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Wichtiges Wissenswertes Wunderbares aus Chemie & Biologie

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Take the Pink Link!

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chem_is_try
chem_is_try

Wissenswertes zum Nachschlagen aus der Chemie und Biologie

Wissenswertes zum Nachschlagen aus der Chemie und Biologie Vorwort zur 1. Auflage Egal wie man es

Vorwort zur 1. Auflage

Egal wie man es schreibt, im englischen Wort

steckt viel mehr drin. Chem is tree

oder Chem is try. Der Titel dieser Broschüre stellt so oder so eine hervorragende Verbindung zwischen der Chemie

(Chem) und der Biologie (tree = Baum) her. Zwischen Elementarem und Lebendigem. Man kann die Dinge in der Natur drehen und wenden wie man möchte, am Ende landet man immer wieder bei der Chemie und die hatte Millionen von Jahren Zeit zu probieren (try) und zu formen.

Auch wir Menschen sind nichts anderes als eine Ansamm- lung chemischer Moleküle, die sich mehr oder weniger geordnet verhalten und kontrolliert miteinander reagie- ren. Selbst eine einzelne mikroskopisch kleine Zelle ist chemisch gesehen schon so komplex aufgebaut, dass wir auch heute noch weit davon entfernt sind alles zu verste- hen. Aus Zellen wächst schliesslich ein Organismus heran, der wiederum versucht die chemischen Elemente zu be- herrschen – was ihm mehr oder weniger gut gelingt. Nicht umsonst begleiten uns daher im chemischen Alltag die Weisheiten „Chemie ist, wenn es stinkt und kracht“ oder „Erst das Wasser dann die Säure, sonst geschieht das Un- geheure.“ Und die Zeiten, dass chemische Werke zum Himmel stinken sind bei uns weitgehend vorbei.

chem_is_try

Zum Glück gibt es unter uns auch solche, die das Chaos beherrschen und aus Chemie die tollsten Dinge schaffen. Der heutige Alltag ist geprägt von der Chemie: High-Tech Materialien unserer Out-door Klamotten mit Nano-Ober- fläche, Surf- oder Snow-Boards, Handies, MP3-Player, digitale Kameras, DVDs, Flachbildschirme und Spielekonso- len. Rund um die Uhr begegnet uns Chemie als Zahnpasta, Shampoo, Haarfärbemittel, Gel, Creme, als lebensrettende Medikamente, als Autolack, Sprit, Biodiesel oder andere alternative Kraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen. Immer häufiger wird die Biologie zum Beispiel bei enzy- matischen Synthesen zu Hilfe genommen oder die Natur nach natürlichen Substanzen durchforstet, die synthe- tische Produkte ersetzen sollen.

Um Chemie zu beherrschen und die Biologie zu erfahren muss man lernen, arbeiten, ausprobieren und beobachten.

Das ist nicht ätzend, sondern spannend. Damit das Rad nicht ständig neu erfunden werden muss, ist den Jungen die Möglichkeit gegeben auf die Erfahrungen und das Wissen der Alten zurückzugreifen. In dieser Broschüre ist ein bißchen davon zusammengefasst.

Vorwort zur 3. Auflage

Als die Broschüre chem_is_try erstmals aufgelegt

wurde, war der einfache Wunsch der Verfasser eine Daten- sammlung und chemisches Basiswissen für das biologische Labor zusammenzustellen. Gerade chemische Kenntnisse sind in der Biologie der Schlüssel zum Erfolg. Als Form haben wir uns bewusst für eine gedruckte Broschüre ent- schieden, die immer griffbereit auf dem Arbeitsplatz oder Schreibtisch verfügbar ist, auch oder gerade wenn man keinen Zugriff auf das umfassende Wissen des Internets haben sollte. Seither wurden mehrere Tausend dieser Bro- schüren an Studierende und Schüler verteilt. Viele davon wurden beim Kundenservice von AppliChem aktiv angefor- dert, was dafür spricht, dass die Broschüre ihren Zweck erfüllt, Wissenslücken zu schließen.

Dank der Rückmeldungen unserer aufmerksamen Leser konnten Fehler korrigiert und einige Kapitel erweitert wer- den. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an alle, die zur Verbesserung und dem Gelingen dieser Auflage beige- tragen haben.

Was ist neu? Wenn Sie schon immer wissen wollten, wie viel Milliliter dem amerikanischen Volumenmaß „tea-spoon“ (Teelöffel) entsprechen, dann finden Sie auch dies jetzt in der chem_is_try. Da alle drei Editoren der überarbeiteten 3. Auflage einen molekularbiologischen Hintergrund ha- ben, sind einige Themen aus dem Bereich der Reagenzien für die Biologie dazugekommen. Um einige der häufig ge- machten Fehler zu vermeiden, sollten Sie einen Blick auf die neue Übersicht „Tipps zu Reagenzien“ werfen. Ein Stich- wortverzeichnis soll helfen, den mittlerweile recht umfang- reichen Fundus an Zahlen, Daten und Fakten, einfacher zu erschließen.

Wir freuen uns, wenn wir Sie als Suchende zu Findenden machen können.

Das Periodensystem

Die Entstehung der Elemente Das Periodensystem

3

6

Chemisches Rechnen

Das Mol als SI-Einheit der Stoffmenge Molmassen von Atomen Molmassen von Verbindungen Umrechnung zwischen Massen und Stoffmengen Stoffmengenkonzentration Beschreibung chemischer Reaktionen So sicher wie Tod und Steuerzahlen – Energieänderung bei chemischen Reaktionen Mischungskreuz

9

10

10

10

11

12

13

15

Einheiten und Umrechnung

Gewichte, Längenmaße und Volumina Das griechische Alphabet Römische Ziffern Konzentrationsangaben Im Dezimalsystem verwendete Vorsätze für Einheiten Metrische Umrechnungstabellen

16

17

17

18

18

19

Farbe und pH-Indikatoren

Farbstoffe Fluoreszenzfarbstoffe Indikatoren – Übersicht

24

26

27

Tabellen

Trocknungsmittel für Lösungsmittel Kältemischungen Wichtige physikalische Daten von Lösungsmitteln Die Dichte der wichtigsten Säuren und Laugen Unverträgliche Chemikalien

29

30

31

32

36

Aminosäuren

Aminosäuren: Proteinogene und nicht-proteinogene Aminosäuren Die Peptidbindung Aminosäuren – Übersicht

38

40

41

Lipide

Die Unterklassen der Lipide Fettsäuren Fette und fette Öle Wachse Phospholipide Glycolipide Lipopolysaccharide Isoprenoide Seifen

43

43

44

44

45

45

45

45

49

Kohlenhydrate

D-/L-Konfiguration R-/S-System nach Cahn, Ingold, Prelog Saccharide

51

52

52

Inhalt

Nukleinsäuren

Die Nukleobasen der DNA/RNA Die RNA-Bausteine Die DNA-Bausteine Die Basenpaarungen in der DNA Der genetische Code Informationen zur DNA-Menge in photometrischen Bestimmungen Nukleinsäuren – Farbstoffe – Übersicht RNA Klassen

55

56

56

57

58

58

59

60

Puffer

Die Alleskönner Anforderungen an biologische Puffer Hinweise zur Einstellung des pH-Wertes eines Puffers Biologische Puffer – Übersicht Der pH-Wert verdünnter wässriger Lösungen Temperaturabhängigkeit des pK a -Wertes biologischer Puffer Konzentrationsgrenzen für Puffer in Protein-Assays „Alte“ Puffer, die von Puffern mit besseren Eigenschaften abgelöst wurden (nach Scopes 1994) Störende Einflüsse biologischer Puffer auf verschiedene Assays Mikrobielle Kontamination von Pufferlösungen verhindern

63

64

66

67

69

72

73

73

74

75

Nummernkunde

UN-Nummer, Klasse/PG, R- und S-Sätze CAS-Nummer, HS-Nummer, EG-Nummer, eCl@ss E.C.-Nummer C.I.-Nummer

77

78

79

81

Sicherheit

GHS: Global Harmonisiertes System GHS: Die Gefahrenpiktogramme GHS: Physikalische Gefahren GHS: Gesundheitsgefahren GHS: Gefahrenhinweise (H-Sätze) GHS: Sicherheitshinweise (P-Sätze) Gefahrensymbole Gefahrenhinweise und Sicherheitsratschläge Hinweise auf besondere Gefahren (R-Sätze) Kombination der R-Sätze Sicherheitsratschläge (S-Sätze) Kombination der S-Sätze Wassergefährdungsklassen, Lagerklassen, Gefahrgutklassen Klassifizierung nach der Verordnung über brennbare Flüssigkeiten (VbF) Kennzeichnung von Sammelbehältern Hinweise zur Entsorgung von Laborabfällen Giftnotrufzentralen

