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himmlischen Friedenskind? Erinnern wir uns: Der Frieden gilt, solange es lebt…

Die Versöhnung durch Gottes Friedens-

Amen.

Quellen:

Oh weh. Schlechte Karten für uns …

Der Video:

wenn er nicht so verrückt wäre vor Liebe,

www.gospelcommunications.org/film/

dass er sich nicht nur als Kind in eine

international/peace-child/

feindliche Welt begeben hat, sondern als Erwachsener sogar seinen Weg bis ans

Das Buch:

Kreuz fortgesetzt hat.

kind ist unser—unterstützen wir diejeni- gen, die sich in besonderer Weise dahin-

Friedenskind. Wandlung einer Dschungel- kultur grausamer Tücke in Neuguinea, Don Richardson, Telos (1976)

Heisser Tip:

ein investieren, das bekannt zu machen. Wie? Darüber werden wir an den nächs- ten zwei Sonntagen noch sprechen.

Man kann einen Teil des englischen Origi- nals gratis bei dem Internetservice „Google Books“ lesen. Einfach bei www.google.com „Peace Child“ eingeben, es taucht als einer der ersten Treffer auf.

eingeben, es taucht als einer der ersten Treffer auf. Wolfgang v. Ungern-Sternberg Tel. 055 241 16

Wolfgang v. Ungern-Sternberg Tel. 055 241 16 35 wolfgang.vonungern@chrischona.ch

Falkenstrasse 1

8630 Rüti

Predigt vom 27. Januar 2008

Falkenstrasse 1 8630 Rüti Predigt vom 27. Januar 2008 Don Richardson war als Anthropologe und Missionar
Falkenstrasse 1 8630 Rüti Predigt vom 27. Januar 2008 Don Richardson war als Anthropologe und Missionar
Falkenstrasse 1 8630 Rüti Predigt vom 27. Januar 2008 Don Richardson war als Anthropologe und Missionar

Don Richardson war als Anthropologe und Missionar zum Stamm der Sawi in Neu- guinea gekommen. Sein Ziel war es, die christliche Botschaft unter diesem Stamm zu verkündigen, der noch fast im Stein- zeitalter lebte. Aber die christliche Bot- schaft stiess mit den ungewöhnlichen Mo- ralvorstellungen der Stammesleute zu- sammen, und so vergingen mehrere Jahre der Enttäuschung und Erfolglosigkeit.

Tugend. Sie sahen keinen Grund, warum sie ihre grau- samen Ge- w o h n h e i t e n und auch den Kannibalismus aufgeben soll- ten. Als Ri- chardson ihnen die Geschichte von Jesus er- zählte, interes- sierten sie sich nur für eine einzige Tatsa- che: die Ge- schichte vom Verrat des Judas! Für die Sawis war Ju- das ein echter Held; listig war er in den inneren Kreis der Vertrauten Jesu gekom- men und hatte ihn dann verraten. Jeder Versuch Richardsons, den Sawis von Christus zu erzählen, schlug fehl.

den Sawis von Christus zu erzählen, schlug fehl. Die christlichen Werte von Liebe und Ver- gebung

Die christlichen Werte von Liebe und Ver- gebung sprachen nämlich die Sawis nicht an, denn für sie war Verrat die höchste

Nachdem er vor seinem Haus die vier- zehnte blutige Schlacht, die die Sawis mit einem der Nachbarstämme austrugen,

mitangesehen hatte, war Richardson schliesslich am Ende mit seiner Geduld. Wie sollte er jemals bei einem so gewalt- tätigen Stamm einen Durchbruch erzie- len? Er beschloss, Neuguinea zu verlas- sen, obwohl ihn die Sawis baten, doch zu bleiben.

Kurz bevor Richardson aufbrechen wollte, führten die Sawis und ihre Todfeinde, der Haenamstamm, vor seinem Haus eine feierliche Zeremonie durch.

Es war ihr letzter Versuch, den Missionar zum Bleiben zu bewegen.

Das ganze Dorf versammelte sich, um sich das Ereignis anzusehen. Alle waren still, ausser der Frau des Sawi-Häuptlings. Sie schrie laut, als der Häuptling ihr sechs Monate altes Baby aus ihren Armen nahm und es hoch in die Luft hielt. Dann trug er seinen Sohn zum Häuptling des feindli- chen Stammes und gab ihn seinem Feind. Ein Stammesmitglied erklärte Richardson, dass der Haenamstamm dem Baby einen neuen Namen geben und ihn als einen der ihren aufziehen würde. Richardson wusste, dass man einem Sawi niemals völlig vertrauen konnte, denn jede Tat konnte Teil eines raffinierten Verrats sein. Aber an diesem denkwürdigen Tag erfuhr er, dass es eine einzige grosse Ausnahme gab: das Friedenskind. Ein Häuptling, der seinen eigenen Sohn sei- nen Feinden überreicht - diese bedeu- tungsvolle, schwierige Tat würde alle Ver- dächtigungen zum Schweigen bringen. Nach beidseitiger Übereinkunft konnten zwischen den beiden Stämmen keine Kriege mehr geführt werden, solange das Friedenskind am Leben war.

Als Don Richardson diesem Schauspiel zusah, kam ihm ein Gedanke. Endlich hatte er in der Kultur der Sawis einen Ver- gleich — ein Beispiel — gefunden, das die Botschaft eines vergebenden Gottes zum Ausdruck bringen konnte. Er versammelte die Mitglieder des Stammes um sich und erzählte ihnen mit klopfendem Herzen und

trockenem Mund vom Friedenskind Got- tes. Gott hatte seinen eigenen Sohn Jesus gesandt, um unter seinen Feinden zu le- ben und mit den Menschen Frieden zu schliessen.

