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Friedrich-Schiller-Universität Jena Institut für Soziologie Veranstaltung: Poststrukturalistische Denkmotive: Michel Foucault, Zygmunt Baumann Wintersemester 2012/13 Dozent: Dr. phil. Jan Freitag Eingereicht von: Johanna Alina Bruns Datum: 14.01.2013

Michel Foucault: Die Ordnung des Diskurses

Eine grundlegende Angst vor der Macht des wuchernden Diskurses führt dazu, dass jede Gesellschaft ihre Diskurse durch bestimmte Prozeduren(S. 11) ordnet.

1. Bändigung der Kräfte

1.1. das verbotene Wort(S. 16) durch Tabuisierung des Themas, Unangemessenheit der Umstände oder besonderes Recht des sprechenden Subjekts

1.2. die Ausgrenzung des Wahnsinns(S. 16): das Wort des Wahnsinnigen ist nicht relevant

1.3. der Wille zur Wahrheit(S. 16): nur wahre Aussagen gehören dem Diskurs an

Verbotene Rede und Ausgrenzung des Wahnsinns nähern sich dem Willen zur Wahrheit an, werden ein Teil von ihm

2. Zufallhaftigkeit beherrschen

2.1.

Der Kommentar (S. 18 20): Entschlüsselt, was in Primärtexten bereits unterschwellig postuliert wird. Der zufällige Primärtext wird durch den Kommentar zum Ereignis

Abstufung zwischen schöpferischem Primärtext und kommentierendem Sekundärtext

2.2.

Der Autor (S. 20 22): Gegenläufige Tendenzen in Naturwissenschaft und Literatur.

Wo in der NaWi der Autor im Mittelalter ein Index für Wahrheit(S. 20) war, ist er nun unwichtig geworden. In der Literatur hingegen unterfüttert die Biographie des Autors den Text mit Realitätsbezug und Relevanz.

2.3.

Die wissenschaftlichen Disziplinen (S. 22 25): Ein anonymes wissenschaftliches Subsystem konstituiert die Bedingungen, unter denen eine Aussage in seinen Diskurs aufgenommen werden kann

bei einer bestimmten Form der Aussage und Orientierung am Paradigma ist eine Aussage „‘im Wahren‘“ (S. 24). Auch ein disziplinierter Irrtum“ (S. 25) kann zum Diskurs beitragen.

Friedrich-Schiller-Universität Jena Institut für Soziologie Veranstaltung: Poststrukturalistische Denkmotive: Michel Foucault, Zygmunt Baumann Wintersemester 2012/13 Dozent: Dr. phil. Jan Freitag Eingereicht von: Johanna Alina Bruns Datum: 14.01.2013

(Was hat es mit dem Spiel der Identitätauf sich? Wie ist das gemeint?)

3.

Unterwerfung des Diskurses

3.1.

Das Ritual (S. 26 27): qualifiziert die sprechenden Subjekte durch zugesprochene Eigenschaften und Rollen

Verknappung [ ] der sprechenden Subjekte(S. 26)

3.2.

Die Diskursgesellschaften(S. 28): Geben den Diskurs nur in einem bestimmten

 

Kreis von Personen weiter

 

Aneignung von Geheimnis und Nicht-Austauschbarkeit(S. 28)

3.3.

Doktrinen (S. 28 29): Binden die Subjekte an ein sprechendes Subjekt und seine Aussagen

Verneinung aller anderen Aussagen

3.4.

gesellschaftliche Aneignung(S. 30): der Diskurs ordnet sich den herrschenden sozialen Verhältnissen unter

4.

Eliminierung der Realität des Diskurses

4.1. das begründene[] Subjekt(S. 31) braucht keinen Diskurs, es ergründet die Wahrheit selbst

4.2. ursprüngliche Erfahrung(S. 32): die Welt besitzt eine Bedeutung, die es nur zu Lesen gilt

4.3. universelle Vermittlung(S. 32): die Dinge breiten ihren Sinn selbsttätig aus

Der bedeutungsbeherrschende Diskurs ist nach diesen Denkmustern nicht real

Analyse der Angst

Die offenkundige Logophilie(S. 33), die diese Ordnung hervorgebracht hat, ist ein Anzeichen für eine versteckte Logophobie(ebd.), die den Diskurs beschränken will. Methodik:

Friedrich-Schiller-Universität Jena Institut für Soziologie Veranstaltung: Poststrukturalistische Denkmotive: Michel Foucault, Zygmunt Baumann Wintersemester 2012/13 Dozent: Dr. phil. Jan Freitag Eingereicht von: Johanna Alina Bruns Datum: 14.01.2013

1. Umkehrung (S. 34): positive Ordnung des Diskurses als negative Verknappung(ebd.) betrachten (Ereignis Schöpfung)

2. Diskontinuität (ebd.): Erkenntnis, dass die Diskurse untereinander nicht konsistent sind (Serie Einheit)

3. Spezifität (ebd.): Der Diskurs gibt nicht die wahre Bedeutung der Welt wieder, sondern zwängt sie in ein Muster (Regelhaftigkeit Ursprünglichkeit)

4. Äußerlichkeit (ebd.): Die Grenzen und Bedingungen des Diskurses fixieren (Möglichkeitsbedingung Bedeutung)

(Inwiefern sind diese Ansichten für die Analyse der Angst nötig? Was hat es mit den Begriffspaaren auf sich? Vermutung: Angst aufgrund der verblassenden Überzeugung vom jeweils zweiten Prinzips, der wachsenden Erkenntnis des jeweils ersten Prinzip für den Diskurs)

Drei Gefahren(S. 38) (Wofür sind dies Gefahren?)

- Diskurse sind nicht materiell, wirken aber auf materieller Ebene und manchmal wie Materie

- der Diskurs besteht nicht aus einer Entität, sondern aus diskontinuierlichen Serien(S. 37), die zueinander mehr oder weniger in Beziehung stehen

- die Ereignisse, auf denen die Diskurse beruhen, sind zufällig

Kritik und Genealogie der Diskurse

- Kritik(S. 38) an Diskursen = Analyse der Ausschließung, der Einschränkung, der Aneignung der Diskurse und des Willens zur Wahrheit der Verknappung

- Genealogie(S. 39) der Diskurse = Analyse der Bildung von Diskursen entgegen oder durch Zwangssysteme, Normen oder Veränderungsbedingungen der Entstehung Kritik und Genealogie unterstützen sich gegenseitig

- Die Untersuchung eines Diskurses bedeutet die Untersuchung aller anderen Diskurse, die direkt oder indirekt Einfluss auf diesen nehmen

Strukturalismus(S. 44): Analyse des Spiels der Knappheit