83

85

87

88

89

92

96

97

97

98

100

102

103

104

104

105

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Nachspann

Tipps zu Bio-Reagenzien Register

109

111

© 2013 AppliChem • chem _ is _ try

105 107 Nachspann Tipps zu Bio-Reagenzien Register 109 111 © 2013 AppliChem • chem _ is

1

Dimitri Iwanowitsch Mendelejew (1834 – 1907 ) stellte das Periodensystem auf und konnte die Existenz von bis dahin nicht entdeckten Elementen voraussagen

2

von bis dahin nicht entdeckten Elementen voraussagen 2 Das Perioden- system chem _ is _ try
Das Perioden- system
Das
Perioden-
system

chem _ is _ try • AppliChemAppliChem ©© 20132013

Die Entstehung der Elemente

Alle Materie des Universums, auf der Erde oder in den Ster- nen, unsere gesamte stoffliche Welt besteht aus den im Pe- riodensystem zusammengefassten Elementen. Jedes Element, aus dem Planeten wie unsere Erde und auch wir selbst be- stehen, wurde in früheren Jahrmilliarden in Sternen erzeugt. Fundamentales Element im Universum ist der Wasserstoff, aus dem durch Kernverschmelzung sämtliche Elemente bis zum Eisen gebildet wurden. Zunächst verbrennt ein Stern wie unsere Sonne Wasserstoff zu Helium. Ist der Wasserstoff ver- braucht, wird Helium zu Kohlenstoff und dieser zu Sauerstoff verbrannt. Dieser Prozess geht über Silizium und Magnesium weiter bis hin zum Eisen.

Der durch diese Kernfusionen gebildete Eisenkern wird ab einer bestimmten Größe instabil und kollabiert, um einen Neutronenstern zu bilden. Nur der Eisenkern wird zum Neu- tronenstern, die restlichen etwa 90 Prozent der Sternmasse werden in einer gewaltigen Supernova ins All geblasen. Dabei verteilen sich nicht nur die im Stern entstandenen Stoffe vom Kohlenstoff bis zum Eisen im All, bei dieser Explosion ent- stehen bei extrem hohen Energien durch Neutroneneinfang auch die schwereren Elemente wie Palladium, Kupfer, Silber, Gold usw. Alle Elemente, die schwerer als Eisen sind, können nur unmittelbar bei solchen Explosionen entstehen. Die in das interstellare Gas geschleuderten Elemente werden später bei der Neubildung von Sternen durch Akkretion (gravitative Anhäufung) in diese eingebaut.

durch Akkretion (gravitative Anhäufung) in diese eingebaut. Das Periodensystem Ein Atom besteht aus dem Atomkern und

Das Periodensystem

Ein Atom besteht aus dem Atomkern und seiner Elektronen- hülle. Der Kern setzt sich aus positiv geladenen Protonen und Neutronen zusammen, die durch die sehr starken Kernkräfte zusammengehalten werden. Die Zahl der Neutronen in einem Atomkern ist in der Regel mindestens so groß wie die der Pro- tonen. Die Zahl der Protonen in einem Kern wird Ordnungs- zahl (Kernladungszahl, Atomnummer) genannt. Sie ist gleich der Zahl der Elektronen in der Atomhülle. Die Massenzahl entspricht der Summe Protonen und Neutronen. Die Zahl der Neutronen ergibt sich aus der Differenz zwischen Massen- zahl und Ordnungszahl. Atome gleicher Protonenzahl aber unterschiedlicher Neutronenzahl werden Isotope genannt.

Protonenzahl aber unterschiedlicher Neutronenzahl werden Isotope genannt. © 2013 AppliChem • chem _ is _ try

© 2013 AppliChem • chem _ is _ try

Protonenzahl aber unterschiedlicher Neutronenzahl werden Isotope genannt. © 2013 AppliChem • chem _ is _ try

3

Ein Element ist ein Stoff, der aus Atomen gleicher Ordnungs- zahl und damit gleicher Elektronenzahl besteht. Die zunächst empirisch getroffene Einteilung der Elemente in Gruppen und Perioden ist durch die elektronische Struktur der Elemente bedingt.

Zur Beschreibung der Eigenschaften eines Elektrons sind vier Quantenzahlen erforderlich: Hauptquantenzahl, Neben- quantenzahl, magnetische Quantenzahl und Spinquantenzahl. Die Elektronen werden – unter gleichzeitiger Erhöhung der Protonen- und Neutronenzahl – schrittweise in das günstigste Energieniveau eingefügt:

schrittweise in das günstigste Energieniveau eingefügt: Orbitalenergieniveaus der Elektronen (nicht

Orbitalenergieniveaus der Elektronen (nicht maßstabsgerecht)

Bei den Hauptgruppenelementen werden die Elektronen in die s- und p-Niveaus, bei den Nebengruppenelementen (Über- gangselemente) in die d-Niveaus gefüllt. Die 4f-Elemente werden Lanthanoide, die 5f-Elemente Aktinoide genannt. In Anlehnung an die Übergangselemente werden diese beiden Gruppen auch innere Übergangselemente genannt.

Zahlreiche physikalisch-chemische Eigenschaften zeigen mit steigender Ordnungszahl periodische Änderungen wie das Atomvolumen, die Ionisierungsenergien, Elektronenaffini- täten, Elektronegativitäten, thermische und elektrische Leit- fähigkeiten, Schmelzpunkte oder die Oxidationszahlen. Von links nach rechts nimmt der Nichtmetallcharakter zu, gleich- zeitig ändern sich die Eigenschaften der Oxide von basisch über amphoter zu sauer.

Eigenschaften der Oxide von basisch über amphoter zu sauer. 1s 2 s 2 p 3 s
1s 2 s 2 p 3 s 3 p 3 d 4 s 4 p
1s
2 s
2 p
3
s
3 p
3 d
4 s
4 p
4
d
4
f
5
s
5
p
5
d
5
f
6
s
6
p
6
d
7 s
7 p

Reihenfolge der Niveaubesetzung

4

s 5 p 5 d 5 f 6 s 6 p 6 d 7 s 7

chem _ is _ try • AppliChem © 2013

Alphabetische Liste der Elemente

Element

Symbol

Atommasse

Element

Symbol

Atommasse

Actinium

Ac

227,0278

Meitnerium

Mt

266

Aluminium

Al

26,98154

Mendelevium

Md

(258)

Americium

Am

(243)

Molybdän

Mo

95,94

Antimon

Sb

121,75

Natrium

Na

22,98977

Argon

Ar

39,948

Neodym

Nd

144,24

Arsen

As

74,9216

Neon

Ne

20,179

Astatin

At

(210)

Neptunium

Np

237,0482

Barium

Ba

137,33

Nickel

Ni

58,69

Berkelium

Bk

(247)

Niob

Nb

92,9064

Beryllium

Be

9,01218

Nobelium

No

(259)

Bismuth

Bi

208,9804

Palladium

Pd

106,42

Blei

Pb

207,2

Phosphor

P

30,97376

Bohrium

Bh

262,12

Platin

Pt

195,08

Bor

B

10,81

Plutonium

Pu

(244)

Brom

Br

79,904

Polonium

Po

(209)

Cadmium

Cd

112,41

Praseodym

Pr

140,9077

Cäsium

Cs

132,9054

Promethium

Pm

(145)

Calcium

Ca

40,08

Protactinium

Pa

231,0359

Californium

Cf

(251)

Osmium

Os

190,2

Cer

Ce

140,12

Quecksilber

Hg

200,59

Chlor

Cl

35,453

Radium

Ra

226,0254

Chrom

Cr

51,996

Radon

Rn

(222)

Cobalt

Co

58,9332

Rhenium

Re

186,207

Copernicum

Cn

277

Rhodium

Rh

102,9055

Curium

Cm

(246)

Röntgenium

Rg

272

Darmstadtium

Ds

269

Rubidium

Rb

85,4678

Dubnium

Db

262,11

Ruthenium

Ru

101,07

Dysprosium

Dy

162,50

Rutherfordium

Rf

261,11

Einsteinium

Es

(252)

Samarium

Sm

150,36

Eisen

Fe

55,847

Sauerstoff

O

15,9994

Erbium

Er

167,26

Scandium

Sc

44,9559

Europium

Eu

151,96

Schwefel

S

32,06

Fermium

Fm

(257)

Seaborgium

Sg

263,12

Fluor

F

18,998403

Selen

Se

78,96

Francium

Fr

(223)

Silizium

Si

28,0855

Gadolinium

Gd

157,25

Silber

Ag

107,868

Gallium

Ga

69,72

Stickstoff

N

14,0067

Germanium

Ge

72,59

Strontium

Sr

87,62

Gold

Au

196,9665

Tantal

Ta

180,9479

Hafnium

Hf

178,49

Technetium

Tc

(98)

