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Bozen
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I.P.

Mitteilungsblatt der Schützen der Alpenregion


Nummer 5 Bozen, Innsbruck, Weyarn, Kronmetz im Oktober 2005 29. Jahrgang

Tiroler Schützen ausgezeichnet …………… 5

Einer Seenlandschaft gleicht das Dorf Pfunds während der Naturkatastrophe am 21. und 22. August 2005.

Wasser und Steine veränderten unser Dorf!


Ein Situationsbericht aus dem hochwassergeschädigten Pfunds -
stellvertretend für alle Katastrophengebiete in Tirol - 1. Teil

Pfunds, am 21. 8. 2005 - Seit Tagen regnet es mehr oder weniger stark! Die Landschaft trieft
geradezu vor Nässe. Bis zu 30 Liter Niederschlag pro Quadratmeter in wenigen Stunden wur-
den heute gemessen. Der Wetterbericht ist nicht ermutigend - für die Nacht sind weitere schwe-
Schützenwallfahrt in Absam ………………… 5
re Regenfälle angesagt - die Muren- und Hochwassergefahr hängt drohend über ganz Tirol.
Auch in Pfunds führen alle Seitenbäch und der Inn Hochwasser.
Tiroler Schützenkalender erschienen … 7 Den Kommandanten der Polizei Pfunds, Anton Wilhelm, befällt ein mulmiges Gefühl. Des-
Gesamttiroler Winterfest ………………… 11 halb beruft er um 18.20 Uhr eine interne Einsatzbesprechung ein, bei der bereits an die Her-
beischaffung von Baggern und anderen schweren Geräten gedacht wird.
Bataillone und Bezirke ……………………… 13 Auch der Kommandant der Freiw. Feuerwehr Pfunds, Hauptbrandinspektor Michael Nardin,
Leserbriefe ………………………………………… 17 und seine Führungsleute machen sich schon länger berechtigte Sorgen. Ständig werden die Sei-
tenbäche, insbesondere aber der Stubener Bach im Pfundser Ortsteil Stuben, beobachtet. Sie
Hui und Pfui ……………………………………… 17 müssen feststellen, dass der Regen ständig zunimmt und die Wasserführung des Baches bedroh-
Die Seite der Marketenderinnen lich steigt.
und Jungschützen ……………………………… 18 Gegen 21.50 Uhr spitzt sich die Situation zu. Zum ersten Mal heulen die Sirenen in Pfunds.
In kürzester Zeit stehen 75 Mann der Feuerwehr einsatzbereit beim Gerätehaus. Gemeinsam mit
Berichte aus Bayern ……………………………19 der Polizei beschließt die Kommandantschaft, die unmittelbaren Bewohner an den Ufern des
Wir gratulieren ………………………………… 24 Stubener Baches zu evakuieren. Michael Nardin teilt seine Männer dazu ein - noch konnte er
nicht ahnen, dass dieser Einsatz für ihn erst 26 Stunden später eine erste Pause bringen wür-
Gesamttiroler Schützenchronik ………… 27 de.
Totengedenken …………………………………… 31 Gerhard Krenslehner, Polizist aus Pfunds und später selbst Betroffener des Hochwassers, war
bei der Evakuierung mit dabei und schildert:
2 Nr. 5/2005

„Die Bewohner, alle unsere Nachbarn und Bekannten, waren teils


überrascht und betroffen, aber dann auch einsichtig. In aller Eile wur-
de das Notwendigste an Papieren, Geld und Kleidung zusammenge-
rafft - man telefonierte noch schnell mit Verwandten und organisier-
te eine vorübergehende Bleibe. Dann wurden die meisten Autos aus
den Garagen an einen sicheren Platz gebracht.
Ich musste auch meine eigenen Eltern und meine Familie von der
drohenden Gefahr überzeugen - dazu drängte die Zeit - ich durfte kei-
ne großen Emotionen zeigen - das war ganz schön hart.“
Mittlerweile unterstützt auch die Bergrettung Pfunds die Evaku-
ierungen. Einige der Evakuierten kehren allerdings wieder in ihre Häu-
ser zurück, holen Sachen, die sie in der Eile vergessen hatten oder wol-
len die Gefahr nicht wahrhaben und einfach ihr Hab und Gut im Auge
behalten.

Unser Fahnenleutnant Edwin Westreicher vom Haus „Montjola“ in


Pfunds dazu:
„Kurz vor 2.00 Uhr fraß sich der Bach bei uns in den Garten. Ein
Brennholzstapel und die Gartenhütte versanken in der Flut. Unser klei-
nes Gästeschwimmbad und eigentlich der gesamte Garten verschwan-
den spurlos - zurück blieb nur eine Schotterwüste. Unser Wohnhaus
wurde im gesamten Kellergeschoß überschwemmt und mit Schlamm
bis zur Oberkante der Kellertüre gefüllt.“
Mittlerweile sind die Feuerwehren der Nachbarorte längst nacha-
larmiert und nach Pfunds zur Hilfe gekommen. Insgesamt stehen
damit in dieser Nacht ca. 160 Feuerwehrleute, etliche Baggerfahrer,
Polizei, Bergrettung und zahlreiche freiwillige Helfer im Einsatz.

Pfunds, am 22. 8. 2005 morgens - Bei Tagesanbruch wird langsam


das Ausmaß der Zerstörung sichtbar. Es übertrifft alles, was man sich
Wie eine geplante Wasserlandschaft ergießt sich Wasser und Schlamm über
hier vorstellen konnte.
die Aufgangstreppe zum Musikpavillon. Gegen 6.00 Uhr morgens rauscht der Bach immer noch mit Tonnen
von Geröll ca. 10 Meter über seinem ursprünglichen Bachbett talwärts
Bergrettungschef Bruno Netzer dazu: und breitet sich inzwischen über 100 Meter seitlich der Ufer aus. Eine
„Einige Uneinsichtige mussten deshalb später unter Lebensgefahr weitere Welle von Schlamm, Schotter und Wasser ergießt sich auf bei-
mit Hilfe eines Baggers aus dem ersten Stock eines Hauses geborgen den Seiten des Baches, überschwemmt sämtliche Brücken und über-
und durch die mittlerweile tosenden Fluten in Sicherheit gebracht flutet die Bundesstraß. Ein Rückgang der Wassermassen ist noch nicht
werden. in Sicht.
Von einem Mann wusste niemand, dass er in einer Kellerwohnung Der Feuerwehrkommandant Michael Nardin:
schlief. Als ihm das Wasser bereits bis zu den Füßen gestiegen war, „Es war zum Verzweifeln! Aller Maschineneinsatz schien nutzlos -
erwachte er, floh in Panik durch ein Zimmerfenster und konnte nur momentan konnten wir nur noch fassungslos dastehen und zuschau-
durch Zufall von einem Bagger unverletzt aus dem reißenden Wasser en - bei einigen Häusern strömte der Bach oben hinein und ergoss sich
gerettet werden.“ aus den Fenstern. Die Bundesstraße glich einem riesigen Bachbett mit
Gegen 2.00 Uhr morgens, Bagger versuchen noch fieberhaft, dem einigen Verkehrszeichen. Viele meiner Männer standen die Tränen in
reißenden Wildbach die Brücken freizuhalten, tritt der Stubener Bach den Augen.“
auch im oberen Ortsteil gewaltig über seine Ufer und schwemmt nahe- Als die Regenfälle endlich nachlassen, geht auch der Wasserschwall
zu alles, was sich ihm in den Weg stellt, fort. des Stubener Baches etwas zurück. Das Ausmaß der Verwüstung ist
furchtbar.
Bürgermeister Dipl.-Ing. Gerhard Witting zieht eine traurige Bilanz:
„Es stellte sich heraus, dass insgesamt 80 Häuser beschädigt wur-
den, davon sind derzeit 40 Häuser nahezu unbewohnbar, etwa 15 Häu-
ser müssen wahrscheinlich abgerissen werden.
Gott sei Dank sind keine Menschenleben zu beklagen, es wurde bis-
her auch niemand ernstlich verletzt. Wenn man diese Verwüstung
sieht, gleicht das einem Wunder. Hotels, private Wohnhäuser und
Gewerbebetriebe sind gleichermaßen betroffen. Wir bemühen uns
sehr, die Betroffenen mit Wohnungen und dem nötigsten Hausrat zu
unterstützen, wir brauchen aber jede Hilfe! Eine Katastrophe in diesem
Ausmaß hat Pfunds noch nie erlebt, zumindest ist dies in keiner Chro-
nik je genannt!“
Jetzt beginnt eine erstaunliche Maschinerie zu laufen. Unter der
Führung von Michael Nardin und der Feuerwehr wird in aller Eile die
sofortige Hilfe für die betroffenen Gemeindebürger organisiert. Die
Feuerwehrhalle wird zur Drehscheibe für Arbeitsaufträge, Hilfsange-
Bei Tagesanbruch wird langsam das Ausmaß der Zerstörung sichtbar. bote und Informationen. Laufend melden sich Hilfswillige, Geräte wie
Nr. 5/2005 3

Pumpen, Schläuche, Schubkarren und Handwerkszeuge werden ver- gen untergebracht. Alles wurde überflutet und unbrauchbar gemacht.
teilt. Vom kleinsten Bagger bis zum größten Radlader sind alle ver- Gemeinsam mit Schützen aus den Nachbarkompanien unserer Tal-
fügbaren Arbeitsmaschinen aus der ganzen Region im Anmarsch. Das schaft begannen wir, unser Lager vom Schlamm zu befreien. Die mei-
große Aufräumen geht los. Zum Glück stehen noch die Zelte auf dem sten Kühlgeräte waren derart zerschlagen und verschlammt, dass wir
Ensplatz für das geplante, aber abgesagte, „Pfunds-Kerle-Fest“. Sie sie nur auf den großen Haufen mit Sperrmüll werfen konnten.“
werden in den nächsten Wochen dringend gebraucht. Von Auswärts kommt dank der intakten Straßenverbindung rasche
Auch die Schützenkompanie beteiligt sich selbstverständlich, so Hilfe nach Pfunds. Das Rote Kreuz, insbesondere das Krisen-Interven-
wie bereits bei früheren Elementarereignissen, an den Aufräumungs- tions-Team kümmert sich ständig um die Betroffenen. Auch die Ver-
arbeiten. pflegung aller Helfer wird vorerst vom Roten Kreuz und unter Mithil-
Hptm. Wilfried Grießer dazu: fe von zahlreichen Frauen aus Pfunds organisiert.
„Wir Pfundser Schützen wurden auch selbst Opfer des Hochwassers. Fliegende „Wurstsemmel-Trupps“ bringen den Helfern Wurstbrote,
Mitten im Überschwemmungsgebiet hatten wir erst im vergangenen Kuchen und Mineralwasser an ihre Arbeitsstellen, was dankbar ange-
Jahr in einem Stadel ein Lager für verschiedene Geräte hergerichtet. nommen wird. Das österreichische Bundesheer trifft bald mit den
Unter anderem waren dort sämtliche Kühlgeräte für Festveranstaltun- ersten Hilfsmannschaften ein.
(Fortsetzung siehe Seite 4!)

Spendenaufruf des SSB


BOZEN - Angesichts der immensen Hochwasserschäden im nördlichen Tirol hat der Südtiroler Schützenbund eine spontane Spendenaktion
gestartet. Dem Spendenaufruf des Südtiroler Schützenbundes für die Hochwasseropfer in Tirol sind bereits zahlreiche Südtiroler gefolgt, es
sind bis zum heutigen Tag (20. Sept.) über 180.000,– Euro auf das Spendenkonto eingegangen.
Koordiniert wird die Spendenaktion von der Bundeskanzlei des SSB in enger Absprache mit den Kameraden nördlich des Brenners.
„Auch in schwierigen Zeiten muss man von Landeseinheit sprechen und in diesem Sinne handeln“, so LKdt. Mjr. Paul Bacher. „Es genügt
nicht, wenn wir diese Einheit nur in Sonntagsreden heraufbeschwören. Insofern kann jeder noch so kleine Geldbetrag, der gespendet wird,
ein Zeichen dafür sein, dass die Südtiroler nicht darauf vergessen haben, wie viel Gutes ihnen in Zeiten der Not von der Bevölkerung des
Bundeslandes Tirol zugekommen ist.“ Eine Delegation des SSB, bestehend aus LKdt. Paul Bacher, BGF Elmar Thaler und weiteren Mitglie-
dern der Bundesleitung fuhr in die Gemeinden Kappl, See, Pfunds und Pflach (Reutte). In Zusammenarbeit mit den zuständigen Bürgermei-
stern, Schützenhauptmännern und Ortspfarrern wurden die jeweils schwerstbetroffenen Familien ausfindig gemacht, denen ein beachtlicher
Geldbetrag persönlich und als Soforthilfe übergeben wurde.
Der SSB dankt allen Spendern für den überwältigenden Zuspruch, ruft die Südtiroler Bevölkerung auf, auch weiterhin für die Landsleute im
Norden Tirols zu spenden und weist in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin, dass restlos jeder gespendete Euro den unwetterge-
schädigten Familien in Nordtirol übergeben wird. Jede - auch noch so kleine Spende - ist wichtig. Auf Wunsch wird den Spendern ein Beleg
für die eingezahlte Spende zugesandt, somit ist der Betrag für Betriebe von der Steuer absetzbar. Die Abwicklung aller Formalitäten erfolgt
ehrenamtlich bzw. mit Mitteln des SSB.
Spenden können weiterhin auf das Konto der Raiffeisen Landesbank Südtirol, IBAN: IT30S0349311600000300035009
Swift-BIC: RZS BIT 2B, Stichwort: „Hochwasseropfer Tirol“, eingezahlt werden.
Die Spendenaktion erfolgt mit freundlicher Unterstützung der Tageszeitung Dolomiten, Südtirol-Online und der Raiffeisen-Landesbank Süd-
tirol.
Pressedienst Südtiroler Schützenbund - http://tirolinnot.schuetzen.com

Liebe Kameraden!
INNSBRUCK - Die schweren Regenfälle am 21. August haben enorme Schäden in einzelnen Landesteilen Nordtirols (Wörgl, Lechtal, Außer-
fern, Oberes Gericht, Stanzertal und Paznaun) verursacht. Betroffen sind viele Tiroler Landsleute – darunter auch mehrere Schützenkamera-
den in den genannten Regionen.
Nach Rücksprache mit den organisatorisch zuständigen Bezirkshauptleuten werden die derzeitigen Aufräumungsarbeiten von den jeweiligen
Feuerwehrverbänden und dem Bundesheer organisiert. Darüber hinaus werden zur Zeit keine weiteren Arbeitskräfte benötigt. Weiters sind
bei uns im ländlichen Raum die meisten Schützenkameraden auch Mitglieder bei den jeweiligen Feuerwehren und sind bzw. waren daher
bereits im Einsatz.
Was wir benötigen, ist Geld und fachliche Hilfe für den Wiederaufbau der beschädigten oder neu zu errichtenden Wohngebäude unserer
Kameraden. Daher haben wir ein spesenfreies Konto bei der Hypo Tirolbank AG eingerichtet mit der Auflage, dass diese Spenden aus-
schließlich betroffenen Schützenkameraden zu Gute kommen.
In weiterer Folge wollen wir bei Bedarf (kann auch noch im Frühjahr 2006 sein) auch freiwillige Arbeitstrupps (Holzer, Maurer, Zimmerer
usw.) zusammenstellen, um den Betroffenen beim Wiederaufbau weitere Hilfe zukommen zu lassen.
Die jeweiligen Schützenhauptleute oder Obmänner der betroffenen Gemeinden werden gebeten, eine genaue Liste der geschädigten Kamera-
den zu erstellen, in denen Art und Umfang der Beschädigungen sowie die Höhe des Schadens - abzüglich der erhaltenen bzw. in Aussicht
gestellten Versicherungsleistungen und Leistungen der öffentlichen Hand – angeführt werden. Diese Listen sind über den jeweiligen Baon-
Kdt. an die Bundeskanzlei zu übermitteln.
Spendenkonto: Hypo Tirolbank AG, BLZ 57000, Kto.-Nr. 21011144900, Kennwort: Schützen helfen Schützen
Mit einem Tiroler Schützengruß und vielem Dank für die bereits geleistete Hilfe
BGF Mjr. Josef Haidegger, LKdt. Mjr. Dr. Otto Sarnthein
4 Nr. 5/2005

Die Exekutive wird verstärkt - junge Polizeischüler regeln den Ver-


kehr, überwachen die Absperrungen und halten Schaulustige auf
Botschaft aus der Ferne
Distanz. Die Bergrettung Pfunds organisiert einen geregelten Trans- BOZEN - Vor kurzem weilte das Oberhaupt der Buddhisten, seine
port der Einsatzkräfte in das Ortsgebiet. Dazu wird sie von den Nach- Heiligkeit der Dalai Lama XIV., in Südtirol. Sein Interesse galt der Süd-
barortsstellen mit deren Einsatzfahrzeugen unterstützt. tiroler Landesautonomie. Unter anderem besuchte er einige Seminare
und Podiumsdiskussionen wissenschaftlich-sozialer Art und fungierte
dabei als Gastredner. Der bescheidene Mönch aus Tibet stand dabei
naturgemäß – sozusagen als weiser Mann aus dem Morgenland – im
Mittelpunkt und beantwortete Fragen um Konfliktbewältigung, Religi-
on und Kultur.

Die vielen freiwilligen Helfer aus Tirol, dem benachbarten Südtirol und
Engadin sowie dem Osten Österreichs läßt die schwer betroffene Bevölkerung
wieder Mut für die Zukunft schöpfen.

Besonders zu erwähnen sind die Mitglieder zahlreicher Freiw. Feu-


erwehren, insbesondere aus Ostösterreich - oft auch selbst Betroffene
vergangener Hochwässer, sowie die Feuerwehren aus dem benachbar-
ten Südtirol. Sie sind uns in den ersten Tagen eine gewaltige Hilfe. Heimat, Religion und Kultur gehören untrennbar zusammen. Niemals dürfen
Viele Privatpersonen kommen aus Tirol oder anderen Bundeslän- sie aus falsch verstandener Toleranz gegenüber Andersdenkenden oder
dern, auch aus Südtirol und dem benachbarten Engadin angereist - Andersgläubigen aufgegeben werden.
packen mit an, ohne viel zu fragen.
Um die Mittagszeit treffen sich die meisten Helfer, wie auch die In seinen Stellungnahmen erklärte er, dass jede Religion aus einem
Hochwasseropfer, im Zelt am Ensplatz - nehmen ein einfaches Mittag- unterschiedlichen kulturellen Umfeld heraus entstanden sei. Und er
essen ein, trinken zum Abschluss einen Kaffee im Becher und werden rief gleichzeitig dazu auf, dass wir, im Abendland – mitten im freien
mit Kuchen aus den Küchen der Pfundser Frauen verwöhnt. Dann Europa – unserer Religion und Tradition unbedingt treu bleiben sol-
gehen alle wieder gestärkt an die Arbeit. len. Sinngemäß meinte er, wir müssen auf unsere angestammte Kultur
Dabei ist eine so gewaltige Solidarität spürbar, die vor allem die beharren.
schwerstbetroffenen Opfer wieder Mut schöpfen lässt. Diese Atmos- Es sei hierbei bemerkt, wie sehr es vor allem uns Schützen trifft,
phäre hat uns in Pfunds gewaltig beeindruckt und dankbar gestimmt. wenn wir hören, wie Kruzifixe und Weihnachtsfeiern aus unseren
(Von den Aufräumungsarbeiten wird in einer nächsten Ausgabe der Schulen und Kindergärten verbannt werden. „Aus Rücksicht auf
TSZ berichtet!) Andersgläubige“, so die landläufige Entschuldigung.
Die Aussage seiner Heiligkeit sollte uns zum Nachdenken anregen.
Hptm. Wilfried Grießer, Pfunds Es kann nicht sein, dass eine, in der Kultur des Landes fest verwurzel-
te Bevölkerung, zugunsten neuer Mitbürger auf die eigenen Symbole
Alpenregionstreffen 2006 und Bräuche verzichtet.
In seinen Ausführungen verlieh der Dalai Lama seiner Hoffnung
BRIXEN – Die Vorbereitungen für das Alpenregions- nach Harmonie zwischen den Religionen Ausdruck. Harmonie kann
treffen vom 19. bis 21. Mai 2006 in Brixen sind voll aber niemals entstehen, wenn die eigene Religion untergraben wird.
angelaufen. Die kommende Ausgabe steht im Zeichen Diesbezüglich verurteilte das Oberhaupt der Buddhisten heilige Kriege
des 30-jährigen Bestehens der Alpenregion. Die aus- auf schärfste. Jeder solle das Recht, aber auch die Pflicht haben, nach
richtende Kompanie „Peter Mayr“ Brixen möchte den den Werten seiner Kultur zu streben.
Besuchern einige Besonderheiten bieten, wie z.B. eine Wir Schützen befinden uns also - entgegen der Meinung multikul-
Podiumsdiskussion zum Thema „Die Alpenregion - turell ausgerichteter Zeitgenossen - nicht auf dem Holzweg. Im Gegen-
Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft“, weiters wird teil. Wir leben Werte wie Treue zu Gott, Aufrichtigkeit gegenüber dem
die Gesamtleitung der Festschrift Landeskurat Dr. Nächsten, Achtung der Mitmenschen, Gerechtigkeit, Charakterstärke
Paul Rainer übernehmen. Diese soll als Sonderaus- und Heimatliebe. Im Rahmen dieser Wertegemeinschaft sollten wir uns
gabe der Zeitschrift „Der Schlern“ erscheinen. immer mehr als zusammengehörig fühlen - und weiter an unserer
Ehrenkompanie bzw. Ehrenmusikkapel- gemeinsamen Heimat arbeiten.
le für den Süd-Tiroler Teil wird die Wer sich darob auflehnt, der möge doch den Weisen Mann aus der
Schützenkompanie „Peter Mayr“ Rit- Ferne befragen. Auch, weil bei so manchem alles was gut ist von weit
ten und die Musikkapelle „Peter Mayr“ her kommen muss. In diesem speziellen Fall von einem Mann, der
Pfeffersberg stellen. Die Kompanien selbst seit seiner Kindheit für die Freiheit der Religion und seines
erhalten weitere Informationen in der Volkes kämpft.
nächsten Zeit auf dem Postweg.
Mjr. Martin Huber
Nr. 5/2005 5

Landesauszeichnungen für Tiroler Gesamttiroler Schützenwallfahrt


Schützen zum Hohen Frauentag nach Absam
INNSBRUCK – Vor dem Festgottesdienst zum Hohen Frauen- ABSAM - Die traditionelle Wallfahrt der Schützen mit ihren
tag war der landesübliche Empfang vor der Hofburg in Innsbruck Angehörigen und Freunden findet heuer am Sonntag, dem 9. Okto-
vorgesehen. Die Ehrenkompanie St. Margareten unter dem Kom- ber 2005, statt.
mando von Hptm. Gerhard Resch und die Musikkapelle von Prälat Dr. German Erd, Abt von Stift Stams, wird sie anführen und
Ampass gaben der Feier eine würdige Note. Nach der mustergül- die Festpredigt halten.
tigen Ehrensalve schritten die Landeshauptleute Herwig van Staa
und Alois Durnwalder sowie die LKdt. Otto Sarnthein, Paul
Pacher und BMjr. Franz Landi die Front der angetretenen Forma-
tionen ab und legten dann in der Hofkirche einen Kranz am
Grabmal von Andreas Hofer nieder.
Nach der hl. Messe in der Jesuitenkirche, die von Abt Raimund
Schreier zelebriert wurde, fand am Vormittag die Verleihung der
Goldenen Verdienstmedaille des Landes Tirol und am Nachmittag
die Verleihung des Verdienstkreuzes des Landes Tirol statt.
Folgende Schützenkameraden aus Nord-, Ost- und Südtirol
wurden ausgezeichnet:
Mit dem Verdienstkreuz des Landes Tirol wurden Mjr. Peter
Piock, Meran, Reg.-Kdt. Mjr. Hermann Huber, Zell a.Z. und Hptm.
Max Häusler, Vomp, ausgezeichnet.
Mit der Verdienstmedaille des Landes Tirol sind ausgezeichnet
worden: Mjr. Manfred Sparber, Baon Rettenberg; Hptm. Johann Die feierliche Feldmesse in Absam ist die Krönung der Schützenwallfahrt.
Auer, „Alte Pfarre“ Natz; Hptm. Johann Hilber, Trins; Hptm. Josef
Posch, Thaur; Hptm. Otto Riffesser, Gröden; Hptm. Alfred Wib- Die drei Tiroler Schützenbünde mit ihren Landeskommandanten und
mer, Matrei i. Osttirol; EHptm. Franz Häusler, Pill; EHptm. Her- Kuraten rufen alle Schützen auf, zahlreich an dieser Wallfahrt teil-
bert Schöffauer, Weer zunehmen und zu beten, zu beten für eine Heimat ohne Grenzen, die
Einheit im Glauben, die Anliegen unserer Zeit und für all jene, die
sich dafür einsetzten und ihr Leben wagten.
Treffpunkt ist um 13.45 Uhr
beim Vorplatz vor dem Gemeindehaus
(ca. 400 Meter östlich der Basilika Absam).

