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Bozen
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Mitteilungsblatt der Schützen der Alpenregion


Nummer 1 Bozen, Innsbruck, Weyarn, Kronmetz im Feber 2005 29. Jahrgang

Sebastianitag in Telfs …………………………… 4

Gedenkfeier 2004 am Oberländer Denkmal in Waakirchen. (Foto: Krinner)

300 Jahre Sendlinger Bauernschlacht (1705-2005)


Die Botschaft eines Gedenkjahres
Der bayerische Volksaufstand gegen die kaiserliche Besatzung von 1705 ist gewöhnlich
durch die „Sendlinger Bauernschlacht“ und den „Schmied von Kochel“" bekannt.
Wenig bekannt ist, dass dieser Oberländer Aufstand nur ein Teil einer großen Volkserhebung
Die Verantwortung der Jugend …………… 15
war, die weite Gebiete Niederbayerns, das Innviertel und das östliche Oberbayern beherrscht,
die die in diesen Landstrichen liegenden Städte und Festungen erobert und auf den Bayerischen
Sepp-Kerschbaumer-Gedenkfeier………… 2 Wald, Teile der Oberpfalz sowie Kelheim an der Donau übergegriffen hat.
Neugründung im Pustertal ………………… 9 Christian Probst wertet den Bayerischen Volksaufstand gegen die kaiserliche Besatzung als
einen „tragischen Opfergang. In ihm kämpfte das Volk um sein Überleben und für die Freiheit,
Neuformierung in Proveis ………………… 10 in seinem Land nach herkömmlichemn Recht und in der gewohnten gesellschaftlichen und
Leserbriefe ………………………………………… 16 politischen Ordnung leben zu können. Wenn auch die Erhebung scheitern musste, erreichte sie
doch dadurch, dass sie überhaupt unternommen wurde, wichtige Ziele.“ Aus diesem Grund ist
Bataillone und Bezirke ……………………… 17 das Jahr 1705 für Bayern von ähnlich großer Bedeutung wie das Jahr 1809 für Tirol. Der Mut
zur Selbstbehauptung war für Bayern und Tiroler die treibende Kraft zum Aufstand.
Berichte aus Bayern ………………………… 19
Gedenkfeiern werden oft als Historismus abgetan. Wenn aber Ereignisse so tief in der Bevöl-
Die Seite der Marketenderinnen kerung verwurzelt sind wie die Ereignisse von 1705 im bayerischen Oberland, dann enthält das
und Jungschützen ……………………………… 23 Gedenken eine Botschaft an die Lebenden: Die Botschaft, den Mut zu haben, öffentlich für die
Wir gratulieren ………………………………… 25 überlieferten und als richtig erkannten Grundwerte einzutreten.
Derzeit scheint dieser Mut nicht mehr so stark verbreitet zu sein, obwohl es gerade jetzt not-
Gesamttiroler Schützenchronik ………… 28 wendig ist, sich zu diesen Werten zu bekennen. Allein die Diskussion um die Aufnahme eines
Totengedenken ………………………………… 34 Gottesbezugs in die Europäische Verfassung, oder die Frage bezüglich des EU-Beitritts der Tür-
kei bedarf klarer Standpunkte und für diese Standpunkte muss man öffentlich eintreten. Die
2 Nr. 1/2005

Diskussion kann auch nicht losgelöst von vergangenen Ereignissen muss sich dann aber auch im Klaren sein, dass die Wehrbereitschaft im
geführt werden. Es ist nun mal Tatsache, dass die Befreiung Wiens im Volk geringer werden wird, und dass es damit schwieriger wird, Wer-
Jahre 1683 und das Zurückdrängen der osmanischen Truppen die te zu erhalten.
Geburtsstunde des modernen Europas war und als Rettung der abend- Wie können die Schützen die Botschaft von 1705 umsetzen? Erzbi-
ländisch-christlichen Kultur gilt. Die Europäer ahnen derzeit, dass mit schof Dr. Alois Kothgasser hat dies bei der Schützenwallfahrt in
der äußeren Grenze auch die Gestaltung des Innenbereichs eng ver- Absam so zum Ausdruck gebracht: Dass alle Mitverantwortung dafür
bunden ist. Nur, wem Europa ganz egal ist, der übersieht die Kraft die- tragen, dass der Gedanke an Gott in unseren Ländern lebendig bleibt.
ser politisch-historischen Kultur. Uns aber darf Europa nicht egal sein. Wenn man sich treu zu Gott bekennt, dann wirkt das weiter, dann
Bei der Diskussion um eine EU-Mitgliedschaft der Türkei müssen wirkt das wie ein Beispiel für andere Menschen. Und er erinnerte dar-
die Verantwortlichen berücksichtigen, dass die Europäische Union an, dass die Liebe zur Heimat einen Menschen auszeichnet. Wer seine
nicht dazu da ist, die innenpolitischen Probleme eines Landes zu lösen. Heimat liebt, weiß auch, dass es wichtig ist, diese Heimat zu schützen,
Es ist richtig, dass viele Türken die europäischen Werte schätzen und zu erhalten und zu gestalten.
sich von einem Beitritt zu Europa mehr Freiheit und Gerechtigkeit Die Botschaft richtet sich an alle, in diesem Jahr besonders an die
erhoffen. Diese Menschen stellen allerdings eine Minderheit der 70 Bayerischen Gebirgsschützen. Gedenken wir in würdiger Form der
Millionen Türken dar. Es ist also offenkundig, dass es künftig sehr Ereignisse von 1705 und unterstreichen wir damit, wie wichtig es ist,
stark darauf ankommt, mit welchem Islam wir es zu tun haben. sich der christlich abendländischen Werte bewusst zu sein und sich zu
Kardinal Karl Lehmann hat grundsätzlich Recht, wenn er zum Aus- ihnen zu bekennen.
druck bringt, dass Religion auf keinen Fall zum politischen Kampf-
mittel werden darf. Man darf Gott nicht instrumentalisieren; weder das Hptm. Hans Baur, Schriftleiter der Bayerischen Gebirgsschützen
Kreuz und schon gar nicht das Gebet eignen sich dafür. Was ist aber,
wenn künftig die islamischen Strömungen dominieren, die die bürger-
liche Gesellschaft und die Religionsgemeinschaft in Eins setzen wol-
Sepp-Kerschbaumer-Gedenkfeier
len? ST. PAULS - An die 1.000 Schützen, vorwiegend aus Südtirol,
Bei dieser Diskussion muss man genau zwischen den Begriffen haben zusammen mit Kameraden aus den restlichen Landesteilen
„Glaubensfreiheit“ und „Freiheit der Ausübung der Religion“ unter- sowie einer großen Zahl an „zivilen“ Landsleuten und den Vertretern
scheiden. Es ist leicht, jemandem zu gestatten, zu glauben, was immer des Südtiroler Heimatbundes an der diesjährigen Sepp-Kerschbaumer-
er mag: Die Gedanken sind frei! Wenn man sich aber zu einer Glau- Gedenkfeier in St. Pauls teilgenommen.
bensgemeinschaft zusammenschließen möchte, so ist das z.B. in der Begonnen hatte die diesjährige Sepp-Kerschbaumer-Gedenkfeier,
Türkei nicht oder nur unter großen Problemen möglich. Gerhard Dun- welche vom Südtiroler Heimatbund und vom Südtiroler Schützenbund
ker, der neun Jahre Pfarrer der Evangelischen Gemeinde deutscher alljährlich gemeinsam organisiert wird, mit der Meldung der angetre-
Sprache in der Türkei war, berichtet, dass es keinen Nachwuchs für tenen Formationen durch den Bozner Bez.-Mjr. Karl Marmsoler an den
christliche oder orthodoxe Kirchen gibt, denn seit Anfang der 70er LKdt. Mjr. Paul Bacher und den Obmann des Südtiroler Heimatbundes
Jahre sind alle geistlichen Seminare und kirchlichen Hochschulen Sepp Mitterhofer. Zusammen mit den beiden LKdt. Dr. Otto Sarnthein
geschlossen. Wenn Geistliche aus dem Ausland kommen, wie die Pfar- (BTSK) und Carlo Cadrobbi (WTSB) wurde die Front abgeschritten.
rer der katholischen oder evangelischen Gemeinden, so dürfen diese Unter dem Spiel der Musikkapelle Girlan zogen anschließend die
lediglich als Angehörige der Botschaften ihrer Länder einreisen. Die Schützen durch die Gassen von St. Pauls zum Kirchgang.
einheimischen Kirchen aber können aus dem Ausland keine Geistli- Pater Reinald Romaner OFM hob in seiner Predigt Sepp Kerschbau-
chen rekrutieren. Das wird dazu führen, dass es irgendwann überhaupt mers Gläubigkeit hervor. „Kerschbaumer war kein kalter Patron, kein
keine Pfarrer mehr in der Türkei gibt. Kriegshetzer und kein Menschenverachter. Er war einer, der mit dem
Ein neues Gesetz besagt, dass künftig Kirchen und kirchliche Ein- System nicht zurechtkam und auf seine Weise eine Veränderung woll-
richtungen gebaut werden dürfen. Die Anträge zum Bau einer Kirche te“, so Pater Romaner. Sein Andenken verschwinde nur dann, wenn
müssen beim Außenministerium gestellt werden. Dahinter steht die sein Gedächtnis nichts mehr zu sagen hat oder sich die Menschen
Einstellung, dass Christen eigentlich Ausländer sind. Das Bewusstsein, nichts mehr sagen lassen.
dass es auch türkische Staatsbürger gibt, die keine Muslime sind, ist
extrem unterentwickelt. Die Kirchen in der Türkei vertreten nationale
Minderheiten. Das sind auch Sprachminderheiten. Eines der neuen
Gesetze erlaubt muttersprachlichen Unterricht, wenn die Lehrer staat-
lich anerkannt sind. Es gibt aber keine staatlich anerkannten christli-
chen Lehrer. Diese müssen erst ausgebildet werden, aber die Ausbil-
dungsstellen sind geschlossen.
Die multikulturelle Gesellschaft, die sich bei uns entwickelt, braucht
unbeschadet vieler zueinander in Spannung stehender Überzeugungen
und Lebensgewohnheiten gemeinsame Maßstäbe. Erzbischof Luigi
Bressan hat in Trient die dort versammelten Schützen der Alpenregi-
on aufgerufen, die großen Werte – Familie, das Erbe Gottes und die
Menschlichkeit, die Freiheit, die Gerechtigkeit und die wirkliche Liebe
zum eigenen Volk – zu verteidigen und er tat dies wissend um die Ver-
gangenheit der Schützen, welche immer Verteidiger und nie Angreifer
waren. Aber sie zeigten sich immer wehrhaft, immer bereit, diese Wer-
te zu verteidigen. Auch daran sollten die politisch Verantwortlichen
denken, wenn sie an die Reform des Militärs denken. Allgemeine
Wehrpflicht ist nur vorstellbar, wenn es um die Verteidigung der Hei-
mat geht. Davon ist derzeit, wenn überhaupt, nur noch sehr selten die
Rede. Man spricht von übergeordneten globalen Aufgaben, von einer Schritten gemeinsam die Front ab: Der Obmann des Südtiroler Heimatbundes
Weltpolizei. Für diese Aufgabe benötigt man Berufssoldaten. Man Sepp Mitterhofer und die drei Landeskommandanten Tirols
Nr. 1/2005 3

Der Dom auf dem Lande konnte die Gläubigen bei der Sepp-Kerschbaumer-Gedenkfeier auch heuer nicht alle fassen.

„Kerschbaumer hat versucht, täglich sein Christsein zu leben und Viel Prominenz aus Schützenkreisen und dem volkstumspolitischen
das auch durchzuhalten. Heute sind viele Christen schwach, wenn es Lager war auch heuer wieder in St. Pauls anwesend. Aus der Politik
darum geht, den Glauben zu bekennen. Wir trauen uns nicht mehr, das war die Vizepräsidentin der Regionalregierung Martha Stocker gekom-
Kreuz zu machen“ mahnte Romaner die Teilnehmer. Auch kritisierte men. Ebenfalls anwesend waren der Kammerabgeordnete DDr. Karl
er, dass kürzlich das Wort „Jesus“ aus den Weihnachtsliedern gestri- Zeller, die Abgeordneten zum Südtiroler Landtag, Herbert Denicolò,
chen und durch andere Begriffe ersetzt wurde, aus Rücksicht auf mos- Eva Klotz, Pius Leitner, Ulli Mair, Andreas Pöder und Rosa Thaler
lemische Kinder. „Die Abschaffung von christlichen Symbolen führt sowie der stellvertretende SVP-Obmann Raimund Fill und SVP-Par-
zu Atheismus“, meinte Romaner. teisekretär Alexander Mittermair.
Nach dem Segen begann der zweite Teil der Sepp-Kerschbaumer-
Gedenkfeier mit dem Einzug zum Friedhof in St. Pauls.
Der Obmann des Heimatbundes, Sepp Mitterhofer, betonte in seiner
Begrüßungsansprache, dass sich 40 Jahre nach dem Tode Sepp
Kerschbaumers vieles zum Besseren gewendet habe, aber manches
auch zum Schlechteren. Die „politische Verfettung“ werde immer mehr
spürbar. Gespür und Wille zur Volkstumspolitik gehen zusehends ver-
loren. Den meisten Politikern gehe es hauptsächlich um Macht und
Geld, das hat der abscheuliche Postenschacher nach den Landtags-
wahlen bewiesen.
Altlandesrat Dr. Bruno Hosp erinnerte in seiner Gedenkrede an die
Folterungen, welche die Freiheitskämpfer um Sepp Kerschbaumer
ertragen mussten. Noch nie habe sich das offizielle Italien dafür ent-
schuldigt. Auch für das Leid nicht, das Südtirol durch die Option zuge-
fügt wurde. Stattdessen wird das faschistische Siegesdenkmal saniert
und die Anbringung der erklärenden Texttafeln vor dem Siegesdenk-
mal abgelehnt. So etwas sei wohl einzigartig im vereinten Europa.
Hosp forderte Gerechtigkeit für die Südtirol-Aktivisten bzw. dass für
jene endlich ein Schlussstrich gezogen werde, die aus der Heimat ver-
bannt wurden und nicht mehr einreisen dürfen. Schließlich sind in Ita- Pater Reinald Romaner sprach die falsch verstandene Toleranz gegenüber
lien sogar Terroristen, die für Entführungen und Mordanschläge ver- Andersgläubigen an: „Wir trauen uns ja schon nicht mehr, das Kreuzzeichen
urteilt worden sind, begnadigt worden. zu machen“.
4 Nr. 1/2005

Nichts ist lebendiger als ein Sebastiansverehrung (1634-


1984) das Gelöbnis erneu-
toter Heiliger - Sebastianitag in Telfs ert: „In Vertretung der
Marktgemeinde Telfs erneu-
TELFS - Obwohl in Telfs die Heiligen Petrus und Paulus die Patro- ern wir auf Grund eines
ne der Pfarrkirche sind, ist der Sebastianitag doch der besondere Tag einstimmigen Gemeinde-
der Marktgemeinde Telfs. Der 20. Jänner, das Fest des hl. Sebastian, ist ratsbeschlusses das vor 350
in Telfs ein Feiertag. Jahren durch unsere Vor-
Um 9.30 Uhr wird in der Pfarrkirche ein feierliches Hochamt mit fahren gemachte Gelöbnis.
Chor und Orchester gefeiert, an dem zahlreiche Gläubige und die Damals wurden in unserer
Schützenkompanie - ohne Säbel und Gewehr - teilnehmen. Gemeinde durch die Pest
Um 12 Uhr marschiert dann, nach altem Brauch, die Schützenkom- viele unserer Mitbürger
panie mit der Musikkapelle mit klingendem Spiel durch den Ort zur dahingerafft und auf den
Kirche. Dort wird um 13 Uhr der Rosenkranz gebetet, die Festpredigt Pestfriedhöfen in St. Geor-
gehalten und das Sebastianilied gesungen. gen und Moritzen beige-
In einer beeindruckenden Prozession setzt. Es herrschte Not und
wird dann die Statue des hl. Sebastian, Hoffnungslosigkeit. So ge-
unter großer Beteiligung der Bevölke- lobte Telfs, das Fest des hei-
rung, an den beflaggten Häusern vorbei ligen Sebastian alljährlich Das Sebstianiferggele von Telfer Schützen
getragen.
durch den Ort getragen. feierlich zu begehen ...“
Die Sebastiansverehrung geht auf die Der hl. Sebastian ist nicht nur der Patron der Pestkranken, sondern
Pestjahre in der ersten Hälfte des 17. auch der Schützen. Über ihn gibt es nur spärliche historische Nach-
Jahrhunderts (1611, 1634) zurück. Eine richten. Ambrosius weiß nur, dass er aus Mailand gebürtig war und in
Sebastiansbruderschaft und der mit Rom als Märtyrer starb. Nach einer Legende sei er Offizier in der kai-
einem Hochamt feierlich begangene serlichen Garde gewesen und auf Befehl Diokletians mit Pfeilen
Sebastianstag wird bereits in einem erschossen worden. Die Witwe Irene habe sich seiner angenommen
Urbar aus dem Jahr 1620, das im Pfarr- und ihn gesund gepflegt. Sebastian sei nachher mit großem Freimut
archiv von Telfs aufbewahrt wird, wieder vor den Kaiser getreten, worauf man ihn mit Keulen erschlug.
erwähnt. Der Bruderschaft wurde 1641 Als 680 in Rom die Pest wütete, trug man die Reliquien des Heili-
ein päpstlicher Ablass verliehen. gen in einer Prozession durch die Stadt, worauf die Epidemie erlosch.
Telfs war im Jahre 1634/35 von der Er wird als Patron gegen die Pest verehrt, die Gärtner, Kreuzritter,
Pest besonders betroffen. In dieser Not Kriegsinvaliden, Schützengilden, Soldaten und weitere verehren ihn
wandte man sich an den heiligen Seba- als ihren Fürsprecher.
Der Telfer Künstler Urban Aus: „Lexikon der Namen und Heiligen“, Otto Wimmer, Tyrolia
stian, den Pestpatron. Im Jahr 1984 wur- „Telfs – Porträt einer Marktgemeinde in Texten und Bildern“, Thaler-Pfaund-
Klieber (1740–1803) schuf
diese schöne Plastik in Holz. de anlässlich der 350-Jahr-Feier der ler–Menardi

In Telfs gab es einige Bruderschaften, eine davon war


die der Skapulierbruderschaft. Im Tiroler Volkskunst-
museum hängt eine Tafel aus Holz mit beacht-
lichem Ausmaß von 108 cm Höhe und
136 cm Breite, die eine Prozession dieser
Bruderschaft vom Jahre 1772 in Telfs
zeigt. In einer Legende am unteren
Ende der Abbildung werden die
28 Gruppen der Prozession be-
schrieben.
Die Gruppe 19: Sebastianfahne
mit Sebastianferggele. Es scheint
sich um die gleiche Sebastianfigur zu
handeln, wie sie heute in der Pfarr-
kirche steht. Die Ferggeleträger sind
einheitlich mit einem roten
Mantel bekleidet, sie dürften Mit-
glieder der Sebastianbruderschaft
sein. Die Männer vor ihnen und
nach ihnen tragen lange bren-
nende Kerzen.
Die Gruppe 20: Paradierende
Hörtenbergische Schützen. Auf
dem Blatt der schwarz-goldenen
Fahne ein waagrecht liegendes
Kruzifix. In der Gruppe auch
zwei Schwegelpfeifer und zwei
Trommler. Wenn auch damals
Mitglieder der Sebastianbruder-
schaft ihren Heiligen tragen, so
sind die Schützen doch in
nächster Nähe ihres Patrons
mit dabei.
(Bild: Tiroler Volkskunstmuseum,
Innsbruck)
Nr. 1/2005 Chronik der Kompanien 5

EHptm. Josef Trostberger – Viele Mitglieder der Kompanie, aber auch Männer, die den Schüt-
eine Schützenpersönlichkeit zen nahe stehen, stellten sich in Zivil in Spalierform vor den Eingang
des Telfer Rathauses, um die zur Sitzung eilenden Gemeinderäte still-
Peppi Trostberger ist und war für viele, die das Vereinsleben dieser schweigend zu empfangen. Das wirkte neben den Debatten und Dis-
Marktgemeinde im Oberinntal interessiert, der Ansprechpartner. Vor kussionen im Ort über dieses Ansinnen so auf die Räte, dass die Ver-
allem über das Schützenwesen in diesem Ort weiß er bestens Bescheid. legung des Sebastianitages auf einen Sonntag kein Thema mehr war.
Auf Grund seiner Erscheinung - groß, breite Schultern, mit über 70 Das Gespräch mit EHptm. Josef Trostberger führte BBO Karl Pertl
Jahren noch kein graues Haar -, aber auch wegen seines immer
freundlichen Umganges mit seinen Mitmenschen ist Pepi weit über die
Grenzen seines Heimatortes bekannt.
Heimat ist für ihn kein leeres Wort, es wird nicht erst gebraucht
Pläne für das Gefallenendenkmal
wenn er die Schützentracht anzieht. Nein, der Wert der Heimat ist für BOZEN - Mitte November 2004 hat der Südtiroler Schützenbund
ihn etwas Selbstverständliches. auf einer Pressekonferenz erstmals seine Pläne zur Umgestaltung des
Seit dem Jahre 1949, also über 55 Jahre, sorgt und kümmert sich Siegesdenkmals in Bozen der Öffentlichkeit vorgestellt. Diese Pläne
Pepi Trostberger um die sakralen Bauten in St. Moritzen mit Kalvari- wurden in der Zwischenzeit intern noch konkretisiert und ausgearbei-
enberg, Ematkapelle, Wiesenkapelle und den Kreuzwegstationen auf tet - die Tiroler Schützenzeitung veröffentlicht nun exklusiv die ersten
dem Weg dorthin. Bei gröberen Arbeiten sind die Schützenkameraden Ergebnisse dieses Projekts.
zur Stelle. Von seinem Vater Franz ging diese ehrenamtliche Tätigkeit Für den Vorstoß, mit dem der Südtiroler Schützenbund sich
ebenso wie die Führung der Telfer Schützenkompanie nahtlos auf ihn gemeinsam mit allen in der Alpenregion zusammengefassten Schüt-
über. zenbünden nun erneut in die öffentliche Diskussion einbringt, war
wohl vor allem die Tatsache ausschlaggebend, dass die vielgepriesene
Entschärfung des „Siegesdenkmals“ bis auf weiteres ausfallen wird -
das zuständige Amt für kulturelle Güter und kulturelle Tätigkeiten in
Venedig hatte in einer jüngst abgegebenen Stellungnahme klar ausge-
drückt, dass die Anbringung der in harten Verhandlungen ausgehan-
delten erklärenden Tafeln im Nahbereich des Denkmals nicht in Frage
kommt.
Aber auch die Aussage des italienischen Armeekorpsgenerals Bru-
no Job, der unlängst bemängelte, in Bozen fehle weiterhin ein ent-
sprechendes Denkmal zur Ehrung der Gefallenen, war mit ein Grund
für den Südtiroler Schützenbund, sich ernsthafte Gedanken für eine
konstruktive Lösung zu machen. General Bruno Job vom italienischen
Heer traf den Nagel mit seiner Aussage eigentlich auf den Kopf. Das
heutige Siegesdenkmal war zwar bis vor wenigen Jahren Schauplatz
unzähliger Kranzniederlegungen und Heldengedenkfeiern höchster
Vertreter des italienischen Heeres, obwohl besagter Marmorklotz an
symbolischer Sinnlosigkeit in dieser Hinsicht eigentlich nur schwer zu
überbieten ist. Schon der Name „Siegesdenkmal“ machte es dem Nach-
Bei der Bundesversammlung 2001 wurde EHptm. Josef Trostberger mit der kriegsitalien stets schwer, glaubhaft Gedenkfeiern an die Gefallenen
Goldenen Verdienstmedaille ausgezeichnet. LHptm. Wendelin Weingartner anstatt der offensichtlichen Siegesfeiern zuwege zu bringen.
gratuliert dazu. (Fotos: Sepp Fleischer)
Grundsätzlich ist man mit der Erstellung des Vorschlages im Südti-
roler Schützenbund davon überzeugt, dass ein geeigneter Platz und
Seit Franz Trostberger, Hptm. von 1952–1980, gibt es in Telfs Jung- die geeignete Form für ein aufrechtes Gefallenengedenken im europäi-
schützen und auch die Schützentracht gibt es seit dieser Zeit. schen Geiste auch weiterhin fehlen werden, solange sich Kräfte dage-
Bezeichnend für seine Einstellung ist eine Fotografie im Flur des gen sträuben, den „Besiegten“ ihr Anrecht auf ein zentrales Gefallen-
Hauses, die Pepi Trostberger mit Papst Johannes Paul II. bei einer per- endenkmal zu gewähren. Dass an einem neuen Denkmal die Feinde
sönlichen Audienz zeigt. Wie tief das Schützenwesen in ihm verwur- von einst gemeinsam ihrer Vorfahren gedenken, ist nun der erste und
zelt ist zeigte folgendes: Als er in einem alten Buch nachschlug, zentrale Gedanken des Schützenvorschlags.
rutschte eine Schießscheibe als Lesezeichen aus den Seiten. Es sollte dabei just an dem Platz, der seit seinem Bestehen als sol-
Der Grund des Besuches bei Peppi war nicht nur seine schöne cher immer wieder Anlass für Streit und Zwistigkeiten war, ein Denk-
Weihnachtskrippe, auch ein Gespräch über den Sebastianitag war das mal für alle Gefallenen des I. Weltkrieges entstehen. Von diesem muss
Zentrale dieses Nachmittags. – in entsprechender Aufmachung – folglich derselbe christliche und
Auf die Frage, wie lange schon die Schützenkompanie ihre Jahres- europäische Geist wie vom Denkmal in Grasstein in der Sachsenklem-
hauptversammlung am Sebastianitag nach der Prozession am Nach- me oder vom Fort Doumont bei Verdun ausgehen, wo ebenfalls die
mittag abhält, lautete die Antwort: Seit den Aufzeichnungen der Kom- Feinde von einst – jeder in gegenseitigem Respekt – der eigenen Krie-
panie im Jahre 1892 findet sie immer zu diesem Zeitpunkt statt. ger gedenkt.
Seit wann die Schützen anstatt der Sebastianibruderschaft das Bekanntlich findet sich unter dem Vorgelände des heutigen Sieges-
Sebastianiferggele tragen, meint Pepi, seit nach dem II. Weltkrieg. Bei denkmals das halbfertige Denkmal an das 2. Regiment der Tiroler Kai-
der Herz-Jesu-Prozession wird auch das Herz-Jesu von den Schützen serjäger, welches von den neuen Machthabern in den 20er Jahren des
mitgetragen. vorigen Jahrhunderts gesprengt worden war. In einem ersten Schritt
Der Gemeinderat von Telfs wollte vor längerer Zeit auf Drängen der sollten die Reste dieses 1917 begonnenen Bauwerks freigelegt, mit ent-
Wirtschaft den seit Jahrhunderten auf den 20. Jänner gefeierten Se- sprechenden Schutzmaßnahmen versehen und für alle sichtbar und
bastianitag auf einen Sonntag verlegen. Die Schützen erfuhren von eventuell zugänglich gemacht werden, ähnlich dem römischen Stadt-
dieser Sache und machten an dem Abend, da dieser Punkt in einer tor am Michaelerplatz in Wien. Damit wäre ein Stück Geschichte wie-
Gemeinderatssitzung beschlossen werden sollte, mobil. der aus der Verschleierung der Vergangenheit geholt.
6 Nr. 1/2005

Oben links: Ansicht des neuen Denkmals für alle Gefallenen. Es würde auf der Stelle des heutigen Siegesdenkmals
in Bozen stehen. Für alle Kämpfer des Ersten Weltkriegs, welche an der Südfront gekämpft haben, sollte dort laut
Vorstellung des Südtiroler Schützenbundes eine gemeinsame und vor allem würdige Gedenkstätte geschaffen wer-
den. Links: Grundriss des Projekts des Südtiroler Schützenbundes: Der Unterbau des alten „Denkmals“ bleibt
erhalten, darauf neu angebracht werden drei Pylone von 30 Meter Höhe. Freigelegt wird auch das unvollendete
Kaiserjägerdenkmal oder besser gesagt, das was noch davon übrig geblieben ist. Oben rechts: Exemplarischer Vor-
schlag für den Fries des Österreichisch-Ungarischen Heeres. Von oben nach unten sind in Abfolge Szenen aus der
Arbeit auf dem Feld, dem Auszug in den Krieg, dem Abmarsch an die Front, den Strapazen im Felde und schließ-
lich der Heldentod dargestellt.

