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An die

Delegierten zum a.o. Bundesparteitag

der Freien Demokratischen Partei

Liebe Parteifreundinnen, liebe Parteifreunde,

Partei Liebe Parteifreundinnen, liebe Parteifreunde, Berlin, 8. April 2013 beigefügt erhalten Sie die in der

Berlin, 8. April 2013

beigefügt erhalten Sie die in der Bundesgeschäftsstelle frist- und formgerecht eingegangenen Anträge zum a.o. Bundesparteitag in Nürnberg. Hierbei handelt es sich u.a. auch um den Entwurf zum Bundestagswahlprogramm „Bürgerprogramm 2013“ sowie um verschiedene Anträge auf Änderung der Bundessatzung.

In Absprache mit den Hauptgeschäftsführern der Landesverbände senden wir Ihnen das Antragspaket wie üblich über die Landesgeschäftsstellen.

Sollte Ihnen die Teilnahme am Bundesparteitag in Nürnberg nicht möglich sein, bitten wir Sie, das Antragspaket an den von Ihnen bestimmten Ersatzdelegierten oder an Ihren Landesverband weiterzuleiten.

Alle Änderungsanträge zum Wahlprogramm sowie zu den normalen Anträgen, die bis spätestens

Montag, 29. April 2013

in der Bundesgeschäftsstelle eingehen, werden in eine umfassende, von der Antragskommission für die Delegierten vorbereitete Synopse der Änderungsanträge aufgenommen und zu Beginn des Bundesparteitages verteilt. Später eingehende Änderungsanträge können erst vor Ort aufbereitet werden. Je früher Sie uns Ihre Änderungsanträge zur Verfügung stellen, desto besser können wir Ihre Änderungsanträge für den Parteitag aufbereiten und die Arbeit der Delegierten erleichtern. Unabhängig hiervon können Änderungsanträge jederzeit auch auf dem Bundesparteitag gestellt werden.

Änderungsanträge zu den Anträgen auf Änderung der Bundessatzung sind gemäß § 26 (3) der Bundessatzung nicht mehr möglich. Hierüber habe ich Sie mit Schreiben vom 15. Februar 2013 bereits informiert.

- 2 -

Ihre Änderungsanträge können Sie ab sofort auch online einreichen:

Melden Sie sich dazu auf www.meine-freiheit.de an und authorisieren Sie sich als Mitglied. Unter dem Menüpunkt „Programmdebatte“ finden Sie alle Anträge zum außerordentlichen Bundesparteitag. Wählen Sie dort den zu ändernden Antrag aus und markieren Sie die entsprechende Textstelle. Füllen Sie die vorgegebenen Textfelder mit Ihrem Änderungsantrag aus und klicken Sie auf „speichern“. Sie erhalten eine automatische Bestätigung, wenn Ihr Änderungsantrag im System erfasst wurde.

Selbstverständlich können Sie wie gewohnt auch das beigefügte Formblatt verwenden – oder besser noch uns Ihren Änderungsantrag per E-Mail an antraege@bundesparteitag.de nach dem Beispiel dieser Formblätter senden. Das Formblatt können Sie unter der vorgenannten Adresse gerne auch als Worddatei anfordern.

Änderungen bitte kenntlich machen durch Angabe von:

Antragsnummer, Seite, Zeile und gewünschte Änderungen (ersetzen, einfügen, streichen)

Mit der Nutzung des Antragstools auf www.meine-freiheit.de erleichtern Sie uns die Arbeit sehr.

Sollten Sie nicht die Möglichkeit haben, uns Ihre Änderungsanträge per E-Mail zu schicken oder direkt online einreichen zu können, übermitteln Sie uns diese bitte auf dem beigefügten Formblatt per Fax an 030-284958-52.

Bitte vermerken Sie unbedingt einen konkreten Ansprechpartner mit Telefonnummer und evtl. E-Mail-Erreichbarkeit für Rückfragen unsererseits.

Falls Sie verschiedene Änderungsanträge stellen möchten, machen Sie dieses bitte jeweils deutlich kenntlich. Hierfür können Sie das Formblatt selbstverständlich kopieren.

Bitte bringen Sie die Antragsunterlagen mit nach Nürnberg, wir wünschen Ihnen eine angenehme Anreise.

Mit freundlichen Grüßen

Ihnen eine angenehme Anreise. Mit freundlichen Grüßen Jörg Paschedag Bundesgeschäftsführer Anlagen FDP

Jörg Paschedag Bundesgeschäftsführer

Anlagen

FDP Bundesgeschäftsstelle Thomas-Dehler-Haus Tel. 030- 28 49 58 – 0 Fax 28 49 58 – 22 Postfach 04 03 49 – 10062 Berlin Reinhardtstraße 14 , 10117 Berlin www.fdp.de

a.o. BUNDESPARTEITAG DER FDP, Nürnberg 4. bis 5. Mai 2013

Seite 1 ÄNDERUNGS-ANTRAG zu Antrag-Nr.

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Antragsteller:

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Zu Seite …, Zeile …, bitte ersetzen/einfügen/streichen

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38

Antragsübersicht für a.o. BPT in Nürnberg Übersicht über satzungsändernde Anträge

Teil I :

 

Nr.

Antragsteller

Betreff

S

1

Bundesvorstand

Änderung der Bundessatzung

S

2

Bundesvorstand

Änderung der Bundessatzung

S

3

Bundesvorstand

Änderung der Bundessatzung

S

4

Bundesvorstand

Änderung der Bundessatzung

S

4/1

Bundesvorstand

Änderungsantrag zum Antrag auf Änderung der Bundes- satzung

S

5

Bundesvorstand

Änderung der Bundessatzung

S

6

Bundesvorstand

Änderung der Bundessatzung

S

7

Bundesvorstand

Änderung der Bundessatzung

S

8

Bundesvorstand

Änderung der Bundessatzung

S

8/1

Bundesvorstand

Änderungsantrag zum Antrag auf Änderung der Bundes- satzung

S

9

Bundesvorstand Liberale Frauen

Änderung der Bundessatzung

Teil II :

Stellungnahme des Bundessatzungsausschusses der FDP zu den fristgerecht eingereichten Satzungsänderungsanträgen

a.o. BUNDESPARTEITAG DER FDP, Nürnberg, 04. bis 05. Mai 2013

Seite 1

ANTRAG NR. S

1

Zeile

1

Betr.:

Änderung der Bundessatzung

2

3

4

Antragsteller:

Bundesvorstand

5

6

7

Der Bundesparteitag möge beschließen:

8

9

§ 13 Absatz 1 der Bundessatzung wird wie folgt neu gefasst:

10

11

„Grundsätzlich darf jedes Mitglied am Bundesparteitag teilnehmen und

12

hat Rederecht. Das Rederecht der Mitglieder, die nicht

13

stimmberechtigte Mitglieder sind, kann durch Beschluss des

14

Bundesparteitags eingeschränkt oder ausgeschlossen werden.“

15

16

17

Begründung:

