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Energie- Impuls- und Stofftransport-Praktikum an der technischen Universität Berlin

– Praktikumsprotokoll –

Praktikum zu Energie- Impuls- und Stofftransport I

Jaap Pedersen 342618 (EPT) Helmut Wohlman 339907 (EPT) Quoc Huy Dao 323565 (EPT) Jochen Bohle 340234 (EPT)

Eingereicht am 25.01.2013 Versuchsdurchführung am 20./21.12.12

Praktikumsgruppe 2

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

9

2. Versuch II: Kalibrierung von Thermoelemente

 

10

2.1. Einleitung

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10

2.2. Versuchsaufbau

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10

2.3. Versuchsdurchführung

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2.4. Auswertung

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2.4.1. Zufällige Fehler

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2.4.2. Systematische Fehler

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15

2.4.3. Gesamtfehler der Messung

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2.4.4. Vertrauensbereich

 

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19

2.5. Diskussion

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21

3. Versuch III: Wärmestrahlung

 

24

3.1. Einleitung

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24

3.2. Versuchsaufbau

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24

3.3. Versuchsdurchführung

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25

3.4. Messergebnisse

 

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26

3.4.1.

Temperaturmessung über das Strahlungsthermometer

 

26

2

Inhaltsverzeichnis

3.4.2.

Emissionsgradermittlung von Stahl und Kupfer

 

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27

3.5. Auswertung Temperaturmessung

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28

3.5.1. Untersuchung des Schwarzen Strahlers

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28

3.5.2. Emissionsgrade von Kupfer und Stahl

 

30

3.6. Diskussion

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32

4. Versuch IV: Sichtfaktor bei Strahlungsmessung

 

33

4.1. Einleitung

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33

4.2. Versuchsaufbau

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33

4.3. Versuchsdurchführung

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4.4. Messergebnisse

 

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35

4.5. Auswertung

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37

4.5.1. Kennlinien der PV-Platte

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37

4.5.2. Ermittlung des Füllfaktors der PV-Platte

 

39

4.5.3. Sichtfaktor und Wirkungsgrad

 

40

4.6. Diskussion

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44

4.6.1. Kennlinien der PV-Platte

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44

4.6.2. Füllfaktor

 

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45

4.6.3. Sichtfaktor und Wirkungsgrad

 

45

5. Versuch V: Bestimmung eines mittleren Wärmeübergangskoeffizien- ten

48

Einleitung

5.1. .

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48

5.2. Versuchsaufbau Wärmekonvektion

 

48

5.3. Versuchsdurchführung

 

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49

5.4. Ergebnisse .

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49

 

3

Inhaltsverzeichnis

 

5.4.1. Temperaturverlauf

 

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49

5.4.2. Berechnung des mittleren Wärmeübergangskoeffizienten

 

51

5.4.3. Dimensionslose Kennzahlen

 

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53

5.5.

Diskussion

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57

Literaturverzeichnis

 

60

A. Herleitung der mittleren Temperaturdifferenz

 

61

4

Abbildungsverzeichnis

2.1.

Angezeigte Temperatur über dem eingestellten Emissionsgrad

 

12

2.2.

Die Temperaturen der Thermoelemente über den Temperaturen des Widerstandsthermometers PT 100

 

17

2.3.

Versuch II Vertrauensbereich

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21

3.1.

Vom Strahlungsthermometer angezeigte Temperatur über dem Mit- telwert der Temperatur der Thermoelemente

30

3.2.

Angezeigte Temperatur über dem eingestellten Emissionsgrad

 

31

4.1.

Spannungs-Stromverlauf an der PV-Platte

 

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38

4.2.

Spannungs-Leistungsverlauf an der PV-Platte

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39

4.3.

Sichtfaktor F 1,2 über dem Abstand l

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44

5.1.

Theoretisch und experimentell ermittelte Nusseltzahl über die Gras- hofzahl in doppelt logarithmischer From

57

5

Tabellenverzeichnis

2.1.

Konstante Temperaturbereiche

 

13

2.2.