Der Aufbau des eigentlichen Siegsdenkmals mit seiner faschisti- satz standen, angeführt. Diese Schriften werden in den Edelstahl
schen Symbolik in weißem Marmor sollte nach den Vorschlägen des geätzt und mit Blattgold ausgelegt.
Schützenbundes vollkommen abgebrochen werden. Dass dies durch- Am Boden - in der Mitte der drei Pylonteile - wird ein Scheinwer-
wegs auch einem Staat zumutbar ist, der seinerzeit zu den Sieger- fer eingelassen, welcher das Denkmal von innen her strahlen lässt und
mächten gehört hatte, hatten die Briten bereits in den späten 60er Jah- dessen Lichtsäule sich in die Unendlichkeit verliert. Durch die Entfer-
ren selbst vorgemacht. Sie hatten ihr Siegesdenkmal in der Lünebur- nung des massigen Bauwerks und die Errichtung eines fast eindimen-
ger Heide damals selbst abgetragen und nach England verfrachtet. sional wirkenden Denkmals wird nicht nur der Blick der Anwohner
Sollten sich nun nach einem Abbruch des faschistischen Tempels in freier, sondern auch der dahinterliegende Park aufgewertet. Dieser
Bozen Museen oder Architekturparks für einzelne Bauteile interessie- könnte zudem auch weiter Richtung Talferbrücke gezogen werden,
ren, so könnten diese ebenfalls entsprechend abgegeben werden, der woraufhin das gesamte Denkmal, eingebettet im Grün, endlich seine
Rest sollte aber entsorgt werden. Die Büste Cesare Battistis, die gegen martialische Ausstrahlung verlieren könnte. Im Zuge dieser Arbeiten
den Willen seiner Familie im Siegesdenkmal aufgestellt und dort ver- sollte der gesamte Park zudem von den restlichen faschistischen Relik-
ehrt worden war, könnte nach Rovereto verfrachtet werden und dort ten gesäubert werden, unter anderem auch vom immer noch beste-
im Einverständnis mit seinen Nachkommen entsprechende Verwen- henden Gedenkstein an den völkerrechtswidrigen Abessinienkrieg.
dung finden. Die Stufenanlage und die darunterliegende Krypta bleibt bestehen
Das neue Denkmal der Gefallenen besteht nun aus einem dreiteili- - die Krypta könnte dabei zum ersten Mal in ihrer Geschichte eine
gen Pylon von 30 Metern Höhe aus Edelstahl, von denen je ein Teil Funktion bekommen, und zwar mit der Errichtung eines Dokumenta-
einer der Armeen zugeordnet ist, welche im Ersten Weltkrieg an der tionszentrums zur Geschichte Bozens und Südtirols im 20. Jh. unter
Südfront gegeneinander kämpften. In zirka 3 Metern Höhe trägt jeder Einbeziehung der Ereignisse um die Schreckensherrschaft von
Teil einen Fries aus Aluminiumguss, dessen Gestaltung den jeweiligen Faschismus und Nationalsozialismus.
Angehörigen der Armeen überlassen wird. Unterhalb dieses Frieses Den geistigen Grundstein zu einer aufrechten und ausgewogenen
sind sämtliche Truppenteile, welche damals an besagter Front im Ein- Überwindung ethnischer Konflikte in puncto Siegesdenkmal glaubt
der Südtiroler Schützenbund nun gelegt zu haben, wollen wir hoffen,
dass die politischen Einscheidungsträger entscheidende Schritte folgen
lassen.

Südtirol weiterhin ohne offizielle


Landeshymne
„Ein Beispiel für den Ausdruck der gemeinsamen Identität von Völ-
kern und Volksgruppen sind die Landeshymnen. Während im Bundes-
land Tirol das am 2. Juni 1848 vom Tiroler Landtag zur Tiroler
Landeshymne erhobene Andreas-Hofer-Lied ,Zu Mantua in Banden’
auch heute die offizielle Landeshymne darstellt, gilt dies für den süd-
lichen Landesteil nicht“ lautete ein Auszug aus der Einleitung zu
Das 1917 von Robert Gasser aus Völser Aicha begonnene Denkmal „zur Erin-
nerung an die Gefallenen des 2. Tiroler Kaiserjägerregiments“. Die Grundmau-
einem unlängst im Südtiroler Landtag eingebrachten Antrag. Und wei-
ern dürften noch vorhanden sein und sollten freigelegt und zugänglich ter heißt es darin: „Auch wenn bei traditionellen Anlässen das And-
gemacht werden. reas-Hofer-Lied gesungen oder gespielt wird, fehlt ihm die offizielle
Nr. 1/2005 7

der Meinung, dass es keinen Sinn hat, diesen Beschlussantrag heute


sozusagen als Zerreißmittel zu genehmigen. Deshalb sollten wir als
deutsche und ladinische Volksgruppe das Andreas-Hofer-Lied weiter-
hin als unsere Landeshymne singen und ihr den entsprechenden
Respekt entgegenbringen. Ich glaube aber nicht, dass wir zum jetzigen
Zeitpunkt hergehen und diese Hymne auch der italienischen Volks-
gruppe aufoktroyieren können. Hier müssen wir das notwendige Fin-
gerspitzengefühl haben. Ich möchte also so fortfahren wie bisher, das
heißt, wie wir es in den letzten Jahrzehnten getan haben. Ich möchte
Kollegen Leitner ersuchen, diesen Antrag zurückzuziehen! Wenn er
dies nicht tut, müssen wir dagegen stimmen.“

Ein Schütze
Verkehrte Welt: Während sein Amtskollege Dr. Herwig van Staa in Innsbruck
sich für die Schutzbestimmungen gegen eine Verschandelung der Landeshym- muss ein anständiger Kerl sein!
ne schlägt, kann sich Dr. Luis Durnwalder nicht einmal damit anfreunden „Zu
Manuta in Banden“ offiziell zur Landeshymne zu erheben. Diese könne, sei- WEER - Als Herbert Schöffauer als junger Mann im Jahr 1960 nach
ner Meinung nach, den Italienern im Lande nicht zugemutet werden. Weer kam und mit seiner Frau Midi, geb. Unterlechner, Tochter der
Anerkennung als Landeshymne. Daher wurde in den vergangenen Bauersleute beim „Riedler“, eine Familie gründete, stand er auch in der
Jahren immer wieder, zuletzt am 2. Mai 2004 einstimmig von der Dorfgemeinschaft keinen Augenblick abseits. Er engagierte sich von
Bundesversammlung des Südtiroler Schützenbundes, angeregt, auch Anfang an mit großem Eifer in zahlreichen örtlichen Vereinen.
in Südtirol das Andreas-Hofer-Lied ,Zu Mantua in Banden’ als offizi- Aus ganzem Herzen und mit Leib und Seele war und ist Herbert
elle Landeshymne einzuführen (. . .). Dies vorausgesetzt und festge- Schöffauer ein vorbildlicher Tiroler Schütze. Seine aufrechte, toleran-
stellt, dass in einem neuen europäischen Geist alte Trennungen über- te und menschenfreundliche Gesinnung wurde von seinen Kameraden
wunden und gemeinsame Identitäten gefestigt werden können, ver- in der Schützenkompanie Weer immer ganz besonders geschätzt.
pflichtet man die Landesregierung, die dafür notwendigen Schritte in So war es nicht verwunderlich, dass sie ihn bereits 1970 zum Olt.
die Wege zu leiten.“ erkoren. Wegen der Erkrankung des damaligen Hptm. Michael Huber
Es kam zur Abstimmung über den von den Freiheitlichen einge- führte er die Kompanie von 1974 bis 1976 als Olt. vertretungsweise.
brachten Beschlussantrag und wahrscheinlich zum traurigsten Ergeb- Nach Hubers Tod wurde Herbert Schöffauer im Jahr 1976 zum Hptm.
nis der letzten Jahrzehnte: Lediglich vier Abgeordnete im Südtiroler gewählt und führte seine Weerer Schützen von 1976 bis zum Novem-
Landtag stimmten dem Antrag zu (Eva Klotz, Pius Leitner, Ulli Mair, ber 2004 in mustergültiger Weise. 28 Jahre lang hatte er also das Kom-
Andreas Pöder), während sich die Landtagspräsidentin Veronika Stir- mando inne und zählt damit zu den längstdienenden Schützenhaupt-
ner-Brantsch der Stimme enthielt und alle übrigen Abgeordneten, also männern Tirols. Neun Jahre gehörte er zudem noch dem Ausschuss
sämtliche anwesende Vertreter der Südtiroler Volkspartei, sich dage- des Schützenbataillons Schwaz an.
gen aussprachen. Es stellt sich nun die Frage, ob hier nicht ein par-
teiübergreifendes Zusammenhalten angebracht gewesen wäre. Unver-
ständlich ist auch die Zurückhaltung des Landeshauptmannes, dessen
Ausführungen im Landtag wir unseren Lesern nicht vorenthalten
möchten: „Sehr verehrte Damen und Herren! Ich möchte ersuchen,
dieses Problem nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, und zwar
deshalb, weil es in kultureller Hinsicht ein sehr bedeutendes Thema ist.
Aus diesem Grund müssen wir uns mit der Behandlung dieses Antra-
ges in aller Form auseinandersetzen. Wir haben diese Hymne stets
gesungen und wir werden dies auch weiterhin tun, vor allem als
Angehörige der österreichischen Minderheit. Aufgrund der Geschichte
und unserer kulturellen Einstellung stehen wir als deutsch- und ladi-
nischsprachige Bevölkerung mehrheitlich zu dieser Hymne. Es hätte
keinen Sinn, heute einen Streit darüber zu eröffnen, ob wir diese Hym-
ne der italienischen Volksgruppe in der Form und zu diesem Zeitpunkt
Freundschaft über Grenzen hinweg: Gemeinsam mit Mjr. Hubert Danzl
aufoktroyieren sollen oder nicht. Als deutsche und ladinische Volks- begrüßte Hptm. Schöffauer den stellvertretenden Lkdt. der Bayerischen
gruppe sollten wir sie weiterhin ehren. Wir sollten sie singen und ihr Gebirgsschützenkompanien, Jakob Willibald (Nov. 1989).
den notwendigen Respekt entgegenbringen. Nach ungefähr 80 bzw. 85
Jahren können wir diese Hymne jetzt nicht mit einem Beschlussantrag Als Hptm. signalisierte er seinen Kameraden immer, dass für ihn
offiziell einführen. Damit würden wir ausdrücken, dass wir in den ver- jedes einzelne Mitglied – gleich ob alt oder jung und in welcher Funk-
gangenen Jahrzehnten immer ein Lied gesungen haben, das wir nicht tion auch immer – zählt und wichtig ist. Wenn er sich nach einer Aus-
als unsere Hymne betrachtet haben. Wir haben Respekt gezeigt, weil rückung bei der Kompanie bedankte, hörte man ihn immer wieder
wir der Meinung waren, dass es unsere Landeshymne ist. Dies werden sagen: „Mander, kommt’s ma das nächste Mal wieder fleißig, es kommt
wir auch in Zukunft tun. Ich glaube nicht, dass wir jetzt nach über 80 auf jeden Einzelnen an! Jeder von euch geht mir ab, wenn er nicht da
Jahren mit einem Beschlussantrag die Landeshymne offiziell ein- ist!“ Auf ein möglichst vorbildliches Auftreten und Verhalten seiner
führen sollten. Ich bin natürlich bereit, diese Problematik juridisch Schützenkameraden in der Öffentlichkeit – sowohl bei den Aus-
entsprechend überprüfen zu lassen, das heißt dahingehend, wie weit rückungen in Tracht als auch im zivilen Leben – legte der Hptm.
überhaupt die Einführung einer Landeshymne möglich wäre. Eines ist großen Wert. „Ein Tiroler Schütze muss ein anständiger Kerl sein!“ war
sicher: Es ist nicht in Form eines Beschlussantrages möglich. Wenn- seine Überzeugung. Bischof Stechers Wort „Von den Fahnen in die
schon würde es ein Gesetz brauchen. Wie gesagt, wir müssten das juri- Herzen!“ hörte man ihn immer wieder zitieren. Es war wie ein Motto
disch auf jeden Fall vorher entsprechend abklären. Ich persönlich bin für Herbert Schöffauers Führungstätigkeit als Hptm.
8 Nr. 1/2005

In seinem Bemühen um die Weitergabe der wichtigen Werte des Neben seiner Begeisterung und seinem herausragenden Engage-
Tiroler Schützenwesens kümmerte er sich persönlich um die vorberei- ment für das Tiroler Schützenwesen und die Schützenkompanie Weer
tende Schulung der neu in die Kompanie eintretenden jungen Schüt- war Herbert Schöffauer auch in anderen führenden Positionen in der
zen. In aller Öffentlichkeit und in festlichem Rahmen – beispielsweise Gemeinde tätig: Zwölf Jahre lang war er Mitglied des Gemeinderates
beim Gottesdienst nach der Ulrichsprozession – erfolgt dann jeweils von Weer. Jahrzehntelang gehörte er dem Ausschuss der Freiwilligen
die Angelobung. Dieses öffentlich abgelegte Bekenntnis der jungen Feuerwehr Weer an und betätigte sich als erfolgreicher Jugendaus-
Schützen mit dem Sprechen der Gelöbnisformel ist in Weer nicht bildner und Gruppenkommandant. Im Ausschuss des Skiklubs Weer
Formsache, sondern ein in der Bevölkerung geachteter und geschätz- hatte er viele Jahre die Funktion des Kassiers inne. 15 Jahre lang spiel-
ter festlicher Akt, der den jungen Menschen ihre Verantwortung im te er in der Dorfbühne Weer mit und bekleidete in zahlreichen Stücken
Sinne der Grundsätze des Tiroler Schützenwesens vor aller Öffentlich- wichtige Hauptrollen. Unvergessen bleibt das Stück „Peter Siegmair,
keit deutlich macht. der Tharerwirt“, das die Schützenkompanie gemeinsam mit der Dorf-
Um seiner Kompanie eine gute Fortbildung im Bereich der bühne Weer im Jahr 1984 in einer großen Freilichtaufführung anläss-
Geschichte des Heimat- und Vaterlandes anbieten zu können, begann lich des Gedenkjahres „175 Jahre Tiroler Freiheitskämpfe“ beim Pir-
Hptm. Schöffauer vor Jahren mit der Durchführung einer Bildungs- cherhof zur Aufführung brachte. In höchst überzeugender Weise ver-
fahrt im Herbst, an der auch die Partnerinnen der Schützen und die körperte Hptm. Schöffauer selbst die Person des Freiheitskämpfers und
Jungschützen teilnehmen können. Wichtige Ziele waren zum Beispiel konnte gemeinsam mit dem gesamten Ensemble das Publikum in zahl-
die Fahrten zu den im Ersten Weltkrieg zwischen Österreich-Ungarn reichen Aufführungen begeistern. Auch in Franz Kranewitters Schau-
und Italien heiß umkämpften Gebiete am Monte Piano und am Klei- spielen „Erde“ und „Die sieben Todsünden“ sowie in vielen anderen
nen Lagazuoi beim Falzaregopass oder auch der Besuch von Andreas Stücken war Schöffauers Talent auf der Bühne zu bewundern.
Hofers Geburtshaus und dem angegliederten Musuem im Passeiertal. Am Herz-Jesu-Sonntag 2001 erhielt Hptm. Herbert Schöffauer für
Es war sein Bestreben, die Weitergabe des Wissens um die Geschichte seine großen Verdienste um das Tiroler Schützenwesen das Verdienst-
unseres Landes zu garantieren. zeichen des Bundes der Tiroler Schützenkompanien verliehen. Bei der
In Schöffauers Zeit als Hptm. setzten die Schützen in der Gemein- Jahreshauptversammlung im November 2004 trat er aus gesundheitli-
de Weer sichtbare Zeichen. Dazu gehört die Aufstellung des Mahnma- chen Gründen als Hptm. der Kompanie zurück und übergab das Kom-
les im neuen Teil des Weerer Friedhofes sowie die Errichtung des Herz- mando an seinen Nachfolger Peter Unterlechner. Seine Schützenka-
Jesu-Gelöbnis-Denkmales vor dem Gemeindehaus. Auch im Sozialbe- meraden ernannten ihn zum Dank für seinen unermüdlichen Einsatz
reich engagierten sich die Schützen und übergaben alljährlich nach einstimmig zum EHptm. Herbert Schöffauer bleibt auch in Zukunft
dem Kameradschaftsabend eine Geldspende an die Verantwortlichen Tiroler Schütze mit Leib und Seele.
des Gesundheits- und Sozialsprengels Weer und Umgebung. Zu den Bei der Jahreshauptversammlung der Schützenkompanie Weer
örtlichen Vereinen, zur Gemeindeführung und zur gesamten Bevölke- 2004 wurde Peter Unterlechner, „Riedler“, zum neuen Hptm. gewählt.
rung pflegte der Hptm. immer besten Kontakt und leistete damit einen
OSR Oswald Arnold, Ortschronist von Weer
wichtigen Beitrag, dass die Schützenkompanie Weer mit ihren 60 Akti-
ven einen wesentlichen Bestandteil im Leben der Gemeinde darstellt.

1984: Herbert Schöffauer (l.) spielte


Festakt „200 Jahre Schützenkompanie die Hauptrolle in einer gemeinsamen
Weer“. V.l. Hptm. Herbert Schöffauer, stv. Freilichtaufführung der Dorfbühne
Baon-Kdt. Max Häuser, Landwirtschafts- und der Schützenkompanie Weer:
minister Dr. Franz Fischler nehmen die „Peter Siegmair – der Tharerwirt“
Meldung des Hptm. der Ehrenkompanie
Pill entgegen (oben)
EHptm. Herbert Schöffauer (unten)

Segnung der Gedenkstätte


„200 Jahre Herz-Jesu-Gelöbnis“

Herbert Schöffauer nimmt die Angelobung junger


Schützen im Rahmen der Weerer Ulrichs-
prozession vor (12. 9. 2004)
Nr. 1/2005 9

Das Land Tirol in Trauer gegen das Grundrecht der freien, demokratischen Meinungsäußerung
gewertet werden könnte.
BOZEN - Am 11. November hat sich zum wiederholten Male der Tag Die Bundesleitung des Südtiroler Schützenbundes wird als Urheber
gejährt, an dem italienische Truppen im Jahre 1918 den Brenner und der Aktion „Das Land Tirol in Trauer“ dafür Sorge tragen, dass sich
das Gebiet von Toblach erreicht und damit die Zerreißung Tirols voll- solche Vorkommnisse zukünftig nicht wiederholen. Unterstützung
zogen haben. dafür hat sie auch von sämtlichen deutschsprachigen Parteien im Lan-
Im Jahre 1998 - 80 Jahre danach - hat der Südtiroler Schützenbund de bekommen, insbesondere auch in der Person des Kammerabgeord-
den 11. November zum jährlichen Aktionstag „Das Land Tirol in Trau- neten DDr. Karl Zeller. Der Südtiroler Schützenbund behält sich recht-
er“" ausgerufen. In stillem Gedenken an die Opfer dieses Krieges mit liche Schritte in dieser Sache vor und ruft dazu auf, sich durch derar-
all seinen Folgen für die Tiroler Bevölkerung und im festen Glauben, tige Aktionen nicht einschüchtern zu lassen, sondern solche untrag-
dass Unrecht nicht ewig währen kann, wird an diesem Tage in den baren Vorkommnisse weiterhin der Bundeskanzlei zu melden. Tiroler
Ortschaften südlich des Brenners und westlich von Arnbach die Tiro- Fahnen - mit und ohne Trauerflor - können auch in Zukunft im
ler Fahne mit Trauerflor gehisst und damit ein Bekenntnis zur histo- ganzen Land und zu jedem gebührenden Anlass ausgehängt werden.
risch gewachsenen Einheit Tirols im europäischen Geiste abgelegt.
Bei der diesjährigen Aktion „Das Land Tirol in Trauer“ hat es in 32. Kompanie im Pustertal
einigen Gemeinden jedoch sonderbare Amtshandlungen gegeben, die
Neugründung
nicht unkommentiert bleiben dürfen. So haben die Carabinieri in der
Marktgemeinde Brenner den zuständigen Bez.-Mjr. Kurt Egartner RASEN/ANTHOLZ - Eine Frohbotschaft zum neuen Jahr erreicht
angewiesen, die Fahne mit Trauerflor zu entfernen. Die vom Mjr. uns dieser Tage aus dem Antholzertal. Seit wenigen Tagen gibt es in
Egartner verlangte Begründung für diese Anweisung von Seiten der der dortigen Gemeinde Rasen/Antholz wieder eine Schützenkompanie.
Staatsmacht wurde nicht geliefert, was auch nicht verwundert. Damit zählt der Bezirk Pustertal im SSB 32 Kompanien und über 1.000
Bekanntlich ist die Tiroler Fahne keine Nationalflagge und kann Schützen und Marketenderinnen. Die neue Kompanie besteht vorerst
dadurch immer und überall ausgehängt werden - die Fahne am Bren- aus 21 Mitgliedern, mehr als die Hälfte davon sind Jugendliche.
ner blieb also an ihrem Platz, bis sie unter Androhung einer Anzeige Diese Nachricht ist umso erfreulicher, hatte es gar einige Sitzungen
an den zuständigen Bürgermeister schließlich von letzterem entfernt gebraucht, um vor allem die Führungsmannschaft der neuen Schüt-
wurde. Noch seltsamere Früchte hat die Aktion „Das Land Tirol in zenkompanie auf die Beine zu stellen. Am Sonntag, dem 19. Dezem-
Trauer“ in der Marktgemeinde Kaltern getrieben. Dort verlangte gar ber, war es schließlich soweit; der Gründungsversammlung vorausge-
der örtliche Bürgermeister Wilfried Battisti-Matscher über einen gangen war ein Festgottesdienst mit dem Ortspfarrer Paul Gruber und
Bediensteten des Gemeindebauhofes (!) von der örtlichen Schützen- dem geistlichen Beistand des Bezirkes Pustertal, Frater Siegfried Volg-
kompanie die sofortige Entfernung des Trauerflors vom Marktplatz ger OFM.
und den übrigen Straßen. Der Hptm. der Schützenkompanie Kaltern, Nach den Grußworten von BMjr. Dr. Luis Zingerle, Bgm. Karl Mess-
Walter Bernard, war nicht bereit, dieser Anweisung Folge zu leisten ner und Richard Stoll wurde über den Namen der wiederzugründen-
und die beanstandeten Trauerflore wurde folglich von Amts wegen den Kompanie diskutiert. Dabei wurde beschlossen, einen etwaigen
eingeholt. Beinamen der Schützenkompanie Rasen/Antholz noch offen zu lassen
und diesen bei den nächsten Sitzungen zu beschließen. Diesbezüglich
steht auch noch eine Aussprache mit der Musikkapelle „Josef Leitgeb-
Antholz Niedertal“ an. In Frage kämen als Zusatzname „Peter Passler“
oder „Josef Leitgeb“. Josef Leitgeb war in den Freiheitskriegen um
1809 von den Franzosen hingerichtet worden, Peter Passler hingegen
war ein Sohn des Johann Passler, des herrschaftlichen Fischers in Ant-
holz und eine führende Gestalt im Bauernaufstand von 1525 gewesen.
Die Wahlen bei der Gründungsversammlung brachten das folgende
Regierungskommissär di Santo erkundigt sich beim Kalterer Bürgermeister Ergebnis: Zum Hptm. wurde Leo Messner, zum Olt. Stefan Messner,
Battisti-Matscher scheinheilig über den Grund der Anbringung des Trauer-
flors und erinnert ihn dabei abschließend: (. . .) „Sie sind verpflichtet die Ein-
haltung der geltenden Gesetze zu garantieren.“

