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!

srANIStA W SCHAYER

Kamalasilas Kritik des Pudgalav'äda.

Vor b e m er ku n g.

1. Aus der Schule der buddhistischen Personalisten (Pud- galavädin: VätSiputriya 1) und Särpmitiya) besitzen wir bedauer- licherweise kein einziges Original werk. In der chinesischen Übersetzung ist zwar ein Säf1}mitZljanikägaS"ä.stra (NANJlo 1272) erhalten, der Text ist aber schlecht überliefert und bietet dem Verständnis grosse Schwierigkeiten. So sind wir vorderhand ausschliesslich auf Traktate anderer Schulen angewiesen, in denen der Pudgalnväda energisch bekämpft und als böse Irrlehre abgelehnt wird. Dass es nicht unbedenklich ist, die Nachrich- ten über eine philosophische Doktrin aus den polemischen Auseinandersetzungen bei den Gegnern zu schöpfen, braucht nicht gesagt zu werden. Wir sind darum noch weit davon entfernt, die Grundthesen des buddhistischen Personalismus wirklich zu verstehen. Was wir aus dem Kafhavatthu erfahren, ist philosophisch wenig relevant. Auch die Diskussion im Vijfi.änakäga 2 ) , welche übrigens "presente avec Kathavatthu I, 1 des analogies etroi- tes qui vont jusqu'a l'identite des formules", ist nicht ergiebig und wohl dasselbe lässt sich über VASUMITRAS Darstellung der Sekten in dem I-pu' -fsung-hm-iun ß) sagen. Eine wichtige, auf-

1)

YcU8L]1ut'/'lya

= Va:iJipuUaka.

V gl.

WALLESER,

De?' ältere

Vedänta,

S.

11

ff.

 

2)

Übel'set7.t von clc LA

VALLEE POUSSIN, ]~t1l/1e$ }L~iati(jUl!8, 1!:l25, I,

S

343-·-376. V~;I. nlleh L' Ahldllllltl"lI/ilkoHIl, Intr. S. XXXIV.

H)

Vgl.

l\IASUDA,

alten Buddhismu8, 1927.

A8ia 1l!aJo1' Ir, 1925

und WALLESER,

Die Sekten des

KRITIK DES PUDGALAVÄDA

69

KAMALASiLAS

ist

Pudgalaväda

des

Kenntnis

die

für

Quelle

schlussreiche hingegen das

Pudga-

das

Abhidharmakosa,

des

neunte Kapitel

VASUBANDHU

In diesem Traktat diskutiert

4).

laprati~edhaprakaralJ.a

pratgutpannadhgätmikopät-

der Vätsiputnyas:

a. die These

u.

im Zusammenhang

5)

prajiiapgate

taskandhan upadaga

pudgala~

upadänaskandha.

= pudgala :

indhana

agni:

Proportion

der

mit

dem

"auf

pudgala

des

"Konstitution"

der

Problem

Dasselbe

den psychophysischen Ele-

"in Korrelation" zu

und

Substrat"

Sütra-

und der

ß)

Madhgamakasastra

auch das

erörtern

menten

nur des Pudga-

Es ist dies das "zentrale Problem" nicht

larrkara.

CANDRAKIRTlS

modernen Psychologie.

der

laväda, sondern auch

Vijfiapti-

TSANGS

HlUAN

Madhgamakavatara,

und

Prasannapada

Frag-

enthalten gleichfalls

und andere Traktate

7)

matratäsiddhi

sind.

gewidmet

Pudgalaväda

des

Widerlegung

der

mente, die

die

Was

S).

zurück

Abhidharmakosa

auf

gehen meistens

Sie

Tattva-

Paiijika

dessen

nachstehende Kritik KAMALAsILAs

zu

aus

so bringt sie in sachlicher

Q) betrifft,

des

sarrgraha

SÄN1'ARAK~ITA

Werken,

älteren

den

gegenüber

kaum

Hinsicht

etwas

neues

uninteressant und verdient wohl unsere

trotzdem nicht

aber

ist

Irrealität des

Beweis von der

avacya

den

führt

Beachtung. Sie

Logik und ist ein wertvoller

der

nach allen Kunstregeln

pudgala

Darstellungsmethode.

scholastischen

der

Kenntnis

Beitrag

zur

des

Geschichte

der

in

Pudgalavä<;lins

der

Rolle

2. Die

For-

älteren

Die

verschieden beurteilt worden.

ist

Buddhismus

nicht

Spitze zweifelten

der

DAvlDs

Rl-IYS

W.

T.

mit

an

scher

der

Skandhaväda

des

Sinne

im

Anätmaväda

der

dass

daran,

Buddhismus

Grundthese des

gewe-

die

seit jeher

Theravädins

Lehre

ursprüngliche

Pudgalavädins die

dass also die

ist,

sen

01'

B1täcZlzists,

tlw

Theol'Y

STCHERBATSKY,

Soul

The

Übersetzt

VOll

1925.

~)

7-9,

POUSSIN,

L'Abhidharma7cosa

VALLEE

LA

de

1919 und

VOll

rulclchal.n

34:

I,

Katl!ävattlnt

BUDDl-lAGHOSAS Kommentar zn

Vgl.

6)

upädäya

W l'üpiicZini

viYIl

viya indhanrtl,n upädäya aggissa

ttpädäya ohayciya

ier:hati.

Clvabodhanam

panliattim pannälJanam

puggaZa88a

meine Übersetzung

VII,

lJ,O

vgl.

X (agnfndhanalJari7c:~ä),

Kap.

6)

~930.

S.

14 f.f.

POUSSIN,

I,

Bttddhica

VALLEE

LA

Übersetzt

de

von

7)

S.

229.

7-9,

POUSSIN,

L' Abhiclharma7cosa

VALLEE

LA

Vgl.

de

8)

S.

XXX,

H.

125

vol.

Oriental Scrtes,

GaeT.wacZ

0)

70

STANISLAW SCHAYER

gefälscht haben. De LA VALLEE POUSSIN 10) vertritt aber bereits seit dreissig Jahren die Ansicht "that thc pudgalaväda is more in harmony wlth the dU~lkha satya and the law of kar- man than thc nairälmyaväda". Ähnlich glaubte schon F. O.