Durchschnittstemperaturen und Anzahl der Messwerte N

 

14

2.3.

Die Standardabweichungen von den Mittelwerten s und die Stan- dardabweichungen der Verteilungen der Mittelwerte s m

 

15

2.4.

Die arithmetischen Mittelwerte der Messergebnisse und der zugehö-

 

rige, zufällige Fehler

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16

2.5.

Die Standardabweichung der Verteilung der Mittelwerte x

 

17

2.6.

Steigung m der Abweichungsgeraden

 

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18

2.7.

Durchschnittstemperaturen der Thermoelemnte, der Differenzen zur

 

T ref und die kalibrierten Werte

 

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19

2.8.

Die arithmetischen Mittelwerte der Messergebnisse und der zugehö-

 

rige, zufällige Fehler

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20

3.1.

Thermospannungen und Temperaturen

 

26

3.2.

Vom Strahlugsthermometer unter verschiedenen Emissionsgrad-Einstellungen

angezeigte Temperaturen .

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27

3.3.

Temperaturen bei der Emissionsgradermittliung

 

29

4.1.

Messwerte an der PV-Platte für verschiedene Lasten bei l = 45cm . 35

6

Tabellenverzeichnis

4.2.

Messwerte an der PV-Platte für verschiedene Lasten bei l = 15 cm . 36

4.3.

Kurzschlussstrom I k und Leerlaufspannung U 0 für verschiedene l

 

37

4.4.

Emitter-Kollektor Abstand l und errechneter Sichtfaktor F 1,2

 

43

5.1.

Messwerte Temperatur und der zugehörigen Gradienten

 

50

5.2.

Extrapolierte Wandtemperaturen und der arithmetische Mittelwert

 

51

5.3.

Heitzleistung und mittlerer Wärmekoeffizienten

 

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53

5.4.

Stoffwerte für Luft bei 20 C und 1 bar

 

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5.5.

Dimensionslose Kennzahlen

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56

 

7

Verwendete Symbole

Tabellenverzeichnis

Lat. Symbol

Bedeutung

Einheit

A

Fläche Wärmekapazität

m 2

kJ

c p

kgK

E

Emmissionsgrad

-

F

Sichtfaktor

-

F

F

Füllfaktor

-

Gr

Grashofzahl

-

I

Stromstärke

A

l

Länge

m

L

Charakteristische Länge

m

m

Steigung

C

mm

Nu

Nusseltzahl

-

P

Leistung

W

P

r

Prandtlzahl

-

R

Widerstand

˙

Q

Wärmestrom

J

s

T

Temperatur

C

U

Spannung

V

Gr. Symbol

Bedeutung

Einheit

 

mittlerer Wärmeübergangskoeffizient

 

W

α m

m 2 K

β

 

isobarer Ausdehnungskoeffizient Differenz mittlere Temperaturdifferenz

1

K

-

θ m

K

η

Wirkungsgrad

-

dynamische Viskosität

kg

η

ms

θ

Temperatur

C

λ

 

Wärmeleitfähigkeit

W

mK

 

Dichte Strahlungsflus

kg

ρ

m

Φ

W

8

1. Einleitung

Im Praktikum zu Energie-, Impuls- und Stofftransport werden anhand von 4 Ver- suchen grundlegende Mechanismen des Wärme- und Stofftransportes analysiert. Die Versuche gehen dabei besonders auf die Temperaturmessung mit Thermoele- menten, Wärmestrahlung, Sichtfaktorenbestimmung und Wärmeübergang ein. Anhand eines Skriptes werden die nötigen wissenschaftlichen Grundlagen, For- meln und Hinweisen zu den Versuchen in kurzer Form vermittelt und ein Vorgehen bei der Auswertung vorgegeben. Die Versuche werden daraufhin in Vierergruppen unter Aufsicht eines Tutors an zwei Tagen durchgeführt. Dazu stehen entsprechen- de Versuchsvorrichtungen bereit, die lediglich entsprechend justiert und aktiviert werden müssen. Das Praktikum vermittelt damit einen Einblick in die Vorgänge des Energie-, Impuls- und Stofftransports und unterstützt damit die theoretisch vermittelten Grundlagen und Modelle der Vorlesungen und verbindet diese auf interessante Weise mit der Praxis.