18

erfolgt mündlich

19

20

Hintergrund:

21

Die Arbeitsgruppe Parteientwicklung schlägt die Umkehrung des

22

bisherigen Rederechts vor. Die Änderung gibt jedem Mitglied mehr

23

Rechte, belässt die Entscheidung über die Ausübung eines allgemeinen

24

Rederechts für alle Mitglieder jedoch bei den Delegierten des

25

Bundesparteitags.

a.o. BUNDESPARTEITAG DER FDP, Nürnberg, 04. bis 05. Mai 2013

Seite 1

ANTRAG NR. S

2

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1

Betr.:

Änderung der Bundessatzung

2

3

4

Antragsteller:

Bundesvorstand

5

6

7

Der Bundesparteitag möge beschließen:

8

9

§ 21 Absatz 1 der Bundessatzung erhält folgenden Satz 4:

10

11

„Den Antrag oder den Alternativantrag können einzelne Mitglieder

12

unterstützend mitzeichnen.“

13

14

Der bisherige Satz 4 wird Satz 5.

15

16

17

Begründung:

18

erfolgt mündlich

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1

Betr.:

Änderung der Bundessatzung

2

3

4

Antragsteller:

Bundesvorstand

5

6

7

Der Bundesparteitag möge beschließen:

8

9

Der § 21 Absatz 4 der Bundessatzung erhält folgende neue Fassung:

10

11

„Das Verfahren regelt die durch den Bundesparteitag zu beschließende

12

Verfahrensordnung.“

13

14

15

Begründung:

16

erfolgt mündlich

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1

Betr.:

Änderung der Bundessatzung

2

3

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Antragsteller:

Bundesvorstand

5

6

7

Der Bundesparteitag möge beschließen:

8

9

Dem § 11 Absatz 1 der Geschäftsordnung zur Bundessatzung wird am

10

Ende angefügt:

11

12

„14. von 250 Mitgliedern. Die Antragsteller benennen ein Mitglied

13

zum Vertreter des Antrags vor dem Bundesparteitag.“

14

15

16

Begründung:

17

erfolgt mündlich

18

19

Hintergrund:

20

Die Arbeitsgruppe Parteientwicklung schlägt vor die Möglichkeit für

21

Mitglieder zur inhaltlichen Beteiligung zu verbessern. Eine

22

Abwertung der Delegiertenrechte findet jedoch nicht statt, da die

23

Delegierten über das Alex-Müller-Verfahren Herr der

24

Beratungsreihenfolge der inhaltlichen Anträge auf Bundesparteitagen

25

bleiben. Kurz: Die Mitglieder werden besser gestellt, ohne dass die

26

Delegierten schlechter gestellt werden.

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1

Betr.:

Änderungsantrag zum Antrag auf Änderung der

2

Bundessatzung

3

4

5

Antragsteller:

Bundesvorstand

6

7

8

Der Bundesparteitag möge beschließen:

9

10

Der Änderung des § 11 Absatz 1 der Geschäftsordnung zur Bundessatzung wird am

11

Ende ein weiterer Satz angefügt:

12

13

„Dieser Vertreter hat das Rederecht zu dem Antrag auf dem Bundesparteitag.“

14

15

16

Begründung:

17

Diese weitere Ergänzung wird nach Beratung im Bundessatzungsausschuss für sinnvoll

18

und klarstellend erachtet, unabhängig davon, ob das generelle Rederecht in § 13 Abs.

19

1 der Bundessatzung durch den Antrag S 1 beschlossen wird. Dieses Rederecht kann

20

durch Beschluss des Bundesparteitages eingeschränkt werde, Eine solche

21

Beschränkung ist aber im Rahmen der Antragsberatung nicht zulässig.

22

23

Hintergrund:

24

Die Arbeitsgruppe Parteientwicklung schlägt vor die Möglichkeit für Mitglieder zur

25

inhaltlichen Beteiligung zu verbessern. Eine Abwertung der Delegiertenrechte findet

26

jedoch nicht statt, da die Delegierten über das Alex-Müller-Verfahren Herr der

27

Beratungsreihenfolge der inhaltlichen Anträge auf Bundesparteitagen bleiben. Kurz:

28

Die Mitglieder werden besser gestellt, ohne dass die Delegierten schlechter gestellt

29

werden.

a.o. BUNDESPARTEITAG DER FDP, Nürnberg, 04. bis 05. Mai 2013

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1

Betr.:

Änderung der Bundessatzung

2

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4

Antragsteller:

Bundesvorstand

5

6

7

Der Bundesparteitag möge beschließen:

8

9

§ 11a Absatz 3 der Geschäftsordnung zur Bundessatzung wird wie folgt

10

neu gefasst:

11

12

„Die Antragskommission kann vorschlagen, bestimmte Anträge oder

13

Änderungsanträge ohne mündliche Begründung und ohne Aussprache zur

14

Abstimmung zu stellen.“

15

16

17

Begründung:

18

erfolgt mündlich

a.o. BUNDESPARTEITAG DER FDP, Nürnberg, 04. bis 05. Mai 2013

Seite 1

ANTRAG NR. S

6

Zeile

1

Betr.:

Änderung der Bundessatzung

 

2

3

4

Antragsteller:

Bundesvorstand

 

5

6

7

Der Bundesparteitag möge beschließen:

 

8

9

10

§ 6 Absatz 1 SchGO wird wie folgt neu gefasst:

 

11

12

Das Landesschiedsgericht verhandelt und entscheidet durch drei

13

Schiedsrichter, von denen zwei die Befähigung zum Richteramt

14

haben müssen. Den Vorsitz führt der Präsident.

 

15

16

Begründung:

17

18

Der ordentliche Bundesparteitag 2012 hat den Halbsatz: “von denen

19

zwei die Befähigung zum Richteramt haben müssen“ gestrichen.

20

21

Diese Streichung soll wieder rückgängig gemacht werden. Die

22

Streichung war vom Antragsteller beantragt worden, da zuvor eine

23

Änderung des § 4 Absatz 2 SchGO, beantragt worden war, wonach alle

24

Mitglieder des Landesschiedsgerichts die Befähigung zum Richteramt

25

haben müssten. Nach der Begründung der Antragsteller, sollte damit

26

die Qualität der Rechtsprechung der Schiedsgerichte gesichert

27

werden.

28

29

Dieser Antrag wurde vom Bundesparteitag abgelehnt. Damit hat der

30

Bundesparteitag beschlossen, dass, wie bisher, sowohl Mitglieder mit

31

der Befähigung zum Richteramt als auch Mitglieder ohne die

32

Befähigung zum Richteramt Mitglied des Landesschiedsgerichts sein

33

können.