Italien: Nation oder Staat?


„Nation“: (lat. natio „Geburt“, „Bevölkerung“). Dieses Lehnwort
bezieht sich auf die Gesamtheit von Individuen, die an dieselbe Spra-
che, Geschichte, Kultur und an dieselben Sitten, Interessen, Traditio-
nen und Zielsetzungen gebunden sind, insbesondere, wenn ihnen ihr
Stellvertretend für alle geehrten Tiroler Schützen und die Fahnenpatin: gemeinsames Vermächtnis bewusst ist (vocabolario della lingua itali-
Mjr. Dr. Peter Piock erhält das Verdienstkreuz des Landes von LHptm. Dr. ana „Lo Zingarelli 1996“).
Luis Durnwalder (o.) und Reg.-Kdt. Mjr. Hermann Huber aus der Hand Nun, wenn viel aber viel ergibt, dann sind die Bewohner von San
von LHptm. DDr. Herwig van Staa (u.). Marino, Malta und/oder des Vatikan und die Schweizer des Tessin viel
Wir Schützen gratulieren mit einem kräftigen „Schützen Heil“!
mehr „Italiener“ als die Sarden, die Ladiner, die Deutschen Südtirols
und die Franzosen des Aostatals. Diesem Grundsatz zufolge kann Ita-
lien nicht als Nation betrachtet werden; sei es aufgrund dieser ande-
ren Ethnien, oder aufgrund von italienischen Bevölkerungsanteilen in
anderen souveränen Staaten. Dies ist mehr oder minder der Grund,
warum Europa niemals eine Nation sein kann. In Anbetracht dieser
Überlegungen können aber auch weitere Ethnien, die als italienisch
betrachtet werden, dies logischerweise nicht sein: Veneter und Sizilia-
ner haben beispielsweise nicht dieselbe Sprache (das Italienische ist
ein toskanischer Dialekt, der willkürlich auferlegt wurde), genauso
wenig haben sie dieselbe Geschichte, und dasselbe gilt auch in Bezug
auf Sitten, Gebräuche und Interessen. Wenn mir jemand erzählt, das
Italienische, sei es nun auferlegt oder nicht, ist die Sprache, die die
Einwohner Italiens zu Landsleuten macht, dann kann ich es akzeptie-
ren; dies allerdings nur, wenn man ebenfalls akzeptiert, dass Italien
Gefahr laufen kann, dass plötzlich ein anderer Staat eindringt und
6 Nr. 5/2005

dieser eine andere Sprache auferlegt, damit um jeden Preis alle Bürger reich, das Großherzogtum Toskana nicht
als Landsleute betrachtet werden. Einfacher ausgedrückt: Engländer, mit eingeschlossen), das Schüren von
Australier, US-Bürger, die Hälfte der Kanadier usw. wären somit im Aufständen durch internationale Terro-
Grunde Engländer (denn die Amtssprache ist Englisch), und die Schot- risten (Garibaldi, der in Folge auch
ten (die nach ihren letzten Forderungen die Anerkennung einer eige- wegen Kriegsverbrechen gerichtlich
nen Sprache erwirkt haben) nicht. belangt würde, nachdem er, auch wenn
Ist Italien eine Nation? Wenn man darunter etwas anderes versteht, es nur Wenige wissen, lange Haare trug,
dann soll man es sagen. Aber solange ich in den Wörterbüchern eine um die Bisswunde an seinem Ohr zu
Definition vorfinde, die jener, die hier vorgebracht wurde, ähnlich ist, verstecken, die ihm ein Mädchen zuge-
dann kann ich Italien nicht als Nation betrachten. Außerdem müsste fügt hatte, das er in Südamerika
konsequenterweise die italienische Alpinski-Nationalmannschaft auf während einer seiner zahlreichen Sezes-
Kostner, Karbon, Putzer oder auf Sulzenbacher, Ghedina, Senoner, sionskampagnen zu vergewaltigen ver-
Thaler, Fill & Co verzichten oder sich „gesamtstaatliche Mannschaft“ sucht hatte!!), Wahlbetrug (die Volksab-
nennen. stimmung von Venetien aus dem Jahr Stefano Walpoth, Oberjäger
der Kompanie „Sizar Anpezo
1866 wurde missdeutet: Es ging nicht Hayden“
darum, über die Angliederung an Italien
abzustimmen, sondern nur um die Loslösung von Österreich; die
Veneter glaubten, der 1797 gefallenen Republik von San Marco zu
neuerlichem Ruhm zu verhelfen und nicht sich von einem fremden
Staat zu lösen, um von einem anderen besetzt zu werden! Ein ähnli-
cher kläglich gescheiterter Versuch war bereits im Jahr 1848 von
Menin unternommen worden. Die Volksabstimmung im Jahr 1866
fand statt, weil Italien, das sich mit Österreich im Krieg befand, mit
Preußen, der Siegerin über Österreich, trotz militärischer Niederlage
verbündet war. Eine Einigung mit vielen Makeln also, angefangen bei
der Verletzung der Rechte der Menschen auf Unabhängigkeit und
Selbstbestimmung. Italien ist ein Staat, und dies wird auch nicht in
Frage gestellt. Aber Italien kann nicht als Nation bezeichnet werden.
Oj. Stefano Walpoth
Francesco Cossiga (l.), ehemaliger italienischer Staatspräsident, hatte mit sei-
ner Aussage, Österreich sei keine Nation, viel Staub aufgewirbelt. Der gestörte Blick
Viele mögen das Gegenargument einbringen, dass eine Nation an
in Richtung Realpolitik?
natürlichen geografischen Grenzen erkennbar ist. Eine solche Argu- BOZEN - Für viel Aufregung hat ein kürzlich im Bezirksblatt des
mentation ist jedoch, man nehme nur eine Landkarte zur Hand, zwei- Südtiroler Unterlandes gedruckter Artikel gesorgt. Der Autor dieses
felhaft. Bis zum Ende des 19. Jhs., als die Politiker es für nicht ratsam Leitartikels hat in seinen Ausführungen unmissverständlich dargelegt,
hielten, wieder gegen Österreich, das mittlerweile zum Bündnispartner dass die Südtiroler nicht länger am Rockzipfel Österreichs hängen sol-
geworden war, in den Krieg zu ziehen, dachte man daran, um die Eini- len, er forderte eine eigene Identität für unser Land südlich des Bren-
gung Italiens abzuschließen, das „Vierte Ufer Italiens“, also Libyen, ners und westlich von Arnbach. Viele Leser haben darauf mit gehar-
dazuzuerwerben – ein Irrtum? Wahrscheinlich sehr wohl? Und was nischten Protesten reagiert, darunter auch viele Schützenexponenten.
gibt es über die niederträchtige Brennergrenze zu sagen? Sie wurde Stellvertretend für alle uns bekannten Stellungnahmen bringen wir
gezogen, weil sich dort die Wasserscheide der Alpen befindet, und hier die Ausführungen von MMag. Cristian Kollmann, Ehrenkranzträ-
zwar eine Gebirgskette, deren Flüsse einerseits in die Adria und ande- ger des SSB:
rerseits in die Donau und ins Schwarze Meer münden. Aber auch die- „In einer Kolumne möchte der Autor ein für allemal klarstellen, mit
ser Ansatz ist kritisierbar: Was soll man beispielsweise dazu sagen, welcher Rolle sich die Südtiroler zu identifizieren haben: Die Südtiro-
dass das Tessin (immer noch!) in einem anderen Staat liegt (aus eben ler sind von eigenem Format und vertragen durchaus eine eigene
diesem Grund halte man es für unangebracht, wenn man von „helve- Identität, denn die Realpolitik weist in diese Richtung: Eigene Südti-
tischer Nation“ spricht), und dass die Dörfer Vierschach und Innichen roler Universität, eigene Südtiroler Handelskammer, eigenes Südtiroler
seit dem Ersten Weltkrieg bei Italien sind, obwohl sie zum Einzugsge- Ehrenzeichen. Bedenken, dass all diese Initiativen die Distanz zum
biet der Drau gehören, die in die Donau und dann ins Schwarze Meer „Mutterland“ nur vergrößern und die Tiroler Landesteile nur mehr
mündet? Und wenn man die Inseln, die offenbar automatisch von die- schwächen, kann der Autor nicht teilen. Im Gegenteil: Mit der Rolle
sem Wasserscheidenprinzip ausgeschlossen sind, dazuzählt, müsste als „Ex-Österreicher“ sollten sich die Südtiroler nicht zufrieden geben,
dann Korsika, das seit dem 18. Jh. in französischer Hand ist, nicht mit denn jene, die „dauernd am Rockzipfel Österreichs hängen müssen“,
eingeschlossen sein? würden durch ihren Blick in den Rückspiegel den Blick nach vorne
Wenn wir für einen Augenblick die Frage nach den geografischen trüben, also in Richtung „Realpolitik“. Schier mit Besorgnis stellt sich
Grenzen beiseite lassen und stattdessen den historischen Aspekt der Autor die Frage, wann Südtirol „zum kooptierten österreichischen
betrachten, dann wage ich nicht zu denken was passieren würde, wenn Bundesland“ wird und kann es nicht fassen, „dass es immer noch Per-
die nach dem Wiener Kongress stattgefundenen italienischen Unab- sonen gibt, die in dieser Entwicklung tatsächlich Zukunft sehen“. Der
hängigkeitskriege heute stattfänden: Das lombardisch-venezianische gesamte Text ist geprägt von einer bestimmten „Mir-sein-Mir-Menta-
Königreich, das von der internationalen Gemeinschaft Österreich lität“, die weniger auf die Südtiroler, als vielmehr auf die „Altoatesi-
zugesprochen wurde, der Kirchenstaat, der bis in die Romagna reicht, nen“ zutrifft. Die „Altoatesinen“ jedenfalls sind in der Tat von eige-
und die zwei Sizilien in der Hand der Bourbonen. Das sabaudische Ita- nem Format, denn sie vereinen gleich mehrere volkstumspolitische
lien würde bestimmt vor Gericht gestellt: Überfall auf mindestens drei Untugenden in sich: Provinziell, mitunter profaschistisch, opportuni-
souveräne Staaten (Österreich, Vatikan und Napolitanisches König- stisch, mitläuferisch, antitirolerisch, austrophob und italophil, eben
Nr. 5/2005
chützenkalen de r 2006
Tiroler S
ch!
ab sofort erhältli
„altoatesinisch“, und dies alles mit dem Zauberwort „Realpolitik“. Ob
und welche dieser Untugenden auch in der Kolumne durchblicken,
möge jeder selbst prüfen. Zum Glück gibt es im Gebiet des heutigen
Südtirol auch noch Vereine und Verbände, allen voran den Schützen-
bund, die Tirol und Österreich sehr wohl noch als ihr Mutterland emp-
finden und eben Tiroler oder zumindest Südtiroler geblieben sind und
sich von der Altoatesinierungswelle, die von der Südtiroler „Realpoli-
tik“ vorgegeben wird, nicht beeindrucken lassen. Was ist daran so ver-
werflich, wenn man (sich) in erster Linie immer noch als Tiroler fühlt
und damit gegen den Strom der „Realpolitik“ schwimmt?“

Die Wanderausstellung zieht weiter


LANA/BOZEN - Mit einer beachtlichen Anzahl an Besuchern ist die
große Wanderausstellung des Südtiroler Schützenbundes „Der I. Welt-
krieg 1914-1918 – Die Tiroler Front 1915-1918“ am 18. September
2005 im Raiffeisenhaus in Lana zu Ende gegangen.

Auch die Ausstellung in Lana „Der Erste Weltkrieg 1914–1918 - Die Tiroler
Front 1915-1918“ war gut besucht.

Viele bundesdeutsche, italienische, französische und belgische


Gäste konnten begrüßt werden, aber auch zahlreiche Einheimische Der Tiroler Schützenkalender für das Jahr 2006 erscheint zum 25. Mal in ununter-
machten von der Gelegenheit Gebrauch, mehr über die Geschichte brochener Reihenfolge. Er ist wieder mit eindrucksvollen Bildern von Schützen des
unseres Landes vor 90 Jahren zu erfahren. Die Ausstellung besteht aus alten Tirol mit den verschiedensten Trachten illustriert. Selbstverständlich darf eine
72 Text- und Bildtafeln, die in neun Abschnitte unterteilt sind, sowie fesche Marketenderin sowie ein Jungschütze nicht fehlen.
aus 25 Vitrinen mit interessanten Ausstellungsobjekten. Die Text- und Eine Besonderheit, die kaum ein anderer Kalender aufzuweisen hat, sind die Artikel
Bildtafeln sind originalgetreu in einem Katalog in deutscher und itali-
enischer Sprache wiedergegeben, so dass auch der Italiener die Aus- auf der Rückseite, für die immer wieder profunde Kenner ihren Beitrag leisten. So
stellung besuchen, verstehen und erleben kann. Der Katalog kann um ist die Predigt von Erzbischof Alois Kothgasser, die er bei der großen Schützenwall-
10,– Euro erworben werden. fahrt 2004 in Absam hielt, nachzulesen, Univ.-Prof. Hugo Penz schreibt über Nau-
Im Rahmen der Ausstellung ist auch ein Begleitbuch unter dem ders und die Passlandschaft am Reschen, Doz. Dr. Meinrad Pizzinini schreibt über
Titel „Tirol vor und im 1. Weltkrieg“ erschienen. Hierfür haben aner- das Zeughaus und Mag. Christian Kofler beschreibt das Elend der Verwundeten in
kannte Historiker Beiträge verfasst, die in die Thematik der Ausstel-
früheren Kriegen. Viele weitere Beiträge, allesamt mit Farbfotos bebildert, machen
lung einführen, sie erklären und vieles verständlich machen. Das Buch
ist über den SSB oder im Buchhandel erhältlich (ISBN-88-8300-029- den Schützenkalender wieder zu einer interessanten Tiroliensie.
3). Nicht nur bei den Mitgliedern, auch bei unseren Freunden und Gönnern, in Gemein-
Die Ausstellung ist im Schloss Maretsch in Bozen destuben, Gaststuben und Banken ist unser Kalender ein lebendiges Aushängeschild
bis Sonntag, dem 30. Oktober 2005, zu sehen des Tiroler Schützenwesens und eignet sich auch bestens als Weihnachtsgeschenk.
(geöffnet täglich von 10 bis 13 und von 14 bis 18 Uhr). „Treue ist Tiroler Brauch“ ist das Thema des Kalenders für das kommende Jahr. Das
Titelbild zeigt Schützen der Kompanie Matrei i. Osttirol, der stärksten Kompanie des
Kostenlose Telefonie mit dem SSB Landes - ein Bild, das den Titel des Kalenders unterstreichen soll.
Die Kalender für die Kompanien können ab sofort direkt bei den jeweiligen Baon-
BOZEN - Der Südtiroler Schützenbund ist Kdt. angefordert werden. Zu beziehen ist der Kalender zum Preis von EUR 9,– auch
auch per Internettelefonie (ssb-buero)
über die Kanzlei des SSB, Bozen, Schlernstr. 1, Tel. +39/0471/974078 und des
erreichbar. Hierzu wird lediglich das
kostenlose Programm „Skype“ benötigt. Mit BTSK, Innsbruck, Bozner Platz 6/III. Tel. +43/(0)512/566610, Fax
der kostenlosen Telefonie-Software kann auch +43/(0)512/581767. Die Kanzlei des SSB ist werktags zu den üblichen Bürozeiten,
mit anderen Skype-Benützern zum Null-Tarif telefoniert die des BTSK ist nur dienstags von 9.00 bis 12.00 und von 14.00 bis 16.00 Uhr
werden. Während des Telefonierens lassen sich auch untereinander geöffnet.
Dateien austauschen. Nähere Infos unter www.skype.de.
8 Nr. 5/2005

Die Auszeichnungen des Bundes der Tiroler Schützenkompanien


INNSBRUCK - Der Bund der Tiroler Schützenkompanien hat sicht- Voraussetzung für die Verleihung dieser Auszeichnung ist eine
bar zu tragende Auszeichnungen geschaffen, um Kameraden, Freun- langjährige und verdienstvolle Tätigkeit zum besonderen Wohle der
den und Gönnern Dank und Anerkennung ausdrücken zu können. Mit Kompanie in Verwendungen, die auch einem Bezirk, Bataillon oder
diesen Auszeichnungen werden persönlicher Einsatz, Mitarbeit wie Regiment zum Vorteil gereichen. Die „Bronzene“ Verdienstmedaille
auch Mut und Treue für das Tiroler Schützenwesen hervorgehoben. gilt fleißigen und eifrigen Amtsträgern in der Kompanie, die ihren Ein-
Solche Ehrungen sind ein Dank für vielfache ehrenamtliche Tätigkeit satz - wie alle anderen - ehrenamtlich versehen.
und persönliche Opfer.
Der Ehrenkranz
Für langjährige Mitgliedschaft Der „Ehrenkranz“ des Bundes der Tiroler
Die Treue für langjährige Zugehörigkeit und Mitgliedschaft zu einer Schützenkompanien wird für besondere Ver-
Kompanie wird gewürdigt durch die Verleihung der „Haspinger“- dienste um ideelle oder materielle Förderung
Medaille in Bronze, wenn der Schütze 15 Jahre aktiv gedient hat. des Bundes oder seiner Gliederungen überreicht.
Damit werden Förderer und Gönner, die nicht akti-
ve Mitglieder sind, wie z. B. Fahnenpatinnen, Bürgermei-
ster, Kapellmeister usw., geehrt.