Hassium

Hs

265

Tellur

Te

127,60

Helium

He

4,00260

Terbium

Tb

158,9254

Holmium

Ho

164,9304

Thallium

TI

204,383

Indium

In

114,82

Thorium

Th

232,0381

Iod

I

126,9045

Thulium

Tm

168,9342

Iridium

Ir

192,22

Titan

Ti

47,88

Kalium

K

39,0983

Uran

U

238,0289

Kohlenstoff

C

12,011

Vanadium

V

50,9415

Krypton

Kr

83,80

Wasserstoff

H

1,0079

Kupfer

Cu

63,546

Wolfram

W

183,85

Lanthan

La

138,9055

Xenon

Xe

131,29

Lawrencium

Lr

(260)

Ytterbium

Yb

173,04

Lithium

Li

6,941

Yttrium

Y

88,9059

Lutetium

Lu

174,967

Zink

Zn

65,38

Magnesium

Mg

24,305

Zinn

Sn

118,69

Mangan

Mn

54,9380

Zirconium

Zr

91,22

© 2013 AppliChem • chem _ is _ try

Zinn Sn 118,69 Mangan Mn 54,9380 Zirconium Zr 91,22 © 2013 AppliChem • chem _ is

5

www. 1 2 Ia IIa 1 Ordnungszahl 1.0079 2 Elementsymbol 1 –259.14 9.0122 3 1

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1

2

Ia

IIa

1 Ordnungszahl 1.0079 2 Elementsymbol 1 –259.14 9.0122 3 1 –252.87 1278 4 2.2 4
1 Ordnungszahl
1.0079
2 Elementsymbol
1
–259.14
9.0122 3
1
–252.87
1278
4
2.2
4
2970
5
3 Relative Atommasse
4 Schmelzpunkt
5 Siedepunkt
6 Elektronegativität (Allred, Rachow)
7 Oxidationsstufen
1.5
6
8 Elektronenkonfiguration
Hydrogen
–1, 1
1 Atomic number
1s 1
Be
2
2 Element symbol
3 Relative atomic mass
6.941
9.0122
4 Melting point
3
180.54
4
1278
5 Boiling point
1347
2970
6 Electronegativity (Allred, Rachow)
1.0
1.5
7 Oxidations states
8 Electron configuration
1 Número atómico
Lithium
Beryllium
2 Simbolo del elemento
Beryllium
1
2
3 Peso atómico relative
He 2s 1
He 2s 2
4 Punto de fusión
2 7
5 Punto de ebullición
22.990
24.305
6 Electronegatividad (Allred, Rachow)
11
97.81
12
648.8
He 2s 2 8
7 niveles de oxidación
882.9
1090
8 Configuración electrónica
1.0
1.2
3
4
5
6
7
8
Sodium
Magnesium
1
2
Ne 3s 1
Ne 3s 2
IIIb
IVb
Vb
VIb
VIIb
VIIIb
39.098
40.078
44.956
47.88
50.942
51.996
54.938
55.845
19
63.65
20
839
21
1541
22
1660
23
1890
24
1857
25
1244
26
1535
774
1484
2831
3287
3380
2672
1962
2750
0.9
1.0
1.2
1.3
1.5
1.6
1.6
1.6
Potassium
Calcium
Scandium
Titanium
Vanadium
1
2
3
3, 4
2, 3, 4, 5
Chromium
2, 3, 6
Iron
Ar 4s 1
Ar 4s 2
Ar 3d 1 4s 2
Ar 3d 2 4s 2
Ar 3d 3 4s 2
Ar 3d 5 4s 1
Manganese
2, 3, 4, 6, 7
Ar 3d 5 4s 2
2, 3, 6
Ar 3d 6 4s 2
85.468
87.62
88.906
91.224
92.906
95.94
*98.906
101.07
37
38.89
38
769
39
1522
40
1852
41
2468
42
2617
43
2172
44
2310
688
1384
3338
4377
4742
4612
4877
3900
0.9
1.0
1.1
1.2
1.2
1.3
1.4
1.4
Molybdenum
Rubidium
Strontium
Yttrium
Zirconium
Niobium
2, 3, 4, 5, 6
Technetium
Ruthenium
1
2
3
4
3, 5
7
3, 4, 8
Kr 5s 1
Kr 5s 2
Kr 4d 1 5s 2
Kr 4d 2 5s 2
Kr 4d 4 5s 1
Kr 4d 5 5s 1
Kr 4d 6 5s 1
Kr 4d 7 5s 1
132.91
137.33
178.49
180.95
183.84
186.21
190.23
55
28.40
56
725
72
2227
73
2996
74
3410
75
3180
76
3045
678.4
1640
4602
5425
5660
5627
5027
0.9
1.0
1.2
1.3
W
1.4
1.5
1.5
Caesium
Barium
Hafnium
Tantalum
Tungsten
2, 3, 4, 5, 6
Rhenium
Osmium
2, 3, 4, 6, 8
1
2
4
2, 4, 7
5
Xe 6s 1
Xe 6s 2
Xe 4f 14 5d 2 6s 2
Xe 4f 14 5d 3 6s 2
Xe 4f 14 5d 4 6s 2
Xe 4f 14 5d 5 6s 2
Xe 4f 14 5d 6 6s 2
*223.02
*226.03
*261.11
*262.11
*263.12
*262.12
265
87
27
88
700
104
105
106
107
108
677
1140
0.9
1.0
Francium
Radium
Rutherfordium
Dubnium
1
2
Rn 7s 1
Rn 7s 2
Rn 5f 14 6d 2 7s 2
Rn 5f 14 6d 3 7s 2
Seaborgium
Rn 5f 14 6d 4 7s 2
Bohrium
Rn 5f 14 6d 5 7s 2
Hassium
Rn 5f 14 6d 6 7s 2
138.91
140.12
140.91
144.24
*146.92
150.36
Lanthanoiden
57
921
58
799
59
931
60
1021
61
1168
62
1077
3457
3426
3512
3068
2460
1791
1.1
1.1
1.1
1.1
1.1
1.1
Lanthanides
Lanthánidos
Lanthanum
Xe 5d 1 6s 2
Cerium
Praseodymium
Neodymium
Samarium
3, 4
2, 3
3
3, 4
3
Xe 4f 2 6s 2
Xe 4f 4 6s 2
Promethium
Xe 4f 5 6s 2
3
Xe 4f 3 6s 2
Xe 4f 6 6s 2
*227.03
*232.04
*231.04
*238.03
*237.05
*244.06
Actinoiden
89
1050
90
1750
91
1600
92
1132
93
640
94
641
3200
4790
3818
3902
3232
1.0
1.1
1.1
1.2
1.2
1.2
Actinides
Actinium
Rn 6d 1 7s 2
Thorium
Protactinium
Uranium
3, 4, 5, 6
Neptunium
4,
3, 4, 5, 6
Plutonium 3, 4, 5, 6
3
Actínidos
4
5
Rn 6d 2 7s 2
Rn 5f 2 6d 1 7s 2
Rn 5f 3 6d 1 7s 2
Rn 5f 4 6d 1 7s 2
Rn 5f 6 7s 2
4t Matthes + Traut · Darmstadt
4 6d 1 7s 2 Rn 5f 6 7s 2 4t Matthes + Traut · Darmstadt
4 6d 1 7s 2 Rn 5f 6 7s 2 4t Matthes + Traut · Darmstadt

9

VIIIb

58.933 27 1495 2870 1.7 Cobalt 2, 3 Ar 3d 7 4s 2 102.91 45
58.933
27
1495
2870
1.7
Cobalt
2, 3
Ar 3d 7 4s 2
102.91
45
1966
3727
1.5
Rhodium
1, 2, 3, 4
Kr 4d 8 5s 1