34

35

Diese Regelung

hat

sich

in

der

Praxis bewährt. Die vom

36

Bundesparteitag 2012 beschlossene Streichung in § 6 Absatz 1 SchGO

37

hatte jedoch zur Folge, dass künftig mehrheitlich Personen, die

38

nicht die Befähigung zum Richteramt haben, Mitglieder des

39

Landesschiedsgerichts

sein

könnten.

Wenn

die

Mitwirkung von

40

Nichtjuristen aber zulässig und erwünscht ist, ist es notwendig zu

41

regeln, in welchem Umfang Mitglieder mit

der Befähigung zum

42

Richteramt mitwirken müssen und in welchem Umfang Nichtjuristen

43

mitwirken können. Dies hatte die frühere Fassung der SchGO

44

vorbildlich geregelt. Es ist daher geboten, diese Regelung wieder

45

herzustellen.

46

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Zeile

1

Betr.:

Änderung der Bundessatzung

 

2

3

4

Antragsteller:

Bundesvorstand

 

5

6

7

Der Bundesparteitag möge beschließen:

 

8

9

§ 8 Absatz 3 SchGO wird wie folgt neu gefasst:

 

10

11

Das Bundesschiedsgericht verhandelt und entscheidet durch fünf

12

Schiedsrichter, von denen drei die Befähigung zum Richteramt haben

13

müssen.

14

15

Begründung:

16

17

Der ordentliche Bundesparteitag 2012 hat den Halbsatz: “von denen

18

drei die Befähigung zum Richteramt haben müssen“ gestrichen.

 

19

20

Diese Streichung soll wieder rückgängig gemacht werden. Die

21

Streichung war vom Antragsteller beantragt worden, da zuvor eine

22

Änderung des § 4 Absatz 2 SchGO, beantragt worden war, wonach alle

23

Mitglieder des Landesschiedsgerichts die Befähigung zum Richteramt

24

haben müssten.

 

25

26

Dies hätte über § 8 Absatz 4 SchGO auch für das Bundesschiedsgericht

27

gegolten.

28

29

Dieser Antrag wurde vom Bundesparteitag abgelehnt. Damit hat der

30

Bundesparteitag beschlossen, dass, wie bisher, sowohl Mitglieder mit

31

der Befähigung zum Richteramt als auch Mitglieder ohne die

32

Befähigung zum Richteramt Mitglied des Bundesschiedsgerichts sein

33

können.

34

35

Diese Regelung

hat

sich

in

der

Praxis

bewährt.

Die vom

36

Bundesparteitag 2012 beschlossene Streichung in § 6 Absatz 1 SchGO

37

hat jedoch zur Folge, dass künftig nur noch Personen, die nicht die

38

Befähigung zum

Richteramt

 

haben,

Mitglieder des

39

Bundesschiedsgerichts

sein

könnten.

Wenn

die

Mitwirkung

von

40

Nichtjuristen aber zulässig und erwünscht ist, ist es notwendig zu

41

regeln,

in welchem Umfang Mitglieder mit

der Befähigung zum

42

Richteramt mitwirken müssen und in welchem Umfang Nichtjuristen

43

mitwirken können.

Dies

hatte

die

frühere

Fassung

der SchGO

44

vorbildlich geregelt. Es ist daher geboten, diese Regelung wieder

45

herzustellen.

 

46

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Zeile

Betr.:

Antragsteller:

Änderung der Bundessatzung

Bundesvorstand

Der Bundesparteitag möge beschließen:

1

Satzung (bisherige Fassung zum

Satzung (zu beschließen)

2

Vergleich)

3

§

1 – Zweck

§

1 –Zweck

4

Abs. 3

Abs. 3 Die FDP erstrebt eine Zusammenarbeit mit gleichgerichteten politischen Vereinigungen anderer Staaten mit dem Ziele, eine überstaatliche Ordnung im Geiste liberaler und demokratischer Lebensauffassung herbeizuführen. Sie ist Mitglied der Allianz Liberaler und Demokraten für Europa (ALDE) und der Liberalen Internationale (LI).

5

Die FDP erstrebt eine

6

Zusammenarbeit mit

7

gleichgerichteten politischen

8

Vereinigungen anderer Staaten mit

9

dem Ziele, eine überstaatliche

10

Ordnung im Geiste liberaler und

11

demokratischer Lebensauffassung

12

herbeizuführen. Sie ist Mitglied

13

der Europäischen Liberalen Demokratischen und Reformpartei (ELDR) und der Liberalen Internationale (LI).

14

§

13 - Teilnahme, Rede- und

§

13 - Teilnahme, Rede- und

15

Stimmrecht

Stimmrecht Abs. 1 Grundsätzlich darf jedes Mitglied der Partei am Bundesparteitag teilnehmen. Rederecht haben unbeschadet des § 25 (Zulassung

16

Abs. 1

17

Grundsätzlich darf jedes Mitglied

18

der Partei am Bundesparteitag

19

teilnehmen. Rederecht haben

20

unbeschadet des § 25 (Zulassung

21

von Gästen) nur die

von Gästen) nur die stimmberechtigten Delegierten und

22

stimmberechtigten Delegierten und

23

24

5.

die Mitglieder des Rates der

5.

die Mitglieder des

25

ELDR, die der FDP angehören,

Präsidiums und des Rates der ALDE sowie die Mitglieder des Präsidiums der LI, die der FDP

angehören,

26

§

14 - Aufgaben des

§

14 - Aufgaben des

27

Bundesparteitages

Bundesparteitages Abs. 3 Weitere Aufgaben des Bundesparteitages sind insbesondere:

28

Abs. 3

29

Weitere Aufgaben des

30

Bundesparteitages sind

31

insbesondere:

a.o. BUNDESPARTEITAG DER FDP, Nürnberg, 04. bis 05. Mai 2013

 

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Zeile

 
 

32

33

11.

die Wahl der Mitglieder des

11.

die Wahl der Delegierten der

34

Kongresses der ELDR und ihrer

FDP im Kongress

der ALDE

und

1

Stellvertreter (§ 16),

ihrer Stellvertreter (§ 16),

2

 
 

12.

die Wahl der Vertreter der

12.

die Wahl der Delegierten der

FDP im Rat der ELDR.

FDP und ihrer Stellvertreter im Rat der ALDE.

