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Facharbeit Der T E A C C H - Ansatz:

Ein pädagogisches Konzept zur Förderung von Menschen mit Autismus

Diese Arbeit ist meinem Bruder gewidmet, der vieles mitmachen musste und für den es immer noch ein steiniger Weg ist seinen Standpunkt zu finden, um ein anerkanntes und gleichwertiges Leben führen zu können.Konzept zur Förderung von Menschen mit Autismus Einleitung In dieser Ausarbeitung möchte ich Autismus"

Einleitung In dieser Ausarbeitung möchte ich Autismus" und das TEACCH- Programm vorstellen. Aufgrund meines privaten Bezugs zu einer Sonderform des Autismus dem Asperger- Syndrom" habe ich ein starkes Interesse daran, dass diese Menschen verstanden und richtig behandelt werden. Mein Bruder hat das Asperger- Syndrom" und der Weg bis zur richtigen Diagnose war lang und steinig. Dann war es aber immer noch ein Weg- und ist es heute noch, dass er (mittlerweile 18 Jahre alt) sich schulisch und privat verwirklichen kann.

18 Jahre alt) sich schulisch und privat verwirklichen kann. Um die Kognitiven Besonderheiten besser beschreiben zu

Um die Kognitiven Besonderheiten besser beschreiben zu können, habe ich sie zum Teil mit Beispielen von meinem Bruder L. unterlegt. Um den Lesefluss meiner Arbeit nicht zu behindern, verwende ich nur die maskuline Schreibweise, dies darf nicht geschlechtsspezifisch verstanden werden.

Uns" bezieht sich hier auf Therapeuten und Pädagogen, die im Umgang mit dem autistischen Kind stehen. In meiner Arbeit spreche ich von Ergotherapeuten. Es können aber auch Pädagogen sein, die nach dem TEACCH Ansatz arbeiten: Handeln der Betroffenen oder die Bereitschaft eines Klienten zur Mitarbeit bei therapeutischen Maßnahmen, z.B. Zuverlässigkeit, mit der therapeutische Anweisungen befolgt werden.dies darf nicht geschlechtsspezifisch verstanden werden. Döhle, Rainer (o.J.). Zugriff am 12.01.2009 auf: http

Döhle, Rainer (o.J.). Zugriff am 12.01.2009 auf: http://www-aspies.de/as.php Falk- Frühbrodt, Christiane , MA,(o.J.). Zugriff am 23.02.2009 auf:

1. Definition Autismus Autismus bezeichnet eine Kontaktstörung, mit Rückzug in die eigene Vorstellungs- und Gedankenwelt, die durch starke Selbstbezogenheit und Störungen im zwischenmenschlichen Verhalten und in der Kommunikation gekennzeichnet ist.

Autismus tritt bei etwa zwei bis vier von 10.000 Kindern auf, wobei Jungen drei- bis viermal häufiger betroffen sind. Eine einheitliche Ursache für den Autismus ist bis heute nicht erkannt. Es gibt eine ganze Reihe an Umständen, welche die spätere Entwicklung des zentralen Nervensystems vor oder nach der Geburt beeinträchtigen. In 90% aller Fälle scheint es aber so, dass der Autismus eine genetische Grundlage hat. Aufgrund von Veränderungen in den Erbanlagen kommt es während der Gehirnentwicklung bereits im Mutterleib zu Schädigungen der Gehirnstrukturen. Viele verschiedene Hirnbereiche scheinen im Zusammenhang mit Autismus betroffen zu sein. Es treten aber weder dieselben Störfaktoren in der Entwicklung aller Fälle auf, noch ereignet

sich die Störung zum selben Zeitpunkt der Hirnentwicklung. Dadurch, dass nicht immer dieselben Bereiche in derselben Art und Weise beeinträchtigt sind, führt dies zu den unterschiedlichen Erscheinungsformen von Autismus, (vgl. Häußler, 2005, S. 27)

1. Das Asperger- Syndrom

In meiner Einleitung erwähnte ich bereits das Asperger- Syndrom als eine Sonderform des Autismus. In diesem Abschnitt möchte ich das Syndrom etwas genauer erklären, um im Weiteren, meinen Text verständlicher zu gestalten, da ich mich immer wieder auf diese besondere Form und damit auch auf meinen Bruder beziehen werde. Das Asperger-Syndrom ist eine Kontakt- und Kommunikationsstörung, die als abgeschwächte Form des Autismus angesehen wird." (Falk- Frühbrodt, (o.J.)) Asperger ist auf den ersten Blick nicht erkennbar. Betroffene sehen normal aus, zeigen jedoch sonderbare Verhaltensweisen. Typisch sind Beeinträchtigungen des Interaktionsverhaltens, mangelndes Einfühlungsvermögen, starres Festhalten an Gewohnheiten, motorische Auffälligkeiten sowie ausgeprägte Spezialinteressen.

Aufgrund ihrer Verhaltensauffälligkeiten stoßen betroffene Kinder auf Schwierigkeiten im Umgang mit Gleichaltrigen, Erwachsenen und den eigenen Eltern. In der Schule fällt es Kindern mit Asperger-Syndrom schwer, sich an Regeln zu halten. In Teilbereichen (z.B. in der Mathematik) beeindrucken sie mit Detailwissen; in anderen Bereichen fehlen ihnen die Grundlagen. Um das Asperger-Syndrom aus der Sicht eines Betroffenen zu veranschaulichen, habe ich im Anhang einen einseitigen Bericht von einem Asperger- Betroffenen über das Syndrom beigelegt. 1

2. Kognitive Besonderheiten bei Menschen mit Autismus Dass das Gehirn von

Autisten anders arbeitet, ist durch viele Studien belegt. Durch bildgebende Verfahren, durch die man erfassen kann welcher Teil des Gehirns reagiert während jemand bestimmte Aufgaben löst, fand man beispielsweise beim Erkennen von Gesichtern