SCHRADER H),

mehr "wich seine Auffassung der letzteren von allem Alther- gebrachten derartig ab, dass er notwendig seinen Zeitgenossen als ein Seelenleugner erschien". Gegenwärtig stehen auf die- sem Standpunkt u. a, A. B. KEITH 12) und Mrs. RHYS DAVIDS 13). Doch haben auch die Skandhavädins ihre Verteidiger 1,1). In Wirklichkeit ist: diese Kontroverse bei dem heutigen Stand der Forschung nicht entscheidbar, da wir über die Lehre des Buddha selbst und seiner Urgemeinde nichts positives wissen. Die These des nairätmga lässt apriori verschiedene Deutungen

zu und es ist schwer zu sagen, welche von ihnen die "ursprüng-

dass Buddha die Seele nicht geleug'net hat. Viel-

liehe" ist 11). Die Lehre von

(= prajnapti) ist bereits in der eiland. Up. Hl) vorweggenom- men und die Zerlegung des Individuums in kosmische Substan- zen lehrt die Brhad. Ar. Up. 17). Der Skandhaväda ist also eine alte, an vorbuddhistische Vorstellungen anknüpfende Rich- tung. Der Pudgalaväda scheint jünger zu sein, ist aber mög- licherweise ebenfalls vorbuddhistisch. In dem pudgala, welcher sich auf dem Substrat der skcmdhas empirisch manifestiert, welcher die "Bürde" der skandhas auf sich nimmt und im

der "blass nominalen Existenz"

10) JRAS, Bur l' Ifistoirc rlß

1901.

Vgl.

dossolbon

Vorfassers,

let

DO,q11la.tiqllC,

'rl'oisiome

Editioll,

S.

94 ff.; Lr, DO!Jmc

ä

Za. PhiZouojlhie dl!

Brmrirlhis'lllc,

BmulrihislIlc, Opinions

S,

S.

15ß H.; Ni1'v?ina,

DD fL,

1!>7.

11)

('{WI'

den

Stand

dci'

indi81'hcll PhilosoJ!hie zw' ~cit JrahävLr(lS ttnd

Bucldlu18, 1902, S. 5 und On thc I'1'OIJlMIt o/' Ihc Nii'1!e/,II11, .TPTS1!105, S.162.

1~) Vgl. BSOS VI, 2,

Buddhist

1931.

Hlilo80ph!J

S,

18)

Gotmna the klan, 1928;

Salclllt

8t;

Tlw

DOI·trine

oj'

the Buddha,

01' Burldhist Origills, 1!l31;

Felsen-

1'it'fe d81' verstmkmwn Snlc!Jalehre, Studict Inrlo-lranica 1931, S. 55 H. 14) STCI-IERllATSKY, 'l'lw OCllwcption o( Buddhist Ni'l'v!11I11, 1927, ß. ,1.

15) Vgl. meine Aus[J. Kap. aU,q

dCl' Prllsannftjwrlil, 1(1:11,

(Einleitung).

most plausible solution of thc

Nach WINTERNITZ, .'10 I, 1929, S. 2,1:3 "the

problem 8eoms

, that Gotama intelltiollally left thc questioll wh at altli,

the self, really was, unanswcl'ed".

16)

VI, 4:

ap'figärl

(7,clityäd

(tclityatval,n Vrl,Cci1'a1nbl!atW1,Il

vilcä1"O

niima-

dheyal!L ll'Ztti riiJl(7,~.lt'lJ eva satyam usw,

17)

II,

4,

12.

PUDGALAVÄDA

DES

71

KRITIK

KAMALAS!LAS

jün-

der

bhiitatman

den

schwer

nicht

ist

wandert,

salfLsara

es

18).

wiederzuerkennen

Epos

des

und

Upanischaden

geren

buddhisti-

der

Entwicklungsgeschichte

weiteren

der

In

eine

insofern

Pudgalavadins

die

spielen

Philosophie

schen

HI-

Übergang

dem

den

historisch

von

sie

Rolle, als

wichtige

des

Verhältnis

10).

Das

vermitteln

Mahäyäna

dem

zu

nayana

dharmas

der fathata. zu den

dem

ist

skandhas

den

pudgala

zu

pud-

der

wie

ähnlich

tathatä,

die

ist

Auch

analog.

Teil

zum

der

aber

Ob

(al1irvacam:ya).

unbestimmbar

diskursiv

gala,

nur in Korrelation

sich

das

"Überpersönliche"

ist,

das

pudgala

individuali-

"Person"

E.lementen als

psycho-physischen

den

zu

Zusammenhang

Der

bleiben.

dahingestellt

vorläufig

siert,

muss

ist jedenfalls evident:

Tathägata·Problem

dem

mit

pudgala

des

Schwie-

20).

excellence

pudgala

der

Tathägata

par

doch der

ist

Pudgalaväda

des

Verhältnis

das

ist

komplizierter

und

riger

hrnayänistischen

älteren,

den

über

wir

Da

Vijfiänaväda.

• zum

diese

auch

ist

wissen,

wenig

Sauträntikas

der

Vijfiänaväda

dass

feststellen,

können

Wir

entscheiden.

nur

nicht

Frage

zu

nicht

grundsätzlich

Vijfiänavadins

den

mit

Pudgalavädins

die

noch

ekarasaskandha

der

Weder

dürfen.

werden

verwechselt

Dagegen

identisch.

pLldgala

dem

mit

sind

alayavijiiana

das

Yogäcäras,

den

bei

gotra-BegTiff

Beziehungen

die

sind

zum

hat,

102 gezeigt

S.

Science,

171C

Sublime

OßERMILLER,

wie

un verkennbar.

Vatsiputriyatmapariksa•

Übersetzung

der

336-349.]

PANJIKÄ

TATTVASA1\:1GRAHA

[KAMALAS1LAS

zu

cl cl

his

t e n.

0 b u

P s e u d

i P u tri y ass i n d

V

0 i e

1.

§

ä t s

Vätsiputriyas

die

ihn

vor-

sich

wie

pudgala,

den

Um

Lehrer

[der

zurückzuweisen,

sagt

stellen,

Säntarak~ita]:

des

Jünger

für

auch

sich

aber,

"Manche

den

ä t man

i ben

b e s ehr e

t aha I t end,

S u g a

als

pudgala

des

Bezeichnung

der

unter

Die

63;

S,

OLDENBERG,

3,

I,

Fhil.

der

GC8ch.