 

3

§ 16 – Vertreter der FDP in der

§ 16 – Delegierte der FDP in der Allianz Liberaler und Demokraten für Europa (ALDE)

4

Europäischen Liberalen

5

Demokratischen Reformpartei

6

 

(ELDR)

Abs.1

7

Abs. 1

Die Delegierten der FDP im Kongress der ALDE werden auf die Dauer von zwei Jahren gewählt, und zwar

8

Die Vertreter der FDP im Kongress

9

der ELDR werden auf die Dauer von

10

zwei Jahren gewählt, und zwar

11

 

12

1.

die doppelte Zahl der

1.

die doppelte Zahl der

 

13

Grundmandate, die nach den

Grundmandate, die nach den einschlägigen Vorschriften der

14

einschlägigen Vorschriften der

15

Satzung der Föderation der ELDR

Satzung der Föderation der ALDE für die FDP vorgesehen sind, auf Vorschlag des Bundesvorstandes durch den Bundesparteitag,

16

für die FDP vorgesehen sind,

17

durch den Bundesparteitag,

18

19

2.

die restliche Zahl der

2.

die restliche Zahl der

 

20

Vertreter durch den

Delegierten durch den Bundesparteitag auf Vorschlag der

21

Bundesparteitag auf Vorschlag der

22

Landesparteitage, der Jungen

Landesparteitage, der Jungen Liberalen und der Auslandsgruppe Europa.

23

Liberalen und der Auslandsgruppe

24

Europa.

25

 

26

Für die Wahlen nach Nummer 2

Für die Wahlen nach Nummer 2 erhalten jeder Landesverband, die Jungen Liberalen und die Auslandsgruppe Europa je ein Grundmandat. Die Aufteilung der restlichen Sitze erfolgt entsprechend dem Verfahren für die Aufschlüsselung der Delegierten zum Bundesparteitag. Die Wahl von Stellvertretern für die Delegierten erfolgt jeweils gleichzeitig nach dem entsprechenden Schlüssel.

27

erhalten jeder Landesverband, die

28

Jungen Liberalen und die

29

Auslandsgruppe Europa je ein

30

Grundmandat. Die Aufteilung der

31

restlichen Sitze erfolgt

32

entsprechend dem Verfahren für

33

die Aufschlüsselung der

34

Delegierten zum Bundesparteitag.

35

Die Wahl von Stellvertretern für

36

die Vertreter erfolgt jeweils

37

gleichzeitig nach dem

38

entsprechenden Schlüssel.

39

 

40

 

Abs. 2 Für die Amtszeit der Delegierten

41

Abs. 2

a.o. BUNDESPARTEITAG DER FDP, Nürnberg, 04. bis 05. Mai 2013

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8

Zeile

42

Für die Amtszeit der Vertreter

der FDP und ihrer Stellvertreter gilt § 13 Abs. (4) entsprechend.

43

der FDP und ihrer Stellvertreter gilt § 13 Abs. (4) entsprechend.

Abs. 3 Die Vertreter der FDP im Rat der ELDR werden vom Bundesparteitag gewählt.

Abs. 3 Die Delegierten und Stellvertreter der FDP im Rat der ALDE werden auf die Dauer von zwei Jahren auf Vorschlag des Bundesvorstandes vom Bundesparteitag gewählt.

1

§

17 - Der Bundesvorstand

§

17 - Der Bundesvorstand

2

Abs. 4

Abs. 4 Auf Beschluss des Bundesvorstandes können an seinen Sitzungen ohne Stimmrecht teilnehmen:

3

Auf Beschluss des

4

Bundesvorstandes können an seinen

5

Sitzungen ohne Stimmrecht

6

teilnehmen:

7

1.

die vom Kongress der ELDR

1.a) die vom Kongress der ALDE gewählten, der FDP angehörenden Mitglieder des Präsidiums der ALDE; 1.b) die vom Kongress der LI gewählten, der FDP angehörenden Mitglieder des Präsidiums der LI;

8

gewählten, der FDP angehörenden

9

Mitglieder des Rates der ELDR;

10

11

12

§

19 - Aufgaben des

§

19 - Aufgaben des

13

Bundesvorstandes

Bundesvorstandes Abs. 1 Der Bundesvorstand beschließt über alle organisatorischen und politischen Fragen im Sinne der Beschlüsse des Bundesparteitages und des Kongresses der ALDE. Zu seinen Aufgaben gehört die Anstellung und Entlassung des Bundesgeschäftsführers. Er beruft auf die Dauer von zwei Jahren auf Vorschlag des Präsidiums die von der FDP zu entsendenden Delegierten sowie Stellvertreter zu den Jahresversammlungen und im Exekutivkomitee der Liberalen Internationale.

14

Abs. 1

15

Der Bundesvorstand beschließt

16

über alle organisatorischen und

17

politischen Fragen im Sinne der

18

Beschlüsse des Bundesparteitages

19

und des Kongresses der ELDR. Zu

20

seinen Aufgaben gehört die

21

Anstellung und Entlassung des

22

Bundesgeschäftsführers. Er beruft

23

die von der FDP zu entsendenden

24

Delegierten zu den

25

Jahresversammlungen der Liberalen Internationale.

26

§

4 - Allgemeines

§

4 - Allgemeines

27

Abs. 1

Abs.1

28

Die Wahlen zu den Organen der

Die Wahlen zu den Organen der Bundespartei und ihren Gliederungen, die Wahlen zu den

29

Bundespartei und ihren

30

Gliederungen, die Wahlen zu den

a.o. BUNDESPARTEITAG DER FDP, Nürnberg, 04. bis 05. Mai 2013

Seite 4

ANTRAG NR. S

8

Zeile

31

Schiedsgerichten, die Wahlen der

Schiedsgerichten, die Wahlen der Vertreter der FDP im Kongress und im Rat der ALDE sowie die Aufstellung von Bewerbern für Wahlen zu Volksvertretungen sind schriftlich und geheim. Bei den übrigen Wahlen kann offen abgestimmt werden, wenn sich auf Befragen kein Widerspruch erhebt und die Satzungen der Partei nichts anderes vorschreiben.

32

Vertreter der FDP im Kongress und

33

im Rat der ELDR sowie die

34

Aufstellung von Bewerbern für

35

Wahlen zu Volksvertretungen sind

36

schriftlich und geheim. Bei den

37

übrigen Wahlen kann offen

38

abgestimmt werden, wenn sich auf Befragen kein Widerspruch erhebt und die Satzungen der Partei nichts anderes vorschreiben.

39

§ 6 – Delegiertenwahlen

§ 6 - Delegiertenwahlen Âbs. 1 Bei den Wahlen der Delegierten zum Bundesparteitag und bei den Wahlen der Delegierten der FDP im Kongress sowie im Rat der ALDE (§ 16 Abs. (1) und (3) der Bundessatzung) und bei den entsprechenden Delegiertenwahlen der Untergliederungen und der Wahl 4der jeweiligen Ersatzdelegierten wird in einem oder mehreren gemeinsamen Wahlgängen abgestimmt. Es ist zulässig, in demselben Wahlgang auch die Ersatzdelegierten zu wählen.

