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Bozen
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Mitteilungsblatt der Schützen der Alpenregion


Nummer 4 Bozen, Innsbruck, Weyarn, Kronmetz im August 2003 27. Jahrgang

Landesmuseum auf Schloss Tirol ……………3

Am Erzherzog-Eugen-Denkmal wurde von LHptm. DDr. van Staa und LKdt. Sarnthein ein Kranz zu
Ehren der gefallenen und verstorbenen Schützenkameraden niedergelegt.

700 Schützen bei der Bundesversammlung 2003


INNSBRUCK - Die Eucharistiefeier im Dom zu St. Jakob war der Auftakt zur Bundesver-
sammlung dieses Jahres.
Mit über 700 Schützen und LHptm. DDr. Herwig van Staa feierte Landeskurat Msg. Josef
Haselwanner zusammen mit Diakon Olt. Helmut Naschenweng die heilige Messe, die von der
Musikkapelle Saggen unter der Leitung von Kapellmeister Prof. Herbert Ebenbichler musika-
lisch umrahmt wurde. Der Landeskurat ging in seinen Worten an die Schützen auf die Verant-
Königlicher Geburtstag in Bayern ……… 23 wortung des Einzelnen in unserer Gesellschaft ein.
„Der Tag unserer jährlichen Bundesversammlung ist nicht bloß die Erfüllung eines Vereins-
gesetzes und unserer Statuten. Der traditionelle, gemeinsame Gottesdienst am Beginn bringt
dies wohl zum Ausdruck.
Leserbriefe ………………………………………… 14
An diesem Tag geht es uns Schützen um die Besinnung auf unsere Grundsätze und um Ori-
»Hui & Pfui« ……………………………………… 15 entierung, es geht auch um die Planung der Zukunft und der Gestaltung in unserem Arbeiten
und Tun.
Bataillone und Bezirke ……………………… 16
Und da trifft mich im heutigen Evangelium das Wort: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die
Die Seite der Marketenderinnen Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von
und Jungschützen ……………………………… 22 mir könnt ihr nichts vollbringen.“
Als Christen sind wir aufgerufen, die Welt zu gestalten. Wir müssen bereit sein, uns „einzu-
Berichte aus Bayern ………………………… 23
mischen“, mitzugestalten, statt uns zu verweigern. Es geht darum, die Zeichen der Zeit zu er-
Wir gratulieren ……………………………………28 kennen . . .
Es braucht Menschen, heute mehr denn je, die von einer gesicherten Wertebasis und Werte-
Gesamttiroler Schützenchronik ………… 29
ordnung aus Verantwortung für sich und ihre Umwelt zu übernehmen bereit sind. Die Kraft des
Totengedenken ………………………………… 35 Zeugnisses und der Tat ist gefragt und gefordert. Die Konzentration auf die christlichen Werte,
die Kraft des Glaubens wird erwartet - auch von den Menschen von heute.
Ehrungen für langjährige Treue ……… 36
Denn es gibt nicht wenige, die sich orientieren wollen. Viele, die Halt suchen und Fragen
stellen, auf die die Lust-Frust-Konsum- und Konsensgesellschaft keine Antwort hat.
2 Nummer 4 - August 2003

Die mit der Bronzenen Verdienstmedaille des Bundes ausgezeichneten Bun- Die Silberne Verdienstmedaille wurde an Mjr. Hubert Straudi (SSB) verliehen
desfähnriche mit LKdt. Mjr. Otto Sarnthein, (v.l.) Anton Linsinger, Bayern, (v.l.) BGF Mjr. Klaus Holzbaur, LKdt.-Stv. Stephan Zangerl, Mjr. Hubert
Olt. Josef Seppi, Südtirol und Olt. Giuseppe Furlani, Welschtirol Straudi, LKdt. Mjr. Otto Sarnthein

Zur Goldenen Verdienstmedaille des Bundes gratulierte LHptm. Dr. van Staa
(2. v.l.) LKdt. Mjr. Otto Sarnthein, Mjr. Fritz Gastl, Mjr. Bertl Jordan und
Hptm. Friedl Pirchmoser (v.l. mit Urkunden).
Sie erhielten den „Ehrenkranz des Bundes der Tiroler Schützenkompanien“:
(v.l) Der ehem. Landeskapellmeister Florian Pedarnig, der Protokollchef des
Landes Tirol, Herbert Gassler, und der Chefredakteur der „Tiroler Tageszei-
tung“, Claus Reitan (mit Tochter).

Wendelin Weingartner, Herwig van Staa, Alois Partl, die Tiroler Hauptmänner
LKdt. Mjr. Paul Bacher übergibt LKdt. Mjr. Otto Sarnthein einen Säbel, damit der Vergangenheit und Gegenwart, mit dem obligaten Begrüßungsschnapsl.
er nicht mehr „nackert“ nach Südtirol kommen müsse.
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verhindert und an Mjr. Franz Landi wurde am selben Tag die Silberne
Verdienstmedaille in Kronmetz verliehen.
Mit der Goldenen Verdienstmedaille wurden ausgezeichnet: LKdt.
Mjr. Otto Sarnthein, Mjr. Fritz Gastl, Mjr. Bertl Jordan, Hptm. Friedl
Pirchmoser. (Hptm. Jenewein von Kolsassberg war wegen eines Todes-
falles verhindert).
Mit dem „Ehrenkranz des Bundes der Tiroler Schützenkompanien“
wurden ausgezeichnet: Der ehemalige Landeskapellmeister Florian
Pedarnig, der Protokollchef des Landes Tirol, Herbert Gassler und der
Chefredakteur der „Tiroler Tageszeitung“ Claus Reitan.
Schlusspunkt des Treffens war die Meldung der Ehrenkompanie
Elbigenalp vor der Hofburg mit General-de-Charge. Auch Alt-LHptm.
Wendelin Weingartner war dazu gekommen. Sodann marschierten die
Schützen unter den Klängen der Musikkapellen von Saggen/Innsbruck
und Thaur zuerst durch die Innsbrucker Altstadt, dann zum Gefalle-
nengedenken mit Kranzniederlegung zum Erzherzog-Eugen-Denkmal
LHptm. DDr. Herwig van Staa im anerkennenden Gespräch mit Schützen der
am Rennweg und von dort zur Defilierung zurück zur Hofburg.
Ehrenkompanie Elbigenalp vor der Hofburg.

Und es gibt viele, die in ihrer religiösen Sehnsucht aufgefangen


werden möchten und auch solche, die eine Wertvermittlung erwarten, 10. Alpenregionsschießen am
die eine säkulare Welt und eine gleichgemachte und gleichgeschaltete
Gesellschaft nicht vermitteln können. 17. Mai 2003 in Innsbruck/Hötting
Bleiben wir in ihm - halten wir uns an seine Gebote und seine Bot-
schaft. Im Grundsatz der Treue zu Gott verpflichtet uns ja unser Schüt- INNSBRUCK - Das 10. Alpenregionsschießen fand am alten, 1932
zenversprechen dazu. erbauten, traditionsreichen Höttinger Schießstand, der mit 8 Stände
Nach der Festmesse im Dom trafen die Schützen im Stadtsaal zur für Liegend- und Stehendbewerbe eingerichtet ist, statt. Geschossen
Bundesversammlung ein, um Bilanz zu ziehen. wurde mit dem Kleinkalibergewehr auf die Original-150m-Scheibe, die
LKdt. Mjr. Otto Sarnthein konnte eine Reihe von hohen und höchs- Entfernung betrug 134m und jeder Schuss wurde mittels Kelle aufge-
ten Gästen begrüßen, unter ihnen LHptm. DDr. Herwig van Staa, Alt- zeigt. Geschossen wurde eine 10er Serie stehend und eine 15er Serie
LHptm. Dr. Alois Partl, Mil.-Kdt. Günter Schranz, Sicherheitsdir. Dr. liegend. Ermittelt wurden die besten 10 aus jeder Serie sowie die
Hans Ebenbichler, LEKdt. HR Dr. Walter Zebisch, LKdt. des SSB Paul besten 5 aus der Kombination. Von jeder Region wurden die besten 25
Bacher, LHptm. des BGSK Karl Steininger, Mjr. Trentini vom WSB und Schützen zum Schießen gemeldet (100 Schützen), wobei die 20 besten
ELt. Prof. Franz-Heinz Hye. Ergebnisse zur Ermittlung der Sieger herangezogen wurden. Die Teil-
In seinem Tätigkeitsbericht ging Mjr. Sarnthein auf Wesentliches im nehmer aus Tirol, Südtirol, Bayern und Welschtirol, unter denen auch
vergangenen Vereinsjahr ein: Das Alpenregionstreffen in Prutz war einige Marketenderinnen waren, lieferten sich bis zum letzten Schuss
2002 ein herausragendes Ereignis. 20.000,– Euro spendeten die Schüt- einen spannenden Wettkampf. Das Schießen verlief harmonisch und
zen im Rahmen der Hochwasserhilfe der Lebenshilfe Oberndorf. reibungslos. Der Dank ergeht an die Schützengesellschaft Hötting mit
Die Ausstellung „Einst Feinde, heute Freunde“, die im heurigen Jahr ihrem OSM Wilfried Primus für die exakte elektronische Auswertung,
in verschiedenen Tiroler Gemeinden zu sehen ist und bei der Bevölke- die es uns ermöglichte, schon um 17.00 Uhr die Siegerehrung in
rung sehr gut ankommt, beleuchtet die Geschichte von Tirol und Bay- Anwesenheit von LKdt. Mjr. Dr. Otto Sarnthein und seinem Stv., Mjr.
ern. Stephan Zangerl, abzuhalten.
Der Obm. des Dachverbandes, Hermann Huber, zugleich Viertel- 1. Rang erging an die Bayrischen Gebirgsschützen mit 3.693 Ringen
Kdt. von Osttirol, betonte in seinen Ausführungen: „In den letzten 2. Rang: Bund der Tiroler Schützenkompanien mit 3.575 Ringen
zwei Jahren ist innerhalb der Bünde manches besser gelungen. Von 3. Rang: Südtiroler Schützenbund mit 3.325 Ringen
der Konfrontation ging man zum Dialog über“. Er schnitt in seinen 4. Rang: Welschtiroler Schützenbund mit 3.038 Ringen
Worten den geplanten und umstrittenen Bau der Alemagna bzw. des
Cavallino-Tunnels an. Außerdem beklagte er sich über den Platz rund
um das Andreas-Hofer-Denkmal in Wien, der nur so vor Hundekot
strotze.
In seinen Grußworten bedankte sich der LHptm. Dr. van Staa bei
Msgr. Haselwanner für die feierliche Messe und die in der Predigt ver-
mittelten Grundsätze und Gedanken.
Für den LHptm. war die Bundesversammlung ein beeindruckendes
Erlebnis. Er meinte, das Land Tirol braucht beides, die Tradition und
die Moderne. Die soziale Integrationskraft in den Reihen der Schützen
ist äußerst stark. Es ist alles vertreten, vom Univ.-Prof. bis zum Arbei-
ter. Er erinnerte auch an das gute Verhältnis der Schützen zur Kirche,
auch zum Erzbischof von Trient.
Nach den Grußworten der LKdten der anderen Bünde erfolgten die
Ehrungen. Mit der Bronzenen Verdienstmedaille wurden ausgezeich-
net: der Bundesfähnrich der Bayern, Anton Linsinger, Olt. Josef Seppi
aus Südtirol und Olt. Giuseppe Furlani aus Welschtirol.
Die Silberne Verdienstmedaille wurde verliehen an den Schießrefe-
rent vom SSB, Mjr. Hubert Straudi. Der Bundesschriftführer der Der diesjährige Alpenregionsmeister Martin Kargruber (m.) mit LKdt. Mjr.
Bayerischen Gebirgsschützenkompanien, Hptm. Hans Baur, war Sarnthein (l.) und Mjr. Wotschitzky (r.) ist Fhr. der Schützenkompanie Taisten.
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außerordentlicher kirchlicher Anlässe


durch ihr Mitwirken zu unterstreichen.
Prozessionen werden in Tirol immer
mit Schützen abgehalten.
Welchen Stellenwert wir Schützen
haben beweist die große Sympathie die
uns Erzbischof Alois Kothgasser immer
wieder entgegengebracht hat. Auch die
Landeshauptleute von Tirol wussten
und wissen es zu schätzen, hohe und
höchste Gäste mit einer Schützenkom-
panie empfangen zu können.
Die Verantwortlichen der Diözese
sowie des Landes wissen aber auch, dass in den meisten Kompanien
„gstandene Mander“ stehen, die bereit sind, für die Dorf- und Stadt-
„G’sellig“ ging’s zu auf der Terrasse des Höttinger Schießstandes
gemeinschaft etwas zu tun, dass hinter dem „Schütze-sein“ eine
Der Dank ergeht auch an BGF-Stv. Mjr. Walter Flori für seine tat- Grundhaltung steht, die der unserer Altvorderen entspricht. Mit einem
kräftige Mithilfe. Ein ganz besonderer Dank an den Südtiroler Kurt Wort, die bereit sind, Verantwortung für unser Land und für unsere
Schwingshackl aus Taisten, der mit seiner steirischen Harmonika viel Menschen zu übernehmen.
Stimmung in die Schützengemeinschaft brachte. Obwohl heute der Zeitgeist gegen uns und unsere Ideale arbeitet, ist
Dank auch an die Schützen der Alpenregion, die durch ihre Diszi- von Zielkrise, Sinnkrise, Orientierungskrise der Menschen, wie in
plin und hervorragenden Leistungen dem 10. Alpenregionsschießen großen Abhandlungen über die Moderne die Rede ist, in unseren Rei-
einen hohen Stellenwert verliehen haben. hen noch nicht viel zu spüren.
Aber über kurz oder lang wird vor Tirol – vor uns Schützen – auch
Mjr. Heinz Wotschitzky
diese Lebenshaltung vor allem der Jungen nicht mehr Halt machen.
Es ist mehr als eine Vermutung, dass Wohlstand, Egoismen und
Gedanken des BBO Mjr. Karl Pertl Beliebigkeit die Folgen eines Wertewandels sind, der mit dem „Haben“
und weniger mit dem „Sein“ einhergeht.
anlässlich der Bundesversammlung 2003 Es geht um ein ausgewogenes Verhältnis von Haben und Sein, um
ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ich und den anderen, um ein
Liebe Schützenkameraden! ausgewogenes Verhältnis zwischen Wohlstand und verzichten können.
Ich möchte euch heute folgende Frage stellen: Was ist heute unser Ich möchte, dass wir einigermaßen auf der Straße bleiben und nicht
Auftrag? in dem einen oder anderen Graben landen.
1. Die Tiroler Identität und unsere Werte in Tirol sichtbar machen. Zu Punkt 2: Das soziale Leben in unseren Dörfern u. Städten
2. Das soziale Leben in unseren Dörfern u. Städten zusammen mit zusammen mit anderen fördern.
anderen fördern. Mit einigen Beispielen aus unseren Kompanien möchte ich die
3. Ein Auge haben für unsere volkskulturellen Kostbarkeiten. soziale Komponente ansprechen, die immer wieder von unseren Leu-
Zu Punkt 1: Schützenkompanien werden häufig ersucht, den feier- ten ausgeht. Vor kurzem las ich die Worte: Leistung ist gut, aber
lichen Rahmen örtlicher Feierlichkeiten, diverser Empfänge und Menschlichkeit ist besser.

Das soziale Leben in unseren Dörfern und Städten zusammen mit anderen fördern. Alle Schützen sind stolz, wenn in ihren Reihen noch alte Schützen mitmar-
schieren. ELt. Willi Egger, Jahrgang 1916, wird für seine Treue Ehrenoffizier des Baon Rettenberg (l.o.) - Die Tiroler Identität und unsere Werte in Tirol sichtbar
machen. Schützenkompanien werden häufig ersucht, den feierlichen Rahmen örtlicher Feierlichkeiten zu unterstreichen. Schützen der Kompanie St. Nikolaus-
Mariahilf übergeben dem damaligen Bgm. und heutigen LHptm. DDr. van Staa ein Geschenk (o.m.) - Ein Auge haben für unsere volkskulturellen Kostbarkeiten.
Das von der Milser Kompanie renovierte Kriegerdenkmal (r.o.)
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Wenn in einer großen Spendenaktion von den Schützen 20.000,- einer Dorf- und Stadtgemeinschaft. Das muss unseren Schützen immer
Euro für die Hochwasseropfer im letzten Sommer gespendet wurden, mehr bewusst werden. Dann wird jeder einsehen, dass Tirol ohne
so ist Menschlichkeit und Solidarität bei uns kein leeres Wort. Kar- Schützen nicht denkbar ist.
titsch, mit seinen knapp 1.000 Einwohnern, brachte in einer Dorf-
Schützen Heil!
sammlung 2.200,– Euro auf.
Der Südtiroler Schützenbund spendete 24.000,– Euro an zwei nie-
derösterreichische Gemeinden.
Ein weiteres Beispiel von tiefer Menschlichkeit war eine Spende der „Die Schützen“
Kompanie Fieberbrunn zum Ankauf eines Rollstuhls für betagte Auszug aus den Gedanken der Schüler 2b, 3a
Bewohner des Altenwohnheimes in ihrem Dorf.
Die Hochachtung, die unseren älteren Kameraden in allen Kompa-
zum Thema Schützen
nien widerfährt, und die ein sichtbares Zeichen von Kameradschaft ist, VÖLS - Reinhard Schretter, Vizebürgermeister, Kulturreferent der
erstaunt mich immer wieder. Alle Schützen sind stolz, wenn in ihren Marktgemeinde Völs und Lehrer an der Hauptschule in diesem Ort,
Reihen noch 90ig Jährige mitmarschieren. ließ seine Schüler im Geschichteunterricht 10 Tage vor Schulschluss
Die Aktion „Essen auf Rädern“ wird in manchen Gemeinden von und kurz vor dem Sonnenburger Baonfest in Völs ihre Gedanken
den Schützen mitgetragen. Die Würde und Achtung vor jedem Men- zu den Schützen niederschreiben.
schen steht bei uns nicht nur in den Satzungen, wir tun auch etwas Bei der festlichen Jahreshauptversammlung, am Herz-Jesu-Sonn-
dafür. tag, las er diese Summe von Einfällen (ohne Korrektur) den
Es ist schon Tradition, dass sich die Weerberger Schützen kurz nach Ehrengästen, Musikanten und Schützen vor und erntete damit
dem Jahreswechsel beim Gesundheits- und Sozialsprengel mit einer tosenden Applaus:
Spende einstellen.
Beim Weihnachtsmarkt in Sistrans konnte die Kompanie einen Die Schützen sollten uns im Krieg oder Notfall beschützen.
Reinerlös von 1.000,– Euro erzielen und diesen zwei bedürftigen
Es gibt Jungschützen, normale Schützen und Pensionistenschützen,
Familien übergeben.
die heißen dann Kaiserjäger.
Wenn wir fragen, welcher Art denn die Situation unserer Zeit ist,
dann erscheint im Augenblick generell ein schrankenloser Individua- Die Schützen rucken bei hohen Festen aus - zu Fronleichnam und
lismus sehr viele zu bestimmen, der fast unfähig ist auch nur einen im Fasching.
winzigen Beitrag zum gesellschaftlichen Ganzen, zur Gemeinschaft Schützen gibt es auch als Sternzeichen.
beizutragen.
Gott sei Dank bedeutet uns Schützen die örtliche Gemeinschaft viel. Im Vereinshaus gibt es einen Schützenstand.
Zu Punkt 3: Ein Auge haben für unsere volkskulturellen Kostbar- Es gibt Elfmeterschützen und Freistoßschützen.
keiten.
1 x pro Woche ist Schießtraining.
Was auf diesem Gebiet die Kompanien landauf landab leisten, ist in
Tirol wohl einmalig. Hinter all diesen Aktionen steht mehr als priva- Sie schießen mit ihren Gewehren in die Luft. Sie haben bei ihrem
tes Profit- und Eigeninteresse. Schießstand auch eine Stube, wo sie immer zusammensitzen und
Es sind die Wurzeln des Heimatbewusstseins, die diese oft mühsa- Schnaps trinken.
men und verantwortungsvollen Arbeiten, die immer in der Freizeit Kaiser Maximilian ließ zum ersten Mal die Schützen bei einem Fest
verrichtet werden, ermöglichen. vor dem Goldenen Dachl antreten.
Einige Beispiele aus letzter Zeit:
Die Axamer haben voriges Jahr eine Schützenkapelle an einem Die Schützen sind gute Schützen daher der Name. Lorenz Rangger
weithin sichtbaren Platz gebaut. Die Kirchdorfer restaurierten in war einer ihrer ersten Kommandöre.
Erpfendorf die „Saubrandkapelle“. Die Schützenkompanie Oberperfuss Mit 12 Jahren kann man den Schützen beitreten.
hat in unzähligen Stunden und ohne finanzielle Unterstützung der
öffentlichen Hand das Kriegerdenkmal restauriert. Heutzutage schießen sie mit Papiermunition.
Aus Schlaiten, Osttirol, wurde die Renovierung des Dreifaltigkeit- Wenn sie ausrücken haben sie eine Tracht.
stöckels bekannt.
Es gibt auch Frauen bei den Schützen, die tragen einen feierlichen
In der „Alten Kirche“ in Völs wurde unter Mitinitiative von uns
Rock, die Männer tragen Lederhosen und Federhüte wie ein Gockel.
nach 40-jähriger Pause das Ostergrab wieder aufgestellt und die
Schützen haben sich verpflichtet, alljährlich dafür die Verantwortung Wir haben vor einigen Tagen ein dickes Schützenbuch zugeschickt
zu übernehmen. bekommen.
Auf Initiative der Kompanien in Vomp, Radfeld und Bad Häring Man kann Auszeichnungen in Bronze, Silber oder Goldmedaillen
wurden Dorfkrippen aufgestellt. In vielen Gemeinden übernehmen die gewinnen und ein Bandl.
Schützen die Grabwache am Karsamstag.
Das sind nur wenige Beispiele der vielen Aktionen, die von den Seit 20 Jahren gibt es die Schützen, jedes Jahr findet das Geschoß
Tiroler Schützenkompanien ausgehen. mit den Gewehren am Dorfplatz statt. Im Vereinshaus haben sie ein
In keiner Gemeinde, in der Schützen karitative und kulturelle Auf- Schusszimmer.
gaben und damit Verantwortung übernehmen, wird je die Frage laut Sie bringen an einem bestimmten Tag den Leuten Schnaps und sin-
werden: Wozu brauchen wir eigentlich die Schützen? gen etwas.
Die Tiroler Identität und unsere Werte in Tirol nach außen sichtbar
Einer ihrer „Hoachen“ ist der Toni Pertl.
zu machen, geschieht vor allem bei unseren öffentlichen Auftritten
und beim Mitgestalten von Feierlichkeiten. Sie haben einen zweiköpfigen Adler als Zeichen.
Das soziale Leben in unseren Dörfern und Städten zusammen mit In wenigen Tagen ist ein großes Fest.
anderen zu fördern, ist ein Teil unserer Alltagsarbeit.
Unsere kulturellen Aufgaben sind ein weiterer Teil unserer Arbeit. Die Schützen haben eine lange Tradition.
Jede Kompanie ist ein wichtiger Baustein im vielfältigen Gefüge
6 Nummer 4 - August 2003

Erste Erinnerungsstele an 1703 in räumlichen Bezug zum ursprünglichen, zum alten Völs dar. Durch die
räumliche Nähe zum Gemeindeamt und zum Vereinshaus zählt der
Völs würdig übergeben Standort außerdem zu den frequentiertesten Plätzen im Ort. Es ist, so
glaube ich, ein guter Platz, um ein Stück Tiroler und Völser Geschich-
VÖLS - In einem würdigen Festakt wurde die erste von 10 Stelen, te den Menschen zu vermitteln.
die an die Kriegsereignisse von 1703 erinnern, in landesüblicher Form Mjr. Karl Pertl, selbst ein gebürtiger Völser, ging in seinen Worten
von den Schützen an die Marktgemeinde Völs übergeben. auf die damalige Rolle der Schützen und die Härten für die Bevölke-
Die Aktion wurde vom Gesamttiroler Schützenbund für die Orte, an rung von Völs ein: „Wenn die Tiroler stolz auf ihre Vergangenheit ver-
denen sich 1703 die Tiroler gegen die Fremdherrschaft der Bayern und weisen, denkt man unwillkürlich an das Jahr 1809 und vergisst dabei
Franzosen erfolgreich zur Wehr setzten, in die Wege geleitet. leicht, dass sich das Land schon 100 Jahre vorher einer ähnlichen
Die Stele, ein Denkmal mit Inschrift, wurde aus Stahlblech in Form Situation gegenübersah. In beiden Fällen erhoben sich die Tiroler
eines modernen Adlers in roter Farbe angefertigt. Die Inschrift ist in gegen eine ihnen aufgezwungene Fremdherrschaft. Im Jahre 1703
deutsch, französisch, italienisch und englisch verfasst und erklärt die allerdings - im Endeffekt mit größerem Erfolg.
damalige Situation in Gesamttirol und dem jeweiligen Ort, wo die Ste- Wie im Jahre 1809 waren es auch damals nicht die kaiserlichen
len stehen werden. Truppen, sondern die Tiroler selbst, die den bereits tief ins Land ein-
gedrungenen Feind vertrieben. Die alte Taktik der Tiroler, den Feind an
den natürlichen Engstellen des Landes zum Kampf ohne volle Macht-
entfaltung zu zwingen, und das gezielte Feuer der geübten Schützen,
die in weit auseinander gezogenen Linien das Gelände ausnützten, war
1703 wieder zum Tragen gekommen.
Nach vielen schweren Niederlagen in Nordtirol blieb dem Feind
nichts anderes übrig, als nach sechs Wochen den eiligen Rückzug nach
Bayern anzutreten. Kurfürst Max Emanuel wollte auf beiden Seiten
des Inns von Innsbruck flussaufwärts nach Zirl, um von dort nach
Mittenwald zu gelangen.
Am 23. Juli hatten sich am Völser Bühel, bei der Schwarzen Kreuz
Kapelle, einige hundert Schützen verschanzt, die den Feind aber nicht
aufhalten konnten. Die Bayern verloren in diesem von größter Erbit-
terung geführten Kampf, neben vielen tapferen Offizieren, bei 700
Mann an Toten.
In einem würdigen Festakt wurde die erste von 10 Stelen, die in Welsch- und
Nordtirol aufgestellt werden und an die Kriegsereignisse von 1703 erinnern,
von den Schützen an die Marktgemeinde Völs übergeben.

