann schlüpft deine Schwester in ihren kleinen Körper hi- nein? 1': Wir gehen gleichzeitig hinein. I>F: Das ist sehr faszinierend. Bevor wir weitergehen auf unse- rer Reise, eine letzte Frage noch. Was kommt dir spontan in Jen Sinn, wenn ich frage, ob du in früheren Leben häufiger in einem männlichen oder weiblichen Körper inkarniert warst oder ob es sich die Waage hielt?

P: Häufiger in einem weiblichen Körper. DF: Du hast auch viele weibliche Anteile in deiner jetzigen Per- sönlichkeit. So, bitte lös dich jetzt mit deinem Bewusstsein von dieser Umgebung, von deiner Mutter und Schwester, von dieser Zeit und auch aus deinem eigenen kleinen Körper. Schwebe frei und leicht wie ein Schmetterling oder ein Vogel. Ich führe dich jetzt durch den Tunnel der Zeitlosigkeit in dein letztes Vorleben hinein, in dem wir zwei oder drei be- deutsame Stationen in Erinnerung rufen. Ich zähle rückwärts von zehn auf eins. In der Zeit schwebst du da hindurch auf den anderen Tunnelausgang zu, und wenn ich bei eins an- komme, fliegst du hinaus ins Helle und tauchst ein in eine bedeutsame Situation deines letzten Vorlebens. Jetzt betreten wir den Tunnel der Zeitlosigkeit.

Rückführung in das letzte Vorleben

DF: Während ich nun von zehn auf eins rückwärts zähle, sinkst du wieder immer tiefer in Entspannung und Trance. Jetzt be- treten wir den Tunnel der Zeitlosigkeit.

Es ist zunächst dunkel um uns herum, und

ich bitte deinen Verstand, sich zusammen mit deinem Kör- per auszuruhen und Pause zu machen von seiner üblichen Aktivität, weil er sich in diesen Bereichen überhaupt nicht auskennt und diese Dinge mit seinen Werkzeugen nicht er- fassen kann.

Allmählich wird es heller, je näher wir dem Tunnelausgang kommen.

Du gewinnst Geschwindigkeit und bist gleich

draußen. Und jetzt schwebst du hinaus ins helle Licht und

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tauchst direkt in eine bedeutsame Situation deines letzten Vorlebens hinein. Vertrau deiner Intuition. Über sie emp- fängst du spontan Erinnerungen aus deinem überbewussten, umfassenden Gedächtnisspeicher. Wenn ich deine Stirn sanft berühre, bist du mitten in einer bedeutsamen Situation deines letzten Vorlebens. Das Erste, was ich dich frage, ist, was du an deinen Füßen wahrnimmst. Trägst du irgendeine Fußbekleidung, zum Beispiel Schuhe? P: Das sind so Boots oder Wanderschuhe. DF: Was trägst du im Bereich der Oberschenkel und des Beckens? P: Jeans. DF: Und im Oberkörperbereich? P: EinT-Shirt mit einem Muster. DF: Wenn du auf deine Unterarme und Hände schaust, welche Hautfarbe erkennst du? P: Ich bin hellhäutig. DF: Trägst du irgendeinen Schmuck an den Handgelenken oder Fingern? 1': Ja, einen silbernen Ring mit einem blauen Stein. DF: Jetzt orientiere dich zu deinem Kopfhoch. Wie sehen deine Haare aus, wenn du welche hast? 1': Schulterlange, schwarz-graue, glatte Haare. f)f: Trägst du sonst noch irgendetwas am Körper? 1': Eine Sonnenbrille mit viereckigen Gläsern. I>F: Wie alt fühlst du dich? 1': Mitte 30. I>F: Bist du ein Mann oder eine Frau und wie heißt du? 1': Ein Mann, Tom Ferguson. I>F: Tom, wo bist du gerade, schau dich mal um, bist du irgend- wo drinnen oder draußen? 1': Draußen.

DF: Was nimmst du um dich herum wahr? P: Ich bin zwischen den Dünen hinter einem Strand. DF: Welche Art von Vegetation erkennst du ringsherum und wie ist der Boden beschaffen? P: Da gibt es Palmen und sandig-erdigen Boden. DF: Ist die Gegend hinter den Dünen eher flach oder hügelig? P: Es ist flach, und weiter weg sind ein paar einzelne Häuser zu sehen. DF: Ist das ein Dorf? P: Es kommt mir wie eine Außensiedlung einer größeren Stadt vor, könnte Los Angeles sein. DF: Welche Jahreszeit ist wohl gerade? P: Ich glaube, es ist Winter, und es wird gerade dunkel am Abend. DF: Wie geht es dir gerade, in welcher Stimmung bist du? P: Ich bin ein wenig traurig oder besser gesagt melancholisch. Es hat etwas mit dem Meeresrauschen zu tun. DF: Welches Meer ist das und wie heißt das Land? P: Es ist der Pazifik, und ich glaube, ich bin im Süden von Kali- fornien. DF: Sind Menschen oder Tiere in der Nähe oder bist du allein? P: Irgendwo sind bestimmt Menschen, aber sie sind mir nicht bewusst. DF: Was machst du gerade? P: Erst sitze ich, dann steh ich auf und schaue mich um. Es ist schön, wenn es allmählich dunkel wird. Ich habe einfach so ein Gefühl von Frieden. Irgendwann gehe ich zurück zu den Häusern. DF: Schau dir das Haus genau an, in das du hineingehst. Lass dir Zeit und beschreib es mir. P: Es steht rechts, wenn man den Weg entlanggeht.