Allg.

Vgl.

DEUSSl1.N,

18)

S. 22fJ.

TTJlanishadcn,

der

Lehre

59.

Anm.

S. 88,

FI'08annoj.'culä,

der

Kap.

meine

.tlU8g.

VgJ.

1I1t8

19)

Sä8tra.

11'IaclhyamaJca

(Kap. XXII) im

die

Vgl.

tathägat(ljJa1'llc:~(7

~U)

72

STANISt.AW SCHAYER

f r e i usw."

von

(336).

I den t i t ä t,

Verschiedenheit

Manche = die VätSiputriyas. Sich selbst auch für Jünger des Sugata haltend, postulieren sie unter der Bezeichnung des pudgala einen atman, welcher in Bezug auf Identität und Verschiedenheit gegenüber den skandhas unbestimmbar (avacya) ist. Indessen, wer sich zur Jüngerschaft des Sugata, des erha- benen Verkünders der Lehre von der Irreali tät des atman, bekennt, wie kann er [zu gleicher Zeit] der Ketzerei der afmadr~ti ergeben sein? Auf diesen [Widerspruch] hinweisend, sagt [der Lehrer] ironisch 2t) (zzpahasapadam aha): "sich auch für Jünger des Sugata haltend". Denn also definieren [die Naiyäyikas] den alman: 1) als den Täter verschiedener, rei- ner und nicht reiner Taten, 2) als den Geniesser gewünschter und nicht gewünschter Frucht der selbstgewirkten Tat und 3) als den Geniesser, welcher im saJ?:lsära wandert, indem . er die alten skandhas aufgibt und die neuen skandhas ergreift 22). Das alles wird auch [von den Vätslputrlyas] für den plldgala in Anspruch genommen. So ist der Unterschied [zwischen dem atman und dem plldgala] ein blass terminologischer 2/l) (keva-

lW!l numni vivadaM.

cle

LA VALLim POUSSIN, 1/ A.bhidlutnnako,11t, D, Noic8 Pnflimil!airc8. 2~) Vgl. Ta,tt1!Il,~al,ng/'ahlt171-175 : "AntlOl'e wiederulIl (=die Naiyüyikas) postulieren don ätl1lCtn als das Substrat des \VüllHcllcns 11S\\,., ali:; an sich seiend, bewusstlos, ewig und allgogenwärtig, [DimlCr ritll/llll] ist der Täter der guten und der bösen ':l'lltell und llel' GCllillHSel' ihrer Fl'üehte, indem er die Verbindung mit dem Bewusstsein (cetfmli) eingeht. Seine1l1 We- sen !lllch ist er abcr mit dem Bewusstsein nicht identisch. Er ist Täter. sofern er mit [den Aktionen des] Erkenllenfl, eIes ,Vollens (= des Sich- Bemiihcl1s, jJra1/atna) usw. in Vnrbindung steht. Ein Geniesscr ist er nber, weil ihm das Bewnsi:ltsoill von Lust und Unlust il1häront ist. ,Venn er sich mit einem [ueuen] Körper und mit andoroll, neuen VOl'- stellungen (buddhi) und Ucfiihlell (ucdauli) vel'einigt, so llmmt mun clus seine Wiedergeburt. Gibt er auf llie Verbind.ung mit dOlll früher beses- senen RÖ1'per, so ist clas der Tod, worauf dunn wieder die Geburt folgt". ~tI) Das geben die Pudgalnvüdills nicht zu, Denn auch sie lehren das 1wil'at11l1/a, sind also keine ÄtmHvüdins. Der jiudgala ist kein prtha[J-

ilhnrma,

21) Zu der Prago, ob die Puclgalavntlins Buddhisten sind, vgJ.

PUDGALAVÄDA

73

PES

KAMALASlLAS KRITIK

n b e·

U

der

P

V ä t si

f y a s

u t

von

der

L ehr e

r

2. Die

§

g a 1a.

pud

des

s tim m bar k e i t

Unbe·

diese [vermeintliche]

wie

Lehrer,

der

zeigt

Jetzt

[von den Vätsiputnyas] begründet wird:

despudgala

stimmbarkeit

s chi e den

nie h t

von

pud g al ais t

ver

"D

e r

k e t-

ein

dar aus

sie h

w eil

k a n d h a

den

s,

s

r d e.

w ü

erg e ben

S ta n d p unk t

zer i s ehe r

mit

verschieden

nicht

nicht

Auch ist

er

1-

V i e

z der

K

cl i e

f

k sie h tau

n

e

0 n s e q u

R

ü

c

mb a r-

tim

b es

U n

die

ist

Dar um

he i t

u s w.

(337).

PI atze".

t wo h 1

e i

k

am

verschieden

wäre,

skandhas

den

pudgala

der

Wenn

von

Nicht-Buddhisten

den

wie sie

ätmadrsti,

die

von

würde

dann

würde

daraus

Und

sein.

Folge

die

fälschlich postuliert wird,

ergeben

ewigen

ätman

des]

[Begriff

der

[weiterhin]

sich

Geniessersein usw.

das

Die Täterschaft,

(sasvalätmaprasmigalJ.).

möglich,

nicht

aiman

ewigen

des

Attribute]

[als

aber

sind

(äkäsa)

leere Raum

der

wie

ähnlich

ewige atman]

[der

weil

der

wurde

Ausserdem

attributlos ist

absolut

(nirviSi~!atväd).

im

steht

und

abgelehnt

Erhabenen

den

durch

ewige

atman

dhar.

dass alle

der Schrift,

Feststellung

mit der

Widerspruch

sind.

nicht

atman

mas

[der

ätman

dass

werden,

von

Nun

angenommen

mag

Vä-

der

erwidert

Darauf

ist.

verschieden

nicht

skandhas]

den

Tat,

der

In

verschieden".

nicht

nicht

ist

"auch

tSiputriya:

er

identisch

pudgala

dem

mit

das

rüpa

skandhas,

die

usw.

wenn

h. aus der

d.

skandhas,

mit den

Identität

der

wären, dann, aus

(ane-

24)

die Vielheit

sich

würde

ihnen,

mit

Wesensgleichheit

einen

aber

postuliert

Man

nur

ergeben.

pudgala

des

kata)

er in dieser Welt

ptldgala,

"Ein

ja

25):

wenn

Es heisst

pudgala.