Das Verdienstzeichen
Das Verdienstzeichen des Bundes der Tiroler
Schützenkompanien dient zur Auszeichnung
von langjährigen Kommandanten in den
Regimentern, Bataillonen (Bezirken oder
Talschaften) und Kompanien des Bundes
der Tiroler Schützenkompanien. Mit dem
Verdienstzeichen des Bundes der Tiroler
Schützenkompanien können nur Kommandan-
ten im Majors- oder Hauptmannsrang ausgezeich-
Bei einer 25-jährigen Zugehörigkeit gebührt die „Speckbacher“- net werden.
Medaille in Silber. Die Insignie ist ein mehrteilig gearbeiteter Steckorden aus massiv
Für eine 40- und mehrjährige Mitgliedschaft ist die in Gold gestal- geprägter Bronze. Auf einer kreisrunden Medaille, deren Oberfläche
tete „Andreas-Hofer“-Medaille vorgesehen. Diese Medaillen werden an goldfärbig glanzgebrannt und poliert und an den beiden Seiten mit
einem grün-weiß-grünen Dreiecksband getra- Eichenkränzen versehen ist, ist eine zweite kreisrunde Medaille mit 40
gen. Schützenkameraden, die das mm Durchmesser, deren Oberfläche echt versilbert und Altsilber
50., 55., 60., 65. und 70. Jubiläum abgetönt ist, aufgesetzt.
seit dem Eintritt feiern, erhalten einen Die Silbermedaille zeigt im Innenbild eine Nachprägung des Moti-
Jahreskranz, der mit einem Eichen- ves „Der Kriegsrat“ von Franz von Defregger mit der Darstellung von
laub und der Jahreszahl ausgestattet ist Andreas Hofer, Pater Haspinger, Josef Speckbacher und Kajetan Sweth
und auf das Dekorationsband angeheftet mit der Inschrift: „Für Verdienste - Bund der Tiroler Schützenkompa-
wird. nien“.
Das Verdienstzeichen des Bundes der Tiroler Schützenkompanien
Für besondere Verdienste wird über Antrag eines Regimentes oder Bataillons (Bezirkes oder Tal-
Für besondere und außerordentliche Verdienste um das Tiroler schaft) oder eines Mitgliedes der Bundesleitung vom Bund der Tiroler
Schützenwesen wurden Verdienstmedaillen gestiftet. Die höchste Aus- Schützenkompanien überreicht.
zeichnung ist die „Goldene“ Verdienstmedaille, die über Antrag eines
Regimentes, Bataillones, Bezirkes oder eines Mitgliedes des Bundes- Das Maximiliankreuz
ausschusses vergeben wird. Darüber hat der Bundesausschuss zu ent- Das Maximiliankreuz dient zur Auszeichnung von Schützen und
scheiden. Voraussetzungen dafür sind außerordentliche Verdienste um Persönlichkeiten, die sich um die Zusammen-
das gesamte Tiroler Schützenwesen, also im Bundesbereich. arbeit der in der Alpenregion der Schützen
Die „Silberne“ Verdienstmedaille wird über Antrag einer Kompanie vereinigten Schützenbünde und Länder in her-
vom Bund vergeben. Darüber hat die Bundesleitung zu entscheiden. vorragendem Maße verdient gemacht haben.
Bei dieser Auszeichnung sind die Balken nach
Art eines Malteserkreuzes geschweift und an der
Vorderseite grün-weiß-grün emailliert . In
der Mitte ist eine runde Medaille aus Altsil-
ber mit einem reliefartig ausgeführten Bildnis
von Kaiser Maximilian 1. aufgebracht. Die
Rückseite der Insignie ist vergoldet und
gehämmert.
Das Ordensband hiezu ist in Dreiecksform
ausgeführt und entspricht nach Art und Streifung den Bändern der
Verdienstmedaillen im Tiroler Schützenwesen. Das Maximiliankreuz
wird über Antrag eines Regimentes, Bataillones (Bezirkes oder Tal-
Nr. 5/2005 9

schaft), einer Kompanie oder eines Mitgliedes der Bundesleitung vom


Bund der Tiroler Schützenkompanien vergeben. Auszeichnungen des Landes Tirol
Über den Antrag auf Verleihung entscheidet die Bundesleitung.
Sollen Angehörige eines anderen, in der Alpenregion der Schützen Diese Auszeichnungen wurden, wie jedes Jahr, auch heuer wieder
vereinigten Schützenbundes ausgezeichnet werden, ist vor der am „Hohen Frauentag“ (15. August) in der Hofburg in Innsbruck über-
Beschlussfassung mit diesem Schützenbund Kontakt reicht (siehe Seite 5) .
aufzunehmen.
Das Verdienstkreuz
Das Ehrenzeichen Das Verdienstkreuz stellt sich als pla-
der Jungschützen stisch gearbeitetes, silbernes lateini-
Mit dem Ehrenzeichen der Tiroler Jung- sches Kreuz dar, auf dem in kleiner
schützen des Bundes der Tiroler Schützenkom- Form das Motiv des Ehrenzeichens
panien werden Persönlichkeiten geehrt, die sich liegt. Es ist 60 mm hoch und 50 mm
um das Tiroler Jungschützenwesen außerordentliche breit und wird als Steckdekoration
Verdienste erworben haben. Dieses Ehrenzeichen gibts es in Bronze, auf der linken Brustseite getragen. Die Zahl
Silber oder Gold und damit werden Gründer von Jungschützenzügen, der mit dem Verdienstzeichen Dekorierten
erfahrene Betreuer und besonders engagierte Jungschützen geehrt. darf 500 nicht übersteigen; 48 Verdienstkreuze
dürfen jährlich vergeben werden und haben wie
Das Jungschützen- das Ehrenzeichen eine laufende Nummer eingraviert.
Leistungsabzeichen
Daneben werden für die Tiroler Jung- Die Verdienstmedaille
schützenkompanien auch Leistungsab- Die Verdienstmedaille des Landes Tirol, eine
zeichen in Bronze, Silber und Gold bronzevergoldete runde Medaille, hat auf der
geschaffen. Diese Leistungszeichen kön- Vorderseite den Tiroler Adler und auf der
nen für abgelegte Erprobungen im Sinne Rückseite die Inschrift „Für Verdienste um das
der JOF (Jungschützen-Organisation-Führung) Land Tirol“, am Rande von einem Lorbeerkranz
erworben werden. Alle Jungschützen sollen im Zuge der Ausbildung umgeben, zu zeigen. Sie ist ferner so zu gestalten,
die Möglichkeit erhalten, das Jungschützenleistungsabzeichen zu dass sie an einem weiß-roten Dreiecksband, das
erwerben. Dem Alter der Jungschützen entsprechend, gibt es das durch ein mit Ähren und Weinlaub verziertes
Jungschützenleistungsabzeichen in Bronze bis vollendetem 12. Zwischenstück mit der Medaille verbunden
Lebensjahr, Silber bis vollendetem 14. Lebensjahr und Gold bis voll- wird, auf der linken Brustseite getragen wer-
endetem 18. Lebensjahr den kann. Es dürfen pro Jahr nur 192 Ver-
Das Abzeichen ist eine mehrteilig gearbeitete Plakette, die Josef dienstmedaillen neu vergeben werden.
Speckbacher mit seinem Sohn Andreas zeigt. Umrandet wird diese
Abbildung mit einem Eichenlaubkranz, der in Bron-
ze, Silber oder Gold gehalten ist.
Besucht uns im Internet:
Das Jungschützen-
Schießleistungsabzeichen
Für besondere Leistungen wird das Jung-
schützen-Schießleistungsabzeichen in Bronze, Sil-
ber und Gold vergeben. Anschriften der Schriftleiter:
Die Jungschützen, die dreimal die Bedingungen für das Jungschüt- OSR Mjr. Karl Pertl, Werth 21, A-6176 Völs,
zen-Schießleistungsabzeichen in Gold erfüllen, erhalten als besondere Tel. 0512/303179, e-mail.: k.pertl@tirol.com
Auszeichnung auf dem Goldenen Jungschützen-Schießleistungsabzei- Mjr. Martin Huber, Schlernstr. 1, I-39100 Bozen,
chen einen geschliffenen Stein. Tel. 0471/974078, e-mail.: info@schuetzen.com
Hptm. Hans Baur, Schöttlkarstr. 7, D-82499 Wallgau,
Das Marketenderinnen- Tel. & Fax 089/5469521, e-mail: Baur-Hans@t-online.de
Verdienstzeichen Redaktionsschluss ist der jeweils 20. der Monate Feber, April, Juni, August,
Die Grundlage einer Verleihung bilden Oktober und Dezember.
ausschließlich die erworbenen Verdienste. Die Fotos von Verstorbenen können auf ausdrücklichen Wunsch retourniert wer-
Entscheidung über eine Eingabe obliegt dem den. Namentliche Beiträge müssen nicht die Meinung der Redaktion wieder-
geben.
jeweiligen Kompanieausschuss. Die Verleihung hat
In der TSZ abgedruckte Bilder und Texte unterliegen dem Urheberrecht und
durch den Hptm. in würdiger Form zu erfolgen. dürfen nur mit Zustimmung der Schriftleiter reproduziert werden.
Termin für die Eingabe: Mindestens einen Monat Eigentümer und Herausgeber: Bund der Tiroler Schützenkompanien, Bozner
vor der Verleihung. Platz 6/III, Innsbruck, und Südtiroler Schützenbund, Schlernstr. 1, Bozen
Die Trägerinnen des Verdienstzeichens sind dar- Eingetragen beim Landesgericht Bozen, Nr. 6/77. Verantwortlicher Schriftlei-
auf hinzuweisen, daß das Tragen desselben auch nach ter im Sinne des Pressegesetzes Hartmuth Staffler. Die Tiroler Schützenzei-
tung versteht sich als Mitteilungsblatt des Südtiroler Schützenbundes, des
Ausscheiden aus der Kompanie zu besonderen Anlässen, wie Prozes- Welschtiroler Schützenbundes, des Bundes der Tiroler Schützenkompanien
sionen, Schützenfesten und dergleichen auf der privaten Tracht oder und des Bundes der Bayerischen Gebirgsschützenkompanien. Schriftleiter
dem Festtagskleid nicht nur möglich, sondern erwünscht ist, um eine SSB: Martin Huber; BTSK: OSR Karl Pertl; BGK: Hans Baur. Schrift: Rotis
weiterhin bestehende Verbundenheit mit dem Tiroler Schützenwesen Serif von Otl Aicher
zu dokumentieren. Herstellung: dtp Tyrol, Klaus Leitner, Innsbruck - Druck: Athesia, Bozen
10 Nr. 5/2005

Meraner Standschützen erstürmen


italienisches Panzerwerk (2. Teil)
(Fortsetzung aus TSZ 4/2005)
Als am Morgen des 12. November 1917 die Stellungen der öster-
reichischen Einheiten nach erfolglosen Angriffen festgefahren schie-
nen, entschloss sich Kampfgruppen-Kommandant Obstlt. von Zacher
weitere Truppenteile zur Verstärkung einzusetzen.
Es erging der Einsatzbefehl auch an die drei Meraner Standschüt-
zen-Kompanien, die übermüdet und durchnässt im Morgengrauen in
das Kampfgeschehen eingebunden wurden.
Hptm. Jaromir Berkic erhielt Befehl, einen umfassenden Angriff
durchzuführen und leitete das Gefecht um Forte Leone auf Cima di
Campo ein, um die am rechten Flügel operierenden Einheiten zu ent-
lasten.
Das hart umkämpfte Panzerwerk wurde zudem von ca. 300 Alpini- „Sturmangriff -marsch marsch!“
Soldaten einer Außenbesatzung aus mehreren Maschinengewehr- Es näherten sich einige österreichische Offiziere in Begleitung des
Nestern am Waldrand verteidigt. Feldkaplans Matthias Ortner und forderten die Besatzer zum Öffnen
Nach 16.00 Uhr erhält Hptm. Berkic vom österreichischen Ober- auf. Als Mjr. Olmi den Militärkaplan erblickte, soll er ausgerufen
kommando den Befehl, die Kampfhandlungen einzustellen, um weite- haben: „No, no, non a un prete militare!“
re Verluste zu vermeiden. So kam es, dass sich – laut italienischem Bericht – ein „OSCURO“
Da zu diesem Zeitpunkt erst vier Tote unter den angreifenden Trup- Lt. der Standschützen des Bataillons Meran das Panzerwerk „Forte
pen zu beklagen waren – und Einheiten der I. Kompanie der Meraner Leone“ vom feindlichen Mjr. Olmi übergeben ließ.
Standschützen unter Hptm. Joachim Pfitscher sich bereits bis zu 100m Olmi überreichte symbolisch seinen Offizierssäbel und lud mehrere
an das Panzerwerk vorgekämpft hatten, widersetzte sich Hptm. Berkic österreichische Offiziere in die Kommandoräume, um die Übergabe zu
den Anordnungen des OK. vollziehen. Der österreichische Militärkaplan erteilte einigen sterben-
den Soldaten, die man im Vorhof des Panzerwerks abgelegt hatte, die
letzte Ölung. Einer der Verwundeten – Kopl. Kroll – starb noch auf
dem Platze, von zwei weiteren starb einer beim Transport, ein Dritter
im Krankenhaus.
Eine halbe Stunde nach der Übergabe des Panzerwerks „Forte Leo-
ne“ an die österreichischen Einheiten ereigneten sich am süd-westli-
chen Stellungsrand dramatische Szenen.
Ein Trupp der österreichischen Einheiten inspizierte mit einem
Hptm. und zwei Lt. die oberen Verteidigungsanlagen der Festung mit
den verlassenen Stellungen, als sie einen Oberfeldwebel der Alpini
entdeckten, der in die Nischenöffnung einer Panzerkuppel flüchtete.
Aufgefordert, stehen zu bleiben, flüchtete dieser in die Gänge, die
zum Munitionsnachschub dienten. Nach einer Verfolgungsjagd ver-
steckte sich dieser und warf der nachrückenden Patrouille eine Hand-
granate zu. Bei der Explosion kam ein österreichischer Lt. ums Leben.
Das Kampfwerk Cima Campo heute In der Offiziersmesse wurde später der italienische Oberfeldwebel von
seinen Verfolgern wiedererkannt und zur Rechenschaft gezogen.
Nach Einschätzung der Lage erteilt Berkic um 17.00 Uhr den Befehl Beim Sturmangriff auf das Panzerwerk „Forte Leone“ fielen insge-
zum Sturmangriff auf die Außenverteidiger und das Panzerwerk. samt 20 Soldaten und Offiziere der österreichischen Einheiten – und
Besonders bewährten sich die Standschützen der I. Kompanie des über 50 wurden verwundet.
Bataillons Meran unter Führung von Hptm. Joachim Pfitscher. Nur dem entschlossenen und mutigen Einsatz der Standschützen ist
Sie überrannten entschlossen und mutig die Kampflinien und dran- es zu verdanken, dass es bei diesen Kampfhandlungen nicht mehr Tote
gen – laut Gefechtsbericht – mit lautem „Hurra-Geschrei“ in die Öff- gab.
nungen der schweren Geschütztürme. 300 Gefangene sowie 14 Offiziere und ein Stabsoffizier der italie-
Die Außenbesatzung der Alpini-Einheiten floh „Hals über Kopf“ in nischen Alpini kamen in Gefangenschaft und wurden in Richtung Tri-
die Wälder in Richtung Arsiè. Die Besatzung der Festung flüchtete ent in Marsch gesetzt.
über die weit verzweigten Gänge ins Innere des Werkes. Weitere 200–300 Mann der Außenbesatzung konnten im Schutz der
Um 18.00 Uhr unternahm die italienische Besatzung nach einem Dunkelheit fliehen.
gewaltigen Sperrfeuer einen verzweifelten Ausbruchsversuch am Über eigene Gefallene machten die Italiener keine genauen Anga-
Haupteingang des Panzerwerkes. ben. Nach Berichten und Aussagen italienischer Historiker dürften es
Dabei gelang 20 Alpini-Soldaten mit einem Leutnant die Flucht. nur wenige gewesen sein.
Mit dabei war der Vater des heutigen Bürgermeisters der Gemeinde Die österreichischen Einheiten erhielten den Befehl, Sprengladun-
Arsiè – Mario de Nale. gen an strategischen Punkten der Festung anzubringen, die im
Gegenfeuer der österreichischen Einheiten auf das Hauptportal Anschluss Teile der Befestigungsanlagen zerstörten.
stoppte diesen Fluchtversuch. Weiters wurden sie aufgefordert, noch in derselben Nacht in Rich-
Um 18.30 Uhr schwenkte der italienische Festungskommandant tung Süd-Osten vorzurücken, wo zwei Tage später im Gebiet des
Major Roberto Olmi des VII. Alpini-Regiments – Bataillon Monte „Monte Meletta“ hart gekämpft wurde und viele unserer Meraner
Pavione - ein weißes Tuch am Hauptportal. Standschützen ihr Leben ließen.
Nr. 5/2005 11

Die Gefallenen von Cima di Campo wurden in „Castel Tesino“


begraben. 1937 ließ der italienische Staat sie in ein Gebeinhaus nach
Rovereto überführen.
Ortlerkämpfe 1915–1918
Einige beim Sturmangriff auf „Cima Campo“ beteiligten Offiziere Der König der Deutschen Alpen
der österreichischen Armee wurden für Tapferkeit belobigt und ausge- und seine Helden - Neuauflage
zeichnet.
Obst. Florbert Zacher und Hptm. Jaromir Berkic wurden mit dem Kürzlich ist die erweiterte Neuauflage des Werkes „Ortlerkämpfe
Ritterorden des „Leopold-Ordens“, mit der Kriegsdekoration und 1915-1918“ erschienen.
Schwertern ausgezeichnet. Dieses Buch enthält
Hptm. Joachim Pfitscher wurde das Militärverdienstkreuz 3. Klasse Geleitworte von Eduard
und die Kriegsdekoration verliehen. Wallnöfer (†), Alt-LHptm.
von Tirol, Günther Plat-
Anmerkung: ter, BM für Landesvertei-
Diese Chronik wurde nach Einsichtnahme in Unterlagen des Wiener digung, DDr. Herwig van
Staatsarchivs (Kriegsarchiv), des Stadtmuseums Meran sowie aus Staa, LHptm. von Tirol,
überlassenen Dokumentationen der Gemeinde Arsiè (Provinz Belluno) Dr. Jörg Haider, LHptm.
und des Historikers Wolfgang Alexander Dolezal von Renato des Dori- von Kärnten, Waltraud
des – Hptm. der Schützenkompanie Meran—Stadt im April 2005 Klasnic, LHptm. der Stei-
erstellt. ermark, Dr. Josef Pührin-
ger, LHptm. von Oberö-
sterreich, Luis Vonmetz,
Vorsitzender im AVS, Dr.
Luis Zingerle, LKdt.-Stv.
Begleitbuch zur Wanderausstellung des SSB, Dr. Michael
des SSB erschienen Schaffer, Präs. der Miliz-
verbände, Fritz Schretter,
BOZEN - Am 8. September LObm. des Kärntner Abwehrkämpferbundes und Pfarrer Dr. Josef
2005 wurde das Begleitbuch Hurton, z.Z. Tourismus-Seelsorger.
„Tirol vor und im I. Welt- Aus dem Inhalt sei hier zitiert: Der Krieg steigt auf die Grate und
krieg“ zur Wanderausstel- Gipfel - Italien rüstet gegen Österreich und bereitet sich für den
lung des Südtiroler Schüt- Gebirgskrieg vor - Die Entwicklung des Bergsteigens und des Schi-
zenbundes auf einer Presse- laufes in Österreich - Der Alpenverein und die Verteidigung des
konferenz der Öffentlichkeit Vaterlandes - Frühe militär-alpinistische Unternehmen - Die Schaf-
vorgestellt. fung der österreichischen Gebirgstruppe - Österreich-Ungarns letzter
Namhafte Historiker haben Kampf - Nachdruck des Originals von 1925: „Der König der Deut-
Beiträge verfasst, die in die schen Alpen und seine Helden“ (Generalmajor Freiherrn von Lem-
Thematik des Krieges in den pruch) - Der Kampf um die Einfallspforten nach Tirol - Das Tor nach
Tiroler Bergen einführen Tirol blieb geschlossen – Die Eroberung und Verteidigung des Stilfser
und vieles verständlich Joches und des Monte Scorluzzo - Der Kampf in den südlichen Ort-
machen. Die Autoren sind: lerbergen und um den Tonalepaß - Der Kampf in den nördlichen Ort-
Franz Heinz von Hye, Josef lerbergen nach Erlebnisberichten von Kriegsteilnehmern - Das erste
Gelmi, Norbert Parschalk, Kriegsjahr an der Cevedalefront - Die Erstürmung des Monte Scorlu-
Andreas Gottsmann, Mad- zzo - Das „Lempruchlager“ - Die Ortlerfront mit dem falschen Ruf
dalena Guiotto, Richard Schober, Franz Pahl, Martha Stocker, Wolf- eines Salonkriegsschauplatzes - Das Kriegsjahr 1916 in den
gang Jochberger, Paul Rainer, Leonardo Malatesta und Hans Daxer. Abschnitten I und II - Die Besetzung des Ortlergipfels - Ein heimli-
Wer sich für das Thema interessiert, für den kann dieses Buch eine ches „Friedensabkommen“ - Der Abschnitt IV der Ortlerfront: Das
echte Fundgrube sein, behandelt es doch den I. Weltkrieg und die Martelltal 1916–1917 - Tagebuchaufzeichnungen Alpiner Referenten
Zeit davor aus ganz unterschiedlichen Aspekten: Martha Stocker - Treu bis zur letzten Stunde: Die Freiwilligen - Die Standschützen:
etwa schreibt über die „Austriacanti und Irredentisten im Trentino“, das letzte Aufgebot wie 1809 - Sie eilten Tirol zur Hilfe: Die Freiwil-
Paul Rainer über „Kaiser Karl von Österreich“, Josef Gelmi hingegen ligen Schützen Oberösterreichs, Salzburgs, Kärntens und der Steier-
behandelt dass Thema „Die Tiroler Kirche und der Erste Weltkrieg“. mark - Das letzte Aufgebot Oberösterreichs auf dem Ortler - Die Frei-
Wolfgang Jochberger schreibt über „Der Alpenverein im I. Welt- willigen Salzburger Schützen in den Ortlerstellungen - Kärntner
krieg“, Franz Pahl beleuchtet das Thema „Not und Tod in den Ber- Freiwillige Schützen in der Region des ewigen Eises - In den höch-
gen“. Ein besonderer Vorzug des Buches ist, dass es möglichst objek- sten Stellungen des Weltkrieges, Ortler und Königsspitze - Das Ende
tiv gehalten wurde. Auf die Verfasser wurde von Seiten des Südtiro- in Tagebüchern - Erbe und Auftrag: Ihr Opfer war nicht vergebens
ler Schützenbundes kein Druck ausgeübt. Jeder hat in seiner Mutter- gewesen - Quellen- und Literaturverzeichnis - Personenregister -
sprache geschrieben, deshalb enthält das Werk auch zwei Beiträge Register der Truppenverbände - Ortsnamensregister.
auf italienisch - von den aus Vicenza stammenden Historikern Mad-
dalena Guiotto und Leonardo Malatesta. Ortlerkämpfe von 1915-1918, Der König der Deutschen Alpen und
Das Buch umfasst 270 Seiten und enthält bisher unveröffentlichte seine Helden, Nachdruck des Originals von 1925 von Generalmajor
Bilder und zahlreiche Verweise auf andere Publikationen. Es ist auf Freiherrn von Lempruch. Großformat, 672 Seiten, 880 Bilder, zahl-
der Wanderausstellung des Schützenbundes und im guten Buchhan- reiche davon in Farbe, Übersichtskarte, Ort- und Namensregister,
del zum günstigen Preis von 20,– Euro erhältlich (ISBN 88-8300- Literaturverzeichnis, Preis: 69,– Euro.
029-3).
12 Nr. 5/2005