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DF: Wohnst du da? P: Ja, die meiste Zeit über, manchmal auch in der Stadt. DF: Aus welchem Material und wie ist es gebaut? P: Aus weiß gestrichenem Holz mit einer Veranda, und es steht wie auf Stelzen. DF: Geh jetzt hinein und schau dir die Räume von innen an. Lebst du allein oder mit jemandem zusammen? fl: Gerade allein. DF: Geh mal in die Küche, schau dir an, wie sie eingerichtet ist, und beschreib sie mir. P: Ich sehe eine Waschmaschine, da ist ein Regal mit Gewürzen drauf, Gläschen und Tuten, ein Herd mit weißer Front und der Boden aus Holzdielen. DF: Jetzt geh in deinen Schlafraum und schau dir dein Bett an. Hat es ein Holzgestell oder ist es aus Metall - und ist es ein Einzel- oder Doppelbett? fl: Es ist ein breites Einzelbett mit Holzrahmen. DF: Schläfst du allein darin? fl: Ich bin allein. f)F: Welche Räume gibt es sonst noch? fl: Ein Badezimmer mit einer blau gekachelten Badewanne. DF: Gibt es auch einen Wohnraum und, wenn ja, wie ist er ein- gerichtet? fl: Der sieht chaotisch aus. Überallliegen stapelweise Zeitschrif- ten, Bücher und Schallplatten herum. Da ist auch ein Aschen- becher. DF: Rauchst du? Wenn ja, was rauchst du genau? 1': Zigaretten. DF: Kannst du die Packung erkennen? 1': Weiß-rote »Marlboro«.

I> P: Was ist deine Tätigkeit,

Tom?

P: Ich schreibe Berichte, bin Journalist bei einer Zeitung. DF: Mit welchem Werkzeug schreibst du? P: Mit Bleistift und einem Block, und wenn ich meine Berichte abgebe, übertrage ich sie im Verlagsbüro auf einen Computer und gebe sie danach ab. DF: Welche Art von Berichten schreibst du? P: Entweder politische Texte oder Fachberichte, vor allem über Computerentwicklung, wobei die technischen Texte überwie- gen. DF: Das ist eine interessante Kombination. Für welche Art von Zeitschrift arbeitest du und wie heißt sie? P: Sie erscheint einmal im Monat und heißt vielleicht ))CT«, da bin ich mir aber nicht sicher. DF: Wir lassen das einfach so stehen. Wir müssen keinerlei Be- weis erbringen. Wir springen jetzt zur nächsten großen, be- deutsamen Lebensstation, so als ob wir den schnellen Vorlauf einer Fernbedienung betätigen, ich zähle von eins auf fünf, und bei fünfbist du in der nächsten bedeutsamen Situation.

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Was nimmst du jetzt wahr?

P: Es ist dunkel, ich stehe am Eingang zu einem Schrottplatz. DF: Wie alt bist du jetzt? P: Ende dreißig. DF: Zu welchem Zweck stehst du hier? P: Ich schau mich um, um etwas herauszufinden. DF: Was willst du herausfinden? P: Vielleicht hat es etwas mit Umweltverschmutzung zu tun. Ich sehe Lachen von Flüssigkeit, die ausgelaufen ist. DF: Wie geht es dir jetzt? P: Okay, aber etwas nervös. Auf der rechten Seite ist so ein Ver- schlag, wo tagsüber jemand den Schrottplatz beaufsichtigt, aber jetzt, in der Nacht, ist er leer.

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I> F: Hast du irgendetwas bei dir, irgendwelche Gegenstän- de? 1': Einen Schlüsselbund, eine Taschenlampe.

I> F: Was

1': Ich schaue mir mit meiner Taschenlampe die Lachen genau- er an, sie sehen ölig aus, und Plastikteile schwimmen darin. Es riecht allgemein nach Öl. I> F: Weißt du, was das ist? 1': Ich weiß nur, dass es etwas Ungesundes ist und nicht ganz

rechtens. I> F: Was geschieht als Nächstes? 1': Jemand schießt mit einem Gewehr auf mich. I> F: Wo wirst du getroffen? 1': In den Rücken. I>F: Fällst du um? 1': Zuerst auf die Knie und dann nach vorn.

I> F: Bist du gleich tot?

1': Nicht sofort. I> F: Erkennst

1': Das ist der Verwalter oder Besitzer des Schrottplatzes. I> F: Kennst du ihn? 1': Nur vom Sehen. I> F: Warum schießt er auf dich? 1': Es ist ihm nicht geheuer, dass da jemand nachts herum- schleicht. l>F: Schießt er dann gleich drauflos? 1': Ja, er schießt zuerst und fragt dann: ))Wer ist da?« I>F: Wie geht es dir jetzt so angeschossen? 1': Ich bin geschockt und habe Angst, fühle meine Beine nicht mehr. I JF: Wie geht es jetzt für dich weiter?

geschieht als Nächstes?

du denjenigen, der auf dich schießt?

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P: Ich hab mich irgendwie umgedreht, und da steht der Mann, schießt noch mal auf mich, auf meinen Kopf. DF: Was sind deine letzten Gedanken und Gefühle, Tom? P: Scheiße! Ich bedaure das Ende.

Tod und Übergang in eine jenseitige, nichtstoffliche Welt

DF: Dein Leben geht zu Ende, Tom, deine Seele löst sich vom Körper und schwebt darüber. Willst du noch irgendetwas auf der irdischen Ebene erkunden? Du kannst wahrnehmen, auch wenn du inzwischen keinen physischen Körper mehr hast, sondern einen Seelenkörper. Du kannst auch denken und fühlen. Deine Eindrücke in diesem anderen Zustand werden von deinem Gehirn in Sinneseindrücke übersetzt. P: Ich kann mich noch nicht gleich lösen von dieser Situation, weil ich diesen Mann betrachten möchte. Es ist der Mann, den ich schon tagsüber in diesem Verschlag gesehen hatte. Ein dicker Mann mit rundem Gesicht und stoppeligen, kur- zen Haaren. Er sieht grobschlächtig aus. Ich ärgere mich da- rüber, dass er einfach so geschossen hat. DF: Ja, das ist verständlich. Kann es sein, dass er befürchtete, dass du etwas aufdecken willst? P: Bestimmt, ja, das wird mir jetzt klar. DF: Hattest du zuvor schon mal mit ihm gesprochen? P: Ich habe ihm wohl unangenehme Fragen gestellt. DF: Wie reagiert er jetzt, nachdem er dich erschossen hat? P: Er schafft den toten Körper weg und wirft ihn in eine Grube zwischen den Autostapeln. DF: Offensichtlich hat er dich aus dem Weg geräumt, weil deine Recherchen unliebsam waren.