Pra8anna-

245 (zitiert

S.

Madhyamak.'7vatära,

Vgl.

CANDRAK!RTrS

2d)

bh

'11i

ü-

/ (Umäna"f!,

te

taclbalmtv(;,cl

SYU8

at/ts

ecrl

rUIn(;'

8kandh(;,

S. 342):

padii

yit?nsa eva.

ttPllllJ'jati

uppaJjamcino

la lee

elcapuggalo

bhildchave

22:

I,

25)

Ang.

Nil~.

tathrigato

? -

-lcatamo c7capttggalo

am-

balm;janasuleh'iya

usw.

b{th1tjanahit~ya

Abhidhannakosa

65 und

S.

I,

]{athcivatthu

Vgl. auch

8ct1!lbudclho.

hallt

sammä

74

STANISt.~W SCHAYER

entstanden ist, entsteht usw." - [nämlich ein pm/gala] wie der Tathägata. Durch "usw." (nach den Worten "mit Rücksicht auf die Konsequenz der Vielheit") [soll angedeutet werden], dass die [Gegensätze] Nichtewigkeit [und Ewigkeit] (anityatva) usw. mit eingeschlossen sind. [Ein weiteres Argument:) Ist der pudgala von den skandhas nicht verschieden, dann muss er, so wie die skandhas, die Eigenschaft des Aufhörens (llcclzeditva) besitzen 20). Daraus würde sich ergeben, dass die getane Tat vernichtet werden kann 27). NUll wurde aber die Lehre vom Aufhören [der Existenz und des karma] {ucclzedavada} durch den Erhabenen zurückgewiesen ~8). Es steht somit [als Ender- gebnis dieser Analyse] fest, dass der pudgala unbestimmbar ist·

I. Systematische Widerlegung.

(Der unbestimmbare Pudgala ist kein realer Gegenstand).

§

3.

D a $

Hau p t arg u m e n t:

s chi i e 5 s t

die

die

U n

b e s t i III m bar k e i t

R e a li t ä tau

s.

In diesen Worten zeigt der

Lehrer, dass auf Grund dessen, was die Vätslputriyas selbst be- haupten, nämlich auf Grund der Unbestimmbarkeit:, der fJlldgala überhaupt kein realer Gegenstand ist (vastuvatplldgalo na bhavati).

der pud g al aal s

übe r hau p t

Weil er in Bezug auf Identität und

u n b e s tim mb a r

"Diesen ist zu erwidern". -

'JO i e sen

ist

z u

e r w j der n:

a b sol u t e R e a 1i t ä tex ist i e rt

nicht.

u s w. 20)

Ver sc h i e cl e n h e i t

ist, ist er irreal wie eine Luftblu melC. (338).

In der syllogistischen FormuIierung (prayoga):

[1. These: der pudgala ist kein realer Gegenstand.

2. Begründung:

weil

er

in Bezug auf

[die Alternative]

36) Vgl.

]{adltyamalw

udoyavyayal)/uirJ bhavllt.

~~ri,~t/'a XVIII,

1:

!ltmii skftlldhti l/ruli hluwerl,

~7) Vg'l, 111~adh!Ja.l1utkiivatäl'//' I. c.: /curtul' niüJrU tatphalr7.b7uil!tt ilVlt I MIt-

1ijitr&Jl.l/enr& 'rJitalt! kanna cänya(!. ~Il) Auch der Pudgalnyada ist dno lIlatlhl/ltmii )Jl'lltijlrul

und meidet

elle IJeidon anta,~ des ,fiiil!ataväd(~ und des ttenhadaviida.

29)

Ich

lese: tltttv!7nllatvüdyallrtcllati!lid.

I

I

Ir

I

KAMALASI'LAS KRITIK DES

PUDGALAVÄDA

75

'Identität oder Verschiedenheit gegenüber einem realen Gegenstand' nicht bestimmbar ist].

3. Positive Instanz:

'Identität oder Verschiedenheit g'egenüber einem realen Gegenstand' nicht bestimmbar ist, das ist nicht ein realer Gegenstand, wie z. B. die Luftblume BO).

4. Negative Instanz (= vaidharmye1).a): die vedana 31).

5. Anwendung: der pudgala ist in Bezug auf [die Alter-

native] 'Identität oder Verschiedenheit geg'enüber einem

realen Gegenstand' nicht bestimmbar.

Somit, infolge der Negation des Implikans (vyäpakanupalabdhe '»,

[muss auch das Implikat negiert werden. Wir gewinnen mithin:

6. den Schlusssatz: der pudgala ist kein realer Gegenstand].

Was

in

Bezug auf

[die Alternative]

§

4. N ach w eis der

I m pli kat ion

z w i s c h e n

R e a 1i t ä t

und Bestimmbarkeit.

Jetzt um zu zeigen, wie die Implikation (vyäpti) [zwischen Realität und Bestimmbarkeit] wirklich stattfindet, sagt der Lehrer:

"Das reale Sein überschreitet nicht die Alternative des Andersseins und der I den ti t ä t. Was· ab er all e r Re a I i t ä t bar ist, das dar f w 0 h laI s u n b e s tim m bar b e- zeichnet werden". (339). In der Tat, ein realer Gegenstand kann unmöglich die beiden [Möglichkeiten] der Identität und der Verschiedenheit gegenüber einem [beliebigen1realen Gegenstand überschreiten. Denn es gibt nicht eine dritte Möglichkeit (= [!atgantarubhaväd). Sonst würde sich ergeben, dass auch [die skandhas], das rupa usw. gegeneinander nicht bestimmbar sind. Deshalb darf nur etwas, was wesenlos (nlrnpa) und ohne Eigensein 32) (asvabhava)

BI)) D. h.: "wenn x gegenüber einem beliebigen realen Gegenstand y wedel' als "dasselbe" noch als "nicht dasselbe" bestimmt werden kann, dunn ist :x: kein realer Gegenstand".

Denn sie ist identisch mit

allen vcdllnii8 und vel'schieden von allen j'f!pas, vijiit,nas usw. Sie ist

IJl)vulanc1

iflt

ein

realer

Gegenstand.