Ähnliche Vorfälle auch im Unterlandler Bergdorf Truden. Dort wur-


de auf Anordnung der Carabinieri und des Bürgermeisters von einem
Gemeindebediensteten die Fahne eingeholt.
Der Südtiroler Schützenbund hat natürlich sofort zu all diesen Vor-
fällen ein Rechtsgutachten eingeholt. Aus diesem Gutachten von Dr.
Alois Brunner, Direktor des Amtes für Verwaltungspolizei, geht hervor,
dass es keine Bestimmung gibt, welche das Hissen der Tiroler Fahne
samt Trauerflor verbieten würde.
Sowohl das staatliche Gesetz als auch die entsprechende Durch-
führungsverordnung würden nur den Gebrauch von Flaggen, das heißt
von staatlichen Fahnen wie der ital. Nationalflagge, der europäischen
Fahne und von Fahnen ausländischer Staaten regeln. Die Tiroler Fah-
ne samt Trauerflor sei davon nicht betroffen.
Auch das Land Südtirol habe eine Verordnung erlassen. Diese regle Die Leitung der wiedergegründeten Schützenkompanie Rasen/Antholz mit den
aber nur den Gebrauch von Fahnen an öffentlichen Gebäuden des Vertretern der Bundes- und Bezirksleitung (v.l.), sitzend: Frater Siegfried
Volgger, Bez.-Mjr.-Stv. Luis Schneider, BMjr. Dr. Luis Zingerle, Bez.-Mjr.
Landes. Richard Stoll, Fhr. Alfred Messner; stehend: Ojg. Armin Brunner, Olt. Stefan
Der Gutachter kommt zum Schluss, dass die Entfernung der Tiroler Messner, Hptm. Leo Messner, Lt. Anton Müller, Schriftführerin Sabine
Fahnen mit Trauerflor als ein Akt der Amtsanmaßung und als Verstoß Messner und Flt. Hubert Schneider.
10 Nr. 1/2005

zum Flt. Hubert Schneider, zum Fhr. und JS-Betr. wurde Alfred Mess-
ner und zum Ojg. Armin Brunner gewählt; das Amt des Lt. bekleidet
Anton Müller. Marketenderin Sabine Messner wurde als Schriftführe-
rin namhaft gemacht. Insgesamt besteht die wiedergegründete Kom-
panie aus 15 Schützen, 3 Marketenderinnen und 3 Jungschützen. 16
Mitglieder kommen aus Antholz, 5 Mitglieder aus Rasen. Erfreulich ist,
dass mehr als die Hälfte der Kompanie aus Jugendlichen im Alter zwi-
schen 15 und 24 besteht.
Der Obmann der Frontkämpfer, Reimund Rainer, brachte der neu-
gegründeten Kompanie die Nachricht, dass die alte Veteranenfahne der
neuen Kompanie zur Verfügung gestellt wird. Efrem Oberlechner,
Hptm. der kürzlich neugegründeten Kompanie Ehrenburg, übergab der
neuen Kommandantschaft als Hilfe sämtliche Formulare, Ansuchen
und Daten seiner Kompanie.
Auch am Deutschnonsberg tut sich einiges; eine neue, junge Schützenkom-
Hptm. Leo Messner und Olt. Stefan Messner dankten allen, welche panie ist dort am Entstehen.
die Gründung der Kompanie ermöglicht haben. Im Namen der neuen
Kompanie erhielten die hohen Gäste das Buch „Mei Hoamat“ von Eine alte Schützenfahne aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg war
Lorenz Leitgeb überreicht. In jenem Buch ist unter anderem die histo- in der Pfarrkirche von Proveis wieder aufgetaucht und konnte somit
rische Tracht des Tales abgebildet, welche die neuen Schützen und „Pate stehen“ für einen Neuanfang.
Marketenderinnen in Zukunft tragen werden. Den Abschluss dieses Am 12. Dezember organisierte Josef Moser als Sprecher der provi-
freudigen Tages bildete die Landeshymne. sorischen neuen Kommandantschaft mit seinen engsten Vertrauten
Bereits nach der Sitzung wurden die weiteren Termine von der eine interessante und gut besuchte Informationsveranstaltung im
Kommandantschaft festgelegt, um die neue Kompanie einzukleiden Gemeindesaal von Proveis über Vorhaben und Ziele der Wiedergrün-
und das Gründungsfest vorzubereiten, alle Mitglieder der Kompanie dung sowie über das Schützenwesen in Tirol. Nach Begrüßung, Vor-
werden sich in der Zwischenzeit um weitere Mitglieder bemühen. stellung und einleitenden Worten durch Bez.-Mjr. des Bezirks Burg-
grafenamt-Passeier, Helmut Gaidaldi, konnte Referent Efrem Oberlech-
ner - Hptm. der Schützenkompanie Ehrenburg - einen sehr gelunge-
Neuformierung in Proveis nen Vortrag über die gemachten Erfahrungen bei der Gründung seiner
PROVEIS - Bereits vor einiger Zeit entstand in Proveis der Wunsch Schützenkompanie im Pustertal mitteilen. Mit viel Einsatz war es ihm
nach dem Wiederaufbau einer neuen Schützenkompanie. Mit dem gelungen, in Ehrenburg eine junge und starke Kompanie auf die Bei-
Ende des Ersten Weltkrieges und der Einverleibung des südlichen ne zu stellen.
Tirols in das Königreich Italien wurde die Schützenkompanie von Pro- Den anwesenden Zuhörern konnte eine noch gut erhaltene histori-
veis – wie auch alle anderen – aufgelöst. Im letzten Sommer begann sche Tracht der Proveiser Schützen als Vorbild und Anregung gezeigt
man eifrig an einer Wiederaufstellung der Proveiser Schützenkompa- werden. Erfreulich ist das Interesse und die spontanen Neuzugänge
nie zu arbeiten – und so konnte in der Folge eines Vortrages über Hei- junger Proveiser, die in Zukunft bei der Aufbauarbeit in und um den
mat und Schützenwesen ein erster Schützenzug unter Führung der Ort am Deutschnonsberg motiviert mitmachen möchten.
Schützenkompanie St. Walburg in Ulten mit einigen Aktiven gegrün- Lt. Renato des Dorides
det werden.
1. Landesschießen
Besuchen Sie uns im Internet: des historischen Tirol
KALTERN - An 6. November fand das „1. Landesschießen des histo-
rischen Tirol“ mit der Preisverteilung im Hotel „Tannhof“ in Oberpla-
nitzing/Kaltern seinen Abschluss. Bundesschießleiter Mjr. Hubert
Anschriften der Schriftleiter: Straudi begrüßte an die 100 Marketenderinnen und Schützen aus allen
OSR Mjr. Karl Pertl, Werth 21, A-6176 Völs, Landesteilen. In ihren Grußworten dankten LKdt. Mjr. Paul Bacher und
Tel. 0512/303179, e-mail.: k.pertl@tirol.com
Lt. Elmar Thaler, Schlernstr. 1, I-39100 Bozen,
Tel. 0471/974078, e-mail.: info@schuetzen.com
Hptm. Hans Baur, Schöttlkarstr. 7, D-82499 Wallgau, Tel. & Fax 089/5469521,
e-mail: Baur-Hans@t-online.de
Redaktionsschluss ist der jeweils 20. der Monate Feber, April, Juni, August, Okto-
ber und Dezember.
Fotos von Verstorbenen können auf ausdrücklichen Wunsch retourniert werden.
Namentliche Beiträge müssen nicht die Meinung der Redaktion wiedergeben.
In der TSZ abgedruckte Bilder und Texte unterliegen dem Urheberrecht und dürfen
nur mit Zustimmung der Schriftleiter reproduziert werden.
Eigentümer und Herausgeber: Bund der Tiroler Schützenkompanien, Bozner Platz
6/III, Innsbruck, und Südtiroler Schützenbund, Schlernstr. 1, Bozen
Eingetragen beim Landesgericht Bozen, Nr. 6/77. Verantwortlicher Schriftleiter im
Sinne des Pressegesetzes Hartmuth Staffler. Die Tiroler Schützenzeitung versteht
sich als Mitteilungsblatt des Südtiroler Schützenbundes, des Welschtiroler Schüt- Die zwei besten Schützen in der Schützenklasse: (2.v.l.) Fhr. Martin Kargruber
zenbundes, des Bundes der Tiroler Schützenkompanien und des Bundes der Bayeri- (2.) und (4.v.l.) Hptm. Kurt Schwingshackl (1.) mit LKdt. Paul Bacher (3.v.l.)
schen Gebirgsschützenkompanien. Schriftleiter SSB: Elmar Thaler; BTSK: OSR und dem Obmann des GTSB, Hermann Huber (r.) und Bundesschießleiter Mjr.
Karl Pertl; BGK: Hans Baur. Schrift: Rotis Serif von Otl Aicher Hubert Straudi (l.). Beide Preisträger stammen von der Schützenkompanie
Herstellung: dtp Tyrol, Klaus Leitner, Innsbruck - Druck: Athesia, Bozen Taisten, welche die Mannschaftswertung mit 925 Ringen für sich entscheiden
konnte.
Nr. 1/2005 11

Obm. Mjr. Hermann Huber den Bundesschießleitungen. Sie gaben ihrer Vorarlberg gekommen waren. „Die Tiroler waren damals sehr begehr-
Hoffnung Ausdruck, dass dieses Landesschießen nicht das letzte die- te Arbeiter und sind es heute noch“, meinte sie.
ser Art bleiben möge. An annähernd 590 Preisträger aller Kategorien Den Verein der Osttiroler in Vorarlberg gibt es seit 1986. Ein Höhe-
von fast 850 Teilnehmern aus 123 Kompanien wurden Preise verge- punkt des Vereinsjahres ist das „Schlipfkrapfenessen“. „Wenn die jun-
ben. gen Osttiroler nach Vorarlberg kommen, dann braucht es meist ein
Der stellvertretenden Bundesschießleiter des SSB, Olt. Christian paar Jahre, bevor sie den Kontakt zu uns finden“, erklärte Roswitha
Laner, übergab zuerst an die Teilnehmer der Kategorie Jungschützen Steinhauser, die Obfrau der Trachtengruppe.
und Jungmarketenderinnen (Zöglinge) Luftgewehr die Preise. Bei den
weiteren Kategorien wurden nur die ersten 10 Preisträger namentlich
aufgerufen. Der Höhepunkt war die Prämierung der besten Mann- Gedenkfeier für die Gefallenen der
schaften. Der erste Mannschaftspreis war eine von Walter Depentori
gemalte Schießscheibe mit dem Motiv des Landesschießens und ging beiden Weltkriege
an die Schützenkompanie Taisten. Alle weiteren erhielten eine Kopie
MERAN - Am Sonntag, dem 7. November 2004, fand am Meraner
dieser Scheibe. Insgesamt wurden zweiundsiebzig Mannschaften aus-
Soldatenfriedhof die Gedenkfeier für die Gefallenen des I. und II. Welt-
gezeichnet. Noch zwei weitere außerordentliche Mannschaftspreise
krieges statt. Ganz besonders gedacht wurde dabei jener Kaiserschüt-
konnten vergeben werden. Je ein Paradegewehr erhielten die Kompa-
zen, die im August auf der Punta San Matteo vom ewigen Eis freige-
nie „Franz Höfler“ Lana für die Meistbeteiligung mit 32 Marketende-
geben wurden und nun in Pejo begraben sind.
rinnen, Jungschützen und Schützen und die Kompanie „Andreas
Hofer“ St. Leonhard/Passeier für die Meistbeteiligung mit 62,5 % im
Verhältnis zur Kompaniestärke.
Abschließend wurden die Ehrenscheiben an die Vertreter der drei
Schützenbünde überreicht. Zwei davon stammen ebenfalls aus der
Hand von Walter Depentori, die dritte, ein holzgeschnitztes Relief, von
Luis Jageregger. Die Wandertrophäe für die 10 besten Kombinations-
schützen, eine Andreas-Hofer-Skulptur, geschnitzt von Otto Rifesser,
ging an den Südtiroler Schützenbund.
Ein besonderer Dank ergeht an Bundesschießleiter Hubert Straudi,
den Kameraden der Bundesschießleitung und allen Teilnehmern für
die gute Zusammenarbeit.
Olt. Christian Laner

Tirol isch lei oans


LUSTENAU/VORARLBERG - Unter dem Motto „Tirol isch lei oans“
veranstaltete der Verein der Osttiroler in Vorarlberg einen kulturellen
Abend in Lustenau. Extra angereist waren dazu BHptm. Paul Wöll, die
Volksmusikgruppe Rotspitzler aus Ainet, das Tauernquartett aus St.
Peter im Ahrntal, die Heimatdichterin Gertraud Patterer und der Mode-
rator HS-Dir. Hubert Kogler. Heldengedenkfeier auf dem Meraner Kriegerfriedhof
„Die Landmannschaft der Osttiroler ist im interkulturellen Komitee
in Vorarlberg beteiligt. Wir sind froh über das rege Engagement“, ver- Die Gedenkfeier fand dieses Jahr erstmals am Nachmittag statt,
sichert LHptm. Herbert Sausgruber den Organisatoren, allen voran damit möglichst viele Landsleute und Schützen aus allen Landesteilen
dem Obmann Josef Lumassegger. Lustenaus Bgm. Hans-Dieter Grab- daran teilnehmen konnten, zumal in vielen Dörfern bereits am Vor-
her sieht die Kulturlandschaft der Marktgemeinde bereichert durch die mittag eigene Gedenkfeiern für die Gefallenen stattfanden. Der
zahlreichen Zuwanderer aus anderen Teilen Österreichs und aus Süd- Gottesdienst wurde von Stadtdekan Albert Schönthaler zelebriert und
tirol. Die Landesrätin Grete Schmid, selbst eine geborene Südtirolerin, von der Musikkapelle Lana sowie vom Meraner Männergesangsverein
erinnerte an die schwierigen Bedingungen, unter denen viele nach muskalisch umrahmt.

Tiroler in Vorarlberg: V.l. Roswitha Steinhauser, Josef Lumassegger, Vizeobm.


Alfons Indrist, LHptm. Herbert Sausgruber, BHptm. Paul Wöll, Moderator „Weniger Selbstsucht und weniger Egoismus, mehr Ehrlichkeit, mehr Aufrich-
Hubert Kogler, Bgm. Walter Amor als Vertreter Nordtirols und Lustenaus tigkeit, mehr Mut und mehr Glaube“ rief der Obmann des Südtiroler Schwar-
Bgm. Hans-Dieter Grabher. (Foto: Eberharter) zen Kreuzes, Hans Duffek, den Besuchern der Heldengedenkfeier zu.
12 Nr. 1/2005

Ignaz Pfitscher, Obmann des Vereins zur Pflege des deutsch-öster-


reichisch-ungarischen Soldatenfriedhofes, konnte viele Ehrengäste be-
grüßen, darunter die österreichische Generalkonsulin in Mailand, Eva
Ein Miteinander . . .
Maria Ziegler, den Carabinierigeneral aus Rom, Bruno Scandone, den
Obmann des Kaiserjägerbundes, Mjr. Christian Haager, den Bürger-
Gottesdienst in der Pfarrkirche
meister von Meran, Franz Alber, und den Bürgermeister von Pejo, INNSBRUCK/ALLERHEILIGEN - Vereinbarung für ein gutes Mitei-
Alberto Rigo. nander zwischen der Schützenkompanie Allerheiligen und der Pfar-
Hans Duffek, Obmann des Südtiroler Schwarzen Kreuzes, meinte in re Allerheiligen (es handelt sich hier um die Originalvereinbarung,
seiner Ansprache „es reiche nicht aus, nur keinen Krieg zu fordern, die die vom neuen Pfarrer Franz Troyer, der Obfrau des Pfarrgemeinde-
Gefallenen rufen: Weniger Selbstsucht und weniger Egoismus, mehr rates Gotlind Hammerer und vom Hptm. und Obm. Sepp Pargger
Ehrlichkeit, mehr Aufrichtigkeit, mehr Mut und mehr Glaube“. sowie vom Olt. und stv. Obmann Gerhard Schwitzer stellvertretend
Nach dem Gottesdienst wurde eine Salve von der Ehrenformation für Pfarre und Schützen unterzeichnet wurde).
des Schützenbezirkes Burggrafenamt/Passeier unter dem Kommando In den letzten Jahren gab es zwischen der Pfarre Allerheiligen und
von Hptm. Roman Grossteiner für die Gefallenen abgefeuert. An- der Schützenkompanie Allerheiligen wiederholt Meinungsverschie-
schließend wurden zur „Weise des guten Kameraden“ Kränze an den denheiten und gegenseitige Vorwürfe hinsichtlich Gewehre in der
Gedenkstätten niedergelegt. Kirche und Integration der Schützen in das Pfarrleben.
Um diese Situation zu ändern, bemühen sich beide Seiten um eine
gute Lösung.
Die Pfarre Allerheiligen lädt nunmehr die Mitglieder der Schützen-
Frühjahrsreise der Schützen kompanie Allerheiligen offiziell herzlich zu den üblichen Festen wie
Schützenjahrtag, Pfarrfamilienfest, Patrozinium, Fronleichnam und
nach Zypern Herz Jesu zur Teilnahme ein und die Mitglieder der Allerheiliger
Schützen bieten im Gegenzug die Bereitschaft an, bei diversen Auf-
INNSBRUCK - Aufgrund vieler Anfragen und auf ausdrücklichen
gaben in der Pfarre mitzuhelfen. Eine gute gegenseitige Information
Wunsch von Schützenkameraden aus ganz Tirol und aus dem
über die jeweiligen Termine soll das Miteinander zusätzlich stärken.
bayrischen Raum wird im Frühjahr 2005 wieder eine Flugreise
Vereinbarung zur umstrittenen Frage, wann/wo die Schützen das
für Schützen mit Angehörigen und Freunden vom 4. bis 11. April
Gewehr tragen und wann/wo sie eine Ehrensalve schießen:
2005 auf die Mittelmeerinsel Zypern, die Insel der Aphrodite,
organisiert. Gottesdienst in der Pfarrkirche:
Die bisherigen Reisen haben bei Kameraden aus dem Bundesland Bei einem Gottesdienst in der Pfarrkirche Allerheiligen ziehen die
Tirol, aus Südtirol und aus Bayern durch beste Kameradschaft Schützen gemeinsam zur Pfarrkirche, stellen die Gewehre innerhalb
und mit gegenseitigem näher Kennenlernen allseits Anklang der Kirche in Pyramidenform ab und feiern dann - in einer Reihe an
gefunden. den beiden Außenseiten der Kirche stehend - gemeinsam mit allen
Zypern bietet neben zahlreichen kulturellen, geschichtlichen und Gottesdienstbesuchern die Hl. Messe.
landschaftlichen Sehenswürdigkeiten auch eine ausgezeichnete Am Ende des Gottesdienstes gehen die Schützen der Reihe nach zur
touristische Infrastruktur mit professionellen und bestens geführ- Kniebeuge zum Altarraum nach vorne, gehen durch den Mittelgang
ten Hotels. „Kipros“ - wie die Insel von den Einheimischen zurück, nehmen das Gewehr auf und stellen sich vor der Kirche zur
geannt wird - ist mit 9.251 km2 die drittgrößte Insel im Mittel- Ehrensalve auf.
meer. Man findet neben sauberen Stränden eine äußerst gast-
freundliche Bevölkerung und ein kulturelles Erbe von solchem
Gottesdienst im Freien:
Umfang und Bedeutung, dass eine ausführliche Darstellung hier Bei einem Gottesdienst im Freien tragen die Schützen das Gewehr
schlichtweg unmöglich wäre. während des Gottesdienstes und schießen nach dem Gottesdienst
Die Reiseleitung hat sich auf vielfachen Wunsch der Teilnehmer eine Ehrensalve. Innerhalb der Liturgie (z.B. nach dem Evangelium)
für den Ort Protaras in der Gemeinde Paralimni im Osten der erfolgt keine Ehrensalve, da dies viele Gottesdienstteilnehmer als
Insel entschlossen. Die ausgewählten 4-Sterne-Hotels liegen Störung empfinden.
unmittelbar am Strand und sind nur wenige Gehminuten von Gottesdienst mit Prozession:
den nächsten Geschäften, Tavernen und Lokalen entfernt. Anschließend an den Gottesdienst (am Beginn der Prozession) und
Leistungspaket: Charterflug mit Lauda-Air Salzburg – Zypern – am Ende der Prozession erfolgt jeweils eine Ehrensalve. Bei der Pro-
Salzburg inkl. Flughafengebühren. Transfer Flughafen Salzburg zession selbst tragen die Schützen die Gewehre.
– retour. Transfer Flughafen – Hotel – Flughafen. Gepäcktrans- Das Abstellen der Gewehre innerhalb der Kirche will Ausdruck dafür
port im Hotel bei An- und Abreise. 7 Nächte im 4* Hotel Prota- sein, dass wir Menschen mit leeren Händen zu Gott kommen und
ras. Unterbringung im Zimmer mit Bad/Dusche und WC. Halb- Gott nicht mit Waffen beschützen können.
pension mit Frühstück und Abendbuffet. Begrüßungsdrink am Die Ehrensalve ist Ausdruck der Festlichkeit und der Ehrerweis.
Anreisetag. Ausflugprogramm inklusive 2 Ganztagesausflüge, 1
Halbtagesausflug, tägliche Sprechstunden der Reiseleitung im Anmerkung der Kompanie Allerheiligen:
Hotel. Diese Vereinbarung mag für viele Schützenkompanien und Schützen
Preis: EUR 699,– pro Person im Doppelzimmer. als befremdlich und überflüssig erscheinen.
Information & Anmeldung: Bis 2. März 2005 bei Erich Enzinger, Wir Allerheiliger Schützen sind eine junge Stadtschützenkompanie
Tel. & Fax +43/(0)512/936251 oder E-Mail e.enzinger@chello.at und sind bereit neue Wege zu beschreiten. Es wird bezüglich diesem
von uns und der Pfarre gemeinsam beschrittenen Weg in allen Punk-
ten positive und negative Reaktionen geben, wobei die Schützen-
kompanie Allerheiligen vollinhaltlich zu dieser getroffenen Verein-
Der „Tiroler Schützenkalender 2005“ barung steht und gut damit leben kann.
ist noch in den Bundekanzleien Es wird viele Kritiker geben, aber es könnte auch manche zur Nach-
ahmung motivieren!
der Schützenbünde erhältlich!
Nr. 1/2005 13

Vor der Kirchsteigeralm werd’s laut. Mehrere Meraner Skifahrer,


drunter a die Muattr vom Gerstgrasser Willi (späterer 7maliger Itali-
enmeister in Kanufahren) sein daherkemmen, habn a glei die bsonde-
re Situation erkennt und mit lautstarken Fluachn dö 3 tapferen Faschi
- von der Bildfläche schleunigst verschwinden lassn - ohne Calze
bianche.
Nit aufgebn habn abr dö Schwarzen Helden! Am untern End vom
Naifjoch, a Kurv isch dört, habn sie mit ihmene Skistecken die daher-
brausenden Skifahrer zu Sturz gebracht, sie wieder mit vorgehaltenem
Revolver zum Ausziehen und Übergeben der weissen Stutzen gezwun-
gen. Am späten Nachmittag habn mir ins zsammgfunden zum Hoam-
giahn. Nit viel isch gredt wordn aufm Weg, den mir Jahr für Jahr
gangen sein voller Freid übr den schianen Wintertag aufm Haflinger-
berg.
Nit weit von Falzeben tauchn af oanmal am Waldrand, a Stuck
überm Weg, die Faschi von der Kirchsteigeralm auf. Dr Gerstrasser
Willi drspäht sie als erschter. „Buabn, jiatz hol mir insre weissn
Strümpf!“ schreit er; mir bleibt s’Herz schier still stiahn . . . Steign da
nit insre Leit in breiter Front über den Wiesenhang auf. „Ausser mit
insre Strümpf!“ schallts den Faschi entgegen, allwei nächner. Und dö
stiahn obn mit ihmene Schisseisn in dr Hand . . . abr gschossn isch nit
wordn. Wia beim Indianerspieln habn insre Buam gschriern, dö Ruck-
sackler von dö Faschi sein glei in ihmene Händ gwesn, dö weissn
Stutzn mit Lautem Hallo über d’Skistecken gstülpt, isch oans gwesn!
Wia mit Wimpler gschmückt, sein mir frohen Muts weitermarschiert -
Richtung Haflinger Bahnl.
Wia’s weiter gangen isch, wöllt’s jiats wissn?! Bei dr Briefkastlbäu-
rin, nit weit von dr Soalbahnstation entfernt, sein ins Bauern entge-
genkemmen. „Leut’, bei dr Talstation wartn schun die Karabinieri!“ I
woass lei mehr, dass i mitm Franz über d’Katzenloatr reaschr als sunst,
nor übern Tappeinerweg, hoamgangen bin. A woltaner Umweg ischs
gwesn. Alle andern über sechzig an der Zahl, sein halt a ohne Soal-
bahn, so odr anderscht, hoamkemmen.
Bis zum anderten Tag. Gholt sein wordn am selbigen Tag vierzehn
Weiße Wollkniestrümpf’ von insre Kameradn und eingliefert am Meraner Kornplatz in den
Arrest „wegen Bedrohung und tätlichem Angriff“. Nit schlecht isch’s
Weil’s wahr isch, will i heut aufschreibn, wia’s bei ins in Meran ihnen gangen, a Fassl Wein und Bier habn Meraner Wirtsleit eini-
zuagangen isch, als dö Faschisten roat gsechn habn, wenn insre Bur- gschickt. A Woch lang habn si sitzn müassn. Dass insre Leit zerscht
schen weisse Wollkniestrümpf anghabt habn. „angriffn“ habn, hat si döcht nit beweisn lassn, bei aller Anschwärze-
Samstag auf d’Nacht, Meraner untere Lauben: Im Jänner 1936 rei von dö Schwarzhemeter!
A Horde Schwarzhemeter, drunter a Lehrer, holn aus der nachn Und nacher sein sie wiedr skifahrn gangen mit weisse Strümpf -
Jahn-Turnhalle die Holzschwingkeuln. Metzgergselln wölln wia alle wia dervor.
Abend beim Brunnen Schaffler auswaschn. Der oane und andre habn Gertrud Wahlmüller-Kemenater
weisse Kniestrümpf an. Von dö Faschi drspäht, werdn sie a schun mit
dö Keuln niedergschlagn. So geahts d’Laubngass öi bis zum Kornplatz.
Sunntig drauf, wia alle Sunntig, sein mir junge Meraner Skifahrer
z’Fuss vom Haflinger Bahnl über Falzeben bis zur Kirchsteigeralm
gangen. Weiter zum Kesselberg, Mittager oder Spieler zu giahn, hatt’-
mir im Sinn ghabt. In dera zelm so kloanen Stubn habn mir ins gstärkt
mit an ausgiebigen Halbmittag. A lustige Runde isch da beisammen
gsessn, wenn a der „Wohlstand“ na wolten weit von ins aweg war . . .
Wia insre Schutzengel -, s’müass’n Tiroler gwesn sein - von dera
„faschistischen Aktion" drfragt habn, woass i nit. Tatsach isch, dass sie
schun vor dem Kemmen der Faschi auf oaner Wolkn überm Mittager
ghockt sein und nachher fein aupasst habn, dass dö schwarzen Kuge-
ler nit gar zu groassn Schadn unrichtn.
Insre Schutzengel übr ins, mir rund um an Tisch bei Speck und Rötl
. . . geaht da mit oanmol d’Tür au, drei Mander, nit von insrer Gat-
tung, drei Pistoln in d’Händ, schrein: „Fuori le calze bianche (Ausser
mit do weissen Strümpf!). Insre Leut habn Stühl und Skisteckn in
d’Höch grissn zur Abwehr, nit grad d’schiansten Nam’sein gegen dö
Faschi gschleudert wordn. I bin schleunigst untern Tisch grutscht.
Oan, zwoa Schuss hear i. Der Gamper Schorsch blutet im Gsicht, an
Streifschuss hat er okriagt, dem Frasnelli Heindl isch a Kugl im Ski-
steckngriff stecken bliebn. Blick von der Hochwilde im frühen 20. Jahrhundert
14 Nr. 1/2005

denen Betrieben aus Nord-, Ost-, und Südtirol, die am Rande des Quiz
gleichzeitig ihre Werbung übermitteln, finanziell unterstützt. Klicken
Plakatierungsaktion des SSB! Sie sich ein unter www.unserlandtirol.com
BOZEN - Die Plakatierungsaktion des Südtiroler Schützenbundes Josef Kaser, Bez.-Mjr.
für eine historisch gerechte Regelung der Ortsnamen wird in allen
Städten und Dörfern Südtirols weitergeführt. Die Plakat-Aktion soll
die Bevölkerung darüber informieren, dass die deutschen Ortsna- SSB Online auf’s Mobiltelefon
men nur geduldet sind. Andererseits soll damit auch Druck auf die BOZEN – Die Internetseiten des Südtiroler Schützenbundes sind seit
Politik ausgeübt werden, die bis heute in dieser Sache untätig kurzem auch auf dem Mobiltelefon abrufbar. Unter der Adresse
geblieben bzw. auf dem besten Wege ist, faschistische und pseu- http://www.schuetzen.com/pda/ können ab sofort die Aktuellbeiträge
doitalienische Ortsnamen beizubehalten. und Termine des Südtiroler Schützenbundes auch all jene empfangen,
Die ersten Plakate waren bereits vom 2. bis 17. November 2004 zu die nicht vor einem Rechner sitzen bzw. nicht online sind, jedoch ein
sehen; die zweite Serie der Plakate vom 23. November bis zum 10. Mobiltelefon besitzen. Die speziell für kleine Displays optimierte Ver-
Dezember 2004. Nun ging es mit der 3. Serie am Montag, dem 10. sion der Seiten ist problemlos mit modernen PDA’s und Smartphones,
Jänner 2005, weiter, die Aufschrift auf diesen Plakaten lautete: welche schon seit einiger Zeit handelsüblich sind, abrufbar.
„Im Aostatal sind nur historische Ortsnamen amtlich. In Südtirol
sind faschistische und pseudoitalienische Ortsnamen amtlich. Alle
Bürger haben die selben Rechte und Pflichten und sind vor dem
Gesetze gleich – Art. 3 des Grundgesetzes der Republik vom 22. 12.
1947. Warum wird hier das Grundgesetz gebrochen?“
Der Südtiroler Schützenbund fordert seit jeher die Abschaffung der
faschistischen Dekrete, mit welchen die drei Ausgaben des „Pron-
tuario“ von Ettore Tolomei mit über 8.000 übersetzten Namen lega-
lisiert worden waren. Die vor dem Erlass dieses „Prontuario“ ein-
geführten italienischen Namen sollen (genauso wie die anderen
historisch gewachsenen deutschen und ladinischen Namen) per
Gesetz amtlich werden.