go

1': Das war gar nicht nötig, was soll denn das? Offenbar war er der Meinung, er müsste das machen. IJF: Scheiße mit einem Wort. Aber schauen wir noch mal zu- rück auf dieses Leben, das hinter dir liegt. Was war das un- term Strich für ein Leben? 1': Das war ein gutes Leben, sinnvoll und bedeutsam. Ich hatte zwar keine Partnerin und keine Familie, aber treue Freunde, mit denen ich oft etwas trinken ging und mit denen ich auch gute Gespräche hatte. I) F: Was bedeutete dir deine journalistische Tätigkeit? 1': Das war gut, ich hab mich frei gefühlt, ich konnte selbststän- dig arbeiten und mir meine Zeit flexibel einteilen. l)f: Warst du unabhängig und konntest du schreiben, was du für richtig hieltest? 1': Ich bekam wohl Aufträge, über bestimmte Themen zu schrei- ben. In diesem Rahmen habe ich mir die Themen, um die es ging, angeeignet und darüber Berichte geschrieben. Ich musste eben zu einer bestimmten Zeit fertig werden. Ich mochte diese Tätigkeit. Doch ich habe dann angefangen, noch über andere Dinge zu schreiben. Ich wollte Leute über Dinge informieren, die falsch laufen, und das war mir wich- tig. Das habe ich einige Jahre so gemacht. Wir waren so eine Gruppe von Leuten, eine Art Hilfsorganisation, und für diese habe ich geschrieben und eine Art Informationsblätter veröf- fentlicht, nichts, was regelmäßig erschien. Die technischen Aufträge habe ich auch noch nebenbei übernommen, weil diese Arbeit nicht besonders gut bezahlt wurde.

I >I:: Gut, kannst du dich jetzt lösen

1': Ja. 1>1:: Dann kehr jetzt zurück in deine Seelenheimat Du kennst den Weg; du bist ihn schon oft gegangen. Deine Seelenfüh-

von diesem Leben?

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rung ist immer bei dir, begleitet dich und freut sich schon auf den bewussten Kontakt zwischen euch, sie wird sich für dich wahrnehmbar zeigen und mit dir kommunizieren. Löse dich von der Erde, sie wird kleiner und entschwindet. Du bist auf dem Weg in eine höhere Ebene, eine geistige Welt, und du hast auch keinen festen Körper mehr, sondern bist in deinem Energiekörper. Versuch darauf zu vertrauen, dass diese Di- mension, in die du jetzt hineinschwebst, eine Welt voller Leichtigkeit ist, voller Freiheit, Licht, liebevoller Verbunden- heit, Schönheit, Lachen und Kreativität. Halt dich einfach in Bewegung und lass dich dorthin ziehen, wohin sich deine

Seele sehnt

(Längere Pause.)

Was nimmst du jetzt wahr um dich herum und wie nimmst du deinen eigenen Zustand wahr? Spürst du dich in Bewegung? P: Es wird heller, ich trudele so nach oben, ich sehe so etwas wie

eine riesige Wolke aus rosa Zuckerwatte. DF: Und da trudelst du hinein? P: Ja, wie gelbes und rotes Wassereis, und auch rosa Sahnetört- chen ragen da heraus. DF: Das sieht ja interessant aus. P: Es ist alles riesig groß. Ich sehe auch eine Banane, die je- mand in der Hand hat. DF: Was ist das für eine Gestalt?

Kommunikation mit dem Seelenführer

P: Ich glaube, das ist mein Geistführer. Er beißt ein Stück davon ab und prostet mir dann mit der Banane zu. DF: Er scheint ein Witzbold zu sein. Geh mal nah zu ihm heran. Nimmst du dieses Wesen als männlich wahr? Und welche Form hat es?

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P: Eindeutig männliche Ausstrahlung in menschenähnlicher Gestalt. DF: Erkennst du irgendeine Art von Bekleidung? P: Wie eine römische lange Toga in Rosa und Gelb. DF: Kannst du ein Gesicht erkennen? P: Ja, er sieht aus wie ein älterer Mann. DF: Und was strahlt er aus?

P: Liebe und Freundlichkeit, Wärme und Kameradschaft. DF: Lass diese intensiv auf dich einwirken und genieß es- es

ist sehr heilsam

(Kurze Pause.)

P: Wir schweben jetzt zusammen zwischen diesen Wolken. DF: Schwebt ihr nebeneinander? fJ: Nein, wir sind uns gegenüber, und er hat immer noch die Banane in einer Hand. DF: Welche Bedeutung hat sie? fJ: Ich habe das Gefühl, dies bezieht sich auf die Umweltschutz- angelegenheit in meinem letzten Leben. Er nimmt kurz die

Gestalt eines Affen an und trommelt sich auf den Brustkorb. Er will mir damit zeigen, dass ich es gut gemacht habe. DF: Er ist zufrieden mit dir, stolz auf dich und ist auch ein rech- ter Witzbold. fl: Er drückt Freude und Stolz auf mich aus, zeigt mir Anerken- nung und Lob. Er legt mir jetzt eine Hand auf die Schulter und bedeutet mir, dass er mich irgendwohin führen möch-

te

(Pause.)

Wir schweben in einen Lichttunnel hinein.

I> F: Das ist ja faszinierend. Wohin führt dieser Lichttunnel?

Begegnung mit der Seelengruppe

1': Wir tauchen zwischen zwei Wolkenschichten auf, und da sind noch mehrere Gestalten.

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DF: Nimmst du sie in menschenähnlicher Form oder anders wahr? P: Wie Präsenz von Energie, und da gibt es auch so etwas wie Holzeisenbahnzüge, in denen einige drinnen sitzen und he- rumfahren. Wir stehen wie an einer Straße, und ab und zu fährt so ein Wagen vorbei. Ich kann sehr weit in die Wolken hineinsehen. Und weiter entfernt zwischen und halb hinter den Wolken ist eine sehr große helle, warme Sonne. Ich kann mitten hineinschauen, ohne dass es blendet. Es ist ganz an- ders als bei unserer Sonne. Die Wärme hat die Hauptbedeu- tung, sie ist die Atmosphäre dieser Leichtigkeit und Freund- lichkeit. Es ist sehr schön.

