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Wie man mit sündigen Familien umgeht

(Übersetzt von Umm Djumâna – Muslima.de.ms)

Frage:

Was kann eine Frau tun, wenn ihre Familie ihren Weg zum Islam versperrt? Sie sind
nicht-praktizierende Muslime. Wie erfüllt sie Sunnat ir Rahîm und folgt dem Islam, wenn
es sehr viele Schwierigkeiten damit gibt? Kann eine Schwester einfach die
Verwandtschaftsbande abbrechen, alleine leben und versuchen, Allâh näher zu kommen?
Es wird schwierig, Verwandtschaftsbande aufrechtzuerhalten, wenn es ständiges Übel
gibt, Diffamierung, Fitnah, mich dazu anzustiften, Allâh nicht zu gehorchen etc., Gibt es
ein Du’â’, das man machen kann, wenn man solch großen Schwierigkeiten ausgesetzt
ist? Und was soll ich tun, wenn ich Fehler mache und Sünden verfalle – obwohl ich nicht
beabsichtige, dies zu tun?

Antwort:

Alles Lob gebührt Allâh.

Wir sagen zu dieser muslimischen Schwester: Möge Allâh dich mit Gutem dafür belohnen,
dass du am Islam festhältst, und wir bitten Allâh, dich im Islam zu festigen und dir Leute
zu schicken, die dir dabei helfen werden, dies zu tun.

In Bezug auf die Frage:

Erstens, du musst ihre Belästigungen mit Geduld ertragen, weil der Weg des Festhaltens
(am Islam) nicht leicht ist, aber dies ist der Weg der Propheten. Der Muslim ist dazu
verpflichtet, sich den Schwierigkeiten auf dem Weg seines Festhaltens am Islam
gegenüberzustellen, wie Muslim in seinem Sahîh (2823) von Anas (möge Allâh mit ihm
zufrieden sein) berichtete, dass der Gesandte Allâhs (Frieden und Segen Allâhs seien auf
ihm) sagte: „Das Paradies ist mit Schwierigkeiten umgeben und die Hölle ist mit
Wünschen umgeben.“ Die Propheten (Friede sei auf ihnen) mussten großen
Schwierigkeiten mit ihrem Volk und mit denen, die ihnen am nächsten standen,
gegenübertreten, aber die Belohnung für ihre Geduld war, dass Allâh es ihnen schließlich
ermöglichte, sich durchzusetzen.

Zweitens:

Die muslimische Schwester sollte sich bemühen, ihre Familie mit Güte, Verstand und
schöner Rede zu belehren und sie darf nicht verzweifeln oder aufgeben. Sie muss eine
gute Absicht ihnen gegenüber zeigen, ihnen gute Dinge sagen und tun und ihnen eine
Helfende Hand ausstrecken, selbst denjenigen, die ihr am meisten Kummer bereiten. Das
wird in sha Allâh eine Wirkung auf sie haben und dies ist eine der wirksamsten Weisen,
die Leute zu Allâh zu rufen.

Drittens:

Sie sollte versuchen, Leute zu finden, die ihr helfen und sie unterstützen, indem sie
versuchen, diejenigen unter ihren Familienmitgliedern zu überzeugen, die sie mögen,
weil diese mit größerer Wahrscheinlichkeit reagieren werden als andere.

Viertens:

Du musst dich mit der wirksamsten “Waffe” ausrüsten, und diese ist, für sie zu beten,
rechtgeleitet zu werden und dass Allâh ihre Herzen mit dem Licht des Festhaltens am
Islam füllen wird. Du solltest solche Du’â’s oft während der Niederwerfung und während
des letzten Teils der Nacht und in anderen Zeiten, wenn Du’â’s besonders empfohlen
werden, sagen, und du darfst nicht versuchen, die Antwort zu beschleunigen.

Fünftens:

Du musst beachten, dass es nicht immer gut ist, Verwandtschaftsbande abzubrechen. In


einigen Fällen, wenn diejenigen, die Allâh rechtgeleitet hat, die Bindungen mit ihren
Familien abbrechen, lässt sie dies mit ihrer Sünde fortfahren und sie weiter von ihrer
religiösen Verpflichtung abfallen. Das Abbrechen von Verwandtschaftsbanden kann bei
einer Person Verzweiflung verursachen und ihn außer Stande bringen, es zu ertragen.
Demnach denken wir, dass die Schwester geduldig sein und mit ihrer Familie auf Art und
Weisen Umgang haben sollte, die ihrer religiösen Verpflichtung und Niveau des Glaubens
nicht schaden werden. Je mehr sie sich in sich selbst zurückzieht – d.h. zuhause – desto
besser, denn wenn eine Frau das Haus der Familie verlässt, veranlasst dies die Leute,
schlecht über sie zu reden und bösartige Leute könnten versuchen, sich zu nähern, weil
sie von denjenigen weggegangen ist, die auf sie aufpassen und sie schützen könnten.