Internetquiz nun online!


BRIXEN - Um ein geschichtliches Bild über Gesamttirol zu erhalten,
hat der Bezirk Brixen ein Quizspiel im Internet auf die Beine gestellt.
Es soll vor allem die Jugend, Schützen und Sportschützen des Alpen-
raumes, aber auch Interessierte verschiedener Nationen ansprechen
und diese über Themen zum Lebensraum, Geschichte und Volk in
Gesamttirol auf innovative Weise zu informieren.
Die Projektleiter Bez.-Mjr. Sepp Kaser, sein Stellvertreter Günther
Ploner und der technische Leiter, der Pustertaler Bezirksbeirat Heini
Seyr, erklärten bei der Vorstellung, dass monatlich 60 Fragen mit
jeweils drei Antwortmöglichkeiten an die Teilnehmer gestellt werden.
Die Themen und die dazugehörigen Fragen wurden von den renom-
mierten Historikern Prof. Dr. Heinz Hye, Dr. Ernst Parschalk und Dr.
Josef Niedermair erarbeitet.
Die Internetseiten des Südtiroler Schützenbundes bieten einen neuen Dienst
an. Aktuellbeiträge und Termine können ab sofort direkt übers Handy abge-
rufen werden.

Auch die Zahlen zum herkömmlichen Internetdienst des Südtiroler


Die monatlichen Themen werden wie folgt sein: Schützenbund können sich sehen lassen. So gab es allein im heurigen
Dezember: Tirol bunt gemischt von A–Z Jahr einen Besucherzuwachs von mehr als einem Drittel im Vergleich
Jänner: Tirol von den Anfängen bis zum Beginn der Neuzeit (1500), zum Vorjahr, womit knapp 40.000 Besucher im Jahr erreicht wären
Februar: Tirol in der Neuzeit bis zum Beginn des I. Weltkrieges und die Seiten in allen Bereichen lebhaft genutzt werden.
März: Geschichte des Tiroler Bergbaues, des Verkehrswesens und des Der Südtiroler Schützenbund stellt auch weiterhin allen Kompani-
Fremdenverkehrs. en Tirols (Kompanien des Bundes der Tiroler Schützenkompanien, des
April: Geschichte Tirols bzw. Südtirols vom Beginn des I. Weltkrieges Südtiroler Schützenbundes und des Welschtiroler Schützenbundes)
bis zum Ende des II. Weltkrieges. kostenlos eine E-Mail-Adresse zur Verfügung. Sinn und Zweck dieser
Mai: Südtirol und das Bundesland Tirol nach dem Ende des II. Welt- Aktion ist, dass man durch eine gemeinsame Domain (schuetzen.com)
krieges bis zur Gegenwart. auch im und mit dem Internet die Verbundenheit unseres Landes Tirol
Jeden Monat findet eine Verlosung statt. Das Spiel endet im Mai 2005 aufzeigen möchte. Die jeweiligen Adressen lauten somit zum Beispiel
mit der Hauptverlosung unter allen Teilnehmern, Schulklassen werden auf skmusterort@schuetzen.com und sind so leicht einzuprägen. Meh-
separat prämiert. rere Dutzend Kompanien haben von diesem Angebot bereits Gebrauch
Den Siegern winken Geldpreise und tolle Sachpreise. Die Aktion gemacht, nähere Infos dazu auf den Seiten des Südtiroler Schützen-
wird von der Südtiroler Landesregierung, dem SSB und von verschie- bundes www.schuetzen.com
Nr. 1/2005 15

Die Verantwortung der Jugend


Heuer jährt sich zum 90sten Mal Italiens Vertrauensbruch an seinem
Notizen aus der Volks- und
Bündnispartner Österreich-Ungarn und somit der Kriegseintritt Italiens Schützenzeitung vor 150 Jahren
auf der Seite der Entente. Unser Land war damals dem Feinde fast
schutzlos ausgeliefert. Viele junge Schützen sind daraufhin freiwillig Jänner 1855
in den Kampf gezogen, um ihre Heimat zu verteidigen. Sie waren viel- „Politisches und Nichtpolitisches aus der Tagesgeschichte“:
fach für den Kriegsdienst viel zu jung – nicht volljährig und mit nur RUSSLAND: Die Papierschwerenoth geht also auch in Russland
mangelhafter militärischer Ausbildung. Aber sie waren überzeugt, an. Der Kaiser hat eine neue Ausgabe von Schatzscheinen im
Wichtiges für ihre Heimat tun zu müssen. Und wenn ich im Tagebuch Betrag von 12. Mill. Rubel angeordnet, mit dem Troste „auf
meines Großvaters, Kaspar Villgrater – der mit seinen erst 16 Jahren - bessere Zeiten“. Die Silberrubel machen bereits „Versteckelets“
1915 - als Standschütze an der Sextner Dolomitenfront stand – lese, und untere „besseren Zeiten“ werden wohl die von Jenseits zu
dann sprühen aus seinen Zeilen Flammen der Heimatliebe, die wohl verstehen sein.
exemplarisch für die Jugend der damaligen Zeit sind. Der I. Weltkrieg
ist Geschichte, aber die Auswirkungen auf Tirol spüren wir bis heute. Jänner 1855
Eine Staatsgrenze teilt unser Land – trotz EU - in zwei Teile. Schlim- In den Seitenthälern Oberinnthals liegen, nach brieflichen Mit-
mer als jene Grenze ist aber die Mauer, die sich zwischen den Men- heilungen, so große Massen Schnees, dass man mit Befürch-
schen beider Landesteile gebildet hat und mit dem Wegfall der Kriegs- tungen dem Frühjahre entgegensieht. „Noch spät in den Som-
und Vorkriegsgenerationen stetig an Höhe zugenommen hat. Diese mer hinein“ heißt`s in einem Briefe, „werden die haushohen
Barriere droht Tirol mehr noch als die politische Grenze in zwei Hälf- Reste der abgestürzten Lawinen als Zeugen des furchtbaren
ten zu teilen. Nur solange ein Volk sich zumindest im Herzen als Winters bleiben“.
Ganzes fühlt, kann man es nicht wirklich spalten, es zehrt aus der
gemeinsamen Geschichte und der gleichen Tradition. Fehlt jedoch das Februar 1855
Gemeinschaftsgefühl, dann ist die Trennung perfekt. Hier ist es nun Die Ausfuhr von Branntwein nach Österreich ist von SeiteRus-
vor allem an der jungen Generation, dem entgegenzuwirken. Wir slands seit 1. d. M. verboten. Da die Ausfuhr nicht unbedeu-
haben heute die Möglichkeit uns frei zu bewegen, wir dürfen ohne tend war und die Russen ihren Schnaps nun selbst auszutrin-
Probleme sowohl diesseits als auch jenseits des Brenners arbeiten und ken genötigt sind, so müssen die Zustände in Russland immer
Handel betreiben. Und genau hier sollten wir unsere Chance nutzen. schwankender werden.
Nicht nur zum billigeren Einkaufen, sondern vor allem um Kontakte
In Mailand und vielen Orten Italiens hat im Jänner die Kälte
zu knüpfen, Freundschaften zu schließen, und um wieder natürlich
die dort unerhörte Höhe von 13 Grad erreicht. Der Winter steht
zusammenwachsen zu lassen, was zusammen gehört. Man sollte end-
heuer offenbar unter russischen Einflüssen.
lich mit den unsinnigen Vorurteilen, die zwischen den Nord-, Ost- und
Südtirolern herrschen, aufhören. Sie wurden in die Welt gesetzt, um (Die Volks- und Schützenzeitung erschien damals bereits dreimal wöchentlich)
Unruhe in unser Volk zu bringen und entsprechen nicht jenem auf-
rechten Tirolertum, in welchem Lichte wir uns nur allzu gerne zeigen.
Wir müssen uns wieder an unsere gemeinsamen Wurzeln erinnern.
Das gilt nicht nur für das Schützenwesen sondern im Allgemeinen. Die Alpenregion
der Schützen

Mangfall/
Leitzachgau
Werdenfels

Garmisch

Partenkirchen

Viertel Osttirol

Brixen

Es ist gut und richtig, wenn man die alten Traditionen und Gepflo-
genheiten aufrecht erhält und sie pflegt. Dabei darf man den Blick
nicht nur nach hinten richten, sondern muss auch in die Zukunft
sehen. In der Jugend steckt viel Kraft, Dinge in Bewegung zu setzen
und sie in Bewegung zu halten. Deshalb ist es notwendig, dass junge
Schützen nun endlich selbst die Initiative ergreifen und im Natur-
schutz, Gemeinwesen, Politik, Kultur und in ihrer Umgebung verstärkt
tätig werden. Wie damals die junge Generation im Weltkrieg sich nicht
schonte, so soll die Jugend auch heutzutage Verantwortung überneh-
men und tragen – unter anderen Vorzeichen, jedoch im selben Geiste.
Villgrater Peter
16 Nr. 1/2005

sie stehen. Senken grüßend ihre Fahne und heben die Hände an ihre
Leserbriefe Hüte. Sie grüßen und ehren den Toten. Sie kamen für ihn, sie kamen
von weit und wären, wenn nötig, noch weiter gegangen. Der berühm-
te Mann ist Ehrenbürger ihres Dorfes gewesen.
Nein zur Landeshymne Reden, Würdigungen - geschliffen und gekonnt. Auch der Bürger-
Der Landtag hat kürzlich einen Beschlussantrag der Freiheitlichen meister des Dorfes ist gekommen, sagt dem Toten Dank, wie man bei
abgelehnt, mit dem das Andreas-Hofer-Lied „Zu Mantua in Banden“ ihm daheim dankt. Dieweilen stehen die Schützen neben dem Sarg,
auch als offizielle Landeshymne für Südtirol eingeführt werden sollte. stehen, wie nur Schützen stehen können: Ohne Getrettel, ohne neu-
LHptm. Durnwalder meinte, dass man diese der italienischen Bevölke- gieriges Augenschweifen, gelassen, mit Würde, bereit. Nach der Ein-
rung nicht aufzwingen könne. segnung gehen sie hinterm Kreuz dem Sarg voran. Die geschäftigen
Genau - weil aufzwingen man nur den Südtirolern etwas kann - „Pompfinebara“ werden durch ihre Gegenwart überflüssig. Denn
den Italienern in unserem Lande ist so etwas wohl nicht zuzumuten? plötzlich, als hätten sie sich auf das Eigentliche besonnen, wissen die
Trauergäste aus sich heraus, wie's geht.
Markus Pfeifhofer, Lana Die Wiener lieben ihre Friedhöfe, spazieren darin, als wären es
Parks. Neugierige haben sich versammelt, als der Trauerzug sich auf
Jede große SVP-Parteiversammlung endet mit dem Absingen des das Ehrengrab zubewegt, Seitenblicke ins Jenseits, diesmal lohnend,
Andreas-Hofer-Liedes „Zu Mantua in Banden“ (Tiroler Landeshymne). denn nicht nur Schützen, auch Musikanten hat das Dorf zum letzten
Jüngst haben sämtliche Landtagsabgeordneten dieser Partei gegen Geleit geschickt. Da stehen sie in ihrer Tracht, abseits vom Grab, spie-
die Einführung des Andreas-Hofer-Liedes als offizielle Landshymne len sanft und innig Musik ihres Landes: „Der Etsch entlang bis zur
für das Land Südtirol gestimmt. Glaubwürdig? Keine Chance! Salurner Klaus“. Das hat der Tote geliebt. Die Mittagssonne brennt, die
Richard Andergassen, Lana Trauergäste transpirieren, die Schützen und die Musikanten in ihren
schweren Joppen scheinen davon unberührt. Ihre Würde ist so uner-
Einsatz von Schützen schütterlich wie die ihrer Berge. Nie war ich stolzer, ihrem Dorf zuzu-
gehören, als an diesem offenen Grab in Wien.
für den „Vinzi-Bus“ in Innsbruck Hanna Molden
Wie bereits mit Mjr. Erich Enzinger angesprochen wäre es schön, „Geschichten vom Dorf“, Kronen-Zeitung vom 12. Juli 2002
wenn sich alle Schützenkompanien im Bataillon Innsbruck an der
Aktion „Vinzi-Bus“ beteiligen würden.
Die Caritas Innsbruck – Vinzenzgemeinschaft – betreibt vorge-
nannten Bus zur Betreuung der Obdachlosen in Innsbruck. Der Bus
Hui & Pfui
versorgt derzeit dreimal wöchentlich Obdachlose in Innsbruck mit
warmen Essen und Getränken. Der Einsatz erfordert einen Zeitauf- Wo viele Herzen schlagen . . .
wand von zwei bis drei Stunden pro Ausfahrt (ca. 17,30 Uhr bis 20,00
Uhr). Dieser Einsatz wäre eine gute Möglichkeit, das Image der Schüt- Dass ich ein sportbegeisterter Zeitgenosse bin, dürfte den Lesern
zen zu erhöhen und gleichzeitig eine kleine Hilfe für bedürftige Mit- bereits bekannt sein.
bürger zu leisten. Regelrecht „von den Socken“ gehaut hat es mich in meiner Begeis-
Wenn sich alle Kompanien in Innsbruck an dieser Aktion mit zwei terung allerdings beim Bozner Silvesterlauf. Da will man sich zu Jah-
bis drei Teams (zwei oder drei Personen) beteiligen würden, wären bei resausklang diese einmalige Sportveranstaltung ansehen und denkt
Abdeckung von einem Tag wöchentlich nur zwei Einsätze im Jahr zu sich, schau, schau, was der gute alte Pichler-Rolle alles unter einen
fahren. Ein derart geringer Einsatz für unsere Mitbürger dürfte wohl Hut bringt: Parteiobmann, Vizebürgermeister und sogar als Sprecher
für keinen Schützen ein großes Problem darstellen. beim Silvesterlauf ist er uns erhalten geblieben.
Doch dann kommt es knüppeldick: „ecco le altoatesine Renate
Günther Spielmann, Kompanie St. Nikolaus/Mariahilf
Rungger di Sarentino e Sonja Weissensteiner di Vipiteno“. Und als
Draufgabe: „ecco il nostro Stefano Baldini che ci ha fatto soffrire
Voll Stolz auf unser Dorf durante le maratona di Athene“.
Seltsam, seltsam, wie viele Herzen in einem Parteiobmann also
Der berühmte Mann wurde in Wien begraben. Sein Tod war keine
schlagen, der während der Olympischen Spiele für Sportler lei-
Tragödie, er war schnell und schmerzlos gekommen, der Mann war alt
den muss, die aus Reggio Emilia kommen: Eines fürs
und sein Leben erfüllt gewesen. Weil er berühmt war, wurde er mit
Edelweiß, eines für die Squadra Azzurra, und
allen Ehren auf Wiens größtem Friedhof beigesetzt. Offizielle Wür-
eines für pseudoitalienische, faschistische Orts-
denträger, rot-weiß-rote Kränze, jede Menge feierlich gewandeter Fu-
namen. Die Sache, die bestimmte Politiker ver-
neraliendiener: Männer, die man in Wien „Pompfinebara“ nennt, weil
treten wollen, legen diese anscheinend also
sie den reibungslosen Ablauf der Begräbniszeremonien, also der Fu-
nach Feierabend in der Parteizentrale ab.
neralien, den „Pomp funèbre“ (das feierliche Gepränge bei Leichenbe-
Dem „Tifoso“ Pichler-Rolle sei dafür ein
gräbnissen) organisieren.
kräftiges Pfui.
Die Aufbahrungskirche ist hoch und marmorn und kühl. Die
Angehörigen des Toten haben Aufstellung genommen und nehmen Euer Raffl
Kondolenzen entgegen. Die 'I'rauergäste nehmen Platz und flüstern
über die Hinterbliebenen als wären sie Akteure und der Ort eine Büh-
ne: „Gott die Witwe, wie dünn . . . Der Große links ist der Enkel?“ Über Vorankündigung:
den Hauptdarsteller, dem alles hier gilt, wird kaum geflüstert. Er hat's
überstanden, er liegt im Sarg. Plötzlich wird's still. Durch den Mittel- Alpenregionstreffen in Brixen
gang gehen drei Tiroler Schützen auf den Sarg zu. Sie tragen eine Fah-
ne mit und gehen ruhig und sicher, gehen unbeirrt durch all das Frem- am 21. Mai 2006
de, als wären sie hier immer schon gegangen. Vor dem Sarg bleiben
Nr. 1/2005 17

Neben zahlreichen Ehrungen für Schützen der Talschaft Landeck


Bataillone und Bezirke konnte dem Olt. der Kompanie Hans Juen die Silberne Verdienstme-
daille des Tiroler Schützenbundes überreicht werden.
Talfest im Pitztal
Schützenbataillon Innsbruck
WENNS - Das Baonsfest wurde heuer von der Kompanie Wenns
ausgerichtet, die gleichzeitig das 50-jährige Wiedergründungsju- INNSBRUCK - Am 24. November 2004 wurde in Anwesenheit von
biläum mit einigen aktiven Gründungsmitgliedern feiern konnte. Viertel-Kdt. BMjr. Mag. Fritz Tiefenthaler im Heim der Kompanie Wil-
ten die Jahreshauptversammlung 2004 des Baon Innsbruck durchge-
führt. Entschuldigt hatten sich EMjr. und Präsident des Tiroler Land-
tages Prof. Ing. Helmut Mader und Ehrenmitglied Bgm. Hilde Zach.
EMjr. und Alt-Bgm. Romuald Niescher war wegen einer starken Erkäl-
tung nur kurz zur Begrüßung erschienen.
Baon- Kdt. Mjr. Erich Enzinger erstattete einen sehr umfangreichen
Bericht. Wieder einmal kam dabei zum Ausdruck, dass in der Landes-
hauptstadt Innsbruck an das Baon und damit an die Kompanien viele
Aufgaben - immer ehrenvoll - herankommen.
Interessant war das Referat von BMjr. Mag. Fritz Tiefenthaler. Er
berichtete von der Tätigkeit des Bundes der Tiroler Schützenkompani-
en. Erfreulich auch hier die Mitteilung, dass die Zusammenarbeit mit
den anderen drei Bünden bestens funktioniert, ebenso mit dem
Gesamttiroler Schützenbund unter Führung des wiedergewählten
BMjr. Hermann Huber.
Unsere verdienten 50er: ELt. Hermann Holzknech, Zgf. Franz Haselwanter, Die rege Diskussion zum Ausklang der Jahreshauptversammlung
mit Baon-Kdt. Ludwig Gundolf, Vorderladerschütze Johann Weber und Lt. gab dafür die Bestätigung, dass das Baon Innsbruck aktiv und kame-
Erich Weber. (v.l.) Prantl Johann konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht radschaftlich alle anstehenden Probleme zu lösen bereit ist.
teilnehmen und verstarb leider einige Wochen später.
Hptm. Ing. Sepp Dag, Baonspressereferent
Bei Kaiserwetter waren ca. 650 Schützen in Wenns. Neben den
Kompanien aus dem Tal waren auch viele Gastkompanien aus den
Nachbarbataillonen und, was uns besonders freute, zwei Schützenbru- Tagung im Viertel Osttirol
derschaften aus Dedenborn (Aachen) und Lohrhaupten (Spessart) und mit Neuwahl
die Böllerschützen aus Seeg mit dabei.
Eine besondere Ehrung erhielten Baon-Kdt. Ludwig Gundolf, Hptm. LIENZ - Am 27. 11. 2004 trafen sich alle Haupt- und Obmänner
Hermann Schmidn und Obm. Werner Gundolf. Sie wurden von der sowie die JS-Betr. der Osttiroler Schützenkompanien in der Haspin-
Schützenbruderschaft Dedenborn, die mit den Wenner Schützen schon gerkaserne in Lienz zu einem Bildungstag.
25 Jahre eine enge Verbindung haben, mit dem Silbernen Verdienst- Neben der Vermittlung von Wissenswertem aus dem ganzen Land
kreuz der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften ausgezeich- galt es, einen neuen Viertel-Kdt. zu wählen, da BMjr. Hermann Huber,
net. der dieses Amt seit 27 Jahren innehatte, seinen Posten zur Verfügung
gestellt hatte. Er war am 20. 11. 2004 in Brixen für eine weitere Peri-
Talschaftsfest Landeck in Grins ode zum Obmann des Gesamttiroler Schützenbundes gewählt worden
und die Übernahme eines zweiten wichtigen Schützenamtes war allein
GRINS - Sechs Kompanien der Talschaft Landeck, die Ehrenkompa- schon aus Termingründen schwierig. Unter der Leitung von LKdt.-Stv.
nien Prutz-Faggen, die Fahnenabordnung der Feuerwehr und die Stefan Zangerl ging die Neuwahl problemlos über die Bühne – der
Musikkapelle Grins waren am 4. Juli zum Talschaftsfest aufmarschiert, Iseltaler Bez.-Mjr. Josef Außersteiner wurde in geheimer Wahl nahezu
um mit dem Pfarrer Herbert Asper und Pater Hans Schmid den einstimmig in das neue Amt gewählt.
Gottesdienst zu feiern. Im Bildungsteil erinnerte Schützenkurat Cons. Edi Niederwieser
Bgm. Lutz Thomas und BGF Mjr. Klaus Holzbaur bedankten sich bei daran, dass sich die Schützen als Wächter sehen sollten, die erkennen,
der Schützenkompanie Grins für die Ausrichtung des Talschaftsfestes. wenn in unserer postmodernen Gesellschaft ein Ausverkauf unserer
Werte erfolgt – und die den Mut aufbringen, sich dagegen zu stellen.
Oberst i.R. Richard Pettauer erläuterte die Bemühungen und
Beschlüsse der Heeresreformkom-
mission und gab eine Vorausschau
in die zukünftige Entwicklung des
österreichischen Bundesheeres. Mjr.
Bertl Jordan gab den Schützenoffi-
zieren Tipps und Anregungen, wie
Schützenfeste inhaltsreicher gestal-
tet werden könnten.
Mit Hermann Huber verlässt
wohl eine Schützenlegende das

Der neue Viertel-Kdt. von Osttirol:


Der Kalser Hauptschullehrer Sepp
Olt. Hans Juen wurde von BGF Mjr. Holzbaur und Bgm. Lutz Thomas mit der Aussersteiner ist auch Bez.-Mjr. des
Silbernen Vordienstmedaille ausgezeichnet Baon Oberes Iseltal.
18 Nr. 1/2005

Steuer des Schützenviertels Osttirol. Dies wurde so richtig bewusst, als


er in seinen Abschiedsworten ein paar Stationen aus seinem Schüt-
zenleben erzählte und Personen erwähnte, mit denen er in diesen 27
Jahren zusammengearbeitet hatte. Der Dank der Schützenkameraden
für seinen Einsatz und auch für seine Durchsetzungskraft war ihm
gewiss. Auch die Ehrengäste BHptm. HR. Dr. Paul Wöll, Bgm. Dr.
Johannes Hibler und HR Dr. Othmar Doblander dankten dem Abgetre-
tenen für seine Arbeit und wünschten dem neuen Viertel-Kdt. Josef
Außersteiner ein erfolgreiches Arbeiten.