"bestimmbar". 82) Übel'

elen

Begriff des 8vabMiv(!

napadä, S. 54, Anm. '.11.

Jusg.

Kap. aus der Prasan-

76

STANISt.AW SCHAYER'

ist, als

Gegenstand.

unbestimmbar bezeichnet werden, nicht aber ein realer

Dazu gibt der Lehrer eine nähere Erklärung:

,,0

e r

re ale

Ge gen s t an d

i 8 t

an

die Alt e r- N ich t v

e r- U n m Ö gl i c h-

n a t i v e

8 chi e den h ei t ge b und e n. 0 i e

Ver 8 chi e den h e i tun d

k

e i t

der

Aus sag e,

0 b

e t w a 8 i den t i 8 C h

<;l ern ich t

o

ge gen übe r

i den t i s c h

dem

u Irr e ale n,

8 w.

i 8 t,

k a n n

11 u r

n ich tab erg e-

gen übe l' dem Re ale n zug e Ia 8sen wer den. Ne gi e rt man, da 8 sAu n d B gl eie h 8 in d,

als ein

besonderer Gegen8tand gegenüber A

und s 0 mit als A n der s sei n prä d i zier t.

80 ist dadurch evidenterwei8e

B

Und

wen n

man die

N ich t

i den t j t ä t

n e-

g

i e r t,

s 0

ist

das

[g lei c h b

e d e u t end

mit

der] Affirmation der Identität. Denn kein

ei t eil u 11 g] Ver s chi e-

denheit hinausschreiten". (340-3!J2). Nur der reale Gegenstand ist an die Alternative Verschie- denheit oder Nicht-Verschiedenheit gebunden, nicht aber der irreale Gegenstand. Daher ist die [prinzipielle] Unmöglichkeit der Aussage, ob etwas identich oder verschieden usW. sei

(tattvanyalvädyanirdesa), nur gegenüber solchen Gegenständen zulässig, die ohne Eigensein (= irreal) sind, d. h. kein Eigensein besitzen (svabhavavirahitefll). Gegenüber einem realen Gegen- stand ist hingegen die Unmöglichkeit der Aussage, ob er iden- tisch oder verschieden usw. ist, nicht zulässig. Das ist der Sinn. Denn in der Sphäre des Real-Gegenständlichen (tatra = vastlltve) ist eine dritte Möglichkeit ausserhalb der Verschie- denheit und der Nicht-Verschiedenheit nicht vorhanden. Um zu zeigen, warum eine dritte Möglichkeit nicht vor-

dass] A und B

handen ist, sagt der Lehrer: ,,[Negiert man,

gleich sind, so ist dadurch usw." Nämlich: wenn man [die erste Möglichkeit] negiert, dass A = die Substanzen des l'lipa usw. und B = der plldgala identisch sind, so ist dadurch B (= der plldgala) gegen~ber A = den Substanzen des Tlipa

G e gen s ta n d der R e a I i t ä t

k a n n i

11

übe r

[d i e

Z w

I den ti t ä tun d

L

"

PUDGALAVÄDA

77

DES

KRITIK

KAMALASILAS

Denn die Nega-

prädiziert.

(anyatva)

Anderssein

das

als

usw.

Ge-

einem anderen

mit

Gegenstandes

eines

der Identität

tion

der We-

die Affirmation

impliziert notwendigerweise

genstand

svabhavantaraviddhinantarryakatväd

(=

sensverschiedenheit

vastvantara[tadJbhävani~edhasya3B).

vasfuno

Formulierung:

syllogistischen

der

In

dem

gegenüber

usw.

ist

pudgala

rapa

der

These:

[1.

ein 'anderes'.

des

Wesen

das

nicht

besitzt

denn

2. Begründung:

er

usw.].

rnpa

B nicht

Wesen

das

der Gegenstand A

3. Instanz:

wenn

diesem Wesen ein 'anderes'

gegenüber

ist er

I

besitzt,

so

vedäna 34).

gegenüber der

das

z. B.:

rapa

Wesen

das

nicht

besitzt

pudgala

der

4. Anwendung:

des

usw.

rapa

dem

gegenüber

ist

pudgala

rapa

der

Schlusssatz:

[5.

usw. ein 'anderes'].

Anderssein]

Nichtwesensgleichheit das

der

sich

[aus

So lässt

svabhävahetu~l35).

(=

iti

analytisch deduzieren

Nichtwesensgleich-

die

Wenn man aber die Nichtidentität,

das

ist

Gegenstandes negiert,

so

realen

eines

(atadrapa)

heit

der Affirmation der Identität und des Nichtverschiedenseins

mit

gleichbedeutend. Denn die Negation der Verschiedenheit eines

[realen]

einem anderen

gegenüber

Gegenstandes

seienden

real

der

Affirmation

die

notwendigerweise

impliziert

Gegenstand

'rthäntarabha-

tattvavidhinäntarrgakatväd

vastusato

(=

Identität

des

Wesen

überhaupt kein

h. wenn

d.

Sonst,

vani~edhasya).

liest:

Gac7cwa(l-Ausgabe

Die

8!1)

va8tvantltl'abh{iva1ti;~ßcZhasya,

das

r'f'epa

virayänubhava;

der

gehört

vßdanri

der

svabhava

Zum

IH)

der

gegellüber

das

Vß-

ist

rüpn

darum

nicht,

anub7uwa

den

aber

besitzt

(anllat).

"anderes"

ein

darul

svabhtival, 8vasat-

16:

Il,

Nyilyabinc/1t

vgl.

Über

den

85)

8valihtiva7wt~t

S. 65

II,

Logio

Buddhist

STCHERBATSKY,

lwtu{l.

,qiiclliyadlw1'1/1ß

tc"imiitrabluivini

itself is a sufficient ground

by

1110ne

l'enson which

1:

127 Anm.

und

"ll

contained in the reu-

is

the

tlle cOllsequence,

consequence

deducing

for

Gemeint

lleeded".

is

conditioll

accidelltal

01'

additional

110 othel'

son,

ist

8vabhiivalwtu

Gegensatz

Der

Schluss.

zu

analytische

rein

der

also

ist

(kil-

Schluss

beruhende

Kausalität

der

Gesetz

dem

auf

empirisohe,

del'

S. 102,

Vgi.

LIJyill,

Intlüm

l'yallCtu).