192.22

77 2410 4130 1.6 Iridium 1, 2, 3, 4, 6
77
2410
4130
1.6
Iridium
1, 2, 3, 4, 6

Xe 4f 14 5d 7 6s 2

266

109

1, 2, 3, 4, 6 Xe 4f 1 4 5d 7 6s 2 2 6 6

Meitnerium Rn 5f 14 6d 7 7s 2

151.96 63 822 1597 1.0 Europium 2, 3
151.96
63
822
1597
1.0
Europium
2, 3

Xe 4f 7 6s 2

*243.06

95 994 2607 ~1.2 Americium 3, 4, 5, 6 Rn 5f 7 7s 2
95
994
2607
~1.2
Americium 3, 4, 5, 6
Rn 5f 7 7s 2
.com 13 14 15 16 17 18 IIIa IVa Va VIa VIIa 0 4.0026 2
.com
13
14
15
16
17
18
IIIa
IVa
Va
VIa
VIIa
0
4.0026
2
<–272.2
–268.93
Helium
1s 2
10.811
12.011
14.007
15.999
18.998
20.18
5
2079
6
3367
7
–209.86
8
–218.4
9
–219.62
10‑
–248.67
2550
4827
–195.8
–182.96
–188.14
–246.05
2.0
2.5
3.1
3.5
4.1
Ne
Boron
Carbon
Nitrogen
Oxygen
Fluorine
Neon
3
–4, 2, 4
–3, 2, 3, 4, 5
–2, –1
–1
2
He 2s 2 2p 1
He 2s
2p 2
He 2s 2 2p 3
He 2s 2 2p 4
He 2s 2 2p 5
He 2s 2 2p 6
26.982
28.086
30.974
32.066
35.453
39,948
13
660.37
14
1410
15
44.1
16
112.8
17
–100.98
18
–189.2
2467
2355
280
444.67
–34.6
–185.7
1.5
1.7
2.1
2.4
2.8
10
11
12
Aluminium
Ne 3s 2 3p 1
Silicon
Phosphorus
3
–3, 3, 5
Sulfur
–2, 2, 4, 6
Chlorine –1, 1, 3, 5, 7
Argon
4
VIIIb
Ib
IIb
Ne 3s 2 3p 2
Ne 3s 2 3p 3
Ne 3s 2 3p 4
Ne 3s 2 3p 5
Ne 3s 2 3p 6
58.693
63.546
65.39
69.723
72.61
74.922
78.96
79.904
83.80
28 1453
29
1083
30
419,6
31
29.78
32
937.4
33
817
34
217
35
–7.2
36
–156,6
2732
2567
907
2403
2830
613
684.9
58.78
–152.3
1.8
1.8
Zn
1.7
1.8
2.0
2.2
2.5
2.7
Nickel
2, 3
Ar 3d 8 4s 2
Copper
1, 2
Ar 3d 10 4s 1
Zinc
Gallium
Ar 3d 10 4s 2 4p 1
Arsenic
Selenium
Bromine –1, 1, 3, 5, 7
Krypton
2, 4
2
3
–3, 3, 5
–2, 4, 6
Ar 3d 10 4s 2
Germanium
Ar 3d 10 4s 2 4p 2
4
Ar 3d 10 4s 2 4p 3
Ar 3d 10 4s 2 4p 4
Ar 3d 10 4s 2 4p 5
Ar 3d 10 4s 2 4p 6
106.42
107.87
112.41
114.82
118.71
121.76
127.60
126.90
131.29
46
1552
47
961.9
48
320.9
49
156.6
50
232.0
51
630.7
52
449.5
53
113.5
54
–111.9
3140
2212
765
2080
2270
1750
990
184.4
–107.1
1.4
1.4
1.5
1.5
1.7
1.8
2.0
2.2
Xe
Palladium
2, 4
Kr 4d 10
Silver
1, 2
Kr 4d 10 5s 1
Cadmium
Kr 4d 10 5s 2
2
Indium
Kr 4d 10 5s 2 5p 1
Tin
Antimony
Tellurium
Iodine
–1, 1, 3, 5, 7
Xenon
2, 4, 6
3
2, 4
–3, 3, 5
–2, 4, 6
Kr 4d 10 5s 2 5p 2
Kr 4d 10 5s 2 5p 3
Kr 4d 10 5s 2 5p 4
Kr 4d 10 5s 2 5p 5
Kr 4d 10 5s 2 5p 6
195.08
196.97
200.59
204.38
207.2
208.98
*209.98
*209.99
*222.02
78 1772
79
1064
80
–38.84
81
303.5
82
327.5
83
271.3
84
254
85
302
86
–71
3827
2807
356.6
1457
1740
1560
962
337
–61.8
1.4
1.4
1.5
1.4
1.6
1.7
1.8
2.0
Platinum
Gold
1, 3
Xe 4f 14 5d 10 6s 1
Mercury
1, 2
Thallium
1, 3
Lead
Bismuth
3, 5
Polonium
2, 4
2, 4, 6
2, 4
Xe 4f 14 5d 9 6s 1
Xe 4f 14 5d 10 6s 2
Xe 4f 14 5d 10 6s 2 6p 1
Xe 4f 14 5d 10 6s 2 6p 2
Xe 4f 14 4d 10 6s 2 6p 3
Xe 4f 14 5d 10 6s 2 6p 4
Astatine –1, 2, 3, 5, 7
Xe 4f 14 5d 10 6s 2 6p 5
Radon
Xe 4f 14 5d 10 6s 2 6p 6
2
269
272
277
287
289
288
289
293
294
110
111
112
113
114
115
116
117
118
Uut
Fl
Uup
Lv
Uus
Uuo
Darmstadtium
Roentgenium
Copernicum
Ununtrium
Flerovium
Ununpentium
Livermorium
Ununseptium
Ununoctium
157.25 64 1313 3266 1.1 Gadolinium Xe 4f 7 5d 1 6s 2 3 *247.07
157.25
64
1313
3266
1.1
Gadolinium
Xe 4f 7 5d 1 6s 2
3
*247.07
96
1340
~1.2
Curium
3, 4

Rn 5f 7 6d 1 7s 2

 

158.93

 

162.50

 

164.93

167.26

 

168.93

173.04

 

174.97

 

65

1356

66

1412

67

1474

68

1497

69

1545

70

819

71

1663

3123   2562 2695 1.1 2900 1947 Yb 1194 3395

3123

 
3123   2562 2695 1.1 2900 1947 Yb 1194 3395

2562

2695 1.1

2695

1.1

2900

1947

Yb

1194

3123   2562 2695 1.1 2900 1947 Yb 1194 3395

3395

1.1

1.1

1.1

1.1

   

1.1

1.1

1.1

|

|

Terbium

3, 4 Xe 4f 9 6s 2

Dysprosium Xe 4f 10 6s 2

3

Holmium Xe 4f 11 6s 2

3

Erbium

3

Thulium

2, 3 Xe 4f 13 6s 2

Ytterbium

Lutetium

3

|

Xe 4f 12 6s 2

Xe 4f 14 6s 2, 2 3

Xe 4f 14 5d 1 6s 2

*247.07

 

*251.08

 

*252.08

*257.18

 

*258.10

*259.10

*262.11

 

97

98

99

100

101

102

103

~1.2 Berkelium

~1.2

Berkelium

Californium

Californium

~1.2

3, 4

~1.2 3

~1.2

3

~1.2 3

~1.2

3

~1.2 3

~1.2

3

Nobelium

Nobelium

2, 3

Lawrencium

Lawrencium

3

|

3, 4 Rn 5f 9 7s 2

 

Rn 5f 10 7s 2

Einsteinium Rn 5f 11 7s 2

Fermium Rn 5f 12 7s 2

Mendelevium Rn 5f 13 7s 2

Rn 5f 14 7s 2

Rn 5f 14 6d 1 7s 2

1970

* stabilstes Isotop | most

stable isotope | isótopo más astable Metalle | metals | metales

Nichtmetalle | nonmetals

metaloides

Übergangsmetalle

transition metals |

elementos de transición

Elemente der f-Reihe |

elements of the f-series | elementos de la serie f Gruppennummerierung

column labelling |

número de grupo

IUPAC, Nomenclature

of Inorganic Chemistry,

1989

IUPAC, Rules for Inor-

ganic Nomenclature,

Johann Carl Friedrich Gauß (1777 – 1855) einer der bedeutendsten Mathematiker aller Zeiten löste bereits mit zehn Jahren innerhalb weniger Sekunden die Aufgabe, die Summe aller Zahlen von 1 – 100 zu errechnen

8

weniger Sekunden die Aufgabe, die Summe aller Zahlen von 1 – 100 zu errechnen 8 chem

chem _ is _ try • AppliChem © 2013

Chemisches Rechnen
Chemisches
Rechnen
Chemisches Rechnen Chemische Reaktionen beschreiben das Verhalten von Stoffen zueinander: Das Verständnis chemischer

Chemische Reaktionen beschreiben das Verhalten von Stoffen zueinander: Das Verständnis chemischer Reaktionen basiert auf der Vorstellung von der Atomstruktur der Materie.

Organismus 10 20 Atome Zelle 10 10 Atome System 10 5 Atome Biomolekül 10 3
Organismus
10 20 Atome
Zelle
10 10 Atome
System
10 5 Atome
Biomolekül
10 3 Atome
Molekül
10 Atome
Atom
1 Atom

Vom Atom zum Organismus

Durch Zusammenlagerung von Atomen entstehen Atomver- bände, auch Moleküle genannt. Diese können sich in einer hierarchischen Ordnung zu größeren Einheiten zusam- menlagern. Moleküle bilden die Grundlage von Leben und Bewusstsein. Die Mineralisierung der unter Energiezufuhr aufgebauten komplexen Biomasse erfolgt überwiegend durch Mikroorganismen. Auf diese Weise werden Stoffkreisläufe im Werden und Vergehen chemischer Systeme geschlossen. Che- mische Berechnungen ermöglichen die Quantifizierung des Reaktionsgeschehens.