9

2. Versuch II: Kalibrierung von Thermoelemente

2.1. Einleitung

In diesem Versuch werden zwei Thermoelemente an Hand eines Widerstandsther- mometers mit einem Messwiderstand Pt 100 kalibrieren. Die Temperatur des Pt 100 wird als tatsächliche Temperatur angenommen. Zur Kalibrierung wird eine Aus- gleichsfunktion zwischen den Temperaturverläufen der Thermoelemente und der des Pt 100 modelliert.

2.2. Versuchsaufbau

Mit einem Thermostat wird ein circa 10 L großes Wasserreservoir kontrolliert tem- periert. Darin befindet sich ein geeichtes Pt 100 und zwei Thermoelemente des Typs K (N iCr N i). Alle Messinstrumente sind mit einem Messkoffer verbun- den, welcher mehrere Temperaturwerte aufnimmt.Beim Messkoffer wurde sicher gestell, dass die internen Leiter aus dem gleichen Material wie die angeschlossenen Drähte der Thermoelemente bestehen. Die Temperatur des PT 100 nehmen wir als Referenztemperatur.

10

2. Versuch II: Kalibrierung von Thermoelemente

2.3. Versuchsdurchführung

Die zwei zu kalibrierenden Thermoelemente und der Pt 100 werden in das Wasser- becken getaucht. Die Wassertemperatur wird von 30 C bis 80 C in 10 K Schritten hochgeregelt. Dabei wird die Temperatur des Pt 100 T ref als Referenztemperatur angenommmen. Die Wassertemperatur wird für jeden Messwert 5 min konstant gehalten. Die Thermoelemente und der Pt 100 sind über Messklemmen an einen Messkoffer an- geschlossen. Über den Messkoffer wird das Spannungssignal der Thermoelemente und der Spannungsabfall über den Pt 100 aufgenommen und in ein digitales Tempe- ratursignal umgewandelt und an einen Rechner übertragen. Mit Hilfe von Labview werden die Daten aufgezeichnet. T 2 ist die Temperatur des ersten Thermoelements, T 3 die Temperatur des zweiten Thermoelements.

2.4. Auswertung

Zunächst werden die Zeiträume anhand Abbildung 2.1 ausgewählt, in denen die Temperaturen als konstant angenommen werden.

11

2. Versuch II: Kalibrierung von Thermoelemente 90 80 Tref T1 T2 70 60 50 40
2. Versuch II: Kalibrierung von Thermoelemente
90
80
Tref
T1
T2
70
60
50
40
30
20
10
0
14:48 14:52
14:56
15:00 15:04
15:08
15:12 15:16
15:20 15:24
15:28 15:32
Zeit
°
C

Abbildung 2.1.: Angezeigte Temperatur T 1 über dem am Strahlungsthermometer eingestellten Emissionsgrad E für Stahl und Kupfer

Die Ergebnisse sind in Tabelle 2.1 dargestellt.

Im Folgenden wird zunächst die Durchschnittstemperatur jedes Temperatur-

nieveaus und die dazugehörige Standardabweichung berechnet. Anschließend wird

daraus der Gesamtfehler jeder Messungen ermittel. Exemplarisch wird jede Rech-

nung einmal an den Messwerten des Zeitintervalls zwischen 14:49 und 14:53 bei 30

C dargestellt. Alle Ergebnisse finden sich in den Tabelle darunter.