Den feierlichen Rahmen für die Feier in Völs, an dem der Gemein-
derat sowie zahlreiche Völser und Völserinnen teilnahmen, bildeten
die Fahnenabordnungen der Kompanien des Baons Sonnenburg, die
Ehrenkompanie von Völser Aicha, Südtirol, die Völser Kaiserjäger und
die Musikkapelle Völs.
Hptm. Thomas Wirth begrüßte alle, vor allem Bgm. Dr. Josef
Vantsch, LKdt.-Stv. Mjr. Dr. Peter Piock, BBO Mjr. Karl Pertl sowie
Baon-Kdt. Mjr. Toni Pertl.
Bgm. Dr. Josef Vantsch ging in seinen Ausführungen auf die dama-
lige Situation ein und sagte: „Heuer jährt es sich zum dreihundertsten
Mal, dass in der Auseinandersetzung zwischen Habsburg und Frank-
Die beiden Majore Dr. Peter Piock (r.) und Karl Pertl übergeben die Stele an
reich um den Spanischen Thron, im sogenannten „Spanischen Erbfol-
den Völser Bürgermeister Dr. Josef Vantsch.
gekrieg“, Bayern und Franzosen in Tirol eingefallen sind. Der Einfall
der bayrische Truppen in Tirol erfolgte mit dem Ziel, Tirol Bayern ein- In Völs wurde von den Bayern ein Drittel der Häuser niederge-
zuverleiben. Die daraus entstandenen kriegerischen Ereignisse sind als brannt, auch die Kirche wurde schwer beschädigt, 111 Personen erlit-
„Bayerischer Rummel“ in die Geschichte eingegangen. ten dabei Verletzungen und zahlreiches Vieh verbrannte in den Stäl-
Auch die Gemeinden Völs, Kematen, Unterperfuß und Zirl waren len.
von diesen kriegerischen Auseinandersetzungen betroffen. Am soge- Schon vor den verheerenden Bränden in Völs, Afling und Kematen
nannten schwarzen Kreuz unweit des Dorfes Völs stießen die Bayern hatte das gesamte Landgericht Sonnenburg den französisch-bayeri-
auf den Widerstand der Tiroler Landesverteidiger. Neben wildesten schen Einfall zu spüren bekommen. Fünf Wochen lang standen die
Greueltaten, die in diesen Auseinandersetzungen von den bayerischen Feinde auf seinem Boden und verschafften sich aus der Umgebung,
Truppen verübt wurden, wurden die Gemeinden Zirl, Unterperfuß, was sie brauchten; sie raubten etliche hundert Rinder und Pferde mit
Kematen und Völs niedergebrannt. Wagen, Futter und Getreide.
In Erinnerung an den „Bayerischen Rummel“ hat der Gesamttirole- Wie schwer die Bayern der Hinauswurf aus Tirol traf, kann man aus
rische Schützenbund (Nord-, Süd-, Ost- sowie Welschtirol) beschlos- einem Brief entnehmen, den der bayrische Kurfürst am 28. Juli seiner
sen, im gesamten Tiroler Raum 10 Stelen aufzustellen. Die Wahl der Gemahlin schrieb: „Wenn Sie wüßten, was das heißt - ein bewaffnetes
Standorte sollte sich nach den Orten der Kampfhandlungen richten. Volk in den Bergen!“
Es freut mich außerordentlich, dass auch der Gemeinde Völs ein Mit einer exakt geschossenen Ehrensalve der Kompanie Völser
Standort für eine Stele zugewiesen wurde, sind doch die kriegerischen Aicha, einem getragenen Musikstück der Kapelle Völs, wurde die Ste-
Auseinandersetzungen vom Jahre 1703 auch Teil der Völser Geschich- le von den beiden Majoren Piock und Pertl an Bürgermeister Vantsch
te. Der Standort der Stele hier im Ortszentrum von Völs stellt den übergeben.
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Geistige und ethische Wüsten der in eine andere Kammer führt und es von dort wieder in die Stube
geht, dann befinden wir uns in Kafkas Schloss und verzweifeln, weil
VAHRN - Dr. Paul Rainer, Landeskurat des Südtiroler Schützenbun- wir nicht aus und ein finden. Wenn dann die Zeit um ist, und nicht
des, hat in Vahrn zur 50-Jahr-Feier der Kompanie eine vielbeachtete früher, leg ich meinen Hobel hin, stell ich meinen Stutzen weg, schnall
Festpredigt gehalten. Die TSZ druckt sie auf Anregung von verschie- ich meinen Degen ab, falt ich meine Schützentracht zusammen und
denen Seiten vollinhaltlich ab. sag der Welt ade. Marmor, Stahl und Eisen bricht, aber unsere Liebe
„Bejammert mich, zu Tirol, bei aller notwendigen Kritik, nicht“.
wenn ich nicht das Wort
verkünde“, hat mein
Namenspatron, der heili-
Wallfahrtsweg mit Hilfe des SSB
ge Apostel Paulus ange- neu hergerichtet
mahnt. Diesen Zuruf
nehme ich ernst und ich LEIFERS/MARIA WEISSENSTEIN - Der Wallfahrtsweg von Leifers
stehe wohl auch deswe- nach Maria Weißenstein wurde wieder instand gesetzt. Mauerwerk,
gen in euren Reihen als Mosaik und Schindeldach der Bildstöckeln wurden renoviert, ebenso
Landeskurat und Schüt- die Hinweisschilder und Markierungen erneuert. An diesen Arbeiten
zenseelsorger. Also erhe- finanziell beteiligt hat sich, neben anderen Vereinen, auch der Südti-
be ich die Stimme und roler Schützenbund mit einer Spende von 4.500,– Euro. Am Pfingst-
rufe euch zu: montag fand nun die Segnung des Wallfahrtsweges statt. Dabei rich-
„Wenn wir weiterhin tete Bischof Wilhelm Egger Worte des Lobes an alle Spender und Hel-
so weitermachen, hinter- fer, die dazu beigetragen haben, diesen alten Wallfahrtsweg in neuem
lassen wir geistige und Glanz erstrahlen zu lassen. Der Ursprung dieses in ganz Tirol bekann-
ethische Wüsten. Wenn ten Wallfahrtsortes geht auf das Jahr 1553 zurück. Die heutige Basili-
wir so die Fundamente ka im Barockstil wurde im Jahr 1654 vollendet. Sie gliedert sich in die
einreißen, wenn wir den Fassade des Klosters ein, in dem Pater des Servitenordens den Ort
moralischen Relativis- betreuen.
mus, den Hedonismus und die allgemeine Zügellosigkeit einlassen,
wenn wir die fundamentalen Wahrheiten des Glaubens leugnen, dann
sind wir so weit.
Und wenn einem das Säkulum, das heißt der Zeitgeist, als welt-
fremden und blassen Kirchenmann abtut, weil man öffentlich für die
katholische Position zu Fragen wie Abtreibung, Euthanasie und
Homosexualität einsteht, dann sind wir schon mitten in der Wüste.
Und wenn man Abtreibung, Mord, Euthanasie und Homosexualität
Sünde wider die Natur nennt und dann dafür getadelt wird, dann sind
wir schon viel weiter; nämlich hinter der Wüste.
Ja wie ist es dann mit dem „denn nur ein Sprung ist’s vom Tiroler-
land“? Der „Sprung“ – von wo weg der Sprung und wohin der
Sprung“? – „Wer da den Weg nicht kennt, der bleibt vom Himmel
trennt . . .“ Wer da den Weg nicht kennen will, der bleibt vom Him-
mel trennt! Der Weg ist der Glaube: „Du sollst nur an einen Gott glau-
ben. Tiroler, wohin des Weges, wenn ihr nicht glaubt? Für „Kaiser,
Gott und Vaterland“! Lasst den Kaiser weg, dann stimmt es: Für Gott
und Heimat, mit Herz und Hand. Der Glaube der Väter, der Glaube der
Mütter bringt uns auf den Weg.
Wo kommen wir hin ohne den Sonntag: „Du sollst den Feiertag hei-
ligen“. Speckbacher, Mayr, Sigmayr, Eisenstecken, Zingerle und ande-
re gehören zu Andreas Hofer. Zu Speckbacher, dem strategischen Kopf
des Tiroler Abwehrkrieges hat Hofer nicht nur einmal gesagt: „Speck-
bacher, du warsch schon recht, ober a bissel mehr Kirchengehen
muasch du mir schon, sonst isch der Segen Gottes weg!“ Das ist, ja
davon sagt der Film nichts; die betenden Hände Hofers zeigt er nicht.
Und liebe Tiroler Landsleute: Vahrn, das heute dieses Fest ausrichtet,
hat am 6. Dezember 1809 die grauenvolle Brandnacht durchlitten und Maria Weißenstein - der kurz vor dem ersten Weltkrieg entstandene Wall-
hat am Gallhof den von den Franzosen erschossenen Bauersleuten fahrtsweg wurde mit Hilfe des SSB mustergültig restauriert.
Georg und Margareth Kinigadner ein Marterl gesetzt: Beim Öffnen der
Haustür ist er erschossen worden, auf dem Feld sie. Beide standen im In Innern der Basilika befinden sich das Gnadenbild der Schmerz-
Alter von 19 Jahren. Kurz vorher hatten sie in Trens geheiratet. Weil haften Muttergottes mit dem toten Sohn auf ihrem Schoß sowie die
grad die Rede vom Heiraten ist, müsst ihr meinen Aufruf schon ertra- Ursprungskapelle, die von Leonhard, einem Einsiedler erbaut wurde.
gen: „A bissel mehr zomm und beinond bleibn müsst ihr mir schon“. Hunderte von Votivtafeln in den Gängen des Klosters zeugen von der
Bis dass der Tod euch scheidet. Ein blühendes Land Tirol, die bren- tiefen Volksfrömmigkeit der vielen Pilger, die jährlich nach Maria
nende Liab im Fenster, und drinnen Streit und Bruch!? Weißenstein kommen. Zu den berühmtesten gehörten Papst Johannes
Ich komme zum Schluss und trage euch auf: Schafft an euren Türen Paul I (Papst Luciani), er verbrachte hier als Kardinal seine Sommer-
mehr Transzendenz, das heißt Ausblicke, Durchblicke, Aufblicke. ferien, und Papst Johannes Paul II, der am 17. Juli 1988 den Wall-
Wenn jenseits des Baches dasselbe ist, wenn die Kammertür nur wie- fahrtsort besuchte.
8 Nummer 4 - August 2003

Die Rolle der Frau Es galt, nicht nur für das Vaterland zu kämpfen, sondern das eige-
nen Gut und Leben, die Existenz der Familien und der Dorfgemein-
im Tiroler Freiheitskampf schaft zu schützen und dafür war offenbar kein Opfer zu hoch. Neben
dem Kampf mit Steingeschossen, Heugabeln und Sensen täuschten die
Frauen mit Hilfe einer Mohnstampfe und gezündeten Böllern ein
In den tausenden Seiten, die über die Kriegsjahre zwischen 1797 Geschütz vor, was unter den Angreifern zumindest Verwirrung stifte-
und 1809 geschrieben wurden, wird von männlichem Heldentum teils te. Durch das mutige Eingreifen der Frauen wurden die Gemeinden
sachlich, teils weniger objektiv berichtet. Die Frauen- und Kinder- Latzfons und Villanders von Brandschatzungen und Plünderungen
schicksale, die hinter diesen Helden standen, scheinen offensichtlich verschont.
kaum berichtenswert, höchstens am äußersten Rande. Aber in der Regel war der aktive Anteil der Frauen am Volksauf-
Während die Söhne und Ehemänner in den Kampf zogen, hatten stand der, dass sie – soweit sich das Geschehen nahe des eigenen Dor-
die Frauen allein die Wirtschaft zu führen. Mussten nicht selten Ein- fes abspielte – Verwundete versorgten und Verpflegungsdienste leiste-
quartierungen und Plünderungen überstehen. Was es ganz konkret für ten, was vor allem junge Mädchen nicht selten unmittelbar zu den
die Frau eines Kleinbauern bedeutet haben muss, wenn sich an einem Kampflinien führte und beträchtlichen Mut erforderte.
Tag 60 Landstürmer einlagerten, die sie zu verpflegen hatte, ist für uns Es gab auch Frauen, die aufgrund ihres gesellschaftlichen Standes
heute wohl nur schwer nachvollziehbar, zumal damals die Vorrats- und ihrer Persönlichkeit einen gewissen Einfluss besaßen, wie Marian-
kammern leer waren und Äcker und Wiesen längs der Wege keinen ne von Giovanelli und die Gräfin Trauttmansdorff. Marianne von Gio-
Ertrag lieferten, weil die Ernte eh schon gestohlen oder verwüstet war. vanelli legte u. a. auch für Peter Mayr Fürbitte ein. Man klügelte für
Hunderte verloren ihre Männer, Väter oder Söhne. Das Fertigwer- den bereits Verurteilten einen Ausweg aus der verfahrenen Situation
den mit Not und Elend, das ohnmächtige Dulden, das war das Los der aus. Doch der Wirt an der Mahr, mit Gewissenspflicht und Wahrheits-
Frauen. treue, lehnte den Vorschlag ab, sosehr ihn auch seine Gattin darum
bat, ihn anzunehmen.
Auch nach dem 1. Weltkrieg sind vor allem in Südtirol die Frauen
aus der Geschichte des Kampfes gegen die faschistische Unter-
drückung nicht wegzudenken. Ihr opfermütiger Widerstand ist ein
Ruhmesblatt in der Geschichte Tirols. Dem Einsatz hunderter Südtiro-
ler Frauen und Mädchen ist es in erster Linie zu verdanken, dass Spra-
che und Kultur über die schlimmsten Zeiten der Verfolgung und
Unterdrückung hinweg gerettet werden konnten. Besonders erwäh-
nenswert sind hier die Lehrerinnen der deutschen Geheimschulen, die
trotz Verfolgung Tiroler Kultur und Muttersprache in den sogenann-
ten Katakombenschulen weitergaben.
Die Geschichte Tirols ist reich an männlichen „Helden“. Frauen
waren aber ebenfalls Kriegsteilnehmer, Kampfgefährten – ohne Orden,
ohne Dekorierungen. Sie waren auch nach der Zerstörung da, stellten
ihren „Mann“, packten zu, bauten auf.
LAbg. Anneliese Junker

Freiwilliger Dienst an der Heimat


Frauen stellten in der Geschichte Tirols immer ihren „Mann“.
Viel zu oft wird das vergessen. Freiwillige Arbeitseinsätze auf Bergbauernhöfen in Südtirol erfreu-
en sich zunehmender Beliebtheit. Die Anzahl der unentgeltlich geleis-
Auch Anna Hofer, geb. Ladurner, hatte dieses Schicksal zu tragen. teten Arbeitstage steigt von Jahr zu Jahr an und dies mit Zuwachsra-
Während sie in den ruhmreichen Wochen Ander’s, als er am Bergisel ten von 30 und mehr Prozent. Den Bergbauern kann auf diese Weise
siegte und in der Innsbrucker Hofburg regierte, nie an seiner Seite ste- fest unter die Arme gegriffen werden, aber die Hilfe ist keine einseiti-
hen durfte, erlitt sie mit ihm die schmachvolle Zeit der Verfolgung, der ge. Zunehmend mehr Menschen aus der Stadt finden in einem Einsatz
Flucht, des Versteckens, der Gefangennahme. Damit wurde sie zur am Berg eine Möglichkeit, dem Alltagsstress zu entfliehen und Neues,
Symbolgestalt für das Schicksal der Tiroler Frauen im „Heldenjahr“. bisher Ungekanntes für sich zu entdecken. Zudem bietet der freiwilli-
Aber nicht nur zu Hause wurden die Frauen hart gefordert, es gab ge Arbeitseinsatz auf den Höfen unserer Bergbauern für so manchen
auch jene, die direkt an der Front waren und kämpften. Das bekann- die Möglichkeit, erneut die Verbundenheit mit unserer schönen Heimat
teste Beispiel dafür ist wohl Katharina Lanz, das Mädchen von Spin- tatkräftig unter Beweis zu stellen.
ges, das im Abwehrkampf gegen die ins Land eingedrungenen Fran- Die Einsatzmöglichkeiten sind breit gefächert und die Einsatzorte
zosen 1797 zwar gewiss keine kriegsentscheidende Rolle spielte, über ganz Südtirol verstreut. Vor allem in der Zeit der Ernte im ange-
immerhin jedoch aber mit ihrer Einsatzbereitschaft und ihrem Mut den henden Spätsommer werden noch freiwillige Helfer dringend benötigt,
um sie herum kämpfenden Männern und allen, die später davon hör- aber auch während des restlichen Jahres sind helfende Hände immer
ten, ein Beispiel gab. Kein Wunder, dass dieses einfache Tiroler willkommen: für die Erntearbeiten auf Feld und Wiese, im Stall, im
Mädchen, eine Bauernmagd aus dem ladinischen Enneberg, zu einem Wald, auf den Almen, im Haushalt sowie bei älteren oder behinderten
Vorbild für Tiroler Freiheitswillen und Verteidigungsbereitschaft wur- Menschen.
de. Geholfen wird ausschließlich bedürftigen Bauernfamilien, wobei
Nur einen Tag, nachdem Katharina Lanz sich am blutigen Gefecht die Bedürftigkeit anhand genau festgelegter Kriterien bestimmt wird.
von Spinges beteiligte, standen in Villanders und Latzfons Mädchen Darüber hinaus erfährt jede Gesuch stellende Bauernfamilie eine indi-
und Frauen ihren Männern zur Seite, als ihre Dörfer bedroht wurden. viduelle Beurteilung, bei der die familiäre Situation - z.B. Krankheits-
Dabei dürfte es aber sicher auch eine Rolle gespielt haben, dass den und Pflegefälle, Behinderte am Hof, Alleinstehende, Witwen/r als
Franzosen seit ihrem brutalen Wüten in Welschtirol der Ruf schreckli- Betriebsleiter u. a. - in die Bewertung mit einbezogen werden. Die
cher Grausamkeit und Gottlosigkeit vorauseilte. Bauernfamilie bietet dem Freiwilligen Unterkunft und Verpflegung,
Nummer 4 - August 2003 9

und Deutschlands in jenem Gebiet, in die Zeit des Boxer-Aufstandes –


einer fremdenfeindlichen Bewegung, in deren Verlauf auch die Mis-
sionare, da sie eben ja auch Fremde waren, China verlassen mussten.
Freinademetz blieb, unerschütterlich im Glauben und felsenfest davon
überzeugt, den Menschen die frohe Botschaft, besonders auch in
schweren Tagen, verkünden zu müssen. Seine Tugenden, so sagte es
der Bischof der Diözese Bozen-Brixen kürzlich, „haben einen hero-
ischen Grad“. Beharrend auf Unterweisung in Glauben und Gebet starb
Freinademetz – Fu Shenfu, wie er von seinen Schäfchen nun genannt
wurde - im Alter von 56 Jahren 1908 an Typhus.

Helfen wo Hilfe dringend notwendig ist. Auch dies kann ein konkreter Dienst
an der Heimat sein.

eine Unfall- und Haftpflichtversicherung wird vom VFA abgeschlos-


sen.
Als entscheidendes Kriterium für die Auswahl der freiwilligen Hel-
fer gilt die Überzeugung, mit der sie an die Sache herangehen. Vor-
kenntnisse in der Landwirtschaft sind zwar sehr willkommen, gelten
aber keineswegs als Voraussetzung für die Teilnahme an einem frei-
willigen Arbeitseinsatz. Grundsätzlich sollten die freiwilligen Helfer
das 18. Lebensjahr vollendet haben, mit Einverständnis der Eltern
können auch Minderjährige eingesetzt werden. Bei der Auswahl des
Einsatzortes wird den Wünschen und eventuell besonderen Umstän-
den der Helferinnen und Helfer weitestmöglich Rechnung getragen.
Interessierte melden sich unter:
Verein Freiwillige Arbeitseinsätze
Telefon: +39 0471 999 309
Fax: +39 0471 999 303 oder in der Bundeskanzlei des SSB

Heilige sind die schönsten Früchte! Pater Joseph 0Freinademetz (1852-1908)

OIES, ROM - Am 5. Oktober ist es soweit. Ein Tiroler wird heilig 1975 wurde Pater Joseph Freinademetz von Papst Paul VI selig
gesprochen. Es ist der selige Joseph Freinademetz, gebürtig aus Oies gesprochen, der ihn als Vorbild und Fürsprecher all jener bezeichnete,
im Gadertal. Seine Erhebung zur Ehre der Altäre ist auch für uns die in fernen Ländern unter vielen Gefahren den Glauben verkünden.
Schützen, wie für alle gläubigen Tiroler, eine große Freude. Geboren Mit der Heiligsprechung, die unseren Tiroler Landsmann nun, im welt-
wurde Joseph 1852 in einem kleinen Weiler im Gadertal auf 1.500 lichen Jargon ausgedrückt, internationalisiert, während Seligen aus-
Metern Meereshöhe als viertes Kind, ihm folgten noch 9 jüngere schließlich eine lokale Verehrung vorbehalten ist, würdigt der Papst
Geschwister. Armut und harte Arbeit, vor allem aber auch der Glaube sein Wirken nochmals ausdrücklich. Er und das Konsistorium – die
und die Kirche prägten sein junges Leben. Das Studium in Brixen, Versammlung der Kurienkardinäle mit dem Papst - geben so auch dem
durch das er sich, um überhaupt überleben zu können, als Koststudent Ansuchen der Steyler Missionare statt, nachdem ein für solch einen
durchschlug, meisterte er mit Bravour. Im Jahre 1872 entschloss er Akt notwendiges Wunder nach der Seligsprechung in China als echt
sich, ins Priesterseminar einzutreten, drei Jahre später wurde er anerkannt wurde. Zugleich mit Freinademetz wird auch der Missionar
schließlich vom Fürstbischof Vinzenz Gasser zum Priester geweiht. Daniel Comboni heilig gesprochen. Dieser wurde 1831 in Limone am
Bekannt wurde er in den darauffolgenden Jahren vor allem durch sei- Gardasee, welches damals noch zum Kaiserreich Österreich Ungarn
ne Predigten. Wenigstens an die 90 solcher Predigten sind bis heute gehörte und unweit der Tiroler Grenze liegt, geboren. Er gilt als Grün-
noch erhalten; dass sie inhaltlich wohl nach wie vor aktuell sind, der der Comboni Missionare.
beweist folgender Auszug aus einer Predigt, die er im Oktober 1877 in
St. Martin gehalten hat, am besten: „Unser Tirol, vor einigen Jahren Lt. Elmar Thaler
noch bewundert von der ganzen Welt, ist zwar von hohen Bergen
umgeben; aber diese sind noch zu nieder für den Teufel und seine Hel- Pilgerfahrt zur Heiligsprechung
fershelfer. Leider werden auch in unserem Tirol, auch in unseren Dör-
fern, von Fremden, von Soldaten usw. Sitten eingeführt, die nicht gut Der SSB veranstaltet zur Heiligsprechung des Seligen Pater Joseph
tun für die Familien und die Christen überhaupt.“ 1879 verließ der Freinademetz vom 3. bis 6. Oktober 2003 eine Pilgerfahrt nach Rom -
tüchtige Priester sein geliebtes Land, um zuerst nach Holland, nach hier nachstehend das Programm:
Steyl, und dann ins ferne China zu gehen, um dort Missionar zu wer- Freitag, 3. Oktober: Abfahrt in Bozen um 22.00 Uhr.
den, wie es, geprägt durch seine Professoren, sein langersehnter Samstag, 4. Oktober 2003: Ankunft am frühen Morgen. Fahrt ins Hotel
Wunsch war. Dort wirkte er 29 Jahre lang segensreich, baute eine und gemeinsames Frühstück. Anschließend Fahrt nach „San Paolo
große katholische Gemeinde auf und setzte sich ohne Rücksicht auf fuori le mura“. Um 9.00 Uhr feierlicher Gottesdienst aller Pilger Tirols
die eigene Gesundheit, ja sehr oft unter Lebensgefahr, für den Aufbau mit Bischof Wilhelm Egger; anschließend Erklärungen zur Basilika
des chinesischen Klerus ein. Man bedenke, sein Wirken für den Glau- und zum Kreuzgang. Danach Fahrt zu den Kalixtus Katakomben und
ben im fernen Osten fällt in die Kolonialzeit Frankreichs, Englands kurze Besichtigung der Stadt.
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Gemeinsames Mittagessen. Am Nachmittag Fahrt zum Petersplatz und


Besichtigung des Vatikan. Um 17.00 Uhr Vigilfeier in der Audienzhal-
le Pauls VI. Gemeinsames Abendessen, Übernachtung und Frühstück.
Sonntag, 5. Oktober 2003: Nach dem Frühstück Fahrt zum Petersplatz
zur Feier der Heiligsprechung. Gemeinsames Mittagessen in einem
Restaurant in Rom. Am Nachmittag halbtägige Stadtrundfahrt mit
Besichtigung. Gemeinsames Abendessen, Übernachtung und Früh-
stück im Hotel.
Montag, 6. Oktober 2003: Fahrt zum Dankgottesdienst aller Pilger
Tirols mit Bischof Wilhelm Egger, anschließend Papstaudienz auf dem
Petersplatz. Gemeinsames Mittagessen, danach Rückfahrt nach Bozen.
Preis pro Person: 275,- Euro (Einzelzimmerzuschlag: 50,- Euro)
Nähere Einzelheiten und Anmeldungen in der Bundeskanzlei des Süd-
tiroler Schützenbundes.