40

Abs. 1

41

Bei den Wahlen der Delegierten

42

zum Bundesparteitag und bei den

43

Wahlen der Vertreter der FDP im

1

Kongress sowie im Rat der ELDR (§

2

16 Abs. (1) und (3) der

3

Bundessatzung) und bei den

4

entsprechenden Delegiertenwahlen

5

der Untergliederungen und der

6

Wahl der jeweiligen

7

Ersatzdelegierten wird in einem

8

oder mehreren gemeinsamen

9

Wahlgängen abgestimmt. Es ist zulässig, in demselben Wahlgang auch die Ersatzdelegierten zu wählen.

a.0. BUNDESPARTEITAG DER FDP, Nürnberg, 04. bis 05. Mai 2013

Seite 1

ANTRAG NR. S

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1

Betr.:

Änderungsantrag zum Antrag auf Änderung der

2

Bundessatzung

3

4

5

Antragsteller:

Bundesvorstand

6

7

8

Der Bundesparteitag möge beschließen:

9

10

„Für den Fall der Annahme von Antrag S 1 durch den Bundesparteitag sind im Antrag

11

S 8 die Zeilen 14 bis 25 der Seite 1 betreffend § 13 der Bundessatzung zu streichen.“

12

13

14

Begründung:

15

Der Antrag S 1 regelt das Rederecht in § 13 Abs. 1 Bundessatzung grundlegend neu,

16

so dass es im Antrag S 8 keiner Anpassung der Bundessatzung im Hinblick auf die

17

Allianz Liberaler und Demokraten für Europa (ALDE) bedarf.

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1

Betr.:

Änderung der Bundessatzung

2

3

4

Antragsteller: Bundesvorstand der Bundesvereinigung

5

LIBERALE FRAUEN e.V.

6

7

8

9

10

Der Bundesparteitag möge beschließen:

11

12

Die Satzung der Freien Demokratischen Partei - FDP, wird wie folgt

13

geändert:

14

15

16

Nach § 4 soll eingefügt werden:

17

§ 4a – Gleiche Teilhabe von Frauen und Männern

18

19

(1) Die Organe in der Freien Demokratischen Partei Deutschlands -

20

FDP- verwirklichen in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich die

21

gleichberechtigte Teilhabe von Männern und Frauen.

22

23

(2) Frauen sollen mindestens 40% der Parteiämter der Freien

24

Demokratischen Partei -FDP- innehaben. Wahlen zum Bundesvorstand,

25

Landes-, Kreis-, Bezirks- und Ortsvorständen sind dann gültig,

26

wenn mindestens 40% der gewählten Mitglieder des jeweiligen

27

Vorstandes Frauen sind. Die Landessatzungen müssen entsprechende

28

Regelungen vorsehen.

29

30

(3) Auf Listen für öffentliche Wahlen sollen mindestens 40% Frauen

31

als Bewerberinnen aufgestellt werden. Wahllisten sind so

32

aufzustellen, dass gewährleistet ist, dass mindestens 40% der

33

Vertreter in den zu wählenden Parlamenten Frauen sind. Die

34

Landessatzungen müssen entsprechende Regelungen vorsehen.

35

36

§ 15 –Abs. 2 wird wie folgt neu gefasst:

37

38

(2) Der Europaparteitag besteht aus Vertretern der Landesverbände,

39

die aus der Mitte von Landesvertreterversammlungen gewählt worden

40

sind. Die Landessatzungen müssen vorsehen, dass jeweils

41

mindestens 40% der von den Landesverbänden zu wählenden Vertreter

42

Frauen sind. Die Mitglieder einer Landesvertreterversammlung sind

43

aus der Mitte von Mitgliederversammlungen der Gebietsverbände

44

jedes Landesverbandes zu wählen. Die Landessatzungen müssen

45

vorsehen, dass jeweils mindestens 40% der Mitglieder der

46

Landesvertreterversammlung Frauen sind. Die Landessatzungen

47

können vorsehen, dass die Mitglieder der

48

Landesvertreterversammlungen aus der Mitte von

49

Vertreterversammlungen ihrer Gebietsverbände gewählt werden, die

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50

wiederum aus der Mitte von Mitgliederversammlungen gewählt worden

51

sind. Die Landessatzungen müssen vorsehen, dass mindestens 40%

52

der Mitglieder der Vertreterversammlungen der Gebietsverbände

53

beziehungsweise der Landesvertreterversammlungen Frauen sind. Die

54

Auslandsgruppe Europa entsendet zwei ihrer Mitglieder als

55

stimmberechtigte Vertreter, davon muss ein Vertreter eine Frau

56

sein. Die stimmberechtigten Vertreter werden von der

57

Mitgliederversammlung gewählt und müssen stimmberechtigt im Sinne

58

des Europawahlgesetzes sein.

59

60

In § 16 Abs. (2) wird nach S.1 folgender Satz eingefügt:

61

Die Landessatzungen müssen vorsehen, dass mindestens 40% der von den

62

Landesverbänden zu wählenden Vertreter Frauen sind.

63

64

In § 16 Abs. (2) wird folgender Absatz (4) angefügt:

65

(4) Von den Vertretern der FDP im Kongress der ELDR sowie im Rat der

66

ELDR müssen mindestens 40% Frauen sein.

67

68

In § 17 wird nach Abs. (1) Nr. 1 wird folgende Abs. (5) eingefügt:

69

(5) Mindestens 40% der gewählten Mitglieder des Präsidiums müssen

70

Frauen sein. Auch von den Beisitzern müssen insgesamt 40% (14)

71

Frauen sein. Wahlen zum Präsidium sind nur dann gültig, wenn 40%

72

der gewählten Mitglieder des Präsidiums Frauen sind. Die Wahlen

73

der Beisitzer sind dann gültig, wenn 40% der insgesamt gewählten

74

Beisitzer Frauen sind.

75

76

In § 17 Abs. (2) wird nach Satz 1 folgender Satz eingefügt:

77

Scheidet ein weibliches Vorstandsmitglied aus und würde dadurch der

78

Frauenanteil im Vorstand unter 40% sinken, muss bei der Nachwahl die

79

Position mit einer Frau besetzt werden.

80

81

§

19 Abs. (1) wird um folgenden Satz ergänzt:

82

Von den zu entsendenden Delegierten müssen mindestens 40% Frauen

83

sein.

84

85

§

22 wird folgender Absatz angefügt:

86

(9)

Die

vom

Bundesvorstand eingesetzten Gremien, Foren und

87

Kommissionen sind zu mindesten mit 40% Frauen zu besetzen.

88

89

Nach § 26 wird folgender § 26a eingefügt:

90

§ 26 a Inkrafttreten von Satzungsänderungen

91

92

(1) Änderungen der Satzung treten im Innenverhältnis unter den

93

Parteimitgliedern mit der ordnungsgemäßen Beschlussfassung in

94

Kraft, unbeschadet der Pflicht des Vorstandes im Sinne des § 26

95

BGB, die Satzungsänderungen zur Eintragung in das Vereinsregister

96

unverzüglich anzumelden.

