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Wird eine Frau, die keinen Hijâb trägt, in die Hölle

kommen?
(Übersetzt von Umm Djumâna – Muslima.de.ms)

Frage:

Wenn ein Mädchen keinen Hijâb trägt, bedeutet dies, sie wird in die Hölle kommen? Aber
was ist, wenn sie regelmäßig Salat verrichtet und Qur’ân liest, sich anständig benimmt,
keinen Jungs hinterher schaut, nicht tratscht/lästert etc., wird das Nicht-Tragen des Hijâb
sie in die Hölle verdammen, trotz all ihrer guten Eigenschaften?

Antwort:

Alles Lob gebührt Allâh.

Zuerst einmal ist es unerlässlich zu wissen, dass muslimische Männer und muslimische
Frauen dazu verpflichtet sind, den Befehlen Allâhs und Seines Gesandten zu folgen, egal
wie schwierig dies für die Leute sein mag und ohne sich vor anderen Leuten zu schämen.
Der Gläubige, der aufrichtig in seinem Glauben ist, ist derjenige, der aufrichtig im
Ausführen der Aufgaben gegenüber seinem Herrn und im Gehorchen Seiner Befehle ist
und das vermeidet, was Er verboten hat. Kein Gläubiger, ob Mann oder Frau, hat das
Recht, zu zögern oder etwas aufzuschieben in Hinsicht auf Befehle; stattdessen sollte er
oder sie sofort hören und gehorchen, gemäß den Worten Allâhs (ungefähre Bedeutung):

„Wenn Allâh und Sein Gesandter eine Sache entschieden haben, geziemt es
einem gläubigen Mann oder einer gläubigen Frau nicht, in ihren
Angelegenheiten eine andere Wahl zu treffen.“ [al-Ahzâb 33:36]

Dies ist der Fall bei den Gläubigen, die von ihrem Herrn in dieser Âyah gelobt werden
(ungefähre Bedeutung):

„Wenn sie zu Allâh und Seinem Gesandten gerufen werden, damit Er zwischen
ihnen richte, kann die Antwort der Gläubigen nur sein zu sagen: „Wir hören und
gehorchen!“ Und diese sind es, denen es wohl ergeht (die für ewig im Paradies
leben werden).“
„Und wer Allâh und Seinem Gesandten gehorcht und Allâh fürchtet und sich vor
Ihm hütet - sie sind es, die glückselig sind.“ [al-Nûr 24:51-52]

Zudem sollte der Muslim nicht darauf achten, wie klein oder groß die Sünde ist,
stattdessen sollte er auf die Herrlichkeit und Macht Desjenigen, dem er nicht gehorcht,
achten, dass Er der Größte ist, der Höchste; Er ist Allmächtig in Stärke und hart im
Strafen, und Seine Strafe ist hart und schmerzhaft und erniedrigend. Wenn Er Rache
bestimmt für diejenigen, die Ihm ungehorsam sind, dann wird äußere Zerstörung ihr
Schicksal sein. Allâh sagt (ungefähre Bedeutung):

„So ist die Strafe deines Herrn, wenn Er ungerechte (Einwohner der) Städte
bestraft. Seine Strafe ist wahrlich schmerzlich und streng.
Hierin liegt fürwahr ein Zeichen für den, der die Strafe des Jenseits fürchtet.
Das ist ein Tag, an dem die Menschen versammelt werden, der Tag, den jeder
(die Bewohner des Himmels und der Erde) erleben wird.“ [Hûd 11:102-103]

Eine Sünde kann im Auge einer Person unbedeutend erscheinen, wohingegen sie für Allâh
schwerwiegend ist, wie Allâh sagt (ungefähre Bedeutung):

„hieltet ihr es für etwas Leichtzunehmendes, obwohl es vor Allâh


schwerwiegend war.“ [al-Nûr 24:15]

Diese Angelegenheit ist, wie einige Gelehrte sagten: „Achte nicht auf die Geringfügigkeit
der Sünde, achte lieber auf Denjenigen, dem du ungehorsam bist.“ Wir müssen Allâh
gehorchen und das zu tun, was Er uns befiehlt. Wir müssen uns daran erinnern, dass Er
im Geheimen und im Öffentlichen zuschaut und das vermeiden, was Er verboten hat.

In Hinsicht auf den Glauben, wenn ein Muslim, der betet, einige Sünden oder schlechte
Taten begeht, ist er immer noch ein Muslim, so lange er nicht irgendeine Tat begeht, die
ihn außerhalb der Grenzen des Islam befördert oder irgendwelche Dinge tut, die seinen
Islam vernichten. Dieser sündige Muslim wird im Jenseits dem Willen Allâhs unterlegen
sein; wenn Er will, wird er ihn bestrafen und wenn Er will, vergibt Er ihm. Wenn er im
Jenseits in die Hölle kommt, wird er nicht für immer dort verweilen. Aber keine Person
kann hinsichtlich ihres Schicksals sicher sein, ob diese Strafe ihr widerfahren wird oder
nicht, weil diese Sache nur Allâh bekannt ist.