Teil des Gehirns reagiert während jemand bestimmte Aufgaben löst, fand man beispielsweise beim Erkennen von Gesichtern

heraus, dass bei Personen mit Autismus oder dem Asperger- Syndrom der Hirnbereich, der für die Verarbeitung von Gesichtern zuständig ist nicht aktiviert wird. Stattdessen beobachtete man eine erhöhte Gehirnaktivität in dem Bereich, in welchem Informationen über Gegenstände verarbeitet werden. (Bsp: Mein Bruder öffnete eines Tages einer guten Freundin meiner Mutter die Tür, die schon seit mehr als 13 Jahren in unserem Haus ein- und ausgeht. Und ruft meiner Mutter zu, dass da eine fremde Frau an der Tür wäre, die zu ihr wolle.) Bedeutsam ist auf jeden Fall, dass Menschen mit Autismus häufiger und ausgeprägter Auffälligkeiten in der Informationsverarbeitung aufweisen als andere. Man spricht hierbei dann von einem besonderen kognitiven Stil", (vgl. Häußler, 2005, S. 27) Dieser bezieht sich darauf, wie eine Person Informationen sammelt, diese zusammenfügt und daraus eine Vorstellung entwickelt, wie und was die Welt" ist und wie diese funktioniert. Obwohl es keine autismusspezifische Wahrnehmungsstörung gibt, treten Besonderheiten in der sensorischen Wahrnehmung häufig im Zusammenhang mit Autismus auf. In der Regel funktionieren die betreffenden Sinnesorgane einwandfrei; die Probleme treten eher bei der Reizverarbeitung im Gehirn auf. Auffälligkeiten beim Hören Gerade zum Bereich der akustischen Wahrnehmung liegen mehrere Besonderheiten vor, die bei Menschen mit Autismus beobachtet wurden. Oft liegt eine Überempfindlichkeit des Gehörs vor, was dazu führt, dass z.B. gesprochene Worte in einer bestimmten Tonlage als unangenehm oder sogar als schmerzhaft empfunden werden. (Mein Bruder kann z.B. kein Radio hören- was wir als angenehme Beschallung wahrnehmen, ist für ihn eine schmerzliche Angelegenheit.) Auch kann es sein, dass der Betroffene- Umweltgeräusche hört, die für andere nicht wahrnehmbar sind, und er somit einer viel größeren Fülle von akustischen Reizen ausgesetzt ist. Eine mögliche Reaktion auf das Übermaß an akustischen Reizen ist das Abschalten der Wahrnehmung. In diesem Fall verhält sich der Betroffene wie taub, obwohl sein Hörorgan intakt ist. Es treten auch Schwierigkeiten beim Lokalisieren von Geräuschquellen auf. Dabei fällt es der Person schwer zu erkennen und herauszufiltern von wo das Geräusch herkommt oder wie weit es entfernt ist. (vgl. Häußler, 2005, S. 28 ff.) Auffälligkeiten beim Sehen Bei Wahrnehmungsverarbeiten von Lichtreizen wird häufig eine Überempfindlichkeit in Bezug auf helles Licht und grelle Farben beobachtet. Das Vermeiden bestimmter Reize- zum Teil auch des Blickkontaktes- kann ein Hinweis darauf sein, dass diese

beobachtet. Das Vermeiden bestimmter Reize- zum Teil auch des Blickkontaktes- kann ein Hinweis darauf sein, dass

Reize den Betroffenen überfordern. Auffällig ist, dass viele Menschen mit Autismus nur kurz auf etwas schauen und Bewegungen nicht mit den Augen verfolgen.

Beim Erkennen von komplizierten Mustern und kleinsten Veränderungen sind sie dem Nicht-Autisten" oft bei weitem überlegen. Doch die Orientierung in der Umwelt bereitet ihnen große Probleme. (Bsp.: Es kommt schon einmal vor, dass mein Bruder verspätet von der Schule nach Hause kommt, weil er sich auf dem Weg von der Schule nach Hause verlaufen hat. Der Schulweg ist seit einigen Jahren derselbe.) Auffälligkeiten beim Riechen, Schmecken und Tasten Eine Bandbreite an Autisten bevorzugt die Nahsinne und zeigt ein großes Interesse daran, Gegenstände oder Körperteile von sich selbst oder anderen Personen zu betasten, an ihnen zu riechen oder sie zu belecken" Daraus kann sich aber auch wiederum eine Überempfindlichkeit entwickeln, die zu einem Vermeidungsverhalten führen kann, so dass beispielsweise raue Materialien komplett vermieden werden, oder nur ganz bestimmte Lebensmittel/Gerichte gegessen werden und die Nahrung ansonsten verweigert wird. Dies kann natürlich auch mit dem Streben nach Struktur zusammenhängen. Es werden aber auch Unterempfindlichkeiten beobachtet, die dazu führen, dass gesundheitsschädliche Gefahren nicht erkannt werden, wie beispielsweise das Essen von Seife und das Riechen an Farben und Lacken. Auch die Wahrnehmung von Temperatur und Schmerz ist oft gedämpft. (L. zog sich im Hochsommer gerne Rollkragenpullover und lange Hosen an.) Informationsverarbeitung Der Prozess der Informationsverarbeitung ist sehr kompliziert. Informationen, die das Gehirn erreichen, werden auf unterschiedlichen Ebenen analysiert und mit vorhandenen, erlernten Inhalten in Beziehung gesetzt. Es ist dann eine Höchstleistung des Gehirns, unter Berücksichtigung aller für eine bestimmte Situation wichtiger Informationen, eine passende Handlungsstrategie auszuwählen oder auch neu zu entwickeln und die Aufmerksamkeit dabei bis zum Ende, also bis zur Erreichung des Ziels, aufrecht zu erhalten. Zu Beginn jeder Handlung steht die Aufmerksamkeit. Früher ging man davon aus, dass Kinder mit Autismus eine verkürzte Aufmerksamkeitsspanne haben. Doch wer Kinder mit Autismus kennt, der weiß, dass sie sich oft stundenlang mit einer bestimmten/gleichförmigen Tätigkeit beschäftigen können. Die Aufmerksamkeitsspanne hängt also sehr von der Motivation des Kindes ab, mit der es einer Beschäftigung nachgeht. Was natürlich ein ganz typisches kindliches Verhalten ist, welches auch nicht-autistische Kinder aufweisen. Oft richten Autisten ihre

ein ganz typisches kindliches Verhalten ist, welches auch nicht-autistische Kinder aufweisen. Oft richten Autisten ihre
ein ganz typisches kindliches Verhalten ist, welches auch nicht-autistische Kinder aufweisen. Oft richten Autisten ihre