97

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(2) Änderungen in der Vertretung nach außen gemäß § 26 BGB werden

99

erst durch Eintragung der Änderungen im Vereinsregister wirksam.

100

101

102

103

Begründung:

104

105

Der FDP Bundesvorstand hatte am 07.02.2011 einen Beschluss gefasst,

106

in dem er betont hat, dass die FDP auf eine freiwillige

107

Selbstverpflichtung setze um, die Frauenanteil in den Gremien der

108

FDP zu erhöhen. Leider haben sich in den letzten beiden Jahren kaum

109

Bestrebungen erkennen lassen, diesen Beschluss umzusetzen. Eine

110

freiwillige Selbstverpflichtung ist nicht zielführend. Ohne

111

verbindliche Vorgaben

112

wird es keine nennenswerte Änderung geben.

113

114

An der Begründung des Antrages hat sich seit 2011 nichts geändert.

115

116

117

118

Bereits 1998 schreibt Dr. Wolfgang Gerhardt in seinem Bericht zum

119

Stand der Umsetzung der Liberalen Initiative – Mehr Chancen für

120

Frauen in die FDP vorgelegt zum

Bundesparteitag der FDP 1998 in

121

Leipzig: 1

122

123

„Aber, und darüber muss sich jeder Funktionsträger,

124

jede Funktionsträgerin im klaren sein: wir werden

125

auch daran gemessen, wie es uns als Partei

126

gelingt, Frauen in Entscheidungsfunktionen zu

127

verankern.“

128

129

Was ist seither geschehen?

130

Seit Jahren gibt es in der FDP Ansätze, den Frauenanteil unter den

131

Mitgliedern zu steigern. Der durchschlagende Erfolg blieb aber

132

bisher aus. Der Trend, dass der Anteil der Frauen unter den

133

Mitgliedern zurückgeht, konnte trotz aller Bestrebungen nicht

134

gestoppt werden. Angesichts der aktuellen politischen Situation ist

135

es dringend geboten, sich der Frauenförderung in der FDP intensiver

136

zu widmen. Eine größere Beteiligung von Frauen ist von

137

existenzieller Bedeutung für die Zukunft und den Erfolg der Freien

138

Demokratischen Partei in Deutschland.

139

140

Die Wirtschaft hat längst erkannt, dass Frauen ein Gewinn für die

141

Unternehmen sind. Die Deutsche Telekom hat deshalb auch als erstes

142

Unternehmen eine verbindliche Quote für Frauen in Führungspositionen

143

eingeführt. Bei der Telekom sieht man die Frage der Beteiligung von

144

Frauen als „handfeste Notwendigkeit für den Erfolg“. 2 Auch andere

145

Unternehmen, wie z.B. EON oder der Autokonzern Daimler sind diesem

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146

Beispiel gefolgt und haben sich verbindliche Zielvorgaben für die

147

Beteiligung von Frauen in Führungspositionen gesetzt.

148

149

Die FDP setzte bisher auf eine freiwillige Selbstverpflichtung. Die

150

bisherigen Beschlüsse, die Maßnahmen zur Steigerung des

151

Frauenanteils in der FDP und eine Steigerung des Frauenanteils in

152

den Vorständen, den Fraktionen und sonstigen Gremien zum Inhalt

153

hatten, beruhten alle auf einer freiwilligen Selbstverpflichtung.

154

Einige dieser Beschlüsse wurden gar nicht erst umgesetzt, wie etwa

155

der Beschuss des FDP-Bundesvorstandes aus dem Jahr 1987 3 . Die

156

Konsequenz aus dieser Untätigkeit: Eine Steigerung des Frauenanteils

157

in der FDP ist nicht eingetreten. Ganz im Gegenteil: In 12 von 16

158

Bundesländern ist der Frauenanteil unter den Mitgliedern rückläufig.

159

1987 betrug er noch 25%, im Jahr 2003 lag er noch bei 23,3%, 4

160

inzwischen ist er auf 22,81% (Stand Dezember 2009) gefallen. 5

161

162

„Angesichts der katastrophalen Lage ist es höchste Zeit zu handeln“.

163

Dieser Satz stammt aus dem Beschluss des FDP-Bundesvorstandes vom

164

07.04.2003 „Offensive für mehr Frauen in die FDP6 Er hat an

165

Aktualität nichts verloren, zumal wenn man bedenkt, dass der

166

Frauenanteil seither weiter gesunken ist. 2003 wurde ein 7-Punkte-

167

Maßnahmen-Katalog beschlossen. Ziel der „Offensive für mehr Frauen

168

in die FDP“ war es, bis 2005 mehr Frauen in die Führungsebene zu

169

integrieren, den Nachwuchs zu fördern, neue Mitglieder zu gewinnen

170

und das Themenspektrum zu erweitern. Der Frauenanteil in der FDP

171

sollte innerhalb der nächsten zwei Jahre „mittels gezielter

172

Frauenförderung“ auf 30% erhöht werden. Die Landes- und

173

Kreisverbände waren aufgefordert, sich freiwillig Zielvorgaben zu

174

stellen, damit Frauen entsprechend des Anteils an der Mitgliedschaft

175

in den Vorständen vertreten sind.“ 7

176

177

Seit dem Beschluss „Offensive für mehr Frauen in die FDP“ sind fast

178

8 Jahre vergangen. Von einem Frauenanteil von 30% bei den

179

Mitgliedern ist die FDP nach wie vor weit entfernt. In den

180

Folgejahren gab es weitere Beschlüsse 8 mit dem Ziel der Optimierung

181

„frauenspezifischer Maßnahmen“. Einige der dort vorgeschlagenen

182

Maßnahmen wurden umgesetzt. Seit 2007 gibt es den LIBERTA-

183

Bürgerinnenpreis. Es gibt Ladies-Lunch-Veranstaltungen der

184

Bundestagsfraktion und teilweise auch in den FDP-Landesverbänden.

185

Dies sind sinnvolle Maßnahmen, um Netzwerke zu gründen und zu

186

pflegen. Die Wirkung, die die Ladies-Lunch-Veranstaltungen im

187

Hinblick auf die Werbung von Frauen als Parteimitglieder für die FDP

188

entfalten, ist dagegen begrenzt. Einen Zweck erfüllen alle diese

189

Maßnahmen aber auf keinen Fall: Sie sind nicht geeignet, Frauen in

190

führende Positionen innerhalb der Parteigremien zu bringen.

191

Lediglich das Mentoring-Programm „TOP-Talent“ eingeführt, das sich

192

in den ersten Jahren speziell an Frauen richtete, um diese Frauen

193

gezielt zu fördern, hatte einen begrenzten Erfolg: Einige der

194

Mentees sind heute in den Parlamenten.