Einladung des Schützenbezirkes Brixen


zur Pilgerfahrt nach Rom
BRIXEN - Der Schützenbezirk Brixen hat zusätzlich zum Südtiro-
Die Teilnehmer der Bildungsveranstaltung des Südtiroler Schützenbundes ver-
ler Schützenbund ein eigenes, noch umfangreicheres Programm zur folgten interessiert die Ausführungen der namhaften Referenten.
Pilgerfahrt nach Rom erstellt.
Abfahrt am Freitag, dem 3. Oktober 2003 in der Früh. Gegen Mit- er in seiner Zeit als aktiver Politiker im italienischen Parlament immer
tag Gedenken an die Gefallenen des 2. Weltkrieges im deutschen Sol- wieder aus allen politischen Parteien mit Ausnahme der Neofaschisti-
datenfriedhof am Futapass. Samstag, Sonntag und Montag das übli- schen, der Monarchisten und der Liberalen Freunde gefunden hätte,
che Programm mit den weiteren Schützenkameraden und den Tiroler die ihm in seiner Sorge um Südtirol wesentlich weitergeholfen hätten,
Pilgern. hieße es auch heute wachsam zu bleiben und er rief zu größter Vor-
Unterkunft im Kloster „Fraterna Domus“, Via Sacofanese 25, Rom. sicht auf, wenn die Konstruktion zum Schutze unserer Volksgruppe
Fahrtpreis 300,- EUR, inbegriffen Busfahrt, Halbpension, vier Mitta- abgeändert wird.
gessen, Besichtigungen mit Führung sowie eine Erinnerungsmedaille Schluss- und zugleich auch Höhepunkt des Tages waren die Aus-
und Foto. führungen vom scheidenden Landesrat für Kultur Dr. Bruno Hosp.
Anmeldungen erbeten an Bez.-Mjr. Sepp Kaser Hart ging er mit den Vereinen „Convivia“ und „Il Ponte“ ins Gericht,
unter Tel. 0472 – 869007 innerhalb 15. August 2003 deren Forderungen und Ideen ließen an Absurdität nichts zu wün-
schen übrig. Auch die Tatsache, dass es die italienische Sprachgruppe
in 13 Schuljahren mit intensivem Deutschunterricht nicht schafft, sich
Kultur, Schule und Bildung hierbei grundlegende Kenntnisse anzueignen, sei sehr bedenklich. Den
in Südtirol jüngsten Beschluss der Landesregierung, in der ersten Klasse Volks-
schule den Zweitsprachenunterricht einzuführen, wertete er für die
von der faschistischen Unterdrückung zur Auto- italienische Sprachgruppe als Möglichkeit, für die deutsche hingegen
nomie – Lehren und Perspektiven für die Zukunft sei bereits die deutsche Hochsprache eine Fremdsprache. In der
Schweiz, die uns ja in gewissen Belangen ein Vorbild oder zumindest
BRIXEN – Relativ gut besucht war die vom SSB abgehaltene
Orientierung sein könnte, überlege man sich jetzt ab der 3. Klasse den
Tagung zu obigen Thema am Samstag, dem 31. Mai 2003, in der
Zweitsprachenunterricht einzuführen, bisher wurden dort die Schüler
„Nikolaus-Cusanus“-Akademie in Brixen. Vor allem auch junge Leute
ab der 5. Klasse in den jeweils anderen Landessprachen unterrichtet.
hatten sich eingefunden um die Referate namhafter Historiker, Politi-
Recht rege fiel im Anschluss an die Referate auch die Diskussion zu
ker und Persönlichkeiten aus dem Schulleben zu verfolgen. So standen
den einzelnen Themen aus. So forderte Frau Direktor Ambach endlich
gleich zu Beginn die Ausführungen von Univ.-Prof. Dr. Rudolf Lill
die Einrichtung eines eigenen Lehrstuhls für Germanistik an der
zum Thema „Faschismus und seine nachhaltige Politik in Südtirol“ auf
Lehrerbildungsakademie, Direktor Seberich warf den Schützen vor,
dem Programm. „Der Faschismus hatte in Italien insgesamt und in
eigentlich nur gegen Italienisch zu sein, würde Englisch ab der ersten
Südtirol so nachhaltig gewirkt, dass er indirekt oder partiell weiter-
Klasse unterrichtet, hätte niemand etwas dagegen. Dem widersprach
wirken konnte. Zentrale Resultate seiner Politik bestehen bis heute“ so
ein Großteil der Anwesenden, allen voran Landesrat Hosp, aufs hef-
Lill in seinem vielbeachteten Referat. „Das ruhige Beharren auf den
tigste.
eigenen Positionen ist die beste Antwort auf die Residuen des Faschis-
Alles in allem eine doch sehr aufschluss- und abwechslungsreiche
mus“" schloss Lill. Prof. Dr. Maria Villgrater zeichnete gleich an-
Tagung, zu der, trotz frühsommerlicher Temperaturen und herrlichem
schließend den Werdegang des Verbotes der deutschen Schule und
Freizeitwetter, viele Teilnehmer aus dem ganzen Land gekommen
ihren Rückzug in die Katakomben nach, während HR Dr. Victoria
waren.
Stadlmayr, ehemalige Grand Dame in der österreichischen Südtirol-
Politik Südtirols langen Weg zur Autonomie den Zuhörern näher-
brachte.
Am Nachmittag hielt Dr. Rainer Seberich, ehemaliger Schuldirektor
und Autor des Buches „Südtiroler Schulgeschichte“, sein Referat „Mut-
Ankündigung: 6. Juni 2004
tersprachlicher Unterricht unter fremdem Gesetz – Neubeginn nach
1945“. Seberich steht übrigens, so stellte es sich in der anschließenden
Diskussion heraus, der Einführung des Italienischunterrichts ab der
Alpenregionstreffen
1. Klasse sehr positiv gegenüber.
Über seine Erfahrungen mit der italienischen Innenpolitik berichte-
in Trient
te ebenfalls am Nachmittag Senator a. D. Dr. Karl Mitterdorfer. Obwohl
Nummer 4 - August 2003 11

Zum Thema: Italienisch ab der ersten Klasse?


Italienisch- Das Thema schlechthin im heurigen Frühsommer in den Südtiroler
Medien war die Einführung eines bzw. zweier Stunden Italienisch ab
unterricht in den der ersten Klasse Volksschule.
deutschen Grund- Ein sehr heikles Thema, es scheint Aufklärung notwendig, ver-
wechseln doch so viele Südtiroler Eltern anscheinend Wunschdenken
schulen mit Realität. Die TSZ haben diesbezüglich sehr viele Zuschriften
erreicht, wir gehen deshalb auch in dieser Ausgabe ausführlich darauf
Kürzlich wurde von der Landesre- ein. MMag Cristian Kollmann beleuchtet als Kenner des Problems aus
gierung beschlossen, den Italie- wissenschaftlicher Sicht in einer Abhandlung dieses Thema. Cristian
nischunterricht in der 1. Klasse der Kollmann, ist 1971 in Cles im Trentino geboren, er studierte Roma-
deutschen Grundschulen einzu- nistik, Sprachwissenschaft, Germanistik und Anglistik (MMag.). Seit
führen. Mitte 2000 ist er im Südtiroler Landesarchiv als Sprachwissenschaft-
Wir Schützen sind der Meinung, ler mit Schwerpunkt Toponomastik und Dialektologie tätig.
dass fünf- bzw. sechsjährige Kinder in erster Linie Kinder bleiben Die Entscheidung der Landesregierung, an deutschsprachigen
sollten und sich zuerst einmal Grundkenntnisse in der eigenen Mut- Volksschulen schon ab der ersten Klasse mit dem Italienischunterricht
tersprache aneignen müssen, bevor man sie mit der Zweitsprache zu beginnen, scheint - zumindest laut Leserbriefen in den Zeitungen -
belastet. Weiters befürchten wir, dass durch eine Auflockerung des tatsächlich immer mehr Gegner als Befürworter zu finden. Die offizi-
Art. 19 im Autonomiestatut in anderen Bereichen auch ein Nachge- elle Begründung der Landesregierung für diesen Entschluss ist
ben stattfinden wird. Unsere Meinung teilen sehr viele Katakomben- bekannt: Einerseits will man den offenbar immer rasanter abnehmen-
lehrerinnen, die durch diese neue Regelung begründeter Weise eine den Italienischkenntnissen der deutschsprachigen Südtiroler vor allem
Öffnung zur gemischtsprachigen Schule und zum gemischtsprachi- „in der Peripherie“ entgegenwirken, gleichzeitig will man aber auch
gen Kindergarten befürchten. den Deutschunterricht generell verbessern.
Hat man sich überhaupt einmal gefragt, wieso einige autonomie-
feindliche Organisationen und Vereine, wie zum Beispiel der Verein
der gemischtsprachigen Eltern „Convivia“ oder „die Brücke - il Pon-
te“ jetzt gemischtsprachige Kindergärten und Schulen verlangen und
Staatsanwalt Rispoli Schüler aufruft, durch Streiks die zweisprachi-
ge Schulen zu fordern? Scheinbar begreift man noch immer nicht
den Hintergedanken dieser Organisationen, die unsere Muttersprache
zerstören wollen, denn ist einmal die Muttersprache zerstört, ist der
Assimilierungsprozess einer volklichen Minderheit bereits eingelei-
tet.
Gerade für viele Kinder unserer Berg- und Talgemeinden ist der Dia-
lekt die Muttersprache, die deutsche Hochsprache die erste Fremd-
sprache: Wortschatz, Satzbau, mündlicher wie schriftlicher korrekter
Gebrauch müssen erst aufgebaut und angelernt werden. Mit der Ein-
führung des Italienischunterrichtes kommt somit eine zweite Fremd-
sprache hinzu, mit der unsere ABC-Schützen im ersten Schuljahr
konfrontiert werden. Und übrigens: Wenn dem wirklich so wäre, dass Für viele Kinder unserer Berg- und Talgemeinden ist der Dialekt die Mutter-
die Italienischkenntnisse unserer Jugendlichen mangelhaft sind, und sprache, und die deutsche Hochsprache beim Einschulen bereits die erste
man in 10 bis 12 Schuljahren anscheinend nicht ausreichende Itali- Fremdsprache. Italienisch ist somit eine zusätzliche Fremdsprache, nun soll
sie bereits ab der ersten Klasse Grundschule „spielerisch“ gelehrt werden.
enischkenntnisse zu vermitteln vermag, dann wird dieser sogenann-
te "spielerische" Umgang mit der italienischen Sprache im ersten
Schuljahr dieses Problem ganz bestimmt nicht aus der Welt schaffen, Es stimmt: Unter den deutschsprachigen Südtirolern steht es
dies festzustellen, braucht man kein Sprachpädagoge zu sein! Die sowohl mit den Italienischkenntnissen in der berühmt-berüchtigten
Wochenstundenzahl wird erhöht, um ein bisschen Italienisch zu „Peripherie“ als auch mit den Kenntnissen der deutschen Standard-
plaudern. Wenn in absehbarer Zeit die Schulreform umgesetzt wird, sprache generell nicht immer zum Besten. Dies hat folgende Gründe:
werden es Fünfjährige sein, die man diesem sprachlichen Verwirr- Die primäre Muttersprache der deutschsprachigen Südtiroler ist der
spiel aussetzt. Den Eltern glaubhaft zu machen, ihre Kinder zögen bairisch-tirolerische Dialekt mit all seinen lokalen Varianten. Die deut-
einen Nutzen aus der ganzen Sache, ist pure Augenauswischerei, die sche Standardsprache ist höchstens die sekundäre Muttersprache, also
wahren Gründe dieses politischen Schachzugs liegen offensichtlich die Sprache, welche die Kinder schon ab den ersten Lebensjahren im
auf der Hand. Es wäre sinnvoller, wenn sich die Schulverantwortli- Radio und im Fernsehen hören und die sie in der Schule sprechen,
chen bemühen würden, nach echten Lösungen für die mangelnde lesen und schreiben lernen. Das Italienische kommt erst an dritter Stel-
Sprachkompetenz der Südtiroler – vor allem was die deutsche Hoch- le, also nach dem bairisch-tirolerischen Dialekt und nach der deut-
sprache betrifft, zu suchen. schen Standardsprache. Trotzdem nimmt das Italienische als offizielle
Staatssprache und zweite Landessprache eine bestimmte dominante
Euer Paul Bacher Rolle ein, die in unserem Fall auf Kosten des Deutschen geht.
Landeskommandant SSB Was wird passieren, wenn nun eine Stunde „spielerisch Italienisch“
ab der ersten Klasse Volksschule unterrichtet wird? Zunächst muss
daran erinnert werden, dass die Verteilung der Sprachgruppen in Süd-
tirol keineswegs überall gleichmäßig ist. Aus synchroner Sicht muss
unterschieden werden zwischen gemischtsprachigen Gebieten, also
Gebieten, in denen der Italieneranteil beträchtlich ins Gewicht fällt,
12 Nummer 4 - August 2003

und einsprachigen Gebieten, also Gebieten, in denen weitestgehend weitestgehend perfekte Zweisprachigkeit realisierbar, einfach deswe-
Deutsch gesprochen wird. gen, weil die familiären Voraussetzungen für ein alltägliches aktives
In den gemischtsprachigen Gebieten, also dort, wo das Italienische Sprachenlernen auch außerhalb der Schule, sprich in der eigenen
ohnehin schon relativ dominant ist (Bozen, Meran, Teile des Unterlan- Familie, gegeben sind.
des), ist die Vorverlegung des Italienischunterrichts in die erste Klasse Kommen wir auf die primäre Muttersprache, den Dialekt zurück.
überflüssig und wirkt sich nur nachteilig auf das Deutsche aus: Der bairisch-tirolerische Dialekt sollte an deutschsprachigen Schulen
Sowohl der bairisch-tirolerische Dialekt als auch die deutsche Stan- eigentlich auch gepflegt und geschützt werden, gerade in Zeiten der
dardsprache werden zusätzlich geschwächt, und die deutschsprachi- Mobilität und der zunehmenden Anpassung des Dialekts an die Stan-
gen Kinder werden im Umgang mit ihrer Muttersprache zusätzlich ver- dardsprache, vom Einfluss des Italienischen ganz zu schweigen. War-
unsichert. Seien wir ehrlich: Welches Deutsch hat die meisten Interfe- um wird an den deutschsprachigen Schulen nicht der Dialekt verstärkt
renzen aus dem Italienischen? Genau jenes Deutsch aus den gemischt- in den Heimatkundeunterricht eingebaut und systematisch kontrastiv
sprachigen Gebieten. Der Einfluss des Italienischen auf das Deutsche zur deutschen Standardsprache veranschaulicht? Den Schülern könn-
zeigt sich hier insbesondere im Satzbau, in der Intonation, also in der te dadurch das Gefühl vermittelt werden, dass auch der Dialekt seine
Satzmelodie, und in der Wortwahl, d. h. durch die direkte Übernahme Geschichte, seine eigene Grammatik und demnach seine Existenzbe-
italienischer Begriffe und durch Eins-zu-Eins-Übersetzungen von ita- rechtigung hat und aus der Schule nicht gänzlich zu verbannen ist.
lienischen Begriffen ins Deutsche. Mit diesem Einfluss einher geht Den Schülern sollte erklärt werden, warum im Dialekt so vieles anders
auch eine verzerrte muttersprachliche Wahrnehmung: Was ist schon ist, warum es im Dialekt manchmal so und in der Standardsprache
Muttersprache? Zudem schnappen viele Deutsch-Südtiroler, die von anders lautet. All dies würde zu einem natürlicheren Zugang zur deut-
auswärts kommen und über Jahre in Städten wie Bozen und Meran die schen Standardsprache beitragen, eine leichtere Akzeptanz der Stan-
Berufsschule oder Oberschule besuchen, dieses manchmal durch viele dardsprache bei gleichzeitiger Aufwertung des Dialekts ermöglichen
Italianismen geprägte Deutsch auf und tragen es oft – freilich unbe- und das Bewusstsein über den Unterschied zwischen primärer Mutter-
merkt – mit nach Hause in vorwiegend rein deutschsprachige Gebiete, sprache (Dialekt) und sekundärer Muttersprache (Standardsprache)
also in die sogenannte „Peripherie“. Umgekehrt ist der Einfluss des fördern. Andere Länder wie die Deutsch-Schweiz haben mit dieser
Deutschen auf das Italienische in deutsch-italienischen Kontaktgebie- Methode Erfolg: In der ersten Klasse Volksschule steht dort das Ale-
ten äußerst gering bis gar nicht vorhanden. Außerdem sprechen die mannische sogar im Vordergrund. Das systematische Erlernen der
Italiener Südtirols – bis auf die trientnerisch-stämmigen Italiener im deutschen Standardsprache folgt in der zweiten Klasse. Der Unterricht
Unterland – keinen italienischen Dialekt, sondern reinstes und sehr einer zweiten Landessprache ist erst viel später vorgesehen. Trotzdem
gutes Standarditalienisch, zumal sie dieses als ihre primäre Mutter- und vielleicht gerade deswegen beherrschen die Deutsch-Schweizer
sprache von klein auf gelernt haben. die sekundäre Muttersprache (das Standarddeutsche) sehr gut, spre-
In vorwiegend einsprachigen Gebieten dagegen, wo das Italienische chen mindestens eine zweite Landessprache und sind ihrer primären
– zumindest im Kindesalter – von sich aus nicht so präsent ist, wird Muttersprache (dem Alemannischen) treu geblieben.
eine Stunde „spielerisches Italienisch“ wenn nicht schaden, dann wohl
Cristian Kollmann
kaum nutzen: Auf der einen Seite lernen die Schüler sprechen, lesen
und schreiben in der deutschen Standardsprache, auf der anderen Sei-
te dürfen sie „spielerisch“ italienischen Begriffen lauschen und lernen Ehrensalve –
diese nachzusprechen. Ist eine Stunde „spielerisches Italienisch“ wirk-
lich der Garant für ein besseres Italienisch für die folgenden Schul- Toleranz und christliche Reife
jahre? Hat ein Kind nicht das Bedürfnis, wenn es in der einen Sprache
GRIES – Gewehre und Ehrensalve bei kirchlichen Feiern waren im
lesen, schreiben und flektieren lernt, dies wenn schon auch in der
Bozner Stadtteil Gries im Vorjahr Anlass einer Unterschriftenaktion.
anderen Sprache zu tun, anstatt mit ihr zu spielen? Stiftet eine Stun-
Eine Initiativgruppe wollte sie, wie in einigen anderen Ortschaften
de „spielerisches Italienisch“ im Gegensatz zum seriöseren Deutschun-
Tirols auch, aus den kirchlichen Feiern weghaben. Nun hat der Grie-
terricht nicht zusätzliche Verwirrung im schulischen Spracherwerb? Ist
ser Seelsorger im Pfarrblatt folgende Stellungnahme veröffentlicht, die
es wirklich wichtig, dass alle Südtiroler Kinder, unabhängig davon, wo
wir hier abdrucken, sie soll zum Nachdenken anregen.
sie wohnen und welchen familiären Hintergrund sie haben, im selben
„Die erste Ehrensalve der Schützen zu Fronleichnam vergangenen
Maß sattelfest im Italienischen sind? Die praktische Erfahrung zeigt,
Jahres hat in unserer Gemeinde viel Staub aufgewirbelt. Was den
dass erwachsene deutschsprachige Südtiroler von sich aus ihre Italie-
einen Freude bedeutete, hat bei den anderen heftigen Unmut geweckt.
nischkenntnisse verbessern und verfeinern, wenn es die berufliche
Situation erfordert. Dasselbe gilt übrigens auch für andere Fremdspra-
chen.
Von den Befürwortern des Italienischunterrichts ab der ersten Klas-
se Volksschule wird oft die Tatsache verkannt, dass Südtirol nicht
flächendeckend ein gemischtsprachiges Land ist und dass es in Südti-
rol nicht nur Mischehen gibt. Südtirol ist in erster Linie ein Land mit
mehrheitlich deutscher Bevölkerung. Aus diesem Grund sind Italie-
nischkenntnisse nicht für alle und überall auf dem selben Niveau not-
wendig. Das Italienische als zweite Sprache der Südtiroler zu bezeich-
nen, ist ein rein politischer Akt, wissenschaftlich ist er nicht begrün-
det. Italienisch ist für viele Südtiroler, deren Eltern beide deutschspra-
chig sind, eine Fremdsprache, auch wenn es offiziell Staats- und zwei-
te Landessprache ist. Genauso ist für die Italiener Südtirols Deutsch
eine Fremdsprache. Dass das Unterscheidungsmerkmal zwischen
Deutsch und Italienisch weniger jenes der ersten und der zweiten
Sprache, sondern vielmehr jenes der Muttersprache und Fremdsprache
ist, ist also eine völlig natürliche Tatsache. Eine Ausnahme bilden frei- Die Ehrensalve - immer wieder sorgt sie für Diskussionsstoff bei den Pfarrge-
lich die Kinder aus den Mischehen. Nur bei solchen Kindern ist eine meinderäten.
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Was die einen als Zeichen zur Ehre Gottes verstanden wissen wollten, ziel oder auf Postkartengrüßen. Ebenfalls parallel dazu laufen weitere
erinnerte die anderen an Krieg und Feindschaft. Für den Pfarrgemein- Initiativen, welche das im Entstehen begriffene Landesmuseum ergän-
derat war dies ein Anlass, über den Wert der Toleranz nachzudenken zen und bereichern. So verknüpft ein langfristiges Projekt zur Erfor-
und die Notwendigkeit zu unterstreichen, Gedanken, Erfahrungen und schung des Schlosses Tirol die Bauforschung mit der Archäologie, der
Gefühle der anderen zu verstehen, zu respektieren und zu achten, statt Mineralogie, der Petrographie sowie der Dendrochronologie und
zu verurteilen. Es war ein langes Gespräch und ein zähes Ringen, da möchte die bis heute im Dunkeln liegende Entstehungszeit der Burg
die Standpunkte auch im Gremium des PGR recht gegensätzlich und die Umstände der Erbauung klären.
waren. Schließlich hat man sich auf einen Vorschlag geeinigt, der den Eine willkommene Überraschung wird für die Besucher auch das
Schützen sowie der Initiatorin der Unterschriftensammlung schriftlich von Prof. Josef Riedmann verfasste "Tagebuch der Geschichte" sein,
unterbreitet wurde. welches jeder Besucher beim Lösen der Eintrittskarte bekommen wird.
Der Kompromiss sieht vor, dass die Ehrensalve nicht zum Evange- Eingebettet im europäischen Rahmen behandelt es die Geschichte
lium, sondern zum Segen, als Ende der Feier abgegeben wird und dass Tirols. Das Südtiroler Landesmuseum für Kultur- und Landesgeschich-
die Schützen einen anderen Standpunkt wählen, um die Lautstärke zu te Schloss Tirol ist heuer noch bis 30. November von 10 bis 17 Uhr
mildern. Toleranz ist ein Zeichen menschlicher und christlicher Reife. (außer Montag) durchgehend geöffnet.
Sie ist die Grundlage für ein friedvolles und gedeihliches Miteinander.
Ich hege die Zuversicht, dass unsere gläubige Gemeinschaft die geisti-
ge Weite und Offenheit hat oder findet, wo sich Einzelne und Gruppen
mit ihrem ehrlichen religiösen Bemühen bergen und einbringen kön- Ein Nachlese gegen das Vergessen
nen.“
BOZEN - Nachdem sich die Wogen über die letzte Schützenkund-
Dr. Robert Gamper gebung am Waltherplatz geglättet haben, lässt sich über diesbezügli-
che Äußerungen nachdenken: Wenn Giorgio Holzmann meint, unser
Das neue Landesmuseum Problem mit der faschistischen Toponomastik sei „falsch und künstlich
hervorgerufen“, so meinen wir, dass dies nicht für unsere Forderung
auf Schloss Tirol ist eröffnet! der Richtigstellung zutrifft, sondern für die faschistisch-koloniale
Namensverhunzung selbst. Und wenn Donato Seppi schreibt, es ist
DORF TIROL – Umfangreich sind die Neuigkeiten im Landesmuse- absurd zu sagen, dass alles, was italienisch ist, auch faschistisch sei,
um auf Schloss Tirol. In teils wieder erschlossenen, teils behutsam so muss er hinnehmen, dass von dem vielen, was in den 20er Jahren
restaurierten Räumen wird dem Besucher ein vollkommen neues und in Südtirol gemacht wurde, das meiste der Entnationalisierung, Assi-
vielseitiges Programm geboten, welches ihn mit der Kultur- und Lan- milierung und Dezimierung der Minderheiten galt, gleich wie dies für
desgeschichte vertraut machen soll. So findet der Besucher in den ver- die, die wie er noch daran festhalten, weiterhin gilt. Es trifft also
schiedenen Trakten von archäologischen Funden, welche aus der Bau- durchaus zu, dass der Faschismus durch diejenigen weiterlebt, die sich
geschichte der Burg stammen, über Exponate zur mittelalterlichen für die Erhaltung und Fortsetzung seiner beschämenden Untaten stark
Gesellschaft, Rechtsgeschichte und mittelalterlichen Alltag bis hin zur machen. Auch leben wir nicht in der Vergangenheit, wenn wir uns für
Zeitgeschichte alle Themen umfangreich dargestellt. Das Programm die Richtigstellung der Ortsnamen einsetzen, hat doch dies in neuerer
wird begleitet von originellen Ton- Medieninstallationen, Hörbildern, Zeit auf Anweisung der Vereinten Nationen der Großteil der demokra-
die den Besucher in die Klangwelten vergangener Jahrhunderte tischen Staaten schon vollzogen.
zurückversetzen und durch Arbeiten zeitgenössischer Künstler, welche Die italienischen Landesräte Cigolla und Gnecchi geben wohl zu,
sich mit dem Ort auseinandersetzen. dass eine ganze Reihe von faschistischen Relikten, wie unter anderem
Als Ergänzung zu den museologischen Inszenierungen wird Schloss die faschistische Toponomastik, weiterbestehen, in Ermangelung einer
Tirol künftig verschiedene Sonderausstellungen beherbergen. So steht wirklichen Übereinstimmung hat die Landesregierung die Angelegen-
die Eröffnungsausstellung unter dem Titel „Gruß von Schloss Tirol“ – heit allerdings ein weiteres Mal auf die nächste Legislatur verschoben.
gleich einem Besucher- oder Fotoalbum sieht der Besucher dabei Andererseits stimme es, dass die Regelung der Ortsnamen zum Koali-
Schloss Tirol als Beispiel der Denkmalpflege, als Kulisse, als Ausflugs- tionsprogramm gehörte und die Schützen deshalb voll berechtigt sind,
diese Nichteinhaltung anzukreiden. Leben wir nicht in einer Demo-
kratie, in der Mehrheiten gelten sollten?
Das ganze wäre kein Problem, wenn die Landesregierung wirklich
und aufrichtig bemüht wäre, diesen Punkt des Koalitionsprogramms
durchzuführen: Schon in einem halben Jahr könnten wir soweit sein.
In der laufenden Legislatur hätten sich die Bedingungen für eine
Regelung sogar verbessert: Zum einen durch die Begrenzung der
Obstruktionsmöglichkeit im Landtag - vorher galt diese als Vorwand
für das Aufschieben - zum anderen dadurch, dass Gesetze des Landes
durch das Föderalismusgesetz vom 18. 10. 2001 nicht mehr des Sicht-
vermerkes des Regierungskommissars bedürfen und sofort nach Veröf-
fentlichung im Amtsblatt wirksam werden. Nur die italienische Regie-
rung kann beim Verfassungsgerichtshof Regional- und Landesgesetze
anfechten, was gewöhnlich nicht von heute auf morgen geschieht und
was, zumindest die faschistische Ortsnamensdekrete von 1923, 1940
und 1942 betreffend, kaum Erfolg haben dürfte, sofern wir wirklich in
einem Rechtsstaat leben. Damit wäre ein erster wichtiger Schritt in
Richtung Regelung der Ortsnamen getan. Für weitere Schritte hätte
Das neu Landesmuseum ist eröffnet. Im Bild Mjr. Helmut Gaidaldi, der die man damit eine bessere Ausgangslage geschaffen. Auf was warten wir
anlässlich der Eröffnungsfeierlichkeiten angetretene Ehrenformation den Lan- noch?
deshauptleuten des Bundeslandes Tirol und Südtirol sowie dem Trentiner
und dem Südtiroler Kulturassessor meldet. Bruno Frick
14 Nummer 4 - August 2003