Aufmerksamkeit auf Details; Es fällt ihnen schwer mehrere Aspekte gleichzeitig zu berücksichtigen. Ebenso treten Probleme beim Aufmerksamkeitswechsel auf. Wenn ein Reiz ihre Aufmerksamkeit erregt hat, fällt es ihnen schwer sich von diesem zu lösen und sich einem anderen Reiz zuzuwenden. Die Verarbeitung von Reizen und die Verknüpfung von Informationen untereinander gestaltet sich als schwierig. Räumlich- visuelle Informationen werden von Menschen mit Autismus besser verarbeitet als Auditive. Darauf basiert u.a. auch der TEACCH-Ansatz. Wichtig für die Arbeit mit autistischen Kindern ist der Bereich des Lernens, bei dem das Gedächtnis eine große Rolle spielt. Autisten haben oft Probleme sich an Gesichter oder zurückliegende Ereignisse zu erinnern, vor allem Ereignisse und Handlungen bei der das Kind selbst eine Rolle gespielt hat. Bei der normalen Entwicklung geht man davon aus, dass der Mensch über sein Handeln lernt. Der autistische Mensch lernt darüber, wie andere Menschen (Kinder) etwas getan haben. Sie profitieren nicht davon selbst eine Handlung auszuführen. Betroffene verhalten sich eher starr und unflexibel in ihrem Tun, sie klammern sich an Gewohnheiten und selbst kleinste Veränderungen können sie ganz aus ihrem Konzept bringen. Wenn sie einmal einen Lösungsweg gefunden haben beharren sie oft auf diesem und zeigen ein stereotypes Verhalten. Sie wiederholen Reaktionen immer wieder, auch wenn sie nicht zu der Situation passen. (Bsp.: Mein Bruder kann sich schwer von einmal gelernten und für ihn richtig erkannten Lösungswegen trennen und sich auf Neue einstellen, was oft eine Konfrontation mit seinen Lehrern zur Folge hat: L. widersprach einem seiner Lehrer, der einen neuen Lösungsweg für eine bekannte Aufgabe stellte. L. hatte die Lösung schon auf seinem gewohnten Lösungsweg gefunden und verstand nicht, warum man auf einem anderen Weg zu dieser kommen müsste. L. regte sich so sehr darüber auf, dass der Lehrer meine Mutter über dieses Verhalten informierte. 3. Konsequenzen für die pädagogische Förderung Auch und gerade für die pädagogische Förderung ist die Kenntnis der Besonderheiten in der Informationsverarbeitung von großer Bedeutung. Es gilt zu beachten in wieweit diese Besonderheiten das Lernverhalten beeinträchtigen, bzw. das Lernen erschweren. Die Verarbeitung von rein sprachlicher Informationen scheint sehr schwierig zu sein. Das heißt rein verbale Wissensvermittlung via Frontalunterricht ist hier eher ungeeignet. Auch wenn die Kinder die Sprache recht gut verstehen können, kommt es häufig zu Missverständnissen, da sie Aussagen oft sehr wörtlich nehmen und sprachlich begleitende Hinweise (Tonfall, Mimik, Körperhaltung usw.) nicht beachten.

So kann es passieren, dass die ausgesprochene Verwarnung mit drohendem Zeigefinger: Mach das noch einmal!" als Aufforderung verstanden wird und das Kind das eben gezeigte Verhalten wiederholen wird. (Bsp.: Ich bat meinen Bruder die heruntergefallen Blätter einer Topfpflanze zu entfernen und sagte aber: Mach doch mal bitte die Blätter vom Olivenbaum weg!" L. Verstand dies als eindeutige Aufforderung die gesamten Blätter zu entfernen- so hatte das Bäumchen also keine Blätter mehr. - L. war zu diesem Zeitpunkt schon 16 Jahre alt.) Rein sprachliche Hinweise vergessen Kinder mit Autismus schneller als andere Gleichaltrige, als wenn sie schriftlich oder bildlich gegeben werden. Viele Betroffene überfordert es Entscheidungen zu treffen, die auf einer eigenen Einschätzung beruhen. Es kann eine Aufgabe sein, die der Lehrer in einer Klassenarbeit stellt, bei der die Kinder sich eine Aufgabe aussuchen können, oder nur eine alltägliche Aufgabe, wie und wann man was anziehen muss, wie lange man einen Teig rühren soll usw. Typisch sind auch Probleme mit der zeitlichen Organisation. Dazu gehören nicht nur das Planen von Handlungsabläufen und das Einbehalten von Reihenfolgen, sie verlieren auch schnell das Zeitgefühl. (Bsp.: Ein junger Mann mit Asperger Syndrom ist der Ansicht, drei Stunden würden nicht ausreichen, um im Laden um die Ecke noch Zutaten für ein einfaches Nudelgericht zu kaufen, bevor sein Besuch kommt. Andererseits ist er der Ansicht, wenn er seinen Bus verpassen würde, wäre er schneller bei seiner acht Kilometer entfernten Arbeitsstelle, wenn er sofort Ipsliefe, als zehn Minuten auf den nächsten Bus zu warten.)

Ipsliefe, als zehn Minuten auf den nächsten Bus zu warten.) Durch die vielen Reize, die ein
Ipsliefe, als zehn Minuten auf den nächsten Bus zu warten.) Durch die vielen Reize, die ein

Durch die vielen Reize, die ein Autist nicht immer richtig verarbeiten kann ist er schnell ablenkbar. Die höhere Anfälligkeit für Ablenkungen und die Schwierigkeit die Aufmerksamkeit wieder zurück auf die gestellte Aufgabe zu lenken, erschwert die Aufnahme wichtiger Informationen und ein kontinuierliches Arbeiten. Die klassischen Erziehungsmittel, die positiven und negativen Verstärker, wie Lob (positiv) oder Liebesentzug (negativ) bieten oftmals keinen Leistungsanreiz für Menschen mit Autismus. Durch die Beeinträchtigung der Wahrnehmung, der Interpretation und Bewertung sozialer Reize kann der integrative Erziehungsstil (wie er nach Anderson bezeichnet wird) nicht erfolgreich angewendet werden, denn Menschen mit Autismus fehlt häufig der Wunsch anderen zu gefallen. Die Konsequenzen für die pädagogische Förderung bedeuten nicht, dass Kinder mit Autismus grundsätzlich andere Lerninhalte in ihrem Förderplan benötigen. Vielmehr geht es darum zusätzliche Aspekte zu beachten.