Das Mol als SI-Einheit der Stoffmenge

Reaktionsgeschehens. Das Mol als SI-Einheit der Stoffmenge Im amtlichen und geschäftlichen Verkehr müssen wir uns an

Im amtlichen und geschäftlichen Verkehr müssen wir uns an die Bestimmungen des internationalen Einheitensy- stems (SI) halten. Dabei werden beispielsweise Massen in der Einheit „Kilogramm“ (kg) und Stoffmengen in der Einheit „Mol“ gemessen. Frage: Wie viel Stoff bzw. welche Stoffpor- tion ist nun 1 Mol?

Merke: Das Mol ist primär eine Zähleinheit wie das gute alte Dutzend – nur „etwas mehr“. Ein Dutzend sind 12 Stück, also

12 Äpfel, 12 Autos, 12 Schüler oder eine entsprechende An- zahl beliebiger anderer Objekte.

1 Mol entspricht 6,02 x 10 23 Zähleinheiten, also 6,02 x 10 23 Staubkörnern, 6,02 x 10 23 Wassertropfen, 6,02 x 10 23 Photonen, 6,02 x 10 23 Atomen, 6,02 x 10 23 Molekülen oder einer entsprechenden Anzahl beliebiger anderer Objekte. Wissenschaftler wie Amedeo Avogadro (1776 – 1856) oder Joseph Loschmidt (1821 – 1895) haben diese Zahl in kunstvollen Experimenten ermittelt. Ergebnis: Sie entspricht der Zahl der Atome in 12 g des Kohlenstoffisotops C–12. Daher wird die Molzahl 6,02 x 10 23 zu Ehren dieser Pioniere als Avogadrozahl N A oder Loschmidt-Konstante N L bezeichnet.

© 2013 AppliChem • chem _ is _ try

Pioniere als Avogadrozahl N A oder Loschmidt-Konstante N L bezeichnet. © 2013 AppliChem • chem _

9

Molmassen von Atomen

Nun haben 1 Dutzend Äpfel eine andere Masse als 1 Dutzend Autos. Analoges gilt für das Mol. Praktisch für die Chemie ist, dass die molaren Massen der Monoelemente im Periodensystem der Elemente (PSE) verzeichnet wurden. Die dort fixierten Zahlen sind lediglich noch mit der Einheit Gramm pro Mol (g/mol) zu versehen. Im PSE findet man beispielsweise für Helium, He: 4,002602. Mit anderen Worten: In 4,002602 g Heliumgas befinden sich 6,02 x 10 2 3 Heliumatome. Für das metallische Natrium steht im PSE, Na: 22,989770. Das bedeutet in 23 Heliumatome. Für das metallische Natrium steht im PSE, Na: 22,989770. Das bedeutet in 22,989770 g Natrium befinden sich 6,02 x 10 23 Natriumatome.

Fazit: Wenn man wissen will, wie viel Gramm Substanz der Stoffportion 1 Mol entspricht, dann schaut man ins Periodensystem und setzt hinter der dort aufgeschriebenen (relativen) Massenzahl die Einheit Gramm pro Mol (g/mol). In dieser molaren Stoffportion sind dann exakt 6,02 x 10 23 Formeleinheiten (Teilchen, Atome) enthalten.

Molmassen von Verbindungen

(Teilchen, Atome) enthalten. Molmassen von Verbindungen Wichtig ist die Betonung Monoelemente für das Ver-

Wichtig ist die Betonung Monoelemente für das Ver- ständnis des Eintrags im PSE. Viele Gase kommen nämlich als Moleküle vor, z.B. Wasserstoff (H 2 ), Sauerstoff (O 2 ) oder Chlor (Cl 2 ). Im PSE steht bei Wasserstoff für das Monoelement H: 1,00794. Das bedeutet: 1 Mol gasförmiger Wasserstoffmoleküle (H 2 ) haben eine Masse von 2 x 1,00794 g = 2,01588 g. Umgekehrt kann man sagen in 2,01588 g Wasserstoffgas befinden sich 6,02 x 10 23 Moleküle H 2 aber 2 x 6,02 x 10 23 Atome H. Die Molmassen werden mit dem Buchstaben M symbolisiert. Da- hinter erfolgt in Klammern das entsprechende Objekt (X), also M(X). Die Molmassen von chemischen Verbindungen erhält man durch Addition der molaren Massen der sie aufbauenden Monoelemente.

Beispiel: Kochsalz: NaCl

M(Na): 22,989770 g/mol M(Cl): 35,452 g/mol

Beispiel: Kochsalz: NaCl M(Na): 22,989770 g/mol M(Cl): 35,452 g/mol M(NaCl): 58,44177 g/mol

M(NaCl): 58,44177

g/mol

In Worten: In 58,44177 g Kochsalz befinden sich 6,02 x 10 23 NaCl-Formeleinheiten.

10

befinden sich 6,02 x 10 2 3 NaCl-Formeleinheiten. 10 chem _ is _ try • AppliChem

chem _ is _ try • AppliChem © 2013

Analog errechnet sich für Wasser (H 2 O) eine molare Masse von M(H 2 O) = 2 mol x 1,00794 g/mol + 1mol x 15,9994 g/mol = 18,01528 g. Man sagt also: Die molare Masse oder Molmas- se des Wassers beträgt 18,01528 g oder verkürzt M(H 2 O) = 18,01528 g/mol.

Umrechnung zwischen Massen und Stoffmengen

= 18,01528 g/mol. Umrechnung zwischen Massen und Stoffmengen Wennjemand24Bierflaschengekaufthat,lässtsichleicht

Wennjemand24Bierflaschengekaufthat,lässtsichleicht

ausrechnen, wie viel Dutzend Flaschen er nach Hause tragen wird, nämlich 24 Stück/12 Stück pro Dutzend = 2 Dutzend. Analog gilt für die Umrechnung von Massen in Stoffmengen:

Mittels einfacher mathematischer Umstellung lassen sich nun verschiedene Größen berechnen.

Molzahl n = Teilchenzahl einer Stoffportion/ Avogadrozahl oder Masse einer Stoffportion/ Molmasse. Grund: Die Masse ist der Teilchenzahl proportional. Formelmäßig gilt:

n(X) = N(X) / N A

bzw.

n(X) = m(X) / M(X)

Durch Gleichsetzen folgt daraus:

N(X) / N A = m(X) / M(X)

m(X): Masse einer Stoffportion X M(X): Molmasse von X N(X): Teilchenzahl von X N A : Avogadrozahl (6,02 x 10 23 )

Mittels einfacher mathematischer Umstellung lassen sich nun verschiedene Größen berechnen.

Übungsbeispiele zu Mol

Aufgabe 1 Eine Portion Kupfer hat die Masse von 100 g. Wie groß ist die
Aufgabe 1
Eine Portion Kupfer hat die Masse von 100 g.
Wie groß ist die Stoffmenge n(Cu)? Die molare
Masse des Monoelementes Kupfer ist M(Cu) =
63,54 g/mol (siehe Periodensystem, PSE).
Gegeben
m(Cu) = 100 g
Gesucht
n(Cu)
m(Cu)
100 g/mol
Lösung
n(Cu)
=
=
= 1,574 mol
M(Cu)
63,54 g

M(Cu) =

M(Cu) = 63,54 = 63,54 g x mol – 1 g mol

63,54

M(Cu) = 63,54 = 63,54 g x mol – 1 g mol

= 63,54 g x mol 1

g

mol

M(Cu) = 63,54 = 63,54 g x mol – 1 g mol

Aufgabe 2 Wie viel Mol Wasser und wie viele Wasserteilchen (H 2 O) befinden sich in einem Liter (1kg) Wasser?

Gegeben

m(H 2 O) = 1 kg = 1000 g

Gesucht

n(H 2 O) und N(H 2 O)

Lösungsweg n(H 2 O) = m(H 2 O) / M(H 2 O) bzw.

n(H 2 O) = N(H 2 O) / N A

Lösung

Einsetzen der Zahlenwerte n(H 2 O) = m(H 2 O) / M(H 2 O) = 1000 g / 18,01528 g/mol = 55,508 mol

N(H 2 O) = n(H 2 O) x N A

=

55,508 mol x 6,02 x 10 23 Teilchen / mol = 3,34 x 10 25 H 2 O-Teilchen

Ergebnis

In einem Liter Wasser befinden sich 55,508 Mol H 2 O bzw. 3,34 x 10 25 H 2 O-Teilchen.