Das „Franzosenkreuz“ in Moritzing „Sucht“ meist tödlich verliefen. Da sehr viele Soldaten an dieser
„Sucht“ erkrankten, musste man, aufgrund der großen Ansteckungs-
BOZEN – In der Tageszeitung „Dolomiten“ erschien in der Ausgabe gefahr, diese von den anderen Kranken und Verwundeten trennen. Die
vom 10. August 2005 ein Bericht über das „Franzosenkreuz“ in Morit- Behörde beschloss daher ohne lange Umstände in Gries vier Lazarette
zing, verfasst vom bekannten Bozner Historiker Dr. Bruno Mahl- zu errichten.
knecht. Bemerkenswert an diesem Kreuz ist ein Blechtäfelchen, das Wie viele kranke Soldaten in diesen vier Militärspitälern unterge-
unter dem Herrgott angebracht ist. Man liest darauf - in deutschen bracht waren, scheint nicht auf, sicher aber ist, dass man schon bald
Frakturbuchstaben - die jedoch nicht so alt sind wie sie aussehen: feststellte, dass diese vier Spitäler nicht ausreichten, um alle kranken
„Zum Gedenken der hier gefallenen Krieger im Jahre 1797. Dieselben Soldaten unterzubringen und so wurde am 13. August 1793 auch noch
bitten den Vorübergehenden um ein Vaterunser“. In verkürzter Form das Franziskanerkloster in Bozen in ein Militärlazarett umgewandelt.
drucken wir hier, mit der freundlichen Erlaubnis des Verfassers, den Aber auch dieses reichte nicht, und so mussten in Gries noch weitere
Artikel ab. drei Spitäler eingerichtet werden, die am 10. November 1796 ihren
Laut Angabe im „Schlern“ aus dem Jahr 1926 (S. 441) lautete Betrieb aufnahmen.
damals die Inschrift „Hier liegen viele Krieger vom Jahre 1796. Die- Wegen der jetzt in Gries anfallenden vielen Toten musste ein eige-
selben bitten die Vorübergehenden um ein Vaterunser“. Es ist heute ner Friedhof für das Militär ausfindig gemacht werden, der außerhalb
noch, wer von Bozen kommt, zirka 100 Meter nach der Kreuzung zum von Gries - in Moritzing - angelegt wurde. Die Toten wurden auf Och-
Bozner Krankenhaus links, am Beginn des Feldweges zum „Schick- senfuhrwerken hinausgeführt und dort in ausgehobene Gruben gelegt
moarhof“ (Meranerstr. 93) leicht zu finden und erinnert an einen einst und mit Schotter zugedeckt. Wie viele Soldaten dort begraben wurden,
hier bestandenen großen Soldatenfriedhof, auf dem aber nicht nur darüber gibt es keine amtlichen Angaben, aber nach Schätzungen des
Franzosen, sondern auch viele Tiroler begraben wurden. Der besagte damaligen Prälaten von Gries, Augustin Nagele, wurden allein in der
Soldatenfriedhof ist schon längst verschwunden und mit Reben über- Zeit zwischen dem 10. November 1796 und Mitte März 1797 über
baut. Nur das „Franzosenkreuz“ erinnert noch an die hier liegenden 5.000 Soldaten dort begraben.
tausend und abertausend Soldaten aus den Jahren zwischen 1793 und Am 23. März 1797 zogen die Franzosen mit insgesamt 18.000
1809. Mann in Bozen ein. Doch die nach Norden gedrängten österreichi-
Es weist nichts Besonderes auf. Es ist ein einfaches Holzkreuz mit schen Soldaten kamen wieder zurück und machten mit Hilfe der auf-
einem geschnitzten Christus, der nicht sehr alt ist. Angeblich wurde gebotenen Tiroler Schützen den Franzosen das Leben sehr schwer. Die-
der frühere Christus gestohlen und daraufhin am 29. April 1990 im se Kämpfe, Ende März und vor allem Anfang April 1797 bei Brixen
Rahmen einer schlichten Feier von der Kompanie „Mjr. Josef Eisen- (Spinges) und Bozen, sind als Glanzpunkte in die Geschichte Tirols
stecken“ Gries durch einen Neuen ersetzt. eingegangen. Es gelang den Schützen die ihnen zahlenmäßig haus-
Es war das Jahr 1792. Der noch sehr junge General Napoleon Bona- hoch überlegenen Franzosen immer wieder zu überfallen, dabei kamen
parte stellte vom Süden kommend, den österreichischen Truppen nach zahlreiche Soldaten um oder wurden verwundet. Der Höhepunkt der
und rückte immer näher auf unser Land zu. Bozen - weil Hinterland - Kämpfe im Bereich von Bozen fand am 3. April 1797 bei Moritzing
erlebte viel Unruhe, immer wieder zogen hier Truppen durch und die und auf den Anhöhen um Gries statt. Dabei verloren die Franzosen
Einheimischen mussten dem Militär mit ihrem Zugvieh so genannte sehr viele Soldaten, allein bei Moritzing sollen 200 oder gar 1.200
Vorspanndienste leisten und Lazarette für kranke und verwundete französische Soldaten gefallen sein (die Angaben widersprechen sich).
Soldaten einrichten. Diese bei Moritzing und am Guntschnaberg gefallenen Franzosen
1793 brach unter den Soldaten eine Krankheit aus, die die Ärzte wurden dann - nach dem Abzug der Franzosen aus Bozen - in der
nicht zu diagnostizieren wussten und deshalb als „Tiesl“ oder die Nacht vom 3. auf den 4. April von unseren Leuten eingesammelt und
hinaus nach Moritzing gebracht und dort begraben. Die Franzosen
ließen bei ihrer nächtlichen Flucht aus Bozen auch alle ihre kranken
und verwundeten Soldaten zurück, die in den hiesigen Lazaretten, den
sieben in Gries und im Franziskanerkloster in Bozen lagen. Jetzt
kamen dorthin auch noch österreichische Soldaten und Tiroler Schüt-
zen, und so befand sich also Freund und Feind im gleichen Lazarett
beisammen. Aber unsere Leute haben die verwundeten und kranken
Franzosen ebenso gepflegt wie die eigenen, und wenn sie gestorben
sind, haben sie diese, wie auch die eigenen Gefallenen, in Moritzing
begraben.
Gleich wie man nicht weiß, wie viele Soldaten 1796/1797 in Morit-
zing begraben worden sind, kann man dies auch nicht für die Zeit von
1800/01 und 1809 sagen, damals waren wieder französische Soldaten
in Bozen. Sicher ist, dass alle in dieser Zeit in oder um Bozen und
Gries gefallenen oder gestorbenen, eigenen und auch fremden Solda-
ten in Moritzing begraben wurden, doch niemand kann sagen, wie
viele es wirklich waren. Mehr als 6.000 wohl sicher, vielleicht aber
auch 10.000, ja vielleicht noch mehr. So wurden auf diesem Militär-
friedhof weit mehr Soldaten begraben, als auf dem im 19. Jahrhundert
angelegten in St. Jakob (Bozen). Während dieser aber gehegt und
gepflegt wurde und heute noch musterhaft instand gehalten wird, fiel
der Friedhof von Moritzing in Vergessenheit, wurde später mit Reben
bepflanzt und ist heute ein Weingut. Nur das genannte Franzosen-
kreuz hält noch die Erinnerung wach an diese vielen jungen Männer,
die da vor 200 und mehr Jahren fern der Heimat ihre letzte Ruhestät-
Das „Franzosenkreuz“ in Moritzing markiert die Stelle, wo einst ein riesiger te gefunden haben.
Kriegerfriedhof war, der schon längst in Vergessenheit geraten ist. Mjr. Paul Bacher, LKdt.
Nr. 5/2005 13

Gesamttiroler Winterfest Bataillone und Bezirke


in Vielgereuth
VIELGEREUTH/FOLGARIA - In Folgaria laufen die Vorbereitungen Nasses Bataillonsfest in Achenkirch
zum 1. Gesamttiroler Winterfest auf Hochtouren. Diese Veranstaltung, ACHENKIRCH - Die Aschbacher Schützen aus Achenkirch unter
die vom Gesamttiroler Schützenbund gutgeheißen wurde und unter dem Kommando von Hptm. Franz Kronberger und Obm. Willi Messner
der Schirmherrschaft der drei Landeshauptleute von Tirol sowie des hatten das 57. Bataillonsschützenfest bestens vorbereitet und trotz
Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern steht, wird vom 12. bis 15. schlechter Witterung bestens über die Bühne gebracht.
Jänner 2006 in diesem prächtigen Welschtiroler Wintersportort – Die Feldmesse wurde wegen des Regenwetters ins Festzelt verlegt,
direkt am unmittelbaren Frontverlauf des I. Weltkrieges – über die der Aufmarsch der Schützen fand trotzdem statt. Die Musikkapellen
Bühne gehen. Neben dem sportlichen Wettkampf werden vor allem Eben-Maurach, Steinberg, Stans und Achenkirch begeleiteten die
auch Unterhaltung und kulturelle Höhepunkte geboten. Schützen des Schwazer Baons, das von Baon-Kdt. Mjr. Hubert Danzl
befehligt wird. Am Schützentreffen beteiligten sich aber auch die
Kompanie Ehrwald, die historische Prangerschützenkompanie aus See-
kirchen, die Gebirgsschützenkompanie Tegernsee mit Trommlern, die
Jenbacher Kaiserjäger und die Schützengilde Achenkirch.

Im Jänner 2006 wird in Vielgereuth-Folgaria das erste Gesamttiroler Winter-


fest stattfinden.

Paolo Dalprà, Hptm. der ausrichtenden Kompanie, hat, wie er sagt,


mit seinen Kameraden diese Veranstaltung ins Leben gerufen, um die
Schützen der Alpenregion noch näher zusammen zu bringen. Die Ein- Geehrt wurde Anton Gründler für seine 60-jährige Treue, Bgm. Stefan
Messner, Mjr. Hubert Danzl und Mjr. Stephan Zangerl (v. l.) gratulierten.
ladung zur Teilnahme geht deshalb an alle Schützenkompanien und
Traditionsverbände in ganz Tirol und Bayern. An der Veranstaltung Bgm. Stefan Messner begrüßte als Ehrengäste LR Konrad Streiter,
teilnehmen können weiters – in getrennten Kategorien – auch Freun- Bez.-Hptm. HR Dr. Karl Mark, die Bgm. der einzelnen Gemeinden,
de und Familienmitglieder. LKdt.-Stv. Mjr. Stephan Zangerl und Alt-LHptm. Dr. Alois Partl.
Die Eröffnung des 1. Gesamttiroler Winterfestes wird am 12. Jän- Die Messe zelebrierte Schützenkurat Pater Bernhard Sirch. Die
ner in Anwesenheit des LHptm. von Südtirol erfolgen. Der sportliche musikalische Gestaltung übernahm die Bundesmusikkapelle Stans
Teil besteht aus einem Ski-Langlauf- und einem Ski-Alpin-Bewerb. unter der Leitung von Kapellmeister Gerhard Meixner und die Schüt-
Die daraus resultierenden Punkte zählen für die Mannschaftswertung. zenkompanie Eben-Maurach schoss die Ehrensalve.
Auf dem Programm stehen außerdem eine Schneeschuhwanderung Mjr. Zangerl ging in seiner Ansprache auf die Bedeutung der Schüt-
und der Besuch des Fernkampfwerkes Gschwent. zen ein, fand aber auch anerkennende Worte für das Schützenbatail-
Bezüglich Unterkunft und Verköstigung der Teilnehmer haben sich lon Schwaz mit den 16 Schützenkompanien, die ein großes Ansehen
die Vielgereuther Schützen in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Tou- im Schützenbund genießen.
rismusverein bemüht, den Teilnehmern günstige Unterkünfte anzubie- Im Rahmen des Festes wurde EHptm. Anton Gründler von der 1.
ten, um so allen Interessierten die Möglichkeit zu geben, nach Folga- Schwazer Andreas-Hofer-Schützenkompanie geehrt, er ist über 60
ria zu kommen. In den kommenden Tagen werden die diesbezüglichen Jahre bei der Kompanie und erhielt die Andreas-Hofer-Medaille.
Anmeldeformulare bei den Hauptleuten eintreffen
Weitere Infos unter www.skvielgereuth-folgaria.com Harald Hintner, Pressefotograf

Schütze sein ist mehr als das Tragen


Vergelt’s Gott
einer Tracht
NIEDERDORF - Die Schützenkompanie „Johann Jaeger“ Niederdorf
bedankt sich hiermit nochmals für die große Teilnahme aus dem ANRAS - Es waren an die 500 Trachtenträger, die beim Baons-
ganzen historischen Tirol sowie aus Bayern anlässlich der Wieder- schützenfest des Oberlandes in Anras gemeinsam feierten.
gründungsfeier vom 1. bis zum 3. Juli 2005. Dank eurer Teilnahme Besonders aufgefallen ist die, im Vorjahr vom ehemaligen Bez.-Mjr.
und Unterstützung wurde dieses Schützenfest zu einer wahren Tiro- des Pustertales auf Südtiroler Seite, Richard Stoll, wiedergegründete
ler Kundgebung. Nochmals ein großes Tiroler Vergelt’s Gott im „Johann Jaeger“ Schützenkompanie Niederdorf mit ihren schmucken
Namen der Schützenkompanie „Joahnn Jaeger“ Niederdorf. roten Schützenröcken. Die Ehrenkompanie stellte diesmal die Kompa-
Hptm. Richard Stoll - Schriftführerin Marlene Hofer nie Obertilliach und schoss „schneidige“ Salven.
Es ist in der heutigen Zeit nicht leicht, junge Menschen für tradi-
tionelle Vereine zu begeistern. Im Oberland allerdings hat man noch
14 Nr. 5/2005

ausreichend Reserven für den Schützennachwuchs, die Jungschützen Unter Gründungsobmann Konrad Kirchmair und Hptm. Heinz
sind da zahlreicher als anderswo. Den stärksten Jungschützenzug hat Samer wuchs die Kompanie, die heute über 40 Mann zählt.
die Schützenkompanie Strassen mit 33 Buben zwischen sechs und Das 25-Jahr-Jubiläum, verbunden mit dem Bataillonsschützenfest,
vierzehn Jahren. Diese sind übrigens die besten Jungschützen Tirols fand bei Bilderbuchwetter im Senn-Feld statt, und rund 1.200 Schüt-
und haben das Landesschießen dreimal in Folge gewonnen. Somit zen, die Musikkapellen Brixlegg, Kundl und Kramsach und die örtli-
bleibt der Wanderpokal im Oberland. chen Vereine feierten mit den zahlreichen Ehrengästen und vielen
Beim, von der Musikkapelle Anras musikalisch untermalten, Fest- Brixleggern den Festgottesdienst, zelebriert von Pfarrer Josef Wörter.
gottesdienst sagte Landeskurat Msgr. Josef Haselwarmer: „Wir brau- Bgm. Rudi Puecher gratulierte den Jubiläumsschützen, er sah die
chen einen festen Boden“ und meinte damit die Grundsätze der Tiro- Kompanie als festen Bestandteil im Brixlegger Kulturleben und über-
ler Schützen. LKdt. Mjr. Dr. Otto Sarnthein bezog sich in seinen Gruß- reichte vier Schützenchroniken als Jubiläumsgeschenke an die Kom-
worten auf diese Aussage, und forderte die Schützen auf, die geistige panie unter Obm. Hermann Thumer, Gründungs-Obm. Konrad
Einheit des Landes weiterhin mit aller Kraft zu verteidigen. Der Obm. Kirchmair, Gründungs-Hptm. Heinz Samer und Baon-Kdt. Hermann
des Dachverbandes, Hermann Huber, überbracht die Grüße des Egger.
Gesamttiroler Schützenbundes und wies erneut darauf hin, dass es Ein Mann der ersten Stunde war auch Hermann Egger, der zugleich
Aufgabe der Schützen sei, für Natur, Umwelt und damit auch die sein 25-Jahr-Jubiläum als Baon-Kdt. feiern konnte. Eine Ehren-Bild-
Lebensqualität im Lande einzutreten. scheibe des Bataillons und ein fester Händedruck der Hauptmänner
aller Kompanien waren Dank für die geleistete gute Arbeit.
Herbert Bogner, Waffenwart seit der Gründung, wurde mit dem Sil-
bernen Ehrenzeichen des Bataillons ausgezeichnet. LR Mitterer und
BMjr. Hans Steiner stellten sich als prominente Gratulanten ein.
Mit der Verteilung der Ehrengeschenke, der Landeshymne, der Defi-
lierung und dem Aufmarsch zum Mühlbichl fand das Jubiläum einen
gebührenden gesellschaftlichen Ausklang.

Schützenbataillon Innsbruck
INNSBRUCK - Über die Medien war es schon vor längerer Zeit
bekannt, dass die Bundespolizei und die Bundesgendarmerie zu einem
einzigen Sicherheitskörper „Bundespolizei“ mit Datum 1. Juli 2005
zusammen gelegt werden.
Die geehrten Kameraden der Kompanie Anras Am 1. Juli d.J. fand ein Festakt in Innsbruck unter Teilnahme des
Schützenbataillons Innsbruck unter Baon-Kdt. Mjr. Erich Enzinger-
LA Bgm. Dr. Andreas Köll überbrachte die Grüße des Landes Tirol. statt.
Zum aktuellen Thema Transit meinte der Abgeordnete, dass es sehr
wohl Aufgabe der Schützen sei, zum Schutz von Leib und Leben der
Tiroler Bevölkerung, wenn nötig auch mit Fahne und Säbel, zu
demonstrieren, begrüßte aber die Entscheidung, dass es dazu einen Be-
schluss des jeweiligen Baons braucht.
Im Rahmen des Festaktes wurden zahlreiche Schützen für ihre
Treue zur Kompanie geehrt (siehe letzte Seite!).

25 Jahre Schützenkompanie Brixlegg


BRIXLEGG - 1979 bemühten sich einige Männer mit Konrad
Kirchmair, eine eigene Schützenkompanie in Brixlegg aufzustellen, am
28. Oktober fand bereits die Gründungsversammlung statt. Es erfolgte
die Einkleidung und am 1. Juli 1980 konnte die neue Fahne unter Fah-
nenpatin Elisabeth Giesswein bei einem großen Fest geweiht werden.
Festakt zum Sicherheitskörper „Bundespolizei“ am 1. Juli 2005 in Innsbruck.

Anwesend waren BM Liese Prokop, LHptm. DDr. Herwig van Staa,


Präsident des Tiroler Landtages, Prof. Ing. Helmut Mader, Bgm. der
Landeshauptstadt Innsbruck, Hilde Zach, sowie höchste Offiziere der
neuen Bundespolizei.
Das Schützenbaon Innsbruck war durch die Baonsstandarte, die
Fahnenabordnungen der einzelnen Kompanien und durch die Ehren-
kompanie Innsbruck-Reichenau vertreten. Es darf nicht unerwähnt
bleiben, dass es immer schwieriger ist, an Werktagen eine Ehrenkom-
panie zu stellen. Die Kompanie Reichenau hat die ihr gestellte Aufga-
be hervorragend gelöst und auch eine tadellose General-de-Charge
durchgeführt.
Beim anschließenden Festakt in den Räumen des Casino Innsbruck
wurden von BM Liese Prokop die Ernennungsdekrete überreicht. Lan-
despolizeikommandant Gen.-Mjr. Oskar Gallop und sein Stv. Norbert
Kinder eröffnen den Festzug mit Defilierung und Aufmarsch zum Mühlbichl. Zobl waren bereits in der neuen Polizeiuniform erschienen.
Nr. 5/2005 15

Die Landeshauptstadt Innsbruck darf sich freuen, in der Person von bahner Stadtkapelle Lienz. In seiner Predigt ging der Osttiroler Kurat
Brigadier Dr. Franz Birkfellner einen ausgezeichneten Beamten als auf die christlichen Werte ein und meinte, man müsse Tradition nicht
Stadtkommandant zu erhalten. als Festhalten am Alten verstehen, sondern vielmehr im Einklang mit
dem Neuen die christlichen und kulturellen Werte bewahren. „Die
Ing. Sepp Dag, EHptm., Baonspressereferent
Schützen in Tirol sind Hüter und Mahner für die Erhaltung dieser
wichtigen positiven Einstellung zu Heimat, Menschen und christlichen
Baonsfest in Arzl Werten“, appellierte Niederwieser.
NR Helga Machné erwähnte die Eckpfeiler des „Gedenkjahres 2005“
INNSBRUCK/ARZL - Am 3. Juli 2005 fand das Baonsfest – ausge-
mit Erinnerung an das Kriegsende 1945 und die Gründung der Zwei-
richtet von der Speckbacher-Schützenkompanie Innsbruck-Arzl –
ten Republik, den Staatsvertrag 1955 und das Jahr 10 nach dem Bei-
statt. Nach starken Regenfällen klarte es an diesem Morgen schon früh
tritt zur Europäischen Union. „Österreich gehört zu den wohlhabend-
auf und am Fuß des Kalvarienberges erlebten die zahlreichen Schüt-
sten und sichersten Staaten der Welt, und das gilt es zu erhalten. Das
zen und Gäste eine wunderschöne Feldmesse.
Vereinte Europa bringt sicher Veränderungen, aber man muss die Risi-
Noch überwiegen im Ortskern von Arzl die großen, gewichtigen
ken sehen und die Chancen nützen! Je größer Europa wird, desto mehr
Bauernhäuser mit dem vielen Blumenschmuck auf den Balkonen. Der
Gewicht erhalten wieder die Regionen“, betonte Machné. Die Tiroler
aufwändig sanierte Kalvarienberg bot mit den Schützenfahnen im
Schützen stünden für Geschichte und Tradition, für Gemeinschaft und
Vordergrund und eingerahmt von einer traumhaften, sonnendurchflu-
Kameradschaft und den Glauben an Gott. Ihre Aufgabe sei es, unsere
teten Bergkulisse einen einmaligen Anblick. Pfarrer Anton Eppacher
Grundwerte zu erhalten, auf Heimat, Natur, Landschaft und Freund-
hat in treffenden Worten davon gesprochen: „Gott ist in der Mitte“.
schaft zu achten, Trachten und Bräuche zu erhalten und zu pflegen.
„Ich weiß die Arbeit der Schützen zu schätzen. Sie sind Vorbilder für
unsere Jugend“, schloss Machné.
Einigermaßen hohe emotionale Wellen schlug der Empfang des
ehemaligen italienischen Staatspräsidenten Cossiga in Lienz. Der
Obmann des Gesamttiroler Schützenbundes, EMjr. Hermann Huber,
meinte dazu: „Es stimmt, dass die Anwesenheit der Schützen beim
Empfang mit der Stadt abgesprochen war. Nachdem die Äußerungen
Cossigas über Österreich und Tirol in einer Südtiroler Zeitung bekannt
wurden, hat uns Bgm. Dr. Hibler zu einer Krisensitzung einberufen
und gebeten, diesen Auftritt abzusagen. Diese Entscheidung haben wir
als die einzig richtige empfunden und freuen uns über die patriotische
Einstellung und die kluge Entscheidung Hiblers gemeinsam mit den
Schützen.“ Wie berichtet betonte Francesco Cossiga bei seinem Emp-
fang in Lienz jedoch, er sei in einer italienischen Zeitung falsch inter-
Die geehrten Hauptleute (v.l.) Raimund Schwarz, Ing. Sepp Dag, Klaus Holz- pretiert worden.
baur mit dem Präsidenten des Tiroler Landtages, Helmut Mader, Bürgermei-
sterin Hilde Zach, Mjr. Stefan Zangerl und Mjr. Erich Enzinger.