Zum einen betrifft dies die Auswahl dessen, womit man sich in der Förderung beschäftigt. Nicht betroffene Kinder können ihre Aufmerksamkeit leichter von etwas lösen und auf einen neuen Gegenstand richten. Da autistische Kinder oft sehr spezielle Interessen und Fähigkeiten besitzen, ist es für den Erziehenden /Lehrer unabdingbar, diese zu nutzen um einen Zugang zu diesem Kind zu finden. Wichtig ist, dass das Kind nicht überfordert wird. Überforderungssituationen entstehen häufig, da die Übertragung von Fähigkeiten auf neue Situationen vorausgesetzt wird. Das Anwenden von Fähigkeiten oder Strategien in neuen Situationen sollte in der Arbeit mit Autisten als eigenständiges Lernziel formuliert werden. Neben der Anwendung von Strategien in neuen Situationen sollte auch stets der flexible Umgang mit Materialien ein fester Bestandteil der Förderung sein. Ein weiterer Aspekt in Bezug auf die Inhalte der Förderung ist die gezielte Anbahnung und Entwicklung selbstständiger Beschäftigung. Freie, unstrukturierte Zeit (Pausen!) ist für autistische Menschen oft um einiges anstrengender als die Teilnahme an für sie geplanten Aktivitäten. Deshalb ist es wichtig den Betreffenden Strategien zu vermitteln, wie sie mit der freien Zeit umgehen können. Wie bereits erwähnt, haben Autisten oft spezielle und für uns oft nicht nachvollziehbare Interessen. Was ihnen gefällt erscheint uns weniger sinnvoll. Wie zum Beispiel das Zählen von Mosaikfliesen in einem Schwimmbad oder das Lauschen der Geräusche, die ein Heizkörper bietet. Wichtig ist für uns-, dass wir emphatisch bleiben und nicht versuchen ihnen abzuverlangen sich mit für uns normalen" Dingen zu beschäftigen. Diese Erkenntnis hat Auswirkungen in Bezug auf die Verstärker, die wir als Arbeitsanreize setzen, um die Motivation zu erhöhen sich mit etwas Bestimmten zu beschäftigen. Es sind meist nicht Mittel wie Lob, soziale Anerkennung oder Geld die eine motivierende Wirkung auf den autistischen Menschen ausüben. Wir müssen ein offenes Ohr und einen Blick für die außergewöhnlichsten Interessen dieser Menschen haben und können diese dann als Verstärker einsetzen. Natürlich haben wir die Interessen wertzuschätzen und zu respektieren. Für die anleitenden/ instruierenden Maßnahmen, also für die Vermittlung von Inhalten, ist es sinnvoll weniger auf sprachliche Mittel zurück zu greifen, um das autistische Kind nicht mit einem Übermaß an Informationsreizen zu überfluten. Anstelle dessen können visuelle Erinnerungshilfen sowie Handlungs- und Orientierungspläne dazu beitragen, die Anforderungen der Situation zu erkennen und zu bewältigen. Wichtig ist, dass einerseits beeinträchtigende und ablenkende Reize reduziert werden. Andererseits gilt es die Hauptaspekte hervorzuheben. Diese Strukturierung von Raum und Material zählt zu den Methoden und Strategien,

gilt es die Hauptaspekte hervorzuheben. Diese Strukturierung von Raum und Material zählt zu den Methoden und

die der TEACCH Ansatz im Structured Teaching beschreibt.

2. TEACCH- Was ist das? - Grundlagen des Ansatzes

TEACCH - ausgesprochen wird es wie das englische teach" (unterrichten). Es bezeichnet zum einen das staatliche Programm zur Förderung und Begleitung von Menschen mit Autismus im U.S. Bundesstaat North Carolina:

TEACCH steht für Ireatment and Education of Autistic an related Communication handicapped ÇHildren (Behandlung und pädagogische Förderung autistischer und in ähnlicher Weise kommunikationsbehinderter Kinder)." (Häußler, 2005) Hinter diesem Namen verbirgt sich eine Institution: ein Netzwerk von Einrichtungen, das in Kooperation mit verschiedenen Trägern der Behindertenhilfe ein umfassendes Angebot zur Unterstützung von Menschen mit Autismus und deren Familien anstrebt.

von Menschen mit Autismus und deren Familien anstrebt. Ihr Begriff TEACCH 1 wurde bewusst so gewählt,
von Menschen mit Autismus und deren Familien anstrebt. Ihr Begriff TEACCH 1 wurde bewusst so gewählt,
von Menschen mit Autismus und deren Familien anstrebt. Ihr Begriff TEACCH 1 wurde bewusst so gewählt,

Ihr Begriff TEACCH 1 wurde bewusst so gewählt, damit bereits im Namen deutlich wird, dass der Schwerpunkt der Hilfen im pädagogischen Bereich liegt. Zum anderen bezeichnet TEACCH" auch ein pädagogisches Konzept, das im Rahmen dieser Institutionen in den USA entstanden ist. Dieses Abb. 1 (Symbol des TEACCH- Programms in den USA) beinhaltet Leitlinien für eine umfassende und ganzheitliche Förderung mit dem Ziel der sozialen Integration, welches als TEACCH Ansatz" bezeichnet. Es bietet Förderung unter besonderer Berücksichtigung besonderer Lernstile und Wahrnehmungsfähigkeiten von autistischen Menschen an und soll ihnen durch die Anleitung von Pädagogen oder Therapeuten, die nach diesem Ansatz arbeiten, helfen, zu lernen in der Gesellschaft und in ihrer Lebenswelt vor Ort ein für sie sinnerfülltes und selbstständiges Leben zu führen.

sie sinnerfülltes und selbstständiges Leben zu führen. 3. Das TEACCH Konzept in der Ergotherapie In diesem
sie sinnerfülltes und selbstständiges Leben zu führen. 3. Das TEACCH Konzept in der Ergotherapie In diesem
sie sinnerfülltes und selbstständiges Leben zu führen. 3. Das TEACCH Konzept in der Ergotherapie In diesem

3. Das TEACCH Konzept in der Ergotherapie

In diesem Teil möchte ich das Konzept des TEACCH - Ansätze vorstellen und mit der

Ergotherapie verknüpfen.