Eine dramatische Geschichte? Mit Sicher- heit. Ich habe sie darum erzählt, damit wir einen neuen Blick bekommen für den wohl bekanntesten Vers der Bibel:

„Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verlo- ren werden, sondern das ewige Leben haben.“ Joh 3,16

Er „gab“ seinen Sohn—an wen, wohin denn? In eine Welt, die bis an den Rand voll gestopft war mit seinen erklärten Fein- den, Menschen, von denen die allermeis- ten die denkbar wenigst liebevollen Ge- danken gegen den himmlischen Gast un- terhielten. Die—moralisch von Gott aus gesehen— kein bisschen besser waren als ein kanni- balistischer Südseestamm.

Die letzte, unbestreitbarste Botschaft Man könnte sich ja einmal fragen: Wel- cher Vater würde sowas eigentlich tun?

Der Häuptling des Sawi-Stamms tat es aus dem dringenden Wunsch nach Frie- den mit den kriegerischen Nachbarn her- aus, es war die letzte und drastischste Form, zu ihnen durchzudringen durch eine Wand des Misstrauens hindurch.

Die Wand des Misstrauens durchbre- chen Heidnische Zustände? Weit weg von uns? Sicherlich ja, was den Kannibalismus an- geht—aber wenn wir mal an das Stichwort „Aufgewachsen in einer Umgebung des Misstrauens“ denken—ich glaube, das ist nicht allzu weit weg. Sehen Sie sich mal den Ausschnitt aus dem Rappervideo an und geben Sie mir spontan ihr Echo: Haben Sie den Ein- druck, dass die jungen Männer dort

Echo: Haben Sie den Ein- druck, dass die jungen Männer dort (speziell diejenigen in der Dschungelsze-

(speziell diejenigen in der Dschungelsze- ne) in einer Atmosphäre von Vertrauen aufgewachsen sind, die sie dafür vorberei- tet hat, daran zu glauben, dass es einen liebevollen, vertrauenswürdigen, zuverläs- sigen Gott gibt? Wohl kaum.

Die Herzen und Hirne unserer Zeitgenos- sen sind auf „Sperre“ geschaltet, was das Entgegenbringen von Vertrauen gegen- über Fremden angeht—und das bezieht sich nicht nur auf rebellische Teenies, man könnte hier genausogut ein paar po- lierte Anwälte nennen, die auf die harte Tour gelernt haben, dass man durchaus nicht allem vertrauen kann, was einem Kollegen oder Klienten erzählen (schliesslich ist das ihr Beruf). Oder man könnte in der Tat fast jeden nennen—eine unserer Schlüsselerfahrungen als Men- schen lautet, dass man eben nicht jedem glauben kann (glücklich diejenigen, bei denen es wenigstens ein paar Ausnah- men gab).

Was tut man, um die Wand des Misstrau- ens zu durchbrechen? In unserem Fall heute heisst das meistens: Persönliche Beziehungen aufbauen. Wenn die Men- schen mich kennenlernen und als vertrau- enswürdig erleben, besteht die Chance, dass sie mir auch glauben, was ich ihnen von Gott erzähle (auf der anderen Seite kann Gott natürlich auch jemanden unter den denkbar ungünstigsten Bedingungen ansprechen, aber hier geht es jetzt ja ein- mal darum, was wir tun können.)

Und in solche Beziehungen zu investie- ren, kostet Arbeit. Mehr noch, es bringt Enttäuschungen. Denn es bedingt, dass man auf andere Menschen zugehen und ihnen etwas Anteil am eigenen Leben anbieten muss—und das zieht die Gefahr der Verletzung nach sich.

Missionare in fremden Kulturen erleben das tagtäglich—gesteigert noch dadurch, dass sie die Sprache und Kultur erst ein- mal lernen mussten. Während jeder von uns die Chance hat, mit Leuten hier ins Gespräch zu kommen, schulden wir unse- ren Missionaren (siehe Bild nächste Seite) unsere besondere Unterstützung.

Das Friedenskind ist auch für Gott die letzte mögliche Notfallmassnahme, um die Herzen einer zunehmend kriegerischeren Menschheit zu gewinnen. Der Unterschied ist nur der: Der Sawi-Häuptling hat viel- leicht noch mit an seinen eigenen Vorteil, an seine eigene Sicherheit gedacht - Gott hatte das prinzipiell nicht nötig, er war ja schliesslich in keiner Gefahr, denn nie- mand konnte ihn angreifen. Bis—ja, bis er sich entschied, selbst ein menschlich nur allzu zerbrechliches Kind zu werden.

Die Motivation dafür? „Verrückt vor Liebe“ kann man das nur nennen—er hat dabei einzig und allein unser Wohl im Auge ge- habt! Wie gut, dass bei Gott das „verrückt vor Liebe“ nicht so schnell vergeht wie bei Menschen! (Bei denen ist nämlich medizi- nisch gesehen nach spätestens vier Jah- ren Schluss mit dem Hormonfeuerwerk und den Schmetterlingen im Bauch und das „verrückt sein“ nacheinander ebbt wieder ab.) Bei Gott hingegen hält das— eine Ewigkeit lang. Und da es nur eine davon gibt, reicht das mehr als aus.

Höchstmöglicher Einsatz bei höchst- möglichem Risiko So könnte man Gottes Operation be- schreiben: Der Ewige, Allmächtige, wird Kind, um uns die Versöhnung anzubieten. Nur, ach—was geschah denn mit dem