EHptm. Dipl.-Vw. Dr. Otto Kaspar begrüßte zahlreiche Ehrengäste


u.a. den Präsidenten des Tiroler Landtages, EMjr. des Baon Innsbruck,
Prof. Ing. Helmut Mader, die Bgm. von Innsbruck, Hilde Zach, den
LKdt.-Stv. Mjr. Stefan Zangerl, Baon-Kdt. Mjr. Erich Enzinger mit Gat-
tin Anni, vom südlichen Tirol Mjr. Peter Piock und Mjr. Helmut Gai-
daldi und aus Rom den Schützenfreund Dr. Franco Bellegrandi mit
Gattin. Die Ehrenkompanie stellte St. Nikolaus/Mariahilf unter Hptm.
Dipl.-Ing. Dieter Probst.
Bgm. Hilde Zach betonte die wichtige Aufgabe der Schützen als
Bewahrer der Tradition im Land. Die Festansprache hielt Landtagsprä-
sident Prof. Ing. Helmut Mader, der seinen besonderen Bezug zu Arzl
erwähnte, wo er in jungen Jahren gewohnt hatte.
Mjr. Zangerl und Mjr. Enzinger ehrten im Anschluß an die Anspra-
chen gemeinsam mit dem Verdienstzeichen des Bundes der Tiroler Die Kompanie Lienz ist angetreten.
Schützenkompanien die langjährigen Kommandanten Ehren-Mjr.
Hermann Huber und sein Nachfolger, Viertel-Kdt. BMjr. Sepp
Hptm. Klaus Holzbaur (Mühlau), EHptm. Raimund Schwarz (Igls-Vill)
Außersteiner, überreichte dem scheidenden Schützenkuraten Eduard
und EHptm. Ing. Sepp Dag (Alter Schießstand).
Niederwieser zum Abschied das große Tiroler Schützenbuch als Dan-
Ing. Sepp Dag, EHptm., Baonspressereferent keschön für die gute Zusammenarbeit. Vor der Ehrentribüne schossen
die Lienzer Schützen eine Salve zu Ehren Niederwiesers.
„Vorbilder für unsere Jugend“ Seit 70 Jahren ist der 85-jährige Johann Weiler Mitglied der Schüt-
zen. Er nahm rüstig und mit Freuden die Andreas-Hofer-Medaille mit
LIENZ - An die 600 Schützen, Musikanten und Gastabordnungen Eichenlaub für 70 Jahre ersprießliche Tätigkeit entgegen. (Weitere
waren am 14. August in Lienz beim Fest des Schützenbataillons Lien- Ehrungen siehe letzte Seite!)
zer Talboden anwesend. Es war ein farbenfrohes Bild, das dem Lienzer Eine neue Schärpe für die Viertelfahne spendierte der Osttirol-Fan
Altstadtfest eine besondere Note verlieh. Mag. Dr. Manfred Macek aus Wien. „Mir ist es eine Ehre, für einen
Am Beginn stand eine von Schützenkurator Eduard Niederwieser Tiroler Traditionsverein etwas tun zu dürfen. Die Tiroler Schützen sind
zelebrierte Feldmesse, zu der die Kalser Schützen die Ehrenkompanie eines der höchsten Kulturgüter, die wir in Österreich haben“, sagte
stellte. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von der Eisen- Macek.
16 Nr. 5/2005

tung fordern und die uns von irgendwelchen anderen Organisationen


grundlegend unterscheiden.“ Jordan bezeichnete die Schützen als das
„Gewissen der modernen Gesellschaft“ und als einen Verein, in dem
auch in der heutigen schnelllebigen Zeit junge Leute noch Gemein-
schaft und Heimat finden.
Begonnen hatte das Fest mit einer von Bezirksschützenkurat Pfar-
rer Johann Huber zelebrierten Feldmesse, musikalisch umrahmt von
der Musikkapelle Prägraten. Huber ging bei der Predigt auf die Werte
des Miteinander in der menschlichen Gesellschaft ein und machte
„Mobbing am Arbeitsplatz“ zum Thema. Dabei ermunterte er die ange-
tretenen Schützen, christliche Werte wie Hilfsbereitschaft und Zusam-
menhalt hochzuhalten.

Die Ehrengäste in Lienz: BMjr. J. Außersteiner, Mjr. K. Riepler, EMjr. H. Sepp-Innerkofler-Gedenkschießen


Huber, Obst. R. Höss, LHptm. K. Steininger, Mjr. St. Zangerl, HR Dr. P. Wöll,
NR H. Machné, Bgm. Dr. J. Hibler ST. LORENZEN - Am 29. Juli fand am Schießstand von St. Loren-
zen unter der Leitung von Hptm. Erich Lanzinger, OSM Walter Lan-
Bez.-Hptm. HR Dr. Paul Wöll, ebenfalls in Schützentracht erschie-
zinger und Bez.-Schießleiter Olt. August Kirchler, die Preisverteilung
nen, meinte: „Tirol ohne Schützen wäre nicht Tirol.“ Zum Bataillons-
des 13. Pustertaler Bezirksschießen statt.
schützenfest angereist waren aber auch der BMjr. des Welschtiroler
Die Schießveranstaltung selbst wurde anlässlich des 90. Todestages
Schützenbundes, Franz Landi, der auch Obm.-Stv. des Gesamttiroler
des Standschützen Sepp Innerkofler, vom 14. Mai bis 5. Juni, am KK-
Schützenbundes ist, Hubert Straudi (Landesschießreferent aus Tramin
Schießstand von Sexten ausgetragen. An zehn Schießtagen nahmen
in Südtirol), Karl Steininger, LHptm. der Bayerischen Gebirgsschützen,
234 Schützen aus 51 Kompanien teil. Die Teilnehmer kamen
und Stefan Zangerl, Tiroler Lkdt.-Stv. Sie alle lobten die Einigkeit und
hauptsächlich aus dem gesamten Pustertal. Neu an diesem Schießen
gute Organisation des Schützenwesens in Osttirol.
war die gemeinsame Organisation und Austragung durch die Kompa-
nie „Sepp Innerkofler“, wobei zusätzlich 134 Sportschützen teilnah-
Schützen lassen sich nichts verbieten men. Nebenbei verrichteten insgesamt 65 Schützen aus dem Bezirk
Pustertal den Dienst am Schießstand. Sie halfen dadurch mit, dass die-
PRÄGRATEN - 600 Schützen und Musikanten feierten beim Baon-
ses Bezirksschießen erfolgreich ausgetragen wurde und einen Teilneh-
schützenfest in Prägraten, Kundl stellte die Ehrenkompanie.
merrekord vorweisen konnte.
Nicht einverstanden ist Bgm. Kratzer aus Prägraten damit, dass sich
Neben den üblichen Schießabzeichen konnten sich die Teilnehmer
Schützen in Tracht samt Fahne an Demonstrationen - zum Beispiel
über schöne Sachpreise freuen, vom Werkzeugkoffer bis zum Gams-
gegen den Transit am Brenner - beteiligen. Derartige Aktivitäten „in
abschuss. Die Goldene Schützenschnur schossen 24, die Silberne 43
Tracht und mit Fahne“ zu unterstützen, sei nicht Aufgabe der Tiroler
und die Grüne 16 Schützen.
Schützen, hatte er in einem früheren Gespräch gemeint.
Der Obmann des Gesamttiroler Schützenbundes, Mjr. Hermann
Huber, ließ diese Ansage nicht unbeantwortet und sagte beim Bezirks- 13. Bezirksschützenfest
schützenfest: „Wir Schützen werden uns das von der Politik nicht ver- Burggrafenamt Passeier
bieten lassen.“
Als Festredner stellte der EMjr. des Schützenbataillons Oberland, ST. MARTIN i. PASSEIER - Am 6. und 7. August fand das Schüt-
Mag. Adalbert Jordan, die Frage: „Warum soll ich bei den Schützen zenfest des Bezirkes Burggrafenamt-Passeier, ausgerichtet von der
sein?“ und führte aus: „Der eine oder andere, der Mitglied bei uns ist, Kompanie St. Martin, in der gleichnamigen Ortschaft im Passeiertal
hat vielleicht in einer Zeit des dauernden Wandels, dem Streben nach statt.
Modernem und der Ablehnung alter Werte einen ruhenden Pol Am Samstagnachmittag stand ein Exerzierwettbewerb auf dem
gesucht. Hier muss er fast notgedrungen zu uns finden. Die Grundsät- Programm, an dem sich zwei Kompanien beteiligten.
ze des Bundes der Tiroler Schützenkompanien - Treue zu Gott und Es waren dies die Kompanien „Franz Höfler“ Lana und Platt in Pas-
dem Erbe der Väter, Schutz von Heimat und Vaterland, Bekenntnis zur seier, letztere konnte das Rennen für sich entscheiden.
geistigen und kulturellen Einheit des Landes, Bekenntnis zur Freiheit
und Würde des Menschen, Pflege des Schützenbrauches sind sicher
nicht revolutionär. Es sind Grundsätze, die eine bestimmte Lebenshal-

Das Bezirksfest Burggrafenamt-Passeier zeigte einmal mehr den lebendigen


Schützengeist in Merans näherer Umgebung.
Nr. 5/2005 17

Der offizielle Auftakt war der Zapfenstreich am Samstagabend. Er (Aufwachen) gegründet. Mit der Vermarktung des Lebensraumes einer
wurde von der Ehrenformation des Bezirkes unter dem Kommando Dorfgemeinschaft wird eine Lebensgrundlage verkauft.
von Mjr. Peter Piock durchgeführt. Am Sonntag konnte Hptm. Florian Cortina ist nur ein Beispiel davon, wie der Massentourismus die
Krezdorn über 60 Fahnen sowie an die 1.000 Schützen begrüßen. ganze einheimische Bevölkerung, mitsamt ihrer Kultur und Tradition,
Bezirkskurat Pater Christoph Waldner bekundete, dass ihn die flat- in den Untergrund treiben kann.
ternden Schützenfahnen und Federn im Wind an die wahre Freiheit Südtirol darf es nicht gleich ergehen. Gerade deshalb bedarf es
des Tiroler Adlers erinnern. Er wies in der Festpredigt darauf hin, dass eines schnellen Handelns, bevor es zu spät ist. In unserem Heimatdorf
Tirol eins sei; zwar nicht eine Sprache, aber ein Volk. Zu viele Men- trifft das Problem der Spekulation sicherlich in überspitzter Weise zu.
schen in unserem Land würden aber gegen die Landeseinheit arbeiten. Schon kleinste Bauernhöfe an idyllischen Stellen wurden hier in „Tou-
Er mahnte jeden zur Vorsicht, um unsere Heimat zu wahren. ristenwohnungen“ umgebaut, rund 300 Einheimische mussten aus
Von den Ehrengästen traten der Bgm. von St. Martin, Hermann Pir- Wohnungsnot nach Lajen oder Waidbruck auswandern.
pamer, sowie LKdt. Paul Bacher und der Baon-Kdt. vom Ötztal, Anton Das sind katastrophale Zustände, die nur mit dem Aussterben einer
Klocker, ans Rednerpult. Klocker verurteilte die faschistischen Bege- jahrhundertalten Dorfgemeinschaft und Kultur enden können.
benheiten in Süd-Tirol jüngster Vergangenheit aufs Schärfste. Es wäre uns eine Ehre, wenn auch viele Schützen erscheinen wür-
Der anschließende Abmarsch durch das Dorf wurde von der Ehren- den und auch ihren Beitrag dazu leisten würden. Schlussendlich han-
kompanie Längenfeld aus dem Ötztal angeführt und fand rege Auf- delt es sich hier nicht nur um eine einzige Gemeinde, sondern um ein
merksamkeit bei Gästen und Einheimischen. Problem, dass sich bald auf ganz Südtirol ausweiten wird und somit
uns allen am Herzen liegen müsste.
Für die Bürgerinitiative „Descede“
Schütze Pitscheider Werner
Leserbriefe
Eine exemplarische Lektion
„Caporetto“ oder „Karfreit“?
In der Tiroler Tageszeitung vom 13. 8. 2005 habe ich gelesen, dass
Mit Interesse habe ich den Bericht über die Meraner Standschützen die Lienzer Schützen auf Grund der Äußerungen von Italiens Ex-
gelesen und deren Erstürmung des italienischen Festungswerks „Forte Staatschef Francesco Cossiga - auf Urlaub in Südtirol - aus Protest
Leone“. dem am nächsten Tag vom dortigen Bürgermeister bereiteten Empfang
Dabei ist mir aufgefallen, dass trotz vieler Hinweise in der Schüt- fern blieben.
zenzeitung auf die ursprünglichen Namen in diesem Artikel von der Mit diesem Brief möchte ich meine ganze Bewunderung für die
Niederlage bei „Caporetto“ gesprochen wird. Schützen aus Lienz zum Ausdruck bringen, welche dieser Person die
Der Ort hieß bis zu seiner Eroberung durch die Italiener im Jahre Ausrückung verweigerten. Es war dies eine exemplarische Lektion aus
1915 Karfreit und so wurde er auch wieder genannt, als er im Jahre Würde und Stolz, welche der Mittelmäßigkeit der politischen Welt
1917 in der 12. Isonzoschlacht durch deutsch-österreichische Kräfte erteilt wurde und eine klare Wiederbestätigung, dass die Schützen
zurückerobert wurde; hier gelang der entscheidende Durchbruch, wie nicht die „andere Wange“ hinhalten.
General Alfred Krauß in seinem Buch „Das Wunder von Karfreit“
Mit freundlichen Grüßen und Schützen Heil!
beschreibt.
Dr. Franco Bellegrandi, Rom
Aus diesem Grunde erhielt die Kaserne in Brannenburg am Inn, in
Ehrenkranzträger des Bundes der Tiroler Schützenkompanien
dem heute das Gebirgspionierbataillon 8 der Bundeswehr stationiert
ist, die Bezeichnung „Karfreitkaserne“. Da Karfreit heute in Slowenien
liegt, wird der Ort heute Kobarid genannt.
Ich habe mich mit der Geschichte der Brannenburger Kaserne
Hui & Pfui
intensiv befasst und nach vielfältigen Recherchen eine Chronik des
Standortes herausgegeben. Die Sprachgrenze rückt immer weiter
Mit herzlichem Gruß nach Norden
Manfred Benkel
Die deutsche Sprachgrenze rückt seit Jahrhunderten immer weiter
nach Norden. Besonders weh tut es einem da, wenn eigene Landsleu-
St. Ulrich, ein Dorf im Ausverkauf te dabei das ihrige dazu tun.
Die Bürgerinitiative für den Erhalt der Heimat „Descede“ mit Unter- So geschehen unlängst auf einem großen Schützenfest im Puster-
stützung der Schützenkompanie St. Ulrich, dem ladinischen Kulturin- tal. Eine sonst schneidige (Schützen-)Marketenderin wusste dort auf
stitut „Union di Ladins de Ghërdeina“, der Bauernorganistaionen von Nachfrage genau, was in ihrem Schnappspanzele drinnen ist. „A Prug-
St. Ulrich und dem Heimatschutzverein Grödnertal „Lia Natura y na“, meinte das Mädchen ganz unbekümmert und vertat es sich damit
Usanzes“ organisieren am 18. Oktober 2005 um 20 Uhr in der Aula gehörig bei ihren Abnehmern.
Magna der Volksschule St. Ulrich einen Vortragsabend über den Aus- Noch mehr zu denken gibt der Umstand, dass in drei Gemeinden
verkauf der Heimat. des Unterlandes (Branzoll, Pfatten und Salurn) bei den Gemeinde-
Zum Thema werden Dr. Peter Ortner , der Architekt Dr. Hempel und ratssitzungen nur italienisch gesprochen wird. Und
ein Techniker des Landesraumordnungsamtes einen Vortrag halten. dies trotz der Tatsache, das hier durchaus auch
Anschließend soll eine Diskussion stattfinden, bei der die Gründe Vertreter der deutschen Sammelpartei schalten
für den „Ausverkauf der Heimat“ erörtert werden, wobei auch eventu- und walten, von denen einige sich bei jeder (gün-
elle Lösungsansätze aufgezeigt werden sollen. stigen) Gelegenheit als Tiroler prahlen.
In Erkenntnis der immer größer werdenden Bedrohung durch Bau- Opportunismus kennt schon wieder keine
spekulation haben in St. Ulrich mehrere Menschen zusammengefun- Grenzen, dafür ein kräftiges Pfui!
den, um über dieses Problem zu diskutieren.
Es wurde dabei eine überparteiliche Gruppe, namens „Descede“, Euer Raffl
18 Nr. 5/2005

Die Seite der Marketenderinnen und Jungschützen


Die Jugend ist unsere Zukunft
INNSBRUCK/AMRAS - Jungschützen in einer Kompanie bringen
viel Arbeit und Verantwortung, aber auch viel Freude. Die besten Vor-
aussetzungen sind, dass die Kinder und Jugendlichen möglichst vom
Ort, die Väter – zumindest zum Teil – ebenfalls Kompaniemitglieder
und die Eltern in die Jungschützenarbeit mit eingebunden sind. Vor
allem aber braucht es Betreuer, die sich mit viel Zuwendung um die
Jugend kümmern.
In Amras sind zum Glück alle Voraussetzungen gegeben, dass eine
gute, lebendige Jungschützenarbeit möglich ist.
Die Jungschützen haben regelmäßig Gruppenstunden, wo gebastelt,
gespielt oder Heimatkunde gelernt wird. Es werden die Grundsätze des
Tiroler Schützenwesens behandelt und sportliche Aktivitäten wie
Schifahren, Snowboarden, Wandern und Schießen ausgeübt bzw.
erlernt.
Pusterer Jungschützen am Monte Piano
Es gibt viele gemeinsame Aktivitäten wie eine Faschingsparty oder
den Besuch einer Bäckerei, wo die Kinder nicht nur zuschauen und ler- Entlang des Pioniersteiges, wie der bereits vor Kriegsbeginn ange-
nen, sondern auch selbst Hand anlegen und die selbst gemachten legte Weg genannt wird, gab es dann bereits Überreste der öster-
Erzeugnisse mit nach Hause nehmen durften. Vom 29. bis 31. Juli reichischen Stellungen sowie einen Kriegerfriedhof zu sehen. Interes-
waren die Jungschützen auf der „Neuen Magdeburger Hütte“ im siert hörten die Wanderer den Ausführungen von Peter Villgrater zu.
Gemeindegebiet von Zirl und hatten dort beim Spielen viel Spaß. Er beantwortete viele Fragen über die Kampfhandlungen von
Ein Höhepunkt war jedoch der Besuch des Altersheimes St. Martin 1915–1917. Nach drei Stunden Gehzeit wurde das Gipfelkreuz erreicht
in Aldrans, wo sich die Bewohner an den Jungschützen, die in Tracht und nach einer kurzen Rast wurden die Schützengräben und Tunnels
gekommen waren, erfreuten. Es ergab sich manches nette Gespräch am Berg besichtigt. Die Jungschützen konnten sich dadurch ein Bild
zwischen Jung und Alt. über die Kampfhandlungen an der Tiroler Front machen. Bei herrli-
chem Wetter wurde der Rückweg in Angriff genommen.

„Abenteuer Heimat“ 2005 in der


Ruine Mayenburg
VÖLLAN - Am Donnerstag, dem 25. Juli 2005, war es wieder
soweit: 70 Jungschützen und 23 Betreuer aus dem ganzen Land kamen
angereist, um in der Ruine Mayenburg in Völlan drei ereignisreiche
Tage zu erleben. Das begann schon damit, dass die Großen wie die
Kleinen zunächst einmal zu Pickel und Schaufel greifen, Steine bei-
seite räumen und schwitzen mussten, um sich einen anständigen Platz
für ihr Zelt zu schaffen: Ein mittelalterlicher Burghof ist eben keine
Spielwiese.
Als schließlich alle Behausungen standen - jeder verfügbare Win-
kel beherbergte ein Zelt - konnte wie alljährlich die Lagerfahne gehis-
Besuch im Senioren-Wohnheim Aldrans: Gruppenbild mit dem 101-jährigen st werden, und wie immer wurden bei einem kleinen Gruppenspiel die
Igler Schützenkameraden Hannes Hundegger.
ersten Kontakte aufgebaut. (Fortsetzung siehe Seite 23!)
Besonders beeindruckt war die Amraser Jugend jedoch darüber,
dass sie den 101-jährigen Igler Schützenkameraden Hannes Hundeg-
ger kennen lernen durften, der in voller geistiger Frische im Heim St.
Martin lebt.
Die Schützenkompanie Amras ist stolz auf ihre braven Jungschüt-
zen und natürlich auch auf die engagierten Betreuer, die ihre Aufga-
be sehr erst nehmen. Ist doch die Jugend unsere Zukunft!

Wanderung zum Monte Piano


BRUNECK - Am 31. Juli 2005 unternahmen die Jungschützen des
Bezirkes Pustertal eine Wanderung auf den Monte Piano.
Unbeeindruckt von den dunklen Gewitterwolken am Himmel, ging
es um 7 Uhr beim Dürrensee los. Bez-Mjr.-Stv. Peter Villgrater begrüß-
te die über 20 interessierten Jungschützen, Betreuer und Eltern und
erzählte von den Ereignissen an und um diesen geschichtsträchtigen Das Jungschützenzeltlager des SSB auf der Mayenburg war auch heuer wie-
Berg. der ein voller Erfolg!
Bayerische Gebirgsschützen
Bund der Bayerischen Gebirgsschützenkompanien

Kreuth, Wall, Warngau, Abwinkl, Gaißach,


Greiling und Lenggries kamen die Mitglieder.
Mit dem Jahr 1927 enden die Eintragun-
gen in dem Einschreibebuch. Es waren noch
vier neue Mitglieder aufgenommen worden.
In dem Buch wäre noch viel Platz. Heute
erinnert nur mehr das Skapulierfest mit der
Prozession zum Ortsteil Gasse an das, woran
die Menschen in den letzten Jahrhunderten
glaubten.
Die Gmunder Gebirgsschützen begleiten
bei der Prozession das Allerheiligste und
beweisen mit diesem Ehrendienst nicht nur
die enge Verbindung zur Kirche. Sie halten
damit auch die Erinnerung an die Mariani-
sche Erzbruderschaft des Hl. Skapuliers wach.