Ein wichtiger Punkt der Ergotherapie ist der klientenzentrierte Ansatz, ein Grundlagenthema der Ergotherapie. Dieser Ansatz beschreibt u.a. den Umgang mit dem Klienten und die Zielfindung, die gemeinsam mit diesem erarbeitet wird. Wir als Therapeuten müssen die drei Basisvariablen (Vergl. klientenzentrierte Gesprächsführung nach Rogers) des Therapeutenverhaltens - Kongruenz, Akzeptanz und Empathie - realisieren und flexible und individuelle Therapieangebote anbieten. Gerade in der Arbeit mit autistischen Menschen ist es sehr wichtig für unsere Arbeit, sie zu akzeptieren und ein größtmögliches Einfühlungsvermögen zu zeigen, denn nur so erreichen wir einen Zugang zu diesen Menschen, deren Wahrnehmungsfähigkeiten so besonders sind. Um dem Klienten zu einer besseren Orientierung zu verhelfen, sorgen Therapeuten für eine auf den Klienten angepasste Umwelt. 3.1 TEACCH- der pädagogisch- therapeutische Ansatz

TEACCH Prinzipien

Autismus erkennen und verstehender pädagogisch- therapeutische Ansatz TEACCH Prinzipien Partnerschaft mit den Eltern Streben nach dem Optimum, nicht

Partnerschaft mit den ElternAnsatz TEACCH Prinzipien Autismus erkennen und verstehen Streben nach dem Optimum, nicht der Heilung Individuelle

Streben nach dem Optimum, nicht der HeilungAutismus erkennen und verstehen Partnerschaft mit den Eltern Individuelle Diagnostik als Basis für individuelle

Individuelle Diagnostik als Basis für individuelle Förderung Ganzheitlichkeit Strukturierung der Fördersituationmit den Eltern Streben nach dem Optimum, nicht der Heilung Kognitive Psychologie und Lerntheorie Orientierung an

Kognitive Psychologie und LerntheorieGanzheitlichkeit Strukturierung der Fördersituation Orientierung an den Stärken Langfristig angelegte Hilfen

Orientierung an den Stärken Langfristig angelegte Hilfender Fördersituation Kognitive Psychologie und Lerntheorie Der TEACCH Ansatz orientiert sich an Leitlinien bzw.

Der TEACCH Ansatz orientiert sich an Leitlinien bzw. Prinzipien, die die praktische Arbeit mitbestimmen. Es ist die Grundhaltung und nicht die bloße Anwendung von Techniken und methodischer Vorgehensweisen, welche die Praxis des TEACCH Ansatzes charakterisiert. Diese Prinzipien umfassen grundlegende Elemente des pädagogisch- therapeutischen Konzeptes. Ich möchte mich speziell auf zwei dieser Prinzipien beziehen: Die Ganzheitlichkeit und die Strukturierung der Fördersituation. Nach den Aussagen des TEACCH Ansatzes ist es wichtig den Menschen ganzheitlich zu betrachten. Abb. 2 TEACCH Prinzipien

Die Ganzheitlichkeit bezieht sich hierauf die Inhalte der Förderung. Es müssen dabei alle Bereiche der Persönlichkeit und Entwicklung berücksichtigt werden. Wie bereits erwähnt beruht die ergotherapeutische Arbeit u.a. auf dem klientenzentrierten Ansatz. Ergotherapie sieht den Menschen als eine komplexe Mischung aus internen physischen, psychischen, sozialen und kulturellen Variablen, der in einer ebenso dynamischen Umwelt, nämlich einer Zusammensetzung aus sozialen, kulturellen, interpersonalen, ökonomischen und politischen Variablen lebt. (vgl. Sumision, 2002, S. 35)

Bei der Erstellung eines Förderkonzeptes, innerhalb der Anwendung des TEACCH Ansatzes, geht es darum, das Kind als ganze Person im Blick zu behalten, in seinem konkreten Lebensumfeld und mit all seinen Stärken und Schwächen. Es handelt sich hierbei um einen verhaltenstherapeutischen Ansatz. Er nutzt gezielt die Prinzipien, nach denen der Mensch lernt und die auch für Menschen mit Autismus gelten. Der TEACCH Ansatz unterscheidet sich von anderen verhaltenstherapeutischen Programmen in seiner Betonung der entwicklungsorientierten Förderung. Anstatt eine bestimmte Fertigkeit einfach durch konsequente Verstärkung anzutrainieren, wird zunächst überprüft, ob das Kind überhaupt die Voraussetzung mitbringt, um das Verhalten zu erlernen. Prägend für den TEACCH Ansatz ist die Erkenntnis darüber, dass das Verhalten nicht nur durch die Reaktionen der Umwelt gesteuert wird, sondern dass Denken, Vorstellungen und Einstellungen eines Menschen ganz wesentlich mitbestimmen, wie er sich verhält. Ziel der pädagogischen Maßnahmen ist das Verstehen und nicht das bloße Antrainieren von Verhaltensweisen. Es geht darum, Zusammenhänge verständlich und Erwartungen in Bezug auf bestimmte Verhaltensweisen dem Kind einsichtig zu machen. Anhand von Hinweisen, wann welches Verhalten angemessen ist, können oft im Vorfeld viele - oft kritische Situationen - entspannt werden. Dieses Vorgehen fördert die Fähigkeit zum eigenständigen Handeln, da es auf Einsicht und Verständnis beruht. Die Arbeit in der Ergotherapie ist gänzlich Ressourcenorientiert, da wir mit den vorhandenen Fähigkeiten unserer Klienten arbeiten. Diesen Arbeitsansatz hat die Ergotherapie mit dem TEACCH- Konzept gemeinsam. Hier werden die speziellen Interessen und Fähigkeiten der Kinder genutzt. Das Aufgreifen dieser Interessen ist speziell bei autistischen Kindern wichtig, da dies die Inhalte sind, denen das Kind bereits Aufmerksamkeit schenkt. Indem es seine Stärken mit in die Handlung

einbringen kann, fühlt es sich sicherer, da sein Handeln Erfolg hat. Dies wiederum fördert die Motivation sich mit Aufgaben auseinanderzusetzen.

