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L iebe macht blind: Der Meister des europäischen Autorenkinos ist zurück. In seinem neuen Film

L iebe macht blind: Der Meister des europäischen Autorenkinos ist zurück. In seinem neuen Film

„Zerrissene Umarmungen“ (Los ab- razos rotos) bleibt sich Pedro Almo- dovar treu, indem er einen Film im Film dreht. Der Regisseur Harry Caine (Lluís Homar) wird nach dem Tode seiner großen Liebe, der Schauspie-

lerin Lena (Penelopé Cruz), blind. Mit der Erblindung legt er auch sein ei- gentliches Ich, das von Mateo Blan- co, ab. Seine Erinnerung an das ver- gangene Leben kehrt wieder, als er sich entschließt seine Lebensge- schichte vom Regis-

seur Ray X (Rubén Orchandiano) verfil- men zu lassen. Ray X ist Sohn eines Film- produzenten, dem neuen Liebhaber und Förderer von Le- na. Auch wenn sich der Film in zahlrei- chen Rückblenden und Rollentauschen zu verzetteln droht, geht das Rezept von Almodovar auf: Star-

ke Frauenrollen, Penelopé Cruz wird in dem vierten Film vom Mann aus Léon endgültig zu seiner Muse – da- für darf die Diva auch mal Perücken im Stile von Marilyn Monroe und Au- drey Hepburn anprobieren, dazu viel Humor auch in den tragischsten Mo- menten und ein kluges Drehbuch, in dem Almodovar seine Liebe zu den Figuren voll entwickelt. Die Liebe zum Detail drückt sich auch in den Drehorten aus: Die Mondlandschaft der Vulkaninsel Lanzarote mit ihrer

bizarren Schönheit drückt das Dilem- ma des blinden Regisseurs aus – in der monotonen Land-

schaft rund um die schwarzen Strände der Insel wirkt das Liebes- paar Lena/Harry Caine wie bunte Farbkleckse. Und noch etwas kenn- zeichnet Almodóvar als Autorenfilmer in „Zerris- sene Umarmungen" :

Zahlreiche Referenzen und Reflexionen über das Kino und seine My- then. Patrick Wiermer

über das Kino und seine My- then. Patrick Wiermer „Zerissenene Umar- mungen", seit dem 6. August

„Zerissenene Umar- mungen", seit dem 6. August im Kino.

Umar- mungen", seit dem 6. August im Kino. Säue, Rock, House Der Geruch von Spanferkel am

Säue, Rock, House

Der Geruch von Spanferkel am Spieß liegt am kommenden Wochenende wieder über der gesamten Wittlicher Innenstadt. Die Säubrenner Kirmes beginnt. Von Freitag bis Montag kann man auf dem traditionellen Wittlicher Stadtfest nicht nur gebratenes Schweinefleisch genießen, sondern auch allerhand andere Köstlichkei- ten. Wie es sich für eine Kirmes ge- hört, kommen natürlich auch die Fahrgeschäfte nicht zu kurz. Und als wäre es an den vergangenen Wochenenden noch nicht genug ge- wesen mit fetten Festivals, geht’s auch an diesem Wochenende wei- ter. Das Rocco del Schlacko-Festi- val auf den Sauwasen in Püttlingen- Köllerbach steht den vorherigen Fes- tivals in nichts nach. Dafür sorgt al- lein schon das Line-Up mit Samy De- luxe, Mia., Rise against und dem Fa- rin Urlaub Racing Team.

Ebenfalls Pflicht ist der von Lifestyle präsentierte Ibiza Stopp mit Fran- cesco Diaz am Samstag im Forum. Der House-DJ gilt nicht umsonst als Gourmet unter den Turntable-Akro- baten. Zu seinem Revier gehört unter anderem die Sonnen- und Partyinsel Ibiza. Zusammen mit John Dahlback produzierte er die Clubbers Guide 2009-Compilation des berühmten Ministry of Sound-Labels. Am Sams- tag lässt sich Francesco Diaz mal wieder im Forum sehen und bringt Sonnen-Flair in das ehemalige Fran- zosenkino. Auch Andy B. Jones und das LiBe DJ-Team ruhen sich nicht auf ihren Lorbeeren aus und versetzen am Samstag den Mango Store in Verzü- ckung. Freut euch auf Soulful R’n’B, House und Classic-Beats von MTV- DJane Lady Klick Klack und DJ Pat. Nicht verpassen!