DF: Genieß es ausgiebig

P: Mein Seelenführer deutet nach rechts und führt mich weiter. Wir gehen zu einer Rampe. Da stehen Häuser wie Spielzeug- häuser an der Seite. Der Boden erscheint jetzt nicht mehr wie eine Wolke, sondern wie aus Holz. Jetzt sehe ich eine Art Sonnentempel, zu dem einige Stufen hinaufführen. Eine

Energieeinheit kommt mit einem Looping heran und teilt sich in mehrere Einzelwesen, die sich an diesen Stufen pos- tieren, wie ein Spalier. Ich kenne diese Wesen. DF: Kennst du sie aus deinem jetzigen Leben oder von anders- wo? Wer sind sie? P: Sie haben auf mich gewartet. Es sind meine Seelenfreun- de, aber ich erkenne sie nicht wieder aus meinem jetzi- gen Leben, sondern weiß nur, dass es meine Seelengruppe ist. DF: Schau sie dir genau an. Sind da Gefährten aus deinem der- zeitigen Leben? Es muss allerdings nicht sein, dass jemand von den jetzt Inkarnierten dabei ist. P: Nein, ich erkenne niemanden aus meinem jetzigen Leben.

(Längere Pause.)

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DF: Macht nichts, genieß einfach den Empfang. Du darfst dich über diese Wiederbegegnung freuen. r: Mein Geistführer holt mich jetzt da weg und wieder zu sich. Er schwebt schon eine ganze Ecke weiter und deutet auf ir- gendetwas in der Ferne. Er zeigt auf einen großen Eislutscher in Sternform. Wir fliegen darauf zu, darin ist eine Klappe auf der Seite, die sich nach oben öffnet. Jetzt erscheint eine Figur aus einem Computer-Memory-Spiel, das ich früher ab und zu spielte, wie eine Art Joker sieht sie aus. DF: Welche Bedeutung hat der Joker? P: Ich bekomme irgendetwas dazu. Ich nehme alles sehr farbig wahr, sehr viele Pastelltöne, vor allem Gelb und Weiß. DF: Geh jetzt in einen intensiveren Austausch mit deinem See- lenführer, damit du mehr verstehst, was diese Bilder bedeu- ten, und auch Antworten bekommst auf deine Lebensfragen. P: Ja.

Peters Lebensfragen an seinen Seelenführer

( l eh habe Peters Fragen auf einer von ihm geschriebenen Liste bei mir. Sie sind im Text kursiv, meine Fragen sind normal gedruckt.)

DF: Lieber Seelenführer, kannst du uns deinen Namen nennen, wenn du einen hast, damit wir leichter mit dir kommunizie- ren können? P: Ich glaube, er heißt Selian. DF: Danke, auch dafür, dass du dich für deinen Schützling so

wahrnehmbar zeigst. Ich bitte dich jetzt, seine Lebensfragen zu beantworten, die ich dir gleich stellen werde. Bitte beant- worte jede einzelne klar, wahrhaftig, eindeutig und hilfreich für deinen Schützling. Du, Peter, öffnest dich jetzt für den

telepathischen Empfang seiner Antworten

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(Pause.)

Die erste seiner Lebensfragen an dich, Selian, lautet: Was

ist meine Lebensaufgabe? Welche Aufgaben möchte ich in mei- nem Leben angehen?

P: Im Augenblick nehme ich noch nichts wahr. DF: Das liegt vermutlich daran, dass du ein wenig aus der Tran- ce herausgekommen bist. Ich führe dich wieder tiefer hinein, während ich von zehn auf eins rückwärts zähle.

Bei jeder Zahl gleitest du wieder tiefer und

tiefer in Trance. Alle deine Muskeln entspannen, der Verstand ruht sich mit dem Körper aus, und du sinkst in dich selbst hinein, in deinen überbewussten Seinszustand.

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(Ich berühre Peters Stirn, eine Geste, die wir zuvor als Signal für die Trancevertiefung vereinbart hatten.) Und

jetzt gehst du wieder in Kontakt mit deinem Seelenführer. Wenn ich deine Stirn sanft berühre, tauchst du tief in diese telepathische, intuitive Kommunikation.

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Und 1

Jetzt sinkst du in dein Seelengedächtnis hinein

Nimmst du deinen Seelenführer bei dir wahr? P: Ja. DF: Selian, ich bitte dich nochmals, die Lebensfragen deines Schützlings Peter nun zu beantworten. Bitte gib ihm auf jede einzelne Lebensfrage eine wahrhaftige, klare, eindeutige und für ihn hilfreiche Antwort. Du, Peter, öffnest dich jetzt ganz für den telepathischen Empfang seiner Antworten und for- mulierst sie laut! Selian, Peters erste Lebensfrage lautet: Wel-

che Aufgabe habe ich für dieses Leben gewählt?

P: Er zeigt mir jetzt eine Pfanne mit einem Pfannkuchen darin. Er fordert mich auf, etwas aus dieser Pfanne herauszuneh- men. DF: Was bedeutet diese symbolische Antwort, Selian?

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P: Er faltet die Hände zusammen und öffnet sie wieder. Darin erscheint ein Schloss mit einem Regenbogen drüber. Dies be- deutet für mich, im Leben etwas zu erschaffen, was es vorher noch nicht gab. DF: Das leuchtet mir ein: etwas zu erschaffen, was vorher noch nicht da war. Ich komme auf diese Frage später noch mal zurück, Selian. Jetzt die zweite Frage: Welche Erfahrungen soll oder daif Peter in diesem Leben noch machen? P: Er nimmt ein Fernrohr, schaut hindurch und dreht sich dabei im Kreis herum. Es hat etwas mit Weitblick und Überblick zu tun, in die Ferne sehen, genauer betrachten, erkunden. DF: Die nächste Lebensfrage: Welche Lektion möchte er in diesem Leben lernen? P: Ein Bild von einem kleinen Kind erscheint mit einem Holz- dach darüber. Es hat etwas mit Geborgenheit zu tun. Jetzt zieht er ein zusammengeknotetes Betttuch hervor, hält beide Enden in seinen Händen und macht noch mal einen Knoten. Es gibt viele Knoten in diesem Betttuch. Jetzt ist es eine Art dreidimensionaler geknüpfter Teppich. DF: Wie verstehst du dieses Bild, Peter? P: Es hat etwas mit dem Knüpfen von Bindungen und einem Netzwerk zu tun, ein Gewebe von Bindungen in Geborgen- heit zu knüpfen.