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195

196

Zu einer Steigerung des Frauenanteils unter den Mitgliedern der FDP

197

hat aber keine der bisher durchgeführten Maßnahmen geführt. Ein

198

Vergleich der Mitgliederzahlen aus dem Jahr 2007 mit den Zahlen aus

199

dem Jahr 2009 zeigt, dass der Frauenanteil in 12 von 16

200

Bundesländern weiter rückläufig ist. Nur im Saarland, in Berlin,

201

Bayern und Baden-Württemberg ist der Frauenanteil unter den

202

Mitgliedern im Zeitraum von 2007 bis 2009 prozentual gestiegen

203

(Übersicht 1 – Seite 10).

204

205

Auch die Annahme, dass ein höherer Frauenanteil bei den Mitgliedern

206

automatisch zu einer höheren Beteiligung von Frauen in den

207

Vorständen der Untergliederungen führt, hat sich nicht bestätigt.

208

Dies verdeutlicht der Vergleich des prozentualen Mitgliederanteil

209

der Frauen in der Partei mit dem Anteil der Frauen in den

210

Landtagsfraktionen (Übersicht 2 – Seite 11). Im Saarland, dem

211

Bundesland mit dem höchsten Frauenanteil, ist unter den 5 FDP-

212

Abgeordneten, die 2009 in den Saarländischen Landtag gewählt wurden,

213

nicht eine einzige Frau! Hessen hat bei einem Frauenanteil von

214

22,53% unter den Mitgliedern nur 5% weibliche Abgeordnete im

215

Landtag. Mit Ausnahme des Präsidiums des Bundesvorstandes wird in

216

den gewählten Gremien der Partei im Schnitt noch nicht einmal der

217

Prozentsatz erreicht, der dem Anteil der weiblichen Mitglieder der

218

FDP entspricht.

219

220

221

Die Beteiligung von Frauen ist von existenzieller Bedeutung für die

222

Zukunft und den Erfolg der FDP

223

224

Frauen achten heute viel mehr als noch vor 20 Jahren darauf, ob

225

Frauen in den Gremien vertreten sind. Sie suchen nach Vorbildern.

226

Wer keine weiblichen Vorbilder zu bieten hat, ist bereits hier im

227

Nachteil gegenüber den Parteien, die Frauen in Führungspositionen

228

haben.

229

230

52% der Bevölkerung sind weiblich. Sie stellen den größten Teil der

231

Wählerschaft und entscheiden die Wahlen. Der FDP ist es bislang

232

nicht gelungen, entscheidend bei den Wählerinnen zu punkten. Seit

233

Jahren zeigen die Umfragen und Erhebungen, dass der Anteil unter den

234

Frauen, die FDP wählen, geringer ist als der Anteil unter den

235

Männern. So erreichte die FDP bei der Bundestagswahl 2009 bei den

236

Männern ein deutlich besseres Ergebnis, als bei den Frauen. 17% der

237

Männer wählten die FDP, bei den Frauen waren es nur 13%. Bei den

238

Männern gab es Zugewinne in Höhe von 6 Punkten, bei den Frauen nur 4

239

Punkte. Es gab deutlich bessere Resultate und höhere Zugewinne

240

insbesondere bei den jüngeren Männern. 9 Steigerungen in der

241

Wählergunst sind insbesondere dadurch zu erreichen, wenn sich die

242

FDP verstärkt um die Frauen bemüht.

243

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244

245

Verbindliche Vorgaben anstelle freiwilliger Selbstverpflichtung

246

Im Beschluss des Bundesvorstandes der FDP vom 6. November 2000 „Mehr

247

Chancen für Frauen in der F.D.P.“ heißt es:

248

„…

249

Die F.D.P. muss als Freiheitspartei beweisen, dass

250

sie als einzige Partei in der Lage ist, auch ohne

251

starre Quoten Chancengleichheit für Frauen und

252

gleichberechtigte Partizipation auf allen Ebenen zu

253

erreichen“ 10

254

255

Dieser Beweis ist ihr nicht gelungen. Eine freiwillige

256

Selbstverpflichtung hat sich nicht als zielführend erwiesen. Die

257

Zahlen sprechen für sich!

258

Es ist höchste Zeit, dass die FDP sich die Frauenförderung in der

259

Partei auf die Fahnen schreibt und dass verbindliche Vorgaben

260

beschlossen werden. Nur so wird es gelingen, den Frauenanteil in den

261

Gremien und auf den Listen zu erhöhen. Selbst bei der CSU gibt es

262

inzwischen Quoten.

263

264

Wir müssen endlich ohne Tabus über das Thema „Quote für Frauen

265

diskutieren“. Die FDP ist die einzige Partei ohne Quoten und Quoren

266

für Frauen. Sie ist auch die Partei, die, wenn es um den

267

Frauenanteils in den Parlamenten geht, in den meisten Fraktionen die

268

rote Laterne trägt. Das muss sich dringend ändern! Es sind deshalb

269

verbindliche Vorgaben notwendig, um Frauen überhaupt einen Chance

270

einzuräumen, in die Gremien und auf aussichtsreiche Listenplätze

271

gewählt zu werden. Das immer wieder vorgebrachte Argument, dass

272

Quoten oder Quoren mit dem Selbstverständnis einer liberalen Partei

273

nicht vereinbar seien, ist reine Augenwischerei. Es gibt in der FDP

274

Quoten ohne Ende, über die sich niemand aufregt, die im Gegenteil

275

alle befürworten. Was ist die Kurfürstenliste anderes als Quoten für

276

die einzelnen Landesverbände? Was ist die Tatsache, dass der

277

Bundesvorsitzende der JuLis geborenes Mitglied im Bundesvorstand der

278

FDP und die Landesvorsitzenden der JuLis geborene Mitglieder in den

279

FDP-Landesvorstände anderes als Quoten für JuLis? Warum sollen dann

280

ausgerechnet Quoten für Frauen nicht liberal sein?

281

282

25 Jahre Selbstverpflichtung ohne konkrete Fortschritte sind genug!

283

Seit fast 25 Jahren gibt es in der Frage der Beteiligung von Frauen

284

in Führungspositionen und auf Listen keine befriedigenden Lösungen.

285

Wer Frauen gewinnen will, muss mit der Zeit gehen. Wenn die FDP

286

Wählerinnen ansprechen will, wird es Zeit verbindliche Vorgaben für

287

die Teilhabe von Frauen zu machen. Nur so kann dauerhaft die Zukunft

288

der FDP gesichert werden.