12

2. Versuch II: Kalibrierung von Thermoelemente

Konstanter Bereich

Zeit

Ende

T H 2 O [ C]

14:49:00

14:53:00

30

14:56:07

15:01:20

40

15:04:30

15:08:20

50

15:11:50

15:16:15

60

15:20:40

15:23:20

70

15:27:00

15:33:00

80

Tabelle 2.1.: Thermospannungen und Temperaturen bei der Emissionsgrad- Ermittlung

2.4.1. Zufällige Fehler

Die Durchschnittstemperatur T ergibt sich mit

1 T = N
1
T =
N

N

k=1

h k

(2.1)

Exemplarisch für den ersten Messzeitraum mit N = 48 ergibt sich

1

48 · 1436, 65 C = 29, 93 C

T =
T =

(2.2)

Es ergeben sich für alle Messwerte die in Tabelle 2.2 dargestellten Werte, wobei

P ref ,T 2 und T 3 jeweils die arithmetischen Mittelwerte der jeweiligen Temperaturen

in den als konstant angenommenen Zeitfenstern sind.

Die kalibrierten Werte errechnen sich nach

1 T i,kal = T i + n ·
1
T i,kal = T i +
n ·

n

k=1

13

T ref,k T i , k

(2.3)

2. Versuch II: Kalibrierung von Thermoelemente

Durchschnittstemperatur

Zeit

T ref [ C]

T 2 [ C]

T 3 [ C]

N

14:49:00

30, 32

29, 93

30, 31

48

14:56:07

40, 32

40, 11

40, 55

60

15:04:30

50, 34

50, 00

50, 41

47

15:11:50

60, 35

59, 96

60, 38

54

15:20:40

70, 36

70, 08

70, 56

36

15:27:00

80, 38

80, 18

80, 63

78

Tabelle 2.2.: Durchschnittstemperaturen und Anzahl der Messwerte N

wobei n gleich die Anzahl der Messzeiten ist, in unserem Fall ist n = 6.

Die Standardabweichung s der Messwerte ist die gemittelte Differenz der einzel-

nen Messungen zum Mittelwert. Es gilt

s =

1

N 1

N

k=1

(T i x k ) 2

(2.4)

mit i 2, 3

Für den betrachteten Beispielwert ergibt sich so

s =

1

48 1

48

k=1

(29, 93 C x k ) 2 = 0, 043 C

(2.5)

wobei x k der k-te Messwert in diesem Zeitintervall ist. Die Standardabweichung

der Verteilung der Mittelwerte x ist ein Maß für die Abweichung vom Mittelwert

x mit N Messungen von dem Mittelwert mit unendlich vielen Messungen. Es gilt

x = s m =

s

N

=

1

N (N 1)

N

k=1

(T i x k ) 2

(2.6)

14

2. Versuch II: Kalibrierung von Thermoelemente

Für unseren Beispielwert ergibt sich so für s m

s

m

= 0, 043 C

48

=

0, 0062 C

(2.7)

Für die Messungen ergeben sich so die in Tabelle 2.3 dargestellten Ergebnisse.

Zeit

s T 2 [ C]

s T 3 [ C]

s m,T 2 [ C]

s m,T 3 [ C]

14:49:00

0, 043

0, 055

0, 0062

0, 0080

14:56:07

0, 050

0, 013

0, 0064

0, 0017

15:04:30

0, 036

0, 046

0, 0053

0, 0067

15:11:50

0, 051

0, 049

0, 0069

0, 0067

15:20:40

0, 043

0, 017

0, 0071

0, 0028

15:27:00

0, 043

0, 049

0, 0049

0, 0056

Tabelle 2.3.: Die Standardabweichungen von den Mittelwerten s und die Standard- abweichungen der Verteilungen der Mittelwerte s m

Zusammengefasst ergeben sich also die in Tabelle 2.8 dargestellten arithmeti-

schen Mittelwerte der Ergebnisse und den dazugehörigen zufälligen Fehlern.