Ein Schaukasten der


besonderen Art
Gmunder Gebirgsschützen begleiten das Allerheiligste
MURNAU - Die Gebirgsschützenkompanie
Murnau hat an herausragender Stelle im

Das Skapulierfest in Gmund Markt Murnau einen Schaukasten, in dem sie


die Kompaniemitglieder und auch die Bevöl-
kerung über das Gebirgsschützenwesen ins-
GMUND - Am ersten Sonntag im Juli Es ist überliefert, dass man am Tag der gesamt und die Kompanie im Besonderen
eines jeden Jahres nimmt die Gmunder Einschreibung und am zweiten Sonntag im informiert.
Gebirgsschützenkompanie am traditionellen Monat den vollkommenen Ablass erlangen Die Wahl von Joseph Kardinal Ratzinger
Skapulierfest in Gmund teil. Die Skapulierer konnte. Diese Marienbruderschaften sollen zum Papst Benedikt XVI. nahm Herbert Bren-
waren eine Marienbruderschaft. Der Ur- schon im 15. Jahrhundert entstanden und zur ner, der für den Schaukasten zuständig ist,
sprung: Die Mutter Gottes ist dem Simon höchsten Blüte gekommen sein. Erbprinz zum Anlass, um dieses Ereignis besonders
Stock vom Karmeliterorden erschienen und Wilhelm v. Bayern (†1626) war weltlicher hervorzuheben. Das Bekenntnis der GSK
hat das „Skapulier“ gegeben mit folgenden Präfekt und Schutzherr aller marianischen Murnau zu Papst Benedikt fand bei der
Worten: „Nimm hin, mein viel geliebter Sohn Kongregationen in Deutschland. In Tegernsee Bevölkerung großen Zuspruch.
– dieses deines Ordens-Skapulier, ein Zeichen wurde 1635 eine Erzbruderschaft des Hl.
meiner Bruderschaft. Wer im selben stirbt, Rosenkranzes eingeführt. Die Bruderschaft
wird das ewige Feuer nicht leiden.“ zum Hl. Skapulier wurde in Gmund schon am
Drei Stücke wurden für die Bruderschaft 28. März 1697 bischöflich bestätigt. Im Jahre
gefordert: 1683 zählte die Bruderschaft rund 2.174 Mit-
1. Seinen Namen in das Bruderschaftsbuch glieder. Vom Schulkind, der Dienstmagd, dem
einzuschreiben, Tagelöhner bis zum Bauern und Fabrikanten
2. dass man ein geweihtes Skapulier vom war jeder Stand vertreten. Die Mitglieder
Priester empfange und kamen meist aus der Pfarrei, aber auch darü-
3. dass man dieses Skapulier bis zum Tode ber hinaus. Stark vertreten waren Egern und
um den Halse trage. Waakirchen, aber auch aus Tegernsee,

Das geweihte „Skapulier“, das die Mitglieder der Bruderschaft vom Priester empfangen und bis zum Tode
um den Hals getragen haben, ähnelt einer Stola und ist reich bestickt.
20 Berichte aus Bayern Nr. 5/2005

Gedenkgottesdienst 100. Geburtstag Der „Moar“ wird 80


S.K.H. Herzog Albrecht WACKERSBERG - Nikolaus Riesch aus
Wackersberg, der Ehrenhauptmann des Isar-
BERCHTESGADEN - Die Bayerischen Gebirgsschützen, die gaues, feierte im Kreise seiner Familie seinen
Bayerischen Sportschützen und die Berchtesgadener Weih- 80. Geburtstag.
nachtsschützen, Feuerwehr, Trachtenverein und Bergknappen
waren auf Einladung von S.K.H. Herzog Franz von Bayern
nach Berchtesgaden gekommen, um dort an einem Gedenk-
gottesdienst anlässlich des 100. Geburtstages S.K.H. Herzog
Albrecht von Bayern beizuwohnen.
Altabt Odilo Lechner hielt eine sehr persönlich gehaltene
Predigt. Dabei erinnerte er an die enge Verbindung zwischen
der Kirche und dem Haus Wittelsbach und vor allem an die
Tatsache, dass Papst Benedikt XV. auf Bitten von König Ludwig III. von Bayern das Fest der
Patrona Bavariae gegeben hatte.
Im Anschluss an das Amt erfolgte die Meldung des LHptm. Karl Steininger an Herzog Franz
von Bayern. Sodann erfolgte die Defilierung der Gebirgschützen. Im Schloss von Berchtesgaden
wurde daran anschließend eine ständige Jagdausstellung eröffnet, die über die wissenschaftli-
chen Arbeiten von Herzog Albrecht von Bayern über das Rehwild Auskunft gibt.

Mit der Musikkapelle Wackersberg waren


Hauptmannschaft, Gau- und Bundesleitung
aufmarschiert, um dem rüstigen Jubilar ihre
Aufwartung zu machen und die besten Wün-
sche zu überbringen.
Die Stunden im Kreis von Familie und
Schützenkameraden genoss der Jubilar sicht-
lich.

Trauer
um Emmy Wörnle
MITTENWALD - Die Fahnenpatin der
Bataillonsstandarte des Bataillons Werden-
V.l.n.r. Nikolaus Demmel, Kilian Streidl, Michael Wurböck, Fritz Kreutzer, Georg Strobl fels, Emmy Wörnle, ist tot. Mit ihrem Mann,
dem Ehrenbataillonskommandanten Georg
Bichler Kompanieschießen Wörnle, begleiteten Vertreter aller Kompani-
en des Bataillons die Patin zur letzten Ruhe-
BICHL - Erstmals trugen die Bichler Gebirgsschützen ihr Kompanieschießen mit Kleinkali- stätte auf dem Mittenwalder Friedhof.
bergewehren auf 100 Meter auf der Schießstätte der FSG Bad Tölz aus. 44 Schützen und Mar-
ketenderinnen beteiligten sich an diesem Wettbewerb, an dem es neben diversen Sachpreisen
auch zwei Ehrenscheiben, bemalt von Hilde Dieser, gestiftet von Michael Murböck und Georg
Strobl, zu gewinnen gab.
Die Kompaniescheibe gewann Kilian Streidl, die Hauptscheibe sicherte sich Fritz Kreutzer.
Bei den Marketenderinnen belegte Elisabeth Poschenrieder den 1. Platz. Die meisten Ringe
erzielte Nikolaus Demmel.

Spendenaufruf für Hochwassergeschädigte!


Der Bund der Bayerischen Gebirgsschützenkompanien bittet für die Hochwasser-
geschädigten von Eschenlohe / Garmisch-Partenkirchen / Unterwössen
um eine dringend benötigte Spende.
Raiffeisen-Volksbank Mangfalltal-Rosenheim, BLZ 700 600 00
Spendenkonto-Nr. 4000 596 68, Kennwort: Hochwasserhilfe
Wir bedanken uns für jede Spende im voraus! - Die Landeshauptmannschaft
Nr. 5/2005 Berichte aus Bayern 21

Gedenken in Lenggries
LENGGRIES - Mit einem Gottesdienst
gedachte die Antlaßschützenkompanie Leng-
gries der Opfer der Sendlinger Bauern-
schlacht 1705. Bereits vor der hl. Messe
waren die Antlaßschützen in starker Formati-
on, angeführt von den Tambours und der
Musikkapelle, zum Schützendenkmal mar-
schiert. Dort zollten sie mit einem Vaterunser,
einem Ave Maria sowie einem donnernden
Salut den Ahnen ihre Ehrerbietung.
Um den besonderen Anlass zu würdigen,
wurde neben der Kompaniefahne und der
weißen Sendlinger Fahne auch deren Vor-
gängerin aus dem Jahr 1858 mitgeführt. Die-
ses altehrwürdige Banner trägt das Abbild der
Mutter Gottes und die Aufschrift „Churbairi-
Foto: Hias Krinner
sche Defension“.

Memento 1705
Die Sendlinger Mordweihnacht
Der Begleitband zum 300. Gedenktag der Sendlinger Mordweihnacht und zur
Ausstellung im Münchener Stadtmuseum 23. Dez. 2005 bis 26. Febr. 2006
1705: In Bayern und München herrscht nach der verlorenen Schlacht bei Höchstädt die kaiserliche Verwal-
tung. Die Kaiserlichen unterdrücken Stadt- und Landleute mit überhöhten Steuern und Zwangsrekrutierun-
gen. In Niederbayern und im Oberland rührt sich der Widerstand. Es kommt zu Aufständen, die 1705 in Send-
ling und 1706 in Aidenbach blutig niedergeschlagen werden. Während die Machthaber im 18. Jahrhundert
die Erhebungen noch überwiegend als Rebellionen ohne politisches Mandat einschätzen, verstehen es die
bayerischen Könige im 19. Jahrhundert, die tragischen Ereignisse neu zu bewerten. Ziel war die Stärkung und
Förderung eines bayerischen Nationalgefühls.
Ausstellung und Begleitband präsentieren ausgewählte Zeugnisse der zeitgenössischen Ereignisse und der Rezeptionsgeschichte. Als eine der
zentralen Figuren der Überlieferung wird die legendäre Gestalt des Schmieds von Kochel gewürdigt.
Memento 1705 - Die Sendlinger Mordweihnacht.
21 x 29,7 cm, ca. 90 großteils farbige Abb., 84 Seiten, Fadenheftung, broschiert. Preis: EUR 5,– (zzgl. Versandkosten)
Auslieferung: September 2005 - Bestelladresse: Haus der Bayerischen Geschichte, Halderstr. 21, D-86150 Augsburg
Tel. +49/821/32 95-0; Fax +49/821/32 95-2 20, E-Mail: poststelle@hdbg.bayern.de, www.hdbg.de

Ausstellungen in Bad Tölz und Benediktbeuern


Wie tief das Ereignis von Sendling 1705 in der Bevölkerung verwurzelt ist, wird nicht nur dadurch offenkundig, dass Kompanien wie
Benediktbeuern und Tölz eigene Ausstellungen organisieren, sondern vor allem durch den unerwartet großen Besuch dieser Ausstellungen.

Hptm. Sepp Riesch (r.) von der Tölzer Schützenkompanie erläuterte Stv. Das Kloster Benediktbeuern stellte den Ausstellungsraum zur Verfügung.
LHptm. Martin Haberfellner und Bundesschriftführer Hans Baur die Einzel- V.l.n.r. Stv. LHptm. Martin Haberfellner, Michael Gerg, Hptm. der Ant-
heiten bezüglich der Fahne der Landfahnen von 1610, die von den Tölzer laßschützenkompanie Benediktbeuern-Ried und Rudolf Lex, der die Ausstel-
Schützen renoviert und in die Ausstellung gegeben wurde. lung konzipiert hat. (Fotos: Uta Rowley)
22 Berichte aus Bayern Nr. 5/2005

Der Bayerische Volksaufstand von 1705


Eine Zusammenstellung vom stv. LHptm. Martin Haberfellner, Kochel a. See - Teil 12

Die Landesdefension des Oberlands Androhung der Brandlegung gezwungen, ohne Erlaubnis seines
wird aufgeboten Herrn mit ungefähr 100 Mann auszurücken.
Noch in der Nacht vom 19. auf den 20. Dezember 1705 um 23 Uhr Von Miesbach aus ritt Prindl weiter nach Aibling. Der dortige
überbrachten zwei reitende Boten dem Klosterrichter von Tegernsee, Pfleger Franz Xaver von Schmidt erließ sofort ein Generalaufgebot.
Jakob Oberhammer, das Tölzer Patent mit einem Begleitbrief des Töl- Mit über 900 Mann brachte er das stärkste Kontingent des Oberlands
zer Pflegskommissärs Dänkel, in dem Oberhammer den Auftrag zusammen, das er selber in den Kampf führte. Davon stammten aus
erhielt, die Landfahnenmannschaft sofort nach Tölz zu schicken. der Grafschaft Valley, zu der zum Beispiel auch Gotzing gehörte,
Noch in der gleichen Nacht befahl Oberhammer schriftlich den Amt- allein über 400 Mann unter dem Kommando des Pflegers Maximili-
leuten von Gmund und Holzkirchen die waffenfähigen Männer ihrer an Alram. Am Abend des 20. Dezember erreichte Prindl Rosenheim.
Bezirke aufzubieten. Am 21. Dezember kamen die Schützen in Auch der Pfleger Franz Benedikt Gresbeck ließ sogleich die Mann-
Tegernsee, unter ihnen auch die Männer von Waakirchen, zusam- schaft seines Gerichts aufbieten. Aber nur 70 Mann aus dem Kolber-
men; der Klosterrichter las ihnen das Tölzer Patent vor und fragte sie, amt kamen. In den anderen Ämtern folgten die Männer dem Aufruf
ob sie mitgehen wollten. Die Männer erklärten, sie wollten hinter den nicht. Die Leute standen wohl noch unter dem Schock des Massakers
Isarwinklern nicht zurückstehen. Am 22. Dezember marschierte vom 23. November am Magdalenenberg bei Wasserburg. Auch der
Oberhammer mit ungefähr 150 Mann, zwei kleinen Kanonen des Magistrat des Marktes Rosenheim weigerte sich strikt, ein Aufgebot
Klosters Tegernsee und einer alten Kriegsfahne ab zum Sammelplatz zu stellen. Nur ein paar abgedankte Soldaten gingen mit. Die Män-
Hohenschäftlarn. ner aus dem Gericht und Markt Rosenheim schlossen sich dem Auf-
Klosterrichter Wendenschlegel von Benediktbeuern ließ seine Leu- gebot von Aibling an, das damit auf rund 1.000 Mann anwuchs.
te auf den 21. Dezember zum Wirtshaus von Benediktbeuern einbe- Im Gericht Wolfratshausen regierte der kaisertreue Johann Mi-
rufen. Er las ihnen das Tölzer Patent vor und brach am selben Tag chael von Reichwein. Da er von der Administration nach München
mit wenigstens 200 Mann aus dem Klostergericht, zu dem neben beordert worden war, führte in Vertretung der Gerichtsschreiber
Laingruben (dem heutigen Benediktbeuern) auch Bichl, Jachenau Johann Adam Gemmel die Amtsgeschäfte. Als die Tölzer und Bene-
und Kochel gehört haben, auf nach Königsdorf, wo er am 22. Dezem- diktbeuerer auf ihrem Zug zum vereinbarten Sammelplatz in Hohen-
ber mit den Tölzern zusammentraf. Das Benediktbeuerer Kontingent schäftlarn am 22. Dezember in Wolfratshausen Halt machten, gingen
verfügte über eine berittene Abteilung und hatte zwei Kanonen Dänkel und Fuchs sofort zu Gemmel und forderten ihn auf, umge-
dabei. hend Mannschaften zu stellen und Proviant zu liefern. Als sich Gem-
In gleicher Weise wurden auch die Untertanen des Landgerichts mel weigerte, wurden er und der Gerichtsprokurator Johann Pader
Tölz aufgeboten. Auf Befehl des Pflegskommissärs Dänkel riefen der festgenommen und eingesperrt. Dänkel erließ dann selbst an die
Bürgermeister und der Rat des Markts Tölz die Bürger unter Andro- Gerichtsuntertanen von Wolfratshausen den Aufgebotsbefehl. Insge-
hung des Verlustes des Bürgerrechts zu den Waffen. Adam Schöttl, samt brachte das Gericht Wolfratshausen 600 Mann auf, viele davon
der Jäger-Adam, brachte das Tölzer Patent nach Wackersberg und in aus Königsdorf und Beuerberg.
die Hofmark Hohenburg (Lenggries) und forderte die Mannschaften Am 23. Dezember waren die Aufgebote der verschiede-
auf, am 21. Dezember nach Tölz zu kommen.. Aus der Hofmark Rei- nen Gerichte in Hohenschäftlarn eingetroffen. Die Muste-
chersbeuern waren 100 Mann unter der Führung ihres Hofmarks- rung der Heerschar brachte für die Anführer eine herbe
richters Jakob Eder da. Das Viertel Gaißach hatte seine Leute Enttäuschung. Nach einer erhalten gebliebenen Muste-
geschickt. Natürlich waren auch die Lenggrieser gekommnen. Sie rungsliste wurden nur 2.769 Mann gezählt. Davon waren
hatten zwei Geschütze aus dem Schloß Hohenburg mitgebracht. lediglich 900 Mann mit Gewehren ausgerüstet. Die übri-
Die gesamte Truppe zählte 600 Mann. Unter ihnen 150 gen waren nur mit Spießen, Hellebarden, geradege-
Reiter, zum großen Teil Tölzer Bürger, und 100 bis 150 schmiedeten Sensen und Morgensternen bewaffnet.
Tölzer Schützen. Kommandant war der Pflegskom- Am Nachmittag des 23. Dezember berieten die Beam-
missär Dänkel. Die bayerischen Offiziere Houis, ten und Offiziere im Kloster Schäftlarn über das weitere
Aberle, Clanze und Gauthier begleiteten das Töl- Vorgehen und vor allem darüber, wer den Oberbefehl
zer Aufgebot. führen sollte. Die Stimmung war emotionsgeladen. Die
In den westlich von Tölz gelegenen Gerichts- Besonnenen rieten zum Rückzug. Die drängenden Befür-
bezirken verteilte Oberschreiber Johann Adam worter des Aufstands und die Vorsichtigen konnten sich
Prindl am 20. Dezember das Tölzer Patent. Zuerst auf keine gemeinsame Linie verständigen. Da tauchte der
kam er nach Miesbach. Der Miesbacher Pflegsverwal- ehemalige bayerische Hauptmann Matthias Mayer auf. Ihm
ter Johann Adam Weinzierl sagte die Stellung eines drängte man das Amt des Oberbefehlshabers auf. Um die
Aufgebots unter dem Vorbehalt der Zustimmung sei- Mittagszeit des 24. Dezember brach der Heerhaufen der Lan-
nes Herrn, des Reichsgrafen Johann Joseph von Maxl- desdefension auf nach München.
rain, zu. Dieser verbot seinen Beamten und Unterta-
Literatur: Gerhard Maier, Die Gebirgsschützen des Miesbacher Ober-
nen kategorisch die Teilnahme am Aufstand. Bevor landes, Miesbach, ohne Jahr
aber die ablehnende Weisung des Grafen bei Wein- Christian Probst, Lieber bayerisch sterben, der bayerische
zierl einlangte, wurde er von einer aus Hohen- Volksaufstand von 1705 und 1706, München 1978
schäftlarn abgeschickten Reiterpatrouille unter Max Spindler, Handbuch der Bayerischen Geschichte, Band II,
Das Alte Bayern – Der Territorialstaat, München 1977
Nr. 5/2005 23

(Fortsetzung von Seite 18!)

Am nächsten Tag war hoher Besuch angesagt: Heinrich von Rot-


tenburg, Hauptmann an der Etsch und im Gebirg, erschien mit seinen Die Marketenderin
Mannen in der Mayenburg. Es war der Freitag nach Bartlmä im Jahr
des Herrn 1406. Wenn a Schütznkompanie ausruckn ku,
Der Vogt Ulrich von Matsch übernahm in der Folge das Komman- geht da Hauptmonn mit 4 Diandln vourn dru.
do über das ganze Lager, und von da an war Mittelalter angesagt: Richtig fesch sends beinond,
Handwerk, Kochen, die Verteidigung einer Burg musste vorbereitet mit eana Trocht ois Gwond.
werden. Kurz, die Jungschützen und Jungmarketenderinnen mussten De vier Magetendarina moan i do damit,
anpacken und hatten keine Schonung zu erwarten. an Hauptmonn glab i stand des Gwandl nid.
Am darauffolgenden Tag fand das große Mannschaft-Turnier statt. Obwoi wenn i mia des iatz bildlich vistoin tua,
Nun konnten die Jungschützen und Jungmarketenderinnen zeigen, na – schena is bei eam de Lederhosn – des gib i zua!
was sie sich am Vortag eingeprägt hatten. An acht Stationen galt es,
A sches Buidl – und i glab es stimmts mia do zua,
Burgen zu finden, Berge und Dörfer zu ermitteln und vieles mehr. Man
do dand de vier Diandln vui beitrogn dazua.
wollte ja schließlich einen guten Preis ergattern.
Mit sche sei alloa is owa sicha nid tu,
Am Abend entführte uns „Ergobanda“, alias Schauspielerin Barba-
a den Amtl heng a a bissl Arbeit dru.
ra Weber aus Nordtirol, in die geheimnisvolle Welt der Sagen.
Sonntag morgens wurde zeitig gefrühstückt, die Jungschützen tra- A Magetenderin soit de Schützn repräsentiern,
ten zum Zeltplatzaufräumen an, und dann waren auch schon die und schaugn das oi Leit a Schnapsei kriagn.
Eltern da. Der erste große Höhepunkt war die Preisverteilung für das Und wenn’s sist irgendwos zun hoifn geit,
Mannschaftsspiel und Bogenschießen. Send de viere a nid weit.
Pater Christoph Waldner vom Deutschen Orden feierte schließlich Wia i des easchte moi ausgruckt bin woas i no guat,
mit allen Anwesenden den Gottesdienst. In seiner beeindruckenden a’d Hond druckt hombs ma as Gwand und an Huat.
Predigt betonte er, wie schwierig es sei, christliche Grundhaltung tag- Hob nid amoi gwisst, wia ma des richtig ulegn muass,
ein, tagaus zu leben, wenn die Gesellschaft sich ihre Werte nach Mode geschweige denn wos bein Marschieren zeascht kimb für a Fuaß!
und Nützlichkeit täglich neu zurechtzimmere.
Die Predigt vom Pater Christoph war - laut Aussage eines Jung- Bist aufd nochand bein Marschiern gonz guat drauf,
schützen - supercool! Nach dem gemeinsamen Mittagessen verließ nimb des Schicksal eascht recht sein Lauf.
eine Gruppe nach der anderen die Burgruine Mayenburg. Der Schüt- An Schnops soist vakaffn dawei das de Musi spuit,
zenkompanie Lana mit Hptm. Eduard Graber ein großes „Vergelt’s sogg oana du soist oan mitdrinkn a „Na“ schiaga nid guit.
Gott“ dafür, dass alles so gut geklappt hat! Bist konsequent und hoits de do draus
Schauts mit de Einnohmen nid guat aus!
Oda bist gor a wench grantig wei hoit nid jeda Tog
so wia da onane is,
a Magetenderin soid oiwei lochn des is gwis!
Die Alpenregion Iatz probiaschts es amoi noch a poor Schnapsei no grod zan steh,
der Schützen ois Magetenderin muasst es sogor no sauber dageh!
Bei na Ausrückung muasst de do oft scho gscheit konzentrieren,
wuist de bein Hoamgeh jo nid blamieren.
Aber ma tuat des fi de Schützn gern,
Mangfall/
Leitzachgau soid jo mit den Goidl oiahond finanziert werdn.
Werdenfels

Garmisch
Und stoiz is ma a, wenn da Kassier nochand sogg,
Partenkirchen
das des wost eignumma host richtig wos dazua beitrogg.
No schena is – so is hoit für mi oiwei gwen,
no schena is des „do dazua ken“!
Wenns guit a Kameradschaft gworn,
und de Gaudi wenn’s zan Ausruckn is worn.
Viertel Osttirol A bissl wos für andere zan toa,
nid so wias heit oft da Brauch is krod schaugn auf si alloa!
Mit Leit zomm kema – a diam a lauter diskutieren,
Brixen
dia Erfahrungen mecht i nia mehr valiern.
Es is a große Ehr wenn de a Verein tuat frogn,
„Wuist Magetenderin wean und as Panzei trogn?“
In dem Sinn wünsch i jeda Schützn Magetendarinna
mit ian Amtl no vui Freid,
und das oiwei wos zan lochn geit!