Hohe Ehrung für Hermann Huber


AINET - Eine außerordentliche Versammlung des Schützenbaons
Lienzer Talboden am 16. Dezember entpuppte sich als nette Weih-
nachtsfeier mit Überraschungen.
Scheckübergabe in Fügen: Baon-Kdt. Lt. Peter Hauser (ganz links) bei der
Hochrangige Schützenpersönlich- Scheckübergabe an die Bürgermeister der sechs Gemeinden des Baons
keiten wie Kurat Edi Niederwieser, HR Vorderes Zillertal
Dr. Othmar Doblander, RR Hermann
Huber mit Gattin Ursula, der kürzlich Die Schützen haben mit dieser Veranstaltung gezeigt, dass ihnen –
neu gewählte Viertel-Kdt. Mjr. Anton gerade in der Vorweihnachtszeit – das Schicksal ihrer Mitbürger am
Außersteiner, Baon-Kdt. Anton Huber, Herzen liegt. Auch die große Anteilnahme der Bevölkerung und die
Bildungsreferent Anton Wolsegger als Unterstützung durch zahlreiche Sponsoren bedeuten, dass der „Schüt-
auch Ortspfarrer Josef Huber, konnten zenadvent“ auch in den nächsten Jahren wieder ein Höhepunkt des
vom Hausherrn Alois Oblasser, Obm. vorweihnachtlichen Geschehens in unserer Region sein soll.
der Schützenkompanie Ainet, im Lt. Peter Hauser
Schützenheim begrüßt werden.
Den Festakt leitete Bez.-Mjr. Wols-
egger ein, der auch die Laudatio auf Baon-Schiessen der „Sonnenburger“
den scheidenden Viertel-Kdt. und weiteren Obm. des Gesamttiroler
Schützenbundes Hermann Huber hielt. Huber war 27 Jahre lang Vier- LANS - Im November richtete die Schützenkompanie Lans das
tel-Kdt. des Schützenviertels Osttirol und hatte 30 Jahre lang Funktio- Baon-Schiessen an ihrem Zimmergewehrstand aus. Rund 80 Schützen
nen im Baon inne. Dafür wurde er zum EMjr. des Baons ernannt. trafen sich, um ihre Treffsicherheit unter Beweis zu stellen. Bestens
HR Doblander erhielt anschließend die Schützenschnur in Gold organisiert verwandelte sich der Luftgewehrstand in ein sportliches
überreicht, die er sich heuer bei einem Schießen in Ainet erkämpfte. Leistungszentrum. Hart, aber fair wurde um Ringe gekämpft und
Baon-Kdt. Anton Huber würdigte die Arbeit aller Beteiligten, beachtliche Leistungen erzielt. Von den dreizehn teilnehmenden Kom-
besonders die der Schützenfrauen, die für die Bewirtung im festlich panien - Natters war nicht angetreten - holten sich im Mannschafts-
geschmückten Schützenheim verantwortlich zeichneten. bewerb die Schützen aus Sistrans mit 627 Ringen den Mannschafts-
sieg vor der Kompanie Grinzens mit 626 Ringen und Sellrain (620). In
der Einzelwertung ging die Bataillonskette an Herbert Told (Sistrans).
Schützenadvent Die Preise wurden am 19. November im Gasthof „Walzl“ durch Baon-
Kdt.-Stv. Hptm. Werner Graus, dem Hausherrn der Gemeinde Lans und
des Bataillons Vorderes Zillertal aktiven Schützen Bgm. Dr. Peter Riedmann, dem Hptm. der veranstal-
FÜGEN - Das Baon Vorderes Zillertal veranstaltete am 27. Novem- tenden Kompanie Reinhard Mair, dem Obm. Lt. Christian Meischl und
ber 2004 den „Schützenadvent“ in der Festhalle Fügen. Der Reinerlös Ulli Buchegger, der die Schießleitung hatte, überreicht.
dieser Veranstaltung kam bedürftigen Familien der sechs Gemeinden
des Bataillons Bruck, Fügen, Fügenberg, Hart, Schlitters und Uderns Baon-Kdt. Mjr. Anton Pertl - 50
zugute.
Die Organisation und Abwicklung haben die Kompanien des Baons VÖLS - Am 29. 10. 2004 lud Baon-Kdt. Mjr. Anton Pertl alle
gemeinsam bestritten, allen Mithelfern sei an dieser Stelle noch ein- Hauptleute des Baon Sonnenburg sowie den Baonsausschuss zu sei-
mal recht herzlich gedankt. nem 50. Geburtstag in die Völser Blaike ein. Seine Heimatkompanie
Nach der heiligen Messe, die von Pfarrer Mag. Heinrich Berger Völs rückte unter der Führung von Hptm. Thomas Wirth aus, welche
zelebriert wurde, begab sich der Fackelzug aus Schützen und Bevölke- nach Abschreiten der Front dem Jubilar eine exakte Ehrensalve schoss.
rung in Richtung Festhalle, wo die Fahnenschwinger der Jungbauern- Gesamt waren rund 200 Gäste zu die-
schaft den Auftakt einleiteten. ser Feier geladen. Neben den Schützen
Danach begann in der vorweihnachtlich geschmückten Festhalle waren Familie, Freunde und Wegge-
ein besinnliches Zusammentreffen mit der Bläsergruppe der Bundes- fährten aus Beruf und Politik geladen.
musikkapelle Fügen, dem Harfenduo Steinberger, der Dorfwirtshaus- Als Geschenk erhielt er unter anderem
musik Wiesing, dem Familiengesang Kröll, den Schlitterer Sängern von „seiner“ Kompanie einen Säbel
und der Landesmusikschule Zillertal. und von den Hauptleuten des Baons
Der bekannte Schauspieler und Mundartdichter Ludwig Dornauer Sonnenburg eine Feldbinde und 50
aus Fügenberg verlas Weihnachtsgedichte, durch den Abend führte Flaschen Wein. Wir wünschen Mjr.
Hauptschuldirektor Peter Mader. Anton Pertl auf diesem Wege
Am 10. Dezember 2004 konnte dann Baon-Kdt. Lt. Peter Hauser im nochmals alles Gute und bedanken
Namen des Baons Vorderes Zillertal den Scheck in der Höhe von EUR uns bei ihm für die Einladung zu sei-
5.000,– an die anwesenden Bürgermeister übergeben. nem Fest.
Bayerische Gebirgsschützen
Bund der Bayerischen Gebirgsschützenkompanien

Bundesgeneralversammlung in Bichl 1822 ist Bichl eine selbständige Gemeinde.


Die Gemeinde bildet eine Verwaltungsge-
meinschaft mit Benediktbeuern und weist
BICHL - Die Gemeinde Bichl im Landkreis gel, auf dem heute die schöne Dorfkirche derzeit etwa zweitausend Einwohner auf.
Bad Tölz-Wolfratshausen empfängt am 13. steht, gab dem Ort seinen Namen (Bühel). Bichl besitzt wohl eine der eindrucksvoll-
März 2005 die Vertreter der Kompanien des Die Bauern waren dem Kloster gegenüber sten Dorfkirchen Oberbayerns. Bereits Mitte
Bundes der Bayerischen Gebirgsschützen- abgabepflichtig. Entlang des Dorfbaches ent- des 12. Jahrhunderts entstand eine romani-
kompanien zur jährlichen Versammlung. Am standen aber auch mehrere Mühlen (Zement, sche Kirche, die dann 1672 von Caspar
Rande der bayerischen Vorberge gelegen, ist Mehl, Öl), Sägewerke und eine Hammer- Feichtmayr mit einem neuen Turm versehen
der Ort noch stark von Land- und Forstwirt- schmiede. Sie belieferten große Teile des wurde. 1751 bis 1753 errichtete der zu jener
schaft geprägt. Klosterlandes mit Baumaterialien. Hand- Zeit bedeutendste süddeutsche Architekt
Die Siedlung Bichl gehörte seit der Grün- werksbetriebe versorgten den Ort. Hochbe- Johann Michael Fischer eine neue St. Georgs-
dung des Klosters Benediktbeuern (739/40) gabte Bau- und Kunsthandwerker brachte das Kirche. Der Tiroler Johann Jakob Zeiller
zu dessen Grundbesitz und wurde 1048 erst- Dorf hervor, die maßgeblich an den Baumaß- schuf die Fresken, Johann Baptist Straub den
mals urkundlich erwähnt. Der markante Hü- nahmen im Klostergebiet beteiligt waren. Seit Hauptaltar.

Das Wappen von Bichl


Das Wappen enthält drei goldene Kronen,
ein heraldisches Symbol, das auf das Kloster
Benediktbeuern hinweist. Damit verbunden
ein niederer Hügel (Bichl) mit daraufstehen-
dem Baum. Die Feldfarben weiß und blau
sind ein Hinweis darauf, dass der Ort im alt-
bayerischen Stammland liegt.

Die Gebirgsschützenkompanie
Ursprünglich dienten die Bichler in der
Kompanie Benediktbeuern. Im Jahr 1905,
wohl unter dem Eindruck des 200. Gedenkens
an die Sendlinger Mordweihnacht, wurde
eine eigene Kompanie in Bichl gegründet. In
den alten Statuten wird unter § 1 als Zweck
der Kompanie festgelegt: „Begleitung des
Allerheiligsten während der Fronleichnams-
prozession“. Seit dieser Zeit beteiligt sich die
Kompanie Bichl an der ältesten Fronleich-
namsprozession Deutschlands in Benedikt-
beuern. Die St. Georgs-Kirche in Bichl ist als
Filialkirche das Ziel der zweiten Prozession.
1972 wurde die Kompanie wiedergegrün-
det und erhielt ihre charakteristische Montur,
von der ein Teil sie von allen bayerischen
Gebirgsschützenkompanien unterscheidet:
Der Gamsbart als Hutschmuck. Derzeit weist
die Kompanie 210 Mitglieder, davon 145
Aktive mit Musik und Spielmannszug aus.
Seit 1987 wird die GSK Bichl von Hptm.
Johann Berghofer angeführt. Vorstand ist
Michael Andre.
Die Kompanie feiert in diesem Jahr ihr
100-jähriges Bestehen. Das war der Anlass,
die Bundesgeneralversammlung nach Bichl
Ortsansicht von Bichl zu vergeben.
20 Berichte aus Bayern Nr. 1/2005

Der Alpenchor, die Sänger und Musikanten im Altarraum der Sixtuskirche. LHptm. Karl Steininger überreichte dem Vertreter des Schlierseer Alpenchores
die Kiem-Pauli-Medaille.

die Erhaltung und Pflege des bayerischen


Adventsingen in Schliersee Liedgutes sowie die ungebrochene Präsenz in
der Öffentlichkeit waren für das zuständige
SCHLIERSEE - In der Sixtuskirche von Die Mitwirkenden des Adventsingens: Die Kuratorium ausschlaggebend, die Auszeich-
Schliersee fand in diesem Jahr das Advent- Fischhauser Saitenmusi, der Schlierseer nung an den Alpenchor zu vergeben. Sicht-
singen statt. Verantwortlich dafür zeichnete Viergsang, die Kögl-Hausmusi, die Gmunder lich erfreut und mit Stolz nahm der Vorsit-
die GSK Schliersee–Agatharied unter ihrem Sängerinnen, der Schlierseer Alpenchor, Blä- zende des Chores, Manfred Leitner, die
Hptm. Michael Ausfelder. Sprecher der Ver- sergruppe Probst. Sie alle schenkten in der Ehrung im Namen aller Sänger entgegen.
anstaltung war Benno Eisenburg und Pfarrer hektischen Vorweihnachtszeit eine Stunde Bei gleicher Gelegenheit wurde auch des
Alfred Giglberger erteilte am Schluss den des Ausruhens, des Nachdenkens. An- im August diesen Jahres verstorbenen
Teilnehmern den Segen. schließend traf man sich im Festsaal des langjährigen Dirigenten und Chorleiters Erich
Die vorgetragenen Lieder und Musikstücke Gasthofs „Post“. Dort überreichte Landes- Pröll gedacht. Er hatte die Sänger 19 Jahre
und die ausgewählten Texte bereiteten den hauptmann Karl Steininger dem Schlierseer lang musikalisch geführt. Die ihm zugedach-
Zuhörer auf die kommende Weihnachtszeit Alpenchor die Kiem-Pauli-Medaille. te Kiem-Pauli-Medaille nahm posthum Man-
vor. Die besonderen Verdienste des Chores um fred Leitner in Empfang.

125 Jahre Bayerisches


Armeemuseum
INGOLSTADT - Am 3. Oktober 1879 gab
König Ludwig II. in Schloss Berg seine
Zustimmung, ein eigenes Museum für die
bayerische Armee zu errichten. 125 Jahre
später wurde in Ingolstadt, dem jetzigen Sitz
des Bayerischen Armeemuseums, zum Stif-
tungstag ein ökumenischer Gottesdienst im
Münster gefeiert.
Während des Gottesdienstes änderte sich
das anfangs schlechte Wetter und so konnte
der geplante Festzug vom Münster zum
Schloss bei strahlendem Sonnenschein statt-
finden. Gekommen waren der Bund der
Bayerischen Gebirgsschützenkompanien,
dessen Hauptkontingent die Gebirgsschüt-
Gedenken an die Mordweihnacht zenkompanie Audorf stellte, zahlreiche Fah-
nenabordnungen von Reservisten und Tradi-
WAAKIRCHEN - Gebirgsschützen und Marketenderinnen wohnten dem Gottesdienst bei, der tionsvereinen, sowie ein Ehrenzug der
alljährlich in Waakirchen abgehalten und bei dem der Gefallenen der Sendlinger Mordweih- Gebirgsjäger aus Mittenwald. Der Befehlsha-
nacht im Jahr 1705 gedacht wird. ber im Wehrbereich Generalmajor Justus
In diesem Jahr zelebrierten Prälat Josef Obermeier, Pfarrer Thomas Reiser und Pater Dr. Leo Gräbner hatte seinen Sinn für Tradition
Weber die Messe. Bei der Kranzniederlegung, die anschließend am Oberländer Denkmal statt- gezeigt und erfüllte damit eine Bitte des
fand, verwies Bgm. Peter Finger auf das bevorstehende Jubiläumsjahr 2005: Neben der Send- Museums: Er schickte de „Soldaten mit dem
linger Bauernschlacht, die sich zum 300. Mal jährt, erinnert man auch an die Einweihung des Edelweiß“.
1905 errichteten Oberländer Denkmals und die Wiedergründung der Gebirgsschützenkompanie Im Schlosshof erklang die Bayernhymne
Waakirchen im Jahre 1955. (Foto: Uta Rowley) und zum Schluss sorgte der weiße Rauch vom
Nr. 1/2005 Berichte aus Bayern 21

Salutschießen der Gebirgsschützen für eine Grabe. Eine Ehrenabordnung der Wackers-
„Komposition“" der Landesfarben unter dem berger Antlassschützenkompanie trug den
strahlend blauen Himmel. Sarg und seine Kameraden von der Musikka-
Beim anschließenden Festakt zeigte sich pelle Wackersberg intonierten für ihren
Wissenschaftsminister Dr. Thomas Goppel Freund das Lied vom „Guten Kameraden“.
zum ersten Mal bei einer dienstlichen Veran- Im kommenden Jahr wäre der „Tom“ 40
staltung in der Montur der Gebirgsschützen- Jahre bei der Blaskapelle gewesen, 20 Jahre
kompanie Kohlgrub, bei der er den Rang davon war er Kassier und gar 30 Jahre Vor-
eines Lt. bekleidet. stand. Er war wesentlich an der Entwicklung
Dr. Ernst Aichner, der Direktor des Bayeri- des Klangkörpers und an der Mitgestaltung
schen Armeemuseums, erinnerte an die des dörflichen Lebens beteiligt. Trauerredner
Geschichte des Hauses, das vom alten Zeug- würdigten seine Hilfsbereitschaft, seinen
haus an der Münchener Lothstraße über den Scharfsinn und seinen Einsatz im Beruf. Er Hptm. Rudi Holthausen (r.) überreicht Kompanie-
1905 neu errichteten Monumentalbau neben war Träger der Goldenen Verdienstmedaille pfarrer Monsignore Konrad Huber eine Schützen-
der Residenz am Hofgarten nunmehr im des Bundes der Bayerischen Gebirgsschützen. scheibe mit dem Bild der Pfarrkirche von Prien.
Ingolstädter Schloss gelandet ist. Dabei wür- Wir werden ihm ein ehrendes Gedächtnis
digte er die Verdienste seiner Vorgänger Dr. bewahren.
Alexander von Reitzenstein und Dr. Peter Ehrung für
Jaeckel.
In seiner Ansprache stellte Dr. Aichner Franz Dangl † den Kompaniepfarrer
fest, dass nur drei Institutionen noch an die
SÖLLHUBEN - Nach schwerer Krankheit,
Bayerische Armee erinnern: - das Kriegsar- PRIEN - Monsignore Konrad Huber, ein
aber doch unerwartet, verstarb am 11. 9.
chiv, das Bayerische Armeemuseum und die Gebirgsschütz mit Leib und Seel, feierte in
2004 Franz Dangl, der Ehrenfähnrich der
Bayerischen Gebirgsschützen. Letztere des- Bergen am Hochfelln seinen 70. Geburtstag.
Kompanie Hofmark Söllhuben im Alter von
halb, weil sie ein Teil der Landwehr und Seine ersten Kontakte mit den Gebirgsschüt-
62 Jahren.
damit der Bayerischen Armee waren. zen knüpfte er bereits 1975 als neuer Pfarr-
21 Jahre,
Ingolstadt ist heute ein militärgeschichtli- herr von Prien am Chiemsee. Der damalige
seit der Wie-
ches Museum von europäischem Rang Hptm. der Priener Kompanie Hermann Har-
dergründung,
geworden und ist einen Besuch wert. tinger konnte ihn 1982 als Kompaniepfarrer
trug er die
begeistern und gewinnen. Selbst als er 1988
Fahne seiner
von seinem Bischof eine neue Pfarrei in Frei-
Thomas Demmel † Kompanie
mit unermüd-
sing und 1994 in Bergen übertragen bekam,
blieb er ohne Unterbrechung Kompaniepfar-
WACKERSBERG - Die schreckliche Nach- lichem Ein-
rer der Priener Kompanie und war bei allen
richt verbreitete sich wie ein Lauffeuer im satz. Im Früh-
größeren Ausrückungen und Feierlichkeiten
ganzen Isarwinkel: Thomas Demmel (54) ist jahr 2004
fester Bestandteil der Kompanie. Dies war der
tot. Er starb stellte er aus
jetzigen Hauptmannschaft Anlass, den Kon-
am 27. 12. 04 gesundheitli-
rad, der mittlerweile zum Monsignore
bei einem chen Grün- Franz Dangl †
ernannt wurde, die Aufwartung zu machen.
Verkehrsun- den sein Amt
Nach dem Dankgottesdienst in der Pfarrkir-
fall. zur Verfügung und wurde zum Ehrenfähnrich
che nahm die Kompanie auf dem Dorfplatz
Mehr als ernannt.
Aufstellung. Hptm. Rudi Holthausen und Olt.
tausend Mit einem letzten Salut nahmen die Söll-
Paul Panzer gratulierten dem Kompaniepfar-
Trauergäste hubener Schützen Abschied von ihrem
rer und überreichten ihm eine Schützenschei-
geleiteten „Dangl Franz“, Abordnungen der Ortsverei-
be mit dem Bild der Priener Pfarrkirche. Für
den „Tom“, ne und der Kompanien aus Rosenheim,
seine langjährigen Verdienste um die Kompa-
wie er von Endorf, Aschau, Prien und Pfalzen (Puster-
nie erhielt er außerdem die Verdienstmedaille
seinen Freun- tal) gaben ihm das letzte Geleit. Seinen
der Kompanie in Silber. Musikalisch um-
den genannt Kameraden wird er stets in bester Erinne-
rahmt wurde die Ehrung vom Spielmannszug
wurde, zu Thomas Demmel † rung bleiben.
und einem dreifachen Ehrensalut.

Berichtigung
Termine für das Festjahr 2005 In der letzten Ausgabe (Dezember 2004)
der Tölzer Schützenkompanie 1705 der Tiroler Schützenzeitung hat der Druck-
fehlerteufel zugeschlagen. Beim Nachruf
23. April 2005: Festakt „300 Jahre Mordweihnacht“ für Dr. Helmut Wachter sollte der erste
Beginn: 18.00 Uhr - Marktstraße: Serenade der Stadtkapelle, Andacht an der Mariensäule Absatz wie folgt lauten:
Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal, Festabend im Kurhaus
GREILING - Am 23. Sept. 2004 starb das
16.–18. September 2005: 50-jährige Wiedergründung der Tölzer Schützenkompanie 1705 Ehrenmitglied des BBGSK und Konsul a. D.
16. Sept. 2005: Volksmusikabend Dr. Helmut Wachter in Greiling. Er war Olt.
17. Sept. 2005: Großer Zapfenstreich Marktstraße der GSK Reichersbeuern und Lt. der GSK
18. Sept. 2005: Jubiläum „50 Jahre“ Garmisch.
Wir bitten um Verständnis
22 Berichte aus Bayern Nr. 16/2005

Der Bayerische Volksaufstand von 1705


Eine Zusammenstellung vom stv. LHptm. Martin Haberfellner, Kochel a. See - Teil 8
Die Lage in Italien Gerichtskassen geplündert. Die Herausgabe von Waffen aus den
Die militärische Lage des Kaisers und seines Verbündeten des Her- Zeughäusern wurden erzwungen. Unabhängig voneinander flammte
zogs von Savoyen in Oberitalien war Ende 1704 alles andere als so an verschiedenen Orten in Bayern der Aufstand auf. Die Ober-
rosig. Die kaiserlichen und savoyardischen Truppen waren inklusive pfälzer machten den Anfang. Erste Unruhen im Oktober 1705 konn-
der preußischen und kurpfälzischen Hilfstruppen der gegnerischen ten von der Besatzungsmacht noch unterdrückt werden. Der Ober-
französischen Armee zahlenmäßig weit unterlegen. Die kaiserlichen viechtacher Pfarrer Florian Sigismund von Miller sammelte als
Einheiten schmolzen zudem durch Verluste weiter ab. Die vom kai- Oberst der Landesdefension mehrere Hundert Männer, die zum
serlichen Oberbefehlshaber Prinz Eugen erhobene Forderung auf Kampf gegen die kaiserlichen Unterdrücker bereit waren. Die Män-
Auffüllung der Fehlbestände in der Mannschaft durch neue Rekruten ner der Gerichte Regen, Zwiesel und Mitterfels wurden aufgeboten.
konnte nur zum kleinsten Teil erfüllt werden. Dagegen erhielten die Cham und Nabburg fielen in die Hände der Aufständischen. - Der
französischen Truppen laufend Verstärkung. Hinzu kam, dass die Kelheimer Metzgermeister Matthias Kraus organisierte als energi-
Franzosen sich aus den von ihnen besetzten Gebieten bestens ver- scher Kommandant der Landesdefension den Aufstand in und um
sorgen konnten. Die kaiserlichen Truppen hingegen waren auf Nach- Kelheim. Er setzte sich selbst als Stadtkommandant ein und ließ die
schub aus Österreich und aus dem besetzten Bayern angewiesen, Männer der Gerichte Kelheim, Mainburg und Abensberg einberufen.
einen Nachschub, der erst unter schwierigen Bedingungen über die - Schon Anfang Oktober waren Zusammenrottungen im Isarwinkel
Tiroler Passstraßen nach Italien transportiert werden musste. Die kai- in und um Tölz nach München gemeldet worden. Anfang November
serliche Armee in Italien befand sich in einem katastrophalen war es zu Unruhen in den Herrschaften Hohenaschau und Wilden-
Zustand. Das war die schmerzliche Realität, der sich die kaiserliche wart gekommen. Schließlich liefen aus allen Rentämtern bei der
Generalität ausgesetzt sah. Vor diesem Hintergrund müssen die rück- Administration Meldungen über Unruhen ein.
sichtslosen Maßnahmen auf kaiserlicher Seite gesehen werden, Geld,
Lebensmittel, Material, Pferde und nicht zuletzt auch Menschen als Schwanthaler führt die Rieder Bauernburschen
Soldaten für den Krieg in Italien zu beschaffen. Im Unterland breitete sich der Aufstand geradezu wie ein Lauf-
feuer aus. In kurzer Zeit beherrschten die Aufständischen die Gerich-
Bayerische Rekruten für den Krieg des Kaisers te Reichenberg, Griesbach, Eggenfelden und Ried. Der Bildhauer
Schon im Winter 1704 /1705 hatten die ins Winterquartier nach Bonaventura Schwanthaler führte die Rieder Bauernburschen. He-
Bayern gelegten alliierten Truppen in der Bevölkerung zielstrebig rausragende Führerpersönlichkeit im Innviertel war der Philosophie-
und wenig zimperlich Rekruten angeworben, um wieder auf ihre student Johann Georg Meindl, der sich neben Sebastian Plinganser
Sollbestände zu kommen. Im April 1705 setzte dann Kaiser Leopold zum bedeutendsten Kopf des Unterlandaufstands entwickelte. An der
I. eine zivile Landesverwaltung ein – die sogenannte „Kaiserliche unteren Isar und der Vils brachten der Arzt und Landmesser Kaspar
Administration in Bayern“. Graf Löwenstein wurde zum Administra- von Dörfl aus Vilshofen gemeinsam mit dem Stadtschreiber Karl
tor bestimmt. Aufgabe der Administration war es, die staatlichen Männinger von Osterhofen einen Heerhaufen von 2.300 Mann
Einkünfte zu verwalten, die Steuern und verhängten Kontributionen zusammen, der dann im Dezember Eichendorf an der Vils und Lan-
einzuheben. Auch und vor allem aber sollte die Administration meh- dau an der Isar in seine Gewalt brachte. Neuötting, Marktl, Mühldorf
rere tausend Rekruten aus dem besetzten Land für den Krieg des Kai- und Kraiburg wurden von den Aufständischen kontrolliert.
sers gegen Frankreich ausheben. Die gewaltlose Einberufung durch Vilshofen und Braunau fielen in die Hand der Landesde-
bloßen Verwaltungsakt stellte sich jedoch schon bald als wenig erfol- fension.
greich heraus. Man schritt deshalb zur militärischen Exekution. Die Allein zur Belagerung von Braunau hatte die Landesde-
Burschen wurden, soweit sie dem Gestellungsbefehl nicht freiwillig fension eine Streitmacht versammelt, die vermutlich mehr
folgten, unter Anwendung von Gewalt zum kaiserlichen Militär- Männer zählte als Prinz Eugens kaiserliche Armee in
dienst gezwungen. Oberitalien. Die Truppen Prinz Eugens hatten Ende 1705
einen Personalstand von ungefähr 15.000 Mann. Die Zah-
Aufstand in der Oberpfalz
lenangaben über die Stärke der vor Braunau liegenden
Gegen die mit rabiatesten Mitteln betriebene
Belagerer schwanken zwischen 12.000 und 24.000 Mann.
Rekrutenaushebung regte sich schon ab Juli 1705
Tatsächlich dürften es um die 16.000 Mann gewesen sein.
der Widerstand der bayerischen Bevölkerung.
Für den noch bevorstehenden großen Befreiungskampf
Abgedankte bayerische Soldaten und Burschen,
um München rechneten die Führer des Aufstands mit
die der Rekrutierung entgehen wollten, rotteten
einer gleichen Zahl von Männern aus dem Oberland. Die in
sich zu rebellierenden Banden zusammen. Von
Bayern stationierte kaiserliche Besatzung schien dagegen
einer gezielten Aufstandsbewegung konnte bei ihnen
mit ihren ca. 7.230 Mann, die in kleinen und kleinsten Ein-
noch nicht die Rede sein. Aber bald ging es gegen die
heiten übers ganze Land verteilt war, hoffnungslos unterlegen
Obrigkeit. Bayerische Beamte, die als Vollzugsorgane
zu sein. Da musste es doch mit dem Teufel zugehen, wenn es
der kaiserlichen Verwaltung deren Anordnungen ge-
nicht gelingen sollte, die verhassten Kaiserlichen aus dem Bay-
genüber der Bevölkerung durchsetzen wollten, wurden
ernland hinauszuschmeißen!
bedroht. Und Beamte, die sich aufgrund allzu großen
Eifers bei der Steuereintreibung und Rekrutenaushe- Benützte Literatur: Ludwig Hüttl, Max Emanuel der blaue Kur-
fürst, München 1976. Christian Probst, Lieber bayerisch ster-
bung den Unmut des leidenden Volkes zugezogen ben. Der bayerische Volksaufstand der Jahre 1705 und1706,
hatten, mussten froh sein, wenn sie mit einer Tracht München1978. Hans Rall, Gerhard Hojer, Kurfürst Max Ema-
Prügel davonkamen. Ausgehobene Rekruten wur- nuel der „Blaue König“, München 1979 Max Spindler, Hand-
den befreit, Amtshäuser und buch der bayerischen Geschichte, Band II, Das Alte
Bayern, Der Territorialstaat, München 1969
Nr. 1/2005 23