Dein Bleiben wäre für Deine Familie vorteilhafter, weil es viele Sünden gibt, die die
Familie aus Rücksicht gegenüber ihren Kindern, die Allâh rechtgeleitet hat, nicht zu
begehen wagen würde. Wenn die Kinder ausziehen, gibt dies der Familie mehr Freiheit,
um alle möglichen Sünden zu begehen, die sie wollen.

Deshalb muss der Dâ’iyah klug sein und das Pro und Kontra des Ausziehens abwägen. Er
darf nicht einem kleinen Vorteil Vorrang über das Abwehren eines größeren Übels geben;
das Abwehren des Übels ist wichtiger als der Gewinn von Vorteilen.

Sechstens:

Es gibt kein besseres Du’â’ für solche Situationen als das Du’â’ des Propheten (Frieden
und Segen Allâhs seien auf ihm), als er um seine Familie betete, um verziehen und
rechtgeleitet zu werden.

(a) Es wurde berichtet, dass ‘Abd-Allâh ibn Mas’ûd sagte: Ich erinnere mich, als
ob ich den Propheten (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) noch heute vor
mir sähe, als er von einem der Propheten berichtete, der von seiner Familie
geschlagen wurde, alsdann er das Blut von seinem Gesicht wischte und sagte:
„O Allâh, vergib es meinen Leuten, denn sie sind unwissend!“

(Berichtet von al-Bukhâri, 3290; Muslim, 1792)

Al-Nawawi sagte:

Der Prophet, auf den sich bezogen wurde, ist einer der früheren Propheten. Etwas
Ähnliches wiederfuhr unserem Propheten (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) am
Tag von Uhud.

(Sharh Muslim, 12/150)

(b) Es wurde berichtet, dass Abu Hurayrah (Möge Allâh mit ihm zufrieden sein)
sagte: Tufayl ibn ‘Amr al-Dawsi und seine Gefährten kamen zum Propheten
(Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) und sagten: „O Gesandter Allâhs, (der
Stamm der) Daws haben rebelliert, so bete zu Allâh gegen sie.“ Die Leute sagten:
„Die Daws sind verloren.“ Aber der Prophet (Frieden und Segen Allâhs seien auf
ihm) sagte: „O Allâh, leite die Daws recht und bringe sie zu mir.“

(Berichtet von al-Bukhâri, 2779; Muslim, 2524)

(c) Es wurde berichtet, dass Abu Hurayrah sagte: „Ich versuchte, meine Mutter
vom Islam zu überzeugen, als sie noch ein Mushrik war. An einem Tag erzählte
ich ihr über den Islam und sie sagte etwas über den Gesandten Allâhs (Frieden
und Segen Allâhs seien auf ihm), das ich nicht hören mochte. Ich ging weinend
zum Gesandten Allâhs (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) und sagte: ‚O
Gesandter Allâhs, ich habe meine Mutter versucht, vom Islam zu überzeugen, und
sie lehnt es ab. Ich versuchte es heute, und sie sagte etwas über dich, das ich
nicht hören mochte. Bete zu Allâh, er möge die Mutter von Abu Hurayrah
rechtleiten.’ Der Gesandte Allâhs (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) sagte:
‚O Allâh, leite die Mutter von Abu Hurayrah recht.’ Ich ging zurück und fühlte mich
optimistisch wegen der Du’â’ des Gesandten Allâhs (Frieden und Segen Allâhs
seien auf ihm). Als ich zurückkam, ging ich zur Tür und fand sie verschlossen vor.
Meine Mutter hörte meine Schritte und sagte: ‚Bleib wo du bist, O Abu Hurayrah.’
Ich konnte das Geräusch von Wasser vernehmen. Sie wusch sich (machte Ghusl),
zog ihr Hemd an und bedeckte schnell ihren Kopf mit ihrer Kopfbedeckung, dann
öffnete sie die Tür und sagte: ‚O Abu Hurayrah, ich bezeuge, dass es keinen Gott
außer Allâh gibt und ich bezeuge, dass Muhammad Sein Diener und Gesandter
ist.’ Ich ging, vor Freude weinend, zurück zum Gesandten Allâhs (Frieden und
Segen Allâhs seien auf ihm) und sagte: ‚O Gesandter Allâhs, gute Nachrichten!
Allâh hat auf dein Gebet geantwortet und die Mutter von Abu Hurayrah
rechtgeleitet.’ Er lobpreiste und bedankte sich bei Allâh.“

(Berichtet von Muslim, 2491)

Und Allâh weiß es am besten.

Quelle: Islam-QA.com (Frage Nr. 9380)