Leserbriefe
Hoher Frauentag -
Fest der Aufnahme Mariens Kulturelle Eigenheit
in den Himmel und Globalisierung
Von Landeskurat Msg. Josef Haselwanner BOZEN - Der Vorwurf von verschiedenen Seiten, die Schule habe
mit der kulturellen Eigenheit einer Bevölkerung nichts zu schaffen,
Darf ich für einige Minuten einladen nachzudenken, was denn der bedarf einer Klärung.
Hohe Frauentag, das Fest der leiblichen Aufnahme Mariens in den Freilich ist es unerlässlich, dass die Muttersprache überall vorran-
Himmel uns heute noch zu sagen hat. Es ist bei uns noch gebotener gig gebraucht wird und in der rein muttersprachlichen Schule in Rein-
Feiertag. Aber reicht seine Botschaft noch herein in das Jetzt? Her- form gelehrt wird. Sonst geht die Sprache als wichtigster Kulturträger
ein in die Fragen, welche die Zeit hervorbringt? Und jede Zeit hat bald unter, so zum Beispiel in der Region Aosta, wo es keine mutter-
ihre eigenen Krankheiten, auch ihre Neurosen. Für Sigmund Freud sprachliche Schule gibt, wird patois (französisch) immer weniger
war der Grund die Verdrängung der Sexualität, bei Alfred Adler das gesprochen und viele Eltern sind schon der Meinung, es habe keinen
Minderwertigkeitsgefühl. Sinn weiterhin diese Sprache zu unterrichten; wenn schon, dann
Viele Psychologen gleich englisch.
sprechen von einem Das große Risiko für unsere Kultur liegt im Nachgeben an jene Krei-
abgründigen Sinnlo- se, die durch systematisches Schlechtmachen der deutschen Schule
sigkeitsgefühl, von (veraltet, hinterwäldlerisch, usw.) erreichen wollen, dass mit dem
einem Gefühl der Unterricht in zwei oder sogar drei Sprachen vom Kindergarten an die
Leere. Viktor Frankl uns ethnisch-kulturell umbringende Mischkultur entsteht. Dies kön-
spricht von der nen nur Leute wollen, welche die Muttersprache als „romantische
ungelösten Frage: Idee“ wertlos hinstellen. Besonders im Zeitalter der Globalisierung ist
Wozu lebe ich? Es es um so wichtiger, sich mit dem Bestand der eigenen Kultur zu befas-
hat doch alles keinen sen, auch wirtschaftlich und politisch haben wir doch unsere Sonder-
Sinn. autonomie nur aufgrund unserer Eigenheit erhalten.
Was ist denn schon Dr. Bruno Frick
die Zeit zwischen
Geburt und Tod?
Einmal geht alles zu Ein Besuch lohnt sich!
Ende. Verklungen
das Jauchzen und die INNSBRUCK - Exakt zum 180. Geburtstag des Ferdinandeums,
Freude, ausgeweint unseres Tiroler Landesmuseums, wurde das neue Haus nach erfolgrei-
aller Jammer, alles chem Um- und Ausbau von LHptm. Dr. Herwig van Staa feierlich
wie Rauch vergan- eröffnet. Das tirolische Landesmuseum hatte und hat in unserer
gen. Ist wohl darum Gnadenbild „Maria Hilf“ im Dom zu St. Jakob in gemeinsamen Tiroler Geschichte eine ganz besondere Bedeutung. Das
so, dass der Mensch Innsbruck von Lukas Cranach d. Älteren Ferdinandeum ist ein „Gedächtnisspeicher“ für die Tirolerinnen und
mit Händen, die vor Tiroler nördlich und südlich des Brenners. In der Bibliothek finden
Gier zittern und vor geheimem Grauen vor dem Tod, schnell mög- interessierte Leser sehr viel über unsere gemeinsame tirolische
lichst viel hineinrafft: in diese kurze Zeit, in diesen kurzen Traum, Geschichte. Allein die Sammlung der „Tiroler Boten“ oder der „Dolo-
den wir Leben nennen. Möglichst viel Lust und Ehre, Macht und miten“ und vieler anderer Publikationen gibt Auskunft über die
Wissen. Aber ist das Gefäß nicht eng? Alles, was wir hineinschöpfen, großen und kleinen Ereignisse aus dem ganzen Alt-Tirol und auch
ist endlich, arm und klein, und dann - einmal bricht das Gefäß und über das Auftreten und die Aktivitäten der Tiroler Schützen. Für LR
für immer zerrinnen der Wein der Freude und die bitteren Wasser des Bruno Hosp war das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum „eine gei-
Leids. Alles endet im Tod. Alles Leben scheint Sterben. stige Zufluchtsstätte in schwierigen Zeiten und heute von ganz beson-
Die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel aber sagt uns: Wenn derer Bedeutung für die Bewahrung der gesamttirolischen Identität.
auch in all diesen Dingen der Welt und unseres Lebens nur Ver- Vergessen wir nicht, Tirol ist immer noch ein geteiltes Land.“
gänglichkeit zu sein scheint, es ist doch etwas, das nicht vergeht. An Warum schreibe ich diese Zeilen: „Ich wünsche mir, dass viele
Maria, einem konkreten Menschen, einer von uns, kann man sehen, Schützen und Marketenderinnen sich die Zeit nehmen, um das run-
dass unser Leben Sinn und Ziel hat. Mit schwachen Bildern, mit dum erneuerte Ferdinandeum zu besuchen. Das alte und neue Tirol
abgenutzten Worten nennen wir es: ewiges Glück, Freude ohne Ende, ganzheitlich zu erleben.
ewiges Leben, Himmel, der Tod wird nicht mehr sein. Paulus sagt: Ein Besuch lohnt sich!“
„Wir werden bei Christus sein.“ Lt. Herbert Genser, Schützenkompanie Mieders
Und so ruft uns die Kirche am Hohen Frauentag die Bot-schaft zu:
Dies unser Leben mit all seinen Facetten ist nicht vergänglich, oder
wie der Psalmist sagt: Welkt hin wie Gras auf dem Felde - es hat Artikelgefechte in den Medien . . .
Zukunft, es wird andauern, eine Ewigkeit lang.
Albert Einstein hat einmal gesagt, wer sein eigenes Leben als sinnlos . . . bezüglich der Teilnahme von Schützen mit ihren Gewehren bei
empfindet, der sei nicht nur unglücklich, sondern auch kaum lebens- Gottesdiensten sind meiner Meinung nach nicht unbedingt ziel-
fähig. Maria, so heißt es in den Konzilstexten ( lumen gentium )," im führend. Da aber die Angelegenheit zwischen der Schützenkompanie
Himmel schon mit Leib und Seele verherrlicht, leuchtet uns voran als Allerheiligen und der dortigen Pfarre bereits in den Medien publik
Zeichen des Trostes und der sichern Hoffnung". gemacht wurde, möchte ich als Kommandant des Schützenbataillons
Innsbruck doch Stellung dazu nehmen.
Nummer 4 - August 2003

Wenn eine Gruppe an die Schützen die Aufforderung richtet, ohne


Waffen am Gottesdienst teilzunehmen, so entspricht das, wie aus den Hui & Pfui
Briefen von Altbischof Reinhold Stecher und Alt-Erzbischof Georg
Eder hervorgeht, nicht der Gesamtauffassung der Seelsorger in Tirol.
Weiters stellt die Art des Waffentragens bei den Schützen eine reine Das ist
Ritualisierung dar und hat mit kriegerischen Ambitionen nichts zu
tun. Das Gewehr der Schützen ist keine Kampfwaffe mehr, sondern ein „Zucker!!!“
Paradegewehr, ähnlich der Ehrengarden in den alten Armeen oder der
Hellebarde bei der Schweizergarde. Das Präsentieren des Gewehres An diesem Beispiel
und das Abschießen einer Ehrensalve, genau wie das Salutieren, ist bei sieht man, wie man
den Schützenkompanien die Form eines Grußes, auch an den Herrgott. richtig zweisprachig
Wenn wir Schützen ein Fest feiern oder mitfeiern, ist es für uns selbst- werben sollte, nicht
verständlich den Gottesdienst in den Mittelpunkt zu stellen und dass mit dem faschisti-
wir die Gewehre dabeihaben. schen Namen „Alto
Da wir als Tiroler Schützen auch zu einer Pfarrgemeinde gehören Adige“, sondern mit
und uns als Christen dazu bekennen und vielfach den Beweis erbrin- „Sudtirolo“. Der Fir-
gen, dass wir bereit sind, mitzuarbeiten und dabei einen nicht unbe- ma Foppa dafür ein
trächtlichen Beitrag leisten, ist es wohl der berechtigte Wunsch als kräftiges Hui!
Gemeinschaft mit christlichen Grundsätzen, als Kompanie an den
kirchlichen Festen mit unseren Paradegewehren teilnehmen zu dürfen.
Ich hoffe nicht, dass die Mutter Kirche die gewehrtragenden Tiroler Verleihung der
Schützen ausschließt. Andersdenkende werden allerdings immer dage- goldenen Fascia für
gen ankämpfen, am liebsten durch Aussagen in der Presse. Überhaupt
glaube ich, dass die Gewehre bei Gottesdiensten ohnehin nur der
besondere Dienste an der
scheinbare Stein des Anstoßes sind. Es wäre ja lächerlich, die Geweh- Altoatenisierung unserer Heimat.
re vor der Kirche abzulegen um sie danach wieder zu übernehmen.
Sollen die Schützen auch bei den Feldmessen und Prozessionen ihre
Heute: Südtirol-Marketing-AG (SMG)
Gewehre verstecken? Der Großteil der Priester, der Bevölkerung und Südtirol Italia! Die Magie der Vielfalt.
Gläubigen und auch unsere Bischöfe stehen zu uns. So lautet die Werbestrategie der Südtirol-Marketing-AG (SMG).
Die Schützenkompanie Allerheiligen ist eine angesehene, traditi- Damit leistet die SMG ihren ganz persönlichen Beitrag zur Schließung
onsbewusste Kompanie, welche die Grundsätze wie „Treue zu Gott und einer Bildungslücke: Jeder aus dem Norden einreisende Gast muss
zum Erbe der Väter“ genau so hoch hält wie Kompanien, die auf eine doch wissen, dass sich Südtirol nicht in Österreich, sondern in „Italia“
Jahrhunderte lange Geschichte zurückblicken können. Die Schützen- befindet! Denn er könnte ja vergessen, noch auf der Nordseite des
kompanie Allerheiligen wurde 1989 gegründet, der Traditionsbezug Brenners seine österreichischen Euro (Ex-Schillinge) in italienische
hat aber mit dem Gründungsdatum einer Schützenkompanie schon gar Euro (Ex-Lire) umzutauschen. Und das wäre fatal! Außerdem hat
nichts zu tun. Ich wünsche mir nur, dass die Meinungsverschieden- „Südtirol Italia“ viel mehr zu bieten als das einfache Südtirol ohne
heiten zwischen Schützen und Pfarre so rasch als möglich beigelegt „Italia“: Eben diese Mischung zwischen mediterranem Klima, südlän-
werden können. dischem Flair, italienischem Menofregismus einerseits und alpinem
Dauerfrost, nordländischer Emsigkeit und deutscher Genauigkeit
Mjr. Erich Enzinger, Baon-Kdt. Innsbruck andererseits macht dieses „Südtirol Italia“ aus. Bei soviel „Magie der
Vielfalt“ können weder das „Italia“-lose und daher langweilige Südti-
rol, noch das österreichische Tirol wirklich nicht mehr Schritt halten!
Ein Schützenfest Und „Italia“ – wie das klingt! Das klingt so herrlich exotisch, so herr-
Wie können wir die Feste feiern, wie können wir es wagen? lich magisch! Das klingt so, als ob man schon in der Toskana wäre. Na
Ohne an die Zeit zu denken, wo Not war und Gefahren. dann, warum nicht gleich dorthin? Vielfalt gibt’s in der Toskana auch
bereits genug. Und wie wirbt die SMG für die italienischen Gäste?
Für Glaube, Sitte, Heimatland - die Schützen sind’s gewesen, Nicht nur mit „Alto Adige“ – „Südtirol“, sondern auch mit „"Alto
die tapfer und mit Glaubensmut der Heimat Schutz gegeben. Adige – Italia“. Ach so? Müssen auch die Italiener über
Den Schützen sind wir dankbar heut, die einst in schweren Zeiten, die politische Zugehörigkeit des „Alto Adige“ auf-
gekämpft für unser schönes Land, für Gott und für den Kaiser. geklärt werden? Na ja, ansonsten könnten sie ja
In Schützentreue und Dankbarkeit wollen wir das Schöne wahren. meinen, das „Alto Adige“ liegt vielleicht in
Für gute Sitten, Glaubensmut, auch manches Opfer wagen. Graubünden. Tolomei bedankt sich bei der SMG,
dass sie sein „"Alto-Adige-Unkraut“ hegt und
In friedlich stiller schöner Zeit, wie wir sie jetzt wohl haben,
pflegt und damit einen weiteren Beitrag
gönnen wir uns oft ein Fest, und alle sind geladen.
zur Altoatesinisierung unserer Heimat
Jakob Valtiner sen., Strassen leistet.
Euer Raffl
Die weiteren Termine der Wanderausstellung
„Einst Feinde - heute Freunde;
die Schützen der Alpenregion“:
Kufstein, Stadtwerke - Fischergries 2: 14. bis 26. September 2003
Schwaz, Rathaus: 12. bis 26. Oktober 2003
Imst, Schützenheim: 4. bis 23. November 2003
16 Nummer 4 - August 2003

Bataillone und Bezirke


Baon Obervinschgau „Josef Stecher“
RESCHEN - Dank des aktiven und beherzten Bataillonskomman-
danten Konrad Nischler werden nun nicht nur wieder regelmäßig
Bataillonsversammlungen sowie Exerzierabende abgehalten, sondern
auch gemeinsame Freizeitaktivitäten für Jungschützen und Jugendli-
che auf Bataillonsebene organisiert.

Die Leitung des Schützenbezirks Brixen erntete für ihre rege Tätigkeit im
abgelaufenen Jahr viel Lob.

ten war, wurde mit Toni Fischnaller (Kompanie Brixen) der neue
Schießreferent vorgestellt.
Europaparlamentarier Dr. Michl Ebner würdigte den Einsatz der
Schützen für Geschichte und Kultur trotz aller Kritik. Er rief dazu auf,
die Möglichkeiten zu Gesamttiroler Beziehungen voll auszuschöpfen.
Die Schützen seien zum Gewissen der Politik geworden, die z. B. in
der Ortsnamensfrage unentschuldbar viel versäumt habe, sagte Regio-
nalratspräsident Franz Pahl. Sie sind im sozialen, kulturellen, erziehe-
rischen und politischen Bereich tätig und mischen sich auch in The-
Die Teilnehmer beim Rodeltag in Reschen men wie Globalisierung, Zuwanderung, Verkehr usw. mahnend ein.
Auch Oberst Carl van Veenendaal von der Vereinigung der Traditi-
So wurde heuer erstmals ein Rodelnachmittag in Reschen veran- onsverbände gratulierte den Eisacktaler Schützen. Er überreichte am
staltet. An die 50 gut gelaunte, vorwiegend junge Teilnehmer trafen Ende der Versammlung den Bezirksbeiräten Olt. Georg Rauter und Olt.
sich bei traumhaftem Wetter und hervorragender Rodelbahn zum Helmuth Oberhauser sowie dem Hptm. von St. Andrä, Hubert Larcher,
gemeinsamen Rodeln. Es war ein Erlebnis und „a Hetz“ für Jung und das Verdienstkreuz des Verbandes.
Alt. Nach der Rückkehr zur Talstation stärkte man sich bei einer Margareta Schrott
gemeinsamen Marende und man lachte herzhaft über das Missge-
schick eines Teilnehmers, dessen Rodel bei einem zu übermütigen
Sprung zusammengekracht war. Vor allem die Jungschützen waren Bezirksschie0en
vom Rodeln sehr begeistert und forderten weitere Freizeitaktivitäten
wie z.B. ein Zeltlager ein. Dies fand auch die Zustimmung der Batail- Burggrafenamt/Passeier
lonsleitung, denn solche Veranstaltungen fördern die Kameradschaft
MERAN/OBERMAIS - Vom 31. Mai bis 8. Juni 2003 fand das 18.
und stärken den Zusammenhalt unter den Kompanien.
Bezirksschießen des Schützenbezirkes Burggrafenamt/Passeier im
Besonders erfreulich ist auch die Wiederaufnahme der Kompanie
Schießstand von Meran–Obermais statt. Das Schießen wurde imGe-
Lichtenberg in den Südtiroler Schützenbund, denn dadurch wird das
denken an Julius Mosen, dem Dichter des Andreas-Hofer-Liedes, aus-
Bataillon „Josef Stecher“ zusätzlich verstärkt!
getragen.
Olt. Alfred Theiner Am Bezirksschießen haben 21 Kompanien mit 215 Teilnehmern und
7 Gäste teilgenommen. Die Schützenkompanie Algund wurde mit 948
Bezirkstag in Brixen Ringen Bezirksmeister in der Mannschaftswertung, die Kompanien
Schenna und St. Martin i. Pass. belegten die Plätze zwei und drei und
ST. ANDRÄ - Am Sonntag, 16. März fand in St. Andrä bei Brixen die Kompanie „Franz Höfler“ Lana (Platz 5) stellte mit 25 Teilnehmern
der diesjährige Bezirkstag des Schützenbezirkes Brixen statt. Dieser die stärkste Mannschaft.
Bezirkstag begann wie üblich mit dem von Pfarrer Florian Kerschbau- Neuer Bezirksmeister ist Oj. Paul Zöschg aus St. Pankraz mit 173
mer gefeierten Gottesdienst. Ringen, den 2. Platz eroberte Dieter Prast aus Schenna mit 171 Ringen
Mjr. Sepp Kaser verwies in seiner Begrüßung bei der Versammlung und den 3. Platz Manfred Kofler aus St. Martin i. Pass. mit 169 Rin-
auf den geschichtsträchtigen Ort der Plose. Zahlreiche Freiheitskämp- gen.
fer wie Johann Kircher, Vinzenz Goller oder Anton Gostner sind dort Ergebnisse in den verschiedenen Einzelwertungen: Festscheibe: 1.
aufgewachsen. Kuen Gufler Alois (Gargazon), 2. Oberhammer Magdalena (Algund), 3.
Der Bezirk Brixen könne auf eine rege Tätigkeit im vergangenen Innerhofer Franz (Algund); Zöglinge: 1. Brunner Sabrina (St. Martin),
Jahr zurückblicken: Ein besonderes Erlebnis für alle Beteiligten war 2. Oberhammer Magdalena (Algund), 3. Zanluchi Martin (Algund);
die Lehrfahrt nach Klagenfurt. In Sachen Weiterbildung organisierte Junioren: 1. Bernhart Christian (Partschins), 2. Comellini Christian
Bez.-Mjr.Stv. Günther Ploner ein Organisationsseminar und drei Rede- (Naturns), 3. Raich Florian (Schenna); Marketenderinnen: 1. Bernhart
schulungen, die leider eher schlecht besucht waren. Er hat auch die Sabine (Partschins), 2. Gaidaldi Angelika (Meran Stadt), 3. Hofer Anna
Fahnenstangenaktion geleitet und durchgeführt. (Partschins); Schützenklasse liegend: 1. Bernhart Johann (Partschins),
Gewohnt umfangreich waren auch die Tätigkeiten der einzelnen 2. Gaidaldi Helmut (Meran Stadt), 3. Schwienbacher Franz (St. Wal-
Referenten. Da der bisherige Schießleiter Urban Zingerle zurückgetre- burg); Schützenklasse stehend: 1. Kofler Manfred (St. Martin), 2.
Nummer 4 - August 2003 17

Zöschg Paul (St. Pankraz), 3. Ainhauser Hansjörg (Schenna); Senio- mit elektronischer Schussbilderfassung. Als weitere Neuheiten wird
ren: 1. Zöschg Paul (St. Pankraz), 2. Pföstl Franz (Schenna), 3. Mair- zum ersten Mal beim Bez.-Schießen die neue Schießordnung ange-
hofer Konrad (Lana); Altschützen: 1. Fauner Reinhard (St. Leonhard), wandt. Das heißt, dass auch die Schützenschnur mit dem Luftgewehr
2. Schwarz Helmut (St. Martin), 3. Dosser Hias (Schenna); Veteranen: geschossen werden kann. Das Schießen findet in Tracht statt. Natür-
1. Innerhofer Franz (Algund), 2. Kofler Michl (Obermais), 3. Dr. Berger lich wird es auch eine schöne Erinnerungsmedaille und interessante
Hans (Obermais); Versehrte: 1. Zipperle Peter Egon (St. Martin), 2. Preise zu gewinnen geben.
Anrater Siegfried (Untermais) Beginn des Schießens am 13. September 2003 mit der feierlichen
Die Preisverteilung erfolgte am 21. Juni. Allen Teilnehmern und Eröffnung um 9.00 Uhr im Schießstand von Neustift im Beisein von
Helfern ist von Herzen zu danken, denn nur durch ihre Teilnahme und Landesrat Dr. Bruno Hosp, Vertretern aus Oelnitz, Vogtland, der Hei-
Mithilfe konnte dieses Bezirksschießen erfolgreich durchgeführt wer- mat des Dichters und Vertretern des Südtiroler Schützenbundes.
den. Weitere Schießtage: 14., 18., 20., 21., 25. und 27. September 2003
Der Schützenbezirk Brixen lädt alle Tiroler Marketenderinnen, Jung-
Richard Andergassen
schützen und Schützen herzlich ein.

Ergebnisse des Rundenwettkampfes Toni Fischnaller

BRIXEN - Am diesjährigen Rundenwettkampf in den Schießständen Geburtstagsfeier


von Lüsen, Natz, Rodeneck, Mühlbach, Villnöss und Neustift nahmen
19 Mannschaften teil. Die Ergebnisse: Bezirksmeister: Werner Amort, für Dr. Otto von Habsburg
679 Ringe; Mannschaftswertung: 1. Rodeneck, 2.504 Ringe, 2. Lüsen
BRIXEN - Auf Einladung von Europaparlamentarier Dr. Michl
I, 2.420 Ringe; 3. Villnöss, 2.303 Ringe; Sieger Tiefschuss je Schieß-
Ebner und dem Schützenbezirk Brixen kam anlässlich seines
90. Geburtstages am 20. November 2002 Seine Kaiserliche Hoheit Dr.
Otto von Habsburg, nachträglich am 11. Mai 2003 in die Hofburg nach
Brixen und zum Geburtstagsschießen nach Lüsen.
Am Vormittag bereiteten viele Abordnungen des Bezirkes Brixen
und andere Bezirke sowie Abordnungen vom Bund der Tiroler Kaiser-
jäger und dessen Ortsgruppe Auer, Vertreter aus Politik und Wirtschaft
Seiner Kaiserlich-Königlichen Hoheit Dr. Otto von Habsburg-Lothrin-
gen, seiner Gattin Erzherzogin Regina von Sachsen und seinem Enkel
Severin Meister einen herzlichen Empfang auf dem Domplatz. Nach
der Meldung des Bez.-Mjr., dem Abspielen der Kaiserhymne, der Fron-
tabschreitung und einer Ehrensalve der Ehrenkompanie Brixen, begab
sich Dr. Otto von Habsburg in das Rathaus, um sich dort in das „Gol-
dene Buch“ der Stadt Brixen einzutragen.

Bester Schütze: Werner Amort mit Bez.-Mjr Sepp Kaser und Schießleiter Toni
Fischnaller sowie dessen Stellvertreter Norbert Grünfelder

stand: Mühlbach - Rungatscher Peter, 16 Teiler; Neustift - Tschießner


Erich, 62 Teiler; Rodeneck - Josef Michaeler, 65 Teiler; Natz - Stephan
Larcher, 95 Teiler, Lüsen - Martin Federspieler, 125 Teiler; Villnöss -
Perkmann Luis, 183 Teiler

Vorankündigung:
Bezirksschießen Im Innenhof der Brixner Hofburg fand der offizielle Teil der Gratulation statt.
in Brixen Seine Kaiserlich-Königliche Hoheit Dr. Otto von Habsburg-Lothringen (m.),
seine Gattin Erzherzogin Regina von Sachsen (r.) und Kaiserenkel Severin
Meister (l.)
BRIXEN - Vom 13. bis zum 28.
September 2003 wird in Neustift In der Kirche „Unsere Liebe Frau“ in der Hofburg von Brixen feier-
das 15. Bezirksschießen durchge- te die Kaiserfamilie gemeinsam mit Generalvikar Dr. Josef Matzneller,
führt. Dompropst DDr. Karl Wolfsgruber und Prof. Dr. Josef Gelmi sowie
Die Veranstaltung ist heuer allen Schützen, Marketenderinnen und Ehrengästen die hl. Messe, die
dem vor 200 Jahren im Vogtland von der Schützenkapelle Meransen musikalisch umrahmt wurde. Die
(Marieney) geborenen Dichter Predigt von Dr. Karl Wolfsgruber war gleichzeitig eine Hymne an das
Julius Mosen gewidmet. Er war Lebenswerk von Dr. Habsburg. „Sein Lebenswerk“, so Wolfsgruber,
es, der 1831 den Text des „stand sicher unter dem Motto »Ich bin der gute Hirte, ich werde mein
Andreas-Hofer-Liedes schrieb. Julius Mosen, der Vater der Tiroler Bestes für Euch geben«. Heute könnten wir gemeinsam mit Dr. Otto
Landeshymne. Ihm sind heuer anläss-
Ausgetragen wird der Bewerb lich seines 200. Geburtstages im von Habsburg als unserem »guten Hirten« Danke sagen für sein Leben
heuer zum ersten Mal auf der ganzen Lande zahlreiche Schießen und seine Werke, aber auch gleichzeitig bitten, dass Gott solche »gute
neuen „Meyton“-Schießanlage gewidmet. Hirten« weiterhin beschütze“. Der offizielle Teil fand im Garten statt.
18 Nummer 4 - August 2003