Die Seite der Marketenderinnen und Jungschützen


Weihnachtsweisen in Martinsbrunn gewonnen hat, hier die Ergebnisse: 1. Kematen, 2. Natters, 3. Aldrans,
4. Völs, 5. Götzens, 6. Patsch, 7. Sellrain; die Pokalübergabe wurde im
MERAN - Wie alljährlich bereiteten auch in diesem Jahr Jung- Beisein von Baon-Kdt. Mjr. Toni Pertl, Baon-JS-Betr. Lt. Oskar Unter-
schützen und Jungmarketenderinnen der Kompanie Meran-Stadt älte- marzoner, dem Aldranser Hptm. Sebastian Wolf (dieser spendierte den
ren und pflegebedürftigen Menschen viel Weihnachtsfreude. Am „Gol- Wanderpokal für die Siegermannschaft), dem Obm. Hubert Rösch und
denen Sonntag“ trafen die motivierten jungen Leute in schmucker dem JS-Betr. Jürgen Möller durchgeführt.
Tracht, gerüstet mit ihren Musikinstrumenten, im Hause der Barmher- Lt. Harald Graus, Pressereferent
zigen Schwestern der Pflegeklinik Martinsbrunn in Gratsch bei Meran
ein.
Sie wurden bereits in den verschiedenen Bettenabteilungen des Fit für den Alltag
Hauses von Schwestern, Patienten und deren Angehörigen mit Freude
JENESIEN - An die 80 junge Marketenderinnen und Schützen
erwartet. In vorweihnachtlicher Atmosphäre lauschten die Anwesen-
waren am Sonntag, dem 28. November, der Einladung der Jugendlei-
den sichtlich bewegt den Weihnachtsliedern und den von den Jung-
tung des SSB gefolgt und nach Jenesien gefahren, um am Seminar
schützen vorgetragenen Adventversen der Marlinger Mundartdichte-
„Schützen - fit für den Alltag“ teilzunehmen.
rin Maridl Innerhofer.
Mit einem großen Haus verglich Bundesjugendreferentin Beate Nie-
derstätter in ihrer Begrüßung den Südtiroler Schützenbund – mit
ihrem Beitritt zur Kompanie hätten die jungen Leute dieses gewisser-
maßen erst betreten.
„Je besser ihr aber dieses riesige „Gebäude Schützenwesen“ kennt,
Bescheid wisst über dessen Zusammensetzung, Aufbau und über seine
Geschichte, desto größer wird das Interesse, desto mehr habt ihr das
Gefühl, dazuzugehören – und vor allem, desto besser könnt ihr mitre-
den und habt Lust, mitzugestalten und Ideen einzubringen. Es ist
leicht, überzeugter Schütze zu sein, überzeugende Argumente zu
haben erfordert aber Wissen.“
Wissensvermittlung über die Geschichte des Schützenwesens, die
Aufgaben der Schützen heute sowie die Struktur des Schützenbundes
und Gedanken zur Tracht waren denn auch die wesentlichen Themen
des Tages.
Günther Obwegs spannte in seinem Vortrag einen großen Bogen
von den Aufgaben der Schützen in der Vergangenheit zum Schützen
Die jungen Musikanten der Kompanie Meran-Stadt beim Besuch im Haus der
Barmherzigen Schwestern in Gratsch. im 3. Jahrtausend. Mit beeindruckenden Lichtbildern weckte er die
ungeteilte Aufmerksamkeit der jungen Zuhörer. Das Bild der gefähr-
Nach den Glückwünschen für ein frohes Weihnachtsfest begleiteten deten Blume, die es in das neue Zeitalter hinüberzuretten gilt, half mit,
die engagierten jungen Marketenderinnen und Schützen die Haus- die Kernaussage seiner Ausführungen besser zu verstehen.
schwestern zu den bettlägrigen Patienten und stellten in jedem Raum Der Film „Schützen zwischen Kultur und Wehrhaftigkeit“ bot eben-
ein selbstgebasteltes Weihnachtsgesteck mit Kerze auf. falls eine Fülle an Informationen.
Bewegte Gesichter voll Freude und Dankbarkeit sind bester Beweis BJS-Betr. Mjr. Dr. Peter Piock sprach über die Tracht, die schon in
für eine gelungene vorweihnachtliche Überraschung - und somit für früheren Zeiten Ausdruck des Gemeinschaftssinns unserer Vorfahren
die Jungschützen und Jungmarketenderinnen der Schützenkompanie war. Sie zu pflegen ist eine der Aufgaben des Schützenbundes. Der
Meran Stadt Motivation und neuer Ansporn für ihren sozialen Einsatz Tracht gebührt Respekt, und sie darf nicht willkürlich verändert wer-
in ihrer Heimatstadt. den. Anschließend erläuterte er den Aufbau des Südtiroler Schützen-
Anschließend luden die Oberin der Klinik, Schwester Klara, sowie bundes sowie die Aufgaben der einzelnen Referenten.
Schwester Adele den Schützennachwuchs zu einer wohlverdienten
Stärkung bei Saft und Kuchen ein.
Cornelia des Dorides, Chronistin

Fußballturnier der „Sonnenburger“


ALDRANS - Am Samstag, dem 30. Oktober 2004, richtete die
Schützenkompanie Aldrans das 4. Fußballturnier des Schützenbaons
Sonnenburg aus. Sieben Jungschützenkompanien - eine Fußball-
mannschaft besteht aus einem Tormann plus vier Feldspielern -
gemischt aus Buben und Mädchen, gaben sich in der Aldranser Sport-
halle ein Stelldichein und kämpften hart aber fair um die Platzierun-
gen. Voll Begeisterung wurde dem runden Leder nachgejagt und ver-
sucht, ihn ins Gehäuse zu kicken. Gelang kein Treffer, gab es kein
großes Gezeter von den Kameraden, sondern es kam sofort wieder Den Südtiroler Schützen geht der Nachwuchs noch lange nicht aus - im
Bewegung ins Spiel. Da es aber wie bei allen sportlichen Veranstal- Gegenteil, an die 80 vorwiegend junge Mitglieder haben am Seminar für neu
tungen immer eine Reihung gibt, obwohl eigentlich jeder für sich aufgenommene Mitglieder dieses Jahr teilgenommen.
24 Nr. 1/2005

Beate Niederstätter befasste sich in einem Kurzreferat mit dem


Erscheinungsbild der Marketenderin: „Die Tracht war das Festkleid
unserer Großmütter, und auch für uns sollte es mehr sein als das
»Dienstgewand beim Schützenfest«. Zur Tracht muss man eine Bezie-
hung aufbauen, der Tracht zuliebe ist man dann auch bereit, das übri-
ge Erscheinungsbild anzupassen.“
Der Hptm. der Kompanie Ehrenburg, Efrem Oberlechner, erzählte
von seinen Schlüsselerlebnissen während der Oberschulzeit in Bozen,
die aus einem desinteressierten Jugendlichen einen überzeugten
Schützen werden ließen. Er wies eindringlich darauf hin, wie wichtig
es sei, sich mit der Geschichte des Landes auseinanderzusetzen, um die
kulturelle Identität bewahren und die Zukunft mitgestalten zu können.
„Wer nicht weiß, woher er kommt, weiß auch nicht, wohin er geht.“
Dr. Eberhard Daum vom RAI Sender Bozen hatte die nicht leichte
Aufgabe übernommen, die Zuhörer dazu zu bringen, ihre Eindrücke Die Mannschaftssieger aus Telfs mit Hptm. Franz Grillhösl und Baon-JS-Betr.
und Gedanken mitzuteilen und Fragen zu stellen. Nach anfänglichem Hptm. Friedl Berger, Reith b. Seefeld
Zögern diskutierten die jungen Leute mit lebhaftem Interesse.
Jungschützenkönig wurde Andreas Rothbacher aus Polling. Baon.-
Kdt. Mjr. Stephan Zangerl lobte die hervorragenden Leistungen des
Fahne an Jung- Nachwuchses der Kompanien im Baon Hörtenberg, der auch ein
Beweis für die qualitätsvolle Arbeit der Jungschützenbetreuer in den
schützen über- einzelnen Kompanien sowie im Baon sei.
geben
JENESIEN – Die Jugend des
Zweites Marketenderinnen-Treffen
Südtiroler Schützenbundes HALL i. T. - Am 6. November 2004 war es wieder soweit. Der
nennt seit wenigen Wochen eine Schützenbezirk Hall i.T. richtete das 2. Marketenderinnen-Treffen der
eigene Fahne ihr Eigen. Auf der Schützenbezirke Hall i. T. und Brixen/Südtirol aus, zu der sich mehr
Tagung „Schützen - fit für den als 50 Marketenderinnen und Mitglieder beider Bezirksleitungen ver-
Alltag“ überraschte der Heimat- sammelten.
kundler Günther Obwegs die Treffpunkt war die Münzstadt Hall, wo als erstes der Münzerturm
anwesenden jugendlichen besichtigt wurde. Nach der Führung durch das Münzmuseum konnte
Schützen und Mitglieder der sich jede der teilnehmenden Marketenderinnen eine Erinnerungsmün-
Bundesjugendleitung mit einer ze prägen. Anschließend empfing der Bgm. der Stadt Hall, Leo Von-
Schützenfahne, welche er dem metz, noch alle zu einem kleinen Umtrunk und einer Jause in den
Schützenbund und insbesonders Räumlichkeiten des Münzerturmes.
Günther Obwegs überrascht die Teil- der Jugend im Schützenbund zur Nach dieser Stärkung erfolgte die Weiterfahrt zu den Kristallwelten
nehmer am Seminar „Schützen - fit freien Verwendung überließ. Die nach Wattens. Unter der fachkundigen Führung von Baon-Kdt. Man-
für den Alltag“ mit einer Fahne. Diese
wird nun bei Bundesausrückungen
Fahne, welche ursprünglich fred Sparber ließen sich alle von den Ideen André Hellers inspirieren.
dem Block der Jungschützen des Süd- einer patriotischen Jugendver- An dieser Stelle nochmals ein besonderer Dank an Manfred Sparber
tiroler Schützenbundes vorangetragen bindung im Ahrntal als Zeichen für die Führung durch die Kristallwelten.
werden. gedient hat, möge den Geist, in Im Anschluss erfolgte die Rückkehr nach Mils bei Hall, wo man sich
welchem sie ursprünglich im Gasthof Kirchenwirt zum Abendessen versammelte. Wie in der Ein-
geschaffen war, weitertragen und den jungen Schützen im Sturm der ladung versprochen, wurde hier der gesellschaftliche Teil dieses Mar-
Zeit voranwehen. ketenderinnentreffens mit musikalischer Umrahmung bis in die späte-
Sichtlich überrascht nahm BJS-Betr. Mjr. Dr. Peter Piock, stellver- ren Abendstunden genossen.
tretend für alle jungen Schützen im Südtiroler Schützenbund, die Fah- Bez.-Kdt. Florian Fischler freute sich über den zahlreichen Besuch
ne entgegen, welche nun bei Bundesausrückungen dem Block der und bedankte sich bei allen Marketenderinnen, die dieser Einladung
Jungschützen des Südtiroler Schützenbundes vorangetragen werden gefolgt sind.
wird.

Bataillonsschießen Hörtenberg
RANGGEN - Das Jungschützenschießen des Bataillons Hörtenberg,
an dem 25 Jungschützen der Altersklasse 1 und 16 der Altersklasse 2
sowie fünf Jungmarketenderinnen aus acht Kompanien teilnahmen,
wurde am Schießstand der Kompanie Ranggen unter der Leitung von
Baon-JS-Betr. Hptm. Friedl Berger abgehalten.
Dabei wurden insgesamt 40-mal Gold, viermal Silber und einmal
Bronze erreicht. Tagessieger wurde mit 144 Ringen Stefan Kirchmair
von der Kompanie Telfs, gefolgt von Lorenz Ganner mit 143 Ringen,
ebenfalls Telfs. Sabine Rotbacher von der Kompanie Polling wurde mit
141 Ringen Dritte. In der Mannschaftswertung siegten die Jungschüt-
zen der Kompanie Telfs mit 554 Ringen klar vor den Jungschützen aus In bester Laune waren die Marketenderinnen aus den Bezirken Brixen und
Flaurling mit 533 Ringen. Dritte wurden die Pollinger mit 529 Ringen. Hall
Nr. 1/2005 25

Wir gratulieren . . .
EHptm. Adolf Gassler feierte 75er
INZING - Am 1. April 2004 feierte EHptm Adolf Gassler seinen 75-
er. Zu diesem Anlass holten die Inzinger Schützen den Jubilar bei sei-
nem Wohnhaus ab und nach einer gelungenen Salve marschierte man
gemeinsam ins Schützenhei, um so richtig zu feiern.
Adolf Gassler war 15 Jahre Hptm. und hat im Jahr 2003 das Kom-
mando in jüngere Hände gelegt.

Kameradschaft wird in Wenns hochgehalten: (v.l.) Olt. Werner Gundolf, Kas-


sier Andreas Partl, die Ehefrau des Jubilars Agnes, Jubilar Andre Partl und
Hptm. Hermann Schmid

. . . und Andre Partl - 70 Jahre


Am 29. 10. 2004 rückte die Kompanie Wenns zum 70er unseres
Kameraden Partl Andre in voller Stärke aus.
Andre ist seit dem Jahr 1957 bei der Kompanie. Er ist bei allen Fes-
ten und Ausrückungen dabei und trägt sehr viel zur Kameradschaft in
der Kompanie bei.
Die Kameraden überreichten ihm einen Geschenkskorb und seiner
Frau einen Blumenstrauß mit vielen guten Glückwünschen.
Die Schützenkompanie ehrte ihn mit einer standesgemäßen
Ehrensalve und Böllerschüssen.
Im Inzinger Schützenlokal: Olt. Hansjörg Grießerg, EHptm. Adolf Gassler, Der Jubilar lud die ganze Kompanie zu einem Fest ein. Für Speis
Obm. Josef Draxl, EMjr. Kurt Schletterer (v. l.)
und Trank war reichlich gesorgt. Beide Feste dauerten bis in die frühen
Morgenstunden.
Die Inzinger Schützen wünschen dir, lieber Adi, alles Gute und
noch viele Jahre bei bester Gesundheit. Wir hoffen, dass du uns noch
oft bei unseren Ausrückungen begleiten kannst.
Bez.-Fahnenpatin Gisella Schatzer 80
Schützenchronist Alfred Rauth SCHABS - Am 13. November 2004 feierte im Hotel „Sonneck“ in
Schabs bei Brixen die Fahnenpatin des Bezirkes Bozen, Gisella Schat-
zer, ihren 80sten Geburtstag, wozu sich ein großer Kreis von Freunden
EFhr. Lt. Karl Horntrich . . . und Bekannten eingefunden hatte.
WENNS - Am 23. 7. 2004 rückte die Kompanie Wenns zum 70er „Es war immer mein Wunsch, im Kreise meiner engsten Schützen-
unseres Ehrenfähnrichs Lt. Karl Horntrich in voller Stärke aus. Die kameraden meinen 80sten Geburtstag zu feiern“, sagte die Patin bei
Kameraden überreichten ihm einen Geschenkskorb und seiner Frau ihrer Begrüßung. Zu den Festgästen zählten hohe Vertreter des SSB,
einen Blumenstrauß mit vielen guten Glückwünschen. darunter LKdt. Mjr. Paul Bacher, Bez.-Mjr. Karl Marmsoler und EMjr.
Die Schützenkompanie ehrte ihn mit einer standesgemäßen Prof. Luis Ploner.
Ehrensalve und Böllerschüssen. LKdt. Bacher und Prof. Ploner erinnerten an ihrer Ansprache da-
Karl ist seit dem Jahr 1958 bei der Kompanie. Er war 25 Jahre Kas- ran, dass Gisella Schatzer vieles geleistet hat und bei unzähligen Ver-
sier und Fhr. der Kompanie. Er hat bei vielen Talfesten und bei einem anstaltungen und Schützenfesten zu sehen war. Sie war mit ihrer
Regimentsfest dem Organisationskomitee angehört und über viele Jah- schmucken Kastelruther Tracht stets ein Blickfang.
re die Geschicke der Kompanie mit beeinflusst. Anschließend wurde Walter Depentori überrreichte der Jubilarin eine Schützenscheibe,
die Kompanie zum Festessen eingeladen. auf der sie in Kastelruther Tracht abgebildet ist. Wir wünschen der
Jubilarin noch viel Erfolg, verbunden mit viel Humor und Gesundheit.
ELt. Karl Recla

Die Wenner Schützenkameraden gratulierten ihren verdienten und beliebten


Kameraden: Olt. Werner Gundolf neben der Gattin des Jubilars Hilda, Jubilar Eine große Gratulantenschar war zur Geburtstagsfeier der Fahnenpatin Gisella
EFhr. Karl Horntrich, Hptm. Hermann Schmid (v.l.) Schatzer gekommen.
26 Nr. 1/2005

EOlt. Anton Achammer - 80 . . . Hptm. Karl Hofer – 60 Jahre


TELFS - Zwei ganz besondere Geburtstage konnte die Schützen- SCHMIRN - Am 14. September 2004 feierte Karl Hofer seinen 60.
kompanie Telfs feiern. Der langjährige Geschäftsführer und seit 1954 Geburtstag. Die Schützen rückten aus, um ihrem Hauptmann eine
der Kompanie angehörende EOlt. Anton Achammer (vulgo „Färber- Ehrensalve zu schießen. Obm. Auer Reinhold bedankte sich im Rah-
Toni“) feierte seinen 80. Geburtstag. men einer kleinen Feier für die verantwortungsvolle Mitarbeit und sei-
Achammer übte von nen Einsatz zum Wohle der Kompanie.
1966 bis 1987 das Amt des Die Schützenkompanie Schmirn wünscht ihrem Hptm. nochmals
Geschäftsführers aus. Die alles Gute, Gesundheit und noch viele frohe Stunden im Kreise seiner
Kompanie Telfs rückte Kameraden.
unter Hptm. Franz Grillhösl
mit einer starken Abord- Runde Geburtstage in Kappl
nung aus, um ihren treuen
Schützen mit einem zünfti- KAPPL - Zwei treuen Kameraden gratulierte die Kompanie Kappl zu
gen Ehren-salut zu ihren runden Geburtstagen.
beglückwünschen. Das Am 26. 9. 2004 feierte Kanonier Zgf. Eugen Rudigier seinen 70.
Geburtstagsgeschenk, eine Geburtstag. Seit vielen Jahren ist es Eugen als dem Zuständigen für
Lt. Rupitsch überreicht dem Jubilar Anton
Statue des Hl. Sebastian, die Munition zu danken, wenn unsere Salven gut und weit zu hören
Achammer als Geschenk eine Statue des überreichte Geschäftsführer sind. Er ist schon weit über 40 Jahre Mitglied der Kappler Schützen
Schützenpatrons, des Hl. Sebastian. Lt. Josef Rupitsch. und wir hoffen, dass er noch viele Jahre bei guter Gesundheit mit uns
ausrücken kann.
. . . und Lt. Oswald Oberleitner - 70
Seinen 70. Geburtstag feierte kürzlich Lt. Oswald Oberleitner (vul-
go „Zillertaler“) in geistiger und körperlicher Frische.

In der Mitte die Geburtstagskinder Zgf. Eugen Rudigier und ELt. Johann Stark
mit Hptm. Siegfried Juen.

Am 8. 11. 2004 feierte Elt. Johann Stark seinen 80. Geburtstag. Er


ist seit der Wiedergründung der Schützenkompanie Kappl im Jahre
Jubilar Oberleitner Telfs: Abschreiten der Ehrenfront durch Lt. Oswald Ober- 1951 Mitglied der Kompanie und war über 15 Jahre Fahnenbegleiter.
leitner mit seiner Gattin Agnes und Hptm. Franz Grillhösl. Aus gesundheitlichen Gründen musste er die aktive Teilnahme an
Er war von 1987–2000 Geschäftsführer der Kompanie. Zur Gratu- Ausrückungen leider aufgeben, ist aber der Schützenkompanie Kappl
lation rückte diese unter Hptm. Franz Grillhösl aus, um den Jubilar mit nach wie vor in Treue verbunden. Auf diesem Wege sei beiden
einem Salut zu ehren. Als Geschenk wurde ihm von Lt. Josef Rupitsch Geburtstagskindern noch mal für die gute Bewirtung und vor allem für
eine Staue des Hl. Sebastian überreicht. ihre Treue zum Tiroler Schützenwesen gedankt. Wir wünschen ihnen
noch viele Jahre bei guter Gesundheit.
Landesverdienstmedaille verliehen Obm. Otto Siegele

ACHENKIRCH – Willi Messner, Olt. Hptm. Johann Schmoller - 60


und Obm. der Aschaber Schützen-
kompanie Achenkirch, wurde am 15. MIEDERS - Bei der Jahreshauptversammlung der Kompanie Mie-
August 2004 von LHptm. DDr. Her- ders wurde Johann Schmoller, Hptm. seit 20 Jahren und 60 Jahre alt,
wig van Staa mit der Verdienstme- gefeiert.
daille des Landes Tirol ausgezeichnet. Mit 21 Jahren trat Johann Schmoller in die Kompanie ein. Es ist
Willi Messner trat 1955 in die geradezu selbstverständlich, dass seine Töchter Beatrix, Cornelia und
Kompanie ein und feiert somit 2005 Manuela als bezaubernde Marketenderinnen ihren Vater bei Umzügen
ein halbes Jahrhundert aktive Mit- begleiteten. Auf die Frage: „Woher hast du über die vielen Jahre die
gliedschaft bei den Tiroler Schützen. Kraft und die Begeisterung für das Schützenwesen geholt?“ meint
Von 1975–2000 war er Fhr., 1988 Johann Schmoller, „ohne den Rückhalt meiner Familie geht da gar
wurde Willi für die Funktion als Obm. nichts“.
gewählt. Weiters ist Willi Mitglied Olt. und Obm. Willi Messner Bgm. Ernst Leitgeb zählte in seiner Rede sehr eindrucksvoll die
und Delegierter des Baon-Vorstandes Schwaz. Die Aschbacher Schüt- Leis-tungen Schmollers für die Gemeinde auf. Die letzten 20 Jahre
zenkameraden gratulieren ihrem Olt. und Obm. zu seiner Auszeich- waren sehr stark von Hptm. Schmoller und seiner Kompanie geprägt.
nung mit einer Ehrensalve und wünschen ihm für die Zukunft viel Viele Aktivitäten in der Gemeinde tragen seine Handschrift. Auch sei-
Gesundheit und noch viel Freude mit den Schützen. ne weiteren Tätigkeiten wie im Kirchenchor, im Familienverband
Nr. 1/2005 27

Hochzeitsglocken in Ahornach . . .
AHORNACH – Doppelten Grund zur Freude hatte die Schützen-
kompanie Ahornach. Am 4. September gab unser langjähriger Kame-
rad Siegfried Steinkaserer seiner Lebensgefährtin Paula Steger im
Wallfahrtskirchlein von Heilig Geist das Ja-Wort.

Bgm. Ernst Leitgeb, Vize Harald Ulrich mit Hptm. Johann Schmoller und
Pfarrer Erich Modosch gratulieren herzlichst zu den beiden Jubiläen.

zeigen Schmollers einzigartiges soziales Engagement. Für seine Ver-


dienste wurde er im Jahre 2001 mit dem goldenen Ehrenzeichen der
Die besten Wünsche für die Brautpaare Paula und Siegfried Steinkaserer (o.)
Gemeinde Mieders ausgezeichnet. Weiters erhielt er die Vereinsehren- und Doris und Hptm. Erich Kirchler (u.)
nadel des Landes Tirol und am 15. August 2004 die Verdienstmedail-
le des Landes Tirol.
Baon-Kdt. Steuxner hobe in kurzen, aber umso eindrucksvolleren
Worten die Leistung Johann Schmollers, dem dienstältesten Hptm. des
Stubaitales, hervor und dankte ihm im Namen des Bataillons.
Pfarrer Erich Modosch’s Grußworte drückten die Stimmung des
Abends in eindrucksvoller Weise aus. „Ich fühl’ mich wohl in der Rei-
he der Schützenkompanie, ich fühle mich wohl, wie daheim. Ich habe
schon Freundschaften unter den Schützen geschlossen und bitte auch
weiterhin um die Pflege des Miteinanderseins und der Zusammenar-
beit.“
Die Marketenderinnen, Jungschützen und Schützen danken ihrem
Hptm. für sein feines Miteinander. Gemeinsam ehren wir das Alte,
begrüßen das Neue und halten die Treue zur Heimat. Heimat ist da, wo
Am 25. Sept. läuteten die Hochzeitsglocken für die Mark. und den
man bewusst zuhause ist.
Hptm. der Kompanie, Doris und Erich Kirchler. Die gesamte Kompanie
Lt. Herbert Genser überreichte vor der Kirche von St. Jakob/Ahrn eine Ehrenscheibe.
Viel Glück für die gemeinsame Zukunft und noch viele schöne
Robert Ventir - ein 50er Stunden im Kreise der Schützen.