KEITH,

STANISf,AW

78

SOIA YER

Gegenstandes

positiv

behauptet

wird,

sich

die

Irrealität

muss

[dieses

Gegenstandes]

als

Konsequenz

der

Negation

alles We-

(svabhliva)

ergeben.

sens

Denn

die

Irrealitat

wird

geradezu

als

Negation

alles

\XTesens

definiert

(sarvasVablzävaTli~edha­

avastutvasya).

lak~al.1atväd

In

der

syllogistischen

Formulierung:

1. These;

der

pudgala

ist

mit

den

skandlws,

dem

I'Qpa

identisch.

USW.

2. Begründung:

denn

in

gerät

Widerspruch

er

mit sich

selbst,

als verschieden

wenn

den

er

skandlws,

dem

von

usw. aufgefasst wird.]

rapa

3. Instanz:

bei

der

Behauptung,

wenn

dass

ein

Gegen-

stand

A von

dem Geg'cnstand

13 verschieden

ist,

der Ge-

genstand

A

in

Widerspruch

mit sich selbst gerät,

dann

ist

A mit B

identisch

(yad

'rthrinfal'al1.leTw

vastu yato

pl'ati~icl­

dhatmatattvam,

tad eva),

wie z.

tat

B. das

in Wider-

ropa

spruch

mit sich selbst gerät,

als

verschieden

wenn

es

von

seinem

Wesen

(s1Jasvablzfi1Jüd)

uufgefasst wird.

4. Anwendung:

der

plldgala

in

gerät

Widerspruch

mi

sich

selbst,

als

verschieden

wenn

den

er

sk{wdhas,t

von

dem

aufgefasst wird.

von

ropa

usw.

[5.

Schlusssatz:

der

pllclgala

ist

mit

den

skmullws,

dem

identisch.]

rapa

usw.

Auf diese Weise lässt

sich [aus

dem In- Widerspruch-Stehen

zum

eigenen

Wesen

bei

der

Annahme

der

Verschiedenheit

die

Identität]

analytisch

deduzieren.

Ein

realer

Gegenstand

kann

daher

nicht

die

beiden

[Möglichkeiten

der]

Identität

und

der

Verschiedenheit

gegenüber

einem

[anderen]

realen

Gegen-

stand

[zugleich] überschreiten.

Somit ist die Implikation

(vyäpti)

[zwischen

Realität

und

Bestimmbal'keitJ in

dem Hauptargument

(maulasya

bewiesen

HU).

heto~l)

HauptmOJl1ßllto

diesos HowoiSflslnRson

311)

sich kurz

in

J;o[golHloll

Dif~

'1'11080n

ZnSflll1IllCnfnsscll:

1)

X ist

"lJostillllllblll'''

(Vi/Cl/li),

WOlln

als

os

Subjekt einer

Aussage

"X

iR t

A"

fUllg'iel'ol1

knllll.

2)

X ist

"unbestimlll-

bar"

((wiicya)

bedeutot

dOllluueh,

dass

Hlle

Anssllgoll

der

Gestalt

von

"X

ist

falsch

A"

sind.

'Wahr

sind

llillgcg'en

nllo

Negationen

"X

ist

nie 11

t A",

wo aber

elle

Negation

ich

tU

nicht

.A,

"ll

sonderIl

Co-

7.U

zum

pula

"i

g'1.\hi.il't:,

s tu

ulso

nidlt

"x.

A,

HOlldol'll

die

gallze

Aussugo

i !.l

t -"lU

§

5.

KAMALASILAS KRITIK DES PUDGALAVADA

des

die

79

Re al i- aus.

Um k ehr u n g

t ä t

sc h Ii e s s t

Hau pt a r gu me n t s:

cl i e

U n b e s tim mb ar k e it

So ist zunächst die bloss nominale Realität 37) (prajfiapti- sattvam) des pudgala bei der Voraussetzung seiner Unbestimm-

verneint. Symbolisch: ~ (X ist 11). 3) Nun wird behauptet, dass X danll und nur dann ein realer Gegenstand (vastu, svabhlt1Ja) ist, wenn die These: "" (X ist A) in die These "X ist ~ A" übergeführt werden kann, in unserem Fall: wenn die Negation der Identität der Seele und des psychophysischen Substrats mit der Affirmation der Nicht-Identität (= Verschiedenheit), bezw. umgekehrt: die Negation der Verschiedenheit mit der Affirmation der Nicht-Vel'schiedf\lllleit (= Identität) äquivalent ist. 4) Nimmt man darUlll mit den Pllclgalavüclins un, dass erstens P (= lmd-

A)

'L",

[fala) ein realor Gegenstand ist, und zweitens die Aussagen: ,-

wahl' sind, clmm geltennotwendigel'weise auch die Aussagen "E' ist N

in clenon P als Subjekt durch ~, A positiv bestimmt ist, In diesem Sinne d!ll'f wohl behauptet werden, dass zwischen H,ealität (= Gegen~ stiincUichkeit = VIt.l'tutl1a) 11l1d Bestillllllbal'keit (= Pl'ädizierbflil.'keit = vrt- cyutva) das Verhältnis der Implikation (1!yr7pti) besteht.

Diese Auffassung ist höchst beachtenswert, denn sie deckt sich grullclsätzlieh mit der Definition der Negation in der modernen Pl'ä- dikutenlogik (LgSNIEWSKIS "Ontologie"):

(P ist

 

11

.11,

B

1 11 est

,

,

B

=

[1:

X

(

'1

est

X).