Die Laudatio hielt Europaparlamentarier Dr. Michl Ebner. Er zeich- Bewerb. In dem engen und zugigen Raum des Schießstandes kann es
nete das Leben von Dr. Otto von Habsburg nach und hob seine Zivil- oft recht empfindlich kalt sein. Ein kräftiger Applaus dankte Anny für
courage und seinen Mut für den Einsatz der Völker – und besonders die vielen Jahre Mitarbeit.
für Südtirol und Europa – hervor. Er nahm auch Bezug zur Entstehung Die ganze Schießveranstaltung verlief in fairer und sportlicher Wei-
des Hauses Habsburg und lobt dessen Einsatz für Land und Leute. se, die Preisverteilung im schönen Heim von St.Nikolaus-Mariahilf
Der Jubilar selber gab sich bescheiden. Er bedankte sich bei seinen wurde dank der hervorragenden Betreuung in schöner Harmonie
Südtiroler Freunden und drückte ihnen seine Wertschätzung aus, dass abgewickelt.
sich die Südtiroler für das eigene Volk, die eigene Heimat eingesetzt Für die Beschaffung der zahlreichen und schönen Preise ein herzli-
haben. Er, so sagte er, sei stolz auf die Taten der Südtiroler. cher Dank an Baon-Kdt. Mjr. Erich Enzinger.
Er sei auch stolz auf die Schützen, die den Mut hätten, auch gegen
Baonspressereferent Sepp Dag, Hptm.
den Strom der Zeit zu gehen. Sie würden den Geist Südtirols bewah-
ren und sich für wichtige Werte einsetzen.
Der offizielle Teil in Brixen endete mit dem Zapfenstreich, den der Baonstag Oberland in Strassen
Jubilar mit großer Aufmerksamkeit verfolgte. Am späten Nachmittag
STRASSEN I. OSTTIROL - Der Baonstag begann mit einem gemein-
eröffnete Dr. Otto von Habsburg in Lüsen ein ihm zu Ehren veranstal-
samen Gottesdienst, der vom Strassener Männerchor, den Bläsern
tetes Geburtstagsschießen, bevor er weiteren privaten Einladungen
sowie den Schützen mitgestaltet wurde. Vor dem Kriegerdenkmal
Folge leistete.
gedachte man mit Kranzniederlegung, Ehrensalve und dem „Guten
Margareth Schrott Kameraden“ der Kriegsopfer und der Verstorbenen aus den Kompani-
en.
Schützenbataillon Innsbruck Bei den Berichten wurde unter anderem folgendes angesprochen:
Baon-Kdt. Hans Obrist wünscht mehr Teilnehmer bei der jährlichen
INNSBRUCK - Mit Ladschreiben zum 3. Mai 2003 waren die Schüt- Schützenwallfahrt in Absam, Bez.-Mjr. Bertl Jordan informierte über
zen des Baons Innsbruck zum Baonskönigsketten-Schießen 2003 gela- seine zahlreichen Schützentermine die er zu bewältigen hatte. Nicht
den und schon am 9. Mai d.J. fand im Vereinsheim St.Nikolaus-Maria- für alle verständlich war sein Eintreten bei der Transitdemonstration
hilf die Preisverteilung statt. in St. Johann i. W., ein unangenehmes Erlebnis war der glimpflich ver-
In Vertretung des Hausherrn Hptm. Dipl.-Ing. Dieter Probst begrüß- laufene Schießunfall auf der Gatterspitze (ein Eistropfen aus dem Lauf
te Obm. Lt. Klaus Rott die zahlreich erschienenen Gäste, voran Baon- traf eine Person).
Kdt. Mjr. Erich Enzinger. Zu den erfreulichen Ereignissen zählten die Vorstellung des Schüt-
In seinem kurzen Referat dankte der Baons-Kdt. für die starke zenwesens bei den Firmlingen in Anras und St. Justina, die verschie-
Beteiligung am Schießbewerb. Eine beachtliche Steigerung gegenüber denen Veranstaltungen der Jungschützen und diverse Gratulationen
dem Vorjahr war in der Anzahl der teilnehmenden Schützen zu ver- von Kameraden.
merken, ebenso erfreulich war die unfallfreie Durchführung des Für etwas gedrückte Stim-
Bewerbes. Für die exakte und rasche Auswertung der Schießergebnis- mung sorgte die Ankündigung
se dankte Mjr. Enzinger dem verantwortlichen OSM Helmut Naschen- Jordans, dass er nach sechs
weng von der Schützengilde St. Nikolaus. Perioden als Bez.-Mjr. für die
Ergebnisse: Jungschützen: 1. Wenger Armin - Alter Schießstand, Wahl 2004 nicht mehr kandi-
90 Ringe; Marketenderinnen: 1. Rott Angelika - St. Nikolaus-Maria- diere, weshalb man einen
hilf, 114 Ringe; Allgemeine Schützenklasse: 1. und Bataillonsschüt- geeigneten Kandidaten für die-
zenkönig Kircher Alfred - Arzl, 126 Ringe; 2. Wallner Immanuel - se Funktion rechtzeitig suchen
Wilten, 123 Ringe; 3. Naschenweng Roland - St. Nikolaus-Mariahilf, solle. In den Wortmeldungen
121,5 Ringe; Altschützen: 1. Hupfauf Dieter - Hötting, 110 Ringe; der Gäste wurden die Schützen
Veteranen: 1. Dag Sepp - Alter Schießstand, 112 Ringe; Versehrte: 1. in ihrem wertvollen Tun
Vanzetta Wilhelm - Alter Schießstand, 132 Ringe; Ehrenscheibe Rot: bestärkt. Bgm. Friedrich Wieser
1. Jabinger Karl - St.Nikolaus-Mariahilf, 235,4 Teiler; Gäste Damen: sah die Schützen als ruhenden
Kleinrubatscher Astrid - Hötting, 120 Ringe; Gäste Herren: Gasser Pol in der heutigen schnelllebi-
Helmuth - Alter Schießstand, 113 Ringe. gen Zeit, deren Einsatz zur
Die Schützenschnur in Bez.-Mjr. Bertl Jordan bei einer seiner
Erhaltung von Kulturdenk- vielen und immer gern gehörten An-
Gold haben vier, in Silber mälern besonders hervorzuhe- sprachen (Foto: Ottilie Stemberger)
sechs und in Grün zehn ben sei.
Schützen erreicht; 1 Gast HR Dr. Othmar Doblander meinte, dass die Öffentlichkeit noch bes-
hat das Leistungsabzei- ser von der wertvollen Tätigkeit der Schützen zu informieren sei und
chen in Silber geschossen. man die Verbindung zu den Südtiroler Kameraden noch lebendiger
Die Kompanie „Alter knüpfen könne. Viertel-Kdt. BMjr. Hermann Huber warb für das
Schießstand“ konnte als Zusammenwachsen der drei Tiroler Schützenbünde, die in der gemein-
Kompanie mit den meis- samen Europaregion eine wichtige Aufgabe zu erfüllen hätten und in
ten Teilnehmern einen nächster Zeit eine Landkarte von Gesamttirol herausbrächten.
schönen Pokal entgegen-
nehmen.
Hptm. Dag dankte der Talschaft Pontlatz
Gattin von Mjr. Enzinger,
Anny Enzinger, mit der TÖSENS - Die Schützentalschaft Pontlatz hielt am 25. April 2003
Übergabe eines Blumen- im Schützenheim in Tösens ihre Jahreshauptversammlung ab. Alle 12
stockes für ihre fleißige Kompanien waren vertreten. Als Ehrengäste waren Bez.-Kdt. Mjr. Fritz
Die drei Besten der Allg. Schützenklasse (v. l.)
Naschenweng Roland, Kircher Alfred mit Mitarbeit bei der Anmel- Gastl und der Bezirksbildungsreferent Dr. Gerhard Gstraunthaler
Königskette, Wallner Immanuel dung der Schützen zum anwesend. Talschafts-Kdt. Mjr. Josef Partoll teilte gleich am Beginn
Nummer 4 - August 2003 19

Schützenjahres, die sich im Rahmen der Ausrückungen und Aktivitä-


ten auf gesellschaftlichen, kirchlichen und sportlichen Veranstaltun-
gen bezogen. Über die Vorbereitung des von der Feller Schützenkom-
panie St. Johann auszurichtenden Baonsfestes referierte Hptm. Alois
Foidl. Vizebgm. HR Dr. Georg Zimmermann, Obm. der Feller Schüt-
zenkompanie, trug in einem Kurzreferat die Geschichte und Entwick-
lung der Marktgemeinde St. Johann vor und untermauerte den Vor-
trag mit einem interessanten Lichtbildmaterial. Vor Beginn der Ver-
sammlung lud der Schützenfreund und Brauereibesitzer Günter Huber
zu einer Bierverkostung ein.
Pressereferent des Bataillons
Wörgötter, EHptm.

Schützenviertel Tirol-Mitte
Seit über 40 Jahren als Hptm. für ihre Kompanien tätig (v.r.) Alois Raggl, Karl
Hangl, Fulgenz Geiger und Heinrich Mair mit Mjr. Josef Partoll
WATTENER LIZUM - Für Samstag, den 14. Juni 2003, war der
der Versammlung mit, dass vier anwesende Hauptleute ihr Jubiläum, Viertelbildungstag für die Funktionsträger angesagt. Die Veranstal-
nämlich 40 Jahre Hauptmann in ihren Kompanien, feiern, nämlich tung führte uns auf Einladung des Österreichischen Bundesheeres als
Fulgenz Geiger von Fiss (bereits 41 Jahre Hptm.), Karl Hangl von Gäste des Schützenkameraden und Hptm. der Schützenkompanie
Spiss, Heinrich Mair von Ried und Alois Raggl von Tösens. Die offizi- Major-Ignaz-Straub-Hall, Oberst Thomas Knoll, in die Wattener
elle Ehrung dieser vier Hauptleute erfolgte beim Talschaftsfest am 17. Lizum.
August 2003 in Serfaus. Weiters wurden zwei neu gewählte Hauptleu- Es war ein herrlicher Frühsommertag mit Sonnenschein von der
te vorgestellt: Jürgen Gutmannn von der Schützenkompanie Prutz- Früh an. Bis zum Lager Walchen war die Anreise für jeden Teilnehmer
Faggen und Alois Pleifer von der Schützenkompanie Kaunerberg. Aus selbst vorgesehen.
dem Bericht des Talschafts-Kdt. ging hervor, dass das Alpenregions-
treffen in Prutz wohl der Höhepunkt im abgelaufenen Jahr war. Der
zweite wichtige Termin war die Ausstellung „Einst Feinde - heute
Freunde" im Schlossmuseum in Landeck vom 24. Mai bis 15. Juni.
Weiters verwies er auf die Gedenkfeier 1703-2003 beim Pontlatzadler
am 21. September.
Josef Partoll

Rechenschaftsbericht
der Wintersteller
ST. JOHANN - Am 28. März 2003 konnte Baon-Kdt. Mjr. Josef
Pockenauer die Abordnungen sämtlicher Kompanien des Wintersteller
Baon und zahlreiche Ehrengäste, unter ihnen NR Georg Keuschnigg,
Vizebgm. der Marktgemeinde St. Johann, HR Dr. Georg Zimmermann,
TVB-Obmann Dieter Jöchler, BH HR Dr. Hans Heinz Höfle, Baon-Kurat Preisverteilung im TÜPL Hochlager Wattener Lizum: (v.l.) Peiler Hubert, Haller
Dr. Josef Trausnitz, Baon-Kdt. des Kufsteiner Schützenbaons Mjr. Her- Franz, Monz Walter, Obst. Knoll Thomas, Obst. Konzett Ernst
mann Egger und den Viertel-Kdt. Mjr. Hans Steiner begrüßen.
Pünktlich um 9.00 Uhr konnte Viertel-Kdt. BMjr. Mag. Fritz Tie-
fenthaler die Teilnehmer begrüßen. Oberst Knoll erklärte den Ablauf
des vorgesehenen Programmes. Im Anschluss folgte die Fahrt mit
Bundesheerfahrzeugen in das Hochlager Lizum. Dieses befindet sich
auf einer Höhe von ca. 2.000 m. Auf beiden Seiten der teilweise recht
kühn angelegten Straße blühten in herrlichem Rot die Alpenrosen.
Bei der Führung durch das Hochlager erklärte der Kdt. des TÜPL-
Lizum die wechselvolle Geschichte und Entwicklung des Truppenü-
bungsplatzes. War ursprünglich durch Pachtverträge die Benützung
der Grundflächen geregelt, ist heute schon längst die Republik Öster-
reich Eigentümerin und die ursprünglichen Holzbaracken sind fest
gemauerten Gebäuden gewichen. Wir hatten die Möglichkeit, das
ganze Lager zu besichtigen. Auffallend war die solide Bauausführung
aller Objekte ebenso wie die peinliche Sauberkeit der unterschiedlich
Hptm. Alois Foidl, Brauereibesitzer Günter Huber, die Bierkönigin und der
großen Zimmer und Funktionsräume. Es ist in jeder Hinsicht für alle
Obmann der Feller Schützen, Vzbgm. Lt. HR Dr. Georg Zimmermann (v. l.)
Soldaten gesorgt, sodass auch im langen Winter (bis zu 6m Schnee)
Einen besonderen Gruß richtete Mjr. Pockenauer an die Leiterin der keine menschenmöglichen Wünsche offen bleiben. Die Führungskräf-
Fremdenverkehrsfachschule St. Johann, Mag. Nachtmann, die dem te des Bundesheeres sehen es als Pflicht, den hier untergebrachten Sol-
Baon den Vortragssaal für die Versammlung zur Verfügung stellte. datinnen und Soldaten den Dienst im Rahmen der Aus- und Fortbil-
Mjr. Pockenauer berichtete über die Tätigkeiten des abgelaufenen dung so erträglich wie möglich zu machen.
20 Nummer 4 - August 2003

Das hohe Niveau der Einrichtungen beweist auch die Tatsache, dass 50 Jahre Baon Sonnenburg
andere Nationen hier ihre Hochgebirgsausbildung absolvieren.
Großartigen Eindruck vermittelte die modernste Schießanlage VÖLS - Am Sonntag, dem 6. Juli, war Völs der Austragungsort für
Europas. Mit dem STG 77 wurde uns ein Preisschießen ermöglicht. das 50. Baonsschützenfest des ehemaligen Baons „Innsbruck Umge-
Zum ausgezeichneten Mittagessen war auch der Kdt. der 6. Jäger- bung“, nunmehr Baon „Sonnenburg“, in der Marktgemeinde Völs, in
brigade Absam, Oberst Ernst Konzett, erschienen. Gemeinsam haben der Heimatgemeinde des Baon-Kdt. Mjr. Pertl Toni.
Knoll und Konzett anschließend die Preisverteilung vorgenommen:1. Der westliche Nachbarort Kematen stellte mit der Schützenkompa-
Franz Haller, Götzens, 2. Hubert Peiler, Götzens, 3. Walter Monz, nie unter dem Kommando von Hptm. Herbert Ostermann und der
Speckbacher/Hall. Musikkapelle unter Kapellmeister Gerhard Ostermann die Ehrenforma-
In einem kurzen interessanten Vortrag erläuterte Obst. Konzett die tion. Die Musikkapellen Völs und Stams waren für die musikalische
immer wieder veränderten Möglichkeiten unseres Heeres. Umrahmung mitverantwortlich.
Vor dem motorisierten Abmarsch galt ein letzter Blick dem Hoch- Zu den 14 Kompanien des Baons, die nahezu alle von ihren Bür-
lager Lizum in schöner Almlage, umgeben von der Bergkette mit dem germeistern begleitet wurden, waren Kompanien und Abordnungen
herausragenden Sonnspitz. Nächstes Ziel war der 2.460 m hohe nörd- aus Innsbruck und die Kompanie, die am Vorabend die Ehrenkompa-
liche Schober. Nur wenige Höhenmeter hatten wir von der Straße aus nie stellte, Völser Aicha, anwesend. Die Rahmenbedingungen stimm-
zu erklettern, um den herrlichen Rundblick von Olperer, Stubaier Glet- ten: Das Wetter war kaiserlich, die Häuser beflaggt, der Platz der Feld-
scher über Serles, Bettelwurf und Karwendel zu genießen. messe einer der schönsten in Völs, der Ort der Defilierung am richti-
Vollzählig erreichten wir alle wieder das Lager Walchen. Es war ein gen Platz. Auch die Anwesenheit der Bevölkerung unterstrich den
wunderbarer, lehrreicher Erlebnistag. Allen, die nicht dabei waren - Charakter des Festes.
insbesondere jene, die sich angemeldet hatten und nicht kamen sei
gesagt, dass sie viel Schönes versäumt haben.
Es bleibt nur noch, den Organisatoren zu danken: dem Viertel-Kdt.
BMjr. Mag. Fritz Tiefenthaler und besonders auch dem Kommandan-
ten des TÜPL Lizum und Hptm. der Kompanie „Major Ignaz Straub”
Hall, Obst. Knoll,
Ing. Sepp Dag, Hptm., Bataillonspressereferent

Baonfest Lienzer Talboden


OBERLIENZ - Ein gutes Dutzend Fahnenabordnungen umrahmte
den Festplatz, auf dem die Musikkapellen Oberlienz, Himmelberg und
Nikolsdorf für stimmungsvolle Klänge sorgten.
Alle acht Kompanien des Talbodens, eine Ehrenkompanie aus Hopf-
garten und ein Ehrenzug des Bundesheeres waren anwesend, als
Fahnenpatin Christa Vantsch und Lt. Christian Meischl Lans mit der von Prof.
Schützenkurat Cons. Edi Niederwieser in seiner Predigt die Forderung Volkmar entworfenen Baon-Standarte mit dem Bild vom Herz Jesu
an die Schützen stellte: „Wir Schützen müssen uns vom Pathos des
feschen Trachtenträgers mit Säbel und Gewehr zu Menschen der Ethik, Baon-Kdt. Toni Pertl konnte nach dem landesüblichen Empfang mit
also zu Treue, Glauben und Tatkraft verändern.“ Den Beweis für die Abschreiten der Front und General-de-Charge die Ehrengäste und
Liebe der Schützen zur Heimatkirche sehe man in den Herz-Jesu-Feu- Schützen zur Feldmesse führen und dort zahlreiche Ehrengäste, an
ern immer wieder bestätigt. ihrer Spitze LHptm. DDr. Herwig van Staa, Alt-LHptm. Dr. Alois Partl,
Der Obm. des GTSB und Viertel-Mjr. Hermann Huber ließ in seinen NR Dr. Erwin Niederwieser mit Gattin, der Fahnenpatin der Jung-
Worten mit einer unheilvollen Nachricht aufhorchen: „Vier italieni- schützenfahne, LKdt. Mjr. HR Dr. Otto Sarnthein und Viertel-Kdt. Mjr.
sche Politiker der Allianza haben in Rom einen Antrag eingereicht, der Mag. Fritz Tiefenthaler begrüßen.
die Abschaffung des Südtiroler Schützenwesens beinhaltet.“ Ob der Pfarrer Christoph Pernter, der mit der Bevölkerung und den rund
Antrag Früchte trägt, könne man zum derzeitigen Zeitpunkt noch 800 Schützen die Feldmesse feierte, ging in seiner Predigt auf die viel-
nicht abschätzen, aber es dürfe nicht sein, dass man die Rechte der fältigen Aktionen der Kompanien und auf die Standartenweihe ein.
Tiroler mit Füßen trete. Eindringlich appellierte Huber an die anwe- „ . . . In einer Zeit, in der Werte verschwimmen, Worte gesprochen
senden heimischen Politiker, sich für die Rechte der südwestlichen werden und im Nirgendwo verhallen, ob dies Zusagen von Politikern
Nachbarn einzusetzen. Einsetzen sollten sich die Politiker laut Huber sind, Predigten von Pfarrern oder Werbespots der Wirtschaft, die nicht
auch in der Frage nach der Notwendigkeit einer Schnellstraße. LA Dr. halten, was sie versprechen, wollen Menschen auf der Suche nach
Andreas Köll konnte den Viertel-Mjr. beruhigen, indem er sich vom Sinn auch die Bestätigung durch die dementsprechenden Taten sehen.
Ausbau einer solchen Verbindung distanzierte. „Wir brauchen keinen Nach den Werken werden wir beurteilt werden.
Cavallinotunnel und auch keinen Neubau einer Schnellstraße.“ Unter- Ich möchte euch heute danken für das viele Gute. Ob dies der Bau
stützung erhielt Huber vom bayrischen LHptm. der Gebirgsschützen, einer Kapelle war, an der Menschen Halt machen, um Trost und Kraft
Karl Steinringer. Besonders das Aufgabengebiet des Naturschutzes zu schöpfen. Ob dies die Mithilfe, Not zu lindern ist - durch Spenden-
griff der Gast mit der weißblauen Schärpe am linken Oberarm auf. aktionen oder durch handgreifliche Hilfe mit persönlichem Einsatz
„Wir bayrischen Schützen wollen ebenfalls die Bedrohungen der beim Verteilen von „Essen auf Rädern“ und Besuchen einzelner Mit-
Umwelt abwenden, denn eines soll gesagt werden: »Bayern ist nicht bürger im Dorf. Ob dies die Erhaltung und Pflege von altem Kulturgut
gleich Deutschland«“, erklärte der LHptm. den schmunzelnden Anwe- ist oder das gesellschaftliche Mitprägen eurer Orte. Ob im Sehen der
senden. Not, in einem Blitzgedanken – das könnten wir tun, ob aufgrund einer
Florian Gander, langjähriger Hptm. und Obm. der Kompanie Ober- Bitte des Bürgermeisters, des Pfarrers, ob im Gespräch in der Kompa-
lienz und EHptm., wurde für 50-jährige Schützentreue ausgezeichnet. nie.
Sein Schlaitener Kamerad, Josef Klaunzer, erhielt eine Auszeichnung „Vergelt’s Gott“ gehört euch hier gesagt. Für beides: Für euren
für seine 20-jährige Kommandantentätigkeit. großartigen Einsatz in den Gemeinden und für eure Spannungsfelder
Nummer 4 - August 2003 21

Nach der Segnung durch Pfarrer Christoph übergab die Patin die
Standarte an Lt. Christian Meischl und Baon-Kdt. Toni Pertl mit den
Worten: „Ich übergebe euch diese Standarte, haltet sie in Ehren, schart
euch um sie, der Heimat zu Ehren“!
Bgm. Dr. Vantsch fand bei seiner Begrüßung die richtigen Worte für
die zahlreich anwesenden Schützen: „Die Schützen sind Teil des kul-
turellen und sozialen Gefüges in unseren Gemeinden.“
LKdt. Mjr. Dr. Otto Sarnthein kam in seinen Grußworten auf die
Situation in Innsbruck/Allerheiligen zu sprechen: „ . . . Wir Tiroler
Schützen sind eine zutiefst demokratische Vereinigung und haben uns
nie an Ausgrenzungen beteiligt. Wir wehren uns daher gegen Grup-
pierungen, die im eigenen Land gegen traditionelle Vereinigungen und
Jugendliche, die in einer Pfarre mitarbeiten wollen, Ausgrenzungen
betreiben. Wir wehren uns gegen eine Minderheit, die leider von einer
Bei strahlendem Sonnenschein wurde das 50-Jahr-Jubiläum des Baon Son-
nenburg (ehem. Innsbruck-Umgebung) beim Baon-Fest in Völs würdevoll politischen Partei unterstützt wird, die glaubt, Demokratie sei, dass
gefeiert, v.l. ELt. Franz Heinz Hye, Viertel-Kdt. Mjr. Mag. Fritz Tiefenthaler, eine Minderheit vorgibt, was die große Mehrheit zu tun habe.“
Bgm. Dr. Josef Vantsch mit Gattin Christa, LHptm. DDr. Herwig van Staa, Alt- Eine besondere Auszeichnung für das Fest und für Völs war die
LHptm. und EMjr. Dr. Alois Partl und LKdt. Mjr. HR Dr. Otto Sarnthein. Anwesenheit von LHptm. DDr. Herwig van Staa, der trotz vieler ander-
steht eure von Prof. Volkmar entworfene Baon-Standarte die ich heu- weitiger Termine gekommen ist. Obwohl eine anstrengende Woche,
te segnen werde. Standarte kommt, soviel ich weiß aus dem, aus dem Termine in Wien, München und Brüssel, die Amtsgeschäfte im Inns-
Altfränkischen und heißt „Standort“. Es gibt also immer wieder Stand- brucker Landhaus, kam der LHptm. gerne zu unserem Baonfest. Dieser
ortbestimmungen durchzuführen. Euer Standort ist Jesu, der auf sein Termin sei für ihn keine lästige Verpflichtung, denn er wisse um die
entbranntes Herz zeigt. In all eurem Tun, in all euren Schwierigkeiten, Kraft des Tiroler Schützenwesens.
in all euren Fragen gilt es, das Thema dieser Standarte aufzugreifen Ein weiterer Höhepunkt waren die Ehrungen verdienter Persönlich-
und umzusetzen.“ keiten. EHptm. Franz Brunner aus Aldrans wurde zum Ehrenmitglied
Die Standartenweihe war einer der Höhepunkte des Festes. Christa des Baons ernannt, Hptm. Thomas Wirth erhielt das Silberne, Baon-
Vantsch, die Gattin des Völser Bürgermeisters, ist die Patin der neuen JS-Betr. Oskar Untermarzoner das Goldene Jungschützenehrenzei-
Baon-Fahne, die auf der einen Seite das Herz Jesu, auf der anderen die chen.
Wappen der 14 Gemeinden zeigt.

Besuchen Sie uns im Internet: Die Alpenregion


Bund der Tiroler Schützenkompanien:
der Schützen

Südtiroler Schützenbund: Mangfall/


Leitzachgau
5
Werdenfels
Werdenfels
Garmisch
Garmisch/
Partenkirchen
Partenkirchen

Anschriften der Schriftleiter:


OSR Mjr. Karl Pertl, Werth 21, A-6176 Völs, 1
Tel. 0512/303179, e-mail.: k.pertl@tirol.com
Lt. Elmar Thaler, Schlernstr. 1, I-39100 Bozen,
Tel. 0471/974078, e-mail.: info@schuetzen.com
Hptm. Hans Baur, Schöttlkarstr. 7, D-82499 Wallgau, Tel. +
Viertel Osttirol
Fax 089/5469521, e-mail: Baur-Hans@t-online.de
Redaktionsschluss ist der jeweils 20. der Monate Feber,
April, Juni, August, Oktober und Dezember. 7 4
Fotos von Verstorbenen können auf ausdrücklichen Wunsch Brixen

retourniert werden. Namentliche Beiträge müssen nicht die 6


3
Meinung der Redaktion wiedergeben.
Eigentümer und Herausgeber: Bund der Tiroler Schützen-
kompanien, Bozner Platz 6/III, Innsbruck, und Südtiroler 2
Schützenbund, Schlernstr. 1, Bozen Südtiroler
Unterland
Eingetragen beim Landesgericht Bozen, Nr. 6/77. Verant-
wortlicher Schriftleiter im Sinne des Pressegesetzes Hart-
muth Staffler. Die Tiroler Schützenzeitung versteht sich als
Mitteilungsblatt des Südtiroler Schützenbundes, des
Welschtiroler Schützenbundes, des Bundes der Tiroler
Schützenkompanien und des Bundes der Bayerischen
Gebirgsschützenkompanien. Schriftleiter SSB: Elmar Tha-
ler; BTSK: OSR Karl Pertl; BGK: Hans Baur. Schrift: Rotis
Serif von Otl Aicher
Herstellung: dtp Tyrol, Klaus Leitner, Innsbruck
Druck: Fotolito Varesco, Auer
22 Nummer 4 - August 2003