Aufgabe 3 In den Weltmeeren befinden sich etwa 1,339 x 10 9 km 3 Wasser. In diesem Volumen wird (theoretisch) 1 kg Traubenzucker (Glucose, C 6 H 12 O 6 ) aufgelöst. Nach vollständigem Durchmischen wird 1 Liter Wasser entnommen. Wie viele Traubenzuckermoleküle befinden sich in 1 cm 3 (1 ml) dieses Meerwassers? Die Dichte von Wasser wird vereinfachend als 1 kg/Liter angenommen.

Gegeben

V(H 2 O) = 1,339 x 10 9 km 3 =

Gesucht

1,339 x 10 18 m 3 = 1,339 x 10 21 L = 1,339 x 10 24 mL M(H 2 O) = 18,01528 g/mol m(C 6 H 12 O 6 ) = 1 kg = 1000 g M(C 6 H 12 O 6 ) = 180,559 g/mol N(C 6 H 12 O 6 ) / mL Meerwasser

Lösungsweg n(C 6 H 12 O 6 ) = m(C 6 H 12 O 6 ) / M(C 6 H 12 O 6 )

N(C 6 H 12 O 6 ) = n(C 6 H 12 O 6 ) x N A

Lösung

Einsetzen der Zahlenwerte liefert:

n(C 6 H 12 O 6 ) = 1000 g / 180,559 g/mol = 5,5384 mol N(C 6 H 12 O 6 ) = 5,5384 mol x 6,02 x 10 23 Teilchen/mol = 3,334 x 10 24 Teilchen N(C 6 H 12 O 6 ) / V(H 2 O) = 3,334 x 10 24 Teilchen / 1,339 x 10 24 mL = 2,49 Teilchen/mL

Ergebnis

In einem Kubikzentimeter (mL) der Meerwasserprobe würde man in jedem Falle noch 2 Glucose- Moleküle finden.

Stoffmengenkonzentration c(X)

Unter der Stoffmengenkonzentration c(X) versteht man die Stoffmenge n(X) eines gelösten Stoffes (X) pro Volumen (V) der Gesamtlösung:

c(X) = n(X) V(X)
c(X) = n(X)
V(X)

Dimension

[c(X)] =

[n(X)]

V(X)

mol

=

L

Aufgabe 4 In einen Kolben mit einem Volumen von V = 5 L (Kalibrierstrich) werden 100 g Kochsalz gegeben. Mit destilliertem Wasser wird der Kolben sodann bis zum Kalibrierstrich aufgefüllt. Wie groß ist die Stoffmengenkonzentration der entstandenen Lösung?

Gegeben

m(NaCl) = 100 g n(NaCl) = 100 g / 58,44177 g/mol = 1,711 mol Gesucht c(NaCl)

V = 5 L

Lösung

c(NaCl) =

n(NaCl)

1,711 mol

 

=

=

V(NaCl)

5 L

0,342

mol

L

Analog gilt für die Stoffmassenkonzentration c(X)

c(X) = m(X) V(X)
c(X) = m(X)
V(X)

Dimension

[c(X)] =

[m(X)]

[V(X)]

=

g

L

Werden 2 g Kochsalz (NaCl) in 10 Liter Wasser gelöst, so er- gibt sich für die Stoffmassenkonzentration:

2 g c(NaCl) = m(NaCl) V(H 2 O) g = = 0,2 10 L L
2 g
c(NaCl) =
m(NaCl)
V(H 2 O)
g
=
= 0,2
10 L
L
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11

s

s

Beschreibung chemischer Reaktionen

Was ist eine chemische Reaktion? Ausgangsstoffe Chemische Reaktion = werden durch Umgruppierung von Atomen zu
Was ist eine chemische Reaktion?
Ausgangsstoffe
Chemische Reaktion =
werden durch
Umgruppierung
von Atomen zu
Beispiel
C
+
O
2
Kohlenstoff
Sauerstoff
reagieren zu
s
s

E = m . c 2

(c = Vakuum – Lichtgeschwindigkeit)

errechnet werden kann. Da diese Massenveränderungen jedoch nur in der Größenordnung von 10 12 kg liegen, können sie bei chemischen Untersuchungen unberücksichtigt blei- ben. In einer Reaktionsgleichung werden die Stoffe durch ihre Symbole oder Formeln gekennzeichnet. Ausgangsstoffe stehen „links“, Reaktionsprodukte „rechts“.errechnet werden kann. Da diese Massenveränderungen jedoch nur in der Größenordnung von 10 – 1 2

Beispiel Reaktionsgleichung

2 H 2 Wasserstoff 2 Wasserstoff

Beispiel Reaktionsgleichung 2 H 2 Wasserstoff + O 2 Sauerstoff reagieren zu 2 H 2 O

+

O 2 Sauerstoff
O
2
Sauerstoff

reagieren zu

2 H 2 O Wasser
2 H 2 O
Wasser

Merke

• Eine chemische Reaktion ist die Umwandlung von Ausgangsstoffen in Reaktionsprodukte mit neuen Eigenschaften.

• Die Zahl der Atome im Reaktionsprodukt (bzw. in den Reaktionsprodukten) ist gleich der Zahl der Atome in den Ausgangsstoffen.

• Reaktionen, die Energie (Wärme) liefern, nennt man exotherm.

• Reaktionen, die nur unter Zufuhr von Energie ablaufen, nennt man endotherm.

Der Aussagewert der chemischen Reaktions- gleichung liegt auf drei Ebenen:

1. Ebene der Atome und Moleküle

2

Wasserstoffmoleküle + 1 Sauerstoffmolekül reagieren zu

2

Wassermolekülen

2. Molare Aussage: Stoffmengen

Durch Multiplikation der Gleichung mit der Avogadro- Konstanten (N A = 6,02 x 10 23 ) kommt man zu einer Stoff- mengenaussage. 2 mol Wasserstoffmoleküle + 1 mol Sauer- stoffmoleküle reagieren zu 2 mol Wassermolekülen.

Aufstellen und Aussage chemischer Reaktionsgleichungen

Aufstellen und Aussage chemischer Reaktionsgleichungen Eine vollständige chemische Gleichung entspricht einer

Eine vollständige chemische Gleichung entspricht einer algebraischen Beziehung, bei der alle Ausgangsstoffe (Edukte) auf der linken Seite und alle Reaktionsprodukte (Produkte) auf der rechten Seite angeführt werden. Die Atomzahlen der beteiligten Elemente müssen auf beiden Seiten der Gleichung gleich sein. Dies impliziert, dass auch die Summen der Massen auf beiden Seiten den gleichen Wert aufweisen. Zum Ausdruck kommt dies in dem Gesetz von der Erhaltung der Masse (Lavoisier 1774):

„Bei allen chemischen Vorgängen bleiben die Gesamtmassen der reagierenden Stoffe konstant.“

Da jede chemische Reaktion mit einer Energieveränderung des Systems verbunden ist, handelt es sich hierbei nur um ein Grenzgesetz. Die aufgenommene oder freigesetzte Ener- gie entspricht einem Massengewinn oder Massenverlust, der über die Einstein’sche Äquivalenzbeziehung:

12

der über die Einstein’sche Äquivalenzbeziehung: 12 chem _ is _ try • AppliChem © 2013 3.

chem _ is _ try • AppliChem © 2013

3. Massen-Aussage: Stoffmassen

Da im PSE die molaren Massen der Monoelemente ver- zeichnet sind, lassen sich aus (2.) leicht die entsprechen- den Stoffmassen errechnen: 4,03176 g Wasserstoff + 31,9988 g Sauerstoff reagieren zu 36,03056 g Wasser.

Fazit: Aussagewert chemischer Gleichungen:

2

H 2

+

O 2

>

2 H 2 O

2

Moleküle

1 Molekül

2 Moleküle

2 x 6,02 x 10 23 Moleküle

+

6,02 x 10 23 Moleküle

>

2 x 6,02 x 10 23 Moleküle

2 mol

+

1 mol

>

2 mol

4,03176 g

+

31,9988 g

>

36,03056

Damit kann man mit Hilfe von Massenproportionen bei gegebenen Ausgangsstoffen die Reaktions- produkte oder bei gegebenen Reaktionsprodukten die einzusetzenden Ausgangstoffe in Form von Massen oder Volumina berechnen. Dies ist Gegen- stand so genannter „stöchiometrischer Berech- nungen“ bzw. Stöchiometrie.

Aufgabe 5 Wie viel Liter Benzin (Oktan, C 8 H 1 8 ) darf ein

Aufgabe 5 Wie viel Liter Benzin (Oktan, C 8 H 18 ) darf ein modernes Auto künftig maximal pro 100 km verbrauchen, wenn ein EU-Emissionsgrenz- wert von 130 g Kohlendioxid pro Kilometer (130 g CO 2 /km) eingeführt wird? Die Dichte von Benzin wird mit 0,75 kg/L angenommen.