DF: Selian, Peter fragt dich: Welche berufliche Tätigkeit soll ich wählen? Ist der Architektenberuffür mich ein möglicher Weg oder sollte ich einen anderen einschlagen? Ist die Schriftstellerei ein be- ruflicher Wegfür mich? P: Er zieht einen Füllfederhalter hervor und hat einen Block vor sich. DF: ))Schreiben« ist also die klare Antwort. Und gehört das Schreiben auch zum Architektenberuf?

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P: Mit der rechten Hand schreibt er auf diesen Block, und mit der linken Hand wühlt er in einer Kiste, die voller Bauklötze ist. DF: Bedeutet dies, dass Peter zweigleisig tätig sein soll? P: Er holt einen Bauklotz heraus und schaut ihn sich ganz ge- nau an. Der Bauklotz hat eine Sternform. Er macht einen An- hänger daraus und hängt ihn mir um den Hals. Es ist ein Symbol, an das ich mich erinnern soll. DF: Und was bedeutet dieses Symbol? P: Er zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin. DF: Ich frage noch mal hierzu: Haben die beiden Tätigkeiten, das Schreiben und das Arbeiten als Architekt, etwas mitein- ander zu tun, sollen sie parallellaufen oder ist es ein Entwe- der-oder? P: Er klopft mit dem Füllfederhalter auf den Bauklotz, was be- deutet, dass ich auch innerhalb meines Architekturberufs schreiben kann.

DF: Die nächste Lebensfrage: Was bedeutet die Übelkeit, wenn ich mich aufeine Stelle bewerbe?

P: Dass ich damit warten soll.

DF: Die nächste Lebensfrage: Woher kommt das geringe Selbst- wertgefühl und wie kann ich es stärken?

P: Ich sehe ein Spielzeugauto, in dem eine Familie sitzt. Sie fahren in guter Stimmung eine Straße entlang. Selian hat die Schnur dafür in der Hand und zieht uns herum. Mein Selbstwertgefühl wird stärker sein, wenn ich mal eine Fami- lie habe. DF: Hat das auch etwas mit einem verspielten Umgang mit dem Leben zu tun? P: Ja, ich soll nicht immer alles so ernst nehmen, sondern mich vom Leben auch wie an einer Schnur herumziehen lassen

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und dabei Spaß haben. Es ist ein sehr großes Spiel mit sehr viel Spielzeug und Zuckerwatte. DF: Wie kann er sein Selbstwertgefühl noch stärken? Kann er jetzt schon etwas dafür tun? P: Selian lässt sich jetzt dicke, fette Muskelpolster wachsen, und er zieht beide Arme so hoch wie Arnold Schwarzenegger. DF: Meint er körperliches Training? P: Nein, er meint, sich einfach stark zu fühlen. Ich bin schon stark, zeigt er mir. Es hat auch etwas mit »stolz auf mich sein(( zu tun.

DF: Nächste Lebensfrage: Was ist der Grund, warum ich mich bisher nicht für eine Partnerschaft öffnen konnte?

P: Er legt mir die Hand auf den Kopf wie einem Kind, als ob ich acht Jahre alt wäre. DF: Wie verstehst du diese Antwort? P: Ich verstehe sie nicht. DF: Dann frage ich jetzt gezielter. Bedeutet dies, dass Peter noch zu kindlich für eine Partnerschaft ist? P: Er stemmt die Hände in die Hüften, wirkt frustriert oder är- gerlich und schüttelt den Kopf. Ich glaube, es bedeutet, dass ich zu wählerisch bin. Ich weiß schon, ich suche nach etwas, was hundertprozentig passt. Was Menschen angeht, spüre ich auch sofort, wo ihre Probleme liegen. Ich soll es aber mehr zulassen, mich zu arrangieren. Die Probleme sind ja nicht bei jedem Menschen so gewichtig, als dass man sie nicht ausgleichen könnte. DF: An den Problemen lernt man ja auch und wächst. P: Selian sagt mir, ich solle nicht so viel nachdenken. Die Hand auf dem Kopf ist eine beschützende Geste. DF: Bitte klär noch mal den Zusammenhang mit einer mögli- chen Partnerschaft.

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P: Jetzt habe ich einen Stern auf der Stirn. Er nimmt mich an der Hand und zieht mich ein Stück aus der Dunkelheit her- aus zu sich hin. DF: Jetzt kommt mir ein Gedanke, dass du vielleicht ein Ster- nenkind bist. Selian, wie viele Inkarnationen hatte die Seele deines Schützlings schon und die wievielte Inkarnation ist die jetzige? P: Es sind eine Drei und eine Neun in der Zahl, die er mir zeigt, aber sie ist dreistellig. DF: Hatte diese Seele schon Inkarnationen in anderen Sonnen- systemen oder Galaxien?•3 P: Sehr viele. DF: Das dachte ich mir. Wann, in irdischen Jahren ausgedrückt, war diese Seele in einer solch anderen Inkarnation in einer anderen Welt? P: Zuletzt bis vor sechzig irdischen Jahren. DF: Selian, kannst du uns einen Namen für dieses Sonnensys- tem nennen? P: Nein, er nennt keinen Namen, lässt aber seinen Kopf zu ei- ner Kugel aus Glas werden, in der sich die Sterne spiegeln. DF: Um welche Erfahrungen ging es für deinen Schützling dort? P: Es ist eine dunklere, kühlere Welt als unser Sonnensystem. Ich sehe mich dort jetzt durch eine Landschaft auf dunklem Moos gehen. Es ist alles sehr klar. Ich bin in einer menschen- ähnlichen Form. DF: Ich möchte gern genauer verstehen, um welche Erfahrun- gen es dort eigentlich ging. P: Es ist eine Art von Ausgleich. Ich kehre immer wieder zwi- schen den irdischen Inkarnationen dorthin zurück, um mich auszugleichen. Dort werden Spannungen von der Erde ge- löst. Er hat zwei milchige Glaskugeln in seinen Händen und