2.4.2. Systematische Fehler

Das Widerstandsthermometer Pt 100 hat laut Hersteller eine Genauigkeit von

±0, 1 K. Der systhematische Fehler beträgt somit f s = 0, 1 C

Die systematische Standardunsicherheit berechnet sich nach der Ermittlungsme-

thode B für Standardunsicherheit GUM (Guide to the expression of uncertainity

in messurement) mit:

(2.8)

x s = f s 3

15

2. Versuch II: Kalibrierung von Thermoelemente

Zeit

T ref [ C]

(T 2 ± s m )[ C]

(T 3 ± s m )[ C]

14:49:00

30, 32

±

0, 1

29, 93

±

0, 0062

30, 31 ± 0, 0080 40, 55 ± 0, 0017 50, 41 ± 0, 0067 60, 38 ± 0, 0067 70, 56 ± 0, 0028 80, 63 ± 0, 0056

14:56:07

40, 32

±

0, 1

40, 11

±

0, 0064

15:04:30

50, 34

±

0, 1

50, 00

±

0, 0053

15:11:50

60, 35

±

0, 1

59, 96

±

0, 0069

15:20:40

70, 36

±

0, 1

70, 08

±

0, 0071

15:27:00

80, 38

±

0, 1

80, 18

±

0, 0049

Tabelle 2.4.: Die arithmetischen Mittelwerte der Messergebnisse und der zugehö- rige zufällige Fehler

Unsere Standardunsicherheit liegt damit x s = 0, 17 C.

2.4.3. Gesamtfehler der Messung

Aus der Standardabweichung der Verteilung der Messwerte x und der Standar-

dunsicherheit systematischer Fehler x s berechnet sich der Gesamtfehler U mit

U = x 2 + ∆x 2

s

(2.9)

So ergeben sich die in Tabelle 2.5 dargestellten Werte.

In Abbildung 2.2 wird die Abweichungsgerade aus den Durchschnittstempera-

turen der Thermoelemente und den Durchschnittstemperaturen des Pt 100 darge-

stellt.

16

2. Versuch II: Kalibrierung von Thermoelemente

Gesamtfehler der Messung Abweichung von T ref

Zeit

U T 2 [ C]

U T 3 [ C]

T 2 [ C]

T 3 [ C]

14:49:00

0, 18

0, 18

0, 39

0, 01

14:56:07

0, 18

0, 17

0, 22

0, 23

15:04:30

0, 18

0, 18

0, 35

0, 07

15:11:50

0, 18

0, 18

0, 39

0, 04

15:20:40

0, 18

0, 17

0, 29

0, 19

15:27:00

0, 18

0, 18

0, 20

0, 25

Tabelle 2.5.: Die Standardabweichung der Verteilung der Mittelwerte x

80 T2 T3 70 60 50 40 30 30 40 70 80 Referenztemperatur 50 des
80
T2
T3
70
60
50
40
30
30
40
70
80
Referenztemperatur 50 des PT 60 100 [°C]
Temperatur des The rmoelements [°C]

Abbildung 2.2.: Die Temperaturen der Thermoelemente über den Temperaturen des Widerstandsthermometers PT 100

Die Steigung m der Abweichungsgeraden berechnen wir über den Quotienten

17

2. Versuch II: Kalibrierung von Thermoelemente

der Durchschnittstemperaturen aus Tabelle 2.2.

So gilt m = T ref beziehungsweise m = T 3

T

2

T ref .

Für den Beispielswert ergibt dies bei T 2 = 29, 93 C und T ref = 30, 32 C das

29,93 C

30,32

m =

stellten Ergebnisse für m.

C = 0, 987. Für alle Messwerte ergeben sich die in Tabelle 2.6 darge-

Zeit

m T 2

m T 3

14:49:00

0, 987

1, 000

14:56:07

0, 995

1, 006

15:04:30

0, 993

1, 001

15:11:50

0, 994

1, 001

15:20:40

0, 996

1, 003

15:27:00

0, 998

1, 003

Tabelle 2.6.: Steigung m der Abweichungsgeraden für die Messwerte

Als mittlere Ausgleichsgeradensteigung erhalten wir für das Thermoelement 2

m T 2 = 0, 994 und für das Thermoelement 3 m T 3 = 1, 002.

Damit lauten die Gleichungen für die Ausgleichsgerade

und

.

T ref