Gegeben

Gesucht

Oktan, M(C 8 H 18 ) = 114,38 g/mol r(C 8 H 18 ) = 0,75 kg/L Grenzwert m(CO 2 ) = 130 g/km Masse = Volumen x Dichte

m(C 8 H 18 )

= V(C 8 H 18 ) x r(C 8 H 18 )

V(C 8 H 18 ) / 100 km

Lösungsweg Reaktionsgleichung bei vollständiger Verbrennung von Oktan zu Kohlen- dioxid und Wasser:

C 8 H 18 + 12,5O2 8CO 2 + 9H 2 O

114,38 g

352,08 g

Proportion der Massen gemäß

Reaktionsgleichung liefert:

130 g(CO 2 ) / 352,08 g(CO 2 ) =

x

/ 114,38 g(C 8 H 18 )

x

= 42,233 g(C 8 H 18 )

Der Emission von 130 g CO 2 /km entspricht ein Oktanverbrauch von 42,233 g. Bei 100 km werden folglich 4,2233 kg Oktan verbraucht. Mit m(C 8 H 18 ) = V(C 8 H 18 ) x r(C 8 H 18 ) folgt:

V(C 8 H 18 ) = m(C 8 H 18 ) / r(C 8 H 18 ) = 4,2233 kg / 0,75 kg x L 1 = 5,63 L Benzin

Ergebnis

Das Auto darf maximal 5,63 L Benzin auf 100 km verbrauchen.

Hinweis: Alternativ kann man auch gemäß Reaktionsglei- chung ansetzen:

n(CO 2 ) =

8 x n(C 8 H 18 )

Dies führt zum gleichen Ergebnis.

So sicher wie Tod und Steuerzahlen

Energieänderung bei chemischen Reaktionen

und Steuerzahlen Energieänderung bei chemischen Reaktionen Bei chemischen Reaktionen entstehen aus vorgege- benen

Bei chemischen Reaktionen entstehen aus vorgege- benen Stoffen nicht nur neue Produkte, sondern parallel dazu treten Energieänderungen auf. Brände, Feuerwerksraketen oder Sprengstoffe sind augenfällige Beispiele dafür. In der chemischen Verfahrenstechnik müssen die im Zuge der Reaktion entstehenden Wärmemengen kontrolliert über hin- reichend dimensionierte Wärmeaustauscher abgeführt oder über spezielle Heizungen zugeführt werden.

Die Reaktionswärme bei konstantem Druck nennt man Reaktionsenthalpie. Sie hat das Symbol DH und wird in der Einheit kJ/mol gemessen. Man unterscheidet:

• exotherme Reaktionen, die unter Wärmefreisetzung verlaufen: DH < 0

• endotherme Reaktionen, die eine

Wärmeaufnahme charakterisieren: DH > 0

Die Reaktionsenthalpie DH R wird experimentell im Kalorimeter oder theoretisch mit Hilfe des Konzeptes der Standard-Bildungsenthalpien DB bestimmt.

Übungsbeispiel zu Enthalpie

In einem Kalorimeter (Thermoskanne) soll die Reak- tionsenthalpie bei der Neutralisation von 50 ml Salz- säure der Konzentration c(HCl) = 1 mol/L mit 50 ml Natronlauge der Konzentration c(NaOH) = 1 mol/L ex- perimentell bestimmt werden. Unter diesen Bedingungen zeigt die Neutralisation eine Temperaturänderung von 6,5°C. Die spezifische Wärme von Wasser c s (H 2 O) = 4,18 kJ/kg°C.

Das Ergebnis der experimentellen Neutralisationsenthalpie ist durch eine Berechnung auf Basis der molaren Standard- Bildungsenthalpien zu vergleichen und die prozentuale Abwei- chung zu ermitteln.

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Bildungsenthalpien zu vergleichen und die prozentuale Abwei- chung zu ermitteln. © 2013 AppliChem • chem _

13

a) Experimentelle Bestimmung der Neutralisationsenthalpie: DH R

Reaktionsgleichung und Ursache der Wärmeentwicklung

Salzsäure (HCl) und Natronlauge(NaOH) sind als starke Elek- trolyte in verdünnter wässriger Lösung vollständig zerfallen. Die Neutralisationsreaktion kann mit Hilfe einer Ionenglei- chung veranschaulicht werden:

H + + Cl + Na + + OH

>

Na + +

Cl + H 2 O + Q

Erklärung: Aus einzelnen H + - und OH -Ionen entsteht ein neu- trales H 2 O-Molekül. Das allein ist die Triebkraft der Neutrali- sationsreaktion. Na + - und Cl -Ionen nehmen an der Reaktion überhaupt nicht teil. Sie verändern sich nicht. Da das neu gebildete Wasser energieärmer ist als die vorher freien H + - und OH -Ionen, wird im Zuge der Neutralisation eine Wärme- menge Q frei. Dies äußert sich im vorliegendem Falle experi- mentell in einer Erhöhung der Temperatur um 6,5°C. Für die experimentell zu bestimmende Reaktionswärme Q gilt nach den Gesetzen der Wärmelehre:

Q = m x c s (H 2 O) x DT

Dabei ist m die Masse aus 50 ml der 0,1 molaren Salzsäure und 50 ml der 0,1 molaren NaOH. Als Dichte kann mit hin- reichender Versuchsgenauigkeit jene von Wasser (1 kg/L) angenommen werden. Damit: m = 100 g = 0,1 kg. Diese Masse erwärmt sich im Zuge der Reaktion. Einsetzen der Werte liefert:

Q = 0,1 kg x 4,18 kJ x kg 1 x°C 1 x 6,5°C = 2,717 kJ

Zwischenergebnis: Bei der Umsetzung von 50 ml 0,1 molarer NaOH mit 50 ml 0,1 molarer HCl wird eine Wärmemenge von 2,717 kJ frei.

Nun ist

DH R (exp) = –Q / n = –2,717 kJ / 0,05 mol = –54,34 kJ / mol

Hinweis: In dieser Beziehung stellt n die umgesetzte Stoff- menge in mol dar. Ableitung von n:

Aus c(NaOH) = n(NaOH)/ V(NaOH) folgt:

n(NaOH) = c(NaOH) x V(NaOH) = 1 mol /L x 0,05 L = 0,05 mol

14

= c(NaOH) x V(NaOH) = 1 mol /L x 0,05 L = 0,05 mol 14 chem

chem _ is _ try • AppliChem © 2013

Analoges gilt für HCl. Damit ist n = 0,05 mol. Q erhält ein negatives Vorzeichen, weil das System aus HCl und NaOH die Wärme abgegeben hat (exotherm, DH R < 0) und dabei die 100 ml bzw. 100 g Wasser erwärmte.

Ergebnis: Die experimentell bestimmte Neutralisationsenthal- pie beträgt: DH R (exp) = –54,34 kJ/mol

b) Berechnung der theoretischen Neutralisationsenthalpie mit dem Konzept der molaren Standard-Bildungsenthalpien DB

DH R (Theorie) = S n x DB (Produkte) – S n x DB (Ausgangsstoffe)

n=Reaktionskoeffizient(Molzahl)gemäßReaktionsgleichung, hier also 1

Definition:

Die Standard-Bildungsenthalpie DB einer Ver- bindung ist die Enthalpieänderung bei der Bildung von einem Mol dieser Verbindung aus den stabilen Elementen unter Standardbedingungen (25°C). Standard-Bildungsenthalpien DB sind in Tabellenwerken verzeichnet (siehe Lehrbücher der Chemie).

Auszug davon:

DB (HCl)

=

–167,4 kJ/mol

DB (NaOH)

=

–469,5 kJ/mol

DB (NaCl)

=

–407 kJ/mol

DB (H 2 O)

=

–285 kJ/mol

Einsetzen der Zahlenwerte in obige Beziehung liefert:

DH R (Theorie) = [(DB (NaCl) + DB (H 2 O)] – [DB (HCl) + DB (NaOH)]

DH R (Theorie) = [(–407 kJ/mol) +(–285 kJ/mol)]

– [(–167,4 kJ/mol) + (–469,5 kJ/mol)]

DH R (Theorie) = [–692 kJ/mol] – [–636,9kJ/mol] = –55,1 kJ/mol

Ergebnis: Die nach dem Konzept der Standard-Bildungs- enthalpien berechnete Neutralisationsenthalpie beträgt:

DH R (Theorie) = –55,1 kJ/mol

c)

Prozentuale Abweichung

h

= [DH R (Theorie) – DH R (exp)] x 100 % / DH R (Theorie)

h

= [55,1 – 54,34] x 100 % / 55,1 = 1,37 %

Mischungskreuz

Mischungskreuz Die Anwendung des Mischungskreuzes zur Herstellung von Lösungen mit bestimmten Dichten setzt voraus, dass

Die Anwendung des Mischungskreuzes zur Herstellung von Lösungen mit bestimmten Dichten setzt voraus, dass die Dichte eine lineare Funktion der Konzentration ist. Das gilt nicht in allen Bereichen. Bei Lösungen mit bestimmten Vol.%-Gehalten liefert das Mischungskreuz nur dann genaue Ergebnisse, wenn keine Volumenkontraktion vorliegt. Daher erhält man bei Mischungen von Ethanol und Wasser nur grob orientierende Resultate.