TRUDEN - Der Bez.-Mjr. des Süd-Tiroler Unterlandes, Robert Ven- . . . und in Steinhaus
tir, feierte unlängst seinen 50. Geburtstag. Dazu überraschten ihn „sei-
ne“ Kompanie Truden und die Vertreter des Schützenbezirkes Süd- STEINHAUS – Am Samstag, dem 2. Oktober 2004, gaben sich Lt.
Tiroler Unterland mit einer kleinen Feier. An den überaus geschätzten Rudolf Klammer und seine Maria das Ja-Wort.
und beliebten Kameraden Robert ergehen auf diesem Wege nochmals Die Kompanie überraschte das Brautpaar am Vortag mit kräftigem
die besten Glückwünsche, verbunden mit dem Dank für seinen uner- Böllern und wartete nach der Hochzeitsmesse in der alten Pfarrkirche
müdlichen Einsatz um Volk und Heimat im deutschen Süd! „Maria Loreto“ mit einem Spalier und einer „Klause“ auf.
Danke unserem Lt. Rudi für seinen Einsatz und auch seiner Frau
Maria, die bei Festen und Feierlichkeiten immer kräftig mithilft.
Wir wünschen euch alles Gutes und Gottes Segen!

Der Jubilar im Kreise seiner Kameraden der Schützenkompanie Truden In Steinhaus gaben sie Lt. Rudolf Klammer und seine Maria das Ja-Wort.
28 Nr. 1/2005

Gesamttiroler Schützenchronik
Wiedererrichteter Burgfriedhof
Ort des Gedenkens und der Meditation
INNICHEN - Die Gräber waren von Baumwuchs überwuchert, die
Wege zugewachsen. Und doch: Frater Siegfried, Guardian im Innicher
Franziskanerkloster und geistlicher Beirat der Pustertaler Schützen,
ließ der im I. Weltkrieg im Burgwald angelegte Soldatenfriedhof keine
Ruhe. Es müsse der Respekt vor den dort begrabenen Soldaten und der
Lebenden Mahnung wieder hergerichtet werden, befand er und konn-
te von seinem Vorhaben auch andere überzeugen. Am 28. August
2004 konnte die nach Plänen von Arch. Bernhard Lösch errichtete
Gedenkstätte wieder geweiht werden. Das Grabmal von Paolino Verocai nach erfolgter Restaurierung am
25. September 2004

bzw. Kriegerfriedhöfe gebettet worden. Zurückgeblieben war damals


unter anderem das Grabmonument dieses aus Ampezzo stammenden
Landsturmmannes vom 162. Baon. Übereifrige Sammler hatten in Fol-
ge so manches Relikt aus dem Heldenfriedhof mitgehen lassen - unter
anderem auch die Marmorplatte von Verocais Grabstätte. Nun wurde
diese von der Kompanie Sizar Anpezo-Hayden nachgebildet, wieder
angebracht und die ursprüngliche Inschrift originalgetreu eingesetzt:
„Hier ruhet in Gott – Paul Verocai – aus Cortina, Lst. Baon 162 - Offi-
ziersdiener H. Oblt. Sulzenbacher, Gefallen am 1. Oktober 1916 –
R.I.P.“ Zudem wurde die dahinter befindliche Stützmauer instand
gesetzt sowie die Umgebung von Unrat gesäubert. Eine löbliche Initia-
tive auf den einstmals heiß umkämpften Bergen unserer Heimat fand
somit ihren Abschluss, eine Aktion, zu der man der Kompanie aus
Ampezzo nur gratulieren kann.
Der wiedererichtete Burgfriedhof von Innichen: Mahnung für die Lebenden
und ein Juwel heimatverbundener Schaffenskraft

Der Grazer Weihbischof Franz Lackner gemeinsam mit Stiftspropst Franz-Höfler-Gedenkfeier


und Dekan Franz Eppacher hielten eine Wort-Gottes-Feier, wobei
LANA – Am 21. November 2004 hat in Niederlana die Gedenkfeier
Lackner an das harte Los der Soldaten, die in Pflichterfüllung im I.
für Franz Höfler und aller verstorbenen Kameraden der Kompanie
Weltkrieg gehandelt haben, erinnerte.
„Franz Höfler“ Lana stattgefunden. Kompanien aus dem Burggrafen-
Ein großes Vergelt`s Gott sagte der Bgm. und auch Hans Duffek,
amt, Abordnungen aus dem ganzen Land, Alt-LHptm. Dr. Wendelin
Präsident des Schwarzen Kreuzes, Frater Siegfried und den Innicher
Weingartner und LKdt.-Stv. Dr. Peter Piock haben daran teilgenom-
Schützen mit Hptm. Johann Burger, die den Friedhof in mühevoller
men. Nach der Aufstellung und der Frontabschreitung marschierten
Arbeit wieder hergerichtet haben.
die Schützen zur Niederlananer Pfarrkirche, wo die Messfeier von
In Anerkennung ihrer Verdienste überreichte Hans Ullmann,
Bez.-Kurat Pater Christoph Waldner zelebriert vom Lananer Kapuzi-
Geschäftsführer des Schwarzen Kreuzes Tirol, an Frater Siegfried und
nerchor musikalisch umrahmt wurde. Dr. Wendelin Weingartner, Alt-
Hptm. Brugger das Große Ehrenkreuz.
LHptm. von Tirol, hielt die Gedenkrede vor dem Grabe Franz Höflers
„Ihr habt wieder eine würdige Gedenkstätte für die 500 hier beige-
(hier auszugsweise wiedergegeben):
setzten Gefallenen der österreich-ungarischen Armee, der Standschüt-
„Wir verneigen uns vor Franz Höfler, nicht vor dem Terroristen,
zen und Freiwilligen aus dem historischen Tirol, aus den Ländern der
denn er war kein Terrorist, nicht vor dem Helden, denn er wollte sicher
österreichisch-ungarischen Monarchie geschaffen", würdigte BMjr. Dr.
kein Held sein - wer ist schon gerne ein Held? Wir verneigen uns viel-
Luis Zingerle den großen Einsatz.
mehr vor dem Menschen Franz
Eine Mahnung war das Gedicht von Klemens Auer, das Peter Cre-
Höfler und seinem Leben. Vor
paz anschließend an die Kranzniederlegung, begleitet von der
einem Menschen, für den Den-
Schweglergruppe Uttenheim, vortrug. Die Ehrenformation der Schüt-
ken und Handeln, Überzeugung
zen Pustertal feuerte eine Salve zur Ehren der Gefallenen.
und Tat eins waren. Einem
Ruth Passler Mann mit dem Tiroler Herzen
am rechten Fleck, für den die
Kriegsgrab instandgesetzt Heimat, für den sein Südtirol
den vollen Einsatz forderte. Für
ANPEZO/HAYDEN – Das ursprüngliche Grab von Paul Verocai- den eben Heimat mehr war als
Zampaulo, welcher 1916 auf dem Zuoghi an der Dolomitenfront beim ein nostalgischer Begriff, für
Entschärfen einer Mine gefallen war, wurde von der vor kurzem den Heimat keine falsche Ideo-
gegründeten Schützenkompanie Sizar Anpezo-Hayden wieder instand logie, sondern wirklicher Ort
gesetzt. Vor Jahren schon war an besagtem Ort der im Ersten Welt- des Lebens und der Identität
kriege angelegte Gefallenenfriedhof aufgelassen worden, die sterbli- LKdt.-Stv. Dr. Peter Piock und war. Heimat als Raum, der
chen Überreste der meisten Soldaten waren in die umliegenden Zivil- Alt-LHptm. Dr. Wendelin Weingartner Schutz geben kann, der aber
Nr. 1/2005 29

auch geschützt werden muss. (. . .) Auch in Zukunft brauchen die Schwazer Hoferler wurden geehrt
Menschen in unserer Zeit, in der sich vieles verändert, eine Heimat,
eine Heimat nicht als Rückzugsraum, sondern als sichere Basis für SCHWAZ - Im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Andreas-
Veränderungen. Auch in Zukunft braucht es Menschen, die sich für Hofer- Schützen, im Gh. „Goldener Löwe“, wurden Kameraden für ihre
diese Heimat einsetzen – auch in Zukunft braucht es Schützen, die dies Treue zur Kompanie geehrt. Hptm. Gerhard Gründler und Olt. Fritz
als Erbe und Auftrag sehen. Auch in Zukunft braucht es Schützen, wie Daberta nahmen gemeinsam mit Baon-Kdt. Mjr. Hubert Danzl die
es Franz Höfler einer war. Die Schützen dürfen sich aber nicht nur als Ehrungen vor (siehe letzte Seite!).
Stopplichter und Warnlichter für Fehlentwicklungen in unserem Land
sehen, sondern sie müssen auch Scheinwerfer sein – Scheinwerfer für
eine gute Zukunft, auch eines selbstbewussten, eigenständigen und
gemeinsamen Landes Tirol. Das wünschen wir uns alle. Es leben die
Schützen Tirols – es lebe das gemeinsame Land Tirol.“
Anschließend wurde eine Ehrensalve abgefeuert und zu den Klän-
gen des „Guten Kameraden“ ein Kranz vor seinem Grab niedergelegt.
Mit dem Abspielen der Landeshymne endete die würdige Gedenkfeier.
Richard Andergassen

Ehrung bei der Reimmichl-Kompanie


ST. VEIT i. DEF. - Alljährlich begeht die Schützenkompanie den
Seelensonntag mit einem hl. Amt für gefallene und verstorbene Mit- Ehrungen bei den Andreas-Hofer-Schützen Schwaz: Olt. Fritz Daberta, Wolf-
glieder, das von der Musikkapelle sehr würdevoll mitgestaltet wurde. gang Lener, Bgm. Dr. Hans Lintner, Adi Geisler, Mjr. Hubert Danzl und Hptm.
Gerhard Gründler (v.l.)
Nach Heldenehrung mit Kranzniederlegung, Ehrensalve und dem Lied
vom „Guten Kameraden“ fand im Reimmichl-Saal die Jahreshauptver-
Auch Bgm. Hans Lintner wurde geehrt. Er war als Jungschütze
sammlung statt.
dabei, unterbrach während der Studienzeit und wurde als Bgm. wieder
in den Aktivstand aufgenommen und 1999 zum Ehrenoffizier ernannt.
Johannes Peter Schiestl, Kooperator der Schwazer Pfarre und mit 24
Jahren jüngster Geistlicher Österreichs, wurde heuer zum Schützenku-
rat der „Hoferler“ ernannt.
Die Schießergebnisse: Vereinsmeister wurde Hptm. Gerhard Gründ-
ler und Schützenkönig Andreas Eberharter. Anwesend waren auch die
Fahnenpatinnen Midi Kirchmeyr, Eva Steinwandter und Maria-Luise
Schwirz sowie GR Ingrid Schlierenzauer.

25 Jahre Kompanie Mölten


MÖLTEN – Am 31. Oktober 2004 feierte die Schützenkompanie
Mölten ihr 25-jähriges Wiedergründungsjubiläum. Nach der Messfei-
er, zelebriert von Dekan Josef Haas, marschierte man zum Feuer-
Ehrung in St. Veit i. Def.: 1. R. v.l.: Josef Mellitzer, Hermann Stemberger, wehrsaal, wo eine Festversammlung stattfand.
Klaus Tegischer, Johann Grimm, Franz Tegischer; 2. R.: Mjr. Josef Außerstei-
ner, Hptm.-Stv. Hansjörg Berger, Bgm. Vitus Monitzer, Pfarrer Stefan Bodner Hptm. Walter Frick begrüßte unter anderem Dekan Josef Haas,
Bgm. Alois Heiß, LKdt. Mjr. Paul Bacher, Bez.-Mjr. Karl Marmsoler,
das Ehrenmitglied Franz Josef Karnutsch sowie die Fahnenabordnun-
Begrüßen konnte Obm. Tegischer Franz unter anderem Ortspfarrer
gen von Terlen, Jenesien und Mils.
Stefan Bodner, Bgm. Vitus Monitzer, Bez.-Mjr. Josef Außersteiner aus
Vier Schützenkameraden wurden für ihre 25-jährige Mitgliedschaft
Kals, Ehrenmitglied Alt-Bgm. Rudolf Obkircher, Kapellmeister Philipp
geehrt (siehe letzte Seite!).
Großlercher, Obmänner anderer Vereine sowie zahlreich erschienene
Schützenkameraden.
Nach den Tätigkeitsberichten der einzelnen Funktionäre wurden Feierstunde in Civerone
verdienstvolle Mitglieder geehrt (siehe letzte Seite!).
CASTELNUOVO - Am Sonntag, dem 3. Oktober 2004, haben die
Eine besondere Ehre war es der Kompanie, Hptm. Johann Fuetsch
Kompanien von Telve - der Herrschaft Ivan, Telvana und Castelalt - in
zu seiner 50-jährigen Mitgliedschaft gratulieren zu dürfen, davon 23
Zusammenarbeit mit dem Verein „Zima Casternovo“ eine Gedenkmes-
Jahre als Hptm., für die er schon beim Baon-Fest Oberes Iseltal in Vir-
se für die Gefallenen auf dem Friedhof Civerone (Castelnuovo) orga-
gen ausgezeichnet wurde.
nisiert. Die Kompagnie Telve wählte für die Ehrung gerade den Tag, an
Die Bronzene Verdienstmedaille des Bundes der Tiroler Schützen-
dem Kaiser Karl die Seligsprechung durch den Heiligen Stuhl empfan-
kompanien erhielten Lt. Hermann Stemberger und Subkassier Klaus
gen sollte. Zusammen mit Abordnungen der Kompanien aus Pergine,
Tegischer.
Caldonazzo, Lavis und Strigno feierten mehr als hundert Besucher aus
Gratulieren konnte die Kompanie weiters Trachtenwart Chrysanth
den umliegenden Dörfern dieses denkwürdige Ereignis.
Stemberger zum 60., Hptm. Johann Fuetsch zum 65. und Peter Monit-
Die hl. Messe wurde von Pfarrer Don Marco Avancini zelebriert, der
zer zum 70. Geburtstag.
in der Predigt darauf hinwies, dass nur die Gerechtigkeit den Frieden
Eine ganz besondere Ehre für die Kompanie war heuer sicher das
garantieren kann. Während des Evangeliums erfolgte die erste
Stellen der Ehrenkompanie beim 100-Jahr-Jubiläum des Tiroler Bau-
Ehrensalve, während der Kranzniederlegung eine weitere. Dabei wur-
ernbundes in Innsbruck am 10. Oktober.
de jener Einheiten gedacht, die in den Jahren 1916 und 1917 an der
Obm. T.F Frontlinie Civerone und Val Caldiera kämpfen mussten.
30 Nr. 1/2005

Unter den Teilnehmern sind besonders zu erwähnen: Der Vorstand


des Vereines Zima Casternovo, der Bürgermeister als einziger offiziel-
ler Vertreter der Gemeinde sowie zahlreiche Mitglieder des Jagdver-
eins.
Der Heldenfriedhof wurde vom Verein „Zima Casternovo“ wieder-
errichtet, wobei sich der Vorstand, Carlo Brendolise, besondere Diens-
te erworben hat. Ursprünglich war der Friedhof im Sommer 1916 an
einem Platz errichtet worden, der dem Feind verborgen blieb. Die
Kampflinie wurde nach der „Frühjahrsoffensive“ von 1916 und deren
Stillstand aufgrund der russischen Offensive Brussilow auf die Linien
Lepozze, Val Caldiera, Colon de Gné, Coalba, Civerone auf der Seite
Bokardin entlang des rechten Maso-Ufers mit Stellungen gegen Villa
und Strigno, Mentrate verlegt und führte dann entlang des Calamen-
totales. Es war eine sekundäre Frontlinie, dennoch gab es durch die
zahlreichen Einfälle auf beiden Seiten viele Tote und Verletzte. Erst im
November 1917, nach dem Karfreitag-Zusammenbruch (Caporetto), Die geehrten Mitglieder der Schützenkompanie Inzing mit Hptm. Andreas
verlief die Frontlinie nunmehr nahe Primolano und der Friedhof blieb Haslwanter (hinten Mitte) und dem ehemaligen Hörtenberger Baon-Kdt. EMjr.
Kurt Schletterer (r.).
einsam zurück. Nach dem ersten Weltkrieg hat das italienische Heer
die sterblichen Überreste der Soldaten aus den weit verstreuten Fried- Mit Franz Foltanek, Thomas Greil, Mario Brötz und Johannes Gastl
höfen gesammelt und in einigen wenigen größeren Friedhöfen bestat- konnten von Hptm. Andreas Haslwanter vier Jungschützen und mit
tet. Das ist auch der Grund, warum die Namen der Gefallenen des Katja Draxl eine Marketenderin angelobt werden.
Friedhofs auf Civeron verloren gegangen sind.
Neue Führung in Polling
Kirchweihfest des Hl. Michael POLLING - Bereits im März wurden in Polling bei der Jahreshaupt-
TELVE - Am Sonntag, 26. September 2004, hat man in Telve in versammlung vorgezogene Neuwahlen durchgeführt. Dier Schützen-
Welschtirol nach alter Art das Fest des Erzengels Michael, einem Hei- kompanie, die im Jahre 1986 als 15. des Baons Hörtenberg und als
ligen aus dem langobardi- 225. des Bundes gegründet wurde und im Pollinger Vereinsheim einen
schen Kulturgut, gefeiert. eigenen Schießstand mit dazugehörigen Gemeinschaftsräumen besitzt,
Zu diesem Anlass hat die hat damit für die nächsten drei Jahre einen neuen Ausschuss.
Kompanie Telve die Aus-
stellung historischer Doku-
mente und Fotos „unter
dem Tiroler Adler“ nahe der
Piazzetta S. Francesco, or-
ganisiert, die durch einige
alte Urkunden für die Zuer-
kennung von Ehrenmedail-
len anlässlich der bitteren
Kämpfe gegen die Franzo-
sen zur Zeit Napoleons in
den Jahren 1796–1797
ergänzt wurde. Außerdem
wurden noch zahlreiche
Dokumentationen (Fotos
und Plakate) aus der Ge-
Zum Fest des Erzengels Michael hat die schichte der wiedergegrün-
Kompanie Telve eine Ausstellung histori-
scher Dokumente und Fotos organisiert.
deten Schützenkompanie
gezeigt. Diese historische Der neue Ausschuss mit Bürgermeister Gottlieb Jäger (h.l.).
Sammlung war wohl der interessanteste und meistbesuchte Teil des
umfangreichen Festtagsangebots. Neuer Hptm. ist Helmut Bidner, Olt. und Kassier wurde Gerhard
Das gezeigte Material hat unter den Besuchern großen Gefallen Weiss, Schriftführer und 1. Lt. Siegmund Wolf, 2. Lt. Peter Burger, Fhr.
gefunden. Die Schützenkompanie ist für viele Bürger nun zu einem Josef Ploner, JS-Betr. Artur Haider und Chronist Günter Schweigl.
Ansprechspartner für die Geschichtsforschung der Gemeinde gewor-
den. Viele alte Dokumente sind seit dem Machtwechsel nach dem I. Jahresrückblick in Leisach
Weltkrieg verschwunden.
LEISACH - Traditionellerweise fand am Dreikönigstag die Jahres-
hauptversammlung der Hauger-Schützen „Lienzer Klause“ statt, wobei
Ehrungen in Inzing Beförderungen und Auszeichnungen vergeben wurden. Großes Lob
INZING - Im Rahmen der jährlichen Vollversammlung der Schüt- und Dank erntete Alfred Unterasinger, JS-Betr., für die vielen sportli-
zenkompanie Inzing konnte Obm. Josef Draxl mehrere verdiente Mit- chen Aktivitäten, Gemeinschaftstreffen und Schießübungen, die er für
glieder auszeichnen (siehe letzte Seite!). Auf Grund des plötzlichen seine Schützlinge organisierte. Folgende erfolgreiche Jungschützen
Ablebens von Schriftführer Klaus Grießer wurde bei der Vollversamm- wurden mit dem Schießleistungsabzeichen geehrt: Gold: Rene Gasser,
lung Alfred Rauth als Schriftführer und Chronist in den Vorstand Christian Walder, Mareike Gassen, Melanie und Michael Oberforcher
kooptiert. Silber: Daniel Walder Bronze: Christina Oberforcher und Klaus Fischer
Nr. 1/2005 31

der Gemeinde Brixlegg-Zimmermoos, hatte diesen Preis zur Verfügung


gestellt und damit den Erlös der Veranstaltung aufgebessert.
Hans Salzburger, passionierter Jäger, griff tief in die Geldtasche
und sicherte sich den Abschuss.
Elisabeth Sternat

Am Hohen Frauentag fanden beim Festakt in der Lienzer Klause die Ehrun-
gen statt.

Am 20. Februar würdigten die Hauger-Schützen den Todestag von


Andreas Hofer mit einem Gedenkgottesdienst und einer anschließen-
den Kranzniederlegung beim Kriegerdenkmal, die feierlich von der
Musikkapelle Leisach umrahmt wurde. Anschließend an die Andreas-
Hofer-Feier wurde aufgrund des 60. Geburtstages für Hptm. Franz
Senfter eine Ehrensalve abgefeuert. Eine erfolgreiche Christbaumversteigerung in Brixlegg: Jagdpächter Hans
Ein weiterer Festtag war der Hohe Frauentag in der Lienzer Klause. Schiessling, Olt. Konrad Kirchmair, Hptm. Alois Haberl, Hans Salzburger,
Neben den Gedenkminuten an die verstorbenen Mitglieder der Hau- Obm. Hermann Thumer und Mark. Monika Haberl.
ger-Schützen und Musikkapelle wurden auch die Ehrungen für
langjährige aktive Mitgliedschaft durchgeführt (siehe letzte Seite!).
Jahresscheibe der Kompanie Telfs
Neuwahlen in Wildermieming
TELFS - Die Jahresscheibe 2004 der Schützenkompanie Telfs zeigt
WILDERMIEMING - Kürzlich fand bei der Schützenkompanie Wil- als Motiv die vor 100 Jahren erneuerte Telfer Nationaltracht. Das
dermieming die Jahreshauptversammlung statt. ganze Jahr stand die Scheibe für Schützenmitglieder und Gäste zum
Beschuss frei. Wer unter 100 Teilern blieb, erhielt eine verkleinerte
Abbildung der Scheibe als Erinnerung. Traditionell wurden zum Jah-
resende die Preise für die besten dreißig Tiefschüsse vergeben. Hptm.
Franz Grillhösl und Schützenheimwirtin Renate Grillhösl hatten wie-
der tolle Preise organisiert. Am treffsichersten war der Telfer Standes-
beamte Hansjörg Hofer, der mit einem Tiefschuss von 14,38 Teilern
den Sieg holte. Zweite wurde mit 14,41 Teilern Resi Lamprecht vor
Norma Grillhösl, die mit 17,26 Teilern den dritten Platz holte.

Der neue Vorstand der Schützenkompanie Wildermieming mit dem neuen


Hptm. Josef Schönach (2.v.l. sitzend) und dem EHptm. Josef Stoll (r.).

Dabei wurde auch ein neuer Ausschuss gewählt. Neuer Hptm. wur-
de der bisherige Olt., Josef Schönach, der gleichzeitig auch das Amt
des Zeugwartes und Jugendreferenten bekleidet. Obm. und Schriftfüh-
rer wurde Mario Moser, Kassier Günther Krug, Lt. und Waffenmeister
Werner Schönach und Fhr. Mario Schönach. Bgm. Josef Stoll wurde
einstimmig zum EHptm. ernannt.

Die drei Erstplatzierten mit Geschäftsführer Lt. Josef Rupitsch (l.), Schießwart
Erfolgreiche Christbaumversteigerung Josef Grimm (3.v.l.) und Hptm. Franz Grillhösl (2.v.r.).

BRIXLEGG - Fleißig waren die Funktionäre der Brixlegger Schüt-


zenkompanie unterwegs gewesen, um viele Preise zu sammeln. Liebe Leser und Leserinnen der TSZ!
Großzügig zeigten sich die Firmen und Betriebe, und bei einem rei- Wir bitten um Verständnis, dass Artikel aus Platzgründen (trotz
chen Gabentisch versteigerte Olt. Konrad Kirchmair, bewährter „Auk- ausnahmsweise 36 Seiten Umfang) gekürzt werden mussten und
tionator“, im Heilbad Mehrn anlässlich der Christbaumversteigerung, einige erst in der nächsten Ausgabe erscheinen können! Eine
Ast für Ast. umfangreichere Tiroler Schützenzeitung ist aus kostentechnischen
Absoluter Höhepunkt war die „Gipfelversteigerung“, die mit einem Gründen leider nicht möglich. Danke! - Die Redaktion
Rehbock-Abschuss verbunden war. Hans Schiessling, als Jagdpächter
32 Nr. 1/2005

Bildstock am „Ochsenloch“ Josef Sölva, Weinfach-


mann aus Kaltern und
TERLAN - Entlang des alten Vorbergweges befindet sich ein kleiner langjähriger Mitarbeiter des
Bildstock, genannt am „Ochsenloch“. Zusammen mit der Kompanie Beratungsringes, weiß diesbe-
Terlan hat der Besitzer Karl Linter „Untertschirgl“ nun diesen restau- züglich eine besondere
riert. Geschichte aus einem Dorf zu
Der Bildstock befand sich in einem sehr schlechten Zustand, da erzählen. Dort befindet sich in
durch das dahinter liegende Grundstück immer wieder Feuchtigkeit der Kellerei Kaltern ein
und Wasser nach vorne gedrückt wurde. Deshalb wurde, zusammen „Jubiläumsfass“ angefertigt
mit der Restauratorin Brigitte Esser beschlossen, den Bildstock zwei zum 60-jährigen Regierungs-
Meter zu versetzen und die Malereien von der alten Nische ab- und jubiläum von Kaiser Franz
auf eine neue Nische aufzutragen. Von Spenglermeister Gottfried Joseph I. mit dessen Abbil-
Agreiter wurde ein Kupferdach gespendet. Der Maler Hans Pinggera dung in Überlebensgröße. Die
hat in die Nische hingegen ein neues Bild gemalt, welches eine beten- Kalterer wollten seinerzeit
de Familie am Kreuz mit Terlan im Hintergrund darstellt. dem Aufruf der Faschisten, Holzfass mit der markierten Stelle, wo
das Bildnis des Kaisers zu ent- einst der Doppeladler eingeschnitzt war.
fernen keinesfalls Folge leis-
ten und lösten das Problem mit Bauernschläue: Sie drehten das Fass
um und machten ein neues Holztürchen in die Rückseite des Fasses,
welche nun zur Vorderseite umfunktioniert worden war.