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schaut hinein. An dem einen Ort ist mehr Ruhe, dafür ist es am anderen viel wärmer. Dort ist es angenehm kühl und sehr entspannend, auf der Erde ist es warm und aufregend.

f)f: Die nächste Lebensfrage: Sind die vielen Dinge, die ich im jetzigen Leben aus der geistigen Welt wahrnehme, real oder bilde ich mir dann nur alles Mögliche ein?

f>: Er zeigt mir ein überzeugendes Nicken. Auch meine Visio- nen in der Kindheit, die ich damals als nicht zu mir gehörig und fremd empfand, waren Erinnerungen an diese andere Welt. Sie gehörten und gehören zu mir. Fast alle meine Ein- drücke waren und sind Erinnerungen. DF: Welche Bedeutung hat Peters außergewöhnliche Einfüh- lung in die Natur? P: Jetzt macht er wieder diese Geste, bei der er seine Hände aufklappt und wieder zusammenfaltet. Dabei dreht er mir den Rücken zu. Die Wolken reißen auf, da ist der Mond. Es dreht sich um das Schreiben und darum, dass es mir einen tieferen Zugang ermöglicht. DF: Ich verstehe, dies hat etwas mit deiner Lebensaufgabe zu tun. Die nächste Lebensfrage lautet: Warum ist das Verhältnis zu mei-

nem älteren Bruder so schlecht und wie kann ich es verbessern?

P: Selian kratzt sich am Kopf und rauft sich ein wenig die Haa- re. Es ist einfach eine Sache, die so ist, wie sie ist. DF: Was kann Peter daraus lernen oder entwickeln? P: SelbstwertgefühL Ich soll mich nicht nach den Maßstäben anderer richten.

DF: Die nächste Lebensfrage: Was bedeuten die Migräneanfälle und kann ich etwas tun, um sie zu lindern oder, wenn möglich, zu vermeiden?

P: Er faltet seine Hände zusammen und legt seinen Kopf darauf schlafen. Ich soll mich mehr ausruhen, heißt das. Die Migrä-

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ne kommt durch Überanstrengung, durch zu viele Eindrü- cke, die ich in mich aufnehme. DF: Ich erzähle dir nach der Sitzung etwas zu unserem zirkadi- anen14 Rhythmus, Peter. Nächste Lebensfrage: Wie kann ich

mich dazu bewegen, meine Geschichten und Texte fertigzuschrei- ben?

P: Selian sitzt an einem Tisch und hat wieder Block und Füllfe- derhalter vor sich. Er schaut in die Ferne und schreibt weiter. Das sagt mir, ich soll einfach dranbleiben, während ich in die Ferne, also ins Weite und Zukünftige blicke. Auch wenn Zeit vergeht, weitermachen und nicht ungeduldig werden. DF: Lieber Seelenführer, bitte erinnere deinen Schützling jetzt an seinen Seelenursprung. Führ seine Seele dorthin, woher sie stammt. P: Ich sehe einen Ort wie eine große Blase, darin schwebt eine weiße Kugel. Ich stehe an der Seite dieser Kugel. Wenn ich da hineingehe, fühle ich überschäumende Lebensfreude. Es ist sehr stark, als würde man in einer Zentrifuge herumge- schleudert. DF: Nimm das tief in dich auf und präg es dir gut ein. Nimmst du dich darin als Individuum wahr? P: Nur als reine Freude und Bewegung.

(Pause.) Und wie wirst du dann zur individu-

DF: Genieß es

ellen Seele? P: Ich werde einfach rausgeworfen, und die Verbindung wird scheinbar unterbrochen, wird sie aber nicht wirklich. DF: Bitte lass jetzt Peter in einen großen Seelenspiegel schau- en, damit er seine Seele selbst wahrnehmen, sehen und füh- len kann.

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Blick in den Seelenspiegel

P: Er holt einen großen Spiegel vor. Meine Seele ist weiß, rosa und gelb. DF: Was strahlen das Weiß, Rosa und Gelb aus? P: Das Weiß ist kindliche Unschuld, Rosa ist Liebe, das Gelb ist Wärme und Hilfsbereitschaft. Im Gelb ist eine Öse ange- bracht, in die man sich reinhängen kann. Das ist eine Hilfe für andere, ein Zeichen von Stärke, etwas, was ich anderen vermitteln kann. DF: Was vermittelst du anderen? Stärke, aber vielleicht noch mehr, was noch? P: Selian schiebt jetzt den Spiegel zur Seite, er nimmt meine Wange und schüttelt mein Gesicht, sodass ich lachen muss. DF: Das bedeutet, dass du Liebe ausstrahlst, Stärke vermittelst, Freude und Lachen. Sicher über dein Schreiben, aber auch durch dein reines Sein. Das bist du einfach. Schön! Und das kannst du von heute an immer erinnern, wenn du das willst. Alles andere ergibt sich daraus. Gefällst du dir? P:Oja! DF: Und du sollst auch an dich glauben, das zeigt seine Geste. Er muss dir offensichtlich die Wangen hin und her ziehen, damit du dich erinnerst und daran glaubst, wer du bist. Hat Peter einen Seelennamen? P: Sele. DF: Dein Seelenführer heißt Selian und du Sele. Ihr gehört ganz offensichtlich zusammen. Hat er noch weitere geistige Helfer? P: Er macht eine Geste wie ~~Ja, natürlich!«. Es ist wie eine Selbstverständlichkeit. DF: Hast du, Peter, jetzt noch weitere Fragen?

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P: Wie soll ich das jetzt ganz praktisch mit den zwei Tätigkeiten anfangen? Ich möchte gern wissen, wie ich meinen Lebensunter-

halt sichern kann. Ich sehe da lauter Schwierigkeiten, die er allerdings nicht sieht. Er hat keinen Zweifel daran, dass ich gut über die Runden komme. DF: Hier geht es wieder um Selbstvertrauen. Noch eine Frage?