""

(11

est

B)]

f

D.

h.:

J'ür alle

A

und

B,

'

'I

ist ni c h t B' bedeutet: für ein be-

stimmtes X 'A ist X' und die Aussage 'A ist B' ist falsch. Mit anderen Worten der Satz 'A. ist II ich t B' impliziel't zweierlei: 1) elie Behauptung, dass A ein etwas (ein realer Gegenstand) ist und 2) die Negation der ganzen Aussage 'A ist B'. Vgl. KOTARBINSKI, Elemente der Erkenntniss-

theorie, der !ol'l/!nlen Logik un(l der Mdhor!olof]l:e der

1929, S, 281 H. LESNIEWSKI, Über tl'ie Grwullagcn der lI{athematilc, pj·zeglqrl FilozojVozny 31 (1930), S. 263, Anm. 6. Über den Unterschied zwischen der "Pl'ädikutenlogik" (l'al'hunek nazUJ in der polnischen Terminologie) und der "Allssaglm1vgik" (1'Iwhunek ztlll1i.) vgL H, SCHOLZ, Ges(!hichte der Logik, Berlin, 1931, S. 31. Auch in diesem Zusammenhang muss nachdrücklich betont wer- den, was ich bereits in meinen AU8ljc1I!(/hlten J(alJiteln aus der Prilsannapad:i S. 37, Aum, 30 festgestellt habe: dass es selbstverständlich nicht Idllg wäre, wollte man in den buddhistischen Süstras Erkenntnisse suchen, die erst in der modernen wissellschnftlichen Logik (Logistik) klar ge- sehen und ausges]1l'oohen wurdon. Intuitive Antezipationen liegen aber in den indischen reraktaten wohl vor. Sio verdienen gesamlllolt und

ulltenmcht zn werden. 67) Der Ausdruck "real exiAtiorollLler und unbestimmbarer pudgala" enthält einen Wide1'8prueh, hlt leCl' und dosignatlml, ähnlich wie

lV'issenschuften,

Lwow

80

STAN1SI:.A\XI" SCHAYER

barkeit bewiesen. Nun [beweisen wir die umgekehrte Abhängig- keit]: dass die Unbestimmbarkeit nicht zulässig ist, wenn man die Realität des pudgala voraussetzt 88). Denn sonst, [im Falle, dass beides zugleich: die Realität und die Unbestimmbarkeit zuträfe], würde sich der Selbstwiderspruch in der These

(svavacanQvirodhah-

pratijnäyäZl)

bend, schliesst der Lehrer:

ergeben. Dies im Sinne ha-

,,'Der pudgalaist nicht von den skandhas

ver s chi e den' - sag t man das, so ist das

mit der den h e i t

pud g a Ia

ist nie h t ein s k a n d h a' - 5 ag t man da 5,

die

s 0

V e 1" 5 chi e den h e i t".

B e hau p tun g

der

Nie

h t ver s chi e-

g 1e ich b e d e u t end.

man]

'0 e r

[b e hau p t e t

e v i den t e r w eis e

(343).

~

6.

0

i e

T h e s e

von der U nb e s tim mb ar k

ei tim p I i-

ziert die Verschiedenheit zwischen dem pudgala

Und ferner:

und den

wenn unser Gegner sagt, dass der pudgala

s k a n d h a s.

unbestimmbar ist, so spricht er sich deutlich und laut für di e

Verschiedenheit des pudgala

Um das zu zeigen, sagt der Lehrer:

gegenüber

den

skandhas aus.

"der Sohn einer unfruchtbaren Mutter". Doch auch abgesehen VOll der Ullbestimmbarkoit ist der JiUl7!Jaln uaeh der AnHasBllug der SkalltlhavndinB und der Sllnyavfidills deshalb ein Pseudo-Gegenstuncl, eine bloss verbale

Hypostase (1J1"n,ifilllJti), weil er in Korrelation zu dell ,~lwntlhfl8 vorgestellt wird. Die Pudgalaväclins leugnen nicht, <lass der lIw1!laln eine 111'ltj'fiapti ist, sie versteholl aber die kanonische 'rhese: slwndluin up(lIliil/1t l/Utlfla-

lltl~ prajnapyatc

'konsti-

tuiert' sich der ZJ2111!lllln nuf dem psycho[lhysiRchen Substrat, ist aber trotzdem ein EllS. Die upiidanltH7candlws bedingen nur seine empirische

Manifestation, nicht aber seine absolute Realitiit: wie "I!'eller und Brennstoff" .

grundsätzlich

underH.

Nach ihrer Aufl'uRsung

BR) Es besteht die Implikation nicht nur

zwischen Bestillltllbal'keit

(X ist vr7,clllt) und Healitiit (X ist lIastu), sonderll auch umgekehrt:

zwischen Realität und Bestillllllbal'keit. Also sind Bestillllllbal'keit und Realität äquivalent. Ich bin abcr nicht sicher, ob ÜB!' indische VBrfas- ser diese Konsequenz gesehen hat. Er spricht nur von der vyripti.

si

PUDGALAVÄDA

DES

KAMALASiLAS KRI1'IK

z w eis ich

dur c h

Be haft e t sei n

das

"Wen n

ausschliessende Qualitäten

gegenseitig'

als

das

wird

vorliegt,

so

Verschieden~

Sind

bezeichnet.

Gegenstände

der

heit

der

Si n ne

die sem

p u

in

e ben

nie h t

nun

d~

verschieden7/1.(344).

skandhas

die

gala und

syllog'istischer Formulierung:

In

welche

besitzen,

Qualitäten

Gegenstände

zwei

Wenn

Gegen-

diese

sind

dann

atlsschliessen,

gegenseitig'

sich

verschieden;

stände

das

erstere

denen

vedana,

die

und

von

das

z. B.:

rl1pa

ist:.

gestaltlos

andere

die

(murtla),

gestaltet

vorausgesetzt,

wird

plldgala

dem

und

skandhas

den

Von

ausschliessende

g'egenseitig

sich

verschiedene,

dass sie

und

Bestimmbarkeit

die

nämlich

besitzen,

Qualitäten

also usw.

Unbestimmbarkeit,

die

dem Behaftetsldn durch

Verschiedenheit

[die

So lässt sich

aus

deduzieren.

analytisch

Qualitäten]

widersprechende

Syllogi smus

[e ben formulierte]

der

dass

zeigen,

Um zu

sagt der Lehrer:

iti),

(na cilyam asiddlw hetur

wohl beweiskräftig ist

Cl lau n b e-

pud g

den

ne n nt

1111 ich,

"N

ä

man

ve dan

ä u s

w.

Ge gen satz

im

s tim mb a r

zu

sall1jflä

die

usw.

das

rüpa,

skandhas],

[Die

auf

Bezug

in

bestimmbar

wohl

aber

sind

Ver s chi e den h e i tun t e r-

t ä tun d

i

I den t

die

(345).

ein a n der".

in Bezug

plldgala

der

dass

man postuliert,

Tat,

der

In

vedanl1,

der

gegenüber

Verschiedenheit

und

Identität

auf

die

1'11pa,

das

sind

hingegen

ist;

unbestimmbar

sarrjil11

usw.

verschieden

als

wohl

untereinander

vedana, sarr/iiil

bestimm~

[unser] Syl-

dass

werden,

eingewendet

nicht

kann

Daher

bar.

lwio!:!).