Die Seite der Marketenderinnen und Jungschützen


heit und Begeisterung. Die konkurrierenden Teilnehmer konnten bei
Auszeichnungen für Jungschützen ihren Aufwürfen erstaunliche Ergebnisse erzielen. Mehr als 985 Auf-
NATTERS - Am Samstag, dem 5. April 2003, wurden die Natterer würfe mussten vom Organisationsleiter Lt. Wolfgang Hagsteiner und
Jungschützen vom Landes-Geschäftsführer des Österreichischen seinem bewährten Team zur Endabrechnung herangezogen werden.
Schwarzen Kreuzes, Hans Ullmann, im Restaurant „Rancho“ für ihre Ergebnisse: Marketenderinnen (Blumenmädchen): 1. Hirschbich-
jährlichen Sammeldienste zu Allerheiligen vor dem Friedhof ausge- ler Barbara, St. Johann; 2. Hechenberger Sonja, Jochberg; 3. Krimba-
zeichnet. Die Auszeichnung in Gold erhielten Abenthung Gernot, cher Katharina, Kirchberg. Jungschützen: 1. Haller Patrik, Westendorf;
Fiedler Georg und Mayr Michael. Die Auszeichnung in Silber erhielten 2. Nail Daniel, Kirchdorf; 3. Haller Othmar, Westendorf. Offiziere und
Falschlunger Daniel, Gollner Michael und Pfurtscheller Thomas. JS-Betreuer: 1. Niedermühlbichler Peter, Kirchberg; 2. Haller Othmar,
Im Anschluss folgten die Jungschützen den Ausführungen von Westendorf; 3. Jöchl Richard. Gästeklasse: 1. Schipflinger Anni,
Hans Ullmann über die Kriegsgräberfürsorge im In- wie im Ausland. Kirchberg; 2. Krimbacher Renate, Kirchberg; 3. Friesinger Greti, Joch-
berg. Jungschütze Patrik Haller der Andreas Hofer Schützenkompanie
Westendorf wurde als Tagessieger (Moar) geehrt.
Schießvergleichswettkampf Wörgötter, EHptm., Pressereferent des Baons
der Wintersteller Jungschützen . . .
WESTENDORF - Im Vordergrund der Jungschützenarbeit des Win- Informationsnachmittag für Osttirols
tersteller-Schützenbaons steht die Schießausbildung, die auch gleich-
zeitig zur Vorbereitung des Landes-Schießwettkampfes der Jungschüt-
Schützenmarketenderinnen
zen am 1. Mai 2003 in Innsbruck diente. Zum Ausscheidungsschießen ASSLING - Ende Mai traf sich an einem heißen Samstagnachmittag
für den Landesschießwettbewerb versammelte der Baon-JS-Betr. Lt. auf Einladung der Viertelmarketenderin Ruth Strasser (Kartitsch) eine
Wolfgang Hagsteiner die Elite der Jungschützen und Blumenmädchen große Schar junger Frauen im Schützenheim in Assling, um Informa-
im Gildenstand Westendorf. An diesem Wettkampf nahmen 38 Jung- tionen und Erfahrungen auszutauschen.
schützen teil. Für 15 Jungschützen und 2 Blumenmädchen war das
gute Abschneiden beim Baon-Schießen ausschlaggebend, um zum
Landesschießen nach Innsbruck fahren zu dürfen.
Ergebnisse: Blumen-
mädchen: 1. Strobl Chris-
tina, Oberndorf; 2.
Hechenberger Sonja,
Jochberg; 3. Hirschbichler
Barbara, St. Johann in
Tirol. Jungschützen: 1.
Markus Manzl, Westen-
dorf; 2. Burgmann And-
reas, Westendorf; 3. Laner
Michael, St. Johann in Pfarrer Rupert Roalter, BMjr. Hermann Huber, BMark. Elisabeth Konrad und
Tirol. Bez.-Mjr. Bertl Jordan im Gespräch mit den 35 Marketenderinnen
Der Jungschützenkönig Markus Manzl mit Der „Blattlbewerb“ des (Foto: A. Wolsegger)
Hptm. Johann Kirchmair, Westendorf, und Ausscheidungsschießens
Baon-JS-Betr., Lt. Wolfgang Hagsteiner,
Von der Leitung des Bundes der Tiroler Schützenkompanien sind
wurde von Manzl Markus
Kirchdorf dazu die Bundesmarketenderin Elisabeth Konrad und der Lkdt.-Stv.
mit 20 Teilern gewonnen,
Mjr. Stefan Zangerl angereist, um die notwendige Bundeseinheit zu
gefolgt von Fuchs Stefan, Kirchdorf, mit 25,5 Teilern und Strobl Chri-
unterstreichen und mit Referaten Information und Hilfestellungen zu
stina Oberndorf, mit 26,3 Teilern. Den begehrten Titel des „Baons-
bieten. Mit Interesse und Genugtuung haben Majore alle Bataillone
Jungschützenkönigs“ konnte heuer Manzl Markus der Andreas-Hofer-
unter der Führung von Viertel-Kdt. BMjr. Hermann Huber und einzel-
Schützenkompanie Westendorf erringen.
ne Offiziere von Kompanien die Diskussion und den regen Erfah-
rungsaustausch verfolgt.
. . . und Spaggermeisterschaft Die Rolle der Marketenderin im Schützenwesen einst und jetzt,
Einen fixen Platz im Jahresablauf der Jungschützenbetreuung weist Geschichtliches zur Tracht, Tracht und Mode, interessante Details wie
die „Spaggermeisterschaft“ auf. Bereits zum 13. Mal kamen am 21. die Anordnung von Knöpfen, Unterschiedlichkeit der Trachten, Beklei-
April 2003 80 Jungschützen und Blumenmädchen mit ihren Betreuern dungsvorschriften, Auftreten und Verhalten, Pflichten und Selbstver-
nach St. Johann, um ihr Können unter Beweis zu stellen. Die über- antwortung, die Vereinsfunktionärin und einiges mehr kam in den
dachte Eisbahn des Mauthnerwirtes diente als Austragungsort. Für die Referaten und Wortmeldungen zur Sprache.
reibungslose Durchführung und für die Betreuung der Jungschützen Noch lange nach der Jause, zu der die Gemeinde Assling geladen
und Gäste sorgte die Feller Schützenkompanie unter ihrem Hptm. hatte, diskutierten die Marketenderinnen über Bekanntes und Neues in
Alois Foidl. An der Meisterschaft beteiligten sich nicht nur die Jung- und außerhalb des Schützenwesens.
schützenbetreuer und Offiziere, sondern auch Gäste, die bei den Auf- Als Einstimmung hatte Ortspfarrer Roalter die TeilnehmerInnen zu
würfen und beim „Schnupfen“ Geschicklichkeit und Begeisterung einer Einführung über die Geschichte der Pfarre und des Gotteshauses
zeigten. Besonders die Jungschützen unterstrichen beim Wettkampf- Assling und zu einer kurzen Andacht in die Kirche geladen.
geschehen des alten „Unterinntaler Volkssportes“ Ehrgeiz, Zielsicher-
(Fortsetzung Seite 27!)
Bayerische Gebirgsschützen
Bund der Bayerischen Gebirgsschützenkompanien

S.K.H.
Herzog Franz von Bayern
Am 14. Juli 1933 als Sohn von Erbprinz
Albrecht und seiner Gemahlin Maria gebo-
ren, ist Herzog Franz ein Urgroßneffe von
Ludwig III., dem letzten König von Bayern.
Als Kind erlebte der Jubilar in der Nazizeit,
was es bedeutet, einer regimekritischen
Familie anzugehören. Nach einem Exilauf-
enthalt in Ungarn und der Gefangenschaf-
ten in drei Konzentrationslagern konnten
die Wittelsbacher 1945 auf einem Weiter-
transport von Dachau von den Amerikanern
bei Ammerwald an der Tiroler Grenze geret-
tet werden. Die Schulzeit am Gymnasium
des Benediktinerklosters Ettal und das Stu-
dium der Betriebswirtschaft folgten. Bereits
Vom Balkon des Schlosses winkt Herzog Franz den Gartulanten zu. V.l. Prinz Leopold, Karin Stoiber, als Student sammelte der Jubilar zeitgenös-
Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber, Herzog Franz, Prinzessin Irmingard und Friedrich Kardinal Wetter. sische Kunst und erwarb sich einen interna-
Bild unten: Die Gebirgsschützen von Hofmark-Söllhuben erwidern den Gruß. tionalen Ruf. Nicht nur Kunst und Wissen-
schaft, auch Hilfsprojekte in Rumänien und
Königlicher Geburtstag die Obdachlosenbetreuung der Benediktine-
rabtei St. Bonifaz können auf seine Hilfe
zählen.
MÜNCHEN - „Ein Tag, der den vergoldeten Musikkapelle sowie den Salutzug der
Der Münchner Merkur bezeichnete den Her-
Fassadenschmuck von Schloss Nymphenburg Gebirgsschützenkompanie Tegernsee unter
zog als „Ein Personennetzwerk, das immer
leuchten und die Wasserfontäne davor silbrig Hptm. Alfred Bayer.
dann zur Verfügung steht, wenn es
glänzen lässt. Ein Tag, an dem sich Schloss Viele empfanden, dass dieses Ereignis
gebraucht wird. Auch in dieser Eigenschaft
und Park und der Himmel darüber zu einer zutiefst bayrisch war und ein Dankeschön der
werden wir ihn noch lange brauchen. Ad
Kulisse verbinden“ - so schwärmte der Bayern für die großartige Leistung, die der
multos annos!“
Berichterstatter der Süddeutschen Zeitung Herzog für das Land vollbringt.
vom Festtag des Hauses Wittelsbach, der
einen Hauch von Monarchie in die Landes-
hauptstadt München brachte.
2.500 geladene Gäste aus allen Teilen der
Gesellschaft, der Aufmarsch der Gebirgs-
schützen und Abordnungen von Sportschüt-
zen und historischen Vereinen umrahmten
das Geburtstagsfest des Chefs des Hauses
Wittelsbach, Herzog Franz von Bayern, der
sein 70. Lebensjahr vollendete. Gleichzeitig
feierten auch Prinz Ludwig den 90., Prinzes-
sin Irmingard den 80. und Prinz Leopold den
60. Nach dem langen Geburtstagsdefilée, an
dem sich auch das Bayer. Kabinett beteiligte,
betraten die Jubilare und Ministerpräsident
Edmund Stoiber mit Frau Karin die Balustra-
de und LHptm. Karl Steininger meldete dem
Herzog die angetretenen Gebirgsschützen:
Landeshauptmannschaft, Gebirgsschützen-
kompanie Hofmark-Söllhuben unter Hptm.
Rudolf Walter mit Spielmannszug und
24 Berichte aus Bayern Nummer 4 - August 2003

Mit echter ungekünstelter Liebe zur Hei-


mat, bodenverbunden und den Mitmenschen
Zum Geleit Vatikanstadt, 29. 4. 2003 zugewandt, der heimlichen Tradition und
echtem Brauchtum verbunden und jeden Tag
Liebe Gebirgsschützen!
gelebt. Ein unverwechselbarer Anteil an Bay-
So gern wäre ich zu eurem Patronatsfest nach Rottach-Egern gekommen, um mit euch ern und besonders Oberbayern!“
unser schönes Bayernland neu der Patrona Bavariae anzuvertrauen. Auch wenn ich ange-
sichts der Termine, die sich gerade in der ersten Maihälfte angesammelt haben, die Reise
leider nicht machen kann, so möchte ich euch um so mehr versichern, daß ich mit dem
18. Püxenschießen
Herzen bei eurem Hauptfest mit dabei bin. Unser Land ist gottlob von keinem Krieg
bedroht, wir danken dem Herrn, dass wir nach den Heimsuchungen der ersten Hälfte des
in Reichenhall
20. Jahrhunderts nun seit mehr als einem halben Jahrhundert in Frieden leben dürfen. REICHENHALL - Bei herrlichem Wetter
Aber innere Bedrohungen können wir nicht übersehen: Der Glaube ist in Gefahr, in einem trafen sich Gebirgsschützen, Marketenderin-
Klima der Beliebigkeit zu versickern. Es scheint einfacher zu sein, ohne ihn so dahin zu nen, Behörden und Vereine auf der Standort-
leben und sich von den Angeboten der Freizeitindustrie bedienen zu lassen, die uns ver- schießanlage der Bundeswehr im Nesselgra-
sprechen, uns auf die Sonnenseiten des Lebens zu führen. Aber dann spüren wir doch, dass ben zu einem fairen und sportlichen Wett-
inwendig etwas leer bleibt; dass wir den Krisen, vor die und das Leben stellt, damit nicht kampf.
standhalten können. Dann verfällt allmählich auch die Barmherzigkeit, die Fröhlichkeit, 132 Teilnehmer schossen auf eine Entfer-
die Hilfsbereitschaft und das Eintreten füreinander in schwierigen Zeiten, das uns Bayern nung von 100 Metern auf eine 10er Ring-
ausgezeichnet hat. Dann werden die Bräuche leer, ohne die doch unser Land nicht nur sein scheibe. 2 Probeschüsse, 5 Wertungsschüsse
Gesicht, sondern auch sein Herz verlieren würde. Unser bayerisches Land zieht viele Men- liegend aufgelegt, 5 Wertungsschüsse stehend
schen an, weil sie da eine Herzlichkeit und eine Menschlichkeit finden, die es anderswo so angestrichen und 1 Schuss auf die
nicht mehr gibt. Aber die Quelle dessen, was Bayern nicht nur landschaftlich, sondern Ehrenscheibe, ebenfalls stehend angestrichen.
menschlich so schön macht, die ist eben der christliche Glauben. Ohne ihn wäre Bayern
nicht mehr bayerisch, und das dürfen wir nicht zulassen.
Deswegen ist der Blick auf die Patrona Bavariae so wichtig. Maria, die gütige Mutter des
Herrn; Maria, die am Kreuz zu ihrem Sohn stand; Maria, zu der die Menschen seit der
Hochzeit von Kana in allen Arten von Nöten kommen und Hilfe erlangen – sie zeigt uns
die Richtung. Sie zeigt uns, wie Bayern sich selbst treu und so schön bleiben kann, wie wir
es kennen und lieben. Und deshalb rufe ich euch an eurem Patronatsfest zu: Steht zur Mut-
ter des Herrn! Steht zur Kirche, deren Mutter sie ist und die unsere Mutter ist, unser Land
mütterlich geformt hat! Steht zum Papst und zu den Bischöfen! Steht zum Glauben! Dann
brauchen wir um die Zukunft unseres Landes keine Sorge zu haben.
In tiefer Verbundenheit übersende ich euch für eEuer Fest meinen Segen: Es segne euch
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen
Joseph Cardinal Ratzinger

Dieter Dettmer (GSK Aschau) erhält von Hptm.


Oberbayern ehrt Landeshauptmann Steininger Werner Zeininger (GSK Reichenhall) die
Ehrenscheibe.

MÜNCHEN - Der Präsident des Bezirkstags Damit wurde sein Einsatz in vielfältigen Zum ersten Mal in der Geschichte des
von Oberbayern, Franz Jungwirth, hat in Ehrenämtern und seine stete Bereitschaft als Püxenschießens konnte ein Schütze das
einer Feierstunde dem LHptm. der Bayeri- Ansprechpartner und Ratgeber gewürdigt. Traumergebnis von 100 Ringen erreichen.
schen Gebirgsschützen, Karl Steininger, für Besonders hob Bezirkstagspräsident Jung- Dies war heuer dem Hptm. der GSK Reit i.
seine Verdienste die Bezirksmedaille verlie- wirth hervor, dass LHptm. Karl Steininger die Winkl, Peter Obertanner, vorbehalten. Die
hen. traditionsreiche Gemeinschaft des Bundes der Ehrenscheibe holte sich Dieter Dettmer von
Bayerischen Ge- der GSK Aschau.
birgsschützenkom- Als weitest angereiste Mannschaft begrüß-
panien zusammen- te der Hptm. der GSK Reichenhall, Werner
hält, hegt und pflegt Zeininger, vier Schützen aus Südtirol von der
und ergänzte mit Kompanie Pfalzen. Diese Schützen erhielten
eigenen Worten die auch den Weitpreis.
vorbereitete Rede:
„Ich habe kaum wo
anders als gerade
Olt. Franz Kristen zum 70er
bei den Gebirgs- ASCHAU - Wer kennt ihn nicht? Er trägt
schützen in meiner Aschauer Montur und wenn er im Gespräch
Kompanie, den ist, dann wird höchstwahrscheinlich über
Waakirchnern, und Exerzieren, Schießen oder die Munition gere-
bei allen anderen det.
Kompanien, so viele Schütze ist er seit 1982. Die Jahre gingen
Originale und origi- ins Land und Franz hat sich im wahrsten Sin-
nelle Menschen ne des Wortes hochgedient. Als aufrechter
kennen gelernt. Schütze mit einer natürlich-herzhaften Art,
Nummer 4 - August2003 Berichte aus Bayern 25

gepflegte Leonhardi-Fahren wieder auf, denn


die Gmunder Kompanie war ja schon 1924 in
50 Jahre GSK Flintsbach
Bad Tölz und 1947 in Kreuth aktiv bei der FLINTSBACH - Über 1.200 Schützen feier-
Leonhardi-Fahrt dabei. ten bei schönem Wetter in Flintsbach das 50-
Seit einigen Jahren besuchten einige jährige Wiedergründungsjubiläum der GSK
Schützenkameraden die Kreuther Leonhardi- Flintsbach und 20. Bataillonsfest des Batail-
Fahrt und Ende 2001 kamen der Gmunder lons Inn-Chiemgau.
Hptm. Robert Stumbaum und sein Fhr. Adi Hptm. Max Dirl rief am Vorabend in seiner
Raith auf die Idee, mit einem eigenen Leon- Rede die Geschichte der Kompanie wieder ins
hardiwagen zu fahren. Bei der Versammlung Gedächtnis. Er erinnerte an die Gründungs-
im Januar 2002 beratschlagte die Haupt- väter Wast Graf und Sepp Resch, die trotz
mannschaft die Umsetzung der von Initiator Schwierigkeiten die Kompanie ins Leben
Adi Raith vorgetragenen Idee und gab ein- gerufen hatten. Dabei waren sie von Pfarrer
Hptm. Totila Meissner (r.) überreicht mit zwei stimmig grünes Licht für das Vorhaben, das
Marketenderinnen Franz Kristen (l.) eine Schieß- Behringer unterstützt worden. Der erst weni-
scheibe mit dem Konterfei des Jubilars sofort angepackt wurde. ge Jahre zurückliegende Weltkrieg und die
„Adi Raith als Hauptakteur, Andreas Tatsache, dass einige Männer erst kurz von
mit großem Verständnis für die Schützensa- Schöpfer, in dessen Werkstätte gearbeitet der Gefangenschaft zu Hause waren, schreck-
che sowie seine ausgeprägte Kameradschaft wurde, Max Mayr, der die saubere Schnitze- te verständlich die Männer ab, sich wieder
führten zu seinem Aufstieg innerhalb der rei geschaffen hat und Georg Haslauer jun. mit Waffen zu zeigen. Pfarrer Behringer hat-
Kompanie. Ab 1984 Waffenwart und seit standen oft bis nach Mitternacht in der Werk- te aber gebeten, wenigstens am Fronleichnam
1989 Olt. und stv. Hptm. stätte. Mehr als 600 Arbeitsstunden haben sie ein paar Schützen zur Begleitung des Aller-
Am 17. Mai feierte Franz Kristen seinen aufgewendet, bis das Prachtstück Gestalt heiligsten aufzubieten. Nach der Prozession
70. Geburtstag. Es war sein Wunsch, gemein- annahm. Ein Glücksfall, dass in der Kompa- war die Rückmeldung aus der Bevölkerung
sam mit seiner Kompanie zu feiern. Mit einer nie ein Schmied ist. Josef Schiller versteht überwiegend positiv und der Gründung stand
Ehrensalve und einer Schützenscheibe seines sich auf die Wagenbeschläge und die Roaf. nichts mehr im Wege.
Konterfei als Geschenk überbrachte die Kom- Und so waren die von Sepp Erhard überhol-
panie unter Führung von Hptm. Totila Meiss- ten Wagenradl schon bald fahrtüchtig. Die
ner die herzlichsten Glückwünsche und Fuhrleit mit de Roos, Georg Müller und Har-
sprach ihm den Dank der Kompanie für seine ald Portisch von Hartpenning, sind auch bei
Treue und Zuverlässigkeit aus. Unter den der Kompanie. Die saubere Malerei stammt
Gratulanten befanden sich auch Vertreter von M. Böckl, Fischbachau.“
benachbarter Kompanien. Zu später Stunde Vorne ist St. Leonhard zu sehen, auf der
verabschiedete man sich von der Feierlichkeit Rückseite die Muttergottes, das Vorbild ist in
und wünschte nochmals alles Gute. der Gmunder Maria-Hilf-Kapelle. An den Sei-
ten die beiden Kirchenpatrone St. Michael
und St. Ägidius. Außerdem sind an den Sei-
Neuer Leonhardiwagen für die ten noch die Jahreszeiten zu sehen:
GSK Gmund Frühjahr– die Fronleichnamsprozession Zu Beginn der Messe gruppierten sich die Fahnen
nach Kaltenbrunn um den Altar.
GMUND - Die Gebirgsschützenkompanie Sommer – die Pfarrkirche mit der Mangfall Hptm. Dirl konnte auch eine Reihe von
Gmund hat eine lange Tradition. 1623 ent- Herbst – Almabtrieb durch Gmund Ehrengästen begrüßen, darunter Landrat Max
standen zum Schutz für die Heimat, stehen Winter – der Leonhardiritt in Festenbach Gimple und Bgm. Wolfgang Berthaler sowie
auf ihren Fahnen auch Einstehen für heimat-
LHptm. Karl Steininger und Gau-Hptm. Toni
liches Volkstum und feiertäglichen Brauch. Beim Pfarrpatrozinium, dem „kloana Kirta“,
Greimel.
So griffen die Gmunder Gebirgsschützen im am 1. September 2002, weihte Pfarrer Wil-
Im Mittelpunkt des Festtages stand der fei-
vergangenen Jahr das früher schon einmal fried Streibelt den neuen Leonhardiwagen.
erliche Festgottesdienst. Pfarrer Overmeyer
baute auf einer Schützenscheibe, die vor dem
Mit diesem
Altar stand, und die einen Flintsbacher
handwerklich
Gebirgsschützen vor der Pfarrkirche zeigt,
einmaligen
seine Predigt auf und verwies auf die Einheit,
Truchenwa-
die zwischen den Gebirgsschützen und der
gen fahren die
Kirche besteht. Er erläuterte, was zu tun ist,
Gmunder
damit das Leben ins Schwarze trifft: „Suchen
Gebirgsschüt-
wir immer wieder die Nähe zur Mitte unseres
zen zum
Lebens, zu Gott!“. Im Anschluss an die Messe
Leachats nach
fand der prächtige Festzug durch das Dorf
Fischhausen
statt und das Fest fand seinen Ausklang im
und in Kreuth.
Zelt. Von den Reit im Winkler Gebirgsschüt-
Die Gmun- zen wurden die Flintsbacher mit einem Fassl
der Gebirgs- Bier und Brotzeit als Dank für ihre Hilfe bei
schützen kön- der Wiedergründung 1992 überrascht und
nen auf diese auch die Audorfer Kompanie, die als Ehren-
Leistung stolz kompanie beim Fest fungierte, überbrachte
sein. Grüße und Wünsche.
26 Berichte aus Bayern Nummer 4 - August 2003

Der Bayerische Volksaufstand von 1705


Eine Zusammenstellung vom stv. LHptm. Martin Haberfellner, Kochel a. See

Am 25. 12. 2005 jährt sich zum 300-sten Mal die sogenannte Wir wollen in einer historischen Artikelreihe den Ursachen der
„Sendlinger Mordweihnacht“, in der die Erhebung der Oberländer Volkserhebung nachgehen, die Vorbereitung und die Durchführung
gegen die kaiserlich-österreichische Besatzung blutig niederge- des Aufstands beschreiben und die Rolle der Bayerischen Gebirgs-
schlagen worden ist. schützen beim Aufstand der Oberländer untersuchen.
Die Bayerischen Gebirgsschützen und die Schützen des historischen
Tirol, also von Nord-, Ost-, Süd- und von Welschtirol, sind heute Kurfürst Max Emanuel von Bayern,
auf der Grundlage einer vergleichbaren wehrhaften Geschichte und der Türkensieger
gleicher christlicher Lebensgrundsätze freundschaftlich miteinan-
der verbunden. Mit der Gründung der Alpenregion der Schützen 1683: Ungarn war überrollt, Wien war von den Türken einge-
1975 ist es ihnen gelungen, nach einem behutsamen Aufeinander- schlossen. 168.000 Mann soll das osmanische Belagerungsheer
zugehen Vorbehalte abzubauen, Gegensätze zu überwinden und umfasst haben. Ohne Hilfe des Reiches wäre Wien, wäre Österreich-
Bayern und Tiroler als gute Nachbarn zusammenzuführen. Vom Habsburg verloren gewesen. Die österreichischen Gesandten war-
gleichen bajuwarischen Stamm, eine gleiche Sprache sprechend ben überall bei den deutschen Reichsfürsten um militärische Hilfe.
und im gleichen alpenländischen Lebensraum daheim, sind sie seit Auch in München bestürmte Graf Kaunitz den Kurfürsten,
mehr als 25 Jahren aus ihrer Geschichte heraus überzeugte und Hilfstruppen nach Wien zu schicken. Obwohl das Reich rein for-
überzeugende Wegbereiter eines zusammenwachsenden Europas. malrechtlich wohl nicht verpflichtet war, Beistand zu leisten - die
Bayern bezeichnet sich mit seiner über 1.500-jährigen Stammes- Habsburger hatten immer auf der Exemption (also die Herausnah-
und Staatstradition gern als ältester Staat Europas. Tirol, bis ins 13. me) der österreichischen Erblande aus dem Reich bestanden - hat
Jahrhundert Teil des alten Bayern, hat seither innerhalb des habs- dann schließlich doch das Gemeinschaftsgefühl den Ausschlag
burgischen Österreich eine eigenständige und selbstbewusste Son- dafür gegeben, dass die Reichsfürsten ein Entsatzheer zur Befreiung
derstellung entwickelt. Der Tiroler Volksaufstand des Jahres 1809 von Wien in Marsch gesetzt haben. Schließlich ist es um sehr viel
unter der Führung von Andreas Hofer schließlich hat einen unge- mehr als nur um österreichisch-habsburgische Machtinteressen
heuren Eindruck in ganz Europa gemacht. Für das im 19. Iahrhun- gegangen. Der türkische Angriff auf Wien war ein Vernichtungs-
dert neu entstehende und sich erst formende Nationalbewusstsein feldzug der Muslime gegen die Giauren, die Ungläubigen, gerichtet
der Bevölkerung in den verschiedenen europäischen Staaten war gegen das gesamte christliche Abendland. Und er bedeutete eine
die patriotische und heldenhaft anmutende Gesinnung der Tiroler unmittelbare Bedrohung der westlich angrenzenden Länder wie
Aufständischen ein bewunderungswürdiges Vorbild. Und in Bayern Bayern.
fragte man sich, ob es in Bayern nicht schon 100 Jahre vorher eine Kurfürst Max Emanuel zögerte deshalb nicht. Er war einer der
vergleichbare Bewegung gegeben habe, in Treue zum eigenen Land, ersten, der mit seinen rund 11.000 Bayern zum Entsatz von
in Treue zum angestammten Herrscherhaus, mit dem Ziel, sich von Wien erschienen ist. Furios, wie er mit seinen Arco-
einer ungeliebten und drückenden Fremdherrschaft zu befreien. Kürassieren als erster ins Türkenlager eingebrochen ist.
„Der kurze dramatische Ablauf des bayerischen Bauernaufstandes, Die Türken wurden geschlagen - Wien war befreit. Und
der in nichts der Volkserhebung der Tiroler unter Andreas Hofer dann die Gegenoffensive gegen die Türken: Jedes Jahr
nachstand, der Kampf der Unterländer gegen die kaiserlichen von 1683 bis 1688 fährt die weiß-blaue Leibflottille des
Besatzungstruppen, der Zug der Oberländer nach München in der bayerischen Kurfürsten die Donau hinunter. Der Feld-
Hoffnung, die Hauptstadt zu gewinnen, die kaiserliche Admi- zug von 1685 hat unter wesentlicher Beteiligung der
nistration abzusetzen und außer Landes zu schicken, Bayern die Rückeroberung von Neuhäusel und den
schließlich noch der Umstand, dass die Aufständi- Entsatz von Gran gebracht. 1686 stürmten die Bayern
schen die in der Münchener Residenz lebenden die Zitadelle von Ofen, die 150 Jahre in türkischer
Kinder des geflohenen Kurfürsten davor bewah- Hand gewesen war. In der Schlacht bei Mohacs 1687
ren wollten, ins Exil, in kaiserliche Gefangen- rollte Max Emanuel zusammen mit Ludwig von Baden
schaft geführt zu werden, alle diese Kompo- die Türken vom linken Flügel her auf. Der Sieg brach-
nenten machten den bayerischen Bauernauf- te dem Kaiser die endgültige Herrschaft über Ungarn.
stand der Tiroler Erhebung gleichrangig. Die Das Jahr 1688 führte Max Emanuel auf den Höhepunkt
nämliche Abneigung, die die Tiroler den Bayern seines persönlichen Ruhmes als Feldherr. Die Eroberung
entgegenbrachten, war psychologisch auch im von Belgrad war das ureigenste Werk und das Verdienst
umgekehrten Verhältnis begreifbar. (...) Die natio- des bayerischen Kurfürsten als Oberkommandierender
nale Erhebung der Bayern gegen die Kaiserlichen war der vereinigten Reichstruppen. Der bayerische Kurfürst hat
gleichwertig der nationalen Sammlung der Tiroler dem Kaiser ein neues Reich gewonnen. Gedankt hat es der
gegen Bayern und Franzosen. Der Schmied Balthes Kaiser ihm und seinen tapferen Bayern nicht. 15 Millionen
von Kochel, der die Aufständischen geführt haben Gulden - das Steueraufkommen von 12 Jahren - haben
soll, bekam dieselbe Symbolkraft wie Andreas Bayern die Feldzüge gegen die Türken gekostet. Und
Hofer.“ So ist es bei Ludwig Hüttl in seinem 1976 30.000 Bayern sind dabei für Habsburg-Österreich
im Süddeutschen Verlag erschienenen Buch „Max gefallen.
Emanuel - Der Blaue Kurfürst“ zu lesen. (Fortsetzung in der nächsten Ausgabe!)
Nummer 4 - August 2003 27

