Traumschiff Energiewende in Seenot, was nun?

Ulrich Wolff Januar 2014

Seit dem Jahr 2000 steigen die Strompreise in Deutschland steil an. Damals kostete eine kWh noch 11 Cent, im Jahr 2013 sind es bereits 28,5 Cent mit (noch!) ungebremst steigender Tendenz. Im gleichen Zeitraum stieg der Strompreis In den USA von 6 Cent auf 9 Cent und sank in Frankreich von 14 auf 13 Cent.) Einem kleinen Teil der deutschen Industrie wird zwar zum Erhalt der Konkurrenzfähigkeit ein Rabatt gewährt, der große Rest muss jedoch versuchen, den Anstieg der Produktpreise an die Verbraucher weiter zu leiten. Alleinige Ursache sind die staatlichen Eingriffe in den Strommarkt mit diversen Sondersteuern, aber insbesondere mit dem „Erneuerbare-Energien-Gesetz“ (EEG). Seine Geschichte: Ein von Bundesminister Töpfer entworfenes Stromeinspeisegesetz verpflichtete die konventionellen Energieversorger seit dem 1. Januar 1991, alternativ erzeugten Strom abzunehmen und mit 75 – 90 % des v

Unter Bundesumweltminister Trittin machte eine Rot-Grüne Koalition (1998 - 2005) daraus unter dem Namen EEG Wind-, Biogas-, Wasserkraft- und Solaranlagenbetreiber. Beginnend „1 Ap 2000“ erhalten diese Lieferanten eine vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme an auf zwanzig Jahre geltende . Die Vergütung übersteigt seither den Preis des verdrängten Stroms konventioneller Kraftwerke (insbesondere den aus Kohle und Kernenergie) um Faktoren zwischen 2 bis 10. Blauäugige Profiteure betrieben daraufhin einen rasanten Ausbau dieser mit dem EEG privilegierten Stromerzeugung, so dass zum Erhalt der Netzstabilität zeitweise sogar die Einsp „ - Z pp “ abgewiesen werden musste. Um „ ä “ b w , trat unter Bundesumweltministers Gabriel die EEG-Novelle vom 1. Januar 2009 in Kraft. Der Gesetzesänderung folgend wird nun auch nicht gelieferter Strom vergütet. § 12 bestimmt: „Wird die Einspeisung von EEG-Strom wegen eines Netzengpasses reduziert, sind b b b entgangenen Einnahmen zu entschädigen. Übersteigen die entgangenen Einnahmen in einem Jahr ein Prozent der Jahreseinnahmen, sind die Betreiberinnen und Betreiber zu 100 Prozent zu entschädigen. “ Dieses Gesetz schloss im Vollzug eines totalen Abschieds von den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft in der Stromversorgung die letzte kleine Lücke. Angeblich sollte mit Hilfe dieses Gesetzes ein Ausstieg aus der Nutzung von Kohle und Kernenergie erreicht werden. Die Stilllegung der verbliebenen „ y “ Kernkraftwerke ist bereits im Atomgesetz verankert, den Vollzug muss und wird allerdings die Bundesnetzagentur ebenso verbieten wie das bereits