3.2 Strukturierung und Visualisierung Im TEACCH Ansatz wird die Strukturierung der Fördersituation als Structured Teaching bezeichnet. Das Ziel des Structured Teaching besteht darin, eine (Lern-) Situation zu schaffen, die der Art und Weise entgegenkommt, wie Menschen mit Autismus am besten lernen und verstehen. Dabei leistet die Erkenntnis, dass Menschen mit Autismus von klar strukturierten Situationen und unterstützenden sichtbaren Hinweisen profitieren, die pädagogische Arbeit. Auf diesem Hintergrund wurden bestimmte Strategien der Strukturierung und visuellen Unterstützung entwickelt. In der pädagogischen Arbeit ist es Ziel der Strukturierung, das Verstehen zu fördern und Missverständnisse zu vermeiden. Strukturierung ist eine Technik zum vermitteln von Bedeutung." (Häußler, 2005, S. 44) Zeitliche und räumliche Zusammenhänge werden dadurch begreiflich und komplexe Situationen durchschaubar. Für die Gestaltung von pädagogischen oder auch Alltagssituationen gibt es keine festen Regeln. Das Ausmaß an Struktur sollte sich nach den Fähigkeiten des einzelnen richten. Strukturierungshilfen gibt es nicht nur für autistische Menschen. Auch wir benutzen sie alltäglich. Denken wir nur einmal an Terminkalender, Straßenmarkierungen, Dienstpläne, Bauanleitungen oder unsere Armbanduhr. Wir alle verwenden solche Hilfen, sie helfen bei Entscheidungen, geben Orientierung oder dienen als Gedächtnisstützen. Die Strukturierungshilfen für Menschen mit Autismus funktionieren oft in ähnlicher Art. Nur sehen sie zum Teil ganz anders aus, denn die Form wird an die Ressourcen und Bedürfnisse jedes Einzelnen angepasst. Wichtig für den autistischen Menschen ist, dass die Struktur nachvollziehbar ist. Unausgesprochene Regeln, die nicht allen bekannt sind sorgen für Unverständnis. Beispiel:

In einer Wohngruppe wird ein Bewohner von einer neuen Regel überrascht, dass er nicht mehr als drei Tassen Kaffee bekommen soll. Als ihm die vierte verweigert wurde, warf er vor Wut den Tisch um. Das Problem war deutlich: Alle im Team hatten sich im Vorfeld darauf geeinigt und wussten von der Regel. Nur die betreffende Person hatte davon keine Ahnung.

Strukturierungsidee anhand von visueller Informationsvermittlung: Mit Hilfe eines visuellen Systems kann dem Bewohner die Begrenzung der Trinkmenge vermittelt werden, so dass er vorhersehen kann, wann er eine Absage erhalten wird:

An seinen Platz wird ein Plan mit drei Bildern von Tassen gelegt. Mit jeder Tasse Kaffee, die er bekommt, wird ein Bild vom Plan entfernt. Nach der dritten Tasse kann er keine Bilder mehr gegen Kaffee eintauschen- die Konsequenz, die er daraus zieht ist, dass er keinen Kaffee mehr bekommt. Bei der Vermittlung von Informationen über den visuellen Kanal, kann der Mensch mit Autismus (in diesem Fall der Bewohner) Reize leichter und effektiver verarbeiten. Inder Regel können Autisten visuelle Eindrücke besser speichern und auch wieder abrufen, als zum Beispiel sprachliche Informationen. Die Strukturierung erfolgt auf verschiedenen Ebenen und kann die unterschiedlichsten Formen annehmen - und dennoch erfüllt sie immer dieselbe Funktion: Sie unterstützt das Verständnis und bietet Orientierung für das eigene Handeln. Der Einsatz ist immer dann sinnvoll, wenn bestimmte Aspekte einer Situation unverständlich, Regeln unklar oder Anforderungen zu hoch sind. (vgl. Häußer, 2005, S. 51) Strukturierungsmaßnahmen lassen sich auf zwei Grundbereiche anwenden: zum einen auf die Gestaltung der Umwelt und zum anderen die Gestaltung von Abläufen. Räumliche Strukturierung Die Gestaltung der Umwelt umfasst alle Aspekte der räumlichen Anordnung und Zuordnung von Gegenständen und Personen sowie Hilfen zur Orientierung. Die räumliche Orientierung bezieht sich auf Maßnahmen, welche Zusammenhänge von Gegenständen, Personen und Aktivitäten mit den zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten bzw. mit bestimmten Plätzen verdeutlichen. Um die Orientierung zu erleichtern ist es zunächst einmal sinnvoll, den zu Verfügung stehenden Raum in übersichtliche Bereiche einzuteilen. Mittel zum Aufteilen eines Raumes:

Regale oder Raumteiler als klare Abgrenzung nutzen. Solche offensichtlichen und körperlich spürbaren Trennungslinien geben eine, klare Rückmeldung hinsichtlich der Grenzen Solche offensichtlichen und körperlich spürbaren Trennungslinien geben eine, klare Rückmeldung hinsichtlich der Grenzen eines Bereichs.

Visuelle Abgrenzungen, wie ein Klebestreifen auf dem Boden als Grenzlinie Wichtig für die positive Umsetzung bzw. Annahme dieser räumlichen Strukturierung ist, dass die als Grenzlinie Wichtig für die positive Umsetzung bzw. Annahme dieser räumlichen Strukturierung ist, dass die betreffende Person die Markierung und deren Bedeutung versteht. Um die Zuordnung von Gegenständen zu bestimmten Orten zu verdeutlichen; können Bilder und Schilder markieren, wo sich welche Dinge im Schrank befinden. Auch farbige Kisten oder Umrisse an der Wand können Orientierungsmöglichkeiten bieten.