Anwendungsbeispiele

Aufgabe 1 Gegeben sind eine 80%ige und 50%ige Lösung. Hergestellt werden soll mit Hilfe des Mischungs- kreuzes eine 70%ige.

80 20

soll mit Hilfe des Mischungs- kreuzes eine 70%ige . 80 20 70 50 10 Ergebnis 20

70

mit Hilfe des Mischungs- kreuzes eine 70%ige . 80 20 70 50 10 Ergebnis 20 Masseteile

50 10

Ergebnis

20 Masseteile der 80%igen Lösung sind mit 10 Masseteilen der 50%igen Lösung zu vermischen.

Aufgabe 2 Gegeben ist eine wässrige Salzlösung der Dichte r = 1,5 kg/L. Benötigt wird eine Lösung der Dichte r = 1,3 kg/L. Dies soll durch das Verdünnen mit Wasser (r = 1,0 kg/L) unter Benutzung des Mischungskreuzes erfolgen.

1,5

1,5

0,3

1,3

1,5 0,3 1,3 1,0 0,2 Ergebnis 30 Masseteile der Lösung mit Dichte r = 1,5 kg/L

1,0

0,2

Ergebnis

30 Masseteile der Lösung mit Dichte r = 1,5 kg/L sind mit 20 Masseteile von Wasser mit Dichte r = 1,0 kg/L zu vermischen.

Auch wenn das Mischungskreuz für die Laborpraxis eine ge- wisse Bedeutung hat, vertraut der Chemiker besser auf die exakte stöchiometrische Berechnung, wie das nachfolgende Beispiel veranschaulicht.

Aufgabe 3 Für ein Experiment werden 750 ml einer 0,025 molaren Cr 2 (SO 4 ) 3 -Lösung benötigt. Im Labor vorhanden ist jedoch nur eine Vorratslösung mit 35 Massenprozent Cr 2 (SO 4 ) 3 und einer Dichte von r = 1,412 kg/L. Berechne das Volumen der Vor- ratslösung, welches entnommen und mit Wasser auf 750 ml zu verdünnen ist, um die benötigte verdünnte Lösung herzustellen.

Gegeben

Vorratslösung mit Massenprozent w(Cr 2 (SO 4 ) 3 ) = 35 % Dichte der Cr 2 (SO 4 ) 3 -Lösung:

r = 1,412 kg/L

Gesucht

Zu entnehmendes Volumen V(Cr 2 (SO 4 ) 3 ) des Konzentrats

Lösungsweg Mit m = r x V folgt

m(Lösung) = 1,412 kg/L x 1 L = 1,412 kg Damit: m(Cr 2 (SO 4 ) 3 = 0,35 x m (Lösung)

= 0,35 x 1,412 kg = 494,2 g

Daraus leitet sich ab:

n[Cr 2 (SO 4 ) 3 ] = m[Cr 2 (SO 4 ) 3 ] / M[Cr 2 (SO 4 ) 3 ] = 494,2 g / 392,3 g x mol 1

= 1,2597 mol

c[Cr 2 (SO 4 ) 3 ] = n[Cr 2 (SO 4 ) 3 ] / V[Cr 2 (SO 4 ) 3 ]

= 1,2597 mol/1 L = 1,2597 mol/L

Nun gilt die stöchiometrische

Überlegung:

n[Cr 2 (SO 4 ) 3 ] in verdünnter Lösung = n[Cr 2 (SO 4 ) 3 ] aus konzentrierter Lösung

entnommen. Mit n[Cr 2 (SO 4 ) 3 ] = V[Cr 2 (SO 4 ) 3 ] x c[Cr 2 (SO 4 ) 3 ] ergibt sich der formel- mäßige Ansatz:

0,750 Lx 0,025 mol/L = X x 1,2597

mol/L

X = 0,750 x 0,025 mol x L 1 / 1,2597 mol x L 1

X = 0,014884 L = 14,884 ml

Ergebnis

Es sind 14,884 ml aus der 35 % Cr 2 (SO 4 ) 3 – Lösung zu entnehmen und mit Wasser auf exakt 750 ml zu verdünnen.

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) 3 – Lösung zu entnehmen und mit Wasser auf exakt 750 ml zu verdünnen. ©

15

Isaac Newton (1642 – 1727) Nach ihm ist die SI-Einheit der Kraft benannt. Ein Newton ist die Kraft, die benötigt wird, um einen ruhenden Körper der Masse 1 kg innerhalb einer Sekunde gleichförmig auf die Geschwindigkeit 1 m/s zu beschleunigen.

Gewichte, Längenmaße und Volumina

Maß

Meter

Decimeter

Zentimeter

Millimeter

Mikrometer

Nanometer

Einheit

m

dm

cm

mm

µm

nm

1 m =

1

10

100

1.000

1.000.000

1.000.000.000

bezogen auf 1 m

1

0,1 m

0,01 m

0,001 m

0,000001 m

0,000000001 m

bezogen auf 1 m

1

1

1 – 1 m

1 – 2 m

1 – 3 m

1 – 6 m

1 – 9 m

Maß

Liter

Deciliter

Zentiliter

Milliliter

Mikroliter

Nanoliter

Einheit

L

dl

cl

ml

µl

nl

Maß

Kilogramm*

 

Gramm

Mikrogramm

Nanogramm

Einheit

kg

mg

µg

ng

* Das Kilogramm ist als einzige SI-Basiseinheit durch einen Vergleichsgegenstand, das Urkilogramm festgelegt. Der Einheitenname des Kilogramm beginnt mit dem SI-Vorsatz „Kilo“ (v. griech.: chilioi „tausend“); deshalb dürfen dezimale Teile und Vielfache des Kilogramm nicht vom Kilogramm ausgehend mit Vorsätzen oder Vorsatzzeichen gebildet werden, stattdessen leitet man sie vom Gramm ab, das – nach SI-Regeln und Normung – nicht als Millikilogramm bezeichnet werden darf. (nach http://de.wikipedia.org/wiki/Kilogramm; Stand 22.02.2008)

Ångström: 1 Å = 0,1 nm. Dieses Längenmaß ist keine SI-Einheit und eigentlich längst nicht mehr zugelassen. Da es eine für Chemie und Physik handliche Größe hat, bleibt das Ångström aber zäh am Leben.

16

und Physik handliche Größe hat, bleibt das Ångström aber zäh am Leben. 16 chem _ is

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Einheiten und Umrechnung
Einheiten und
Umrechnung

Das griechische Alphabet

Einheiten und Umrechnung Das griechische Alphabet In der Mathematik, Chemie und Physik werden eine Reihe griechischer

In der Mathematik, Chemie und Physik werden eine Reihe griechischer Buchstaben in Formeln verwendet oder in der Nomenklatur eingesetzt. Bestimmte Gruppen/Atome in chemischen Molekülen werden zum Beispiel bezüglich ihrer Position mit griechischen Buchstaben belegt. In einer Koh- lenstoffkette kann zum Beispiel die Position 1 als alpha, die 2. Position als beta, die dritte als gamma usw. bezeichnet wer- den. Temperaturänderungen werden mit Delta zum Ausdruck gebracht.

Alpha

a

a

Α

A

Beta

b

b

Β

B

Gamma

g

g

Γ

G

Delta

δ

d

D

D

Epsilon

ε

e

Ε

E

Zeta

ζ

z

Ζ

Z

Eta

η

e

Η

E

Theta

θ

th

Θ

Theta

Iota

ι

i

Ι

I

Kappa

κ

k

Κ

K

Lambda

l

l

Λ

L

My

µ

m

Μ

M

Ny

ν

n

Ν

N

Xi

ξ

x

Ξ

X

Omikron

ο

o

Ο

O

Pi

π

p

Π

P

Rho

r

rh

Ρ

Rh

Sigma

σ

s

S

S

Tau

τ

t

Τ

T

Ypsilon

υ

y

Υ

Y

Phi

φ

ph

Φ

Ph

Chi

χ

ch

Χ

Ch

Psi

ψ

ps

Ψ

Ps

Omega

ω

o

O

Römische Ziffern

I 1

XXX

30

II 2

XL

40

III 3

L

50

IV 4

LX

60

V 5

LXX

70

VI 6

XXX

30

VII 7

LXXX

80

VIII 8

XC

90

IX 9

C

100

X