Sünden werden in zwei Kategorien unterteilt, geringfügig und schwerwiegend.


Geringfügige Sünden können durch das Gebet, Fasten und rechtschaffene Taten gesühnt
werden. Die Hauptsünden (welche diejenigen sind, über die eine besondere Warnung
berichtet worden ist, oder für die es eine bestimmte hadd Strafe in dieser Welt oder Qual
im Jenseits gibt) können nicht nur durch rechtschaffene Taten gesühnt werden. Vielmehr
muss derjenige, der solche Sünden begeht, diese aufrichtig bereuen. Wer auch immer
bereut, Allâh wird seine Reue akzeptieren. Es gibt viele Arten von Hauptsünden wie das
Lügen, Zina, Riba (Wucher/Zinsen), Diebstahl, überhaupt keinen Hijâb tragen, usw.

Gestützt auf das obengenannte können wir nicht sicher sagen, ob eine Frau, die den
Hijâb nicht trägt, in die Hölle eingehen wird, aber sie verdient die Strafe von Allâh, weil
sie Seinen Befehl an sie missachtet hat. Hinsichtlich ihres speziellen Schicksals weiß Allâh
am besten, was es sein wird. Wir können nicht über Dinge sprechen, von denen wir keine
Kenntnisse haben, weil Allâh sagt (ungefähre Bedeutung):

„Und befasse dich mit nichts, wovon du kein Wissen hast. Seht, Gehör, Gesicht
und Herz, alles wird dafür zur Rechenschaft gezogen.“ [al-Isrâ’ 17:36]

Es ist genügend Abschreckungsmittel für den Muslim, dessen Herz sich darüber im Klaren
ist, dass, wenn er eine bestimmte Handlung tut, er der Strafe seines Herrn ausgesetzt
ist, da Seine Strafe streng und schmerzhaft ist und Sein Feuer wahrlich heiß ist.

„Das von Allâh entfachte Feuer,


Das bis in die Herzen dringt!“ [al-Humazah 104:6-7]

Andererseits hoffen wir für die Frau, die den Befehlen ihres Herrn folgt – einschließlich
des Befolgen des kompletten Hijâb – dass sie in das Paradies eingehen und den Sieg der
Rettung vor dem Feuer und seinen Qualen erlangen wird. Es ist in der Tat sonderbar,
dass eine Frau, deren Charakter gut ist, und die betet und fastet und keine Männer
anschaut und sich von Klatsch und Verleumdung fernhält, keinen Hijâb trägt. Wenn eine
Person wirklich diese rechtschaffenen Taten erfüllt, dann ist dies ein starkes Anzeichen
dafür, dass sie Güte liebt und das Übel hasst. Lasst uns nicht vergessen, dass das Gebet
Unmoral und Sünden verhindert, und dass gute Taten noch mehr davon bringen. Wer
auch immer Allâh hinsichtlich seiner Nafs fürchtet, den wird Allâh unterstützen und ihm
gegen seine Nafs helfen. Es scheint, als ob sehr viel Güte in dieser muslimischen Frau
steckt und dass sie dem Pfad der Rechtschaffenheit nah ist. Demnach sollte sie sich
bemühen, den Hijâb zu tragen, wie ihr Herr ihr befohlen hat. Sie muss die
fadenscheinigen Kommentare ignorieren und dem Druck ihrer Familie standhalten. Sie
darf den Worten derer, die sie kritisieren, keine Beachtung schenken, und sie muss die
fadenscheinigen Kommentare jener sündigen Frauen, die sich selbst nach der Mode zur
Schau stellen wollen, ignorieren, und sie muss ihren eigenen Wünschen widerstehen, die
sie dazu verleiten könnten, mit ihrer Schönheit anzugeben und stolz darauf zu sein. Sie
muss sich an das halten, was ihren Schutz und ihre Sittsamkeit gewährleistet und
darüber erhaben sein, eine reine Ware zu sein, an der sich jede schlechte Person erfreut,
die kommt und geht. Sie muss es ablehnen, für die Diener Allâhs eine Quelle der
Versuchung zu sein. Wir appellieren an ihren Glauben und ihre Liebe zu Allâh und Seinem
Gesandten, und wir ermahnen sie, den Hijâb zu befolgen, der ihr von Allâh auferlegt
wurde, und den Befehlen Allâhs zu gehorchen (ungefähre Bedeutung):

„und ihre Reize nicht zur Schau stellen sollen“ [al-Nûr 24:31]

„Und stellt euch nicht zur Schau wie in der früheren Zeit der Unwissenheit. Und
verrichtet das Gebet. Und entrichtet die Steuer. Und gehorcht Allâh und Seinem
Gesandten.“ [al-Ahzâb 33:33]

Und Allâh ist die Quelle der Kraft und der Führer zum geraden Weg.

Sheikh Muhammed Salih Al-Munajjid

Quelle: Islam-QA.com (Frage Nr. 7436)