P: Ich frage dich, Selian, ob ich noch eine Doktorarbeit schreiben

soll. Er gräbt wieder mit einer Hand in der Bauklotzkiste und schreibt mit der anderen Hand auf den Block. Ich verstehe das als ein ))Ja«.

Weitere Fragen zur Seelengruppe

DF: Selian, wer gehört eigentlich zu Peters Seelenfamilie, was waren das für Wesen, die für ihn anfangs auf der Treppe Spa- lier standen? Und was verbindet seine Seelenfamilie mitein- ander? P: Ich sehe blaue und grüne Farbe, mit der ein Behälter gefüllt wird, es ist bunte Tinte und hat mit dem Schreiben zu tun. Es geht um das Wahrnehmen von Geschichten, auch um das Hineinspüren in die Dinge. Die Tinte läuft in einen größeren See hinein. DF: Wie viele Seelengefahrten sind in dieser Seelengruppe zu- sammen? P: Ich sehe vorn zwei sehr hell und nah, weitere fünf etwas wei- ter hinten. DF: Kennt Peter einen oder mehrere dieser Seelengefahrten aus der jetzigen Inkarnation? P: Ich glaube, eines der beiden hellen Wesen vorn ist meine Zwillingsschwester, das andere ist Christian, mein engster Freund. Bei den anderen bin ich mir nicht sicher, aber sie sind

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mir auch recht nah. Selian vermittelt mir jetzt ein unsicheres Gefühl. Das bedeutet, dass ich diese noch nicht kenne und dass ich sie in diesem Leben erst noch kennenlernen werde.

DF: Wie erfreulich! Da kannst du ja richtig gespannt sein. Und Selian, ist seine zukünftige Lebenspartnerin dabei? P: Er sagt mir: »Vielleicht.« Es ist noch nicht sicher. Vielleicht soll ich es auch noch nicht wissen. DF: Interessiert dich noch etwas in dieser geistigen Welt, Peter? Gibt es irgendetwas, was du noch anschauen oder erfahren

möchtest?

(Längere Pause.)

P: Ich bin jetzt abgelenkt und kann mich kaum noch konzent- rieren. DF: Selian, gibt es noch ein Letztes, was du deinem Schützling Peter unbedingt vermitteln möchtest? P: Er macht eine Geste und spreizt zwei Finger, dazwischen sitzt ein kleiner grüner Gnom mit einem großen runden Schild aus Holz in der einen Hand und einem kleinen Schwert in der anderen. DF: Was stellt er dar? P: Er ist klein, aber wehrhaft. Das Schwert ist aus Glas, und ich spiegele mich darin. Die ganze Welt spiegelt sich darin. DF: Ist das ein Teil von dir? Ist in dir auch so ein kleiner, witzi- ger und verschmitzter Gnom mit Schwert und Schild? P: Ja, genau in diese Richtung geht das. Er stellt sich vor mich hin, verschränkt die Arme und wirkt sehr selbstzufrieden. Klein sein und dabei stark sein gehört irgendwie zu mir. DF: Es bedeutet auch, dein wunderbares inneres Kind mit all seiner Lebendigkeit, Spontaneität und Kreativität als Erwach- sener zu bewahren. P: Ja, ich soll nicht zu ernst und erwachsen sein, sondern leicht, verspielt und sorglos.

DF: Selian, wir danken dir dafür, dass du deinem Schützling Peter heute einiges klargemacht hast. Du hast ihn daran erin- nert, wer und was er als Seele ist, welche Anteile zu seiner Seele gehören, wie zum Beispiel der Gnom. Du hast ihn sei- ne ureigenste Seelenessenz fühlen lassen. Du hast ihm nahe- gelegt, dass er beruflich zweigleisig fahren soll und kann, nämlich als Architekt und Schriftsteller. Du hast ihm seine besondere Gabe vermittelt, Geschichten wahrzunehmen, zu erfühlen und sie zusammen mit seiner Seelengruppe in ein größeres Ganzes fließen zu lassen. Du hast ihm gezeigt, dass er abwechselnd in zwei ganz verschiedenen Welten inkar- niert, was für seine Seele eine ausgleichende Funktion hat. Er durfte sich daran erinnern, woher seine Seele stammt, näm- lich aus einer Kugel voll bewegter, überschäumender Freude. Über deine Geste des Händeschließens und Wiederöffnens hast du ihm gezeigt, dass es zu seiner Lebensaufgabe gehört, etwas Neues zu erschaffen, was es vorher hier bei uns noch nicht gab, und dass seine außergewöhnliche Wahrneh- mungsfähigkeit und Sensitivität dabei seine Werkzeuge sind. Du hast sein Selbstvertrauen gestärkt, auch in seine Fähig- keit, kindlich, klein und gleichzeitig erwachsen und stark sein zu können und immer gut über die Runden zu kom- men. Vor allem stehst du ihm zur Seite mit Anerkennung und Wertschätzung, Güte und Humor. Vielen herzlichen Dank! P: Ja, danke! Er winkt mir zu. DF: Wir verabschieden uns im Bewusstsein, dass du, Peter, je- derzeit bewussten Kontakt herstellen und mit ihm kommu- nizieren kannst. P: Er legt seine Hand auf meine rechte Schulter als ein Zeichen, das jetzt mit einem warmen Gefühl einhergeht, an dem ich

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die Verbindung zu ihm spüre und bewusst erkenne. Er steht immer hinter mir, an meiner rechten Seite.

Rückorientierung aus der Trance ins Wachbewusstsein, Empfehlungen und Schlussbesprechung

DF: Selian gibt dir Rückenstärkung, Begleitung und Unterstüt- zung. Vielen Dank! Wir kehren jetzt durch den Tunnel der Zeitlosigkeit zurück in die irdische Raum-Zeit-Dimension. Zieh deine spirituellen Antennen so weit wie nötig ein, um hier gut funktionieren und leben zu können, behalte sie so weit ausgefahren, wie es für dich hilfreich ist. Die Verbin- dung zur geistigen Welt ist ein wesentlicher Aspekt deiner Lebensaufgabe. Ich zähle dich wieder von eins auf zehn zurück, und wenn ich ))Zehn« sage, kommst du wieder in diesem Raum an, bist vollkommen wach, klar und bewusst und ganz in deinem Körper.