(nasidclhalä

nicht beweiskräftig ist

logismus

durch

das Behaftetsein

dass

der Lehrer,

Jetzt zeigt

wider~

vorliegt:

unzweifelhaft

Qualitäten

sprechende

rüpaskandha

dass

gelehrt,

wurde

"Es

sind

bestimmbar

vergänglich

als

usw.

liegt

Darum

nicht.

dag'egen

pudgala

Der

(346).

vor".

tl

ich

cl eu

i

cl e n 11 e

t

Ver s chi e

die

82

sorANIStAW SCHAVER

Weil gelehrt wurde [durch den Buddha], dass alle sarrz- skäras vergänglich sind, deshalb sind r[{pa usw. als vergäng- lich bestimmbar. Von dem pudgala wird aber behauptet, dass er in dieser Weise als vergänglich nicht bestimmbar ist. Denn er ist überhaupt in jeder Hinsicht unbestimmbar (sClrvaprakä-

re 1].a

tasy äväcya tv'lit).

[Nun könnte jemand einwenden, dass das Argument:

"das Behaftetsei n durc~h widersj)fechende Q uali tä ten setzt die Verschiedenheit der Gegenstände voraus" nicht eindeutig (anail<'lintika) ist.] Wir bestreiten aber, dass hier die Nicht- eindeutigkeit des Grundes (anaikälltikatä Izeto~l) vorliegt. Denn der Gebrauch des Ausdrucks .,VerschiedcnheIl" ist eben nur darauf (= auf das Behaftetsein durch widersprechende Quali-

täten) beschränkt 80) (= elävaTlmatranibandhaTlatväd bhedav!Java-

härasya). Sonst würde überhaupt alles derselbe, identische Geg"enstand sein 40). Und es würde sich daraus die absurde Konsequenz ergeben, dass Entstehen und Vergehen koexistent (d. h. dass sie Qualitäten derselben Gegenstände) sind (= sa·

Iwtpäd aviTlä§aprasanga~l).

§

7.

Die

Unbestimmbarkeit schliesst die Realität

i m

S i n n e

der

Akt ion s f ä h i g k e i t

allS.

wie wir bereits be-

wiesen haben, deshalb ein irrealer Gegenstand, weil er in Be-

DU) Mit anderen Worten: zwei Gegonstände sind dunn und nlll' daun verschieden, wonn sie in ihren Rigonschnftolluicht zusamlllOugellen. Darf man daraus im Sinne dos Vorfassers scllliessen, duss zwei Gegen- stände identisch sind, WGllll sie in ihren Eigellscllllfton übereinstimmen? Das würde der Leibnizscllell Lehro VOll der itlwztitas indi~'('cl'llibiliU'/I! nuhe kOIllIllen. 40) SOllst, d. h. wenn Illlln den Begriff der Verschiedenheit nicht Huf ITIigonschaften, sondern auf Substanzen anwonden wollte, würde mllll überhaupt den Begl'iff der Verschiedenheit aufgeben müssen, Denll die absolute Substanz ist jn ekam aclvaya?ll uud als solcho naoh der Auffassung eies l\Inhuyilll!l kein Gogenstund, d. h. gl'tludsiitzlich nicht pl'üdhdol"blll'. Es gibt violo GcgollstiiJl(lo dor Illügliclwn l'riidizioJ'ung (= die Bphlil'e des 11/"(/lWuca) und nur eine absolute, lll1prii(liziel'bnre

Nun ist aber der pudgala nicht nur,

(l/.lJiil?/a)

SubBttmz

(=

die Sphäre dos jJ({1'lI1/ICi1"lha),

811kl/la1ll

eva visv{(1/I

dmm vaslu slllit ist somit eine Deduktion ab absul'dUlll,

83

PUDGALAVADA

kRITIK Dl>S

KAMALASILAS

Um

unbestimmbar ist.

Verschiedenheit

und

Identität

zug auf

in Bezug

weil

irreal ist;

auch deshalb

er

dass

zeigen,

er

zu

bestimmt

nicht

Unvergänglichkeit]

[und

Vergänglichkeit

auf

Lehrer:

der

werden kann,

sagt

Po,,:

die

definiert als

wird

Existenz

"Die

z w eck m ä s s i gen

der

w eIe h e

t e n t i a I i t ä t,

t-

ist

t. Sie

e li e g

cl

no

Akt i v i

t ätz u g run

momentan Seiende

wendigerweise an das

t ä tim

li

R e a

k ein e

ist

D a her

g e b und e n.

(347).

m mb are n".

ti

U nb es

Aktivität

zweckmässigen

der

welche

Potentialität,

Die

der

Wesen

das

E.xistenz,

der

Merkmal

das

zugrunde liegt, ist

hi vidgamänatvalakfa1!-arr;t vastusvabhävo

idam

(=

Realität

eva

die Nicht-

(=

die Irrealität

Weil

saktiQ.).

lltärthakriyasu

yad

sämtlicher

Schwund

der

als

= avaslutva)

Gegenständlichkeit

auf

mit Rücksicht

deshalb, eben

wird,

definiert

Potentialität

zweckmässi-

der

als die

Realität

die

wird

[diese] Potentialität,

der zweck-

(=

als Potenz

Aktivität innewohnende Potenz

gen mässigen Aktivität

lJestimmt 41).

= arthakriyäsamarihya)

(niljalCi)

ist notwendig'erweise

Die zweckrnässige Aktivität

Denn sie ist

42).

gebunden

(kfa1!-ika)

momentan Seiende

das

an

implicite mitgesetzt

Momentanheit

die

durch

(k~a1)ikatvenaiva

die

(ni/ga)

Seiende

unvergänglich

das

während

vgäpW),

[der Mo-

Sukzession

der

in

sowohl

Aktivität

zweckmässige

zug'leich

(kramagaugapa-

Moment]

[in einem

auch

mente] als

als

welcher

pudgala,

prinzipiell ausschliesst. Dem

dgabhgam)

Rea-

die

kann, fehlt darum