Das Gedicht wurde uns von Barbara Unterrainer,


Marketenderin der Schützenkompanie
„Johann Jakob Stainer“ Waidring, zugesandt.
Barbara ist allerdings nicht die Verfasserin. - Vielen Dank!
24 Nr. 5/2005

Wir gratulieren . . . Hohe Auszeichnungen für Schützen


aus dem südlichen Tirol
INNSBRUCK - Am 15. August 2005, dem „Hoch-Unser-Frauentag",
Verdienstkreuz für Edith Tröbinger ... wurden sechs Mitglieder des SSB durch das Land Tirol ausgezeichnet.
INNSBRUCK/ALLERHEILIGEN - Am Hohen Frauentag hat die Fah- Bundeskultur- und Bildungsreferent des SSB Dr. Peter Piock (63)
nenpatin der Kompanie Allerheiligen, Edith Tröbinger, vom LHptm. wurde aufgrund seines vorbildhaften und unermüdlichen Einsatzes für
und gleichzeitig EHptm. der Kompanie Allerheiligen, DDr. Herwig van die Festigung und Sicherung der Tiroler Volksgruppe deutscher und
Staa, das „Verdienstkreuz des Landes Tirol“ überreicht bekommen. ladinischer Muttersprache in ihrer angestammten Heimat das Ver-
dienstkreuz des Landes Tirol vergeben. Es ist dies nach dem Ring und
dem Ehrenzeichen des Landes Tirol die dritthöchste Auszeichnung
überhaupt, die das Land an Tiroler zu vergeben hat.
Dr. Piock hat weit über den Südtiroler Schützenbund hinaus durch
seine akkurate Bildungsarbeit in kultureller und historischer Hinsicht,
durch die Betreuung der Jungschützen, durch seinen Einsatz in den
Bereichen Trachtenwesen, Erhaltung der Tiroler Wesensart, Ausarbei-
tung der Exerziervorschriften des SSB und zur Wissens- und Iden-
titätsbildung beigetragen. Die Ausrüstung der Südtiroler Schützen mit
Säbeln und historischen Gewehren geht wesentlich auf den engagier-
ten und hartnäckigen Einsatz von Dr. Peter Piock zurück, der seit Jah-
ren auf diesem Gebiet Pionierarbeit geleistet hat. Als Delegierter bzw.
Schriftführer des Gesamttiroler Schützenbundes - Europäische Region
Tirol, ist es ihm ein großes Anliegen, das Zusammenwachsen der
Schützenbünde und damit aller Landesteile Tirols voranzutreiben.

Die Gratulanten mit der Ausgezeichneten (v. l.): Olt. Gerhard Schwitzer, Fah-
nenpatin Edith Tröbinger, Fhr. und Gatte Herbert Tröbinger, Hptm. Sepp
Pargger, JS-Betr. Christoph Santeler

Die Allerheiliger Schützen sind stolz auf ihre Fahnenpatin und gra-
tulieren ganz herzlich zu dieser hohen Auszeichnung.

. . . und Hptm. Max Häusler


VOMP - Hptm. Max Häusler wurde am Hohen Frauentag für seinen
großen Einsatz für das Schützenwesen auf Orts-, Baon- und Viertele-
bene, mit dem Verdienstkreuz des Landes Tirol ausgezeichnet. Dazu
gratulierten ihm noch am Abend dieses Tages die Kompanie Vomp, die
von Olt. Karl Josef Schubert kommandiert wurde, mit einer schneidi-
gen Ehrensalve.
Bgm. und Olt. Schubert luden anschließend Hptm. Häusler mit sei- Der Geehrte, Mjr. Peter Piock (5.v.l.), mit Gratulanten der beiden Schützen-
ner Familie, LR Konrad Streiter sowie Kurat und Pfarrer Mayewski und bünde und der Kompanie Meran-Stadt
die ausgerückten Kameraden zu einem gemütlichen Beisammensein
im Gasthof „Pelikan“ ein. Weiters wurden am 15. August 2005 noch Johann Auer (66), Hptm.
der Schützenkompanie „Alte Pfarre“ Natz, Fritz Mandl (74) aus Ster-
zing, EHptm. und langjähriger Bez.-Mjr. des Schützenbezirkes Südli-
ches Wipptal, Luise Niedermayr (80) aus Lüsen, seit 1977 Fahnenpatin
und aktives Mitglied der Kompanie Rosenthal Lüsen, Karl Passler aus
Nals (80), Gründungsmitglied und langjähriger Olt. der Kompanie
Nals, und Otto Rifesser (66), Hptm. der Kompanie Urtijei - St.
Ulrich/Gröden und ehemaliger LKdt.-Stv., die Verdienstmedaille des
Landes Tirol überreicht.
Der Südtiroler Schützenbund gratuliert herzlich zu dieser hohen
Auszeichnung und wünscht weiterhin viel Erfolg und viel Freude beim
Einsatz für die gemeinsame Heimat Tirol!

Ehrenmitglied Hermann Santer - 90


LANA - Am 25. Juli 2005 feierte Ehrenmitglied Hermann Santer
seinen 90. Geburtstag.
Zu diesem Anlass wurden dem rüstigen Jubilar von einer Delegati-
Hptm. Max Häusler schritt die Front seiner Kompanie, die ihm zu Ehren
angetreten war und ihrem beliebten Hptm. eine exakte Salve schoss, mit on der Schützenkompanie „Franz Höfler“ Lana die besten Glückwün-
Stolz und Freude ab. sche überbracht und eine Schützenscheibe als Geschenk überreicht.
Nr. 5/2005 25

Kompanie, vor allem Gottes Segen und Gesundheit. Im der Schützen-


kompanie war auch LKdt.-Stv. Dr. Luis Zingerle, Ehrenmitglied der
Kompanie, der die Grüße seines Heimatdorfes Schalders und des SSB
überbrachte.
Anschließend zog man mit der Musikkapelle Vals und den Gästen
zum Vereinshaus, wo Bgm. Dr. Franz Gruber, Gemeinderat Norbert
Mair sowie LKdt.-Stv. Dr. Luis Zingerle ihre Grußreden hielten.

Josef Assmair - 70 Jahre


VIRGEN - Am 26. 8. 2005 konnte unser Kanonier Josef Assmair sei-
nen 70. Geburtstag feiern. Zu diesem Anlass erfolgte ein Besuch durch
Obm. Manfred Kuchelmair, sowie Hptm.-Stv. Josef Mariner. Als kleine
Aufmerksamkeit der Kompanie wurde ein Geschenkskorb mit den
besten Wünschen übergeben.

Ehrenmitglied Hermann Santer erhielt zu seinem 90. eine Schießscheibe von


seinen Schützenkameraden überreicht.
Die Schützen aus Lana wünschen ihrem Ehrenmitglied Hermann noch
viele gesunde Jahre im Kreise seiner Familie und seiner Schützenka-
meraden.
Richard Andergassen

EHptm. Franz Brunner - 80 Jahre


ALDRANS - Das Ehrenmitglied des Bataillon Sonnenburg und
EHptm. der Aldranser Schützen, Franz Brunner, feierte seinen 80.
Geburtstag. Hptm.- und Obm.-Stv. Josef Mariner, Jubilar Josef Assmair mit Gattin (v.l.)

Josef Assmair verrichtet seine verantwortungsvolle Arbeit als


Kanonier vorbildhaft und mit präziser Genauigkeit. Die Kompanie
spricht ihm auf diesem Wege besonderen Dank für seine geleistete
Tätigkeit aus und wünscht ihm Gesundheit im weiteren Lebensverlauf.

ELt. Ing. Martin Krulis - 50


INNSBRUCK/ST. NIKOLAUS-MARIAHILF - Unser ELt. und Inns-
brucker Gemeinderat, Ing. Martin Krulis, feierte im Kreise seiner
Schützenkompanie St. Nikolaus-Mariahilf, am 23. Juli 2005, bei Kai-
serwetter seinen 50. Geburtstag im Vereinsheim St. Nikolaus.

Der Jubilar EHptm. Franz Brunner mit Gattin, Ausschussmitgliedern und


Marketenderinnen der Kompanie Aldrans und Bataillons-Kdt. Mjr. Anton
Pertl

Als Gratulanten stellten sich die Musikkapelle und die Schützen-


kompanie Aldrans, die Standarte des Bataillon Sonnenburg mit Batail-
lons-Kdt. Mjr. Anton Pertl und Ausschussmitglieder ein.

Pfarrer Josef
Walter von
Ziegelauer -
80 Jahre V.l.: Obm. Lt. Klaus Rott, Vize-Bgm. Dipl.-Ing. Eugen Sprenger, ELt. Ing. Mar-
tin Krulis mit Gattin und Tochter Martina, Hptm. HR Dipl.-Ing. Dieter Probst,
Landtagspräsident Prof. Ing. Helmut Mader, der Obm. der Musik, Ing. Markus
SPINGES - Am Pfingstsonn- Schillegger, KR Fredi Püls
tag wurde der Geburtstag des
Pfarrers von Spinges gefeiert. Olt. Georg Rauter - 50 Jahre
Nach dem feierlichen Gottes-
dienst, den der Jubilar im latei- LATZFONS - Ende Juli konnte Olt. Georg Rauter seinen 50.
nischen Ritus zelebrierte, über- Geburtstag feiern. Zu diesem Anlass lud die Schützenkompanie Latz-
brachte Hptm. Richard Oberhu- Ein Prosit dem Herrn Pfarrer fons gemeinsam mit der Bezirksleitung zu einer Feier im Schießstand
ber die besten Glückwünsche der zum 80. Geburtstag. von Latzfons.
26 Nr. 5/2005

Bez.- Mjr. Sepp Kaser ging in seiner Lobrede auf den Werde- und
Lebensgang von „Jörgl“, wie ihn alle nennen, ein. Gesamttiroler Schützenchronik
Lieber Jörgl, die Schützenkompanie Latzfons und die Bezirksleitung
möchte dir auf diesem Wege „Vergelt’s Gott“ für die geleistete Arbeit,
für deinen Einsatz und Fleiß zum Wohle des Schützenwesens wün-
Neuwahlen bei den Imster Schützen
schen und gratuliert dir aufs Herzlichste zum runden Geburtstag. Wir IMST - Mit der feierlichen Schützenmesse, zelebriert von Stadt-
wünschen dir noch einige Jahrzehnte lang Gesundheit, Gottes Segen pfarrer Alois Oberhuber und festlich umrahmt von der Stadtmusikka-
und viel Einsatzfreude zum Wohle unserer Heimat Tirol. pelle Imst und der anschließenden Jahreshauptversammlung im
Schützenheim, begann für die Imster Schützen das neue Schützenjahr.
Eugen Gabl – ein 60er! Der Jahresbericht vom abgelaufenen Schützenjahr durch Obm. Olt.
Christian Perktold brachte u.a. folgende Aktivitäten hervor: Teilnahme
ZAUNHOF – Kürzlich traf sich die Schützenkompanie Zaunhof beim Stadtschießen (Stadtmeister wurde Hptm. Georg Posch jun.),
anlässlich des 60. Geburtstages des ehemaligen Obm. Gabl Eugen. beim Baon-Ketten-, Miliz- und Schnurschießen, Baon-JS-, Landes-JS-
Böllerschüsse dröhnten und die Kompanie schoss dem Jubilar eine und VJS-Schießen (JS Georg Posch jun. konnte gemeinsam mit drei
schneidige Salve. Eugen trat 1965 der Kompanie bei, war von Jungschützen vom Baon den 1. Rang erzielen) sowie zahlreiche Aus-
1976–2004 Obmann. rückungen und Proben, Teilnahme an sozialen Aktionen wie „Essen
Obm. Melmer Eduard und Hptm. Brüggler Adolf bedankten sich auf Rädern“, „Sauberes Imst“ und Sammlung für das Schwarze Kreuz,
beim Jubilar für die geleistete Arbeit für die Kompanie. bei der Generalreinigung der Johanneskirche und der Generalreini-
gung und Dachsanierung des Schützenheimes. Von der sportlichen
Hochzeit in Lüsen Seite wurde ein Freundschafts-Fußballspiel gegen die Musikkapelle
Imst durchgeführt und am Eisstockschießturnier teilgenommen. Wei-
LÜSEN - Am 7. Mai dieses Jahres hat sich unsere Marketenderin ters wurde die Wegkreuzeinweihung für einen verstorbenen Schützen,
Jolanda Hinteregger - die junge Niederhuber-Bäuerin - mit Alexander der Bezirks-JS-Wandertag und die Familienschützenwallfahrt nach
Kaser vermählt. Die Kompanie Lüsen gratulierte fast vollzählig und Sinnesbrunn durchgeführt. Besondere Ausrückungen waren die
gab nach der kirchlichen Trauung einen Schwank zum Besten. fünftägige Fahrt nach Gladbeck in Norddeutschland und nach
Röthis/Weiler in Vorarlberg (diese zweitägige Ausrückung wurde mit
einem Schützenausflug mit Begleitung verbunden). Ehrenvolle Aus-
rückungen waren zum 40jährigen Priesterjubiläum des Stadtpfarrers
Alois Oberhuber und die Begrüßung des neuen Bundespräsidenten Dr.
Heinz Fischer in Imst.

Dir, liebe Jolanda, und deinem Gatten wünschen wir für euren
gemeinsamen Lebensweg alles Gute, viel Glück und Gottes Segen!

Ein Hoch dem Brautpaar!


WEER - Schütze Wolfgang Mair und Susanne Locher gaben sich in Die Imster Kommandantschaft: (v.l.) Schriftführer Rolf Krabichler, Obm. Olt.
der Pfarrkirche St. Gallus das Ja-Wort. Christian Perktold, Obm.-Stv. Albert Zangerl, Hptm. Georg Posch jun., Kassier
Hptm. Peter Unterlechner kam mit einer Abordnung der Schützen- Emil Pechtl
kompanie Weer, um den Brautleuten die Glückwünsche zu ihrem Fest-
tag und für den gemeinsamen Lebensweg auszusprechen. Eine interessante Festrede hielt Reg.-Kdt. Mjr. Emmerich Steinwen-
der. Er sprach über die Verteidigung des Fernpasses in den letzten
Tagen des II. Weltkrieges.
Bei der durchgeführten Neuwahl wurden folgende Funktionäre neu
oder wiedergewählt: Hptm. Georg Posch jun., Obm. Olt. Christian
Perktold, Obm.-Stv. Albert Zangerl, Schriftführer Rolf Krabichler, Kas-
sier Emil Pechtl, JS-Betr. Egon Mark. (Ehrungen siehe letzte Seite!)

Pradler Schützen ausgezeichnet


INNSBRUCK/PRADL - Am 26. Mai 2005 wurden nach der Fron-
leichnamsprozession einige Pradler Schützen für ihre Verdienste um
das Schützenwesen ausgezeichnet.
So konnte Hptm. Helmuth Paolazzi und Olt. Kurt Buchmayr die Sil-
berne und Fhnr. Adi Wurnitsch, Zgf. Rene Grünbachen Uj. Konrad
Gutweniger, Uj. Franz Traxler und Ptf. Alfred Monz die Bronzene
Nr. 5/2005 27

der Bevölkerung sowie von Geschichtsexperten und Fachleuten sehr


gelobt. Zum guten Gelingen des Werkes haben neben der großen Mit-
hilfe der Bevölkerung sowie versch. Zeitzeugen vor allem die Fach-
kompetenz und der unermüdliche Einsatz von Dr. Ernst Delmonego,
der auch schon das Lüsner Dorfbuch verfasste, beigetragen. Finanziell
wurde die Initiative vor allem von Gemeinde und Land unterstützt.
Genaueres über den Verlauf der Buchvorstellung sowie eine
Beschreibung des Buches findet man auf der Internetseite der Schüt-
zenkompanie Lüsen www.schuetzen-luesen.com unter „Aktuell“.
Kriegerdenkmäler in Lüsen. Format: 21 x 29,7 xm, Umfang: 157
Seiten, ca. 220 SW- und Farbabbildungen, Preis: EUR 18,–

Vortragsabend in Meran
MERAN - Unter dem Motto „Schützen - einst Landesverteidiger -
Die geehrten Pradler Schützen: (v.l.) Franz Traxler, Alfred Monz, Konrad Gut- heute Wächter Tiroler Identität“ organisierte die Kompanie Meran-
weniger, Adi Wurnitsch und Kurt Buchmayr Stadt im Nikolaussaal am 20. Mai 2005 einen Vortragsabend mit drei
verschiedenen Beiträgen mit jeweiliger Film- und Bilddokumentation.
Verdienstmedaille des Bundes der Tiroler Schützenkompanien über- Die Referenten, Mjr. Peter Piock - Bildungs- und Kulturreferent des
reicht werden. SSB, Efrem Oberlechner - Hptm. der Kompanie Ehrenburg und Rena-
Zwei Monate später, am 27. Juli 2005 rückte die Kompanie zum 70. to des Dorides - Hptm. der Kompanie Meran-Stadt, gaben gekonnt
Geburtstag von Mjr. Walter Flory aus. Nach der Salve und den Glück- Einblick in die Geschichte des Tiroler Schützenwesens, von den
wünschen gab es noch ein gemütliches Beisammensein im Kreise der Anfängen aus der Epoche des Inkrafttretens des „Tiroler Landlibells
Kameraden. (Kaiser Maximilian 1511)“ bis in die heutige Zeit. Weiters sprachen die
Referenten über Motivation und Zuwachs der Schützen im südlichen
Zgf. Walter Wurnitsch, Schriftführer
Tirol östlich von Ahrnbach, sowie über die Ereignisse im I. Weltkrieg
an der Südfront.
Gedenkfeier und Buchvorstellung
LÜSEN - Am 28. Mai 2005 hielt die Kompanie Lüsen eine Gedenk-
feier zu Ehren der Gefallenen der beiden Weltkriege ab, in deren Rah-
men auch das von der Kompanie herausgegebene Buch „Lüsen
1914–1945; Schicksale einer unseligen Zeit“ vorgestellt wurde.
Beim Gottesdienst in der Pfarrkirche, zelebriert von Pfarrer Alfred
Kugler und Landesku-
rat Dr. Paul Rainer,
erzählte dieser in sei-
ner Predigt in beein-
druckender Weise von
Einzelschicksalen jener
tragischen Zeit.
Im Anschluss
gedachte man der
Gefallenen mit einer
Kranzniederlegung am Der gut organisierten Veranstaltung der Schützenkompanie Meran-Stadt
wohnten viele interessierte Besucher bei.
Kriegerdenkmal. Der
Landesobmann des
Südtiroler Kriegsopfer- Die interessierten Zuhörer dieser abwechslungsreichen Vortragsver-
und Frontkämpferver- anstaltung konnten sich bei einer anschließenden Podiumsdiskussion
bandes, Hans Pichler, zu Wort melden.
appellierte in seiner Hptm. Renato des Dorides
Gedenkrede, die Krieg-
steilnehmer zu respek-
tieren. Auf die Frage Fahnenweihe in Mühlwald
der Jugend „Warum Krieg?“ sei vor allem das klare Bekenntnis zu
Frieden und Freiheit eine Antwort. MÜHLWALD - Am 26. Juni 2005 war Mühlwald ganz in Schützen-
Danach fand man sich zur Buchvorstellung im Gemeindesaal ein, hand. Anlass war die Weihe der neuen Fahne der Kompanie.
wo Hptm. Herbert Federspieler die zahlreich erschienene Bevölkerung Landeskurat Prof. Dr. Paul Rainer zelebrierte mit Ortspfarrer Anton
von Lüsen und viele Ehrengäste begrüßen konnte, u.a. Vertretungen Auer und Bezirkskurat Fr. Siegfried Volgger die hl. Messe und die Seg-
des Frontkämpferverbandes, Bürgermeister, Gemeindevertreter und nung der neuen Schützenfahne, musikalisch umrahmt wurde die Zere-
Vereine von Lüsen, verschiedene Schützenabordnungen und nicht monie von der Musikkapelle Mühlwald.
zuletzt den Autor des Buches, Dr. Ernst Delmonego und den Initiator Grußworte überbrachten der Obmann des Gesamttiroler Schützen-
und Mitgestalter des Werkes, Bez.-Mjr. Sepp Kaser. bundes Mjr. Hermann Huber, Mjr. Sepp Kaser für die Bundesleitung
Die Herausgabe des Buches verzögerte sich aufgrund erheblicher und Bez-Mjr. Heinrich Seyr.
Schwierigkeiten bei der Sammlung der Berichte und Erhebung der Der Tiroler Alt-LHptm. Dr. Wendelin Weingartner, der die Festrede
Daten, letztendlich aber wurde das Buch nach seinem Erscheinen von hielt, erinnerte daran, welche Bedeutung die Fahne habe.
28 Nr. 5/2005

Strahlender Sonnenschein bei der Fahnenweihe in Mühlwald. Im Bild die


Die Gedenktafel, welche am Geburtshaus von Sepp Innerkofler an den tapfe-
Fahnenpatin Zäzilia Großgasteiger.
ren Standschützen errinnert.
Unter den Ehrengästen waren die Fahnenpatin Zäzilia Großgastei- sen. Oft holten sie sich hier am Grab von Sepp Innerkofler Kraft und
ger, Regionalratspräs. Dr. Martha Stocker, der LAbg. Herbert Denicolo Mut für ihr Wirken. Deshalb wollten auch sie mit einem Kranz Sepp
und LR Hans Berger. Innerkofler gedenken. Der Kranz würde stellvertretend von der Schüt-
Die Heldenehrung, Salutschüsse der Ehrenkompanie St. Johann, zenkompanie niedergelegt, so Fr. Siegfried Volgger.
Böllerschüsse, ein großer Festumzug, das Konzert der Musikkappelle In seiner Gedenkrede erinnerte LKdt.-Stv. Dr. Luis Zingerle an die
Sand in Taufers und der Tanzmusik trugen zum guten Gelingen dieses Vorgeschichte der Ereignisse, wie sich der Bündnispartner Italien, trotz
Tiroler Festes in Mühlwald bei. Ein Tiroler „Vergelt’s Gott“ allen, die Zugeständnissen seitens der k.u.k. Monarchie, vom Kriegsgegner im
zum Gelingen dieses Festes beigetragen haben. Falle seines Kriegseintritts die Annexion Südtirols zusichern ließ und
dann am Bündnispartner Verrat beging und diesem den Krieg erklär-
Sepp-Innerkofler-Gedenkfeier te. Er ging auf das Leben und Sterben Innerkoflers ein und sprach von
ihm als einem Vorbild für die Menschen unserer Zeit. Nach dem
SEXTEN - Am 9. Juli 2005 fand anlässlich des 90. Todestages von Abfeuern der Ehrensalven durch die Kompanien „Sepp Innerkofler“
Sepp Innerkofler, dem Bergführer und Standschützen-Oberjäger, auf Sexten und der Partnerkompanie Salurn legten Schützen der beiden
dem Friedhof von Sexten eine ergreifende Gedenkfeier statt. Kompanien unter den Klängen des Trauermarsches „Ich hatt’ einen
Daran teilgenommen haben 25 Fahnenabordnungen, die Musikka- Kameraden“ einen Kranz nieder.
pelle Sexten und Traditionsverbände. Als Ehrengäste waren auch vie- Anschließend marschierten die Teilnehmer zum Geburtshaus von
le Verwandte von Sepp Innerkofler gekommen. Sepp Innerkofler. Hier wurde von Mjr. Dr. Luis Zingerle und Bürger-
Der Wortgottesdienst wurde von Bezirkskurat Fr. Siegfried Volgger meister Fritz Egarter eine Gedenktafel für den berühmten Standschüt-
zelebriert. Er erinnerte in seiner Ansprache auch an das Leid, das die zen und Bergführer enthüllt.
Kriegserklärung Italiens über die Gemeinden Tirols gebracht hat, Den Abschluss der Feierlichkeiten bildete die Aufführung des
nachdem im Jahr zuvor schon die dienstpflichtigen Männer einrücken „Großen Österreichischen Zapfenstreiches“ durch die Musikkapelle
mussten, wurden nun auch die Standschützen zum Schutz der Heimat Sexten und der Ehrenformation des Bezirkes Pustertal.
aufgeboten. Viele meldeten sich freiwillig und stellten, wie Sepp Inn-
erkofler, ihre Bergerfahrung und ihre Ortskenntnis in den Dienst zum
Schutz der Heimat. Groß war auch die Not der zurückgeblieben Frau- Frontbegehung: Ortler-Cevedalefront
en und Mädchen, auf deren Schultern die Last der Arbeit zur Erhal- SCHLANDERS – Trotz schlechten Wetters trafen sich 38 interessier-
tung von Haus und Hof nun ruhten. Sepp Innerkofler sei ein solches te Schützen aus Tirol und aus Bayern frühmorgens in Schluderns.
Vorbild für den selbstlosen Einsatz für Volk und Vaterland gewesen.
Auch für die „Pusterer Buibm“ sei Sepp Innerkofler ein Vorbild gewe-

Zahlreiche Interessierte folgten der Einladung zur Frontbegehung der Ortler-


Auf dem Friedhof von Sexten fand eine ergreifende Gedenkfeier statt. front.
Nr. 5/2005 29

Man fuhr gemeinsam mit Kleinbussen auf das Stilfser Joch, wo es


dann kein Weiterkommen mehr gab – Schneesturm. So änderte der
Referent Manfred Haringer in Absprache mit Bez.-Mjr. Karl Pfitscher
das Tagesprogramm.
Anstatt die Dreisprachenspitze (2.838 m) und den Scorluzzo (3.095
m) zu besteigen, gingen die Teilnehmer in das Donegani-Museum, wo
Manfred Haringer sehr interessant die Begebenheiten der Ortlerfront
und die dort stattgefundenen Kämpfe schilderte. Ebenso konnte er
über den Bau der Stilfserjochstraße berichten. Am Nachmittag fuhr
man zur „Schönen Aussicht“, wo das Museum „Natura Trafoi“ besich-
tigt wurde.