2 die Anträge auf Stilllegung einiger unwirtschaftlich gewordener Kraftwerke traf. Das EEG ignoriert nämlich wesentliche grundsätzlich für jedermann unübersehbare Fakten: Wind und Sonne sind in Deutschland selten und immer wieder wochenlang nicht verfügbar. Geeignete Stromspeicher gibt es nicht und kann es auch in Zukunft aus technischem, wirtschaftlichen und ökologischen Gründen nicht geben. Der Missbrauch von Biomasse liefert zwar nur kleine Beiträge, konkurriert aber mit dem Hunger auf der Welt. So erzeugt die Energiewende im Jahr 2013 folgende Situation: Der deutsche Strombedarf variiert unverändert zwischen minimal etwa 45 GW und Höchstwerten von 75 – 80 GW. Die erforderliche und nach Bedarf regelbare Leistung konventioneller Kraftwerke hat nach der in der Sache unbegründeten nur mit angeblichen ethischen Bedenken gerechtfertigten Abschaltung von 8 Kernkraftwerken (8,4 GW) unter der Bundeskanzlerin Merkel im Jahr 2011 bisher gerade eben ausgereicht, um großflächige Abschaltungen der Stromversorgung zu verhindern. Die Bundesnetzagentur ist daher zur Sicherung der Stromversorgung gezwungen, die Stilllegung weiterer „ y “ (zuverlässiger!) Kraftwerke – aus welchen Gründen auch immer - zu verbieten. Windräder und Solarzellen haben 2013 eine installierte Nennleistung von 65 GW erreicht, die zeitweilig nicht vollständig benötigt wird, zeitweilig überwiegend nicht verfügbar ist und insgesamt lediglich 12 % des deutschen Strombedarfes erzeugen kann. Selbst diese kleine Liefermenge kann daher 2013 nicht mehr vollständig in das deutsche Netz eingespeist werden, so dass ein (noch) kleiner Anteil des erzeugten Stroms bereits ins Ausland (teils mit Zuzahlung) verschenkt wird. Der ins deutsche Netz eingespeiste Wind- und Solarstrom kann daher kein einziges konventionelles Kraftwerk ersetzen, sondern lediglich deren Strom verdrängen. Als Folge reduzieren sich Wirkungsgrad und Auslastung dieser thermischen Kraftwerke, so dass auch sie unwirtschaftlich werden. Die entstehenden Kosten sind im gegenwärtigen Strompreis noch nicht einmal enthalten. Erst das Verbot ihrer Stilllegung lässt eine Erstattungspflicht entstehen Fazit:: D „T Energiewende“ konnte bisher und kann in Zukunft kein einziges Kohle- oder Kernkraftwerk ersetzen. Gaskraftwerke sind unwirtschaftlich geworden. Erträumte Stromspeicher fehlen jetzt und bleiben auch in Zukunft Utopie. Sogar die Freisetzung von CO2 ist in Deutschland weiter angestiegen und macht die Erde ein klein wenig grüner. Was nun? - Peinlich ist der Schulterschluss der deutschen Parteien zu dieser gemeinsamen Irreführung des Wahlvolkes. Ließe man die Strompreise weiter steigen, ist abzusehen, dass der Zorn der (ohne ethische Bedenken) betrogenen großen Mehrheit der Bevölkerung die dilettantischen Täter einholt. Zudem droht allein aus dem Verhalten der Staaten außerhalb Deutschlands die Aufklärung über die inzwischen rein deutschen Angstobjekte eines angeblichen Klimawandels und der angeblich nicht akzeptablen Risiken der Kernenergienutzung. Gesucht wird daher inzwischen von einer politischen Mehrheit ein Rückweg aus dem Dilemma, der das Fehlverhalten der Politiker hinreichend verschleiert und unter den Teppich kehrt. Das ist keine leichte Aufgabe! Man wird die Lösung wohl auch in diesem Fall mit dem üblichen „ “ portionsweise suchen.

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Wenn dagegen neue unbelastete Politiker die Heilung übernehmen könnten, würde sich zwanglos z. B. ohne neue lange Stromleitungen folgende volkswirtschaftlich optimale Lösung zur Wiederherstellung der Versorgungssicherheit bei einem Strompreis unter 15 Cent/kWh anbieten: 1. 2. Aufdecken des Wissenschaftsskandals zum angeblichen anthropogenen Klimawandel. Vorlage der Nachweise, dass aus technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Gründen ein Ausstieg aus der Kernenergie nur möglich ist, wenn vorlaufend ihr Ersatz durch Kohle- oder Gaskraftwerke finanziert und realisiert wurde. Verlagerung zu streichender Sondersteuern auf Strom auf die Mehrwertsteuer. Kassieren des EEG. Anfahren der abgeschalteten 8 Kernkraftwerke. (Mit Blick auf die finanzielle Belastung der Geringverdiener auch das wieder aus ethischen Gründen.) Erlaubte Einspeisung und Vergütung von Wind- und Solarstrom nach marktüblichen Konditionen im Ermessen der Eigentümer.

3. 4. 5. 6.

Im Raum bleibt die als Folge der gravierenden politischern Fehler zu Lasten Dritter garantierte Vergütung von 400 Milliarden EURO über 20 Jahre für eine Investition in Windkraft und Solarzellen, die ihr Ziel total verfehlt. Eine Forderung leichtgläubiger Investoren auf Entschädigung kann sich daher wohl nur an die Bundesrepublik Deutschland und nicht etwa an unbekannte Stromverbraucher in den nächsten 20 Jahren richten. Einen freiwilligen Investor, der sich nicht hinreichend sachkundig macht, sondern blindlings in der Sache unbegründeten Zusagen vertraut, muss zu Recht zumindest eine erhebliche Mitschuld an dem entstandenen Verlust treffen. Von Anfang an hatten Sachverständige begründet vor dem Irrweg Energiewende gewarnt. Auch bleibt dem Investor die Möglichkeit, den Strom aus seinen Anlagen selbst zu nutzen oder zu marktüblichen Preisen z. B. an der Strombörse zu verkaufen. Vielleicht kann eine gütliche Einigung erreicht werden. Wenn das nicht gelingt, bleibt, wie in anderen Fällen üblich, der Weg über die zuständigen Gerichte.