Man sollte auf jeden Fall weiterhin beachten, dass jeder Mensch unterschiedlich in seiner Wahrnehmung und der Annahme der Orientierungshilfen reagiert. Die Strukturierungshilfen müssen immer wieder neu auf die betreffende Person angepasst werden und am besten gemeinsam mit ihr erarbeitet werden. Das gemeinsame Erarbeiten von Strukturierungshilfen kann am Anfang einer therapeutischen Einheit von statten gehen. Über diesen klientenzentrierten Ansatz ist die Compliance- des Betreffenden am besten aktivierbar. Zeitliche Orientierung Die Strukturierung von Abläufen bezieht sich auf zeitliche Aspekte. Sowohl in der Koordination und der Abfolge von Ereignissen, als auch in der Abfolge einzelner Abschnitte. Viele Menschen mit Autismus haben ein starkes Bedürfnis danach zu erfahren, was passieren und wann etwas eintreten wird. Das wesentliche Instrument zur Vermittlung von Informationen über zeitliche Abläufe von Ereignissen oder Aktivitäten sind Pläne. Anhand von Tages- oder Zeitplänen erhalten Betreffende konkrete visuelle Hinweise darauf, was im Verlauf eines bestimmten Zeitablaufes auf sie zu kommt. Bereits ein Gegenstand, der auf die unmittelbar folgende Aktivität hinweist, bietet in diesem Sinne wesentlich mehr Orientierung als die bloße Aufforderung: Komm mal mit!" In einer ergotherapeutischen Behandlungseinheit könnte das gemeinsame Gestalten eines individuell auf das Kind abgestimmten Tages- oder Wochenplans (schriftlich oder bildlich) als eine therapeutische Intervention zur Strukturierung beitragen, (vgl. Häußer, 2005, S.53 ff.) Um Aufgaben zu strukturieren und das selbstständige Durchführen einer Aufgabe zu ermöglichen sollte dies, durch eine klare visuelle Strukturierung des Materials, in Verbindung mit eindeutigen Hinweisen für den Materialgebrauch, unterstützt werden. Dies könnte beispielsweise das Verwenden von Korb-Aufgaben sein. (vgl.Häußer, 2005, S.60) Bei denen alles, was für deren Durchführung benötigt wird, in einem Korb zusammengestellt wird. In dem Korb befinden sich separate Behälter, die von dem Auszuführenden vor Beginn der Arbeit auf seinem Arbeitsplatz in der richtigen Reihenfolge angeordnet werden müssen. Einfacher und weniger organisatorische Fähigkeiten werden dagegen bei den Tablett- Aufgaben verlangt: Hier ist die die Arbeitsfläche an sich schon strukturiert, da die einzelnen Behälter und Gefäße für die fertigen Produkte fest auf der Unterlage montiert sind. 3.3 Ziele der Therapie

einzelnen Behälter und Gefäße für die fertigen Produkte fest auf der Unterlage montiert sind. 3.3 Ziele

Durch die Strukturierung von Aufgaben werden Fertigkeiten beübt, eine Arbeitshaltung kann aufgebaut und ein zielorientiertes und erfolgreiches Handeln kann erarbeitet werden. Auch Menschen, die aufgrund ihrer Schwere der Behinderung nicht in einen Produktionsprozess eingegliedert werden können, profitieren von solchen Aufgaben, die aufgrund ihrer Klarheit subjektiv Sinn machen. Das heißt, der Betreffende versteht, wie es geht; er weiß was er mit dem Material machen soll. Er kann ein Ergebnis erreichen; sein Handeln ist zielgerichtet und er wird durch das Ergebnis motiviert und dadurch in seinem Selbstbild gestärkt. Die Strukturierung in der pädagogischen/therapeutische Arbeit ist keineswegs nur für Menschen mit Autismus sinnvoll oder speziell für diese Personengruppe entwickelt worden. Auch Menschen, darunter speziell Kinder, mit anderen oder ähnlichen Wahrnehmungsstörungen, beispielsweise der, der Sensorischen Integrationsstörung oder Kinder die unter dem Aufmerksamkeits- Defizitsyndrom (ADS) leiden, können mit Hilfe dieses Ansatzes in ihrer Entwicklung und in ihrer Selbstständigkeit gefördert werden. 4. Nachwort Der TEACCH- Ansatz, bzw. das Programm bietet tolle Möglichkeiten Menschen mit Problemen in der Informationsverarbeitung, Wege zu zeigen, wie sie sich besser strukturieren und damit in ihrer Orientierung und Handlungsfähigkeit gestärkt werden. Leider ist in Deutschland das TEACCH- Programm noch nicht sehr verbreitet. Es gibt immer noch zu wenig Anlaufstellen für Menschen mit Autismus. Insbesondere Für Menschen mit dem Asperger-Syndrom, welches noch weniger verbreitet, aber einer von 300 Menschen davon betroffen ist. Die Fördermaßnahmen müssen noch weiter entwickelt und die Krankheit weiter verbreitet werden, damit sich Netze bilden können unter Therapeuten, Ärzten, Pädagogen und Jugend- und Sozialämtern. Denn nur so kann eine rechtzeitige Erkennung und frühzeitige Förderung stattfinden. L wird im Mai 18 Jahre alt, das Jugendamt ist seit über zwei Jahren darüber informiert, dass er eine Integrationshilfe, bzw. Förderhilfe benötigt Im Januar wurde L persönlich nach seiner Meinung gefragt was er sich unter Fördermaßnahmen vorstelle und was sie denn für ihn tun könnten. Zum Ende des Gesprächs erwähnte die Mitarbeiterin des Amtes noch, dass L ja im Mai 18 Jahre alt werde und dass das Jugendamt dann sowieso nicht mehr für diese Sachlage zuständig sei Literaturverzeichnis Attwood, T. (2005). Asperger- Syndrom. Stuttgart: Trias Verlag

Häußler, A. (2005).Der TEACCH Ansatz zur Förderung von Menschen mit Autismus, Basel: Borgemann Media llse,P. (1995). Einführung in die Pädagogik mit Sonderpädagogik. Köln: Stam Verlag Janert, S. (2003). Autistischen Kindern Brücken bauen. München Kusch, M.( 2001).Entwicklung autistischer Störungen. Göttingen Poustka, F. (2004). Ratgeber Autistische Störungen. Göttingen Richman, S. (2004).Wie erziehe ich ein autistisches Kind?. Bern Sumisión, T. (2002).Klientenzentrierte Ergotherapie Tustin, F. (1989). Autistische Zustände bei Kindern.Stuttgart Internetverzeichnis Autismus: Definition (Stand: 21. Januar 2009). Zugriff am 20.02.2009

Meyers Lexikon online (2008). Autismus. Zugriff am 21.12.2008 auf:

Anhang Das Asperger-Syndrom aus der Sicht eines Asperger-Autisten Wahrend bei einigen Autisten auf den ersten Blick offensichtlich ist, dass sie anders als andere sind, sieht man anderen dies oft nicht ohne weiteres an. Dies gilt insbesondere für das so genannte Asperger-Syndrom, das klassischer Weise als die mildere" Form des Autismus neben dem Kanner-Autismus gilt, auch wenn man es heute eher zu einem autistischen Kontinuum bzw. Spektrum rechnet. Asperger-Autisten wollen oft von ihrer Umwelt nicht als Behinderte abgestempelt werden und sind darum bemüht, möglichst wenig »anzuecken«, manch einer ist auch berufstätig oder studiert, bei vielen findet sich eine Hochbegabung, aber wenn man genauer hinsieht, erkennt man. dass hinter dieser sozusagen durch hohe Schauspielkunst aufrechterhaltenen Fassade oft massive Probleme verborgen liegen, die sich besonders im Umgang mit anderen Menschen zeigen. Viele Asperger-Autisten sehen anderen Menschen ungern in die Augen, vermeiden Körperkontakt, wie etwa das Händeschütteln, sind unsicher, wenn es darum geht, Gespräche mit anderen zu führen, besonders, wenn es sich um einen eher belanglosen Smalltalk handelt, denn all die sozialen Regeln, die andere intuitiv beherrschen und die ja auch nicht immer der Logik folgen - etwa, dass man nur um des freundlichen Kontaktes willen (und nicht aus meteorologischem Interesse) über das Wetter redet oder einfach fragt: »Wie geht's?«, ohne dass man einen medizinischen Zustandsbericht erwartet, dass sind Dinge, die zu begreifen Autisten

geht's?«, ohne dass man einen medizinischen Zustandsbericht erwartet, dass sind Dinge, die zu begreifen Autisten

schwer fallen und die, wenn überhaupt, nur durch einige bewusste Anstrengung des Intellekts von ihnen geleistet werden kann. Daher haben Autisten oft auch keine oder kaum Freunde, jedenfalls was den Kontakt zu Nichtautisten angeht. In der Schule etwa sind sie in den Pausen lieber für sich, weil sie mit dem »ganz normalen« Umgang anderer Schüler untereinander, mit ihrem Geplauder und ihren Witzen wenig anfangen können. Im Unterricht haben sie naturgemäß regelmäßig bessere schriftliche als mündliche Noten und etwa vor versammelter Klasse einen Vortrag zu halten ist etwas, das die wenigsten Asperger-Autisten leisten können. Da aber auch in der Ausbildung und im Studium oft derartige Dinge gefordert sind, findet man immer wieder Autisten, die vielleicht einen weit über dem Durchschnitt liegenden IQ haben und dennoch eine Ausbildung nach der anderen abbrechen müssen. Dazu kommt, dass auch die Information über Autismus in der Allgemeinheit immer noch längst nicht so verbreitet ist, wie es nötig wäre, sodass die meisten Autisten auch überhaupt nicht wissen, dass sie zu dieser Gruppe von Menschen gehören und je später eine korrekte Diagnose erfolgt (auch bei vielen Psychologen fehlt hier das Detailwissen, so dass sie bisweilen bei dieser von außen schwer eindeutig erkennbaren auch Fehldiagnosen stellen), desto schwieriger ist die Hilfe. Autismus ist auch im eigentlichen Sinne nicht heilbar; die Wahrnehmung der Welt und die Beziehung zu anderen Menschen bleibt ein Leben lang anders als bei »normalen« oder wie Autisten gern sagen »neurologisch typischen« (NT) Menschen; dennoch lässt sich mit kompetenter Hilfe viel erreichen. Autisten verfugen oft über ganz erstaunliche kreative Potentiale - es gibt gute Musiker unter ihnen, auch liegt oft eine Neigung zu Sprach- und Wortspielen vor - die oft genug unentdeckt und ungenutzt bleiben, wenn keine Hilfe erfolgt. Auch haben viele Asperger-Autisten umfangreiches Wissen in begrenzten Spezialgebieten -wenn man einen Menschen sieht, der sich stundenlang mit irgendwelchen Statistiken oder Tabellen beschäftigt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man einen Autisten vor sich hat. Wichtig ist vor allem, dass der Zugang zu diesen Menschen möglichst indirekt erfolgt. Übliche Methoden mit Lob und Tadel greifen oft nicht und verstärken oft nur selbstbestrafendes Verhalten des Autisten; auch Festhaltetherapien sind in der Regel nur eine Qual für alle Beteiligten, ohne dass der Nutzen dabei allzu groß wäre. Auf jeden Fall ist indirektes schriftliches Vorgehen oft besser als direkte mündliche Ansprache. A m Anfang steht jedenfalls die korrekte Diagnose als Asperger-Autist; hat der Betroffene, egal ob Kind oder Erwachsener, erst einmal einen Begriff für sein Handicap, erlebt er das meist als eine Befreiung. Es lassen sich dann auch leichter Fachleute finden, mit denen man darüber reden kann, die einem auch Therapiemöglichkeiten aufzeigen können und vor

allem findet man ja so auch erst den Zugang zu dem ständig wachsenden Angebot an Selbsthilfe. So verständnisvoll und behutsam Eltern und Psychologen auch vorgehen, es ist doch kein Vergleich damit, was betroffene Autisten untereinander auszutauschen in der Lage sind; hier fällt das schwierige Erklären, was denn Autismus ist, weg, damit auch viele psychologische Hemmungen und man erlebt untereinander auch immer wieder den »das-kenne-ich-bei-mir-auch«- Effekt, der oft große Erleichterung bewirkt. Rainer Döhle

Anmerkung Zu der Förder- und Kostenhilfe möchte ich anmerken, das Beeinträchtigten und Behinderten Menschen nach SGB XII (Sozialgesetzbuch XII) alle Integrations- und Förderhilfen gewährt werden. Die jeweiligen Zuständigkeiten der Ämter in den verschiedenen Städten und Gemeinden ist sehr unterschiedlich, endet aber auf keinen Fall mit dem Erreichen des 18. Lebensjahres, sondern erstreckt sich unter bestimmten Voraussetzungen ein ganzes Leben lang. Meine, und auch die Erfahrung vieler Teilnehmer der Selbsthilfegruppe ist, dass man sich immer wieder aus neue mit den einzelnen Instanzen (z. B. Krankenkasse, Jugendamt, Sozialamt usw.) und den einzelnen Ansprechpartnern auseinandersetzen muss. Dort wird gerne versucht, die Zuständigkeit auf andere Ämter, Abteilungen abzuwälzen und dadurch die Antragsteller zu demotivieren/zermürben. Ich kann nur allen Betroffenen raten, sich nicht abweisen oder demotivieren zu lassen, denn nach dem Gesetz (SGB XII) stehen den betroffenen Personen alle nötigen Hilfen zu.