Ehrennadel für Herbert Schöffauer


WEER - In einem gemeinsamen Festakt zeichneten die Gemeinde
und die Schützenkompanie Weer verdiente Persönlichkeiten aus.
Der Gemeinderat von Weer verlieh EHptm. Herbert Schöffauer die
Ehrennadel der Gemeinde. Bgm. Franz Unterlechner würdigte in sei- Zahlreiche Gläubige folgten der Einladung zur Bergmesse am Gipfelkreuz
trotz schlechten Wetters.
ner Laudatio Schöffauers große Verdienste in zahlreichen Funktionen
und Vereinen, u. a. seine 28-jährige Tätigkeit als Hptm. der Schützen- Der Organisator der Bergmesse, der Hptm. der Kompanie „Kathari-
kompanie, seine Mitarbeit im Gemeinderat über zwei Perioden, seine na Lanz“ Spinges, Richard Oberhuber, fand lobende Worte und dank-
Tätigkeit in der Feuerwehr als Gruppen-Kdt., Jugendausbildner und te allen Anwesenden für die Erhaltung dieser Tradition. Die Bergmes-
stv. Feuerwehr-Kdt. und sein Mitwirken als begeisterter Schauspieler se wurde schon zum 17. Male abgehalten und sie sei wirklich zu einem
der Weerer Dorfbühne. Begriff geworden. Begrüßt wurden unter anderen Bez.-Mjr. Sepp Kaser
und das fast 90-jährige Ehrenmitglied Sebastian Leitner aus Jenbach,
ebenso Schützen der Kompanie Tulfes und Hötting bei Innsbruck. Für
den gemütlichen Teil nach der Messfeier sorgte die Schützenkompanie
Spinges.

Vom „Schwarzen Kreuz“


ausgezeichnet
FLIESS - Am Sonntag, dem 28. August 2005, wurden vom Landes-
geschäftsführer Ullmann Hans (Landesgeschäftsstelle Tirol des Öster-
reichischen Schwarzen Kreuzes) Schützen der Schützenkompanie Fließ
und der Fließer Pfarrsekretär Johann Neuner für ihre Arbeit ausge-
zeichnet.

Ehrennadel der Gemeinde Weer für EHptm. Herbert Schöffauer (im Bild mit
Gattin Midi und Enkelin), Hptm. Peter Unterlechner (l.) und Bgm. Franz
Unterlechner (r.) (Foto: Ortschronik Weer/Arnold)

Hptm. Peter Unterlechner übergab seinem Vorgänger Herbert


Schöffauer die Urkunde über die Ernennung zum EHptm. Der
langjährige Olt. Anton Berger erhielt die Urkunde über die Ernennung
zum EOlt. und konnte sich außerdem noch über die Verleihung der
Silbernen Verdienstmedaille des Bundes der Tiroler Schützenkompani-
en freuen. Lt. Alfred Haim wurde mit der Bronzenen Verdienstmedail-
le ausgezeichnet. Dem Weerer Historiker Dr. Rudolf Harb wurde als
Dank für seine Verdienste um das Tiroler Schützenwesen der Ehren-
kranz des Bundes der Tiroler Schützenkompanien verliehen.
Die Ausgezeichneten von Fließ (Foto: Thomas Wille)
Bergmesse am Gipfelkreuz Das Schwarze Kreuz betreut Soldatengräber in Österreich und ist
SPINGES - An die 400 Gläubige und Bergwanderer kamen zu der auf den Erlös der Sammlungen zu Allerheiligen für seine Arbeit ange-
traditionellen Bergmesse zum „Stoanamandl“ auf die Spingeser Alm. wiesen. Insgesamt werden in Österreich auf über 140 Friedhöfen Sol-
Prälat Dr. Chrysostsomus Giner ging in seiner Predig auf die Berge datengräber betreut.
ein, die ein Ort des „Respekt-Habens“ seien, die Natur erscheine hier Folgende Ehrungen wurden vorgenommen: Ehrennadel in Gold:
so unberührt. Ott Christian - Ehrennadel in Silber: Wille Clemens, Schmid Gebhard,
Nach dem Segen wies Prälat Giner darauf hin, dass während der Gfall Florian, Schranz Leonhard und Huter Werner - Ehrenkreuz:
ganzen Messe die Kerze am Altar trotz des Windes nicht ausging. Die Unterkircher Stefan und Schmid Engelbert - Goldenes Ehrenzeichen:
Freude darüber war ihm anzusehen. Unterkircher Robert - Großes Ehrenzeichen: Neuner Johann
30 Nr. 5/2005

Kulturwanderung ins Ahrntal Nach der kirchlichen Feier begrüßte Hptm. Heinrich Tasser LR Hans
Berger, Bgm. Helmuth Innerbichler und anwesende Gemeindereferen-
AHRNTAL – Am Sonntag, dem 18. Juli 2005, zeitig in der früh, ten sowie die Vertreter der Fraktion und Vereine von Rein. Die Schüt-
führen Möltens Schützen mit ihren Privatautos ins Ahrntal nach zen waren vertreten durch Bez.-Mjr. Heinrich Seyr, durch den LKdt.-
Kasern. Adjutanten Efrem Oberlechner, durch Abordnungen der Kompanien
von Ahornach, Gais, Mühlwald, Oberwielenbach und Sand in Taufers.
Hptm. Tasser schilderte kurz den Werdegang des neuen Schießstan-
des. Kritischen Stimmen hielt er eine ganze Reihe von Tätigkeiten ent-
gegen, welche die Kompanie Rein gemeinschaftsdienlich für das Dorf
und darüber hinaus erbracht hat und laufend erbringt. Kritisch äußer-
te er sich gegen den Ausverkauf von Grund und Boden an Firmen und
Landfremde, mahnte zur Wachsamkeit bei den Umtrieben von Berlus-
coni und Biancofiore und setzte den Schlusspunkt mit der Ankündi-
gung, dass der Reinerlös der (heutigen) Veranstaltung den Hochwas-
sergeschädigten von Nordtirol übergeben werde.
Er dankte allen jenen, welche in irgend einer Form an der Verwirk-
lichung des Gebäudes mitwirkten und jenen freiwilligen Helfer(n)/
innen, die zum Gelingen dieser Feier beitrugen.
Efrem Oberlechner gratulierte zum Bau und der hierzu bewiesenen
Kameradschaft. Hinsichtlich der Bewahrung von Identität, beim Ein-
satz für Freiheit und Heimat, erinnerte er an die Ereignisse von 1809,
den I. und II. Weltkrieg sowie an die 60er Jahre.
Heinrich Seyr unterstrich, dass früher mit echten Waffen Schießü-
Mitglieder der Schützenkompanie Mölten auf dem Klockerkarkopf (2.912m).
bungen durchgeführt wurden. Heute seien diese Übungen mehr Frei-
Von dort ging die Wanderung vier Stunden bis zum Klockerkarkopf. zeitgestaltung; die geistigen Waffen seien dafür wichtiger und ziel-
Dort angelangt wurde eine kleine Stärkung eingenommen und die führender. Der Schießstand sei ein Bindeglied zwischen Schützen und
Tirolerfahne aus dem Rucksack geholt. Anschließend ging es weiter Bevölkerung.
über den Lausitzer Höhenweg zur Birnlückenhütte, wo zum Mittages- Helmuth Innerbichler begann mit dem Spruch: „Gut Ding braucht
sen eingekehrt wurde. Anschließend wanderte man ins Tal zur gut Weil“, lobte die Ausdauer des Hptm., erwähnte die umstrittene Art,
Adleralm. Form und den Standort des Schießstandes und zeigte sich zuversicht-
lich, dass das II. Baulos von dem Gesamtkonzept des Langlaufzen-
Hptm. Walter Frick
trums baldmöglichst verwirklicht werde.
Hans Berger dankte der Kompanie für deren öffentliche Tätigkeit
Schießstand-Segnung in Rein und erinnerte dazu an die gleichbleibenden Ziele, jedoch unter verän-
derten Rahmenbedingungen. Er stellte fest, dass den alten Schieß-
REIN - Bei herrlichem Wetter, wozu das Evangelium „Salomon in stand, wo heute die Feuerwehrhalle steht, sich damals der Staat Itali-
all seiner Pracht“ bestens passte, fand am 4. September 2005 die Seg- en aneignete; nun ist der entsprechende Grund aber vom Land an die
nung des neuen Schießstandes von Rein statt. Gemeinde übergeben worden. Zum erwähnten Ausverkauf der Heimat
Die Feldmesse beim Langlaufzentrum wurde von einer Bläsergrup- präzisierte er, dass es nicht nur Käufer, sondern auch Verkäufer gibt.
pe der Musikkapelle Sand umrahmt. In der Predigt ging der Pfarrer Der neue Schießstand wurde und wird bereits mit Leben erfüllt und
Harald Kössler symbolisch auf die sechs anwesenden Fahnen ein: solle den Gemeinschaftssinn stärken. An Hptm. Tasser überreichte er
Nicht nur bei Feiern, auch im Alltag solle man christliche Flagge zei- als Wandschmuck für das Gebäude den Landesadler in Ton mit den
gen, die Zielscheibe im Schießstand verband er mit konkretem Leben drei Landessprachen.
„nicht immer wird man ins Schwarze treffen“. Gott und christliche Der Hptm. und der Bez.-Mjr überreichten dem Gründungsmitglied
Werte lassen sich aber ebenso durch häufiges Üben besser zentrieren und langjährigen Fhr., Seeber Adolf, eine Andreas-Hofer-Statue. Eine
und der Schießstand selber sei nicht nur Stätte sportlichen Wettbe- solche erhielt auch der Landesrat Hans Berger, als Anerkennung für
werbs, sondern fördere die Gemeinschaft der Vereine und der gesam- seinen tatkräftigen Einsatz bei der Verwirklichung dieser Anlage.
ten Bevölkerung. (Ehrung für langjährige Mitgliedschaft siehe letzte Seite!)
Die Kompanie Rein schoss den Geehrten eine Ehrensalve, und die
Landeshymne, vorgetragen von der Bläsergruppe, schloss den offiziel-
len Teil der Feier ab.
Der Pfarrer, der Landesrat und der Bgm. eröffneten, zwar nicht
jedesmal ins Schwarze treffend, trotzdem recht gut, den eingeweihten
Schießstand.
Serafin Bacher, Chronist

Liebe Leser und Leserinnen der TSZ!


Wir bitten um Verständnis, dass Artikel aus Platzgründen gekürzt
werden müssen oder einige erst in einer nächsten Ausgabe erschei-
nen können!
Eine umfangreichere Tiroler Schützenzeitung ist aus kostentechni-
schen Gründen leider nicht möglich.
Danke! - Die Redaktion
Nr. 5/2005 31

Partnerschaft gegründet immer intensiver und stärker wurde, beschloss man, eine Partnerschaft
zu gründen.
NATURNS/TARRENZ - Im Jahr 1999 hatten einige Schützen der Am 18. Juni 2005 besiegelten die Kompanien Tarrenz aus Nord-
Schützenkompanie Naturns und Tarrenz beim Gesamt-Tiroler-Jung- Tirol und Naturns aus Süd-Tirol in Tarrenz die Partnerschaft. Unter
schützentreffen in Glurns den ersten Kontakt. Bald darauf gab es einen den Ehrengästen: Bgm. Andreas Heidegger und Kulturreferent Valen-
Besuch seitens der Kompanie Naturns in Tarrenz, wo man sich einig- tin Stocker aus Naturns, Bgm. Rudolf Köll und Kulturreferent Markus
te, eine intensivere Freundschaft zu pflegen. Wörndle aus Tarrenz. Zum Auftakt der Feierlichkeiten führte die Kom-
Die Kompanie Tarrenz war schon öfters zu Besuch in Naturns. panie Tarrenz mit der Postmusik Imst den „Großen Österreichischen
Unter anderem bei gemeinsamen Feiern und anschließendem Karten- Zapfensteich“ auf.
spiel. Voriges Jahr, bei der Einweihung der neuen Schützenfahne, Nach den Grußworten der Ehrengäste gab es einen Geschenkeaus-
stellten sie die Ehrenkompanie. tausch zwischen den Gemeinden und den Partnerschaftskompanien,
Auch die Naturnser Kompanie nahm bei einigen Veranstaltungen in welcher uns immer wieder an diesen einmaligen Tag erinnern möge.
Tarrenz teil, wie zum Beispiel beim jährlichen Einmarsch zum Auftakt Hptm. Adoram Crepaz
des Gassenfestes. Da die Freundschaft zwischen beiden Kompanien

Wir gedenken unserer Verstorbenen


Alt-Bgm. EMjr. ordnungen aller Innsbrucker guter Kamerad, davon zeugte der
Schützenkompanien und der lange Trauerzug.
DDr. Alois Lugger † Traditionsverbände, Studenten- Stefan war Gründungsmit-
verbindungen, ungezählte Per- glied der Schützenkompanie
INNSBRUCK - Am 17. August sönlichkeiten des öffentlichen Burgstall und bis zu seinem Tod
2005 nahmen Innsbruck und Lebens, der Kirche, der Wirt- aktives Mitglied. Viele Jahre
ganz Tirol Abschied von EMjr. schaft und der Politik nahmen lang hat er die Jungschützen als
DDr. Alois Lugger. Abschied von DDr. Lugger. Die Betreuer begleitet und geführt.
In der St. Georgs-Kapelle im hohe Wertschätzung der Person Pflichtbewusstsein und Verläss-
Alten Landhaus hielt die Stadt- kam besonders auch in den lichkeit waren seine Stärken.
schützenkompanie St. Nikolaus/ Ansprachen des Landeshaupt-
Mariahilf die Totenwache. Der mannes DDr. Herwig van Staa,
Alt-Bgm. der Landeshauptstadt des Präsidenten des Tiroler
Innsbruck und ehemalige Präsi- Landtages EMjr. und EHptm.
dent des Tiroler Landtages DDr. Prof. Ing. Helmut Mader und der Josef Gapp †
Alois Lugger war Ehrenmajor Bgm. Hilde Zach zum Ausdruck. wurde er am 10. August von sei-
des Bataillons Innsbruck und 47 Vieles hat Innsbruck und Tirol nen Schützenkameraden zu Gra-
Jahre EHptm. der Standschüt- der Persönlichkeit Alois Lugger be geleitet.
zenkompanie Pradl. zu verdanken. Josef Gapp (Linter Sepp, wie
Am 11. Juli feierte DDr. Lug- Im Abstand von nur 12 Jah- er von seinen Kameraden
ger noch seinen 93. Geburtstag. ren wurden hier die Olympischen genannt wurde), fiel besonders
Nach dem Requiem und der Winterspiele 1964 und 1976 durch seine guten Schießergeb-
Einsegnung im Dom von St. durchgeführt. Am Ehrengrab in nisse im Schützenwesen auf. Er
Jakob durch Alt-Bischof Dr. St. Nikolaus nahm „seine Stand- wird uns noch lange als guter
Reinhold Stecher bewegte sich schützenkompanie Pradl“ mit Stefan Pichler † Kamerad in Erinnerung bleiben.
der Zug zum Friedhof St. Niko- einer Ehrensalve Abschied. Mit
laus. dem Lied „Ich hatt’ einen Kame- Lieber „Steff“, du hast in dei- Deine Kameraden
Der lange Trauerzug wurde raden“ und mit der Olympiafan- nem Leben mit viel Herz, Ver-
angeführt von LKdt. Dr. Otto fare wurde die Trauerfeier abge- stand und Mut, mehr als nur dei- Josef Larcher †
Sarnthein und Baon-Kdt. Mjr. schlossen. Der Herr über Leben ne Pflicht erfüllt. Mit dir haben
Erich Enzinger. Die Bundesstan- und Tod möge ihm die ewige wir einen fleißigen, treuen und ZAUNHOF – Am 22. Juni
darte, Baonstandarte, Fahnenab- Ruhe schenken. wertvollen Kameraden verloren. 2005 verstarb unser Schützenka-
Wir danken dir für alles, was du merad Josef Larcher im Alter
Ing. Sepp Dag, EHptm. von 63 Jahren.
für die Kompanie geleistet hast
Baonspressereferent 1973 trat Larcher der Schüt-
und werden dir stets ein ehren-
des Andenken bewahren. zenkompanie Zaunhof bei. Er
Stefan Pichler † zeichnete sich besonders durch
Deine Kameraden seine handwerklichen Fähigkei-
BURGSTALL - Tief getroffen ten aus und war ein guter Kame-
hat uns die Nachricht vom plötz- Josef Gapp † rad. Im Jahre 1994 hatte Josef
lichen Tod unseres Kameraden einen schweren Arbeitsunfall
Stefan Pichler am 18. Juni 2005. NATURNS - Am 6. August und konnte seit damals nicht
Im 71. Lebensjahr wurde Stefan 2005, wurde unser langjähriger mehr ausrücken.
nach kurzer Krankheit, völlig Schützenkamerad Josef Gapp im Herr gib unserem Schützen-
unerwartet, aus unserer Mitte Alter von 74 Jahren durch einen kameraden die ewige Ruhe.
gerissen. Er war durch seine net- tragischen Verkehrsunfall von
te Art, seinen Humor und seine uns gerissen.
EMjr. DDr. Alois Lugger † Toleranz allseits beliebt und ein Unter großer Anteilnahme
32 Nr. 5/2005

Für langjährige Treue zur Kompanie wurden geehrt:


Kompanie für 50 und mehr Jahre für 40 Jahre für 25 Jahre für 15 Jahre

Anras Johann Gasser, Robert Franz Aichner, Friedrich Goller, Anton Hannes Gasser, Anton
Gasser, Peter Gruber, Thomas Fuchs, Kollreider, Peter Kollreider, Kollreider, Franz Kollreider
Anton Kollreider, Paul Hermann Kofler Reinhard Kollreider, Alois Mark. Maria Gietl
Kollreider, Johann Mair, Leitner, Johann Waldauf
Hermann Oberthaler,
Josef Ortner, Hermann
Rauchegger, Anton
Untertroger

Imst ELt. Alfred Thurner Ernst Ewerz, Josef Götsch, Manfred Hasel,
Angelo Perathoner Christian Mayr

Lienz Johann Weiler (70 Jahre), Reinhold Tschurtschenthaler,


Josef Forcher Christian Pramstaller

Rein David Eppacher Florian Steinkasserer,


Helmuth Abfalterer

Villanders Othmar Erlacher

Termine 2005/2006
9. Oktober: Gesamttiroler Schützenwallfahrt in Absam
15. Oktober: Landeskommandantentreffen in Wallgau
21.–23. Oktober: Frontbegehung im Isonzo-Gebiet
6. November: Gedenkfeier im Soldatenfriedhof in Brixen
20. November: Franz-Höfler-Gedenkfeier in Lana
27. November: Schützenrorate im Brixner Dom
8. Dezember: Josef-Kerschbaumer-Gedenkfeier in St. Pauls
Adventsingen in Kochel
11. Dezember: Josef-Noldin-Gedenkfeier in Salurn
24. Dezember: Große Gedenkmesse 1705 in Waakirchen
26. Dezember: 15.00 Uhr Requiem 1705 in München, St. Peter
13. Jänner 2006: Gesamttiroler Winterfest in Vielgereuth-Folgaria
18. Februar 2006: Andreas-Hofer-Gedenkfeier in Mantua
19. Februar 2006: Andreas- Hofer-Landesgedenkfeier in Meran
2. April 2006: Bundesversammlung des Südtiroler Schützenbundes in Bozen
7. Mai 2006: Bundesgeneralversammlung in Innsbruck
Patronatstag der Bayerischen Gebirgsschützen in Garmisch
21. Mai 2006: 19. Alpenregionstreffen in Brixen
9. Juli 2006: 12. Bezirksschützenfest Pustertal in Terenten
23. Juli 2006: 25 Jahre Gebirgsschützenkompanie Endorf
6. August 2006: 100 Jahre Gebirgsschützenkompanie Jachenau
27. August 2006: Gründungsfest der Kompanie Rasen-Antholz
12. August 2006: Bataillonsfest des Bataillons Werdenfels in Partenkirchen

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