289

290

Lassen wir die eingangs zitierte Aussage von Dr. Wolfgang Gerhardt

291

in seinem Bericht zum Stand er Umsetzung der Liberalen Initative –

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304

305

306

307

308

Mehr Chancen für Frauen in die FDP vorgelegt zum Bundesparteitag

der FDP 1998 in Leipzig:

11

„Gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in allen

Führungspositionen

ist

und

bleibt

Ziel der

Liberalen. Wir

werden

es erreichen,

wenn sich

Männer

verpflichtet sehen.“

und

Frauen

diesem Ziel gleichermaßen

nicht zu einem Lippenbekenntnis verkommen.

Die angemessene Beteiligung von Frauen wird für die Zukunft der FDP

und für den Erfolg der Partei von existenzieller Bedeutung sein.

Übersicht 1

Frauenanteil in den FDP-Landesverbänden nach Höhe des Frauenanteils

309

in Prozent

310

 

Landesverband

2009 12

2007 13

Differenz

Saarland

28,12%

26,70%

1,42%

Schleswig-Holstein

25,01%

25,50%

-0,49%

Berlin

24,20%

23,70%

0,50%

Nordrhein-

Westfalen

23,47%

23,60%

-0,13%

Bayern

23,34%

22,90%

0,44%

Sachsen-Anhalt

23,29%

23,80%

-0,51%

Niedersachsen

22,89%

23,10%

-0,21%

Hessen

22,53%

22,70%

-0,17%

Thüringen

22,48%

22,90%

-0,42%

Baden-Württemberg

21,74%

21,60%

0,14%

Rheinland-Pfalz

21,72%

22,10%

-0,38%

Brandenburg

21,27%

21,30%

-0,03%

Sachsen

20,09%

20,40%

-0,31%

Bremen

19,90%

19,50%

0,40%

Mecklenburg-

Vorpommern

19,83%

20,90%

-1,07%

Hamburg

18,93%

19,80%

-0,87%

Gesamt Inland

22,81%

22,90%

-0,09%

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311

Übersicht 2

312

Vergleich Frauenanteil in der Partei – Frauenanteil in den

 

313

Landtagsfraktionen

314

 

Landesverband

Frauenanteil in Prozent bei den Mitgliedern 14

Frauenanteil in den FDP-Fraktionen in den Landtagen

 

Saarland

28,12%

0,00%

Schleswig-Holstein

25,01%

33,33%

Berlin

24,20%

15,38%

Nordrhein-

Westfalen

23,47%

15,38%

Bayern

23,34%

31,25%

Sachsen-Anhalt

23,29%

14,29%

Niedersachsen

22,89%

15,38%

Hessen

22,53%

5,00%

Thüringen

22,48%

14,00%

Baden-Württemberg

21,74%

26,67%

Rheinland-Pfalz

21,72%

20,00%

Brandenburg

21,27%

28,57%

Sachsen

20,09%

15,38%

Bremen

19,90%

0,00%

Mecklenburg-

Vorpommern

19,83%

14,29 %

 

Hamburg

18,93%

nicht in der Bürgerschaft

315

316

317

Übersicht Beschlüsse des FDP Bundesvorstandes zum Thema „Steigerung

318

des Frauenanteils in der FDP“ 15

 

319

320

1. Beschluss

des

Bundesvorstandes

der

FDP

von

1987

321

„Frauenförderplan der F.D.P“ 16

 

322

323

2. Beschluss des Bundesvorstandes der FDP vom 6. November 2000

 

324

„Mehr Chancen für Frauen in der FDP

 

325

326

3. Beschluss des Bundesvorstandes der FDP vom 10. - 12. Mai 2002

327

„Die FDP muss weiblicher werden“

 

328

329

4. Beschluss des Bundesvorstandes der FDP vom 3. Februar 2003 zum

330

Forum „Frauen, kinderfreundliches Deutschland und

331

Generationsgerechtigkeit“ unter Leitung von Ina Lenke und

332

Daniel Bahr zur Erarbeitung eines Grundsatzpapiers, u.a. zum

333

Thema Geschlechtsgerechtigkeit“

 

334

335

5. Beschluss des Bundesvorstandes der FDP vom 7. April 2003

 

336

„Bessere Chancen für Frauen – mehr Chancen für Deutschland“

337

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9

Zeile

338

6. Beschluss des Bundesvorstandes der FDP vom 7. April 2003

339

„Offensive für mehr Frauen in der FDP“

340

341

7. Beschluss des Bundesvorstandes der FDP vom 6. November 2006

342

„Frauenförderung in der FDP“

343

344

8. Beschluss des Bundesvorstandes der FDP vom 6. November 2006

345

„Mehr Chancen für Frauen in der FDP“

346

347

9. Beschluss des Bundesvorstandes der FDP vom 10. Dezember 2007

348

„Mentoring-Programm der FDP“, „Top-Nachwuchs-Talent“

349

350

10. Beschluss des Bundesvorstande der FDP vom 10. Dezember 2007

351

„Bericht über die Entwicklung des Anteils von Frauen innerhalb

352

der Partei und ihrer Untergliederungen sowie Mandats- und

353

Funktionsträgerinnen und die Durchführung weiterer Maßnahmen im

354

Sinne von Diversity“

355

356

11. Beschluss des Bundesvorstandes der FDP vom 10. November 2008,

357

„Frauenförderung in den Landesverbänden der FDP

358

359

12. Beschluss des Bundesvorstandes der FDP vom 07. Februar 2011

360

„Neue Chancen für Frauen – Potenziale erschließen, Fairness

361

erreichen“.

362

1 Mehr Chancen für Frauen in die FDP – Liberale Initiative - Bericht des Bundesvorsitzenden Dr. Wolfgang Gerhardt zum Stand der Umsetzung der Initiative vorgelegt zum 49. Ordentlichen Parteitag der F.D.P. vom 26. Bis 28. Juni 1998 in Leipzig

2 Pressemitteilung der Deutschen Telekom vom 15.03.2010 - Quelle:

3 Beschluss des FDP-Bundesvorstandes vom 07.04.2003 Offensive für mehr Frauen in die FDP“

4 Beschluss des FDP-Bundesvorstandes vom 07.04.2003 „Offensive für mehr Frauen in die FDP“

5 2007 – 2009 Geschäftsbericht der Freien Demokratischen Partei, S. 64

6 Beschluss des FDP-Bundesvorstandes vom 07.04.2003 „Offensive für mehr Frauen in die FDP“

7 Beschluss des FDP-Bundesvorstandes vom 07.04.2003 „Offensive für mehr Frauen in die FDP“

8 S. Aufstellung Seite 12

9 INFORMATIONEN zur Bundestagswahl am 27.September 2009 - Ergebnisse und Analyse herausgegeben von der Friedrich Naumann Stiftung Stiftung für die Freiheit am 28.09.2009, S. 7

10 Beschluss des Bundesvorstandes der FDP vom 6. November 2000 „Mehr Chancen für Frauen in der F.D.P.“ 11 Mehr Chancen für Frauen in die FDP – Liberale Initative - Beric