Durch den Tunnel der Zeitlosigkeit zurück in deine jetzige irdische Gegenwart

bringst du alle für dich überzeugenden und hilfrei-

chen Erinnerungen, Antworten und Erkenntnisse mit. Du nimmst sie in deinen Körper und in deinen innersten Her- zensraum hinein, damit sie sich mit deinem Herzen verbin- den können

Alles wird sich erst einmal setzen, in eine für dich

vollkommen stimmige Perspektive gebracht, damit du in im- mer mehr Harmonie kommst mit deiner Seele

Beweg jetzt deine Hände und Füße, spür deinen Körper und nimm diesen Raum hier wieder wahr

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Du bist wieder ganz im Hier und Jetzt. Nimm die

Augenmaske ab, doch lass deine Augen noch eine Weile ge- schlossen, damit das Tageslicht nicht zu grell wirkt. Öffne

dann langsam die Augen. Du darfst noch so lange auf der

Couch liegen bleiben, wie du möchtest, bis du den richtigen Zeitpunkt spürst und dich langsam aufsetzt, um auch den

Kreislaufwieder anzupassen

(Lange Pause, Gähnen.) Hallo,

bist du wieder ganz da? P: Ja, vielen Dank! DF: Um die Erinnerungen an deine Erfahrung zu bestärken, empfehle ich dir, die Aufnahme unserer heutigen Seelenreise auf CD drei bis vier Monate lang mindestens zweimal im Mo- nat anzuhören, zumindest ausschnittweise. So wird auch ein ausgleichendes Gegengewicht zum zweifelnden Verstand ge- bildet, der sich ja immer einmischt und im schlimmsten Fall alles Erreichte zerstören könnte. Das Anhören trägt dazu bei, deine Erinnerungen und Er- fahrungen bei der Seelenreise zu verinnerlichen und zu inte- grieren, bis alles für dich selbstverständlich ist. Du kannst dir auch Notizen machen zu deiner Selbstwahrnehmung nach der Sitzung. Sie wirkt nämlich sehr lange auf allen Funkti- onsebenen weiter, auf der spirituellen, mentalen, emotiona- len und sogar körperlichen. Meist ist das nicht bewusst, doch in manchen Momenten wirst du es bemerken. Und diese Momente einer vielleicht veränderten Selbstwahrnehmung,

Perspektive oder eines neuen Lebensgefühls solltest du dir zu deinem Nutzen aufschreiben. P: Das war ganz schön anstrengend. DF: Ja, die Konzentration so lange zu halten ist anstrengend. Du hast es ganz prima gemacht. Es war eine sehr schöne, bunte und reiche Seelenreise mitallden Bildern, Metaphern

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und Symbolen. Deine besondere Hochsensibilität konntest du dabei sehr gut nutzen. Wie geht es dir jetzt? P: Gut, ich muss nur meinen Kreislauf wieder normalisieren.

l·:s folgt eine kurze Nachbesprechung der Sitzung. Ich gehe dann :1 us dem Raum, um ihm ein paar Minuten Zeit mit sich allein zu lassen. Danach machen wir eine Schlussbesprechung. Die Auf- nahme der Seelenreise gebe ich Peter als CD mit nach Hause.

Anne: Wer ist mein Seelengefährte? Familie leben oder weiterhin »Herzensspiele« spielen?

1\nne ist 34 Jahre alt und geschieden, sie hat eine achtjährige Tochternamens Mia und einen neuen Lebenspartner, Dieter, zu dem sie eine freundschaftliche Beziehung unterhält, den sie ;tber nicht liebt. Sie leidet unter einem Konflikt, weil sie einer- seits fühlt, dass er kein Seelengefahrte für sie ist, andererseits jedoch ein guter Mensch, ein fürsorglicher Mann und Zweitva- ter für ihre Tochter Mia. Die größten Lebensfragen, die sie in die Sitzung mitbrachte, drehen sich um Seelengefahrten, Liebe, Partnerschaft, Familie und Freundschaften.

Einleitung und Vertiefung der Trance- Ressourcen- Rückführung in den Mutterleib und zur Inkarnation der Seele in den eigenen Körper

Auch diese Seelenreise beginnt mit einem Vorgespräch, einer etwa dreißigminütigen Induktion, die durch weitere dreißig Mi- nuten Trancevertiefung einen hypnagogen Bewusstseinszustand

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erzeugt (Theta-Gehirnwellen). Die Verankerung eines inneren geborgenen Ortes, die Invokation, die Trancevertiefung mit Al- tersregression zu den Ressourcen der Kindheit sind ähnlich wie bei der ersten Seelenreise mit Peter. Meine Wiedergabe von An- nes Seelenreise beginnt mit der Rückführung in den Uterus mit Erinnerungen an dieses Sein dort, kurz vor ihrer Geburt und bei der Inkarnation ihrer Seele in ihren eigenen kleinen Körper.

Dorothea Puckert: Das Erste, was ich dich fragen möchte, ist, ob du deine Arme und Beine noch ein wenig bewegen kannst, denn es ist ja schon ziemlich eng da drinnen. Anne: Ja, geht gerade noch so. DF: Der Kopf ist wohl nach vorn gebeugt und der Nacken ge- dehnt. Ist das auch noch auszuhalten? A: Ja, und es ist auch schön. DF: Sag mir, ob du den Herzschlag deiner Mutter irgendwie wahrnehmen kannst. A: Ja, ich spüre ihn. DF: Nimmst du in manchen Momenten wahr, wie es deiner Mutter geht? Kannst du manchmal spüren, was sie fühlt? Manche Ungeborene spüren die Befindlichkeit der Mutter, andere können sich nicht daran erinnern. A: Sie ist zufrieden. DF: Das ist prima. Du bist ja jetzt auch schon einige Zeit in deinem eigenen kleinen Körper. Welche Zahl taucht spontan aufbei der Frage, in welchem Schwangerschaftsmonat deine Seele in deinen eigenen kleinen Körper hineinschlüpft? A: Drei.