Ehrengäste und Fahnenabordnung vor dem restaurierten Bildstock

Kürzlich wurde in einer schlichten Feier der Bildstock geweiht und


der Bevölkerung übergeben. Bgm. Josef Platter lobte diese Initiative Auf der Detailaufnahme ist die Krone mit Kreuz des Doppeladlers noch deut-
und sprach den Dank seitens der Gemeindeverwaltung aus. Dekan lich sichtbar. (Fotos: Sigmar Stocker)
Josef Weiß und Dekan Johannes Noisternigg segneten dann gemein-
sam den Bildstock. Anschließend luden Karl Linter und Hptm. Sigmar Die Faschisten glaubten, das Portrait des Kaisers wäre nun entfernt
Stocker die Anwesenden zu einem Umtrunk mit reichhaltiger Stärkung worden und waren zufrieden. Nach dem Ende des Faschismus wurde
auf den „Untertschirgl“ ein. das Fass in seine ursprüngliche Position gebracht und heute strahlt
den Kellereibesuchern der Kellerei Kaltern wie schon vor knapp hun-
dert Jahren das Bildnis von Kaiser Franz Joseph I. entgegen. Weltweit
Ein Weinfass wird dies wohl das einzige Holzfass sein, welches auf seiner Vorder-
zeugt von faschistischem Hass und Rückseite eine Öffnung hat!
Hptm. Sigmar Stocker, Terlan
KALTERN - Die Entdeckung war ein purer Zufall. Altkellermeister
Sebastian Stocker bestellte beim Frangarter Fassbinder August Mittel-
berger ein neues Holzfass. Bei einem Lokalaugenschein am Hof schau- Jahresrückblick in Längenfeld
te sich der Fassbinder die bereits vorhandenen Fässer an und meinte:
„Schau, hier haben sie auch alles runtergekratzt, aber die Krone mit LÄNGENFELD - Mit der internen Meisterschaft im Eisstockschießen
Kreuz sieht man noch“. Wastl Stocker verstand anfänglich nicht, was und einem lustigen Rodelabend begann das heurige Jahr für die
der Fassbindermeister meinte und hakte nach. Schützenkompanie Längenfeld. Die Kompanie rückte unter anderem
Mittelberger erzählte, dass auf vielen alten Holzfässern in Südtirol, zu vier Geburtstagen seiner älteren Mitglieder aus: EObm. Edmund
welche aus der Zeit vor dem Ersten Weltkriege stammen, oft der Dop- Schöpf zum 90., Otto Schöpf zum 85., Richard Elmer und Hermann
peladler der Monarchie eingeschnitzt war. So auch auf diesem Fass. Schöpf jeweils zum 70.
Am 15. Juli 1923 verkündete Ettore Tolomei das Italianisierungspro- Am Seelensonntag fand auch heuer wieder die Jahreshauptver-
gramm für Südtirol und wir wissen, dass dies unter anderem das Ver- sammlung statt. Am Vormittag besuchten wir gemeinsam mit den
bot der deutschen Muttersprache, der deutschen Schulen, der Trach- Veteranen, den Kaiserschützen und der Musikkapelle den Gottesdienst
ten, der Vereine, der blauen Schürzen und vieles mehr beinhaltete - mit anschließender Gedenkfeier am Kriegerdenkmal. Anschließend
also alles, was an die Bindung Südtirols zum Vaterland Österreich und fanden sich nicht nur die Marketenderinnen, Jungschützen und Schüt-
zum deutschen Sprachraum erinnerte. Folglich erging von den Faschi- zen beim Steirer Sepp ein, sondern auch zahlreiche Ehrengäste. Beim
sten an die Kellereien und Bauern der Befehl, Symbole der Monarchie gemütlichen Zusammensein wurde über das vergangene Jahr ausführ-
und des Landes Tirol, unter anderem auch auf den Fässern zu entfer- lich berichtet und diskutiert. Der Ausschuss bedankte sich bei all sei-
nen. Wer sich den Anordnungen der Faschisten widersetzte, musste nen Mitgliedern und Gönnern und hofft, dass das nächste Jahr auch
mit harten Strafen rechnen. so erfolgreich und reibungslos verläuft.
Nr. 1/2005 33

Schützenjahrtag in Volders punkte bei weitem aufgewogen worden sind. Besonders in den schwie-
rigen Zeiten ist die Kompanie zusammengestanden.
VOLDERS - Am Seelensonntag hielt die Senseler Schützenkompa- Dem nun endgültig scheidenden Hptm. Josef Haidegger, der in
nie Volders ihren traditionellen Schützenjahrtag ab. Nach dem höchster Not für eineinhalb Jahre eingesprungen ist, wurde die Ehren-
Gedenkgottesdienst für die gefallenen und verstorbenen Schützenka- mitgliedschaft verliehen. Wir danken und gratulieren auch von dieser
meraden, der von der Senseler Musikkapelle Volders musikalisch Stelle aus aufrichtig und herzlich zur hohen Auszeichnung.
gestaltet wurde, fand am Dorfplatz die Heldengedenkfeier mit Gene- Die Neuwahlen erbrachten folgendes Ergebnis: Obm. Zgf. RR Han-
ral-de-Charge und Kranzniederlegung statt. Im Anschluss daran hielt nes Fraisl; Hptm. Franz Schmid; Kassier Zgf. Ing. Josef Hundsbichler,
die Kompanie im Gasthof „Jägerwirt“ ihre Jahreshauptversammlung Schriftführer Ptf. Alexander Stampfer, JS-Betr. Martin Untergasser
ab, bei der Hptm. Ing. Peter Rathgeber zahlreiche Ehrengäste willkom-
men heißen konnte, besonders Hochw. Pater Konrad Forer, den Bgm. Jahresrückblick 2004
von Volders, Direktor Max Harb, die Ehrenkranzträger Emmi Konzert
und Waltraud Rathgeber sowie Alt-Bgm. Erwin Posch, Frau OSR Evi WEERBERG - Nach der Kriegerehrung, bei der den Gefallenen und
Gstir und den Obm. der Senseler Musikkapelle, Gerald Prenn. Vermissten beider Weltkriege gedacht wurde, lud die Kompanie zur
Im Rahmen dieser Generalversammlung wurden auch Ehrungen alljährlichen Jahreshauptversammlung mit Schützenjahrtag ins Café
(siehe letzte Seite!) sowie Beförderungen vorgenommen. „Central“ ein. Obm. Hermann Schiffmann konnte auch die anwesen-
den Ehrengäste Pfarrer Franz Angermayer, Vizebgm. und Obm. der
Musikkapelle Weerberg Albin Unterlechner, Kapellmeister Werner
Kreidl und Ehrenkranzträger Hubert Schößer begrüßen.
Einer der Höhepunkte des letzten Jahres auf Baonsebene war sicher
das Baonschützenfest im Juli 2004 in Terfens. Insgesamt wurden im
Jahr 2004 an die ca. 50 Termine wahrgenommen, wie Andreas-Hofer-
Gedenkmesse, Schützenwallfahrt in Absam, 500-Jahr-Feier Stadt Kuf-
stein, Begräbnis Danzl Fritz und Danzl Ernst u.a.. Die Kameradschaft
pflegten wir bei einem Mondscheinrodeln. Eine besondere Ausrückung
war jene zu Ehren des 90. Geburtstages unseres Wiedergründers der
Kompanie nach dem II. Weltkrieg, „Krötz Hansl“. Ein weiterer fixer
Bestandteil im Terminkalender der Gemeinde ist mittlerweile die all-

Schützenjahrtag der Senseler Schützen Volders: (v.l.) Bgm. Dir. Max Harb,
Kassier Ptf. Karl Steinlechner, Zgf. Johann Wildauer, Hptm. Peter Rathgeber,
Zgf. Hansjörg Klingenschmid, Fhr. Walter Frischmann, Zgf. Josef Markart.
Nicht im Bild: Lt. Hans Tschugg

Die Verdienstmedaille des BTSK in Bronze erhielten Lt. Hans


Tschugg sowie Kassier Ptf. Karl Steinlechner. Zum Zgf. wurden Hans-
jörg Klingenschmid sowie Josef Markart, zum Ptf. Alfons Angerer jun.
sowie Franz Angerer jun. befördert. Glanzer Robert wurde als neuer
Schützenkamerad feierlich auf die Fahne angelobt.

Jahreshauptversammlung in Amras
INNSBRUCK/AMRAS - Bei der Jahreshauptversammlung Ende Neuer Ausschuss der Kompanie Weerberg: Hptm. Willi Schößer, Lt. und Obm.
Adi Lintner, Schriftführer und Heimwart Martin Sprenger, Schriftführer-Stv.
November 2004 berichtete Obm. Hannes Fraisl über die Schwierigkei- und Heimwart-Stv. Mario Schiffmann, Kassier Michael Schößer, JS-Betr. Han-
ten in der letzten Funktionsperiode, welche jedoch durch die Höhe- nes Schiffmann, Kassier-Stv. Thomas Schiffmann, Waffenwart Markus Danler
und Christian Geisler, Olt. Manfred Kohler, Fhr. und Obm.-Stv. Hermann
Schiffmann, Fhr.-Stv. Herbert Knapp, JS-Betr.-Stv. Christian Schößer

jährliche Dorfmeisterschaft im Zimmergewehrschießen geworden. Bei


dieser Veranstaltung konnte die Kompanie 160 Teilnehmer begrüßen.
Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung fanden auch Neu-
wahlen statt. Nach 17 Jahren Tätigkeit als Obm. legte Hermann Schiff-
mann an diesem Tag dieses Amt zurück.
Aus dem Bericht von JS-Betr. Hannes Schiffmann ging hervor, dass
der JS-Zug derzeit aus 17 Mitgliedern besteht und im Jahre 2005 wie-
der zwei Buben aufgenommen werden.
Die Jungschützen nahmen am Landesjungschützentreffen in Lan-
deck teil. Weiters konnten wieder 10 Teilnehmen beim Baonschießen
teilmehmen und alle errangen „Gold“. Von den 10 Teilnehmern konn-
ten sich sieben für den Landesbewerb qualifizieren.
Ein Ausflug führte die Buben nach Ellmau ins Erlebnisschwimmbad
Ehrenmitglied Josef Heidegger (r.) mit dem Obmann Hannes Fraisl und Olt. und einer nach Innsbruck ins Olympiastadion zu einem Eishockeyspiel
Werner Erhart (v.l.) mit einem anschließenden Besuch bei McDonalds!
34 Nr. 1/2005

der Schützenkompanie Mölten


Wir gedenken unserer Verstorbenen sowie Fahnenleutnant von 1979
bis 1984. Er wurde 1997 zum
Severin Ebner † Hans ist 1985 der Schützen- ELt. ernannt. Die Schützenkom-
kompanie Bozen-Stadt beigetre- panie Mölten nimmt Abschied
PFUNDERS - Ebner Severin, ten und war ein fleißiger und von ihrem Kameraden und dankt
Wiesenheim in Pfunders, war pflichtbewusster Kamerad. Als ihm für alles, was er für die
Gründungsmitglied der Schüt- Fähnrich der Bataillonsfahne Kompanie und das Schützenwe-
zenkompanie Pfunders, 54 Jahre war er bei fast allen Ausrückun- sen in diesen 25 Jahren getan
aktives Mitglied und seit einem gen dabei. hat.
Jahr Ehrenmitglied. Wir Bozner Schützen wollen
ihm für seine treue Schützenka- EHptm. Ernst Huter †
meradschaft herzlich danken, der
Herrgott möge es ihm vergelten! KAUNS - Ernst Huter war seit
1960 aktives Mitglied der Schüt-
ELt. Franz Fuchs † zenkompanie Kauns und etliche
Jahre Fhr., ehe er im Jahre 1973
Klaus Grießer † zum Hptm. gewählt wurde und
LECHASCHAU – Am 19. 9.
Der „Mötzer Klaus“ war stets diese Funktion 20 Jahre lang
2004 verstarb ELt. Franz Fuchs
ein geselliger Schütze und ausübte. Während dieser Zeit
im 76. Lebensjahr nach langer
Kamerad. Nie war aus seinem wurden die Schützen neu einge-
schwerer Krankheit.
Mund ein schlechtes Wort zu kleidet und das Schützenheim
hören. Er war immer um Kon- errichtet. 1993 wurde er zum
sens und Ausgleich bemüht. EHptm. ernannt. Ernst war auch
Neben seiner Funktion als ein begeisterter Sportschütze
Severin Ebner † Schriftführer der Kompanie, die
er seit 1988 ausübte, war er auch
Ausgezeichnet wurde er im Herz-Jesu-Träger bei den Pro-
Juni 1999 mit der „Andreas- zessionen. Eine unübersehbare
Hofer-Medaille“ für 50 Jahre Menschenmenge begleitete Klaus
treue Mitgliedschaft, weiters trug auf seinem letzten Weg. Mit
er die Auszeichnung EK 2 und einer Ehrensalve und dem Sen-
die Nahkampfspange in Silber. ken der Kompaniefahne nahmen
Soweit es ihm die angeschla- die Inzinger Schützen von ihm
gene Gesundheit ermöglichte, Abschied. Die Lücke die durch
nahm er mit Interesse an den deinen Heimgang entstanden ist,
Elt. Franz Fuchs †
festlichen Veranstaltungen teil. wird im Dorf noch lange spürbar
Wir danken unserem lieben Franzl trug als Bgm. zur Wie- bleiben. Viele Menschen, beson-
Kameraden Severin für alles, dergründung der Kompanie ders wir Schützen, werden dir
möge es ihm der liebe Gott ver- Lechaschau im Jahre 1979 maß- ein ehrendes Andenken bewah- EHptm. Ernst Huter †
gelten und ihm die ewige Ruhe geblich bei. Dafür wurde er vom ren.
schenken. und aktives Mitglied der Schüt-
Bund der Tiroler Schützenkom- Alfred Rauth, Chronist zengilde Kaunertal. Die Jagd war
Siegfried Bergmeister panien mit dem Ehrenkranz aus-
sein Hobby. Am Sonntag, dem
gezeichnet. Später trat er als
aktives Mitglied der Kompanie
Franz Hafner † 17. Oktober 2004, wurde er im
Hans Ebnicher † Alter von 65 Jahren von seiner
bei und wurde aufgrund seiner MÖLTEN – Am 30. September schweren Krankheit erlöst. Seine
BOZEN – Hans Ebnicher wur- Verdienste zum ELt. ernannt. Er 2004 wurde unser Kamerad Schützenkompanie, die Fahnen-
de am 8. August 1920 geboren war beliebt bei Alt und Jung und Franz Hafner zu Grabe getragen. abordnungen der Talschaft Pont-
und ist am 30. September 2004 als Bildungsoffizier und Chronist Franz war Gründungsmitglied latz und der Schützengilden, die
gestorben. bemühte er sich eindrucksvoll,
Jägerschaft sowie eine große
altes Schützenbrauchtum auf-
Trauergemeinde begleiteten
recht zu erhalten. Wir haben mit
Ernst auf seinem letzten irdi-
ihm nicht nur einen wertvollen
schen Weg. Ruhe in Frieden!
Kameraden, sondern vor allem
einen guten Freund verloren.
Hptm. Werner Wex
EHptm. Johann Jenewein †
SCHMIRN - Am 6. November
Klaus Grießer † 2004 verstarb unerwartet
EHptm. Johann Jenewein im
INZING - Am 28. Oktober Alter von 86 Jahren.
2004 verstarb völlig unerwartet Die Schmirner Schützen,
Klaus Grießer, Schriftführer der Abordnungen und zahlreiche
Schützenkompanie Inzing im 53. Trauergäste erwiesen ihm die
Hans Ebnicher † Lebensjahr. Franz Hafner † letzte Ehre.
Nr. 1/2005 35

Krapfen verwöhnt hat. Die Kom- Schützenkompanie Bozen-Stadt


panie hat ihre Gotl auf ihrem im Jahre 1976 beigetreten. Seine
letzten Weg begleitet. Freude war das Fotografieren
und Filmen bei Schützenveran-
EFhr. Walter Traxl † staltungen. Viele Bilder und Fil-
me führte er bei den monatlichen
ZAMS - Am 6. Dezember Versammlungen vor.
2004 wurde der EFhr. der Kom- Wir Bozner Schützen wollen
panie Zams, Walter Traxl, unter ihm danken und der Herrgott
großer Anteilnahme der Bevöl- möge ihm für sein ausgefülltes
kerung, zu Grabe getragen. Leben ein gerechter Richter sein.
Er war Gründungsmitglied
und über 40 Jahre Fhr. Sein Lt. Paul Wucherer †
manchmal kritisches Wort wurde
EHptm. Johann Jenewein † EHptm. Johann Tschugg †
von allen Mitgliedern der Kom- GRINS - Am 1. September
1935 trat er der Kompanie panie anerkannt. Schützenkompanien mit der Sil- verabschiedete sich die Schüt-
bei, wurde 1949 zum Lt. und Vom Bund der Tiroler Schüt- bernen Verdienstmedaille ausge- zenkompanie Grins und die Ver-
1952 zum Olt. befördert. Von zenkompanien wurde er mit der zeichnet. treter der Talschaft und des
1966–1990 stand er der Kompa- Fahnenabordnungen des Bezirkes von ihrem Schützenka-
nie als Hptm. vor und wurde im Baon Rettenberg sowie des meraden Paul Wucherer, der am
Jahre 1991 zum EHptm. ernannt. Schützenbezirkes Hall mit Bez.- 30. August verstorben ist.
Johann hat sich stets für das Kdt. Mjr. Florian Fischler und
Schützenwesen eingesetzt. Er Baon.-Kdt. Mjr. Manfred Sparber
wird in der Geschichte der begleiteten EHptm. Johann
Schützenkompanie einen festen Tschugg gemeinsam mit der
Platz einnehmen; wir werden ihn Senseler Musikkapelle und seiner
immer in dankbarer Erinnerung Senseler Schützenkompanie auf
behalten. den Weg zu seiner letzten Ruhe-
stätte, wo ihm mit einer
Fahnenpatin Ehrensalve und dem „Guten
Kameraden“ die letzte Ehre
Hanni Kuen † erwiesen wurde.
EFhr. Walter Traxl † Die Senseler Schützen haben
OBERPERFUSS - Am 4. Okto-
einen wertvollen Menschen ver-
ber 2004 ist unsere Fahnenpatin Bronzenen und Silbernen Ver- loren, der in seiner bescheide-
Hanni Kuen im Alter von 77 dienstmedaille ausgezeichnet. Lt. Paul Wucherer †
nen, ehrlichen Lebenshaltung
Jahren verstorben. Als er nach über 40 Jahren die allen ein großes Vorbild an
Hanni Kuen hat 1964 auf Kompaniefahne in jüngere Hän- Paul trat 1952 der Schützen-
Kameradschaft und Pflichterfül-
Grund ihrer Heimatliebe und de gab, wurde er zum Ehren- kompanie Grins bei und war bis
lung war. Die Senseler Schützen
ihres Traditionsbewusstseins die fähnrich ernannt. zu seinem Tode aktives Mitglied
werden ihren Alt-Hptm. stets in
Patenschaft unserer historischen Der Herr schenke ihm den der Kompanie. Im Jahre 1988
ehrender Erinnerung behalten.
gelb/weißen Fahne übernom- ewigen Frieden! wurde er zum Lt. gewählt und
men. Beim Bataillonsschützen- Peter Rathgeber, Hptm.
rückte noch beim Talschaftsfest
fest des Bataillons Hörtenberg am 4. Juli als Fahnenbegleitung
am 27. Juni 2004 hat sie die EHptm. Johann Tschugg † Max Unterkofler † aus. Er war ein fleißiger und
Patenschaft bei der Segnung die- pflichtbewusster Schütze und
VOLDERS - Die Senseler BOZEN – Max Unterkofler
ser historischen Fahne erneuert. wurde dafür mit der Bronzenen
Schützenkompanie Volders trau- wurde am 4. Februar 1920 gebo-
Gerne denken wir an die Jahres- Verdienstmedaille des Tiroler
ert um ihren allseits geachteten ren und ist am 29. August 2004
hauptversammlungen, bei denen Schützenbundes ausgezeichnet.
EHptm. Johann Tschugg (Pirch- von uns gegangen. Er ist der
uns Hanni bekocht und uns mit Wir werden dich in guter Erinne-
egger), der am 7. November
2004, kurz nach Vollendung sei- rung behalten.
nes 85. Lebensjahres in die Hptm. Josef Spiss
Ewigkeit abberufen wurde.
Johann trat im Jahre 1961 der
Senseler Schützenkompanie bei
und wirkte von 1975 bis 1993 Verstorbene
äußerst erfolgreich als deren
Hptm. In dieser Zeit wurde durch
Kameraden der
seine Initiative die Gedächtnis- Kompanie Wenns
kapelle beim Walderhof am
Großvolderberg errichtet. 1. 5. 2004: Helmut Ambrosig
Für seinen unermüdlichen 14. 5. 2004: Alois Bregenzer
Einsatz und seine Begeisterung 28. 7. 2004: Josef Eckhart
zum Tiroler Schützenwesen wur- 9. 9. 2004: Johann Prantl
Fahnenpatin Hanni Kuen † de er vom Bund der Tiroler Max Unterkofler †
36 Nr. 1/2005

Für langjährige Treue zur Kompanie wurden geehrt:


Ahornach: Werner Kirchler (15 Jahre); Mark. Erika Kirchler (10 Jahre)
Amras: Werner Weitzer (25 Jahre); Klaus Tusch (15 Jahre)
„Andreas Hofer“ Schwaz: Adi Geisler, Wolfgang Lener (40 Jahre); Dr. Hans Lintner (15 Jahre)
Aschau: Lt. Josef Eberharter (50 Jahre)
Breitenbach: Lt. Michael Ortner, Zgf. Peter Tanzer, Zgf. Norbert Moser, Zgf. Moser Adolf sen., Zgf. Josef Huber, Zgf. Franz Auer (40 Jah-
re); Zgf. Hermann Hohlrieder, Lt. Hans Gschwentner, Lt. Josef Gruber, Zgf. Franz Ortner, Kpl. Martin Kruckenhauser, Kpl.
Josef Hager, Kpl. Erich Hager, Zgf. Valentin Gschwentner, Kpl. Richard Gschwentner Zgf. Christian Frankl, Fhr. Josef Ent-
ner (25 Jahre); Zgf. Josef Moser, Gfr. Josef Adamer, Gfr. Adolf Moser jun., Gfr. Werner Kaindl, Gfr. Christoph Gruber, Kpl.
Manfred Entner, Gfr. Christian Bischofer, Gfr. Markus Achleitner (15 Jahre)
Hopfgarten i. Def.: Fhr. Siegbert Stopp (40 Jahre); Urban Veider, Jakob Veider (25 Jahre); Markus Veider, Engelbert Gsaller (15 Jahre)
Inzing: Josef Markt sen. (50 Jahre); EMjr. Kurt Schletterer; Olt. Hansjörg Griesser; ELt. Roman Gollner; Walter Pardeller (40 Jahre);
Josef Draxl (25 Jahre)
Kappl: Olt. Otto Siegele (50 Jahre); Zgf. Albert Jehle (40 Jahre); Oj. Albert Handle, Zgf. Herbert Waibl, Zgf. Johann Schmid, Zgf. Josef
Handle, Zgf. Josef Wechner (25 Jahre); Ptf. Norbert Röck (15 Jahre)
Längenfeld: EObm. Olt. Peter Paul Auer (40 Jahre); Ernst Leiter, Joachim Etzelsberger (15 Jahre)
Leisach: Anton Huber, Roland Guggenberger (50 Jahre); Franz Weitlaner, Josef Zeiner (25 Jahre)
Mölten: Franz Wiedmer, Franz Innerhofer sen., Anton Perkmann, FLt. Franz Höller (25 Jahre)
Radfeld: Hptm. Erich Laiminger, Olt. Franz Prantl, Lt. Alfred Stock, Zgf. Erich Hölzl, Lt. Stefan Zwischenberger, Lt. Josef Stubenvoll,
Fhr. Reinhold Winkler, Ptf. Anton Kofler, Ptf. Günther Hölzl sen., Ptf. Adolf Mühlegger, Ptf. Peter Demetz, Ptf. Josef Wiener,
Ptf. Günther Stubenvoll, Ptf. Alfred Gasteiger, Ptf. Johann Gasteiger jun., Ptf. Josef Auer, Ptf. Manfred Winkler, Ptf. Hermann
Gasteiger, Uj. Erich Aldrian, Ptf. Michael Laiminger, Uj. Christian Kern (15 Jahre)
Rum: Zgf. Konrad Hölbling, Zgf. Hans Brunner, Zgf. Siegfried Thöni (50 Jahre): Olt. Karl Rief, EFhr. Alois Baumgartner, Zgf. Kurt
Schmarl, Zgf. Karl Wessely, Zgf. Reinhold Höpperger (40 Jahre); Uj. Rudolf Hiessl (15 Jahre)
Schluderns: Hptm. Dietmar Pali, Olt. Stefan Gander, Oj. Hubert Kofler (15 Jahre)
St. Veit i. Def.: Hptm. Johann Fuetsch (50 Jahre); Johann Grimm „Unterbergl“, Johann Tegischer - „Veit's“ (40 Jahre); Fhr. Franz
Tegischer (25 Jahre)
Steinhaus: Andreas Hofer (25 Jahre); Oj. Josef Weger (15 Jahre)
Truden: Judith Ventir, Heinrich Franzelin, Elmar Unterhauser (15 Jahre)
Unteres Ahrntal: Olt. Hugo Lingg (25 Jahre); Gottfried Brunner (15 Jahre)
Volders: Zgf. Johann Wildauer (50 Jahre); Ujg. Hansjörg Klingenschmid, Ujg. Josef Markart (40 Jahre); Fhr. Walter Frischmann,
Hptm. Peter Rathgeber (25 Jahre)

Termine 2005
5. Februar: Schützenball in Mühlbach
19. Februar: Andreas-Hofer-Gedenkfeier in Mantua
20. Februar: Andreas-Hofer-Landesfeier in Meran
13. März: Bundesgeneralversammlung in Bichl/Bayern
17. April: Bundesversammlung in Innsbruck
17. April: Landesjungschützenschießen in Hopfgarten/Westendorf
23. April: Festakt „300 Jahre Mordweihnacht“ in Bad Tölz
24. April: Bundesversammlung des Südtiroler Schützenbundes
30. April: Eröffnung Wanderausstellung „Der Erste Weltkrieg -
Die Tiroler Front 1915–1918“ in Toblach
1. Mai: Bezirks- und Talfest in Pians
8. Mai: Patronatstag in Waakirchen/Bayern

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