Eva Klotz bei den Marketenderinnen Nach dem gemeinsamen Mittagessen ging es weiter zur Ottoburg,
wo uns Luis Zingerle jr. einige geschichtliche Ereignisse Innsbrucks
BRIXEN - Im Mai stellte Eva Klotz ihr Buch „Georg Klotz – Frei- näherbrachte, so z.B. die Geschichte der zwei wagemutigen Männer,
heitskämpfer für die Einheit Tirols“ im Brixner Schützenraum vor. die sich unter der Innbrücke den Wasserrohren entlang gehantelt
haben und die belagernden Franzosen derart überraschten, dass sie
glaubten, die Stellung nicht mehr halten zu können und somit von
Innsbruck abzogen.
Weiter ging’s zum Goldenen Dachl bis hin zur Hofkirche, wo es
natürlich um die Geschichte Andreas Hofers und um Kaiser Maximili-
an I. ging.
Als krönender Abschluss stand der Bergisel auf dem Programm,
Turm und Sprungschanze war es die Hauptattraktion.
Auf der Heimatfahrt hatten die Betreuer noch etwas ganz Besonde-
res vorbereitet, nämlich einen kleinen Quiz zu allem, was an diesem
Tag gesehen worden war. Und es war erstaunlich, mit welchem Eifer
die Fragen beantwortet wurden, trotz des anstrengenden Tages.
Bei dieser Gelegenheit der Stadt Innsbruck, dem Südtiroler Schüt-
zenbund und den Bezirken Brixen und Pustertal einen herzlichen
Dank, dass sie die Fahrt unterstützt haben und den Betreuern und
LAbg. Dr. Eva Klotz inmitten der Marketenderinnen und Schützen des Bezirks Jungschützen ein Vergelt’s Gott für ihre Mühen bzw. Disziplin.
Brixen

Den interessierten Marketenderinnen als auch den Schützenkame- 15. Tiroler JS-Schießen in Arzl
raden und Hauptleuten berichtete Eva Klotz über die Zeit der Spren-
gungen, über das unmenschliche Verhalten der italienischen Exekuti- INNSBRUCK - Das 15. Tiroler Jungschützenschießen fand heuer am
ve gegenüber den Tiroler Kämpfern und über die Verräter der eigenen 1. Mai am Hauptschießstand in Innsbruck–Arzl statt. Insgesamt nah-
Landsleute in den 60er Jahren. Es war für alle Anwesenden ein sehr men 336 Jungschützen aus ganz Tirol daran teil, davon 22 Jung-
lehrreicher Abend mit einer angeregten Diskussion, der leider viel zu schützen des Südtiroler Schützenbundes, die ihre Treffsicherheit unter
kurz war. Beweis stellen wollten.
Ergebnisse: Jungschützen Klasse 1: 1. Peter Kinzner, Kematen - 92,8;
Barbara Michaeler
2. Stefan Thaler, Rietz - 90,1; 3. Gernot Abenthung, Natters - 87,1 R;
Jungschützen Klasse 2: 1. Stefan Kirchmair, Telfs - 99,4; 2. Daniel
Lehrfahrt nach Innsbruck File, Pfunds - 98,7; 3. Michael Juffinger, Thierberg - 98,0 R; Jung-
schützen Klasse 3: 1. Jonas Wille, Kaunerberg - 101,6; 2. Martin Mal-
INNSBRUCK - Bei Kaiserwetter unternahmen am 18. Mai die Jung- laun, See - 100,2; 3. Othmar Haller, Westendorf - 100,1 R; Jungschüt-
schützen und Jungmarketenderinnen der Bezirke Brixen und Pustertal zen Klasse 4: 1. Nikolaus Gutweniger, Algund - 98,8; 2. Daniel Valen-
eine Lehrfahrt in die Landeshauptstadt Innsbruck. Mit knapp 60 Teil- tin, Strassen - 98,4; 3. Lukas Strobl, Oberndorf - 98,3 R; Marketende-
nehmern war die Fahrt ein voller Erfolg! rinnen Klasse 1: 1. Melanie Gustav, Imst - 85,7; 2. Monika Hafner,
Als erster Punkt stand die Hl. Messe in der Basilika des Stiftes Wil- Tumpen - 78,1; 3. Tamara Hofer, Tumpen - 66,9 R; Marketenderinnen
ten auf dem Programm. Anschließend ging es weiter zum Rund- Klasse 2: 1. Silvia Klotz, Elbigenalp - 101,4; 2. Lisa-Maria Valtiner,
gemälde, einem wunderbaren Kunstwerk über die Schlacht am Bergi- Strassen - 100,2; 3. Christina Strobel, St. Johann - 96,5 R; Marketen-
sel, das ein jeder Schütze einmal gesehen haben muss. Ganz begeistert derinnen Klasse 3: 1. Kerstin Tschernutter, Völs - 99; 2. Simone Kap-
von den imposanten Darstellungen haben die Jungen das Bild bewun- ferer, Tumpen - 98,3; 3. Alexandra Gstrein, Karres - 95,6 R; Mann-
dert. schaftswertung: 1. Bataillon Oberland/Pustertal - 492,5; 2. Bataillon
Mit der Hungerburgbahn fuhr man zur nächsten Attraktion, dem Kufstein - 490,9 ; 3. Bataillon Wintersteller - 489,8 R; Tiefschuss-
Alpenzoo. Mit großem Interesse wurden die verschiedenen Tiere beob- Wertung SSB: 1. Nikolaus Gutweniger, Algund - 66,2; 2. Siegbert
achtet, dabei waren die vielen spielenden Jungtiere ein ganz besonde- Bergmeister, Pfunders - 80,3; 3. Lukas Varesco, Montan - 105,6 T;
rer Anziehungspunkt. Tiefschuss-Wertung BTSK: 1. Außersteiner Mathias, Oberlienz - 6,9;
2. Sandro Gabl, Grins - 14,2; 3. Hubertus Walder, Strassen - 14,7 T

Ehrung von Marketenderinnen


OLANG - Am Sonntag, dem 22. Juni 2003 - Antlasstag - trat die
Schützenkompanie Peter Sigmayr Olang zur Fronleichnamsprozession
in Geiselsberg an. Wir dankten unserem Herrgott und erwiesen ihm die
größte Ehre durch eine General-de-Charge.
Im Anschluss an die Prozession traf man sich im Traditionsgasthof
„Zum Arndtwirt“, wo uns Eugen Ladstätter und seine Mutter begrüß-
ten. Die zwei Marketenderinnen Ingrid Pineider und Irmgard Hainz
konnten die Auszeichnung des Südtiroler Schützenbundes für 10-
jährige aktive Mitgliedschaft mit Urkunde und Silberbrosche entge-
gennehmen. Sei es beim Schützenball mit Bastelarbeiten oder ihrer
Mithilfe bei anderen Veranstaltungen, überall sind die zwei eifrig
dabei.
Die Teilnehmer an der Lehrfahrt vor dem Andreas-Hofer-Denkmal
am Bergisel Hptm. Valentin Sottsass
28 Nummer 4 - August 2003

Wir gratulieren . . . EHptm. Alois Fasching feierte 80er


DÖLSACH - Am 7. Mai vollendete Alois Fasching, der 30 Jahre lang
Hptm war, sein 80. Lebensjahr.
Eine kleine Anerkennung für eine Aus diesem Anlass luden die Schützenkameraden zu einer großen
großartige Leistung Geburtstagsfeier in Dölsach: Am 9. Mai fand sich die „Franz von
Defregger“ Schützenkompanie auf dem Schulplatz ein, um ihrem lang-
MARLING – Über 40 Jahre, seit der Gründung der Schützenkompa- jährigen Hptm. zu seinem Jubiläum zu gratulieren.
nie Marling, war Alois Matzoll - wir kennen ihn alle als den „Widum Hptm. Georg Zirknitzer würdigte den unermüdlichen Einsatz
Luis“ - deren Schriftführer und Kassier. Faschings für die Kompanie und wünschte ihm und Gattin Anna wei-
Das von ihm gewis- terhin alles Gute und beste Gesundheit.
senhaft geführte Proto-
kollbuch, in dem sämtli-
che Ereignisse besagter
vier Jahrzehnte vermerkt
sind, lässt sich deshalb
als umfangreiche Chronik
unserer Kompanie lesen.
Für diesen unermüdli-
chen, langjährigen und
ehrenamtlichen Einsatz
haben die Kommandant-
schaft sowie die Kamera-
Ein kleines Danke für Luis Matzoll den ihrem Luis offiziell
gedankt und richtig
hochleben lassen. Als kleine Anerkennung für die geleistete Arbeit
wurde ihm ein Bild mit einem Motiv unserer Heimat sowie ein
V.l. Hptm. Gerog Zirknitzer, Anna und ihr Gatte Alois Fasching
Geschenkskorb mit bäuerlichen Produkten überreicht. Im Bewusstsein
jedoch, dass dies nur symbolischen Charakter haben kann, möchte die Ein Werndl-Gewehr und eine Ehrenscheibe mit dem Konterfei des
Schützenkompanie Marling ihrem bisherigen Schriftführer und Kassier Geburtstagskindes, gemalt von Robert Ingruber aus Schlaiten, wurden
nochmals ein tirolerisches Vergelt’s Gott im ursprünglichen Sinne die- von den Jungschützen und Jungmarketenderinnen als Geschenk von
ser Worte aussprechen. der Kompanie überreicht. Weitere Gratulanten waren: Bgm. Josef Mair
und der Obm. des Gesamttiroler Schützenbundes und Kdt. des Schüt-
Hochzeit von Martin und Evelyn zenviertels Osttirol, BMjr. Hermann Huber. Zum anschließenden gesel-
ligen Beisammensein im vollbesetzten Schützenheim fanden sich auch
LÜSEN - Am 11. Mai läuteten für Evelyn Hinteregger und Martin Schützenkurat Stadtpfarrer Edi Niederwieser und Ortspfarrer Alban
Federspieler, beide aus Lüsen, die Hochzeitsglocken. Evelyn ist Mar- Ortner ein.
ketenderin bei der Schützenkompanie Rosenthal Lüsen, und Martin,
LKdt.-Adjutant, Schriftführer des Bezirkes Brixen und Fhr. bei seiner Corinna und Andreas heirateten
Kompanie in Lüsen.
Nach der Trauung feuerte die Kompanie ihnen zu Ehren eine ST. NIKOLAUS-MARIAHILF - Am 26. April 2003 gaben sich Corin-
Ehrensalve ab. LKdt. Mjr. Paul Bacher gratulierte dem neuvermählten na und Andreas Reinisch das Ja-Wort.
Paar auf’s herzlichste und wünschte alles Gute für die Zukunft. Auch Im Jahr 1984 trat Andreas mit sechs Jahren als Jungschütze der
Bez.-Mjr. Sepp Kaser schloss sich diesen Worten an. Als Geschenk Kompanie St. Nikolaus-Mariahilf bei. Nun gratulierte die Kompanie
wurde ihnen von Olt. Helmuth Oberhauser eine Schützenscheibe über- unter dem Kommando von Olt. Helmut Naschenweng vor dem Golde-
reicht, worauf beider Heimathof und eine Tiroler Fahne abgebildet nen Dachl in der Herzog-Friedrich-Straße ihrem Schützenkameraden
sind. Anschließend feierten alle im Hotel „Rosenthal“ in Lüsen - unter- mit einer exakten Ehrensalve. Das Bataillon Innsbruck schließt sich
brochen von kleinen Ständchen - bis spät in die Nacht hinein. diesen Glückwünschen gleichfalls an.
Auch wir wünschen dem Paar viel Glück und alles Gute in ihrem
neuen Heim. Ing. Sepp Dag, Hptm., Baonspressereferent

Hptm. Rudl Duregger - 60


AINET - Am 27. März 2003 konnte Hptm. Rudl Duregger einen
„Runden“, seinen 60. Geburtstag feiern.
Rudl Duregger trat am 1. 1. 1959 der Schützenkompanie Ainet bei
und ehe er 1983 die Funktion des Hptm übernahm, bekleidete er zahl-
reiche Funktionen in der Kommandantschaft.
Am 28. 3. 2003 versammelte sich die gesamte Kompanie und mar-
schierte vom Gemeindehaus zum Haus unseres Hptm., um dort für die
Gratulationswünsche, Ehrensalve sowie die Ehrensalutschüsse aus der
Kanone Aufstellung zu nehmen.
Außer den Gratulanten der Kompanie kamen auch Bgm. Mag. Karl
LKdt.-Adjutant Mag. Martin Federspieler und Evelyn Hinteregger Poppeller, Viertel-Kdt. Mjr. Hermann Huber, Baon-Kdt. Toni Huber
haben geheiratet! sowie die Vertreter anderer Vereine.
Nummer 4 - August 2003 29

Ehrenbürger Albuin Jordan ist,


mit den Bürgermeistern des west-
lichen Mittelgebirges unter dem
Regionsvorsitzenden Anton
Kirchmair vor dem Goldenen
Dachl angetreten, um mit klingen-
dem Spiel zum Domplatz in Inns-
bruck zu marschieren. Mit LKdt.
Mjr. HR Dr. Otto Sarnthein schritt
dann unser Jubilar die Ehrenfront
ab und die Heimatkompanie
schoss ihrem Ehrenmitglied eine
exakte Salve mit anschließender
Übergabe eines Schützenhutes.
Auch Vizebgm. Eugen Sprenger
Die Gratulanten (v.r.) Baon-Kdt. Mjr. Toni Huber, Viertel-Kdt. Hermann Huber, von Innsbruck, Domprobst Egger
Mjr. Toni Wolsegger, Hptm. Rudl Duregger mit Gattin Anna, Bgm. Mag. Karl und der Pfarrer von Axams/Birgitz, Paul Kneusl, waren an diesem
Poppeller und Obm. Peter Meilinger. Im Hintergund die angetretene Schützen-
Abend erschienen, um dem Jubilar zu gratulieren.
kompanie Ainet. (Foto: Josef Obertscheider)
Mit dem Kaiserschützenmarsch („ ... und kommt der Feind ins Land
Obm. Meilinger dankte dem Geburtstagskind für seinen unermüdli- herein ... “), seinem Lieblingsmarsch, war der offizielle Teil beendet.
chen Einsatz, den er für die Kompanie in den vergangenen Jahrzehn- Bei einem Glas Wein erinnerte man sich vergangener Zeiten und der
ten geleistet hat, einen ebenso herzlichen Dank durfte er Anna Dur- vielen Initiativen, die von unserem Jubilar ausgingen.
gegger, der Gattin des Geburtstagskindes aussprechen, die immer tat- Wir wünschen unserem Ehrenkuraten Prälat Albuin Jordan Gottes
kräftig hinter ihrem Rudl stand und steht, wünschte dem Hptm. noch Segen und Gesundheit für viele weitere Jahre.
viel Gesundheit sowie Freude mit der Kompanie und durfte ihm ein
Geschenk der Kompanie überreichen.
Hptm. Duregger dankte allen Gratulanten und lud alle auf eine gute Gesamttiroler Schützenchronik
Jause in das Schützenlokal der Kompanie Ainet ein.
Peter Meilinger, Obmann
Eine Erfolgsgeschichte!
Ja-Wort in Volders Die Volksschule Allerheiligen und die Schützen

VOLDERS - Am 10. Mai 2003 gab unsere langjährige Marketende- ALLERHEILIGEN - Wie ein traditionsbehafteter Verein und eine
rin Barbara Klingenschmid ihrem Bräutigam Thomas Leitgeb das Ja- Schule in der heutigen Zeit im Sinne von Bildungsarbeit und Traditi-
Wort. onspflege erfolgreich zusammenarbeiten können, haben erst kürzlich
die Volksschule und die Schützenkompanie Allerheiligen bewiesen.

Eine Fahnenabordnung der Senseler Schützenkompanie mit Hptm.


Peter Rathgeber, Oj. Anton Thaler und Fhr. Walter Frischmann rückte Der Direktor der Volksschule Allerheiligen, Bernhard Bramböck, hat
zur kirchlichen Trauung aus. Die Kameraden der Senseler Schützen- dem Hptm. der Kompanie Allerheiligen, Josef Pargger, die Möglichkeit
kompanie wünschen dem jungen Paar alles erdenklich Gute für ihren eröffnet, den Schülern der 3. und 4. Klassen das Tiroler Schützenwe-
gemeinsamen Lebensweg. sen näherzubringen.
Am Montag, dem 5. Mai, ist der Hptm. mit seinem Olt. Alfred Stei-
ner vor die Schüler getreten und hat in erfrischender sowie spannen-
Ehrenkurat Prälat Albuin Jordan - der Art und Weise das Schützenwesen an die Jugend herangebracht.
80 Jahre Ausgerüstet mit Trachtenteilen, Blumenhorn, Fahne, Gewehr und
weiteren Ausrüstungsgegenständen, in Verbindung mit interessanten
INNSBRUCK/BIRGITZ - Am Vorabend des Geburtstages unseres geschichtlichen sowie tirolbezogenen Aussagen, konnte in lebendiger
Ehrenkuraten war die Bundesleitung mit Bundesstandarte, die Schüt- Vortragsweise dem Bildungsauftrag und auch der wichtigen Traditi-
zenkompanie und Musikkapelle seines Heimatortes Birgitz, dessen onspflege Rechung getragen werden.
30 Nummer 4 - August 2003

Der große Applaus durch die Schüler und den Lehrkörper unter- Verdiente Kameraden geehrt
streicht die Wichtigkeit solcher Aktionen.
Am Samstag, dem 10. Mai, wurden schließlich 15 auserwählte BIRGITZ - Der Schützenkompanie Birgitz war es eine Ehre und
Schüler(innen) als Belohnung für das besonders engagierte Mittun Freude am Patroziniumstag, dem 2. Juli, zwei Kameraden zu danken,
durch die Schützenkompanie Allerheiligen zu einem Innsbrucktag ein- die bei allem, was in den 32 Jahren in unserer Kompanie geschaffen
geladen. wurde, stets Eckpfeiler waren und - wie wir hoffen - auch weiterhin
Nach der Ausgabe von Lunchpaketen im Schützenheim ging es mit sein werden.
den Innsbrucker Verkehrsbetrieben auf den historischen Bergisel mit Es sind dies unser erster Hptm. Peter Nagl und Lt. Herbert Jordan.
dazugehöriger geschichtlicher Bezugnahme. Anschließend Auffahrt Peter Nagl ist einer der Hauptinitiatoren bei der Wiedergründung der
auf den neuen Schanzenturm mit einer Stadteinweisung aus luftiger Schützenkompanie Birgitz gewesen und immer noch ein Mann, der bei
Höhe. allem, was die Schützen veranstalten, tatkräftig mithilft. Es ist noch
Weiterfahrt mit Bus, Straßenbahn und Hungerburgbahn zum allen in Erinnerung, mit welchem Engagement er mit uns jungen
Alpenzoo mit dazugehöriger Besichtigung. Buben 1971-72 exerziert hat, um aus uns Schützen zu formen, die zum
Nach der Rückkehr gab es noch die Möglichkeit, das Schützenheim größten Teil noch heute den Stamm der Kompanie bilden. Als Dank
zu besichtigen und sich am Luftgewehrschießstand zu versuchen. Eine für all seine Arbeit beschloss der Ausschuss, ihn zum EHptm. zu
ausgiebige Jause hat diesen erlebnisreichen Tag abgerundet. ernennen.
Abschließend muß noch erwähnt werden, dass die Symbiose Schu-
le und Schützen in diesem Fall auch von der Wirtschaft lobenswert in
Form von freien Eintritten bzw. Freifahrten und Verpflegsmaterialien
ergänzt wurde, wie etwa:
- Verpflegung: BrauAG und Bäcker Ruetz
- Eintritte: Schanze/ÖSV und Alpenzoo
- Freifahrten: IVB
Schule und Schützen - Die Freude der Kinder war unser Erfolg!
Weitere Infos: Hptm. Josef Pargger, Tel. 0664/622 1271

Pfarrer Erich Gutheinz


und die Schützen von Allerheiligen
ALLERHEILIGEN - Die Besinnungsstätte Peerhofsiedlung im Kreu-
zungsbereich Peerhofstrasse-Clemens-Holzmeister-Strasse und Karl-
Innerebner-Strasse wurde von der Schützenkompanie Allerheiligen in Ehrungen in Birgitz, v.l. EHptm. Peter Nagl mit seiner Gattin Burgl, Hptm.
enger Zusammenarbeit mit Pfarrer Erich Gutheinz errichtet. Hans Hosp, Regina und Lt. Herbert Jordan
Die Inschriften im Altar der Besinnungsstätte sind ein ewiges Ver-
mächtnis von Erich an „seinen“ Stadtteil und spiegeln in eindrucks- Lt. Herbert Jordan ist mit seiner verantwortungsvollen Arbeit als
voller Art und Weise die Gesinnung sowie das Wertedenken eines tief- Waffenmeister mitverantwortlich, dass es in all den Jahren bei den
sinnigen und charismatischen Klerikers und Menschen wider. In der vielen Ausrückungen nie zu einen Unfall kam. Seit 10 Jahren ist er
Besinnungsstätte Peerhofsiedlung wird unser Pfarrer Erich Gutheinz außerdem für die Jungschützenarbeit verantwortlich.
für die Allerheiliger Schützen und die Pfarrgemeinde Allerheiligen für Als Anerkennung für seine Arbeit verlieh der Bund der Tiroler
immer weiterleben. Es sollen diese seine Inschriften unserem Stadtteil Schützenkompanien die Silberne Verdienstmedaille für besondere Ver-
einen guten Weg weisen: dienste um das Tiroler Schützenwesen.
- Einander Brot sein Wir Birgitzer Schützen freuen uns, dass wir zwei solchen Männer
- Fesseln lösen nin einem so würdigen Rahmen Danke sagen können.
- Weltweite Solidarität Nicht zu vergessen sind jedoch auch die Ehefrauen unserer Geehr-
- Dem Geist Raum geben ten. Es braucht viel Verständnis und Toleranz, so viele Jahre all dies
Mögen Pfarrgemeinde und Schützen in diesen Botschaften eine mitzutragen, wenn es manchmal doch etwas später wird und die
fruchtbare gemeinsame Zukunft haben! Schützen halt so gar keinen Heimgang haben.
Die Schützen von Allerheiligen Michael Peimpolt, Obmann

Schützenjahrtag in Grinzens
GRINZENS - Am 27. April 2003 hielt unsere Schützenkompanie
ihren traditionellen Schützenjahrtag ab.
Hptm. Helmut Brandner und Obm. Hans Oberdanner konnten eine
fast vollständige Kompanie und nahezu alle Ehrenkranzträger
begrüßen. Es wurden einige Kameraden, die schon lange in der Kom-
panie sind (siehe letzte Seite), geehrt. Im Zuge der Ehrungen, die unser
Bgm. Karl Gasser im Gemeindesaal vornahm, konnte auch mehreren
Schützenkameraden die Schützenschnur überreicht werden. Ganz
besonders stolz sind wir auf den Jungschützen Manuel Bucher, der bei
der Österr. Meisterschaft der Jugend im Luftgewehrschießen den 1.
Platz errang. Olt. Erich Schwandtner wurde die Silberne Verdienstme-
daille vom Bund der Tiroler Schützenkompanien überreicht.
Die Besinnungsstätte in Allerheiligen Olt. Erich Schwandtner
Nummer 4 - August 2003 31

Heiligenstatue restauriert Ein Großteil der Offiziere und Chargen wurde wieder gewählt, doch
auch ein paar neue Gesichter sind in der neu gewählten Komman-
HOPFGARTEN - Über Initiative dantschaft zu finden. Wir wünschen der neuen Kommandantschaft der
der Schützenkompanie Hopfgarten Stadtschützenkompanie für die nächsten drei Jahre gute Zusammen-
in Osttirol wurde die fast 100 Jah- arbeit, viel Erfolg und Schützen Heil!
re alte Johannes-von-Nepomuk- Obm. Lt. Klaus Rott
Statue neben dem Hopfgarter Pro-
zessionsweg beim sogenannten
Frutsch Kreuz restauriert. Schützen tragen Prozessionsfahne
Neben der Gemeinde, dem Pfar-
MAURACH - Das letzte Mal wurde die alte aber wunderschöne Not-
rer Cons. Franz Ortner und den
burga-Fahne, im Volksmund auch „Junggesellenfahne“ genannt, vor
Pflegern des Wegkreuzes, hat sich
20 Jahren bei den verschiedenen Prozessionen in der Gemeinde Eben
die Schützenkompanie maßgeblich
am Achensee vorangetragen. Die Vorderseite der über 100 Jahre alten
an den Kosten für die Restaurie-
und 6 m hohen Fahne zeigt ein Bild der heiligen Notburga, die Rück-
rung dieser Statue beteiligt.
seite den heiligen Rupert. Nun hat sich die Schützenkompanie Eben-
Die Einweihung erfolgte bei der
Maurach bereit erklärt,
Kirchtagsprozession am Samstag,
diese Tradition fortzu-
dem 17. Mai 2003.
setzen. Die Schützen
Die restaurierte Statue des hl. Johannes Florian Brunner als
von Nepomuk am Fuße des Wegkreuzes Fahnenträger und ihm
in Hopfgarten zur Seite als „Fahnen-
ziacher“ Benjamin
Brunner und Michael
Treffsichere Marketenderin . . . Ortner schritten der
Prozession anlässlich
ST. NIKOLAUS-MARIAHILF - Beim heurigen Bataillonskönigsket- des Fronleichnamstages
ten am 3. Mai 2003 am Landeshauptschießstand Innsbruck konnte die voran und bildeten
Marketenderin Angelika Rott von der Stadtschützenkompanie St. samt den Traditionsver-
Nikolaus-Mariahilf - in der Klasse Marketenderinnen des Bataillons - bänden, Vereinsabord-
den ersten Platz für sich entscheiden. nungen und zahlrei-
Die Kompanie gra- chen Gläubigen ein ein-
tuliert ihrer Marketen- drucksvolles Bild.
derin für diesen Erfolg
recht herzlich, weiter
Die „Junggesellen-Fahne“
so und Schützen Heil! wird wieder getragen.

Marketenderin Angelika
Rott bei der Siegereh- Firmung - ein Festtag für die
rung mit Olt. Helmut
Naschenweng (l.), Hptm. Gemeinde
Sepp Dag und Baon-
Kdt. Erich Enzinger MÜNSTER - Gleich zweimal, am 24. Mai mit Dekan Mons. Franz
Saurer aus Telfs und Pfarrer Mag. Alois Ortner bzw. am 14. Juni mit
. . . und neu gewählter Vorstand Dekan Mag. Peter Mayer aus Jenbach und dem Ortspfarrer Mag. Alois
Ortner waren die Vereine gerufen, einem kirchlichen Fest den entspre-
Am Samstag, dem 22. März 2003, fanden die Neuwahlen der Stadt- chend würdigen Rahmen zu geben. An 80 Jugendliche wurde das
schützenkompanie St. Nikolaus–Mariahilf im neuen St. Nikolauser Sakrament der Firmung in der herrlichen barocken Pfarrkirche von
Vereinsheim statt. Münster gespendet.