SPURWECHSEL - THEMA DER WOCHE

„Mit runden Bällen spielt doch jeder“

Der Ball ist nicht rund, er ist oval wie ein Ei. Und so muss das bei der Sportart Rugby auch sein. Der Spurwechsel hat die Trierer Rugby-Mannschaften besucht und nachgehört, was das Besondere an diesem Sport ist und natürlich, warum der Ball eiförmig ist.

Von Mandy Radics

„Können wir jetzt mal zusammen passen?“, ruft Nadine Kintscher ihrer Spielkollegin zu. „Männer sind näm- lich groß und stinken“, fügt sie grin- send hinzu. Solche frechen Sprüche fallen schon mal, wenn die Trierer Herren- und Damen-Rugbymann- schaften gemeinsam Training ma- chen und nach anstrengendem Kon- ditionstraining völlig verschwitzt

sind. Das Rugby-Spielfeld ist so groß wie ein Fußballfeld. Das Spiel an sich erinnert an verschiedene Sportarten. „Rugby kommt aus England und ist eine Mischung aus Kampfsport, Handball und Fußball“, klärt David Dewald, zweiter Vorsitzender der Rugby-Abteilung des FSV Tarforst, auf. Rugby sei ein Kontaktspiel, das eine gewisse Härte habe, jedoch

Richtig akrobatisch: Eine Gasse bilden nennt sich die Art, das Rugby-Ei einzuwerfen, wenn es ins
Richtig akrobatisch: Eine Gasse
bilden nennt sich die Art, das
Rugby-Ei einzuwerfen, wenn es
ins Aus gegangen ist.

stark reglementiert sei. „Man darf alle Körperteile nutzen, um den Ball zu bewegen. Aber – und das unter- scheidet Rugby von American Foot- ball oder anderen Ballsportarten – das Ei darf nur zurückgepasst wer- den.“ Warum? Weil sonst ja der Ball den Raum überwinden würde und nicht der Spieler. Und schon geht es weiter. Das Rug- by-Ei wird angespielt, der Ei-Führen- de rennt los. Der Gegner prescht hin- terher, greift dem Eibesitzer im Sprung um die Oberschenkel und bringt ihn im Sturzflug zu Fall. Immer wieder versucht der Gegner zu „Tacklen“, so wird das schon be- schriebene Umwerfen des Eibesit- zers genannt. David erklärt weiter:

„Dann entsteht ein Ruck, ein offenes Gedränge, in dem jeder versucht, das Ei für sich zu gewinnen.“ Das sieht gefährlich aus, muss aber sein, denn schließlich soll das Punk- temachen des Gegners verhindert werden. Das passiert, wenn eine Mannschaft es schafft, das Rugby-Ei in der sogenannten Endzone abzule- gen. Und das geht so: Die 15 Spieler einer Mannschaft laufen in Richtung gegnerisches Tor, passen dabei das Ei, das tief vor dem Körper gehalten wird, seitlich zurück zum nächsten Spieler. Das geht so weiter, bis das Ei – hoffentlich – in der Endzone des Gegners landet. Dieser „Versuch“ bringt fünf Punkte ein. Nach jedem Versuch hat die Mannschaft die Möglichkeit, den Punktestand durch das Kicken des Eis durch die „Malstange“ (Tor beste- hend aus zwei vertikalen hohen Stangen mit einer Querstange) zu er- höhen. Die Spieler unterteilen sich übrigens in acht Stürmer (Ball-Erobe- rer) und sieben Läufer (für geschick- tes und schnelles Spiel verantwort- lich). Gelegentlich kommt es auch zu Fouls, obwohl „Rugby ein Sport für- Gentlemen und –women ist und im- mer eine Frage der Ehre“, sagt David. Jedenfalls wird nach einem Foul das Spiel von einem der drei Schiedsrich-