Die Verantwortlichen der Kompanie, v.l. Chronist Stefan Pflugbeil, JS-Betr.


Birgit Probst, Fhr. Franz Prugger, Oj. Ing. Georg Spicar, Waffenmeister Roland
Naschenweng, Olt. Helmut Naschenweng, Kassier-Schriftführer Ing. Gerhard Die hohe Geistlichkeit Dekan Msgr. Franz Saurer aus Telfs (m.l.), Pfarrer Mag.
Feichtner, Hptm. Dipl.-Ing. Dieter Probst, Obm. Lt. Klaus Rott, Lt. Bernhard Alois Ortner, Maketenderinnen, Fahnenabordnung der Kompanie im Hinter-
Januschke, Standesführerin Angelika Rott, Fhr. Karl Jabinger grund, Obm. Olt. Josef Zeindl (l.) und Hptm. Erich Wohlfahrtstätter (r.)
32 Nummer 4 - August 2003

Die Musikkapelle präsentierte sich jeweils nach den feierlichen


„Kirchen“ mit traditionellen Ständchen, die Schützenkompanie mit
schneidigen Ehrensalven und zackigen Meldungen vor der Geistlich-
keit, den Ehrengästen und den Firmlingen mit ihrem zahlreichen
„Anhang“ durch den Hptm. Erich Wohlfahrtstätter.

Neuer Hptm. in Prutz-Faggen


PRUTZ - Die Schützenkompanie Prutz-Faggen hielt im vergange-
nen Jänner ihre Jahreshauptversammlung ab. Nach der Schützenmes-
se in der Pfarrkirche, zelebriert vom Talkuraten Dekan Albert Markt,
versammelten sich der Großteil der aktiven Mitglieder im Schützen-
heim. Als Ehrengäste waren Dekan Albert Markt, die beiden Bgm.
Walter Gaim und Wendelin Eiterer sowie Bez.-Kdt. Mjr. Fritz Gastl
anwesend.

Bezirks-Schützenkönig Martin Schlichtherle mit Hptm. Herbert Schöffauer (l.)


und OSr Franz Prem sowie Bgm. Erwin Eberharter (r.)
Bacher, 3. Hugo Arnold; sitzend aufgelegt: 1. Irma Klotz, 2. Heidi
Bacher, 3. Manfred Wechselberger; Jugend stehend: 1. Siegrid Ebner,
2. Emanuel Schiestl, 3. Patrick Schiestl; Jugend stehend aufgelegt: 1.
Christoph Wechselberger, Sabrina Wechselberger, 3. Markus Mark

Ein „Kleines Dorffest“


STANS - Wie immer im Frühjahr veranstaltet die Schützenkompa-
nie Stans das Dorfschießen im Zimmergewehr. Es wurde heuer bereits
das neunte Mal ausgetragen, jedes Jahr werden es mehr Mannschaf-
(V.l.) Hptm. Jürgen Gutmann, Obm. Franz Herbst, EHptm. Josef Partoll und
ten.
Mjr. Fritz Gastl (sitzend) Eine neue Rekordbeteiligung gab es mit 56 Mannschaften à vier
Teilnehmern.
Obm. Franz Herbst eröffnete die Versammlung und hob in seinem
Bericht das Alpenregionstreffen als Höhepunkt im abgelaufene Jahr
hervor. Herbst sowie der Obm. des Festausschusses Armin Kofler dank-
ten allen aktiven Mitgliedern der Kompanie für ihren großartigen Ein-
satz sowie den zwei Bgm., dem LKdt. Otto Sarnthein und Bez.-Mjr.
Fritz Gastl.
Die Versammlung stand aber auch im Zeichen der Wahl eines neu-
en Hptm. Der bisherige Hptm., Josef Partoll, stellte seine Funktion
nach 25-jähriger Tätigkeit zur Verfügung. Neu gewählt wurde mit
großer Mehrheit der 34-jährige Jürgen Gutmann, Josef Partoll wurde
zum EHptm. ernannt.
Josef Partoll

Vereinsmeisterschaft der SG Weer


WEER - Zum Abschluss der diesjährigen Bewerbe zur Saison- und Auf dem Siegerbild von links: Obm. Fritz Offenstein, Hptm. Fritz Gürtler,
Vereinsmeisterschaft fand im Schießstand am Weerer Pircherhof die Manfred Danzl, Claudia Danzl, Karl Senfter, Gerti Senfter und Bgm. Josef
Preisverteilung statt. Mayr
Bgm. Erwin Eberharter, Hptm. Herbert Schöffauer und OSM Franz Stans hat ca. 1.900 Einwohner und diese Veranstaltung zieht 224
Prem würdigten die hervorragenden sportlichen Leistungen und über- Teilnehmer an, das spricht für die Beliebtheit dieses Bewerbes.
reichten die Ehrenpreise. In den Reihen der Weerer Schützengilde ist Eine interessante Statistik: Es hat nie die gleiche Mannschaft zwei-
man heuer ganz besonders stolz auf den Sportschützen Martin mal gewonnen.
Schlichtherle, der mit seinen herausragenden Leistungen den Titel Den 1. Platz beim „Dorfschießen Stans 2003“" errang die Gruppe
eines Schützenmeisters des gesamten Bezirkes Schwaz erringen konn- „Hogmoar“.
te und mit der großen Meisterkette ausgezeichnet wurde. Einen besonderen Dank an Hptm. Fritz Gürtler und David Kreidl als
Die Ergebnisse der Vereinsmeisterschaft 2002/2003: Sportschützen: Hauptorganisatoren und „Erfinder“ dieser Veranstaltung.
1. Gerhard Arnold, 2. Claudia Arnold, 3. Martin Schlichtherle; Hobby-
schützen: 1. Manfred Wechselberger, 2. Traudi Arnold, 3. Hugo
Arnold; Jugend aufgelegt: 1. Christoph Wechselberger, 2. Sabrina Die Schützenkompanie Allerheiligen verkauft ca. 900
Wechselberger Schuss K-98-Munition infolge Gewehrumstellung.
Die Ergebnisse der Saisonmeisterschaft 2002/2003: stehend Preis nach Vereinbarung.
frei/Sportschützen: 1. Martin Schlichtherle, 2. Gerhard Arnold, 3.
Kontakt: 0664/622 1271, josef.pargger@chello.at
Hans Larch; stehend aufgelegt: 1. Manfred Wechselberger, 2. Heidi
Nummer 4 - August 2003 33

Schützenreise nach Harsewinkel/BRD waren eine Botschaft der Tiroler Schützen, wie man sie nicht besser
hätte überbringen können. Die Schützen verstanden es aber auch zu
WILTEN - Die Schützenkompanie Wilten mit Hptm. Andreas Raass feiern, somit ist der gemütliche Teil nicht zu kurz gekommen -und so
und dem Organisator der Reise, Olt. Werner Margreiter, hat anlässlich soll es auch sein!
der 40-jährigen Freundschaft mit der Ehrengarde des Bürgerschützen- Liebe Kameraden, ihr habt dem Tiroler Schützenwesen, insbesonde-
und Heimatvereins Harsewinkel v. 1845 e. V., in der Zeit vom 4. bis 8. re dem Bataillon Innsbruck, alle Ehre gemacht. Die Gastfreundschaft
Juli 2003 die langjährige Partnerschaft mit einem Gegenbesuch unter- wird in Harsewinkel hoch gehalten und diese muss man selbst erlebt
mauert. haben. Dafür ein aufrichtiges Danke und Schützen Heil!
Mit dabei waren drei Südtiroler Kameraden mit Olt. Walter Bonara Mjr. Erich Enzinger, Baon-Kdt. Innsbruck
von der Kompanie „Franz von Fenner“ aus Margreid und drei Kame-
raden von der Innsbrucker Kompanie St. Nikolaus/Mariahilf mit Olt.
Helmut Naschenweng. Als Kdt. des Schützenbataillons Innsbruck hat- 1. Urbani-Schießen in Montan
te ich ebenfalls die Ehre, erstmals am Schützenfest in Harsewinkel teil-
MONTAN – Die Schützenkompanie Montan hat heuer vom 7. bis
zunehmen.
25. Mai 2003 das erste Dorf- und Jägerschießen abgehalten.
Nach dem herzlichen Empfang am 5. Juli in Harsewinkel wurde ein
Es war im wahrsten Sinne des Wortes die Feuertaufe des im Juni
Tontaubenschießen durchgeführt. Danach fand das Mittagessen im
letzten Jahres eingeweihten neuen LG-Schießstandes. Nach einer Pau-
Garten des Präsidenten des BSV Gerhard Pawlak statt. Am Nachmit-
se von ca. 100 Jahren konnte die
tag das erste offizielle Auftreten in Tracht, bei Männe Heinz-Egon
Schützenkompanie an die alte
Fuchs zum Hissen der Tiroler Fahne; anschließend wurde beim amtie-
Tradition des Scheiben-
renden Schützenkönig Fitti und Königin Gilla Schulz die Königsfahne
schießens in Montan
aufgezogen.
wieder anknüpfen. Der
Beim Totengedenken für die verstorbenen Schützenkameraden
letzte k.u.k.-Gemein-
wurde eine exakte Salve abgegeben. Nach dem ökumenischen Gottes-
deschießstand wurde
dienst, zelebriert von Diakon Helmut Naschenweng und dem evange-
im Juni 1902 feierlich
lischen Pfarrer von Harsewinkel, folgte der Heimatabend und an-
eröffnet und nach
schließend der große Zapfenstreich mit einer Salve der Wiltener
dem ersten Weltkrieg
Schützenkompanie.
wieder geschlossen.
Die Veranstaltung war
ein großer Erfolg und die
Teilnahme von 130 Schüt-
zen aus nah und fern ermutigt
uns, das „Urbani-Schießen“ im Mai
nächsten Jahres wieder zu veranstalten. „Urbani-Schießen“ deshalb,
weil die Veranstaltung immer in die Zeit um Urbani fällt; schon seit
frühester Zeit wird am 25. Mai das Gedächtnis des Papstes Urban I.
gefeiert. Der hl. Urban wird besonders im deutschsprachigen Raum als
Schutzpatron des Weines und der Winzer verehrt. Montan ist ein typi-
sches Unterlandler Weindorf und der neue Schießstand befindet sich
in der von Weinbergen umgebenen Sportzone von Montan. In diesem
Sinne hat LHptm. Dr. Luis Durnwalder, welcher den Ehrenschutz des
1. „Urbani-Schießens“ übernommen hat, am Eingang zum Schießstand
eine Weinrebe gepflanzt. Wir hoffen dass unsere „Urbanirebe“ gut
Baon-Kdt. Mjr. Erich Enzinger und der Hptm. der Kompanie Wilten, Andreas
Raass, beim Empfang des Bgm. von Harsewinkel, Reinhard Haase (l.), und den
gedeiht und dass wir nächstes Jahr viele Schützenkameraden und
Kameraden des Bürgerschützen- und Heimatvereines Harsewinkel v. 1845 e.V. Freunde begrüßen können.
(Foto: Gusti Eiter)
Hptm. Alfred Varesco
Sonntag: Weckruf durch den Spielmannszug, Empfang beim Bür-
germeister Reinhard Haase, Abholung des Kommandeurs durch die Neues Schützenheim gesegnet
Ehrengarde mit Abordnungen und Musikkapellen, Antreten der Schüt-
zen und Gäste beim Vereinslokal, Eintreffen des Königspaares mit SCHLANDERS - Am 12. Mai 2003 hatte die Schützenkompanie
Throngesellschaft, Meldung, Frontabschreiten und großer Festumzug. Schlanders zur Segnung des neuen Schützenheimes im „Haus der
Weiter ging es am Abend in die bis auf den letzten Platz gefüllte Fest- Begegnung“ in der Göflanerstraße eingeladen.
halle mit einem Schützenball, musikalisch umrahmt vom „Emsper-
len“-Orchester.
Am Montag, 7. Juli 2003, wurde der „Vatertag der Schützen“
gebührend gefeiert, wieder mit Weckruf durch den Spielmannszug,
Aufstellung, Festumzug mit Parade am Rathaus. Nach der Begrüßung
und den Ehrungen gemeinsames Schützenfrühstück in der Festhalle.
Anschließend wurde um die Königswürde geschossen. Am Nachmittag
war die Proklamation und Krönung des neuen Regenten mit Festum-
zug und Parade. Am Abend wieder ein großer Schützenball und Polo-
naise um den Schwanensee.
Dieses Treffen der Wiltener Rotjacken mit dem Bürgerschützen-
und Heimatverein Harsewinkel hat gezeigt, wie man Freundschaften
pflegt. Die Disziplin war bestens und die hervorragenden Salven Schlanders hat ein neues Schützenheim
34 Nummer 4 - August 2003

Viele waren gekommen, um mit den Schützen zu feiern. Schon seit derer Dank für das Zustandekommen der Feierlichkeiten, gilt dem
1983 hatte man sich bemüht, von der Gemeinde ein eigenes Lokal zu Hptm. der Schützenkompanie St. Walburg, Franz Schwienbacher, und
bekommen. Nach vielen Gesprächen war ab Juli 1997 im Kulturhaus seinen Kameraden für das mustergültige und fachmännische Durch-
„Karl Schönherr“ mit dem Requisitenraum eine Zwischenlösung führen der Böllerschüsse.
gefunden; ein kleiner Raum, den man selbst wohnlich gestaltete. Im
März 2000 wurde schließlich der Umzug ins Haus der Begegnung voll- Hptm. Roman Grossteiner
zogen, wo man zwei Räume im zweiten Stock bekommen hatte, die
sich die Schützenkompanie ebenfalls selbst einrichtete. Es wurden
Parkettböden verlegt und die Wände geweißt. Besonderen Dank für die Gründungsversammlung
Unterstützung sei an dieser Stelle Bgm. Johann Wallnöfer, den Asses- in Ehrenburg
soren Monika Holzner, Martin Matscher und Manfred Pinzger, dem
Kulturlandesrat Dr. Bruno Hosp, der Raiffeisenkasse Schlanders, der
EHRENBURG - Am Freitag, dem 23. Mai 2003 hatten sich 22 jun-
Tischlerei Stefan Bachmann sowie den Kompaniemitgliedern ausge-
ge Ehrenburger im Jugendraum von Ehrenburg zusammengefunden,
sprochen, sowie allen, die mitgeholfen haben, dieses Heim so zu
um die Schützenkompanie Ehrenburg zu gründen.
gestalten, wie es heute ist. Es möge Treffpunkt werden für alle Schüt-
zen, aber auch für die vielen Freunde der Kompanie.
Hptm. Karl Pfitscher

700 Jahre Pfarrkirche St. Nikolaus-


Meran
MERAN - Im Jahre 1302 wurde mit dem Bau der Meraner Stadt-
pfarrkirche begonnen. Dies war Anlass, dass die Meraner Pfarrge-
meinde dieses 700 jährige Jubiläum ausgiebig feierte. Der Abschluss
und zugleich Höhepunkt der einwöchigen Veranstaltungsreihe war
Sonntag, der 18. Mai. Um halb acht und um halb neun Uhr in der Früh
wurden die Meraner Bürger mit Böllerschüssen vom Segenbühel (der
„Meraner Bergisel“) auf den besonderen Tag aufmerksam gemacht. Die Mitglieder der neu gegründeten Schützenkompanie Ehrenburg
Gemeinsam mit den Fahnenabordnungen der verschiedenen Meraner
Verbände und Vereine zogen die Ehrengäste zusammen mit der Geist- Die Versammlung begann um 20.15 Uhr, Zaungäste waren rund
lichkeit vom Sandplatz durch das Bozner Tor über die Postgasse und 100 Tiroler Landsleute, vorwiegend aus dem Freundes- und Bekann-
den Unteren Pfarrplatz zum Hochamt in die Stadtpfarrkirche. Zele- tenkreis der Gründungsmitglieder. Einleitend erklärte Efrem Oberlech-
briert wurde das Hochamt von Generalvikar der Diözese Bozen-Bri- ner - bisher bereits aktives Mitglied der Schützenkompanie „Anton
xen, Josef Matzneller, zusammen mit dem Domherr der Diözese Chur, Steger“ Bruneck, wie man auf die Idee zur Gründung der Schützen-
Christoph Cassetti (die Pfarre Meran war lange Zeit ein Teil der Diöze- kompanie Ehrenburg kam.
se Chur), Stadtdekan Albert Schönthaler und dem Kooperator der Pfar- Gleichzeitig bat er alle Anwesenden um die volle Unterstützung für
re Sarnthein, Martin Steiner. Nach dem Abschreiten der Front der dieses Vorhaben. BMjr. Dr. Luis Zingerle überbrachte die Grüße des
Ehrenformation, bestehend aus Schützen der Kompanie Meran-Stadt Südtiroler Schützenbundes und erläuterte den Anwesenden die Rolle
und der Schützenkompanie „Andreas Hofer" Meran, am Unteren der Schützen in der Gesellschaft und deren Aufgaben in den verschie-
Pfarrplatz, wurde für die anwesenden Ehrengäste eine exakte densten Bereichen. Grußworte überbrachten weiters auch Hochwürden
Ehrensalve abgefeuert. Mit verschiedenen Veranstaltungen, wie einer Dr. Theobald Innerhofer, Bez.-Mjr. Richard Stoll und Vertreter der
Schauübung der Freiwilligen Feuerwehr Meran und dem Bergret- Gemeinde und der örtlichen Vereine. Nach der Gelöbnisformel und
tungsdienst Meran, oder Vorführungen der Volkstanzgruppe Unter- dem Lied „Dem Land Tirol die Treue“ wurden die Wahlen abgehalten,
mais und der Katholischen Jugend und Jungschar, wurden die Gäste die folgendes Ergebnis brachten: Hptm. Efrem Oberlechner, Olt. Nor-
beim Festbetrieb um die Meraner Pfarrkirche unterhalten. Ein beson- bert Pallhuber, Flt. Emmerich Wolfsgruber, Zug-Lt. Juri Oberlechner,
Fhr. Manuel Pallhuber, Oj. Harald Grünbacher
Im Anschluss an die Wahlen gab Hptm. Efrem Oberlechner den
Anwesenden das Jahresprogramm und die weiteren Aktivitäten der
Schützenkompanie Ehrenburg bekannt. Der Termin des Gründungs-
festes ist mit 14.-16. Mai 2004 festgesetzt, bis dahin soll intensiv um
weitere Mitglieder geworben werden. Gleich im Anschluss an die Ver-
sammlung meldeten sich bei der neuen Kommandantschaft auch
schon vier weitere Interessierte, somit zählt die junge Kompanie nun
insgesamt 26 Mitglieder.
Mit der Landeshymne endete die Versammlung.

Betrifft: Qualität der Bilder


Da digitale Bilder leider oft mit zu niedriger Auflösung aufgenommen wer-
den, ist die Qualität leider oft unbrauchbar. Es muss immer mit höchster
Auflösung fotografiert werden, oder Bilder auf Fotopapier (glänzend) im
Fachgeschäft ausarbeiten lassen und den Artikeln beilegen.
Danke! - Die Redaktion
Die angetretene Kompanie der Schützenkompanie Meran Stadt
Nummer 4 - August 2003 35

chen der Gemeinde Mils waren


Wir gedenken unserer Verstorbenen sichtbarer Ausdruck der Wert-
schätzung für den verstorbenen
Ehrenobmann.
Stefan Oberdanner † Als im Jahre 1982 die Schüt- Mit einer Ehrensalve wurde
zenkompanie gegründet wurde, ein äußerst beliebter Hauptmann
GRINZENS - Am 1. Mai 2003 war er ein Mann der ersten Stun- verabschiedet. Ruhe in Frieden
Johann
EHptm.
ist unser Schützenkamerad Ste- de. Als Fähnrich und Grün- ,lieber Heini! Embacher †
fan Oberdanner bei einem tragi- dungsmitglied war Hauser stets
schen Motorradunfall in Sellrain bereit mehr als nur seine Pflicht KIRCHDORF - Am 9. März
tödlich verunglückt. zu tun.
Nachruf auf vier Milser 2003 verstarb unerwartet der
Josef Hauser wurde am 21. Kameraden EHptm. der Rupert Winter-
April 2003 auf dem Friedhof sei- steller Kompanie Kirchdorf im
ner Heimatgemeinde St. Ulrich a. MILS - Im Laufe von 10 72. Lebensjahr.
P. zur letzten Ruhe gebettet und Monaten musste sich die Schüt- Der langjährige Bezirksfeu-
von seinen Kameraden mit einer zenkompanie Mils von vier
Ehrensalve verabschiedet. Josef erwehrinspektor von Kitz-
Kameraden verabschieden.
wird stets ein Vorbild für seine Neben Alois Gabl verlor die
bühel und Ehrenbürger der
Kameraden sein und in ehrender Kompanie auch drei verdiente Gemeinde Kirchdorf gründete
und dankbarer Erinnerung blei- und aktive Kompaniefunktionä- mit 17 Jahren die „Land-
ben. re, die den Aufstieg der Kompa- sturmgruppe Kirchdorf“, die
nie zu ihrer heutigen Stärke der Zwanzigjährige in die
Pressereferent des Bataillons wesentlich prägten. „Rupert Wintersteller Schüt-
Wörgötter, EHptm. Oj. Alois Unterberger diente zenkompanie Kirchdorf“ um-
seit 1971 bis zu seinem Tod als gestaltete. Auf sein Betreiben
umsichtiger Kassier und Kano- wurde aus dem Schützenbe-
Stefan Oberdanner †
EHptm. Heinrich Sailer †
zirk „Leukental-Brixental“
Er war ein fleißiger, aufrichti- VOMP – Am 1. Mai 2003 ist 1952 das Wintersteller Schüt-
ger und allseits beliebter Schüt- Heinrich Sailer, EHptm. der zenbaon. Er war 46 Jahre
ze. Bei seinem letzten Weg vom Schützenkompanie Vomp, im 81. Obmann, 34 Jahre Olt., drei
Heimathaus zum Friedhof Lebensjahr verstorben. Jahre Hptm., 12 Jahre Ober-
begleitete ihn eine vollzählige Der „Heini“, wie ihn die Vom- schützenmeister und von der
Kompanie und eine große Trau- per genannt haben, trat 1946 in Bataillonsgründung 1952 bis
ergemeinde. Gott schenke ihm die Schützenkompanie Vomp 1966 Organisationsmajor. Im
den ewigen Frieden und uns die ein, war während seiner Mit-
Jahre 1960 übergab er das
Kraft, seiner stets zu gedenken gliedschaft bei der Kompanie 10
und die Erinnerung an ihn wach Jahre Olt. und 15 Jahre Hptm.
aufgebaute Schützen-Batail-
zu halten. Viel seiner Freizeit widmete er lon mit 11 Kompanien an Mjr.
dem Schützenwesen, die Adolf Nagiller. Unter anderem
Gemeinde Vomp dankte ihm gründete er auch im Jahre
Fhr. Josef Hauser † EObm. Josef Oberhofer † 1955 die Schützengilde
dafür mit dem goldenen Ehren-
ST. ULLRICH A. P. - Fassungs- zeichen. Kirchdorf.
los standen die Kameraden der nier. Viele Auszeichnungen und
Pillerseer-Schützenkompanie vor Heinrich Moser betreute viele Ehrungen erhielt EHptm.
dem Sarg ihres Fhr. Josef Hauser, Jahre nicht nur seine geliebte Hans Embacher, das Ver-
der am 17. April 2003 im 55. Böllerkanone, sondern war als dienstzeichen das Landes
Lebensjahr auf seinem landwirt- Munitionswart auch für den sat-
schaftlichen Anwesen einen töd-
Tirol trug er aber mit beson-
ten Knall und gut gestopfte
lichen Arbeitsunfall hatte. deren Stolz.
Patronen verantwortlich.
EObm. Josef Oberhofer war
von 1971 bis 1996 als Obmann
der Schützenkompanie Mils
Motor der wirtschaftlich und
organisatorisch guten Entwick-
lung der Kompanie.
Sein Organisationstalent und
seine wirtschaftliche Kompetenz
EHptm. Heinrich Sailer †
bewies er nicht nur beim Aufbau
seiner Betriebe oder als ge-
Die Schützenkompanie Vomp schätzter Gemeindefunktionär,
und alle Fahnen des Schützenba- sondern auch als Funktionär der
taillons Schwaz begleiteten Kompanie.
Heinrich Sailer zu seiner letzten Die Verdienstmedaille des
Fhr. Josef Hauser † Ruhestätte. Landes Tirol und das Ehrenzei- EHptm. Hans Embacher †
36 Nummer 4 - August 2003

Für langjährige Treue zur Kompanie wurden geehrt:


Kompanie für 50 und mehr Jahre für 40 Jahre für 25 Jahre für 15 Jahre

St. Andrä Johann Kerer Paul Profanter,


Oskar Prader

„Peter Mayr“ Brixen Oj. Ernst Gostner, Toni Mark. Ilona Tinkhauser
Fischnaller, Günther
Marcenich, Walter Oberhuber

Morter Lt. Oswald Mall, Elmar Paulmichl

Radein-Kaltenbrunn Hptm. Josef Darocca,


Olt. Josef Zwischenbrugger,
Ludwig Lantschner, Ernst
Lantschner, Hubert Daldos,
Siegfried Gurndin

Laas Kurt Puintner

Mühlau Hermann Marksteiner, Christian Günter Mairoser,


Hell, Hptm. Klaus Holzbaur Gerhard Kirchmayr

Grinzens Für 30 Jahre: Uj. Robert Holzknecht, Für 20 Jahre:


Hptm. Heltmut Brandner, Uj. Herbert Marx, Uj. Gilbert Leitner,
Uj. Franz Oberdanner, Uj. Gerhard Jordan, Uj. Martin Leitner
Fhr. Karl Oberdanner, Uj. Christian Odor, Für 15 Jahre:
Uj. Albert Brecher Uj. Werner Seidner, Ptf. Günther Buchrainer,
Uj. Wilfried Zimmermann Ptf. Markus Haselwanter

Völs Zgf. Günter Federspiel, EFhr. Anton Mair,


Lt. Frank Mühlbacher, Lt. Karl Pertl
Fhr. Michael Mühlbacher

Termine 2003
17. August: 25-Jähriges Wiedergründungsjubiläum der Schützenkompanie Jenesien
23. August: Kastelfedercup – Fußballturnier für Schützenkompanien in Montan
31. August: Bataillonsfest Innsbruck-Allerheiligen
7. September: Talschaftsfest Landeck-Umgebung in Landeck
14. September: Fahnenweihe GSK Waakirchen
21. September: Oktoberfest - Trachten- und Schützenzug
26.–28. September: 41. Bundesschießen in Bad Tölz und Kreuth
3.–6. Oktober: Pilgerfahrt des SSB nach Rom zur
Heiligsprechung von Pater
Joseph Freinademetz
12. Oktober: Schützenwallfahrt in Absam
8. Dezember: Adventsingen des BBGSK
12. Dezember: 50 Jahre Kiem-Pauli-Stiftung
des Bundes der Bayerischen
Gebirgsschützenkompanien